Vergessene Sagen und Legenden

Wehwalt
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Beitragvon Wehwalt » Mi 13 Feb, 2008 23:17

Anners traf ji elennig ????
Aber sehr hübscher Thread. Leider kenne ich keine Sagen, schon gar nicht aus der Freiburger Gegend.
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Ragnaro
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Beitragvon Ragnaro » Do 14 Feb, 2008 12:43

Ja das hat was darum fahre ich gerne im Urlaub och anstatt runter.
Sommer, Sonne, Sonnenschein..... Lass die Sonne rein.

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Beitragvon Ragnaro » Do 14 Feb, 2008 12:46

Oh. Husum Langeland, Dänemark (besonders Rinköpingfjord)usw.
Sommer, Sonne, Sonnenschein..... Lass die Sonne rein.

Serena
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Beitragvon Serena » Do 14 Feb, 2008 14:46

Ahh.. platt zu lesen macht Spaß, es zu hören noch mehr. Plattdeutsch ist für mich so ein herrliches Stück Zuhause *seufz*
Und Grünauge: Ja, man kann hier sehr gut Rad fahren! :lol: Wenn die Straßen nicht grad Löcher haben, oder man im Moor wohnt. ;)
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Serena
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Beitragvon Serena » Do 14 Feb, 2008 22:08

So.. ich habe diese hier mal frei kopiert, diese Geschichte erzählt, wie das Bad Zwischenahner Meer entstanden ist:
(sehr schön! :D )


Düwelswark (Teufelswerk)


Es war einmal vor langer, langer Zeit im grünen Land zwischen den Strömen eine Stadt mit Namen Oldenburg, die eine Kirche bauen wollte, um Gott zu ehren und zu preisen. Das Bauwerk geriet bald stolz und trefflich und am Tag seiner Vollendung kamen

viele Bürger, um feierlich das neue Gotteshaus zu weihen. Der Teufel, der gerade auf seinem wilden, schwarzen Eber vorbeiritt, sah das und wurde sofort sehr zornig. Wer wagte es hier, den Grafen des Bösen solchermaßen zu beleidigen? Rüde fluchend sann er auf Rache. Er riss einen großen Wald aus der Erde, um damit die Stadt mitsamt dem neuen Gotteshaus zu zerstören.

Genau in dem Augenblick, als der Teufel schon ausgeholt hatte, den Wald zu werfen, krähte ein weißer Hahn. Der Teufel rief "witte Hahn witt, ich acht di en schitt!" und verlor einen teil seines unheilvollen Geschosses. Kurz darauf krähte ein roter Hahn. "Rode Hahn ro, ich acht di so no!" fluchte der Teufel und verlor wieder etwas Erde. Endlich krähte der schwarze Hahn, worauf der Teufel den restlichen Wald fallen ließ und schimpfte "swarte Hahn swart, du tretst mi opt hart!" In gestrecktem Schweinsgalopp und mit eingeklemmtem Schwanz verschwand er am Horizont und ward niemals wieder gesehen.

Die Waldbrocken, die ihr Ziel verfehlt hatten, wurden zum großen und zum kleinen Wildenloh. Das Loch aber, aus dem der Wald herausgerissen war, füllte sich mit Wasser zu einem wunderschönen See, über dem silberne Möwen als Schutzengel vor allem Bösen patrouillieren.


Edit: Hab noch mehr, Link stell ich unten hin.


Ungeheuerlich

Jeder in Bad Zwischenahn weiß um die Legende des Zwischenahner Welses. Einige haben ihn gesehen, andere hat er geküsst und alle sagen, er sei riesengroß. Keiner aber kann mit Bestimmtheit sagen, wie alt er ist und wie er ins Zwischenahner Meer gelangte.

All jenen sei an dieser Stelle die ultimative Wahrheit anvertraut:
In uralter Zeit gab es mitten im Zwischenahner Meer eine Insel, auf der ein prunkvolles Schloss gebaut war. Hier residierte der Junker Alwin, ein bärtiger Hüne mit rotblondem Haar und edlem Gemüt. Seine größte Leidenschaft war neben dem Fischen das „Frollein von Oldenburg“.

