[GDW] - Gläserne Bibliothek -

Dark Lúthien
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[GDW] - Gläserne Bibliothek -

Beitragvon Dark Lúthien » Mo 29 Jan, 2007 17:17

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Nun,

Die gläserne Bibliothek beinhaltet alles Wissenswerte über Werwölfe

(und auch andere Geschöpfe der Nacht)

Bitte geht sorgfältig mit den Büchern und Schriftrollen um,

da es sich um unersetzbare Unikate handelt!


Bild

Was erlaubt ist:

Unsere Biliothek kann nur durch zunehmende Informationen wachsen,
deshalb bitte ich um eure Mithilfe an der Sammlung von Informationen.
Dh. dass es euch freisteht hier Informationen, Webseiten etc. einzufügen.
Sollten sie in irgendeiner Weise jedoch gegen irgendwelche Rechte verstoßen,
sieht sich die Bibliotheksableitung gezwungen,
den Post entfernen zu lassen.
Zwar denke ich nicht,
dass es soweit kommen wird,
jedoch müssen die Formalien eingehalten werden. :wink:


Zusammenfassend findet ihr hier:

Bild

Verschiedene Schriftrollen, Bücher und Aufzeichnungen zu Werwölfen allgemein,
berühmten Werwölfen, geschichtliche Ereignisse etc. und
anderen Wesen der Dunkelheit.



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Könnt ihr eure eigenen Einträge tätigen!

Diese sind wichtig und wir begrüßen jeden neuen Eintrag herzlich.

Also keine falsche Scheu und ran an die Federkiele.


[Wie ihr auf dem ersten Bild seht, sind die Bücher
markiert
und ich bitte darum,
wenn ihr Informationen hier in einem Beitrag kopiert,
immer (!) die Quell-Seite anzugeben.]



      Bild

      # Schriftrolle: Lykanthropie
      # Schriftrolle: Bestie vom Gévaudan
      # Schriftrolle: Gedicht - Der Werwolf von Christian Morgenstern
      # Schriftrolle: Der Fenriswolf
      # Schriftrolle: Remus Lupin
      # Schriftrolle: Fenrir Greyback
      # Schriftrolle: Eine dämonische Metamorphose
      # Schriftrolle: Werwolf
      # Schriftrolle: Werwölfe [Wikipedia]
      # Schriftrolle: Wendigo
      # Schriftrolle: Geri und Freki
      # Schriftrolle: Odin
      # Schriftrolle: Walhalla
Zuletzt geändert von Dark Lúthien am So 27 Mai, 2007 18:08, insgesamt 8-mal geändert.

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Beitragvon Dark Lúthien » Mo 29 Jan, 2007 17:44

#Schriftrolle:

Lykanthropie

Die Verwandelung eines Menschen in einen Wolf.


Gern unterstellte man der Zauberei verdächtigten Hexen, sie hätten sich in einen Wolf verwandelt um in dessen Gestalt das Vieh anzufallen und sogar Kinder zu reißen.

Verbreitet sind Geschichten die von einem Wolf berichten, der bei der Jagd verletzt wurde, beispielsweise an der Pfote. Stellte man am nächsten Tag bei einem Menschen eine Verletzung der Hand fest, war der es, der nachts als Werwolf sein Unwesen trieb. Getötet werden konnte dieses Untier nur mit einer speziell geweihten silbernen Kugel.

Die Vorstellung von der Lykanthropie geht womöglich auf ältere Kulte zurück, die dem Wolf eine Verbindung zum Totenreich zuschrieben und ihn als Tier der Großen Mutter sahen, denen diese Aasfresser ihre Kinder zurückbrachten. Den nährenden Charakter im Wolf zeigt z.B. der Mythos von Romulus und Remus, die Gründer Roms, die von einer Wölfin ernährt wurden.
Bei Vergil heißt der erste Werwolf Moiris. Er war Gattin der Schicksalsgöttinnen-Dreiheit Moira, die ihn magische Künste lehrte, etwa die Nekromantie zu Erweckung von Toten.

Ihren Namen hat die Lykanthropie vom griechischen Apollo Lycaeus, dem Gatten der Wolfsgöttin Artemis. Sein Heiligtum war das Lycaeum, der Wolfs-Tempel, in dessen Vorhalle auch Sokrates lehrte.

Die Bedeutung des Wolfes für die Germanen belegen die zahlreichen Namen mit Wolf-, -wulf oder Wulf-. Es ist dies wohl Ausdruck eines Ahnenkultes, wobei der Stammbaum bis auf Wolfmenschen zurückgeführt wird. Im Rudel der dämonischen Wölfe, diesen etwas unheimlichen nächtens heulenden Wesen, lebten demnach die Totengeister.


1521 wurden zu Besançon Pierre Bourgot und Michel Verdun hingerichtet. Man hatte ihnen vorgeworfen sich in Werwölfe verwandelt zu haben. (SCHRÖDTER, 117)

Quelle: http://www.sungaya.de/schwarz/allmende/ ... hropie.htm



#Schriftrolle:

Bestie vom Gévaudan

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Eine der vielen „Vorstellungen“ vom Aussehen der „Bestie“


Als Bestie vom Gévaudan (frz. La bête du Gévaudan) bezeichnet man den bis heute nicht bekannten Verursacher einer Serie von mörderischen Überfällen mit rund 100 Opfern, die sich von 1764 bis 1767 in Frankreich, in der Gegend des Gévaudan, einer einsamen Gegend der Auvergne (heutige Départements Lozère und Haute-Loire) ereignete.



Inhaltsverzeichnis

1 Wahrheit oder Legende
1.1 Überblick
1.2 Die handelnden Personen
1.3 Die ersten Überfälle
1.4 Der Bischof aus Mende erklärt dem Volk die Hintergründe
1.5 Die Jäger
1.6 Kopfgeld auf die Bestie
1.7 Das Tier wird erstmals erlegt
1.8 Das Morden geht weiter
1.9 Der zweite Tod des Monsters
1.10 Auszüge aus dem Marin-Bericht
1.11 Abschluss
2 Kinofilm
2.1 Kommentare zum Film
3 Fernsehverfilmung
3.1 Kommentar zur Verfilmung
4 Siehe auch
5 Literatur
6 Webseiten



Wahrheit oder Legende

Die Geschichte der Bestie vom Gévaudan ist kein Mythos, sondern beruht auf nachweisbaren Tatsachen. Mehrere zeitgenössische Dokumente erlauben es, die rätselhaften Ereignisse weitgehend nachzuvollziehen. Dies sind insbesondere:

Die Pfarrregister aller Pfarreien, in denen die Bestie wütete, und in denen die Namen der etwa 100 Opfer verzeichnet sind
der Briefverkehr zwischen den Polizeiverantwortlichen der Auvergne in Clermont und des Languedoc in Montpellier mit ihren örtlichen Vertretern im Gévaudan
zahlreiche Berichte über die vom König befohlenen Treibjagden
zeitgenössische Zeitungsartikel und Zeichnungen.

Überblick

Die ersten Berichte, die von einem „Tier“ berichten, das im zentral-südfranzösischen Gévaudan Menschen angefallen und einige von ihnen getötet hatte, gehen auf das Jahr 1764 zurück.


Die handelnden Personen

Der Bischof: Seine Exzellenz Gabriel Florent de Choiseul Beaupré, Bischof von Mende.
Die Wolfsjäger des Königs:
Die Herren Denneval, Vater und Sohn.
Herr Antoine: Monsieur François Antoine, königlicher Armbrustträger, großer Wolfsjäger des Königtums, Ritter des Ordens des Heiligen Ludwig;
sein Sohn Antoine von Beauterne.
Der Naturwissenschaftler: Monsieur Georges Louis Leclerc, Comte (Graf) de Buffon, Konservator des Botanischen Gartens von Paris, Mitglied des Institut.
Der Marquis: Messire Jean Joseph de Chateauneuf-Randon, Marquis d’Apcher, Baron de la Garde, de Thoras, Cénaretet de La Clause, Seigneur de la Besque, de Verdun, de la Clavière, Colonel de la Gendarmerie Royale, Maréchal de Camp du Roy (des Königs) et Chevalier (Ritter) de l’Ordre de Saint Louis.
Die Familie Chastel: Vater Jean, genannt „Die Maske“ und seine Söhne Pierre und Antoine Chastel.

Die ersten Überfälle

Die Bestie vom Gévaudan überfällt eine FrauDer erste, behördlich registrierte Überfall fand am 30. Juni 1764 statt. Die vierzehnjährige Jeanne Boulet aus der Pfarrei Saint Etienne de Lugdarès wurde grausam entstellt tot aufgefunden. Nach diesem ersten Überfall suchte das Monstrum weitere Kinder, Heranwachsende und Frauen heim, die grauenhaft verletzt aufgefunden wurden. Allerdings gibt es Dokumente, die belegen, dass einige Fälle schwerer Verletzungen, die bereits vor dem ersten registrierten Fall stattfanden, möglicherweise ebenfalls von dem „Tier“ verursacht worden waren.

Danach verlagerten sich die Geschehnisse in die Umgebung des Mercoire-Waldes südlich Langognes. Dort wurden im August in Masméjean ein 15-jähriges Mädchen und kurz danach ein Junge aus Cheylard l’Eveque zerrissen. Im September starben eine 36-jährige Frau, ein Junge und ein kleines Mädchen. Anschließend verlagerte sich das Tätigkeitsfeld der Bestie erneut, dieses Mal in nord-westlicher Richtung. Bis Ende 1764 geschahen weitere Mordtaten, die Opfer waren wieder nur Frauen und Kinder.


Der Bischof aus Mende erklärt dem Volk die Hintergründe

Nachdem Gerüchte aufgekommen waren, schaltete sich der Bischof von Mende ein. Monseigneur Gabriel-Florent de Choiseul Beaupré ließ in seiner Diözese ein Hirtenschreiben verlesen, das die Ursache der Plage erklären sollte. Gottes Zorn sei über die Menschen gekommen:

„Die Gerechtigkeit Gottes, sagt der heilige Augustinus, kann nicht hinnehmen, dass die Unschuld unglücklich ist. Die Strafe, die er verhängt, setzt immer eine Verfehlung dessen voraus, der sie sich zugezogen hat. Aus diesem Prinzip heraus wird es für euch einfach sein, zu verstehen, dass euer Unglück nur aus euren Sünden entstanden sein kann.“

Der Bischof zitiert sogar aus dem Buch Deuteronomium 32, 24:

„Den Zahn der Raubtiere lasse ich auf sie los“

und für die besonders „Ungehorsamen“ aus Leviticus:

„… werde ich noch weitere Schläge über euch kommen lassen.“

Die Bauern der Umgebung konnten sich der Bestie kaum erwehren. Wegen des Aufstands der Camisards hatte der König alle Schusswaffen sowie lange Hieb- und Stichwaffen einziehen lassen. Daher befestigten die Bauern der Gegend ihre Taschenmesser an langen Holzstangen, um sich überhaupt verteidigen zu können.


Die Jäger

Jäger der Bestie vom GévaudanNach einer Reihe von Vorfällen, von denen sogar der Königshof erfahren hatte, stationierte König Ludwig XV. eine 57-köpfige Dragonereinheit unter dem Befehl von Capitaine Duhamel in der Region mit dem Auftrag, das Tier aufzustöbern und zu töten. Daraus ergab sich für den König auch die Möglichkeit, den Kampf der Jesuiten gegen die Hugenotten, die sich in die bergigen Gegenden geflüchtet hatten, unauffällig zu unterstützen. Die königlichen Befürchtungen, die Hugenotten könnten sich bewaffnen, konnten so zerstreut werden.

Drei Gruppen beteiligten sich an den Jagden:

Vom September 1764 bis April 1765 war Capitaine Duhamel mit seinen Dragonern in Saint-Chély-d’Apcher stationiert.
Im ersten Halbjahr 1765 ließen sich die bekannten normannischen Wolfjäger Denneval, Vater und Sohn, in Malzieu nieder. Die beiden hatten bereits über 1.200 Wölfe geschossen.
Im Sommer 1765 logierte François Antoine, der königliche Armbrustträger und Zweiter Jäger des Königs im Schloss Besset. Monsieur Antoine führte einige Dutzend Hunde mit sich sowie 14 Jagdhüter mit vier großen Hunden, die bereits einige Wölfe getötet hatten.
Am 16. August beschuldigten zwei königlich vereidigte Wildhüter die beiden Brüder Chastel, sie in ein Schlammloch geführt zu haben, wo sie angeblich fast den Tod gefunden hatten; die beiden Chastel hätten daneben gestanden und nichts unternommen. Sie wurden Ende August verhaftet. Erstaunlicherweise blieb das Biest während der Haftzeit der beiden untätig. Doch die Inhaftierten kamen bereits nach 12 Tagen frei. Da sie in den Diensten von Madame d’Apcher de Chateauneuf standen, ist anzunehmen, dass „höhere“ Einflussnahmen dies bewirkten.

Bei der größten Treibjagd im Februar 1765 waren über 20.000 Personen beteiligt. Jedoch fanden auch während dieser Treibjagden weitere tödlich verlaufende Überfälle außerhalb des bejagten Gebietes statt.


Kopfgeld auf die Bestie

Schließlich wurden über 9.000 Livres für die Ergreifung der Bestie ausgelobt. Der König steuerte 6.000 davon bei, der Bischof 1.000. Die Belohnung war für die damalige Zeit beträchtlich, sie entsprach etwa dem Wert von 100 Pferden.


Das Tier wird erstmals erlegt

Im September 1765 schoss der persönlich Beauftragte des Königs einen stattlichen Wolf. Antoine wollte wegen des Kopfgeldes sicher sein, auch die richtige Bestie erlegt zu haben. Er wartete daher einige Wochen, ob sich weitere Taten ereigneten. Als nichts geschah, reiste er ab, um sich in Paris feiern und belohnen zu lassen.


Das Morden geht weiter

Am Südhang des Mouchet-Berges wurden am 2. Dezember 1765 erneut zwei Kinder angefallen. Da aber die Belohnung bereits ausgezahlt war, leugneten die Behörden die Geschehnisse. Was in den folgenden Monaten in der Gegend geschah, ist nur unzureichend dokumentiert, da die Jäger und Chronisten bereits abgereist waren. Jedenfalls fanden zahlreiche Pilgerzüge zur Kirche am Fuß des Chauvet-Berges statt. Als Waffe gegen übernatürliche Wesen ließ ein gewisser Jean Chastel de la Besseyre Saint Mary in der Kirche seine Kugeln segnen.


Der zweite Tod des Monsters

Der junge Marquis d’Apcher hatte ebenfalls Probleme mit den Unruhen in der Bevölkerung. Er veranstaltete daher regelmäßige Jagden mit seinen Bauern und Pächtern. Am 19. Juni 1767, „um 10 Uhr 15“ erlegte Jean Chastel ein riesiges Tier.

