[OdHP]Die Shortstories sind online!!!

Serena
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[OdHP]Die Shortstories sind online!!!

Beitragvon Serena » Di 25 Apr, 2006 10:36

So.. ich habe beschlossen, schonmal den Thread aufzumachen, wo die Shortstories gepostet werden können.
Und deswegen hier bitte keine Feedbacks! (- in den Anmeldethread!!)
Nur die Geschichten!
Die Abstimmung erfolgt, sobald alle ihre Geschichten gepostet haben.
Ich denke, das der Contest noch bis Mitte Mai läuft.. bin noch nicht sicher. Mai sehen, wie der weitere Verlauf ist.
Meine Story folgt in Kürze hier!
Zuletzt geändert von Serena am Mi 31 Mai, 2006 13:27, insgesamt 3-mal geändert.
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Hermione
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Beitragvon Hermione » Di 16 Mai, 2006 13:16

So, ich schließe diesen Thread erstmal, damit hier keine weiteren Shortstories gepostet werden können. Wenn es dann soweit ist, dass ihr sie posten sollt, dann spricht mich Serena drauf an (oder einen anderen Mod) und dann wird der Thread wieder geöffnet.
So habe ich es mit Serena abgesprochen.

Ich habe auch auf Serenas Wunsch hin die bis jetzt geposteten Beiträge gelöscht. Serena hat sie aber alle abgespeichert, also keine Ansgt ;-)

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Beitragvon Serena » Mi 31 Mai, 2006 12:25

Der Brief
Oder: Nur eine Nacht
by: Serena


Disclaimer: Alle Figuren gehören J.K Rowling. Die Story mir.


Ein grosser dunkelhaariger Mann stand inmitten seines Büros und las wieder und wieder ebenjene Zeilen, die ihn wie niemals etwas zuvor absolut verstörten. Alles, was er je gehofft hatte, errichen zu können, zerbrach wie ein Spiegel, der einen harten Schlag abbekommen hatte.
Severus Snape hatte soeben einen Brief erhalten. Aber für ihn bedeutete dieser Brief die Entscheidung über den Rest seines Lebens.
Liebster Severus,

Es tut mir so sehr leid, was ich getan habe, das hätte alles nicht sein dürfen. Wir beide, ja, du und ich, haben uns hinreissen lassen.
Hinreißen, von der Versuchung, der Vorstellung, es gebe kein Morgen. Und doch.. es gibt ein Morgen.
Lucius ist zurück aus Askaban. Zweifellos durch seine guten Beziehungen. Ich kann und will ihn nicht verlassen. Es wäre mein Ende.. Uns bleibt nur die Hoffnung.

In Liebe,
deine Narzissa


Die Schrift war bereits recht verwischt durch die Tränen, die Severus darauf hatte sickern lassen.
Er und Narzissa hatten eine wundervolle Nacht miteinander verbracht. Sie wollte für immer bei ihm bleiben, hatte sie ihm gesagt. Und jetzt.. war sie auf und davon.
Es wäre ja auch zu schön gewesen, wenn sie, die schönste aller Hexen ihm gehört hätte. Es war zu schön, um wahr zu sein.
Die ganze Zeit hatte er, Severus Snape nur überstanden, weil er sich an den Gedanken geklammert hatte, sie bei sich zu haben. Er liebte sie doch.

Wie in Trance verliess er sein Büro im Kerker und schritt schnellen Schrittes, wie immer durch das Schloss. Seine Füsse trugen ihn ohne, das er wusste, wohin. Es interessierte ihn auch nicht. Alles, was für ihn gezählt hatte, war Narzissa gewesen.
Auf den Fluren tummelten sich Schüler, es war Halloween auf Hogwarts. Geister spielten verrückt, Schüler wie Lehrer waren ausgelassener und feierten. Nur er nicht. Wie auch. Das hatte er noch nie getan.
Minerva kreuzte seinen Weg.
„Severus! Wir dachten schon, du seist nun endgültig in deinem Kerker verschollen. Man vermisst dich am Lehrertisch. Bitte komm doch zum Essen.“ Sagte die stellvertretende Schulleiterin in einem strengen doch noch leicht freundlich beflügeltem Ton. Auch sie schien wie befreit durch die Ausgelassenheit des Festes in der Nacht zu Allerheiligen.
„Später, Minerva. Vielleicht.“ Sagte er teilnahmslos und bitterböse, wie immer.
Dann führte ihn sein Weg in stillere Gegenden des Schlosses in die sich nur selten um diese Zeit jemand begab.
Erinnerungen kamen in ihm hoch. Es waren nur kurze Bilder, die aufblitzten, wie bei einem Gewitter in dunkler Nacht. Und doch waren sie so intensiv, das er seufzte.
Ihr warmes, weiches duftendes Haar, zarte Haut, Stellen so verheißungsvoll, wie der frische Morgen.. Es schmerzte ihn in tiefster Seele all das wieder zu erleben. Er wollte sich ablenken. Aber bereit, unter Menschen zu gehen, war er auch nicht.
Seine Füße hatten ihn auf den Nordturm geführt. In seinen tiefen Gedanken hatte er gar nicht mitbekommen, wie er da hinauf gekommen war. Er handelte beinahe mechanisch, einem Inferi gleichend, der auf sein Opfer zutorkelte.
Hier blieb er stehen.
Kein Laut drang von den Feierlichkeiten zu ihm hinauf. Ein kalter, scharfer Wind wehte ihm um die grosse Nase, der er seinen perfekten Geruchssinn verdankte, die er zur richtigen Zubereitung vieler komplizierter Zaubertränke benötigte.
In seinem Kopf jedoch lief ein Film, einen Traum gleich..