Die aber war dem Zaren versprochen, und obwohl sie genauso tiefe Zuneigung zu Alwin empfand, musste sie im Alter von 21 Jahren an den Hof nach Petersburg ziehen, um an der Seite ihres Gatten zu leben.

In der Nacht des Abschieds schwor der enttäuschte Junker seiner Liebsten ewige Treue und dass er nie im Leben wieder seine Insel verlassen werde. In den folgenden Jahren voller Einsamkeit und Gram vollzog sich an der Statur des Junkers eine seltsame Veränderung, und in einer apokalyptischen Gewitternacht genau fünf Jahre nach der leidvollen Trennung hatte er sich in einen großen Wels verwandelt.

Unter Donner und Blitzen versank gurgelnd die ganze Insel samt Schloss in den Fluten des tobenden Zwischenahner Meeres. Als am Morgen danach die Septembersonne wieder schien, konnten die staunenden Fischer nur noch ein silbernes Funkeln tief am Meeresboden ausmachen. Wenn jetzt sich nachts der Mond besonders rund im See spiegelt, gleitet ein uralter großer Wels mit rotem Bart laut- und scheinbar ziellos an der Oberfläche seines Reiches dahin. An heißen Sommertagen schläft im Palast der Tiefe nicht Monster oder Fisch, sondern die treue Seele aus tausendundeiner Vollmondnacht.

Das alles ist lange her und doch nicht vergessen. Wer sich einen ungeheueren Eindruck des Welses machen möchte, kann sich von dem bronzenen Abbild auf dem Markplatz überraschen lassen. Außerdem wird jedes Jahr im Oktober ein Fest zu Ehren des Welses veranstaltet – vielleicht auch in der Hoffnung, dass sich "Nessi" von Bad Zwischenahn persönlich blicken lässt.

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Aal und Rauch


Unsere Aale – und das wissen nur wenige - sind allesamt amerikanische Auswanderer.

In frühester Jugend wandern sie zu Tausenden, dem Golfstrom folgend, 8000 Kilometer von ihren Laichplätzen in der Saragossa-See an der US-amerikanischen Küste bis zur Nordseeküste und von da über Flüsse, Kanäle und sogar über Land und ihre neue Heimat, das Zwischenahner Meer. So unglaublich das klingt, es ist tatsächlich der authentische Lebenszyklus der Aale, die zum Laichen den ganzen weiten Weg wieder zurück schwimmen.

Wie nun aus dem gemeinen Wanderaal ein köstlicher Schmoortaal geworden ist und damit die über die Grenzen hinaus bekannteste Spezialität Bad Zwischenahns, darüber gibt es viele Spekulationen. Eine Geschichte besagt, dass Ostern 1108 eine Gruppe von 12 Wanderaalen auf ihrem Weg zum Zwischenahner Meer von einem Unwetter überrascht wurde und in der Tenne von Bauer Jansen an der Aue Unterschlupf suchte. Weil sie durchgefroren und durchnässt waren, beschlossen sie, sich im Dachgebälk zum Trocknen aufzuhängen. Und weil es unterm Dach bekanntlich am wärmsten ist und das Reetdach trefflich vor dem Wolkenguss schützte, wurde es ein geselliger Abend. Die Wanderaale sangen alte amerikanische Volkslieder und erzählten sich schmutzige Seemannswitze, bis sie erschöpft einschliefen.

Nun war das Unwetter von Ostern 1108 ein ganz besonders schlimmes. Es gipfelte in einem atemberaubenden Gewitter. So geschah es, dass der Blitz just in die Tenne einschlug, in der die zwölf Wanderaale rasteten. Für sie gab es kein Entkommen. Sie waren auf der Stelle mausetot. Die Tenne brannte lichterloh und alles was Bauer Janssen drei Tage später noch vorfand, war ein glimmendes, verkohltes Gebälk. Bauer Janssen schlug die Hände über den Kopf zusammen und blickte nach oben in den First. Da hingen zwölf köstlich geräucherte Aale, eine kulinarische Wiedergutmachung für den Verlust der Tenne. Für den armen Bauer ein Wink des Schicksals. Er wurde der erste Smoortaal- Räucherer des Ammerlandes und seine Erben haben bis heute diese Kunst kultiviert und zu einem einzigartigen Sortiment geräucherter Spezialitäten erweitert.