Der königliche Notar aus Langeac (Haute-Loire), Maître Marin, beschreibt die getötete Kreatur wie folgt: „Länge: 1,50 m; Schulterhöhe 0,77 m; Maulspannweite 19 cm.“


Auszüge aus dem Marin-Bericht

Erlegung der Bestie vom GévaudanDer 1958 in den Archives Nationales wiederentdeckte Rapport Marin (Bündel F 10-476, Sammlung: Landwirtschaft: Zerstörung schädlicher Tiere) wurde am 20. Juni 1767 von Notar Roch Etienne Marin im Schloss von Besques gefertigt:

„(…) Herr Marquis hatte dieses Tier in sein Schloss in Besques, Pfarrei Charraix tragen lassen. So haben wir uns entschlossen, uns dorthin zu begeben, um es dort zu untersuchen. (…) Herr Marquis ließ uns dieses Tier vorführen. Es schien ein Wolf zu sein, doch ein sehr außergewöhnlicher und sehr verschieden von den anderen Wölfen dieser Gegend. Das haben uns mehr als 300 Personen, aus der Umgegend bezeugt. Einige Jäger und viele Fachleute haben ausgesagt, dass dieses Tier nur durch den Schwanz und dem Hinterteil dem Wolf ähnelt. Sein Kopf ist ungeheuerlich. (…) Sein Hals ist bedeckt von einem sehr dichten Fell von einem rötlichen Grau, durchzogen von einigen schwarzen Streifen; es hat auf der Brust einen großen weißen Fleck in Form eines Herzens. Die Pfoten sind bestückt mit vier Krallen, die viel mächtiger sind als die anderer Wölfe; besonders die Vorderbeine sind sehr dick und haben die Farbe des Rehbocks, eine Farbe, die Fachleute noch nie bei einem Wolf sehen konnten. Die Maße, die wir feststellen konnten: Länge Schwanzwurzel bis zum Kopfoberteil: 99 cm, (…) Schulterbreite:30 cm, Durchmesser des Schwanzes: 9,5 cm (…).“

Es folgt eine längere Aufzählung der weiteren Körpermaße sowie eine genaue Beschreibung des Gebisses, weiterhin eine Liste mit 26 Namen von Personen, die eine Konfrontation mit dem Tier überlebt hatten und so bezeugen konnten, dass es wirklich die gesuchte Bestie war.


Abschluss

Da der verwesende Körper nicht nach Paris mitgenommen werden konnte, begnügte sich Chastel mit einer abgeschnittenen Pfote. Der französische Naturforscher Buffon (Georges Louis Leclerc, Graf von Buffon) zeigte sich allerdings wenig beeindruckt.

Aus heutiger Sicht wäre denkbar, dass die Bestie vom Gévaudan eine Kreuzung zwischen Hund und Wolf gewesen war. Ob sich jemand dieses Tieres als Angriffswaffe bediente, ob Chastel mit dem Biest in Verbindung zu bringen ist oder ob andere im Schatten der Ereignisse Verbrechen begingen, konnte bis heute nicht geklärt werden.


Kinofilm

Eine andere Vorstellung von der Geschichte der Bestie vom Gévaudan wurde als Pakt der Wölfe (franz. Le Pacte des loups) mit Samuel Le Bihan, Monica Bellucci und Vincent Cassel in den Hauptrollen verfilmt.

Im Frühjahr 2000 begann der französische Regisseur Christophe Gans in Esparros im französischen Departement Hautes-Pyrénées mit den Dreharbeiten zu diesem groß angelegten Film (30.000.000 Euro), der die Ereignisse im Gévaudan zum Thema hat. Gans, der Mitautor des Drehbuches, hatte sich intensiv mit den alten Dokumenten befasst. In der Rahmengeschichte schreibt der alte Marquis d'Apcher an seinen Memoiren, die dann in die eigentliche Handlung des Filmes hinüberführt, die sich zum Teil an den wahren Geschehnissen orientiert. Die einzige frei erfundene Figur im Film ist der Indianer Mani (dargestellt von Mark Dacascos), der Wegbegleiter des Protagonisten. Es gelingt Gans auf spektakuläre Weise, die rätselhaften Entwicklungen aufzuschlüsseln und die möglichen Hintergründe der Affäre zu beleuchten. Auch das Biest wird überzeugend präsentiert. Der Film lief im Januar 2001 in Frankreich an.


Kommentare zum Film

Roger Ebert:

„Der Film begreift Quasi-Werwölfe, Französische Aristokraten, Geheimgesellschaften, Irokesen-Indianer, Kampfarten, okkulte Zeremonien, heilige Pilze, Prahlhänse, inzestuöses Verlangen, politische Unterwanderung, tierische Geister, blutige Schlachtszenen, und Bordelle,“
„(…) The one thing you don’t want to do is take this movie seriously. (…) Its heart is in the horror-monster-sex-fantasy-special effects tradition.“
(Das einzige, was man nicht tun sollte, ist diesen Film ernst zu nehmen. Seine Wurzeln liegen in traditionellen Monster-Sex-Fantasy-Filmen mit Spezialeffekten.)


Fernsehverfilmung

Eine weitere Verfilmung des Stoffes erfolgte unter dem Titel „Die Bestie der alten Berge“ (La bête du Gévaudan) als Fernsehfilm, Frankreich 2003, mit einer Erstausstrahlung bei ARTE am 7. Januar 2005. Regie: Patrick Volson mit Sagamore Stévenin (Pierre Rampal), Léa Bosco (Françounette), Jean-François Stévenin (Jean Chastel), Guillaume Gallienne (Abbé Pourcher), Vincent Winterhalter (Comte de Morangie) und Louise Szpindel (Judith).



Kommentar zur Verfilmung

Zitat von der ARTE-Homepage:

„Die neue Verfilmung der in Frankreich sprichwörtlich bekannten Legende der Bestie vom Gévaudan besticht durch ihre überraschenden Wendungen und wirft zudem die Frage auf, wie viel Wahrheit in jeder Sage steckt. Mit einer brillanten Fotografie, prächtigen Kostümen und Kulissen sowie packenden Aktionsszenen verführt sie in ferne Zeiten und beeindruckt durch Schauspielleistungen wie dem erstmalig gemeinsamen Auftritt von Vater und Sohn Stévenin.“
„Ein schauspielerisches Glanzstück liefert Jean-François Stévenin in „Die Bestie der alten Berge“. Facettenreich moduliert er seine Rolle des verleumdeten Jean Chastel vom abgeklärten Außenseiter zu einem Mann, der nach dem Tod seiner Frau den Verstand verliert.“


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bestie_vom_G%C3%A9vaudan
Zuletzt geändert von Dark Lúthien am Mi 31 Jan, 2007 17:51, insgesamt 1-mal geändert.

Antike Runen
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Beitragvon Antike Runen » Mo 29 Jan, 2007 18:12

Beeindruckende Bibliothek, auch wenn sie noch im Aufbau ist.
Jedenfalls ein spannendes Projekt, zu dem ich hier einen kleinen Beitrag leisten möchte, auch auf die Gefahr hin, daß dies vielleicht nicht ganz in eure Bibliothek passt....

Es geschah nämlich, daß ich vor nicht langer Zeit hier im Forum getadelt wurde, weil mir das Gedicht "Der Werwolf" von Christian Morgenstern nicht bekannt war.
Nun, ich habe diese Lücke natürlich gefüllt, und es nachgeschlagen. Man möge mir verzeihen, wenn es bereits allen bekannt, ich setze es hier trotzdem noch einmal ein:

Der Werwolf
(Christian Morgenstern - Das Original)

Ein Werwolf eines Nachts entwich
von Weib und Kind und sich begab
an eines Dorfschullehrers Grab
und bat ihn: "Bitte, beuge mich!"

Der Dorfschulmeister stieg hinauf
auf seines Blechschilds Messingknauf
und sprach zum Wolf, der seine Pfoten
geduldig kreuzte vor dem Toten:

"Der Werwolf" - sprach der gute Mann,
"des Weswolfs, Genitiv sodann,
dem Wemwolf, Dativ, wie man's nennt,
den Wenwolf, - damit hat's ein End'."

Dem Werwolf schmeichelten die Fälle,
er rollte seine Augenbälle.
"Indessen", bat er, "füge doch
zur Einzahl auch die Mehrzahl noch!"

Der Dorfschulmeister aber musste
gestehn, dass er von ihr nichts wusste.
Zwar Wölfe gäb's in großer Schar,
doch "Wer" gäb's nur im Singular.

Der Wolf erhob sich tränenblind -
er hatte ja doch Weib und Kind!!
Doch da er kein Gelehrter eben,
so schied er dankend und ergeben.



Ein Gedicht, das, wie ich zugeben muß, wohl weniger für Werwölfe interessant ist, da es in der Hauptsache mit der Deutschen Sprache spielt.
Nun, wer mich kennt, wird vielleicht auch von meiner besonderen Leidenschaft für Sprachen wissen. Und so komme ich nicht umhin, hier meine Bewunderung dafür auszudrücken, daß ich von diesem Gedicht gleich mehrere Übersetzungen gefunden habe, was mir doch einiges an Respekt abnötigt.

Hier also die englische Fassung von Alexander Gross:

The Werewolf

A Werewolf, troubled by his name,
Left wife and brood one night and came
To a hidden graveyard to enlist
The aid of a long-dead philologist.

"Oh sage, wake up, please don't berate me,"
He howled sadly, "Just conjugate me."
The seer arose a bit unsteady
Yawned twice, wheezed once, and then was ready.

"Well, 'Werewolf' is your plural past,
While 'Waswolf' is singularly cast:
There's 'Amwolf' too, the present tense,
And 'Iswolf,' 'Arewolf' in this same sense."

"I know that--I'm no mental cripple--
The future form and participle
Are what I crave," the beast replied.
The scholar paused--again he tried:

"A 'Will-be-wolf?' It's just too long:
'Shall-be-wolf?' 'Has-been-wolf?' Utterly wrong!
Such words are wounds beyond all suture--
I'm sorry, but you have no future."

The Werewolf knew better--his sons still slept
At home, and homewards now he crept,
Happy, humble, without apology
For such folly of philology.



und die Französische von R. Platteau:

Le loup-garou

Un loup-garou, une certaine nuit,
Laissa sa moitié et puis se rendit
Auprès de la tombe d'un maître d'école
Et lui dit, " sur moi dis tout, c'est ton rôle ! "

Le digne fantôme au regard sévère
Monta de la tombe tandis que le loup
S'assit sagement sur son petit derrière,
Et le maître annonça d'un ton bien doux :

" - On peut à ton sujet puisque nous y sommes
Se demander encor bien des choses en somme.
Loup-garoù ? mais avant
Il faut se dire : loup-garquand ?
Loup-garcomment ? et puis
Bien évidemment loup-garqui ? "

Toutes ces questions semblèrent au loup bien absconses,
Car en fait ce qu'il voulait c'était les réponses.

" - Point de réponses, dit le puits de savoir,
Etre imaginaire, nul ne peut te voir ! "

A ces mots l'animal éclata tout en larmes.
" - Oh!, même les baisers de ma douce moitié
Ne pourrons plus me faire me sentir tout entier.
Rester un loup-garou est un sort qui m'alarme.

Mais comme le loup était bien poli
Il remercia et puis repartit.


Diese, sowie
- eine weitere englische Annäherung mit einer Banshee statt des Wewolfs
- einer spanischen Übersetzung
- einer Übertragung ins Schwedische und sogar
- einer Fassung in Esperanto


finden sich hier: http://www.christian-morgenstern.de/dcm ... er_Werwolf

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Beitragvon Dark Lúthien » Mo 29 Jan, 2007 19:25

Antike Runen, sehr schön! Das passt perfekt in diese Bibliothek, da sie nicht nur alltägliches Wissen über Werwölfe beinhalten soll, sondern auch Lyriken der "heutigen" Zeit. Und es ist auch äußerst interessant den "Inhalt" der verschiedenen Sprachen zu sehen.. (Leider bin ich der französischen Sprache nicht mächtig ^^") Und, wenn ich ehrlich bin, kannte ich das Gedicht auch noch nicht.. Man lernt nie aus..


# Schriftrolle:

Der Fenriswolf

Fenris war in der germanischen Mythologie der allesverschlingende Wolf.


Er war der Sohn des germanischen Feuergottes Loki und der Reifriesin Angrboda ("Unheilsbringerin"). Die Schlange Jörmungand und der Hel waren ebenfalls Kinder von Angrboda. Als die Götter von dieser "Brut" erfuhren, und durch Weissagung erkannten, dass ihnen von diesen Geschwistern Verrat und großes Unheil bevorstehe, weil sie Böses von Seiten der Mutter, aber noch Schlimmeres von Seiten des Vaters von ihnen erwarten zu müssen glaubten, ließ Odin ihre Kinder nach Asgard entführen.

Odin - der Göttervater - verbannte Hel in die Unterwelt und schleuderte Jörmungand in den Ozean, wo die Schlange durch das Eis brach und in die Tiefe sank. Nur bei Fenris war sich Odin unsicher und so ließ er zunächst die Götter auf ihn aufpassen.

Den Fenriswolf erzogen die Götter in ihrem Reich. Er war jedoch so wild, dass sich nur der Kriegsgott Tyr traute, ihn zu füttern. Doch dann warnten die Schicksalgöttinnen Odin vor dem Fenriswolf.

Laut Prophezeiung sollte "ein Zeitalter der Axt, des Schwertes, des Windes und schließlich des Wolfes kommen, bevor dann die Welt vollständig zerstört würde." - die Götterdämmerung. Sie kündigte sich durch einen furchtbaren, dreijährigen Winter an. In ihr sollte die letzte Schlacht stattfinden. Ein Kampf zwischen den Göttern und den glorreich gefallenen Helden, die ihren Platz in Walhall fanden, gegen die ruhmlos Gestorbenen aus der germanischen Unterwelt Hel, die zusammen mit dem Feuergott Loki (Vater des Fenris), den Eisriesen, dem Fenriswolf und dem Seeungeheuer Jormungand kämpfen.

Die Schicksalsgöttinen prophezeiten Odins Tod durch den Fenriswolf während der Götterdämmerung.

Odin beschloss den Fenriswolf zu bändigen. Zu diesem Zweck wurde eine sehr starke Kette gefertigt, die sie Läding nannten. Die brachte man zum Wolf und bat ihn, seine Kraft an der Kette zu versuchen. Der Wolf hielt das Band nicht für überstark und hieß sie damit machen, was sie wollten. Aber das erste mal, als der Wolf sich streckte, brach das Band, und er war frei von Läding.

Darauf machten die Asen noch eine andere noch halbmal stärkere Fessel, die sie Droma nannten. Sie baten den Wolf, auch diese Kette zu versuchen, und sagten, er würde seiner Kraft wegen sehr berühmt werden, wenn ein so starkes Geschmeide ihn nicht halten könne. Der Wolf bedachte, dass dieses Band viel stärker sei, dass aber auch seine Kraft gewachsen, seit er das Band Läding gebrochen hatte; zugleich erwog er, dass er sich entschließen müsse, einige Gefahr zu bestehen, wenn er berühmt werden wolle.
Er lies sich also das Band anlegen. Als die Asen damit fertig waren, schüttelte sich der Wolf und reckte sich und schlug das Band auf den Boden, das die Stücke weit davonflogen. So brach er sich los von Droma. Das wurde hernach sprichwörtlich, sich aus Läding lösen oder aus Droma befreien, wenn von einer schwierigen Sache die Rede ist. Danach fürchteten die Asen, dass sie den Wolf nicht mehr würden binden können.

Da ließ Odin von Zwergen eine magische Fessel fertigen. Sie bestand aus sechs Zutaten:
aus dem Schall des Katzentritts, dem Bart der Weiber, den Wurzeln der Berge, den Sehnen der Bären, der Stimme der Fische und dem Speichel der Vögel. Das Band war schlicht und weich beschaffen wie ein Seidenband.