Sie hatte sich auf das Gelände geschlichen. Mit allen Tricks, die die Gattin eines Todessers kannte.
Spät in der Nacht klopfte es an seine Türe. Severus in Arbeit vertieft, wie immer, wenn er nicht schlafen konnte, war verwundert. Nur in sehr seltenen Ausnahmefällen traute sich jemand, an seine Türschwelle zu treten.
Es war Narzissa. Eingehüllt in einen langen schwarzen Umhang mit einer Kapuze, die ihr Gesicht nur schlecht erkennen liess.
Als Severus die Türe geöffnet hatte, hatte sie die Kapuze vom Kopf genommen.
„Narzissa!“ hatte er verwundert geflüstert, aus Angst, jemand könne ihn hören, was eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit war, hier unten.
Sie sagte kein Wort, sondern bat stumm um Einlass. Severus hatte sie einige Sekundenlang angestarrt, wie ein Mensch, der zum ersten Male einen anderen Menschen sah.
Severus liess sie ein. Er hatte sich wieder einigermassen gefangen, doch immernoch verwunderte ihn ihr plötzlicher Besuch. Er sagte nichts, sondern wartete darauf, das sie das Wort ergriff.
„Severus.. Lucius.. er ist.. in Askaban, wie du weisst.. Es ist.. ich.. ich liebe Dich.. ich möchte nicht allein sein, Severus!“ Narzissa klang verzweifelt, einsam, traurig. Severus konnte nur zu gut nachfühlen, wie es ihr erging.
Im vergangenen Sommer war Lucius verhaftet worden. Im Ministerium mit einigen anderen Todessern.
Warum war sie nicht früher gekommen? Vielleicht hatte sie Hoffnung, das er wiederkommen würde oder alles war nur ein Missverständnis gewesen. Spätestens jetzt hatte auch sie begriffen, das Lucius nicht allzubald wieder nach Hause zurückkehren würde.
Sie trat an ihn heran. Nahe. Sehr nahe. Sie stand direkt vor ihm und fasste seine Hände, die nun das einzige waren, was ihre Gesichter voneinander trennte.
Severus wünschte sich nichts sehnlicher, als diese wohligen warmen Lippen zu kosten. Er wollte sie schmecken, sie riechen ihren warmen Körper an seinem spüren. Alles in ihm verzehrte sich nach ihr.
Fragend sah sie in seine dunklen, undurchdringlichen Augen. Als wolle sie wissen, ob er das gleiche brennende Verlangen verspürte, wie sie.
Severus war nie ein Mann vieler Worte gewesen, deswegen handelte er aus reinem Gefühl und küsste Narzissa tief und innig. Er spürte das, was diese zarten Lippen ihm versprochen hatten. Er ging vollkommen auf, in diesem Gefühl, das ihn beinahe schweben liess.
Danach hatten sie eine gemeinsame Nacht verbracht.
Severus fuhr Narzissa durch das platinblonde duftende Haar, liebkoste ihren Hals mit leidenschaftlichen Küssen. Sie seufzte und genoss, was auch immer er tat.
Er befreite sie von dem Umhang unter dem sie ein Nichts von zartrosa trug.
Gleichzeitig befreite er sich hastig von seiner nun nichtmehr vonnötender Kleidung.
Sanft, aber bestimmend führte er sie hinüber zum Bett, auf das Narzissa sich mit dem Rücken zuerst legte. Severus bedeckte ihren Körper mit Küssen vom Hals abwärts. Narzissa seufzte und stöhnte leise. Er spürte noch ihre Hände auf seiner Haut, was ihm einen wohligen Schauer über den Rücken trieb.
Spielerisch zog er sie vollkommen aus und bewunderte ihren makellosen Körper.
Fast wie ein Kind, das sein Weihnachtsgeschenk auspacken darf, freute er sich. Der Glanz in seinen Augen liess das Verlangen sichtbar werden, das auch in seinen Lenden pochte...

Fast zwei Stunden später fielen beide erschöpft nebeneinander auf die Kissen.
Sie waren verschwitzt und glücklich...

Die Erinnerung verblasste. Narzissa war nach dieser einen Nacht wieder gegangen. Am Morgen war er allein aufgewacht. Er hatte geglaubt, sie würde sich melden, zurückkommen.
Stattdessen kam der Brief, den er jetzt, hier oben auf dem Nordturm noch immer in den Händen hielt.

Das war es?
Nur eine Nacht?
Für mehr bin ich nicht gut?

Severus fühlte sich ausgenutzt und in tiefster Seele verletzt. Eine einsame Träne rann über seine Wange. Eins wusste er:

Ohne Narzissa will ich niemehr sein!

Severus stieg über die Brüstung, schloss seine Augen und sprang. Den Brief liess er auf dem Nordturm zurück.
Den letzten Gedanken widmete er Narzissa:

Ich liebe Dich..

_________________



Elf Jahre - Shiver

Disclaimer : Alle Personen außer Daria gehören JK Rowling. Die Geschichte ist meins!


Wieder einmal wachte Severus schweißgebadet auf. Jede Nacht hatte er nun diesen Traum. Jede Nacht sah er, wie der Dunkle Lord vor ihm und den anderen Todessern stand und die zwei Worte sprach. Und jede Nachte wurde er wach, bevor der grüne Lichtstrahl sein Ziel erreicht hatte.

Schwere Regentropfen klopften an das Fenster seines Schlafzimmers. Dennoch stand er auf und zog sich an, um das Haus zu verlassen und durch die verregnete Stadt zu laufen. An Schlafen war nicht mehr zu denken, und der Spaziergang würde ihm helfen, seine Gedanken zu ordnen.

Die Straßen waren leer. Nur ab und zu sah Severus ein paar Betrunkene, die aus den Gasthäusern torkelten und versuchten, heil nach Hause zu kommen.
"Muggel sind schon seltsame Gesellen", dachte er und musste lächeln, weil auch er zur Hälfte einer war. Es dauerte nicht lange, bis seine Kleidung vom Regen völlig durchnässt war. Aber das störte ihn nicht, er ging einfach weiter. Ziel hatte er keines.

Langsam zeigte sich im Osten ein heller Streifen am Horizont, bald würde es hell werden. Severus hatte die meiste Zeit seines Spazierganges auf den Boden geblickt. Als er den Kopf hob, stellte er fest, dass er sich kaum von seinem Haus entfernt hatte. Er musste ständig im Kreis gelaufen sein.

Wieder in seinem Haus angekommen, übermannte ihn die Müdigkeit, die er im kalten Regen nicht gemerkt hatte. Er legte sich in sein Bett, wagte aber nicht, die Augen zu schließen, Er wollte die Bilder nicht noch einmal sehen. Doch schließlich siegte der Schlaf. Severus schloss langsam seine Augen, er konnte sich nicht dagegen wehren.

Kaum war er in der Traumwelt angekommen, sah er wieder die vertraute Situation. Der Dunkle Lord stand vor den Todessern, denen er den Rücken zugewandt hatte. Severus konnte nicht sehen, mit wem der dunkle Lord sprach, aber er wusste es. Es war Daria. Alle beobachteten, wie der Dunkle Lord langsam seinen Zauberstab hob und ihn auf die junge Frau richtete. Zwei Worte, und ein grüner Lichtstrahl schoss aus dem Stab auf Daria zu.