Quelle: Bad Zwischenahn / Touristik
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Krone
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Beitragvon Krone » Do 14 Feb, 2008 23:20

Tja... Mir fällt jetzt zwar keine Sage ein, aber es gibt da so eine Geschichte, besser gesagt bei uns kann man versuchen die Leute Elwetritsche fangen zu lassen ;) *gg* Das Ganze ist eine ziemlich lustige Angelegenheit...
Meist geschieht das Ganze mit Fremden...
Denn jeder weiß doch, dass im Pfälzer Wald besondere Lebewesen hausen, das sind die sogenannten Elwetritsche ;) Besonders scheu und klug, sie sind ähnlich wie Hühner oder Gänse, können allerdings nicht fliegen, außerdem haben sie ein ganz ganz schönes Gefieder und sind wie gesagt äußerst scheu. Nun wie kann man sich so ein Souvenir zulegen? Ganz einfach: Hierfür benötigt man einen Sack, eine Öllampe und einen Knüppel. Tagsüber wird man grundsätzlich keine Elwetritsche zu Gesicht bekommen, am Besten kann man sie Nachts fangen, so nach Mitternacht und meist bei Vollmond, da man sie dann besser erkennen kann. Nun zieht man also los, mit einem Knüppel bewaffnet, einer Funzellampe und einem Sack. Nun wie geht man bei der Elwetritschen Jagd vor? Man nimmt den Sack und macht am anderen Ende noch ein Loch hinein, legt diesen nun im Wald aus und sucht nach den Elwetritschen im Gebüsch. Diese scheucht man auf und treibt sie in Richtung Sack, sobald sie darin sind bindet man beide Seiten zu und man hat den Wundervogel gefangen ;)
Was natürlich noch sehr erwähnenswert ist, ist die Tatsache, dass grundsätzlich alle Pfälzer das Gen zum Elwetritsche fangen erben und auch schon jeder einen gefangen hat, nur die Fremden, die fangen komischerweise nie einen *gg*

Also der Geschichte kurzer Sinn: Wenn ihr irgendwo Abends in geselliger Runde sitzt, schon etwas Bier oder Wein getrunken habt und jemand kommt und meint, dass ihr Elwetritsche fangen gehen sollt (angeblich ist der Geruch von Alkohol sehr Vorteilhaft für die Jagd, kann ich sogar aus eigener Erfahrung bestätigen^^), dann na ja, wisst ihr was ihr lieber macht, als im Wald nach einem Fabelwesen Ausschau zu halten oder? :D

Die Elwetritsche sind hier in der Region schon fast in Vergessenheit geraten und viele kennen diese Geschichte auch nicht, allerdings kommt es wieder so etwas in Umlauf, durch eine Brauerei bei mir in der Nähe, die haben die nämlich auf ihren Bierflaschen...

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Aber um hier auch noch andere Sachen anzuführen: In Neustadt an der Weinstraße gibt es nicht nur Wein, sonder auch einen Elwetritsche Brunnen ;)

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Beitragvon Serena » Fr 15 Feb, 2008 13:10

Der Hase und der Igel.. ja das ist ne lustige Geschichte, die hab ich Lena schon ein paar Mal vorgelesen. :D
Edit: Und klar kenn ich Buxtehude! :D Muss man doch zumindest mal gehört haben! :)
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Beitragvon Krone » Fr 15 Feb, 2008 13:18