Die Asen riefen den Wolf herbei, zeigten ihm das Seidenband und baten ihn, es zu zerreißen. Sie sagten, es wäre wohl etwas stärker, als es nach der Dicke das Aussehen habe. Sie gaben es einer dem Anderen und versuchten ihre Stärke daran, allein es riß nicht. Doch sagten sie, der Wolf werde es wohl zerreißen mögen. Der Wolf antwortete: Um dieses Band dünkt es mich so, als wenn ich wenig Ehre damit einlegen würde, wenn ich auch eine so schwache Fessel entzweireiße; falls es aber mit List und Betrug gemacht ist, obgleich es so schwach scheint, so kommt es nicht an meine Füße.

Da sagten die Asen, er möge leicht ein dünnes Seidenband zerreißen, da er zuvor die schweren Eisenfesseln zerbrochen habe. Wenn du aber dieses Band nicht zerreißen kannst, so haben die Götter sich nicht vor dir zu fürchten, und wir werden dich dann lösen. Der Wolf antwortete: Wenn ihr mich so fest bindet, dass ich mich selbst nicht lösen kann, so spottet ihr mein, und es wird mir spät werden, Hilfe von euch zu erlangen: darum bin ich nicht gesonnen, mir dies Band anlegen zu lassen. Eh ihr mich aber der Feigheit zeiht, so lege einer von euch seine Hand in meinen Mund zum Unterpfand, dass es hier ohne Falsch hergeht. Da sah ein Ase den anderen an, die Gefahr schien sie doppelt groß, und keiner wollte seine Hand herleihen, bis Tyr zuletzt seine Rechte darbot und sie dem Wolfe in den Mund legte.

Als er merkte, dass die magische Kette um seinen Hals nicht mehr zu lösen war, biss er Tyr die Hand ab. Daraufhin wurde er an einen Felsen gebunden. Der Wolf riss wütend sein Maul auf und wollte nach ihnen schnappen. Da steckten sie ihm ein Schwert in das Maul. Es hielt sein Maul offen, damit er nicht mehr zubeißen konnte. Der Fenris-Wolf heulte entsetzlich, und Geifer lief aus seinem Maul und wurde zum Fluß Wan.

Als der Fenriswolf zur Götterdämmerung (Ragnarök) freikam, öffnete er sein riesiges Maul so weit, dass sein Unterkiefer den Boden berührte und der Oberkiefer bis zum Himmel reichte. Odin wurde von ihm verschlungen.

Quelle:http://home.arcor.de/joergel01/werwolf/werlegende.html

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Beitragvon Dark Lúthien » Di 30 Jan, 2007 19:28

# Schriftrolle: !!Spoiler-Gefahr [Informationen über die Bücher 3, 5 und 6]!!

Remus Lupin


Remus John Lupin war in Harry Potters drittem Schuljahr Lehrer für "Verteidigung gegen die dunklen Künste" in Hogwarts. Während seiner Zeit als Hogwarts-Schüler war er mit James Potter, Sirius Black und Peter Pettigrew befreundet.

Remus Lupin, der am 10. März Geburtstag hat, ist ein Werwolf. Als er von einem Werwolf (Fenrir Greyback) gebissen wurde, war er noch ein kleiner Junge. Seine Eltern glaubten lange Zeit nicht, ihn je nach Hogwarts schicken zu können. Doch als Albus Dumbledore Schulleiter wurde, ließ er Vorkehrungen treffen, um den Jungen aufzunehmen. Er ließ in Hogsmeade in der Heulenden Hütte entsprechende Vorrichtungen erschaffen, sodass sich Remus einmal im Monat für seine Verwandlungen hierhin zurückziehen konnte. Die Hütte war mit den Ländereien von Hogwarts durch einen Geheimgang verbunden, dessen Eingang durch die Peitschende Weide gesichert wurde.

Seinen Freunden erzählte Remus zunächst nichts über sein Leben als Werwolf. Doch als sie es herausfanden, wurden sie Animagi, um ihm während seiner nächtlichen Verwandlungen Gesellschaft leisten zu können. Gemeinsam verfassten sie die Karte des Rumtreibers. Lupin erhielt dabei den Spitznamen "Moony".

Als Werwolf hat es Lupin äußerst schwer, in der Zaubererwelt Arbeit zu finden und hat daher nur wenig Geld. Dumbledore konnte ihn nur trotz großer Widerstände von Severus Snape als Lehrer einstellen. Kurz bevor Lupin seine Stelle in Hogwarts antrat, brach sein alter Freund Sirius Black aus Askaban aus. Snape fürchtete, Lupin könne Sirius beim Eindringen in Hogwarts unterstützen. Dennoch braute er jeden Monat - auf Wunsch Dumbledores hin - den Wolfsbanntrank für ihn, so dass er keine Gefahr für die Schüler darstellte. Am Ende des Schuljahres verriet Snape den Slytherins Lupins Geheimnis. Daraufhin kündigte Lupin.

Heute ist Lupin Mitglied im Orden des Phönix.


Lupins Werdegang in den Büchern

Remus Lupin tritt zum ersten Mal im dritten Band „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ in Erscheinung, als Harry, Ron und Hermine auf der Zugfahrt nach Hogwarts in dem Abteil des schlafenden Lupin, dem neuen Lehrer, Platz nehmen. Als ein Dementor den Hogwarts-Express nach Sirius Black durchsucht, schlägt ihn Remus Lupin mit einem Patronus-Zauber in die Flucht.

Nach der ersten Stunde in "Verteidigung gegen die dunklen Künste", in der Professor Lupin als erstes einen Irrwicht in die Klasse bringt und ihnen zeigt, wie sie ihn bekämpfen können. Im Verlauf bittet Harry Professor Lupin um Hilfe gegen die Dementoren. Lupin unterrichtet Harry und lehrt ihn den Patronus-Zauber. Harry erfährt, dass Lupin ein Jugendfreund seines Vaters und von Sirius war.

Als es in der heulenden Hütte zum Treffen von Harry, Ron Hermine und Sirius Black kommt, ist auch Remus Lupin zur Stelle und will Sirius Black fassen. Als sich die Unschuld von Sirius Black heraus stellt, hilft er ihm im Kampf gegen Severus Snape, der Sirius den Dementoren übergeben will.

Danach tritt Lupin erst wieder im fünften Band „Harry Potter und der Orden des Phönix“ in Erscheinung, da er "Orden des Phönix" unterstützt.

Im sechsten Schuljahr fällt Harry auf, dass sich Tonks' Patronus geändert hat, dass sie traurig und fahrig wirkt und anscheinend ihre Metamorphmagus-Fähigkeit, ihr Aussehen zu verändern, verloren hat. Da nun ihr Patronus eine seltsame Ähnlichkeit mit einem Hund hat, vermutet Harry, dass sie womöglich in Sirius Black verliebt gewesen sei und nun über dessen Tod trauert. In Wirklichkeit jedoch ist es Remus, dem sie ihr Herz geschenkt hat. Dieser will sie jedoch aufgrund seiner gefährlichen Lage und Aufgabe (er lebt im Auftrag des Phönixordens nun bei den Werwölfen), seiner Armut und seines auch in Friedenszeiten schweren Werwolf-Lebens nicht an sich binden.

In diesem sechsten Band „Harry Potter und der Halbblutprinz“ nimmt Lupin immer mehr Sirius' Rolle im Leben von Harry ein und wird immer mehr zum väterlichen Freund für ihn. Remus gesteht sich schließlich auch die Liebe zu Nymphadora Tonks ein und ist beim Kampf gegen die Todesser in Hogwarts beteiligt.

Quelle: http://maennerseiten.de/harry_potter/wi ... emus_Lupin



# Schriftrolle: !!Spoiler-Gefahr [Informationen über die Bücher 3, 5 und 6]!!

Fenrir Greyback


Fenrir Greyback ist der Anführer der Werwölfe die derzeit in Großbritannien leben. Er ist brutal und skrupellos. Mit Vorliebe beißt er Kinder, weil er der Meinung ist "dass man sie beißen muss, wenn sie klein sind, damit sie die Menschheit hassen und später auf Raubzüge gehen können".

Er ist auch der Werwolf der Remus Lupin gebissen hat, als dieser 5 Jahre alt war, er ist es außerdem derjenige, der im 6. Band Bill Weasley beißt.
Es gibt zwischen den Bissen zwei gewaltige Unterschiede: Als Remus Lupin gebissen wurde war Vollmond und er ist daher dazu verdammt, sich jeden Monat bei Vollmond auch in einen Werwolf zu verwandeln.
Dies ist bei Bill Weasley nicht ganz so, er wurde nicht bei Vollmond gebissen. Die Folgen sind noch nicht ganz absehbar. Er hat bis jetzt nur eine Vorliebe für sehr blutige Steaks.

Der Vorname ist aus der Nordischen Mythologie übernommen, (nord., Fenris, Fenrisulfr, Fenriswolf, „Sumpfbewohner”?) In der nordischen Mythologie ist Fenrir ein gewaltiger Dämon in Wolfsgestalt.
Fenrir ist der Sohn der Riesin Angrboda und des Loki (die Völuspa nach SIMROCK nennt diesen Wolf Hwedrungssohn).
Seine Geschwister sind Midgardsomr (Jörmungand) und Hel.

Die Nornen hatten gewarnt, der Fenriswolf werde dereinst Odin den Tod bringen. Laut Prophezeiung sollte „ein Zeitalter der Axt, des Schwertes, des Windes und schließlich des Wolfes kommen, bevor dann die Welt vollständig zerstört würde”. So beschloß man, den Wolf festzusetzen.

Den Göttern gelang es erst im dritten Versuch, den Fenrir mit der von Zwergen gewirkten Schnur Gleipnir bis zum Weltende zu fesseln. Zwei andere Schnüre, Droma und Läding, hatte das Ungeheuer zuvor zerissen. Fenrir wollte nicht gefesselt werden und so legte ihm Tyr als Zeichen des Vertrauens eine Hand in den Rachen. Als Fenrir bemerkte, daß diese Fessel unlösbar war, fasste er zu und Tyr lebte seitdem ohne rechte Hand. Übrigens zum Gelächter der anderen Götter, denen wichtiger war, daß der Wolf vorerst unschädlich war.

In schlammiger Flußmündung war Fenrir nun bis zum Ende der Götterherrschaft gefesselt:

„Gefesselt liegt Fenrir an der Flußmündung, bis die Götter vergehn;” Lokasenna, 41, übers. n. GENZMER, 37

Zu Ragnarök wird Fenrir sich losreißen, die Sonne Sol packen und im Zweikampf Odin auffressen. Vidar stößt ihm dann seine Waffe ins Herz bzw. reißt ihm dafür den Rachen entzwei.

Odin versammelt die besten Kämpfer als Einherier bei sich in Walhalla, weil der „graue Wolf die Hallen der Götter beobachtet”. So hatte ein dänischer König über Odins scheinbare Benachteiligung seiner tapfersten Krieger zu klagen, die allesamt im Kampfe gefallen waren.

Fenrir ähnelt dem Höllenhund Garm, der zu Ragnarök wie er seine Fesseln sprengen wird. Hati und Sköll, die Wölfe, die dann Sonne und den Mond packen werden und Managarm, der ihn verschlingen soll, sind wohl Abwandlungen dieser Gestalt, sie sollen auch Söhne des Fenrir sein. Vielleicht ist auch an den Wolf als Meute gedacht.

Auch der altiranische Dämon Azi Dahaka erinnert in vielen Zügen an dieses Untier.

Den Ort der Gefangenschaft des Fenrir, den „Quellenwald”, deutete J. SPANUTH als die alte gemeinsame Mündung von Weser, Elbe und Eider. Dieser Fluß sei gleich dem Eridanus, in den nach griechisch-römischer Mythologie der Phaeton stürzte (Die Atlanter, 341).

Quelle: http://maennerseiten.de/harry_potter/wi ... r_Greyback

Dark Lúthien
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Beitragvon Dark Lúthien » Mi 31 Jan, 2007 19:18

# Schriftrolle:

Eine dämonische Metamorphose


In einem, nach der auseinandergesetzten Weise, durch dämonische Einwirkungen zerrütteten Leben, muß auch notwendig eine der Anwandlung, die es erfahren, entsprechende Veränderung des allgemeinen Lebensgefühls eintreten, weil es im Selbstergreifen jedesmal so sich nimmt, wie es sich findet. Es findet sich aber durch jene Einwirkung unter andern auch degradiert, und von der höheren Stufe, die es zuvor eingenommen, auf eine tiefere herabgebracht.

Um nun die unterscheidenden Kennzeichen dieser neuen Form zu gewinnen, müssen wir die auf sie sprechenden Tatsachen zuerst uns vor Augen stellen. Vorübergehend an mannigfaltigem Hin- und Herreden, dessen hier wie überall in Menge vorhanden, und alle unreinen Berichte fallen lassend, halten wir uns an zwei Haupttatsachen, die beide, besonders aber die zweite in der Ordnung, rein und klar ausgemittelt, vollkommen hinreichend sind, uns zu orientieren, was wir von der ganzen Sache zu denken haben.

Den ersten faktischen Bericht enthält das Bekenntnis, das Peter Bourgot, genannt der große Peter und Michael Verdung, vor dem Inquisitionsrichter und dem Prior Bom in Poligni, in der Diözese Besancon, und vor vielen Zeugen im Jahr 1521, als er auf Malefizien angeklagt gewesen, abgelegt; das Johann Wier aus dem Original im Auszuge mitgeteilt. Petrus sagte aus: wie, als vor neunzehn Jahren, zur Zeit des Jahrmarkts in Poligni, der heftigste Platzregen die von ihm gehütete Herde also zerstreut, daß er nicht gewußt, wie er sie wieder zusammenfinden solle, ihm beim Suchen des Viehes drei schwarze Reiter begegnet seien. Der letzte unter diesen habe auf die Frage, was ihn treibe! nachdem er ihm seine Not geklagt, ihn gutes Muts zu sein geheißen, und ihm versprochen: wenn er sich ihm hingebe, wolle er ihm einen Meister schenken, der ihm behilflich sein werde, daß er fortan für seine Herde weder vom Wolf noch einer andern Bestie, oder sonst woher, einigen Schaden zu befahren habe. Zur Bestätigung des Gesagten habe er ihm das Wiederfinden alles jetzt verlorenen Viehes, und darüberhin noch Geld versprochen.

Er sei die Bedingung eingegangen, und habe nach 4-5 Tagen am selben Orte sich einfinden zu wollen zugesagt. Da das Vieh wirklich sich gefunden, sei er am dritten Tage auch zu seinem Reiter zurückgekehrt, der ihn gefragt, ob er wirklich sich ihm ergeben wolle! Auf die Frage von seiner Seite, wer dann er sei! habe er erwidert: Der Diener des großen Höllenfürsten; aber fürchte dich deswegen nicht! Sie hätten nun miteinander eine Übereinkunft auf Absage des Christenglaubens getroffen; worauf er ihm die linke, schwarze und kalte Hand zum Kusse dargereicht; er aber nun vor ihm niedergeknieet, und habe ihn, der später sich Moyset genannt, und ihm allen Kirchenbesuch untersagt, als Herrn gegrüßt. Dies sei zwei Jahre so hingegangen, aber die Kunst, das Vieh zu behüten, habe man ihm nicht mitgeteilt; bloß habe der Geist, wie es geschienen, seiner sich angenommen, wenn etwa Wölfe zum Vorschein gekommen. Bald darauf der Hut der Herde enthoben, habe er den Moyset vernachlässigt, und etwa 8-9 Jahre lang den Kirchendienst wieder mitgemacht; bis ihn M. Verdung dazu gebracht, das Bündnis auf die Bedingung: daß das versprochene Geld angeschafft werde, zu erneuen. Die Zusammenkunft sei Abends in Chastel Charlon im Walde geschehen, wo viele andere, mit blau brennenden grünen Kerzen in der Hand, sich eingefunden.