"NEIN!" Severus hatte das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen, nachdem er wieder aus diesem Traum erwacht war. Eine Träne bahnte sich den Weg über seine Wange. Daria.

Er hatte sie damals kennen gelernt, als Lucius ihn dazu gebracht hatte, sich dem Dunklen Lord anzuschließen, Bereits am ersten Abend war sie ihm aufgefallen. Ihre Augen, ihr Lächeln - alles an ihr war einfach nur wunderschön. Auch sie schien Severus von Anfang an bemerkt zu haben. Wann immer ihre Blicke sich getroffen hatten, hatte sie ihn angelächelt. Nur zu gut konnte er sich daran erinnern, wie er zum ersten Mal ihre sanfte Stimme gehört hatte. Er hatte das Gefühl, über alles mit ihr sprechen zu können, und auch sie hatte ihm sehr viel von sich erzählt. Bald hatten sie sich auch alleine getroffen, ohne dass der Dunkle Lord sie zu sich gerufen hatte. Und schließlich war es zu einem ersten zaghaften Kuss gekommen.

Severus fühlte noch immer ihr zarten Lippen auf seinem Mund. Nie würde er dieses Gefühl vergessen. Eine weitere Träne zog eine feuchte Bahn über sein Gesicht. Daria. Es waren beinahe elf Jahre vergangen seit dieser Nacht, als Severus Daria zum letzten Mal gesehen hatte. Und noch immer rief die Erinnerung daran all diese Gefühle hervor.

Severus war damals sehr glücklich gewesen. Er wurde respektiert, geachtet und geliebt. Aber er hatte den Fehler gemacht und Lucius Malfoy von seinem Glück erzählt.

Die Treffen mit Daria waren immer intensiver geworden. Aus den zaghaften Küssen wurden leidenschaftliche, fordernde Küsse. Und schließlich diese eine Nacht, die Severus mit Daria verbracht hatte. Eine einzige, wundervolle Nacht.

Wieder kullerte eine Träne über seine Wange. Dennoch lächelte er bei dem Gedanken an diese Nacht. Nie zuvor war er einem Menschen so nahe gewesen. Und nie wieder würde er einem Menschen je wieder so nahe sein.

In den Wochen nach ihrer gemeinsamen Nacht hatte Severus Daria nur sehr selten gesehen. Er hatte sich nicht erklären können, warum sie ihm aus dem Weg gegangen war. Sie hatte kaum mehr ein Wort zu ihm gesagt. Nach scheinbar ewig langen Wochen hatte er sie darauf angesprochen und Daria hatte ihm erklärt, dass sie ein Kind erwarte, sein Kind. Und dass sie auf ihr Gefühle zu Severus angesprochen worden war, dass sie sich von ihm fernhalten sollte, schließlich war Severus die rechte Hand des Dunklen Lords, und nur er hatte Severus' vollkommenes Vertrauen und seine Loyalität verdient. Dann hatte sie sich umgedreht und war weggegangen. Er hatte sie nicht daran gehindert.

Lucius war damals Severus' bester Freund gewesen, und natürlich hatte er ihm auch erzählt, dass Daria ein Kind von ihm erwartete.

Severus schüttelte den Kopf, als er daran dachte, was er damals für eine Dummheit gemacht hatte. Wenn er Lucius nichts davon erzählt hätte, wäre das alles nicht passiert. Er schluckte, um nicht noch eine Träne vergießen zu müssen.

Nach diesem Gespräch mit Daria waren Wochen, sogar Monate vergangen, ohne dass Severus etwas von ihr oder dem Dunklen Lord gehört hatte. Bis zu jenem Abend. Das Mal auf seinem Arm hatte furchtbar zu brennen begonnen, ein Zeichen dafür, dass der Dunkle Lord seine Gefolgsleute zu sich rief.

Daria hatte am Boden gelegen, die Todesser waren um sie herumgestanden. Severus hatte sie nicht sehen können, der Dunkle Lord war zwischen ihnen gestanden. Aber er hatte genau gewusst, was passierte. Daria musste sterben, weil Severus, einer der treuesten Diener des Dunklen Lords, sie mehr geliebt hatte. In dieser Nacht hatte Severus beschlossen, sich von ihm abzuwenden. Ihm war klar geworden, dass dieser Weg der falsche war. Ihm war klar geworden, dass er bereits zu viele Fehler gemacht hatte.

Elf Jahre waren seit dieser Nacht vergangen. Elf Jahre, in denen Severus Nacht für Nacht die Szene erneut erlebte. Elf Jahre, die er als Lehrer an Hogwarts verbracht hatte, in der Hoffnung, irgendwann sein Kind zu sehen.


_________________

Von:~Snape~

Disclaimer: Alle Figuren gehören J.K Rowling. Der Rest ist meins!

Große Regentropfen fielen in schneller Reihenfolge auf den dreckigen Boden, die Häuser und gegen die Fenster. Es war weit nach Mitternacht und die Straßen waren wie ausgestorben. Der einzige Klang war das Heulen der Windes und das gelegentliche miauen einer Katze.
Auf einmal bog eine dunkle Gestalt um die Ecke, deren Umrisse im dichten Nebel nur schwer zu erkennen waren. Die Gestalt bog um eine weitere Ecke, gelang zu Spinner’s End und betrat ein stark herunter gekommenes Haus. Sie zündete eine Kerze an, doch durch das schwache Licht das von dieser Kerze ausging wirkte das Haus noch immer sehr düster. Die Gestalt nahm die Kapuze ab und man konnte die schwarzen Haaren und das blasse Gesicht von Severus Snape erkennen.
Es sah noch blasser aus als sonst und tiefe Falten vor Sorgen waren auf der Stirn sichtbar. Er setzte sich in einen Sessel neben dem Kamin und vergrub sein Gesicht in den Händen. Wie konnte das nur geschehen sein? Warum hatte er es nur so weit kommen lassen? Hätte er nicht einfach schweigen können? Sein ganzes Leben schien in dieser einen Nacht zuende gegangen zu sein. Und das alles nur durch einen kleinen, dummen Fehler.