Mir fällt da noch eine Geschichte ein, die sich sogar wirklich so zugetragen haben soll...
Wie man vielleicht weiß, gibt es in Deutschland noch eine Menge Burgen, mehr oder weniger gut erhalten, bei mir in unmittelbarer Nähe gibt es die Ebernburg, die sogar vielleicht von dieser Geschichte her ihren Namen hat, ich weiß es nicht genau... Jedenfalls besagt die Geschichte folgendes:
Eben diese Ebernburg, muss belagert worden sein und das über einen richtig langen Zeitraum hinweg, glaube sogar 1½ Jahre insgesamt. Jedenfalls während der Belagerung wurden irgendwann trotz Sparmaßnahmen die Lebensmittel knapp, bis schließlich laut der Geschichte nur noch ein einziger Eber auf der ganzen Burg vorhanden war... Also hat der damalige Burgherr sich etwas einfallen lassen... Er hat befohlen dem Eber in den Hintern zu stechen, sodass dieser geschrien hat. Durch das Geschrei dachten die Belagerer, dass wohl in der Burg ein Schlachtfest abgehalten würde. Als sie dies noch 2 Tage aushielten und an jedem Tag dem Eber in den Po stießen und die Belagerer eh schon sehr lange ausgeharrt hatten, beschlossen diese die Belagerung aufzugeben, denn sie hatten den Eindruck gewonnen, dass die Bewohner wohl unendlich viele Vorräte hätten. Ein Glück für die Bewohner der Burg, wäre nämlich die Belagerung 1 Tag länger gegangen hätten sie aufgeben müssen ;) Und so hat vermutlich die Burg ihren Namen erhalten, durch den Eber, dem immer in den Hintern gestochen wurde...
Im Übrigen ist die Burg noch vollständig erhalten, nur leider ist sie nicht sehr groß und die meisten Räumlichkeiten sind mittlerweile privat. Hier mal noch 2 Photos:

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Beitragvon Serena » Fr 15 Feb, 2008 13:26

Die hab ich schonmal gesehen.. glaub ich.. ist das aus Kaiserslautern?
Da wohnt sie Schwester meiner besten Freundin. ;)
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Beitragvon Krone » Fr 15 Feb, 2008 13:31

Na ja, nicht direkt Kaiserslautern, die Burg ist bei Bad Münster am Stein, so einem Kurort, geht eher in die Richtung Bad Kreuznach ;) Aber in der Nähe ja, also so 45 km weit weg wenn du so willst...
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Beitragvon Serena » Fr 15 Feb, 2008 14:09

*lach* Ich kann die einfach nicht auseinander halten :lol:
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Beitragvon Nyrociel Visalyar » Sa 16 Feb, 2008 09:13

Hm....hier bei uns aus der Gegend gibt es eigendlich nich besonders viel .... aber nach ein bisschen überlegen hab ich mich an zwei Sagen erinnert die mir mein Großvater immer erzählt hat wenn ich da zu Besuch war *schief grins* diese beiden Sagen sind wirklich etwas besonderes für mich ...


"Die verzauberten Tannenzapfen"

Vor langen Jahren wohnte in Grund ein Bergmann, der hatte von seinem Urgroßvater einen Tannenzapfen geerbt von lauter Silber; das Prachtstück hatten die Vorfahren einst vom Zwergkönige Hübich auf folgende Weise bekommen: einst war nämlich der erste Empfänger, ein armer Bergmann, sehr krank und konnte nun keine Nahrung verdienen für seine Frau und die sieben Kinder. Darüber härmte sich die Frau bei Tag und Nacht; weinend ging sie einst in den Wald, um wenigstens einige Tannenzapfen zu suchen. Da gesellte sich zu ihr ein Männlein und fragte mit zutraulicher Stimme, warum sie so bitter weine; das Männlein mit dem langen Barte tröstete die arme Frau und führte sie unter den Hübichenstein, wo gar viele und große Tannzapfen lagen. Der Korb der Frau war bald bis oben hin gefüllt und durch den freundlichen Zuspruch des teilnahmsvollen Zwerges getröstet ging die Frau wohlgemut nach Hause. Aber je näher sie ihrer Hütte kam, desto schwerer wurde ihr der Korb, und als sie den Korb daheim ausschüttete, da fielen lauter silberne Tannenzapfen heraus. Voll Schreck lief die Frau zum kranken Manne und fragte mit ängstlichem Zweifel, ob das mit rechten Dingen zugehe. Der Mann aber meinte, dass man so schöne Gaben wohl behalten dürfe und dass das Geschenk gewiß vom mitleidigen Hübich komme, der armen Leuten gern helfe.