Eines Tages habe Verdung, der auch einen Geist, Guillemin genannt, gehabt, zu ihm geredet: wenn er nur ihm glaube, wolle er ihn dahin bringen, daß er mit beliebiger Geschwindigkeit im Laufe fortkommen könne. Da er das, auf das Versprechen neuer Geldleistungen, sich gefallen lassen, habe dieser ihn, nachdem er sich nackt ausgezogen, mit einer Salbe eingerieben, die er bei sich gehabt; worauf er sogleich geglaubt, er sei in einen wahren Wolf verwandelt. Es habe ihn gegraut, als er die vier Wolfsfüße und sein Wolfshaar geschaut, aber er sei nun im Laufe, schnell wie der Wind, dahin gerissen worden, und das habe nur geschehen können durch Hilfe seines Meisters, der sogleich zur Stelle gewesen bei solchem Fluge, obgleich er ihn nicht eher gesehen, als nachdem er die menschliche Gestalt wieder erlangt. Michael, in gleicher Weise eingesalbt, habe sich mit gleich erwünschter Geschwindigkeit, daß das Auge nicht nachkommen können, fortbewegt. Hätte das so ein oder die andere Stunde hindurch fortgedauert, dann sei, wenn Michael wieder sich und ihn gesalbt, die Menschengestalt schneller, als man hätte denken sollen, zurückgekehrt, die Salbe aber hätten beide von ihren Meistern erhalten. Wenn er nah einem solchen Laufe, kaum sich aufrecht erhaltend, über Ermüdung bei Michael geklagt, dann habe dieser erwidert: dies sei alles nichts, und es werde sich bald von selber geben. Einst aber, als er nah dessen Anleitung sich gesalbt, habe er einen sechs- bis siebenjährigen Knaben mit den Zähnen erfaßt, und umgebracht, da er ihn aber wegen des Lärmens und Geheuls habe verlassen müssen, sei er zu seinen Kleidern zurückgelaufen, wo er durm die andere Kräutersalbe wieder zur menschlichen Gestalt gekommen. Gleiches habe auch Michael vollbracht, und eines Tags in Wolfsgestalt eine Frau getötet, die Erbsen eingetan; der Herr von Chusnee sei aber darüber gekommen, und da sie auch ihn angegriffen, seien sie nicht zum Zwecke gekommen. Sie bekannten gleichfalls beide: wie sie ein vierjähriges Mädchen getötet, und es bis auf den Arm verzehrt; dem Michael habe das Fleisch wohl geschmeckt, ob er gleich wenig gegessen; seinem Magen aber habe es keineswegs behagt. Einem andern Mädchen hatten sie das Blut ausgesogen, und den Hals verzehrt; ein acht- bis neunjähriges Kind habe Peter erwürgt, weil es ihm früher das Almosen versagt, und er habe nach der Tat, sogleich an derselben Stelle, um Gottes Willen das Almosen geheischt. Michael sei, wenn auch bekleidet, in einen Wolf verwandelt worden, Peter aber nur nackt; er wisse auch nicht anzugeben, was aus den Haaren geworden, wenn er die Menschengestalt wiedererlangt.

Er habe sich auch mit Wölfinnen, und zwar mit großer Lust, belaufen; bisweilen auch sei die Verwandlungszeit über Wunsch und Erwarten schnell vorbeigegangen. Sie fügten hinzu: auch ein wie aschgraues Pulver sei ihnen gegeben worden, damit sie den linken Arm und die Hand gerieben, wovon jedes Tier, das sie damit berührt, zu Grunde gegangen.

Der zweite Fall hat sich noch klarer und bestimmter herausgestellt. Im Jahre 1603 wurde vor dem Parlamente von Bordeaux, unter dem Vorsitze des ersten Präsidenten Daffis, eines damals seiner Einsicht und Tüchtigkeit wegen durch ganz Frankreich berühmten Juristen, der Prozeß eines solchen Wolfsmenschen, aus der Roche Chalais, im Lande Guienne, instruiert, und die Akten dieses wohl geführten Prozesses hat de Lancre in seinem Buche ausgezogen, aus welchem Auszug die folgenden Umstände als wesentlich sich herausstellen. Der ordentliche Richter hatte an Ort und Stelle, im Dorfe Paulot, die erste Instruktion gemacht, auf das Gerücht hin: Wie dort am hellen Tage ein Wolf ein junges Mädchen, Margarethe Poirier, angefallen, und wie ein junger Mensch von 13-14 Jahren, Jean Grenier, bedienstet bei Peter Combaut, sich gerühmt: daß er es gewesen, der sie in Wolfsgestalt angegriffen, und sie verzehrt haben würde, wenn sie ihn nicht mit einem Stocke abgetrieben. Die Angegriffene war von dreien Zeugen die Zweitverhörte, und hatte gewöhnlich mit Grenier das Vieh gehütet. Dabei nun hatte er ihr zum öftern erzählt: wie er, nach Belieben sich in einen Wolf verwandelnd, schon mehrere Hunde und zwei Kinder zerrissen, das Hundefleisch sei aber nicht so gut zu essen, wie das der Kinder. Eines Tages nun, wie sie wieder bei der Herde gewesen, habe sich ein wildes Tier über sie hergeworfen, sie bei ihrem Gewande an der rechten Hüfte fassend, und es zerreißend, worauf sie mit ihrem Stecken auf dasselbe zugeschlagen. Das Tier aber habe darauf 10-12 Schritte sich von ihr entfernt, und wie ein Hund sich auf die Hinterfüße setzend, sie mit einem wütenden Blicke angesehen; also daß sie voller Schrecken davon gelaufen. Das Tier sei dicker und kleiner als ein Wolf gewesen, habe auch einen kleineren Kopf gehabt, dabei braunes Haar und einen kleinen Schweif. Die dritte Zeugin, Jeanne Gaboriant, 18 Jahre alt, berichtete über manche Reden, die er geführt. Auf die Frage, warum er jetzt so schwarz sei, habe er erwidert: das komme von der Wolfshaut, die ihm Pierre Labourant, der an einer mächtigen Kette liege, gegeben, und ihm dabei gesagt: wenn er sie annehme, könne er sich in einen Wolf oder jedes andere Tier umwandeln. Das habe er dann auch vielmal getan, und sei jedesmal beim abnehmenden Monde, Montags, Freitags und Samstags, aber nur eine Stunde des Tages, gegen Abend oder Morgen gelaufen, ihrer aber seien neune, von denen er einige nannte, die miteinander liefen.

Das schien hinreichend, den Angeschuldigten in Haft zu bringen, und in ihr vernommen, gestand er freiwillig mehr als die Zeugen ausgesagt. Er sei der Sohn des Tagewerkers Peter Grenier, den er vor drei Monaten verlassen, weil er ihn hart geschlagen, wo er dann in der Gegend von Courtras teils auf den Bettel umhergeirrt, teils im Dienste verschiedener Herren gestanden. Einst habe ihn ein junger Mensch, Peter vom Hause Tilhaire genannt, auf der Straße gefunden, und ihm gesagt: im Walde von St. Anton wohne ein Herr, der sie zu sprechen verlange. Da er mit ihm hingegangen, hatten sie ihn schwarz gekleidet, auf schwarzem Rosse gefunden, und da sie ihn gegrüßt, sei er abgestiegen, und habe sie mit einem sehr kalten Munde geküßt, ihnen dann geboten, sich jedesmal einzufinden, wenn er nach ihnen verlange, und sei dann davon geritten. Das sei vor drei Jahren geschehen, als er 10-11 Jahre alt gewesen, und sie hätten ihn darauf noch dreimal gesehen. Er habe sie sein Pferd putzen lassen, ihnen Geld versprochen, und ein Glas Wein gereicht, wo sie dann wieder ihrer Wege gegangen. Zuvor seien sie aber von ihm mit einer Art Spieß, den er geführt, unter den Hinterbacken bezeihnet worden, wo sich auch wirklich an ihm ein kleines, rundes, unempfindliches Zeichen, in Form eines Siegels, fand. Er bestätigte die Aussage der Margarethe Poirier als vollkommen der Wahrheit gemäß, und gestand: wie er bei den Dörfern de la Doubla einst in ein Haus gegangen, und ein Kind in der Wiege, das er allein gefunden, hinter eine Palisade im Garten getragen, so viel als ihm beliebt, davon gefressen, und den Rest einem Wolfe gelassen, der nahebei gewesen. So nannte er noch mehr andere, mit denen er eben so verfahren, ihnen jedoch die Kleider nicht zerreißend, wie die Wölfe tun, sondern sie abziehend. Er laufe bei abnehmendem Monde, 1-2 Stunden am Tage, und bisweilen in der Nacht, aber auch an Kirchenfesten, am Tage vor Pfingsten, in der Fasten, und besonders in der heiligen Woche. Der Herr vom Walde gebe ihm dann jedesmal, wenn er ihn laufen lassen wolle, die Wolfshaut und die Salbe, die er beide bei sich bewahre, und er nehme sogleich die eine um, und salbe sich mit der andern nackt. Peter de la Tilhaire besitze gleichfalls eine solche, und sie seien viermal miteinander gelaufen, ohne jedoch jemand miteinander zu töten. Sein Vater, gleichfalls ein Läufer, habe ihn mehrmals auf den Lauf mitgenommen, und sie hätten einmal miteinander ein Mädchen bei Grillaut getötet und gefressen. Nach dem Laufen finde er sich sehr ermüdet, und Hände und Füße blutig von Dornen und Disteln zerrissen. Der Nagel seines linken Daumens war dick, und lang und klauenartig; er habe ihn auf Befehl des Herrn vom Walde also wachsen lassen müssen. Dieser lasse ihn nicht aus dem Gesicht, so lange er die Wolfsgestalt habe; so wie er, der Angeklagte, ihn aber aus den Augen verliere, komme er wieder zur Menschengestalt.

Man übergab ihn nun zweien Ärzten zur Untersuchung, und die befanden ihn im Geiste stumpf, beschränkt und unwissend; dabei von einem schwarzgalligten und melancholischen Temperamente; erklärten jedoch: daß er nach ihrer Meinung keineswegs an der Wolfskrankheit leide. Zugleich hatte man auch die Väter, der vom Angeklagten als gefressen angegebenen Kinder, geladen, und mit ihm konfrontiert, und es ergab sich: daß sie mit seinen Depositionen in Bezug auf Zeit und Ort, die Form des Werwolfes, die Wunden, die Hilfe, die die Angehörigen geleistet, die Waffen oder Stöcke, die sie dabei geführt, die Worte, mit denen sie den Wolf angeschrieen, bis zu den geringsten Einzelnheiten übereinstimmten. Einmal hatte er aus dreien Kindern das zarteste und fetteste ausgewählt, und dabei angeführt: wie der Bruder des Vaters der drei Kinder ihn davon bewaffnet abgewehrt, und als er geflohen, ihm nachgerufen: je t'arroutteray bien. Die Kinder wurden dem Richter vorgestellt, das angegriffene und verwundete war wirklich das wohlbeleibteste unter den dreien; und Jean Roullier, ihr Vater, sagte aus: wie der Bruder jener Worte wirklich sich bedient. Man ging noch weiter, und ließ ihn durch alle Dörfer und Häuser führen, wo er nach seiner Aussage durchgelaufen; und wie er in einem derselben den Mann gefunden, der jene Worte ausgesprochen, erkannte er ihn sogleich unter vielen andern, und faßte ihn beim Arm. Auch Marg. Poirier wurde herbeigebracht; er erkannte sie sogleich unter vier bis fünf Mädchen heraus, und sie ihn hinwiederum, und zeigte den Justizbeamten und ihm die noch nicht ganz geheilten Wunden an Mund und Kinn. Auch sein Vater wurde gehört und mit ihm konfrontiert; der Sohn schwankte etwas in seinen Angaben, als er ihn sah, und man überzeugte sich, daß Elend und Gefängnis ihn stumpf gemacht. Aber nach einigem Ausruhen bestand er auf seiner früheren Aussage gegen ihn, die auch darauf ging: seine Mutter habe sich von ihm getrennt, weil sie ihn einst Füße von Hunden und Kinderhände hätte ausbrechen sehen. Die Entscheidung des Parlamentes war so weise, wie die Führung des ganzen Prozesses musterhaft. Der Hof urteilte: man dürfe den Knaben, den der Dämon gegen andere Kinder bewaffnet, nicht verloren geben; um so mehr, da er nach dem Berichre der Geistlichen, die sich seiner angenommen, schon sein Verbrechen zu verabscheuen angefangen, was in vielen Tränen sich zu erkennen und die Hoffnung gebe, ihn Gott und einer besseren Lebensweise wieder zu gewinnen. Erwägend jedoch, daß er den Augen der Bewohner der Dörfer, wo er seine Verbrechen ausgeübt, entzogen, und in eine Lage gebracht werden müsse: daß man einerseits eine so verwahrloste, der Gottesfurmt entfremdete Natur, nicht länger zu fürchten habe; andererseits aber sich in Stand gesetzt finde, sie wieder auf bessere Wege zu bringen, hat der Rat den Jean Grenier verurteilt: auf Lebenszeit in ein Kloster der Stadt eingesperrt zu werden, um demselben alle die Zeit dienstbar zu sein; dabei unter Todesstrafe ihm verbietend, je sich von diesem Einsperrungsorte zu entfernen. Sein Vater und Peter, genannt Tilhaire, wurden weiterer Untersuchung aufbehalten, nach Monatsfrist jedoch entlassen.