Vor wenigen Stunden noch schien die Welt heil zu sein. Den ganzen Vormittag über hatte er genüsslich kalte Getränke im sonnenbeschienenen Hinterhof getrunken und dem fröhlichen Vogelgezwitscher gelauscht, das nur selten durch die rufe glücklicher Kinder gestört wurde. Er hatte es sich einfach gut gehen lassen und das herrliche Wetter genossen, als das Dunkle Mal, das auf seinem linken Unterarm zu sehen war, plötzlich angefangen hatte zu brennen. Der Dunkle Lord brauchte seine Hilfe und es war völlig klar für Severus ihn nicht warten zu lassen. Er hatte sich auf den Weg zu seinem Herren gemacht in der Erwartung von ihm eine Aufgabe zu bekommen. Doch anstatt einer Aufgabe erwartete ihn etwas völlig anderes. Spätestens als er ankam, so dachte Severus jetzt, hätte er erkennen müssen, dass es eine Falle war. Doch das hatte er nicht.
Der Dunkle Lord hatte ihn zu einem ungewöhnlichen Ort für ein Treffen geschickt – zu dem verbotenen Wald der Nahe Hogwarts liegt. Er sagte Severus solle ihm dort etwas Einhornblut besorgen, damit sich der Herr noch zusätzlich stärken könne für einen schweren Kampf.

Severus machte sich sofort auf den Weg. Das Wort des Meisters war Gesetz und an dieses wollte er sich halten. Der Wind brauste ihm um die Ohren als er mit dem Besen durch die kalte Abendluft flog. Der Himmel hatte sich sehr schnell verdunkelt und kündigte ein Gewitter an. Doch das alles machte ihm nichts aus. Er wollte nur seinen Auftrag erledigen, er konnte es sich nicht leisten aus Eitelkeit einen Befehl des Dunklen Lords nicht zu erfüllen. Wo er es doch so weit nach oben geschafft hatte. Der Lord vertraute ihm, er erzählte ihm alles und das sollte auch so bleiben.

Nach einer kurzen Strecke landete er im Schatten der hohen Bäume des verbotenen Walds. Hier gab es keinerlei Vögelgezwitscher und Kinderschreie, doch dies störte Severus reichlich wenig. Es war schön endlich einmal Ruhe vor allem zu haben. Doch er konnte nicht lange darüber nachdenken, denn just in diesem Moment hörte er ein Rascheln in den Baumkronen und gleich darauf landeten zehn in Kapuzenumhänge gehüllte Personen in einem Kreis um ihn.
Es waren Todesser. Aber nicht irgendwelche. Acht männliche Personen standen in diesem Kreis, einer davon war Lord Voldemort selbst. Auch Lucius Malfoy war anwesend und dann noch zwei Frauen – Narzissa Malfoy und ihre Schwester Bellatrix.

Narzissa schien zu weinen, es war ein leises Schluchzen zu hören und Severus wusste nicht warum sie weinte, er hatte nur den Wunsch sie zu trösten, doch er wusste er konnte dies nicht wagen. Nicht nur ihr Ehemann war anwesend, sondern auch der Dunkle Lord, welcher Liebe verabscheute. Er fragte warum sie so zahlreich gekommen waren doch dann schubsten sie Narzissa zu ihm in den Kreis, rückten näher zusammen und Severus begriff langsam.
Dies war eine Falle!
Irgendwer musste ihn belauscht haben als er damals voller Glücksseligkeit im Tropfenden Kessel erzählt hatte welch wundervolle Nacht er einst mit Narzissa verbracht hatte. Er war damals angetrunken und nicht bei sich als er dies erzählt hatte, es stimmte allerdings – Narzissa und er, sie liebten sich heimlich. Doch sie hatte Angst vor Lucius und so mussten sie ihre Beziehung immer geheim halten. Warum hatte er an diesem verdammten Abend nur alles ausgeplaudert?
Er konnte sich noch nicht einmal mehr richtig erinnern wem er es gesagt hatte und wie viel genau. Und nun standen sie dort. Ihm wurde klar, dass alle hier versammelten Todesser über ihre Affäre bescheid wussten und wünschte sich die Zeit zurück drehen zu können. Doch das ging leider nicht.

Die restlichen vermummten Personen gingen einige Schritte auf sie zu. Nun schien die eins so schöne Ruhe unerträglich. Er wusste hier würde sie keiner sehen. Und Schreie waren zwecklos. Im Schloss war niemand, denn es waren Sommerferien. Zentauren, die einzigen Geschöpfe die im Wald hausten und ihm nützlich sein könnten würden einem Menschen sowieso nicht helfen. Es war aussichtslos.
Narzissa begann lauter zu schluchzen und dann, ohne jegliche Warnung schoss grünes Licht aus Voldemort’s Zauberstab direkt auf Narzissa zu. Lucius und Bellatrix murmelten etwas, sie habe es nicht anders verdient. Der Lord stieß ein kaltes, lautes Lachen aus und richtete seinen Zauberstab nun auf Severus. Doch diesmal war dieser schneller. „Protego!“ schrie er ein paar mal, während die Todesser allesamt Flüche auf ihn feuerten, schnappte sich seinen Besen und verschwand so schnell er konnte zwischen den Baumwipfeln.

Nun saß er also da, in dem alten Sessel in seinem Haus und bei der Erinnerung an den Tod Narzissa’s kullerte eine dicke Träne über seine Wange. Seine geliebte Narzissa, einfach Tod. Er konnte es nicht glauben. Gab es überhaupt noch Hoffnung? Nun verfolgten ihn sämtliche seiner früheren Freunde und es war nur eine Frage der Zeit - da war sich sogar er sicher - bis sie ihn finden würde.
Nein, dachte es sich. Es hatte keinen Sinn weiterhin zu leben. Nicht so, nicht ohne Narzissa. Und ohne zu zögern richtete er sich seinen eigenen Zauberstab auf seine Brust und sagte mit fester Stimme: „Avada Kedavra!“


_________________





Disclaimer: Alle Figuren gehören J.K Rowling nur Eileen nicht. Die Fragen, die ich aus einem Gedicht mit eingebracht hab, sind auch nicht von mir, aber die Geschichte!

Die Richtige by: ~Snape~

Die Sonne schien schon den ganzen Tag über, so dass die Luft angenehm warm war. Es war gegen 13 Uhr, doch es gab keinerlei Anzeichen für die Mittagsruhe, die eigentlich gerade begonnen hatte.
"Früher hätten wir um diese Zeit nicht schreiend im Garten rennen dürfen", dachte Severus Snape als er die Kinder im Hinterhof beobachtete. Und doch war ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht.
Heute war ihm alles egal. Sein Haus hätte über ihm zusammenbrechen können und es wäre ihm egal gewesen. Man hätte ihm seine wertvolle Sammlung alter Bücher über die exakte Zubereitung von Zaubertränken wegnehmen können, es hätte ihm nichts ausgemacht. Hätte man ihm seinen ganzen Besitz weggenommen, so würde er noch immer etwas besitzen. Etwas viel wichtigeres als eine Sammlung alter Bücher oder einem schäbigen Haus: seine Liebe zu Eileen.
Ja, als er sie das erste Mal vor drei Wochen gesehen hatte wusste er schon, dass sie die Richtige war.
Er liebte sie über alles und heute sollte endlich der große Tag gekommen sein, an dem er ihr diese Liebe gestehen würde.