Als nun am andern Morgen die glückliche Frau wieder hinaus eilte in den Tann, um sich beim Zwergkönige zu bedanken, da saß auch wirklich wieder das Männlein am Wege und hatte ein feines Kraut zwischen den Fingern und sprach: "nimm, gutes Weib, koche davon deinem Manne ein Süpplein, so wird er genesen". Die Frau konnte vor Tränen nicht reden und als sie sprechen wollte, war das Männlein verschwunden. Der Bergmann wurde gesund und reich; den einen Tannzapfen haben die Leute behalten und von Kind auf Kind vererbt, bis derselbe im 30jährigen Kriege verloren ging.


"König Hübich und der Förstersohn"

Auf dem Försterhofe wohnte zu gleicher Zeit ein Förster, der hatte einen einzigen Sohn, der war sehr gut, aber auch sehr lustig und vorwitzig, wenn es etwas zu wagen gab. Der ging eines Tages mit seinen Kameraden zum Hübichsteine und da galt‘s eine Wette, wer den zackigen Fels ersteigen könne. Der Förstersohn war flugs dabei und wie eine Geis klomm er zum äußersten Grad hinauf. Aber kaum stand er festen Fußes oben, so kam ein fürchterliches Ungewitter und ein grässlicher Sturm sauste um den Fels, also dass die Bäume im Tale zerbrachen und die Berge bebten. Der Jüngling wollte sich platt niederlegen und stracks hinabklimmen, aber die Füße waren ihm wahrhaftig in den Felsen gewachsen, waren Stein wie der Fels und eins mit dem Hübichenstein, so dass er nicht vor- und nicht rückwärts konnte und wie ein schwankendes Rohr vom Sturme hin und her gepeitscht und geschleudert wurde und aus allen Adern blutete.

Die anderen Burschen unten im Tale sahen das Unglück ihres Kameraden, liefen zurück nach Grund und berichteten das Wunder; auch der alte Vater hörte davon. Alles lief hinaus und bejammerte den Unglücklichen, der händeringend um Hilfe rief und kläglich hat, man möge ihn totschießen, denn er sterbe sonst hier oben eines tausendfachen Todes. Dem greisen Förster ging’s durch das Herz, er raufte sich das Haar aus, warf sich auf die Erde, kniete, betete, so dass die Leute den verzweifelnden Vater endlich gewaltsam vom Orte des Jammer nach Hause führten. Aber in seiner Wohnung hatte der unglückliche Mann noch weniger Ruhe; draußen stürmt’s und heult’s, als ob’s am jüngsten Tage wäre. Da sprang der Förster plötzlich auf, griff nach seinem besten Geschosse und sprach: "du erweisest deinem Kinde die größte Wohltat". – Fort stürzte der Alte in den brausenden Wald; da hörte auf einmal der Sturm auf und klarer Mondschein leuchtete in den dunkeln Forst hinein. Der Alte eilte fort zum Hübichenstein, weinte, fluchte, betete und bemerkte nicht, dass neben ihm ein Männlein trabte; "Glück auf!" sprach der Kleine, "so spät noch in das Holz? Warum weinet ihr und ist euer Herz so voll Angst?" – Da erzählte der Förster sein Wehe, wie der Satan seinen Sohn verführt habe, auf den Hübichenstein zu steigen, wie das arme Kind droben nun fest gewachsen eines jämmerlichen Todes sterben müsse und wie er nun seinem Kinde den schrecklichen Liebesdienst erweisen, es vom qualvollsten Tode erlösen und totschießen wolle. – Jetzt stand der Vater am verhängnisvollen Steine; - oben der jammernde Sohn erkannte den verzweifelnden Vater im Tale; -" Vater, schieß", - bat das unglückliche Kind, - und der Vater legte an auf das Herz seines Sohnes!