Dort in seinem Kloster besuchte ihn nun später 1610 de Lancre, und erfuhr von ihm noch manhes Bedeutende. Er war damals ein junger Mensch, 20-21 Jahre alt, von mittlerer Größe, eher klein für sein Alter; hatte wilde, kleine, tiefliegende, schwarze, wirre Augen, deren Haltung zeigte, daß er sich seines früheren Zustandes, von dem er einige Kenntnis hatte, schämte, und niemand ins Gesicht zu schauen wagte. Er hatte sehr lange, helle, mehr als gewöhnlich breite, etwas geschwärzte, und durch das Herumbeißen mit den Tieren beschädigte und abgenutzte Zähne. Seine Nägel waren lang, und einige schwarz von der Wurzel bis zum Ende, darunter auch der Daumennagel, den der Waldherr ihm zu beschneiden verboten; und diese also geschwärzten waren dabei auch wie halb abgeschliffen, und sonst noch außergewöhnlich, weil er der Hände nach Art der Füße sich bedient. Er war einigermaßen stumpfsinnig, doch nicht so, daß er darum sinnlos gewesen wäre, und nicht schnell ausgeführt hätte, was die guten Carmeliten, die sich seiner mit Liebe angenommen, ihm befahlen. Er zeigte nur wenig Geist, und kam schwer zu Stande mit Dingen, die nur bloß gesunden Menschenverstand forderten; wie einer, der immer bei den Herden zugebracht, und nichts von der Welt gesehen. Er machte kein Geheimnis daraus, daß er ein Werwolf gewesen, und daß er auf Befehl des Waldherrn über Land gelaufen, und meinte nur, das sei ihm nicht schimpflich, da er aufgehört habe, ein solcher zu sein. Er gestand aber auch dabei ohne Hehl, daß er noch immer eine große Lust in sich spüre, das Fleisch von Kindern zu essen; besonders sei das von jungen Mädchen ein Leckerbissen. Auf die Frage: ob er dergleichen wohl noch esse, wenn er dürfe! sagte er aufrichtig: Ja! Auch erzählten die Geistlichen, wie sie ihn, im Beginne seines Aufenthaltes im Kloster, bisweilen die ausgenommenen Eingeweide der Fische verstohlen hätten verzehren sehen. Er hatte auch damals eine wundersame Fertigkeit, auf allen Vieren zu gehen, und gleich den Tieren über Gräben zu springen. De Lancre erinnerte sich dabei eines andern Knaben von Saint Pa, der so schnell wie ein fliehender Hund gelaufen; sich dabei so geschwind zu kehren wußte, daß man es kaum bemerkte, und wie ein Windspiel über die Gräben sprang. Grenier versicherte ihm auch: wie er eine Wolfshaut gehabt, die der Herr ihm im Walde von Droilha, im Marquisat von Fronsac, gegeben, und die er auf dem Dache einer Scheune in seinem Ort verborgen; doch habe er sie ihm nicht allemal gebracht, wenn er ihn habe laufen lassen. Sein Vater habe gleichfalls ihrer sich bedient, und er äußerte deswegen, und weil er ihn so übel hatte aufwachsen lassen, große Abneigung gegen denselben; wollte ihn auch niemals sehen, ob er gleim mehrmal zum Kloster kam. Dagegen hatte er ein ganz besonderes Wohlgefallen, Wölfe zu sehen, und diese Zuneigung mochte wohl gegenseitig sein, da er in seinen Verhören öfters ausgesagt: wie er immer den größeren Teil der Beute mitlaufenden Wölfen überlassen. Seinen Herrn vom Walde verabscheute und verwünschte er übrigens zu der Zeit, und sagte von demselben: Wie er ihn im Anfange seines Aufenthalts im Kloster noch zweimal besucht, was ihm großen Schrecken eingejagt. Er habe ihm viel Geld versprochen, wenn er ihm wieder dienen wolle; doch sei er bald wieder abgezogen, weil er zum öftern das Kreuzeszeichen gegen ihn gemacht; was er auch jetzt noch öfters tue, damit er nicht wiederkehre. Er starb übrigens noch in demselben Jahre 1610, anfangs November, christlich unter der Obsorge der Klostergeistlichen.

Es sind hier zwei von Jugend auf verwahrloste, und im Hirtenleben vollends verwilderte Naturen, die zu Werwölfen geworden. Im einen, und wahrscheinlich auch im andern, liegt schon die Wolfsnatur verborgen; das shcwarzgallige, zur Grausamkeit neigende Temperament, die bis zum Stumpfsinn gehende Beschränkung aller höheren Geisteskräfte, das wilde Auge, die Lust am Menschenfleische, die Sympathie mit den Wölfen, und die Fertigkeit, auf allen Vieren zu gehen, deuten entschieden auf die Vorherrschaft einer wildreißenden, animalischen Anlage hin, die nur eines geringen Anstoßes von Außen bedurfte, um in den Werwolf umzuschlagen. Dieser Anstoß kam aber, und darin haben die Arzte im zweiten Falle keineswegs geirrt, nicht aus der Natur, sondern aus dem Willen; denn es ist der Herr vom Walde, der den Zustand zuerst herbeigeführt. Er ist aus der Huldigung, die in ihm dem Dämon geleistet worden, hervorgegangen, und der Huldigende wird durch den Kuß, der im ersten Falle von ihm gegeben, im andern empfangen wird, ihm in Dienstbarkeit zugewandt, und dem zum Symbol mit dem Mal bezeichnet. Der Dämon steht nun, als Objekt seines tierischen Sehens, mit Notwendigkeit in seinem Gesichtskreis, und zwar in der Form des schwarzen Gebieters, der seine Herde von Werwölfen in das Land entsendet, und den der eine unverwandt so lange bei sich sieht, als er im Zustande sich befindet, während der andere ihn wiederfindet, wenn er die vorige Gestalt wieder angenommen. Wie in solcher Weise im Sinnenrapport, so ist der Werwolf nun auch als Knecht des Waldherrn, der sein Roß ihm striegelt, auch im Willen dem seinigen unterwürfig und gebunden, und er treibt ihn hinaus zu Mord, Verderben und Kinderfraß. Aber Leben und Leben sind auch in dem kalten Kuß zueinander in Rapport gesetzt, und es ist dadurch dem Waldherrn möglich geworden, die Wolfsnatur im Diener zu jeder beliebigen Zeit aufzuregen, daß sie gegen die Menschennatur aufsteht, und sie während der Dauer des Zustandes niederhält. Es ist also ein dämonischer, mit Vorbedacht hervorgerufener Verkehr der sich hier zwischen beiden eröffnet hat; ohne darum die gleichzeitig mit eintretende Krankhaftigkeit, in der dieser Zustand physisch und vital allerdings wurzelt, auszuschließen. Diese Doppelartigkeit der Affektion zeigt sich eben daran, daß während das Laufen einerseits, als lunatische Krankheit, im abnehmenden Mond geschieht, und an die Tageszeir sich bindet, es andererseits, in seiner dämonischen Natur, gegen das Kirchliche gerichtet, auch am Vorabend der Feste und an diesen selbst geschieht. Auch die Salbung in ihrer Wirkung, einerseits durch die Kräfte der in sie eingehenden Stoffe, andererseits durch den Willensentschluß bedingt, zeigt solche Doppelnatur, und verknüpft daher die Krankheit mit der Bosheit. Die Salbe ist zweiartig: der Gebrauch der einen entkettet die Wolfsnatur mit allen ihren Trieben, und der Gesalbte erscheint sich selbst in Wolfsgestalt, der Lauf beginnt mit wilder Gewalt, andere Wölfe, vom Instinkt getrieben, gesellen dem Laufenden sich bei, und teilen sich mit ihm in die Beute. Die andere bindet wieder das losgekettete Tier, und der wiederhergestellte Mensch findet sich matt und müde, mit blutigen Extremitäten wieder. Die GemeinschaR mit dem Waldherrn, und der Gebrauch der Salbe ist aber eine traditionelle Sache.
Es besteht schon eine Genossenschaft, in die der Neuling sich aufgenommen findet, ein früher ihr Angehöriger führt ihn in dieselbe ein, ein solcher, in dem der Zustand schon habituell geworden und der daher der Salbe kaum bedarf. Sie würgen aber auch diese Werwölfe, und da entsteht die Frage: ob bloß im Gesichte, oder in der Wirklichkeit? Im ersten Falle ist die Coinzidenz ihres Laufens mit den Erwürgungen gerichtlich nicht ausgemittelt worden; im zweiten aber ist es mit Sorgfalt geschehen, und das Resultat spricht entscheidend für dies Zusammentreffen, das zu oft wiedergekehrt, als daß man es dem Zufalle zuschreiben könnte. Grenier lief also wirklich, nicht bloß in der Einbildung, das bewiesen die schwarzen, klauenartigen Nägel, die abgeschliffenen Zähne, der Appetit nach Menschenfleisch noch sieben Jahre hernach, als er längst zu laufen aufgehört. Er fiel auch wirklich die bezeichneten Kinder in Wolfsgestalt an, dafür zeugen die Aussagen der Angegriffenen, und mehr noch derjenigen, die herzugekommen, und von denen man voraussetzen muß, daß sie einen Wolf von einem Menschen zu unterscheiden wußten. Die andere Frage wird also sein: wie die unleugbare Sache zu erklären? und da möchte das mit dem Fernsehen verbundene Fernwirken sich als die zunächstliegende Erklärung bieten, eine Erklärung, die indessen durch die Akten weder gerechtfertigt noch auch abgewiesen wird. Um sie nämlich tatsächlich zu begründen, müßte eine Beobachtung vorliegen: wo man ihn in den Zustand eintreten, und fortdauernd als Mensch zur Stelle bleibend, zugleich aber anderwärts als Werwolf gesehen, eine solche Erfahrung ist aber hier in keiner Weise gegeben. Es wird also sicherer sein, vor der Hand die Wolfshaut, von der er beständig bis zuletzt geredet, ob sie sich gleich nicht vorgefunden, als dabei mitwirkend anzunehmen. Er war als Jüngling kleiner Statur, als Knabe in seiner Verkümmerung wahrscheinlich noch zwerghafter, und bei seinem Geschick, auf Vieren zu laufen, mochte eine umgenommene Wolfshaut ihm leicht das Ansehen eines Wolfes geben; um so mehr, da die Wut des Anfalls und der Schrecken der Angefallenen allzu scharf zuzuschauen nicht erlaubten. Die Art dieses Anfalls, minder mit den Tatzen als mit den Zähnen, und das Ausziehen der Kleider, die abfielen, ohne daß die Entkleideten wußten, wie ihnen geschah, verleugnen nicht den Menschen, der seiner Hände sich bedient. Es kommen auch wirklich im Prozesse eines andern Werwolfs Zeugenaussagen vor, daß man Hände und Füße, nach Menschenart, an ihm zu erkennen geglaubt. Der äußeren Form entsprechend war dann die innen in Wut aufgeregte Wolfsnatur, und es war der Dämon, der dieser ekstatischen Wütenden, als seines Werkzeugs zum Böseswirken, sich bediente. So führt das Hinnehmen der Tatsachen und das scharfe Zusehen hier wie überall auf die Spur der rechten Wahrheit; während das unbedingte Verneinen sich selbst um sie betrügt, die allzugroße Leichtgläubigkeit aber nur eine durch Irrtum verfälschte gewinnt.

Es liegen indessen auch andere Beispiele vor, worin das Wolfslaufen wieder mit der Sabbatsvision zusammenfällt. Ein wolfssüchtiges Weib salbt sich mit ihrer Salbe Kopf, Hals, Achseln und andere Glieder, in Anwesenheit des Magistrates ihres Ortes, der ihr das Leben zugesagt, wenn sie eine Probe ihrer Kunst vor ihm ablege. Sie fällt nieder, und wird von einem tiefen Schlaf befallen. Nach dreien Stunden erwacht sie gäh ling wieder, steht auf, und befragt: wo sie gewesen unterdessen! erwidert sie: wie sie, in einen Wolf verwandelt, nahe bei einer etlichen Meilen von da entlegenen Stadt, erst ein Schaf und dann eine Kuh zerrissen. Man hält nun Nachfrage an diesem Orte, und vernimmt: daß ein solcher Schade wirklich unter der dortigen Herde geschehen. (1) Lerchheimer seinerseits erzählt: Ich bin einmal mit einem Kirchendiener, meinem guten Freunde, in eines Landvogts Haus gegangen, der einen Werwolf, wie man solche Leute nennt, gefangen hielt. Den ließ er für uns kommen, daß wir Gespräch mit ihm hielten, und uns erkundigten, was es doch für ein Handel mit den Leuten wäre. Der Mensch gebärdete sich wie ein Unsinniger, lachte, hüpfte, als wenn er nicht aus einem Turme, sondern von einem Wohlleben käme. Bekannte neben vielem andern teufelischen Betrug und Gespenst: daß er am Ostertag nachts daheim bei seinem Gesind wär gewesen in Wolfsgestalt; welches Ort mehr dann zwanzig Meil von dannen war, und ein Fluß dazwischen, zweimal so breit als der Rhein für Köln. Wir fragten: Wie kamst du über's Wasser? Ich flog darüber. Wie kamst du aus dem Gefängnis? Ich zog die Füße aus dem Stocke, und flog zum Fenster hinaus. Was tatest du bei den Deinen! Ich ging umher und besah, wie sie lagen und schliefen. Warum kehrtest du wieder ins Gefängnis? Ich mußt wohl, mein Meister wollt es so haben. Rühmte darauf seinen Meister sehr. Da wir ihm sagten: das wäre ein böser Meister, sprach er: Könnt ihr mir einen besseren geben, den will ich annehmen. Er wußt von Gott so viel als ein Wolf. Es war ein erbärmliches Ding, den Menschen anzusehen und zu hören. Wir baten und erhieltens, daß er los ward, sonst hätte er müssen brennen. Gott bessere solche Gerichte (2).

So ist es um diese Verzerrung der menschlichen Natur beschaffen, die in den angeführten Beispielen schon abscheulich genug, den Gipfel der Scheußlichkeit in jenem Peter Stumpf erreicht, der gegen Ende des sechzehnten Jahrhunderts in Bibburg, in der kölnischen Diözese, hingerichtet wurde. Er hatte nach den Akten mehr als sechzehn Jahre mit einer Succube zugehalten, und von ihr einen breiten Gürtel zum Geschenk erhalten, der, wenn er ihn anlegte, die Wirkung hatte, daß er sich und andern ein Wolf zu sein schien. In dieser Gestalt hatte er nacheinander fünfzehn Knaben erwürgt, und ihr Gehirn gefressen, auch zwei seiner Schwiegertöchter wurden von ihm angefallen, um sie zu seinem Fraß zu machen, während er seine eigene Stiefmutter und Tochter als Beischläferinnen sich beigelegt (3).
Wir haben eben gesehen, und Boguet bestätigt es: wie auch Beispiele von Frauen vorgekommen, die als Wölfinnen gelaufen; indessen begreift sich leicht, daß die Anlage im furchtsameren Geshlechte keineswegs nach dieser Seite hinüberneigt, und daß es daher lieber seiner Natur angemessenere Tiertypen zu seiner Metamorphose wählt. Da bietet sich denn zunächst die Katze, dies scheue, zaghafte, tückische Geschlecht, das mit glühendem Auge die Nacht durchschleichend, von Zeit zu Zeit mit seinem hexenhaften Gesange sie durchheult, der Einbildungskraft dar, und so dürfen wir uns denn nicht verwundern, wenn wir dieser Tierform so häufig im Hexenwesen begegnen. So bekennen bei Remy (4) viele der wegen Zauberei Verhafteten einhellig: daß, wenn sie mehrere Jahre dem Dämon treulich gedient, er ihnen die Gewalt gebe, in Gestalt von Katzen oder auch von Mäusen, Heuschrecken u.s.w. durch enge Löcher in eines andern Haus zu schlüpfen. Dort angekommen, nähmen sie dann ihre Gestalt wieder an, und führten nun aus, was sie sich vorgenommen; wozu auch Totschläge gehören, hier aber an Erwachsenen durh Gift geübt, und nur an Kindern durch offene Gewalt, wie denn Barbelina Ragel gestand, in Katzengestalt ein Kind, es zwischen den Pfoten fassend, getötet zu haben.

Es kann, die Wahrheit der Tatsache vorausgesetzt, von einer wirklichen Umbildung der Leiblichkeit so wenig hier, wie bei den Werwölfen die Rede sein, die Katzennatur, die im Leben herrschend geworden, herrscht auch in den Sinnen und im Selbstgefühl, daß sie sich als Katzen schauen, und dem gemäß auch als Katzen wirken, aber schauend wie wirkend, weil nach der negativen Seite hin gesteigert, in die Ferne des Raumes übergreifen, oder auch die Tat nur in der Intention vollführen. So sind es, nach Verschiedenheit des Bedürfnisses, auch andere Tierformen, in die sich der dämonisierte und darum innerlich deprimierte Mensch versetzt: eine Art von Seelenwanderung, in der das degradierte Selbstbewußtsein, nach und nach absteigend, alle Momente der tierischen Schöpfung durchwandert, die der Mensch, als Herr dieser Schöpfung, gebunden und verborgen in sich beschließt, und die alle umeinander, wenn er, statt sie zu beherrschen, sich von ihnen beherrschen Iäßt, in ihm erwachen, und dann ihn in ihre Art umbildend, das Regiment in ihm führen. Der Mensch kann also, niedersteigend im Geiste, zu verschiedenen Zeiten alle diese verschiedenen Tierlarven durchwandern. Das Leibliche wird freilich dabei in seiner stehenden Gewalt beharren, aber es wird, von dem der Larve eigentümlichen tierischen Trieb bemeistert und getrieben, eben darum auch die herrschende Physionomie derselben in sich ausprägen. Ein Mensch, der auf solche Weise proteusartig durch alle diese Formen durchgelaufen, und sie mimisch ausgedrückt, hat in ihnen dann seine in Einheit nach Unten gebundene Persönlichkeit entbunden, daß sie in ihre Elemente auseinandergefallen, und so ist er selbst zu einer Art von Tiersabbat geworden, in die Zeit ausgebreitet, in dem alle diese Gestalten, in der Einheit der Persönlichkeit fortdauernd zusammengehalten, sich sukzessiv aneinanderdrängen, und seinen Namen in Tierhieroglyphen aussprechen. Diese visionäre Metamorphose bleibt nun ihrem Wesen nach im innerlichen Lebenskreise beschlossen, weil keine reale Metempsychose, durch alle Tierleiber hindurch, für den Menschen besteht.