Er hatte alles vorbereitet. Erst würde er für sie kochen, ein richtiges Dreigänge Menü. Dazu gab es den besten Elfenwein den er besaß, natürlich würde er diesen in vergoldeten Kelchen ausschenken. Dann wäre es Zeit für einen Spaziergang durch den Park am anderen Ende des Dorfes und dort, bei der kleinen romantischen Bank zwischen den Rosensträuchern, dort wollte er ihr alles sagen.
Severus seufzte glücklich auf als er aus diesem Gedanken erwacht und richtete sich auf um die letzten Vorbereitungen für den Abend zu treffen.
Er zauberte eine Strauß roter Rosen aus dem Nichts auf den Tisch, deckte diesen mit seinem edelsten Besteck, räumte die letzten Bücher beiseite, die in dem großen Raum verstreut waren und zog sich seinen besten Umhang an.

Der Vormittag war wie im Flug vergangen und die große Standuhr in der Küche zeigte schon 19 Uhr, als er sich endlich erschöpft aber zufrieden in den Sessel sinken lies. Nur noch eine halbe Stunde, dann war es soweit. Die Minuten wollten jedoch einfach nicht vergehen, es war als würden die Uhren langsamer ticken als gewöhnlich und es schien eine Ewigkeit zu brauchen, bis es endlich an der Tür klingelte.

Hastig stand Severus auf, zündete die Kerzen auf dem kleinen Tisch an, holte das Essen aus dem Ofen und öffnete die Tür. Da stand sie. In einen dunklen Umhang gehüllt welcher ihrem gebräunten Gesicht eine geheimnisvolle Art verlieh.
Sie zog ihre Kapuze herunter und schüttelte ihr langes braunes Haar. Severus hätte ewig dastehen können und in diese wunderbaren blauen Augen schauen können die so verführerisch leuchteten. Er konnte sich keine schönere Person als Eileen vorstellen.
Nach einer leider viel zu kurzen Umarmung bat er sie ins Wohnzimmer, wo der gerichtete Tisch auf sie wartete.
Es war herrlich dort zu sitzen und ihrer sanften Stimme zu lauschen oder dem wundervollen Lachen, das sie so gerne ausstieß. Sie redeten viel zusammen, über die Geschehnisse in der Zauberwelt, die Arbeit, Rezepte für besondere Zaubertränke, über das herrliche Wetter und machten sich über Wurmschwanz lustig, welcher in der Woche zuvor erwischt wurde bei dem Versuch bei Severus einzubrechen da er vergessen hatte die lächerliche, aber in diesem Fall nützliche Muggelalarmanlage auszuschalten, die noch von dem Vorbesitzer im Haus angebracht war.

Als sie den Nachtisch verzehrt hatten und das letzte Glas Elfenwein geleert wurde war es draußen schon dunkel und man hatte die Straßenlaternen angemacht.
Sie machten sich langsam auf den Weg. Die Luft war noch immer schön warm und es war herrlich mit ihr durch die verlassenen Straßen zu schlendern.
Schließlich erreichten sie den Park von dem ein starker Blumengeruch ausging. Sie setzten sich gemeinsam auf die kleine Bank zwischen den Rosensträuchern und genossen den Ausblick auf das Meer von Blumen.
"Nun komm schon" dachte Severus "sag es ihr endlich!" Obwohl er ziemliches Herzklopfen hatte atmete er noch einmal tief durch und sagte dann mit fester Stimme: "Eileen, ich weiß, wir kennen uns jetzt erst seit drei Wochen, doch es kommt mir wie eine Ewigkeit vor. Jede Minute die ich ohne dich verbringe ist eine Verschwendete. Ich kann es nicht länger für mich behalten. Ich liebe dich.“ Eine kurze Pause trat ein bis es Severus nicht länger aushielt und von neuem begann zu sprechen „Magst du mich denn? Bin ich in deinem Herz?“ „Nein“ sagte sie mit klarer Stimme. „Und wenn ich weggehen würde, würdest du um mich weinen?“ fragte er mit leiser Stimme.
Sie sagte wieder nein.

Traurig ging Severus davon. Er hatte sich alles so schön vorgestellt. Wie es wäre ihre weichen Lippen zu küssen, sie in seinen Armen zu halten und vielleicht eines Tages gemeinsam Kinder großzuziehen. Er wollte nur noch nach Hause und weinen.
Doch dann packte ihn jemand von hinten am Arm. „Ich mag dich nicht, ich liebe dich.“ sagte die sanfte Stimme von Eileen. „Du bist nicht in meinem Herz, du bist mein Herz. Ich würde nicht um dich weinen, ich würde für dich sterben!“

Es war, als würde ein riesiges Feuerwerk in Severus’ Bauch explodieren. Er zog sie zu sich und sie küssten sie innig. Er hätte die ganze Welt umarmen können, so glücklich war er. Dicht umschlungen machten sie sich gemeinsam auf den Weg zurück zu Spinner’s End und verschwanden in der Dunkelheit.

_________________




Zu spät by: Shiver

Disclaimer: Die Personen gehören JK Rowling, die Handlung ist meins!

Langsam ging Severus den schmalen Weg entlang. Die weißen Kieselsteine am Boden leuchteten im hellen Licht des Vollmondes. Jeder seiner Schritte verursachte ein leises, kaum hörbares Knirschen der Steine unter seinen Füßen. Ein leichter Wind wehte durch die Bäume, die Blätter raschelten leise.

Severus blieb stehen und blickte zum Mond. Wie ein Scheibe aus purem Silber hing er am samtschwarzen Nachthimmel. Ihm war bisher nie aufgefallen, was für ein wundervoller Anblick das war. Es fiel ihm sichtlich schwer, seine Augen wieder von diesem Himmelskörper abzuwenden. Nach scheinbar endlosen Augenblicken ging er weiter. Sein Umhang flatterte im Wind, der immer mehr an Stärke zunahm. Das Rascheln der Blätter wurde lauter.