– Aber da sprangen auf einmal tausend kleine Männlein aus allen Spalten und Klüften, die zwickten und zwackten den Förster so lange, bis er sein Geschoß von sich warf und aus dem Forst lief. Sobald er fort war, da wurde es auf einmal lebendig und laut am Hübichenstein; allenthalben aus dem zackigen Gestein und Drusenlöchern marschierten heraus viel tausend kleine Männlein, ein jegliches einen eisernen Fäustel auf der Schulter und ein messingenes Grubenlicht in der Hand, voran einer, ganz alt, mit eisgrauem Barte und silbernem Lichte, dass wie die helle Sonne schien, und auf dem Haupte eine goldene Krone; das war der Zwergkönig Hübich. Die ganze Schar der Zwerge kletterte zum Hübichstein hinaus und oben sprach der Gnomenfürst zum Förstersohne: "Wie durftest du wagen, auf meinen Stein zu steigen! eigentlich solltest du hier umkommen; aber dein Vater dauert mich, sei erlöset". Darauf band ihn der Gnom los, und trug den todesmatten Jüngling säuberlich bis zum Fuße des Hübichensteins. Unten fasste ihn der Hübich bei der Hand und führte den Erretteten in sein Schloß, damit er sich erquicke. Da blitzten die Wände von edlen Stufen, die Decke war ein Stück Schwerspat, weiß wie Schnee, von der Decke hing ein Kronleuchter von Kristall und Edelstein; mitten in der Stube stand ein Tisch von Glas und daran ein Stuhl von Silber; alsbald schlug der Hübich mit einem silbernen Fäustel an den Tisch und zahllose Diener kamen und reichten liebliche Früchte auf güldenen Schalen und funkelnden Wein in silbernen Bechern. Endlich führte der Gnomenfürst seinen Gast zu einer großen Braupfanne aus Amethyst, die war schier gefüllt mit blanken Wildemannsgulden. Drauf sprach Hübich: "ich bin den Menschen nicht feindlich, aber man muß mich in Ruhe lassen; willst du mir einen Gefallen tun, so soll’s dein Schaden nicht sein; die Leute aus Grund schießen immer nach Falken, die oben auf meinem Steine sitzen; das kann ich nicht leiden, denn trifft’s den Stein, so bröckelt immer etwas ab und wenn der Hübichenstein kleiner und kleiner wird, so verliere ich endlich meine Krone; versprich mir, dass solches niemand mehr tue". Freudig sagte der Jägerbursch sein ehrliches "Ja", füllte seine Kappe mit blankem Gelde und kehrte eiligst zu seinem glücklichen Vater.


(*noch ein bissel Schleichwerbung betreiben tut* hehe wenn ihr Sagen, Legenden und Märchen mögt und i-wann mal in Bad Grund seit ein kleiner Tipp:
Das Märchental in Bad Grund

Das Märchental in Bad Grund ist romantisch mitten in der Natur gelegen und ist über den Park-
platz der Iberger Tropfsteinhöhle erreichbar. Jedes Märchenhaus und die Märchenfiguren
wurden in liebevoller Handarbeit über Jahrzehnte gebaut und geschnitzt.

Es erwarten Sie die Märchen Schneewittchen und die 7 Zwerge, Hänsel und Gretel, Rotkäppchen
und Dornröschen. Jedes Märchen wird Ihnen auf 5 Bühnenbildern dargestellt. In weiteren Häusern
werden Ihnen und Ihren Kindern Sagen und Brauchtum von Bad Grund gezeigt. ===> *summs* das hat übrigends mein Großvater gebaut und 30 Jahre lang berieben *hat da auch die ein oder andere Figur geschnitzt*)

*raushoppel*

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Beitragvon Wehwalt » Sa 16 Feb, 2008 14:00

Süß, Nyrociel. Hast Du die Sagen mit eigenen Worten nacherzählt oder aus einem Buch abgeschrieben?
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Krone
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Beitragvon Krone » Sa 16 Feb, 2008 20:08

Auch das mit den Elwetritschen? *gg*
"...Und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht!"

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Beitragvon Nyrociel Visalyar » Sa 16 Feb, 2008 20:50

Wehwalt hat geschrieben:Süß, Nyrociel. Hast Du die Sagen mit eigenen Worten nacherzählt oder aus einem Buch abgeschrieben?

weder noch...ich hab die Datein vom PC meines Opas "geklaut"