Quellenangaben aus dem Originaltext:

(1) = Sennertus de morb. occultis pass. 9 c. 5

(2) = Christlich Bedenken und Erinnerung von Zauberei von A. Lercheimer von Steinfelden. Straßburg 1586, p. 120

(3) = Der Bericht, aus den Akten gezogen und mit Bildern erläutert, wurde damals als fliegendes Blatt in allgemeinen Umlauf gesetzt. Delrigo Disquis. magic. L. II. XVIII. p. 182, Werwölfe wurden sonst noch gerichtet in Konstanz zur Zeit Kaisers Siegmunds, Orleans 1583, beim Parlament von Rennes 1598, Grenoble 1603 und an andern Orten. Gilles Garnier von Lyon, gerichtet 1673 in Dôle, hatte Kinder erst in Wolfsgestalt, dann auch in der menschlichen angefallen. Bodin, Demonomanie p. 255.

(4) = Daemonolatreiae Libr. tres. p. 214.

Aus: Joseph von Görres, "Die christliche Mystik", Neue Auflage in 5 Bänden, Regensburg, ohne Jahresangabe.


Quelle: http://www.gigapolis.com/zauberwald/wol ... rphose.htm

Dark Lúthien
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Beitragvon Dark Lúthien » Sa 10 Feb, 2007 10:23

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Werwolf

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"Einst lebte in Griechenland ein König namens Lykaon. Er war ein größenwahnsinniger Tyran, der noch nicht mal Respekt vor den Göttern hatte. Zeus ging aus dem Grund zu ihm, um ihn zur Rede zu stellen. Doch dieser machte sich lustig über den Göttervater und wollte den Beweis seiner Gottheit, indem er Zeus hinrichten wollte. Sollte er es überleben, so würde er ihm glauben, daß er der Göttervater sei. Zeus willigte ein, um ihm zu beweisen, wer er war. Der König lud Zeus zu seiner Hänkersmahlzeit ein, und dabei dachte er sich ein grausames Verbrechen aus. Eigenhändig brachte er seinen 7jährigen Sohn um und bereitete ihn als Mahlzeit für Zeus vor. Nachdem Lykaon das Essen servieren ließ und Zeus entdeckte was der Braten war, verurteilte er donnernd seine Strafe für Lykaon: Unmensch, mit Recht nennst du dich selbst einen Wolf und das wirst du auch fortan sein. Ein Wolf unter Wölfen. Das soll deine Strafe sein, dir auferlegt vom Göttervater, den zu mißachten du dich erdreistet hast. Der Tod wäre eine zu geringe Strafe für dich! Mit diesen Worten verwandelte sich Lykoan zu einem bösartigen Wolf und mußte umherziehen um seinen Blutdurst zu stillen." Dies nun eine Legende aus dem alten Griechenland, über die Entstehung der Kreatur des Werwolfes. Lest unten mehr zu dem Mythos des Wolfmannes !


Mythos:

//"Das Unheil beginnt mit dem Biss eines Tieres. Geraume Zeit später zeigen sich an dem Opfer die ersten Symptome: Die Unglücklichen scheuen das Tageslicht ebenso wie die Wasseraufnahme und fangen an, wie in Raserei um sich zu schlagen, zu beißen und zu treten. In ihrem eigentümlich starren Gesicht ziehen Spasmen der Muskulatur die Lippen zurück und lassen Zunge und Zähne hervortreten, Geifer und Schaum quellen aus dem Mund, und von der gequälten Kreatur sind schreckliche, kehlige Laute zu vernehmen." //So beschreibt der Tierarzt Joseph Claudius Rougemont im Jahre 1798 die auffälligen Verhaltensweisen der "Hundswuth" - heute bekannt unter dem Namen "Tollwut" oder "Lyssa". Die Symptome zwischen Tollwut und des sogenannten Werwolfes sind verplüffend ähnlich. Deswegen gehen die neuesten Erkenntnisse davon aus, dass sich der Werwolfsglaube aus der Tollwutkrankheit beim Menschen entwickelt hatte.
Der Werwolf gilt wohl als eines der gruseligsten und zugleich undurchschaubarsten Wesen der Mystik. Er gilt als ein Mensch der meißt unter einem bestimmten Zwang, dazu getrieben wird, nachts sich in einen reißenden Wolf zu verwandeln und somit seine Beute zu finden und zu töten. Werwölfe sind fast ausschließlich männlich. Das zeigt sich an dem Namen, die Vorsilbe Wer ist von dem lateinischen vir oder vom germanischen wer: Mann, wolf: Wolf abgeleitet. Der Glaube an die Werwolfmythologie hat tiefe Wurzeln. Schon im alten Griechenland machten es sich die Götter zunutze ihr Gestalt zu ändern um besondere Fähigkeiten einsetzen zu können. Durch die Ähnlichkeit und Verbundenheit zum Tier, glaubte man an eine Verschmelzung der Seelen wenn man dies wollte. Ja man dachte sogar daß sich Menschen in Tiere und andersherum verwandeln könnten. Der Glaube an Wolfsmenschen war aber der am tiefst verwurzelsten und wurde von den Naturvölkern bis heute über Traditionen hinweg der Glaube von Generation zu Generation weitergegeben.



Entwicklung:

Selbst in Europa lebte der Glaube an die Mensch - Wolf Verwandlung auf. Ja man wurde fast hysterisch. Alle von dem Wahn der Hexenverfolgung gepackt, ließ die Kirche dieses Phänomen auf den Wahrheitsgehalt untersuchen. Sie kam zu den Schluß daß bestimmte Hexenmeißter mit Hilfe einer Salbe sich des Nachts verwandelten. Nach diesem Urteil folgte ein regelrechter Boom. Zahlreiche Prozesse wurden geführt die ersten im Jahre 1521. Durch die Gständnisse der Angeklagten wurde das Volk aufgewiegelt, die Mädchenmordenden,sexistischen Gestalten auszurotten. Die Eigenschaften des Wolfes lösen im Menschen eine gewisse Faszination aus. Sind da Schnelligkeit, Beweglichkeit, Blutgier, Grausamkeit, Kühnheit, Sein absolut feines Gehör ... jedoch trotz zahlreicher schrecklicher Eigenschaften auch die Klugheit, der Mut und der Familiensinn.Seine grausamen Merkmale haben ihn in Sagen berühmt gemacht (wir denken nur an "Der Wolf und die 7 Geißlein" "Rotkäppchen und der Wolf"...) Jedoch galt er in vielen anderen Länder als heilig oder als Vorbild.



Das Tier:

Der Werwolf vereinte die Symbolik von "Haare,Mond und Blut". Das wilde strubbelige Fell des Werwolfes rief in den Menschen zwar Angst und schrecken auf, jedoch erinnerte es sie auch an eine bestialische Sexualität die keinerlei moralische und ethische Grenzen kannte. Der Mond, der ohnehin geheimnissvoll erscheint, bedeutete das weibliche Unterbewußtsein und das Triebhafte. Das Blut steht für das Leben, Sexualität und das tierische Verlangen. Die Faszination trieb es sogar so weit, daß von einigen in komplizierten Ritualen versucht wurde dessen Gestalt anzunehmen. Auch die Literatur greift dieses Thema in der Geschichte häufger auf. Seit der Antike sieht man auch häufig die malerische Verarbeitung dieses Themas. Die Figur des Werwolfes begleitet die Menschheit in seiner gesammten Geschichte. Sie weißt immer wieder auf die bestialischen,wilden Züge hin, die in jedem Menschen vorhanden sein können und irgendwann mal aubrechen. Halt wie beim Werwolf bei Vollmond. Also ein Tier in uns. Von vielen Forschern wurde das Phänomen beleuchtet. Ähnlich wie bei den Geistertheorien erklärte die Okkultistin Dion Fortune, daß Menschen nur aufgrund eines extrem starken Willens die Gestalt eines Werwolfes annehmen können. Nicht vergessen darf man, daß die Faszination des Werwolfes so weit ging, daß Menschen von sich selbst behaupteten welche zu sein und somit im Blutrausch morden zu müssen.
Nur ein Beispiel : 1541 behauptete ein wegen Mordes angeklagter Bauer,daß er ein Werwolf sei und das Fell nach innen trüge.Die Richter ließen, um die Behauptung zu prüfen, ihm Arme und Beine abtrenne. Das Ergebniss: es wurde nichts gefunden und der Bauer starb. Frankreich ist übrigens das Land, in dem sich die meisten Werwölfe aufzuhalten schienen. Zwischen 1520 und 1630 wurden 30.000 Monster verzeichnet. Die meisten wurden hingerichtet.



Erklärung:

Der Werwolfglauben basiert teilweise auch auf menschliche Erkrankungen wie den Wolfsmenschen, deren ganzer Körper bedeckt von Haaren einem tierischen Wesen ähnelt.In der Psychologie gilt der Begriff Lykanthropie für Menschen, die unter dem Wahn leiden, sie wären ein Tier oder würden sich in ein solches Verwandeln.In den Umkreis der Lykanthropie gehören auch die zahlreichen, der klassischen Psychiatrie bekannten Beispiele vermeintlicher Wölfe, Katzen, Hunde usw. Ja man spricht in verschiedenen Ländern gar von verschiedenen Tierphänomenen. Unter anderem gibt es da den Wer-Bär, Wer-Hund,Wer-Fuchs usw.
In Oesterreich (1921) gab es einen Fall eines japanischen Mädchens , das von einem Fuchs besessen, die Verhaltensweisen eines Fuchses zeigte. Jedoch hatten auch Geschehen bei denen Kinder von Wölfen aufgezogen wurden,für viel Aufsehen und Mutmaßungen gesorgt. Laut des Glaubens solltens solche Menschen sich auf allen vieren fortbewegend in den Dörfern einfallen und Kinder rauben um diese zu fressen.



Werwolf-Vampir:

Gemeinsamkeiten gibt es auf alle Fälle. Beide sind Nachtgestalten,durstig nach Blut und eine ganz besondere Spezies mit ganz besonderen Kräften. Man glaubt dass Beide Knoblauch nicht ertragen können, ebenso wie das Sonnenlicht. Der Werwolf jedoch soll mit Silberkugeln zu besiegen sein, während dem Vampir ein ein Pflock ins Herz zu rammen sei. Ein Vampir kann seine Art weitergeben durch seinen "Kuß" (je nach Auffassung:-) ein Werwolf ebenso. Bram Stokers Dracula war an den Händen mit einer Art Fell ausgestattet. Nicht selten verfließen Vampir und Werwolfmythos in einer Figur. Einen großen Unterschied gibt es jedoch. Der Werwolf ist ein Mensch der zu einer bestimmten Zeit jagen muß. Der Vampir ist allerdings halt ein Vampir,Unsterblicher der nur des Nachts aus seiner "Gruft" auferstehen kann. Jedoch hat man sehr oft angenommen, daß eine Werwolf nach seinem Tode zu einem Vampir wird, falls man keinen Exorzismus oder ähnliches anwenden würde. Wie immer sind die Menschen gespalten. Die Einen behaupteten daß Werwölfe die argsten Feinde der Vampire sind und diese auch töteten. Die Anderen halten sie für Artgleich,wieder andere meinen daß Werwölfe Leichen seien die wiederauferstehen. Der Wolf als Symbol des Todes wird in vielen Aberglauben aufgezogen. Nicht selten dachten die Menschen daß, wenn sie einen Wolf heulen hören würden dies ein Zeichen des bevorstehenden Todes sei. Eine These sagt aus daß der Werwolf ein Diener des Vampirs sei. Oder jedoch daß beide aus einer Familie stammen und mit der Zeit die Vampire die Werwölfe verdrängten und ihren Platz einnahmen, so daß sie sich, wenn es ihr Wille ist in Wölfe verwandeln können. Was nun dran ist müßt ihr selbst entscheiden.Jedoch sei gesagt daß ich hier den Glauben in seiner Entwicklung, das Mysterium aufzeige. Falls jemand heut zutage glaubt ein Werwolf zu sein, kann er dies gerne tun. Doch darauf wollte ich nicht genauer eingehen. Wartet auf den nächsten Vollmond !

Quelle: http://www.mystikwelten.de/n_werwolf.html

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Beitragvon Dáirine » Mo 12 Feb, 2007 17:34

Werwölfe: Wikipedia


Werwolf
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Dieser Artikel behandelt die mythologische Gestalt/das Fabelwesen Werwolf.


Werwolf, Lucas Cranach der Ältere, Holzschnitt, 1512Ein Werwolf (von altgermanisch „wer“: „Mann“, vgl. lat. „vir“), althochdeutsch auch Mannwolf genannt, ist in Mythologie, Sage und Dichtung ein blutdürstiger Mensch, der sich nachts bei Vollmond in einen Wolf verwandeln kann (Lykanthrop).




Kurze Zusammenfassung

Der Begriff „Werwolf“ bezeichnet das Mysterium, dass sich ein Mensch unter besonderen Umständen nachts in ein Tier verwandeln kann und bei Tagesanbruch wieder seine menschliche Gestalt annimmt. Die meisten Sagen berichten von Männern, die einen Pakt mit dem Teufel eingingen und von ihm einen Gürtel aus Wolfsfell erhielten, mit dessen Hilfe sie sich verwandeln konnten. Es soll auch Sagen geben, die von Männern berichten, die sich aufgrund ihres familiären Erbgutes oder infolge einer Verletzung, die sie durch eine solche Kreatur erhalten haben, in bestimmten Nächten in ein Tier, meist einen Wolf, verwandeln. Doch scheinen hier eher die modernen Mythen aus Hollywood-Verfilmungen an der Legendenbildung mitgewirkt zu haben. Das Wesen, in welches diese Teufelsbündner übergehen, wird als unheilvoll und raubtierhaft beschrieben.

Zu den modernen Werwolf-Mythen, die durch volkskundliche Überlieferungen nicht unterstützt werden, gehört die in verschiedenen Horrorfilmen vorgestellte Verwandlung eines Menschen, der vom Werwolf verletzt worden ist, in ein solches Ungeheuer. Sowohl die Akten der frühneuzeitlichen Prozesse als auch die unzähligen Sagen aus verschiedenen Teilen Europas sprechen einheitlich davon, dass die Opfer von Werwolfattacken zerrissen und teilweise auch gefressen wurden. Von einer späteren Wolfsverwandlung ist erstmalig im von Curt Siodmak verfassten Drehbuch zu "The Wolf Man" (1942) die Rede. Eine Besonderheit findet sich im Rheinland, wo der als Stüpp bekannte Werwolf seinen Opfern aufhockt und sich von ihnen bis zur Erschöpfung bzw. bis zum Erschöpfungstod tragen lässt.