Noch einmal blieb Severus stehen, um seinen Blick zum Himmel zu richten. Wolkenfetzen zogen vor dem Mond vorbei, die Sterne waren zum größten Teil bereits hinter den Wolken verborgen. Severus ahnte, dass es wohl bald zu regnen beginnen würde, aber es war ihm egal. Langsam ging er wieder weiter. Er würde jetzt nicht umkehren. Zu lange hatte er es bereits aufgeschoben, diesen Weg zu gehen. Nun würde er sich nicht durch das Wetter davon abhalten lassen.

Der Wind entwickelte sich langsam zu einem leichten Sturm. Aber unbeirrt ging Severus seinen Weg weiter. Er musste seinen Umhang festhalten, damit er nicht vom Wind weggetragen wurde. Hin und wieder verschwand das Licht des Mondes, und Severus wusste, dass es nicht mehr nur Wolkenfetzen waren, die über den Nachthimmel zogen. Die ersten Regentropfen fielen herab, doch er beschleunigte seine Schritte nicht.

Er hätte nicht gedacht, dass es ihm so schwer fallen würde, diesen Weg zu gehen. Inzwischen war das Pfeifen des Windes immer lauter geworden, so dass die Kieselsteine am Weg seine Schritte stumm zu empfangen schienen.

Ein letztes Mal blieb Severus stehen. Er blickte sich um. Überall waren kleine Lichter zu sehen, die ihm vorher gar nicht aufgefallen waren. Er fühlte, wie sein Herz scheinbar immer schwerer wurde. Severus wusste, dass er schon viel früher hätte hierher kommen sollen.

Langsam setzte er wieder einen Fuß vor den anderen. Sein flatternder Umhang streifte die Blumen, die die anderen Gräber schmückten. Schließlich hielt er vor einem großen, weißen Grabstein an. Wieder und wieder las er die goldene Inschrift:
Here lies
Eileen Snape
Beloved Mother
Warmhearted Wife
1933 - 1978


Sie hatte es nie verkraftet, dass Severus sich den Todessern angeschlossen hatte. Sie hatte sich selbst die Schuld daran gegeben. Und mit dieser Schuld wollte sie nicht länger leben.

Der Regen wurde heftiger. Wasser tropfte von Severus' Haaren. Auch sein Umhang bot ihm nur wenig Schutz. Noch immer starrte er auf den Grabstein. Severus fiel auf die Knie. Wenn sie doch nur noch erlebt hätte, dass er sich letztendlich doch gegen Voldemort gestellt hatte!

Seinen Blick noch immer auf die goldenen Lettern gerichtet, sagte er schließlich die Worte, die seit dem Betreten des Friedhofes in seinem Kopf spukten: "Es tut mir Leid, Mutter!"


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[color=green]Disclaimer: Alle Figuren aus Harry Potter gehören Joanne K. Rowling, alle weiteren haben mit lebenden Personen nichts zu tun.



Zwischen den Zeilen
von: Grünauge




Muggelbesuche lohnen sich nicht.

Zu gerne hätte Severus Snape dieses alte Magiersprichwort als Ausrede benutzt, um zuhause in seinem schönen, dunklen Kerker bleiben zu können. In der Tat gab es zwischen Magiern und Muggeln tatsächlich wenig Berührungspunkte, und noch seltener waren die Begebenheiten, bei denen Magier in irgendeiner Weise von Muggeln profitiert hätten. Die wenigsten Zauberer schätzten daher Nichtmagische, und er, Severus Snape, machte da keine Ausnahme - im Gegenteil: Das Sprichwort hätte von ihm sein können.
Er hasste Muggel, er hasste es, sich mit ihnen abzugeben und er hasste es, wie jetzt in diesem
Moment, durch Muggelstraßen zu laufen.
Aber dieses mal ging es nicht anders. Zuviel hing davon ab.

Mit schnellen Schritten eilte er durch den prasselnden Regen. Kaum ein Mensch hatte sich bei diesem Wetter auf die Straßen gewagt. Und das war vielleicht auch gut so, denn nicht wenige wären beim Anblick dieses böse aussehenden, unheimlichen Mannes, dessen schwarzer Umhang sich im Sturm
dämonisch aufbauschte, vor Schreck erstarrt.
Endlich hatte er das Haus erreicht, das er suchte. Im Wohnzimmer brannte Licht.

Der Kerl war also noch wach.

Den Zauberstab schon in der Hand, konnte er nur schwer der Verlockung widerstehen, die stilvolle viktorianische Tür mit einem leuchtenden Blitz aufzusprengen, ja, in tausend Teile zerbersten zu lassen; aber er war vernünftig, beherrschte sich und ließ stattdessen nur den schmiedeeisernen Türklopfer laut gegen das Holz krachen.
Er durfte kein Aufsehen erregen. Das würde sie ihm vielleicht übel nehmen.
Und was sie dachte, war ihm äußerst wichtig - würde ihm immer wichtig sein.
Insofern hing alles davon ab, wie gut es ihm gelang, diesen Burschen vollkommen einzuschüchtern,
so dass er sich gar nicht erst traute, ihr die Wahrheit zu erzählen.
Aber erstens hätte sie ihm die Wahrheit wohl sowieso nicht geglaubt....keiner hätte das (an dieser Stelle
grinste Snape hämisch in sich hinein) und zweitens war Einschüchtern eine seiner leichtesten
Übungen.

Als die Tür geöffnet wurde, waren zwei Personen gleichermaßen perplex:
Snape, weil er nicht mit Hausangestellten gerechnet hatte, und die Haushälterin.....ja dafür
bedarf es wohl keiner Erklärung:
Wer jemals bei einem düsteren Gewitter eine Tür geöffnet und davor einen Mann wie diesen gesehen hätte - bleich wie der Tod, mit strähnigen langen schwarzen Haaren, und Augen, kalt wie zwei
leere schwarze Tunnel - der hätte sich wohl genau so unbehaglich wie eben diese arme Haushaltshilfe gefühlt. Da half es auch nichts, dass sie eigentlich eine äußerst resolute Person war und nicht weniger
als fünf ziemlich anstrengende Jungens großgezogen hatte.