Ursprung

Darstellung eines Werwolfs von 1722Verwandlungen zwischen Mensch und Tier sind in der Geschichte sehr weit zurückzuverfolgen. Bereits Zwitterwesen in Höhlenmalereien lassen sich entsprechend interpretieren. Die ältesten schriftlichen Zeugnisse sind das Gilgamesch-Epos, in dem die Göttin Ishtar einen Schäfer in einen Wolf verwandelt (Tafel 6, Vers 58–61). Aus der griechischen Literatur ist beispielsweise Lykaon bekannt, der von Zeus in einen Wolf verwandelt wurde.

Der Ursprung der Werwolf-Sagen ist in kultischen Festen der Skythen zu suchen, bei deren Feierlichkeiten man sich mit einem wolfsgestaltigen Gott vereinte, indem man sich mit einem Wolfsfell bekleidete. Herodot berichtet (IV, 105), dass:

„… die Skythen und die im Skythenland wohnenden Hellenen behaupten, jährlich einmal verwandle sich jeder der Neuren für wenige Tage in einen Wolf und trete dann wieder in den menschlichen Zustand zurück.“
Von den Skythen gelangte dieser Kult zu den germanischen Völkern, später, als der Ursprung vergessen wurde, nur als Sage in Verbreitung.

Eine weitere Ursprungstheorie besagt, dass der Begriff Menschen beschrieb, die an einer extremen Form des Systemischen Lupus Erythematodes (SLE) litten, der so genannten „Wolfskrankheit“. Die aufgrund eines genetischen Defekts Erkrankten wurden vor allem im frühen Mittelalter vom abergläubischen Volk gefürchtet.

Ebenso wurden Tollwutkranke für Werwölfe gehalten, da hier die Erkrankung durch den Biss eines Tieres erfolgt. Die Symptome dieser Krankheit passen zur Beschreibung von Werwölfen: Anfälle, bei denen der Erkrankte wild um sich zu beißen beginnt, Angst vor Wasser, aber gleichzeitig starker Durst, was zu spastischen Schluckkrämpfen führt etc. Die Menschen im Mittelalter sahen darin eine Verwandlung des Gebissenen in eben jenes Tier, von dem er gebissen wurde.


Lykanthropie

Lykanthropie ist eine Form von Therianthropie, der Glaube, sich in ein Tier – speziell in einen Wolf – zu verwandeln. Der Legende nach trug der Werwolf, wenn er als Mensch in Erscheinung trat, seine Wolfshaut innen. Der Begriff „Lykanthropie“ leitet sich aus dem Griechischen ab („lykos“: „Wolf“, „anthropos“: „Mensch“). Von der Spätantike bis in die frühe Neuzeit wurden immer wieder Berichte über Lykanthropen gesammelt und veröffentlicht, d. h. über Menschen, die sich als Individuum oder kollektiv wie Wölfe aufführten und heulten und auf allen Vieren herumkrochen. Vermutlich handelt es sich um Schilderungen von Menschen mit einer individuellen Psychose oder von Ereignissen (vielleicht Ritualen im Rahmen von bäuerlichen Feldkulten), die von den Gelehrten in ihren Studierstuben nicht verstanden und deshalb in ein vorhandenes, den Mythen entnommenes Interpretationsmuster gepresst wurden, nämlich die arkadische Wolfsverwandlung. Versuche von Medizinern (Rudolph Leubuscher: Über die Werwölfe und Tierverwandlungen im Mittelalter, Berlin 1850) und Volkskundlern (Richard Andree) des 19. Jahrhunderts, aus den spärlichen und oft auch verzerrten Darstellungen ein genau umrissenes Krankheitsbild herauszufiltern, waren zum Scheitern verurteilt. Heutzutage spricht man von einer Form der Geisteskrankheit, ohne dass Mediziner oder Psychiater sich einig sind über Krankheitsbild, Symptome und vor allem über die Ursachen. Häufig dient der Begriff nur der Beschreibung einer allgemeinen Psychose, die entweder aus Mangel an einem geeigneten Namen oder auch aus Sensationslust als "Lykanthropie" etikettiert wird.


Werwolfprozesse

Im Zuge der Hexenverfolgungen wurden auch zahlreiche Männer vor Gericht gebracht und hingerichtet. Eine beträchtliche Anzahl von ihnen wurde speziell der Werwolfverwandlung bezichtigt, was aber nicht bedeutet, dass alle Männer, die vom 16. bis ins 18. Jahrhundert wegen Hexerei verbrannt oder gehängt wurden, gleichzeitig als Werwölfe angeklagt waren. Nach einer Reihe von Verfahren im Herzogtum Burgund fand 1589 in Bedburg bei Köln der in der Kriminalgeschichte bekannteste Werwolfprozess statt: Der Bauer Peter Stubbe (auch Stübbe oder Stump) wurde zusammen mit seiner Tochter und seiner Geliebten hingerichtet, weil er angeblich mindestens 13 Frauen und Kinder umgebracht hatte. Ob es sich hierbei um einen wirklichen Werwolfprozess oder um ein inszeniertes Gerichtsverfahren gegen einen politisch unbequemen Mann handelte, ist umstritten. Auf jeden Fall stieß der Fall auf große Resonanz, und selbst in den Niederlanden, in Dänemark und in England erschienen Flugblätter, teilweise mit Holzschnitten geschmückt, in denen die tatsächlichen oder angeblichen Gräueltaten des Peter Stubbe in allen Einzelheiten genüsslich geschildert wurden. Seither trug der Werwolf im Gebiet zwischen den Flüssen Erft und Rur den Namen Stüpp.

In der zumeist populärwissenschaftlichen Literatur ist häufig von ca. 30 000 Werwolfangriffen bzw. 30 000 Werwolfprozessen usw. (in einem Zeitraum zwischen 1520 und 1630 und meistens in Frankreich) die Rede, doch ist diese Zahl historisch überhaupt nicht belegt. Sie wird von allen Fachleuten in Sachen Hexen- und Werwolfprozesse als publikumswirksame Spekulation abgelehnt.

Ein Fall, der auch großes Aufsehen erregte, um 1558:

Ein Adliger befand sich auf der Jagd, als er von einem riesigen menschenähnlichen Wolf angefallen wurde. Im Kampf hieb er ihm eine Pfote ab und steckte sie als Andenken in seinen Rucksack. Auf dem Rückweg machte er bei seiner Nachbarin Rast, holte die Trophäe aus dem Rucksack. Es war eine Männerhand mit einem goldenen Ring an einem Finger, den die Nachbarin als den ihres Ehemannes identifizierte. Die Nachbarin eilte hinauf ins Schlafgemach ihre Mannes und fand ihn, wie er gerade versuchte, den blutigen Stumpf seiner Hand zu verbinden.


Zusammenfassung [Bearbeiten]Letztendlich lässt sich die Existenz von Werwölfen nicht genau beweisen, aber wiederlegen kann man es auch nicht. Es liegt an jedem selbst, zu bestimmen, wie weit man seiner Fantasie oder seinen Glauben freien Lauf lässt.

Jedoch wird der Werwolf als einer der Urängste des Menschen in unserem Unterbewusstsein immer weiterleben, egal wie sehr man ihn auch versucht zu verdrängen.


Moderne Werwolfdarstellungen [Bearbeiten]Das heutige Bild des Werwolfes wurde vor allem durch Filme geprägt. So führte Drehbuchautor Curt Siodmak erst im Jahre 1941 in dem Film „The Wolf Man“ die Idee ein, dass Menschen, die von einem Wolf gebissen werden, bei Vollmond zu einem Werwolf mutieren und dass Silber das einzige Mittel sei, einen Werwolf zu töten. Andere Versionen sagen hingegen, dass ein Werwolf stirbt, wenn er eine Mondfinsternis sieht. Auch wird Werwölfen oft die Fähigkeit zugesprochen, sich sehr schnell von Verletzungen erholen zu können.

In neuen Werken wird das Thema oft ironisch behandelt, etwa bei Christian Morgenstern, der ihn lyrisch in seinen „Galgenliedern“ dekliniert („des Weswolfs“ usw. Original) oder bei Terry Pratchett, bei dem die Werwölfin Angua als Vertreterin einer ethnischen Minderheit in die „Wache“ („The Watch“) aufgenommen wird. In „Der Talisman“ von Stephen King und Peter Straub freundet sich der Protagonist Jack mit einem Werwolfjungen an, der beim Übergang in unsere Welt kurzsichtig wird.

In dem Rollenspiel „Werwolf: Die Apokalypse“ von White Wolf spielen Werwölfe die Rolle tragischer Helden, die halb Mensch, halb Wolf für die Rettung der Welt kämpfen.

Eine neuartige Behandlung erfährt das Thema in Joanne K. Rowlings Harry-Potter-Serie mit dem Lehrer Remus Lupin. Dieser Werwolf ist ein Sympathieträger, der sich durch seine Lykanthropie unberechtigten Ängsten und Vorurteilen ausgesetzt sieht. Das mythische Phänomen des Werwolfs wird so zur modernen Metapher für chronische Krankheiten und Behinderungen in der nichtmagischen Welt. Im Gegenzug steht der Todesser Fenrir Greyback, der das Werwolfleben dermassen genießt, dass er auch als Mensch(artiger) mit Vorliebe Kinder beisst und tötet.


Werwölfe in der Literatur [Bearbeiten]George W. M. Reynolds, Wagner the Werewolf. Ware 2006 (zuerst 1847; Klassiker des Genres) ISBN 1-84022-530-0





Werwölfe in der Unterhaltungsindustrie

Auswahl von Filmen, die das Thema „Werwolf“ aufgreifen:

„The Werewolf“ (USA/Kanada 1913)
„Werewolf of London“ (USA 1935, mit Warner Oland)
„Der Wolfsmensch“ (USA, 1941, mit Lon Chaney jun., Claude Rains, Bela Lugosi)
„Cry of the Werewolf“ (USA 1944)
„The Werewolf“ (USA 1956)
„I Was a Teenage Werewolf“ (USA 1957)
„The Curse of the Werewolf“ (GB 1961)
„Lycanthropus“ (Italien/Österreich 1962)
„Der Werwolf von Washington“ (USA 1973)
„American Werewolf“ (1981)
„Teenwolf“ (USA 1985, mit Michael J. Fox)
„Silver Bullet (Spielfilm)|Silver Bullet“ (1985)
„Wolf – Das Tier im Manne“ (1994)
„American Werwolf in Paris“ (1997)
„Ginger-Snaps“-Trilogie (2000, 2004, 2005)
„Blood Of The Werewolf“ (USA 2002)
„Dog Soldiers“ (GB 2002)
„Underworld“ (2003)
„Van Helsing“ (2004)
„Verflucht“ (2005)
„Underworld: Evolution“ (2006)
,,Teenage Werewolf´´ (TV-Serie 1999-2002)

Literatur Richard Andree: Ethnographische Parallelen und Vergleiche. Maier, Stuttgart 1878 (mit Kapitel über Werwölfe u. Lykanthropie)
Utz Anhalt: Der Werwolf. Ausgewählte Aspekte einer Figur der europäischen Mythengeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Tollwut. Magisterarbeit, Universität Hannover 1999 (E-Text)
Hermann von Bruiningk: "Der Werwolf in Livland und das letzte im Wendenschen Landgericht und Dörptschen Hofgericht i. J. 1692 deshalb stattgehabte Strafverfahren", in: Mitteilungen aus der livländischen Geschichte 22 (1922-28), Seite 163-220 (wichtige Quelle zur Geschichte der Werwolfprozesse)
Walter Burkert: Homo necans: Interpretation altgriechischer Opferriten und Mythen. 2., um ein Nachwort erweiterte Auflage der Erstausgabe von 1972. De Gruyter, Berlin und New York 1997, ISBN 3-11-015098-0 (mit Kapitel „Werwölfe um den Dreifußkessel”)
Robert Eisler: Man into Wolf: An Anthropological Interpretation of Sadism, Masochism and Lycanthropy. With an introduction by Sir David K. Henderson. Spring Book, London um 1948/1950. Nachdruck: Ross-Erikson, Santa Barbara 1978, ISBN 0-915520-16-8 (psychoanalytische Studie von eher historischem Wert, aber zahlreiche sonst schwer erreichbare Quellen)
Wilhelm Fischer: Dämonische Mittelwesen. Vampir und Werwolf in Geschichte und Sage. (= Aberglaube aller Zeiten, Band 3). Strecker & Schröder, Stuttgart 1906
Brian J. Frost: The Essential Guide to Werewolf Literature. Wisconsin Press, Madison WI 2003, ISBN 0-87972-859-0 bzw. ISBN 0-87972-860-4
Wilhelm Hertz: Der Werwolf. Ein Beitrag zur Sagengeschichte. Kröner, Stuttgart 1862. Unveränderter Neudruck: Sändig, Walluf 1973, ISBN 3-500-26840-4 (erste wissenschaftliche Abhandlung zum Thema, auch heute noch unverzichtbar)
Peter Kremer: Wo das Grauen lauert. Erschröckliche Geschichten von Blutsaugern und kopflosen Reitern, Werwölfen und Wiedergängern an Inde, Erft und Rur. PeKaDe-Verlag, Düren 2003, ISBN 3-929928-01-9 (kommentierte Sagensammlung)
Peter Kremer: Der Werwolf von Bedburg. Versuch einer Rekonstruktion des Hexereiprozesse aus dem Jahre 1589. Selbstverlag, Düren 2005
John Cuthbert Lawson: Modern Greek Folklore and Ancient Greek Religion. Cambridge University Press, Cambridge 1910
Rudolph Leubuscher: Wehrwölfe und Tierverwandlungen im Mittelalter. Ein Beitrag zur Geschichte der Psychologie. Reimer, Berlin 1850
Elmar Lorey: Henrich der Werwolf. Eine Geschichte aus der Zeit der Hexenverfolgungen. Anabas, Frankfurt a. M. 1999, ISBN 3-87038-297-X (wichtig, fundiert, und gut lesbar)
Gaël Milin: Les chiens de Dieu. La représentation du loup-garou en Occident (XIe-XIXe siècles). Centre de Recherche Bretonne et Celtique, Brest 1993, ISBN 2-901737-12-9
Konrad Müller: Die Werwolfsage. Studien zum Begriff der Volkssage. Macklot, Karlsruhe 1937 (zugl. Phil. Diss., Univ. Marburg, 1937)
Leander Petzoldt: Werwolf. In: Ders.: Kleines Lexikon der Dämonen und Elementargeister. 3. Aufl. Verlag C.H. Beck. München 2003 (Erstauflage 1990), ISBN 3-406-49451-X, 182-183.
Sabine Richter: Werwölfe und Zaubertänze. Vorchristliche Vorstellungen in Hexenprozessen der frühen Neuzeit. Lang, Frankfurt a. M. u. a. 2004, ISBN 3-631-51386-0 (zugl. Phil. Diss., Univ. Gießen, 1998)
Bernhard Schmidt: Das Volksleben der Neugriechen und das hellenische Alterthum. Teubner, Leipzig 1871
Rolf Schulte: Hexenmeister. Die Verfolgung von Männern im Rahmen der Hexenverfolgung von 1530-1730 im Alten Reich. Lang, Frankfurt a. M. u. a. 2000, ISBN 3-631-35556-4 (zugl. Phil. Diss., Univ. Kiel, 1999; sehr wichtige Arbeit)
Harry Anthony Senn: Were-Wolf and Vampire in Romania. (= East European Monographs; Band 99). Boulder, New York 1982, ISBN 0-914710-93-1
Homayum Sidky: Witchcraft, lycanthropy, drugs, and disease : an anthropological study of the European witch-hunts (= American university studies: Series 11, Anthropology and sociology; Band 70). Lang, New York u. a. 1997, ISBN 0-8204-3354-3
Montague Summers: The Werewolf. K. Paul, London 1933 (Uraltklassiker, aber immer noch über weite Strecken brauchbar)
Adolf Wuttke: Der deutsche Volksaberglauben der Gegenwart. 4. erw. Auflage Ruhl, Leipzig 1925 (Erstausgabe: Agentur des Rauhen Hauses, Hamburg 1860)



http://de.wikipedia.org/wiki/Werwolf
Then of thy beauty do I question make,
That thou among the wastes of time must go,
Since sweets and beauties do themselves forsake
And die as fast as they see others grow;

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Beitragvon Dark Lúthien » Di 17 Apr, 2007 19:28

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Wendigo


Der Wendigo (Windigo, Kokodjo, Atcen, plural Wendigowak) ist ein übernatürliches Wesen der Legenden nordamerikanischer Indianer in Kanada. Er ist bekannt für seine Grausamkeit und für seine Vorliebe für Menschenfleisch. Die Indianer glauben, dass jeder, der Menschenfleisch ißt, selber zum Wendigo wird und für immer von einem unstillbaren Hunger auf Menschenfleisch gequält wird. Wendigowak leben bevorzugt im Wald. Es ist zu vermuten, dass diese Legende die Indianer in Hungerzeiten von Kannibalismus abhalten sollte.

-Der Wendigo als Gestaltwandler Die Wendigowak haben einige Parallelen zu den europäischen Werwölfen. Sie haben einerseits eine menschliche Form, in der sie nur an roten Augen zu erkennen sind. Andererseits haben sie eine Monsterform, deren Beschreibung zwischen einem haarigen klauenbewehrten Katzenmonster und einem riesigen Eisskelett variiert. Außerdem können sie eine „Schattenform“ annehmen. Allen gemeinsam ist das Herz aus Eis, das besonders in der Skelettform zum Vorschein kommt. Er ist zur Nacht des Vollmonds aktiv sowie eine davor und eine danach.


-Entstehen eines Wendigo
Es gibt 5 Möglichkeiten, wie eine Person ein Wendigo wird:

*Ruf im Traum von einem Wendigo-Geist oder der Traum ein Wendigo zu sein
*Im Wald von einem Wendigo-Geist erwischt werden
*Verzehr von Menschenfleisch
*Ein Verwandlungsritual
*Wenn man von einem Wendigo verletzt wird


-Tötung und Heilung eines Wendigo

Wendigowak können nur durch Feuer getötet werden, da nur auf diese Weise ihr Herz aus Eis zerstört werden kann. Heilung ist durch das Einflößen von heißem Talg möglich, der den Wendigo zum Erbrechen seines Eisherzens bringt.


Wendigowak in Literatur und Film

In dem Roman Friedhof der Kuscheltiere von Stephen King ist ein Wendigo die Ursache für den Fluch, der auf dem Begräbnisplatz liegt.

Der Film Wendigo, sowie das Buch Intruder von Wolfgang Hohlbein bieten weiteres Anschauungsmaterial zu diesem Thema.

In der amerikanischen Serie Charmed (Staffel 1, Folge 12 "Wendigo") haben es die 3 Hexenschwestern Prue, Piper und Phoebe ebenfalls mit einem Wendigo zu tun, von dem Piper im Park angegriffen und verletzt wird. Durch die Verletzung verwandelt sie sich ebenfalls in einen Wendigo, wird jedoch nach der Zerstörung des ersten Wendigo wieder zurückverwandelt.

In der amerikanischen Serie Supernatural (zweite Folge) bekämpfen die Brüder Sam und Dean Winchester auf der Suche nach ihrem verschwundenen Vater ebenfalls erfolgreich einen Wendigo.

Außerdem ist Der Wendigo Titelfigur einer unheimlichen Geschichte des englischen Autors Algernon Blackwood.

Im Film Ravenous − Friß oder stirb (USA 1998) bekämpft nach dem amerikanisch-mexikanischen Krieg US-Kavallerist Boyd (Guy Pearce) auch einen „Wendigo“ (Robert Carlyle).

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Wendigo

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Beitragvon Dark Lúthien » So 27 Mai, 2007 18:07

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Geri und Freki


(nord. „der Gierige” und „der Gefräßige”) In der nordgermanischen Mythologie zwei Wölfe.

Zusammen mit den Raben Huginn und Muninn gehören Freki und Geri zur Begleitung Odins, besonders als Totentiere des Schlachtfeldes.

In Walhall verzehren Freki und Geri alle Speisen, die Odin gereicht werden, während der nur den Wein trinkt:

Geri und Freki
atzt der vielberühmte,
der kampfstolze Kriegergott;
doch von Wein nur
lebt der waffenstrahlende
Odin immerdar.

(Edda, Grimnirlied, 19, zit. n. F. Genzmer)

Ähnlich heißt es auch bei SNORRI (Gylfaginning, 38 ).

In einer jüngeren Dichtung der Edda wird ein Wolfspaar Gifr und Geri genannt (Fiölsvinnsmal, 20).

Wölfe und die ihnen sehr ähnlichen Hunde werden in den Liedern der Edda sehr häufig genannt, sowohl in Gefolgschaft der Asen, wie Geri und Freki, als auch den Riesen zugehörig (Fenriswolf, Garm, Managarm, Hati und Skalli.



Odin



nord. Óðin, Odinn, Wodan, Wuotan (ahd. „Der Wütende”), Atridi („der Zureitende”); bei Langobarden Odan und Godan; nordfries. Wede, Wedke; Othan, Odon, Eovden; niederdt. Jivodan.
Er hat zahlreiche Bei- und Decknamen (Allvater, Grimnir, Har, Walvater u. v. a., siehe Namen des Odin).

Er ist Hochgott der Asen, höchste und erste Gottheit (z. B. Edda, Grimnirlied, 44), Himmelsgott sowie Kriegs- und Totengott. Als Sturmgott ist er Anführer von Wuotanes her. Odin ist Gott der Runenweisheit und Schutzgott der Skalden.

Odin ist Sohn des Urriesenpaares Borr und Bestla. Er hat zwei Brüder, Hönir und Lodr, Völuspá, 12) bzw. Vili und Ve (Gylfaginning, 6).

Drei Höfe bewohnt Odin. Den mit Silber eingedeckten Walaskjalf, den „der Ase sich in Urtagen wirkte”, Kleinodbank, wo Odin mit der Saga täglich aus Goldbechern trinkt und Froheim, in der sich die goldene Walhall dehnt (Edda, Grimnirlied 6-8 ).

Von seinem Thron Hlidskialf aus überblickt Odin die gesamte Welt. Um ihn kreisen die Raben Hugin („Gedanke”) und Munin („Erinnerung”), zu seinen Füßen wachen die Wölfe Freki und Geri.
Seinen Reichtum verdankt er seinem goldenen Ring Draupnir, der sich ständig vermehrt. Im Kampf verläßt er sich auf den Speer Gungnir, der stets sein Ziel erreicht (Skaldskaparmal, 61). Er verfügt über einen blauen Mantel, eine goldenen Helm und das Zauberpferd Sleipnir.

Seine Gattin ist Frigg. Mit ihr ist er Vater von Balder, Hödur und Hermodur.
Mit der Riesin Rind Vater des Vali, mit der Jörd Vater des Thor und mit der Gridr Vater des Vidar.

Zusammen mit seinen Brüdern Hönir und Lodur schuf Odin das erste Menschenpaar, Askr und Embla und gab ihnen die Seele (Edda, Völuspá, 11-12).

Kenntlich ist er als Anführer von Wuotanes Her an blauem Mantel (z. B. im Grimnirlied), Hut und an seiner Einäugigkeit. Ihn begleiten seine Raben und Wölfe, seine Boten sind die Walküren, die ihm die Einherier nach Walhall holen. Diese Tapfersten der gefallenen Krieger teilt sich der Walvater mit der Freyja.

Seine häufigen Reisen führten ihn zum Grund von Wissen und Weisheit, dabei verwendete er etliche Decknamen (Grimnirlied, 44, siehe Namen d. Odin).

Als Ase ist Odin wie alle dem Schicksal der Nornen unterworfen, die am Urdbrunnen an der Wurzel Yggdrasils hausen. Hier am Weltenbaum opfert er sich selbst sich selbst. Gespießt mit dem Ger hängt er neun Nächte an Yggdrasils Stamm, bis er die tiefsten Geheimnisse geschaut hat. Rufend nimmt er die Runen auf und kommt, auferstehend, vom Baum los:


„Ich weiß, daß ich hing
am windigem Baum
neun Nächte lang,
mit dem Ger verwundet,
geweiht dem Odin,
ich selbst mir selbst,
an jenem Baum,
da jedem fremd,
aus welcher Wurzel er wächst.

Sie spendeten mir
nicht Speise noch Trank;
nieder neigt ich mich,
nahm sie rufend auf;
nieder dann neigt ich mich.”
Edda, Runenlehren 25 B 1-2, hier zit. n. F. Genzmer



Nun verpfändet er seinem Onkel, dem Riesen Mimir, eines seiner Augen, um aus dessen Weisheitsbrunnen den Met Odrörir trinken zu dürfen (Wie viele Seher wird auch Odin mit eingeschränkter optischer Sehkraft geschildert). Mimir deutet Odin nun auf einem Berge (Edda, Runenlehren C 3) in neun Hauptliedern das Geheimnis der Runen (Edda, Runenlehren B 3).

Seit diesem Tod und magischer Auferstehung weiß Odin um sein und des gesamten Göttergeschlechts Schicksal und ist weisester der Götter (mit Ausnahme vielleicht der Frigg, die allerdings jegliche Auskunft verweigert). Er weiß um das Weltende Ragnarökr, wenn die Riesen aus Muspelheim gegen ihn ziehen und er selbst durch Lokis Sohn, den riesischen Wolf Fenrir verschlungen werden und sein Sohn Vidar ihn rächt.

Um auf diese Schlacht vorbereitet zu sein, holt er seitdem die tapfersten der auf der Walstatt (Schlachtfeld) verbliebenen Krieger, die Einherier, zu sich nach Walhall. Daß Odin sich diese Mühe macht, zeugt von einem tiefsitzenden Fatalismus, weiß er doch um das unabweislich dräuende Schicksal. So zieht er durch die Welt, besucht seine Schützlinge, sät Zwietracht und entzieht den Seinen - menschlich gedacht - im entscheidenden Moment seine Gunst, um, endlich und vergeblich, ein starkes Heer zu befehligen, das auf der Ebene Vigrid die letzte Schlacht schlagen wird.
Zum Beispiel brachte Odin dem mythischen Dänenkönig Harald Kriegsgeschick bei und führte ihn zu zahlreichen militärischen Erfolgen. Dann aber fuhr den König sein eigener Wagenlenker in den Tod. Es war dieser Lenker der Odin selbst, der Harald mit dieser Hinterlist zum Einherier machte.
Von Freyja verlangt er, zwischen zwei Königen tödlichen Haß zu säen. Es kommt zur gewünschten Schlacht und die Walküren bringen Odin reiche Ernte ein.

Odin wurde weithin verehrt, in Mitteleuropa als Wuotan.
Odin wurde „Gott der Gehängten” oder „Gott der Erschlagenen” genannt, weil dieses Motiv, daß an Odins Wissenserwerb anknüpft, eng mit seinem Kult verbunden sei. Die Berichte über die Kriegszüge der Wikinger enthalten Hinweise auf die Opferung Kriegsgefangener an Odin. Beispielsweise sollen nach der Plünderung der Stadt Nantes 842 die meisten Bewohner an Bäumen aufgehängt worden sein, was auf solchen Kult deute. Die Bäume seines heiligen Hains in Uppsala seien noch im 10. Jahrhundert voller aufgehängter Menschenopfer gewesen (div. Quellen, nach WALKER, 800).

Onsdag, der norwegischer Name für den Mittwoch, ist auf Odin zurückzuführen. Entsprechend verhält es sich mit der südgermanischen Form des Odin, Wodan, der zum Namensgeber des englischen Wednesday wurde (Wodansdag).

Nach Wotan wird auch die gesamte germanische Religion als Wotanismus bezeichnet. (BELLINGER, 355)


Walhall


(nord. „Gefallenen-Halle”, Walhalla, Walholl, Valhöll) In der germanischen Mythologie der Wohnsitz Odins in Asgard. Walhall lag in Frohheim (Gladsheim, vgl. engl. glad) im Hain Glesnir und wurde vom kaum überwindlichen Strom Thund umflossen.

„Frohheim ist der fünfte,
wo die funkelnd goldne
Walhall weit sich dehnt;
Odin aber
kiest alle Tage
kampftote Krieger dort.”
(Edda, Grimnismal, 8 )


In seine Trinkhalle Walhall nimmt Odin die gefallenen Helden auf, die Einherier heißen und ihm von den Walküren zugeführt werden. Man erreicht Walhall nach manchem Hindernis, etwa einem reißenden Luftstrom, durch eine Tür namens Walgrind („das heilige Tor der Gefallenen”).

Die Wände Walhallas sind aus Speeren, das Dach ist mit Schilden gedeckt (Edda, Grimnismal, 9), 540 Tore gewähren jeweils 800 Einheriern gleichzeitig Einlaß und Ausgang (Edda, Grimnismal, 24).

Mitten im Saal steht der Baum Läradr. Von seinem Laub frißt die Ziege Heidrun. Aus ihrem Euter fließt täglich Met, der für alle Einherier reicht.
Weiter äst ein Hirsch mit Namen Eikthyrnir an Ljeradr. Aus seinem Geweih strömt Wasser in Hvergelmir. Von hier aus werden alle Ströme gespeist.

Täglich ziehen die Einherjar aus und kämpfen. Wer dabei verletzt wird, wird auf wundersame Weise wiederhergestellt. Abends trifft man sich zum Gelage, ißt das Fleisch des Ebers Saehrimnir und trinkt den Met der Ziege Heidrun. Dabei erfreuen sich die Krieger am Gesang Bragis.

Zu Ragnarök wird in Walhall der Hahn Gullinkambi krähen. Dann werden aus der Halle die Einherier ausziehen. Je Tor rücken gleichzeitig 800 Einherier aus (Grimnismal, 24), um auf dem Feld Vigrid die letzte Schlacht gegen Fenrir zu schlagen, wobei ihre Vernichtung bereits gewiß ist.

Namentlich Walhall ähnlich ist die in Grimnismal 6 genannte Halle Walaskjalf, die allerdings mit Silber gedeckt ist, statt golden zu schimmern wie Walhall. Vielleicht ist ein Verhältnis wie Mond-Sonne, Nacht-Tag gemeint, wobei die dritte Halle Sökkwabeck (Grimnismal 7) beide Metalle und das vermittelnde Wasser enthält, wenn man sich die kühle Flut silbrig schimmernd vorstellt.

Nach F. ASWYNN entsprechen die im Grimnismal genannten zwölf Paläste der Asen den zwölf Zeichen des Tierkreises. Gladsheim als Halle des Odin entspreche dem Zeichen Skorpion (Blätter von Yggdrasil, 164).


Walhalla heißt auch die von KLENZE 1830 bis 1847 bei Regensburg erbaute Ehrenhalle für bedeutende Deutsche.



Quelle: http://www.sungaya.de

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