Vor allem, da der Unheimliche sich nun so nah zu ihr herunterbeugte, dass sie seinen fauligen
Atem roch und er sie, ohne aus den Augen zu lassen, anblaffte:

„WO IST ER?“

Zuerst konnte sie gar nichts sagen.
Aber er schien sowieso nicht auf eine Antwort zu warten, sondern rempelte an ihr vorbei, den
Zauberstab griffbereit in seiner knochigen bleichen Hand.
Erst als er einpaar Meter von ihr entfernt war, fand sie ihre Sprache wieder:
„Aber.....Sir....Sie dürfen da nicht rein.....er ist gerade in einer wichtigen Besprechung....“
Er drehte sich um und bleckte seine gelben Zähne zu einem diabolischen Grinsen:
„Glaubst du tatsächlich, du könntest mich aufhalten?!“

Zugleich hatte er ihren Blick verfolgt.
Nun zog er spöttisch eine Augenbraue nach oben. „Aha, diese Tür......wie schön - das erspart mir das lästige Suchen.“ Er kräuselte verächtlich die Lippen :“Ergebensten Dank, Gnädigste!“

Sie stand so völlig sprachlos da, unfähig sich zu bewegen und so verängstigt, dass ein Schockzauber eigentlich unnötig gewesen wäre. Aber Severus Snape überließ nichts dem Zufall, und wann immer er diejenigen, die sich ihm in den Weg stellten, verzaubern konnte, tat er es auch. Und - er genoss es: „Petrificus totalus!“

Dann trat er durch die Tür.

In dem dahinter liegenden stilvollen Wohnzimmer saßen eine blonde Frau und ein auffallend gut gekleideter Herr, die sich offenbar angeregt unterhalten hatten. Auf dem Tisch standen zwei langstielige Gläser, je zur Hälfte ausgetrunken.
Die Frau saß mit dem Rücken zu ihm und zuerst beachtete Snape sie gar nicht.

Bis sie sich umdrehte.

In dem Moment wurde Severus Snape noch bleicher als je zuvor, so bleich, wie ihn noch nie jemand gesehen hatte.

Und sie?
Sie stieß einen erschreckten spitzen Schrei aus, dann presste sie beide Hände vor den Mund, die blauen Augen weit aufgerissen.
Die unterschiedlichsten Gefühle spiegelten sich darin: Fassungslosigkeit, eine winzige Spur Unsicherheit, taumelnde Verwirrung, aber an erster Stelle, alles andere überlagernd, stand ganz unzweifelhaft:
Die pure Faszination.

„Oh mein Gott!!!“ stammelte sie völlig überrumpelt und dann, so atemlos, dass man es kaum hören konnte: „.....Snape!“
Es klang ungläubig, und doch fühlte sie tief in ihrem Innersten sofort, dass es keinen Zweifel gab.
Sie wusste es einfach.
Der gutgekleidete Herr, der zuerst etwas Wütendes über den ungebetenen Eindringling hatte sagen wollen, überlegte es sich nun offenbar anders, klappte seinen Mund wieder zu und zog nur erstaunt
eine Augenbraue hoch, während er gespannt zwischen der Frau und Snape hin und her blickte.

Es dauerte sehr lange, bis sie ihre Fassung wieder gewonnen hatte. Ein Wunder, dass es ihr überhaupt gelang. Aber schließlich besaß sie genug Phantasie, um auch mit einer solchen Situation fertig zu werden.
„Severus Snape.......du bist es wirklich!“
sagte sie, wobei ihre Stimme nun einen geradezu feierlichen Klang annahm.
Es hätte nicht viel gefehlt und ihr wären die Tränen gekommen.

Auch Snape war sichtlich bewegt.
Er stand noch immer im Türrahmen, der regennasse Umhang klebte an seinem Körper, so dass man deutlich sah, wie sich sein Brustkorb heftig hob und senkte.
Wer hätte auch ahnen können, dass sie gerade hier und heute aufeinander treffen würden.....

Als er sprach, war jeglicher Spott, jeglicher Sarkasmus, den man doch sonst so von ihm gewöhnt war, aus seiner Stimme verschwunden.
Beinahe demütig senkte er sein Haupt und sagte leise und ehrfurchtsvoll:

„Ich freue mich sehr, Ihnen nun endlich einmal persönlich zu begegnen, Mrs. Rowling.“

Als er wieder aufblickte, sah er, dass sie gerührt lächelte und nun doch verdächtig feuchte Augen bekam.
„Die Freude ist ganz auf meiner Seite....“ sagte sie leise und langsam, wie jemand, der Angst hat, dass ihm gleich die Stimme versagt.
Sie machte einen Schritt auf ihn zu und betrachtete ihn immer noch fasziniert von oben bis unten.
Er war ganz genauso, wie sie ihn sich immer vorgestellt hatte – wie sollte es auch anders sein. Aber ihn nun wahrhaftig zu sehen, das war der pure Wahnsinn.
Sie wusste nicht, ob sie weinen oder lachen sollte.
„Ich weiß, dass du es bist. Du bist genauso, wie ich dich erdacht habe! Oh mein Gott, du bist es tatsächlich, es gibt keinen Zweifel! Aber wie ist das möglich? Wie bist du hier her gekommen, Severus? Wie hast Du es geschafft, aus meiner Fantasiewelt in die Wirklichkeit zu gelangen??“

„Es ist dem Apparieren nicht unähnlich.“ antwortete er auf eine distinguierte Weise, um dann –nicht ohne eine entsprechende Portion Selbstgefälligkeit- noch hinzuzufügen: „Wobei ich allerdings Zweifel hege, ob dies jedermann gelänge. Es erfordert allerhöchste Konzentration und mentale Stärke.“
Sie nickte.
„Die Stärke, die ich dir gegeben habe......“
Er zog die Augenbraue hoch (und ihr Herz hüpfte vor Freude, als sie sah, wie echt das aussah) und
sagte leise:
„Die Stärke, die Sie mir vor allem zwischen den Zeilen gegeben haben......“

Sie lächelte wissend. Gleichzeitig war sie aber voller Fragen.
„Warum bist du hierher gekommen, Severus?“
Snapes Blick wanderte mit sichtlichem Unwillen zu dem Hausherrn, der noch immer ruhig in seinem Sessel saß.
„Wegen ihm.“
Die blonde Frau sah ihn fragend an.
„Ja, aber warum?“

Eine steile Falte grub sich in die Stirn des Zaubertränkemeisters.
„Er ist nicht ich!“ antwortete er und man hörte die unterschwellige Wut in seiner Stimme. „Ich möchte, dass er kündigt.“
„Im Leben nie! Er ist ideal!“ sagte die Frau und sah zu dem Mann, der ebenso wie Snape nun seine Augenbraue erhoben hatte, nur war es die rechte, statt die linke.
„Außerdem ginge das gar nicht.“ fuhr sie fort, „Mr. Rickman hat einen Vertrag. Ich kann ihm gar nicht kündigen, selbst wenn ich das wollte!!“

Der Mann hatte sich erhoben: „Hören Sie....“ begann er mit einer beeindruckend sonoren Stimme und hob beschwichtigend die Hände.
„Ich weiß nicht, was Sie....“
„Halten Sie den Mund!“ unterbrach ihn Snape barsch, wobei seine Augen zornig funkelten.
„Noch ein Wort, und ich hetz ihnen einen Fluch auf den Hals! Und ich kann das gut, fragen Sie sie!“
Der Mann senkte seine Hände und verstummte.
Wieder zog er dabei die Augenbraue hoch und man sah, dass ihm die ganze Situation nicht passte. Aber er gehorchte, während Snape triumphierend die Lippen kräuselte.

„Severus!“ sagte nun die blonde Frau beschwichtigend. „Was soll das? Ja, er ist nicht genauso wie du....aber du musst zugeben, dass er....nun er....“ sie rang nach Worten.
Am liebsten hätte sie gesagt >aber er hat was, dass die Zuschauer lieben< doch sie ahnte instinktiv, dass gerade das etwas war, war Snape nicht hören wollte.
„Nun, sooooo anders ist er auch nicht.“ fügte sie daher nach einer kurzen Pause hinzu und lächelte versöhnlich. „.....alleine die hochgezogene Augenbraue!“

Sofort senkten beide Männer ihre Augenbrauen indem sie fast gleichzeitig die Stirn runzelten, worauf
die Frau amüsiert auflachte.

„Das ist auch das Einzige!“ zischte Snape.
Wieder wollte der Mann etwas sagen, aber sofort richtete Snape bedrohlich den Zauberstab auf ihn.
„Unterschätzen Sie mich nicht!!! Wenn ich es geschafft habe, in Ihre Welt zu treten, dann schaffe ich es auch, Ihnen einen unverzeihlichen Fluch auf den Hals zu hetzen!“ fuhr er ihn wütend an.

Nun wurde aber auch die Frau ärgerlich.
„Verdammt, Severus, was soll das? Noch immer habe ich hier das Sagen!“
Und obwohl sie einiges kleiner war als er, baute sie sich bedrohlich vor ihm auf.
„Wenn du ihm nur ein Haar krümmst, ist das dein Ende! Vergiss nie: Ich bestimme dein Schicksal!!“

Widerwillig zog Snape seinen Zauberstab zurück.
„Entschuldigen Sie, Mrs. Rowling, es tut mir leid.“ murmelte er verschlagen, es klang alles andere als überzeugend.
Die Frau betrachtete ihn interessiert.
„Was hast du gegen ihn? Sag mir den Grund! Schließlich kann es dir doch egal sein, wie er.....“

„Es ist nicht egal!“ unterbrach sie Snape, noch immer wütend. „Er macht mich lächerlich! Seit er
mich im Film spielt, ist alles durcheinander geraten! Ich bekomme täglich Fanpost, man lässt mich nicht mehr in Ruhe, man lauert mir auf, fotografiert mich ungebeten, schreibt mir frivole Briefe und.....“
„Aber Professor....“ begann der Mann wieder, aber Snape gab ihm keine Chance.
„Die Stimme!“ giftete er und wandte sich wieder mit zornig blitzenden Augen der Frau zu. „Allein diese Stimme! Warum haben Sie einen Mann ausgesucht, der solch eine Stimme hat?! Meine Stimme ist näselnd und schnarrend! Das haben Sie selbst geschrieben!!!“

Er ging einpaar Schritte auf den Mann zu. „Und dann: Von wegen gelbe Zähne! Seine Zähne sind überhaupt nicht gelb. Ja, und selbst diese Perücke, die im Film er trägt, sieht aus wie frisch gewaschen! Dabei haben Sie selbst immer geschrieben, dass meine Haare fettig sind, was ja auch der Fall ist!“ Und wie zum Beweis wischte er sich eine seiner schmierigen Haarsträhnen aus dem Gesicht.

„Aber Professor Snape....“ begann der Mann nun wieder, aber diesmal mit soviel Nachdruck in der Stimme, dass Snape wusste, dass er ihn nicht schon wieder unterbrechen konnte. Das hätte sie nicht zugelassen.
„Was ist so schlimm daran? Auch ich bekomme Fanpost, werde ständig fotografiert und bekomme frivole Briefe...na und? Es gibt doch Schlimmeres, oder? Denken Sie an nur an Voldemort....“

„Nennen Sie den Dunklen Lord nicht beim Namen!“ brüllte Snape ihn wütend an. „Außerdem ist es vor
allem in dieser Hinsicht gefährlich, was Sie bewirken! Sie untergraben meine Autorität! Wer weiß, wie lange mir der Dunkle Lord auf diese Weise noch vertrauen wird! Schon jetzt herrschen überall Gerüchte, dass ich ja angeblich doch nicht so böse sein kann!“ Sein Gesicht war mittlerweile von einem hässlichen Rot überzogen.
„Überall diskutieren die Leute, auf welcher Seite ich nun wirklich stehe. Glauben Sie etwa, der Dunkle Lord erführe davon nichts?? Sie gefährden mich aufs Höchste!!!“

Hier mischte sich die Frau wieder ein.

„Aber Severus! Das ist doch völlig absurd! Ich bin es doch, die schreibe....also von daher....“
Für einen Moment schien sie selbst ganz verwirrt zu sein.

„Tja, Mrs.Rowling…..“ spottete Snape nun wieder einigermaßen beherrscht „...aber was, wenn der Dunkle Lord nun ebenso wie ich beschließt, sich selbstständig zu machen, ein Eigenleben zu führen und in die Wirklichkeit zu apparieren??? Er ist nur noch nicht auf die Idee gekommen! Nun, Verehrteste, das sind die Geister, die Sie gerufen haben!“
„Aber ich habe niemanden gerufen!“ schimpfte sie nun trotzig.
„Dich nicht und ihn nicht! Es steht nirgendwo. NIRGENDWO, in keiner Zeile! Von daher kann es auch nicht sein!!!“
Snape lachte verächtlich. „Ist es jemals darauf angekommen?“ sagte er aalglatt. „Entscheidend ist,
was zwischen den Zeilen steht, und das wissen Sie ganz genau!!“


Eine Weile sagte sie nichts. Auch der attraktive Herr hatte sich wieder hingesetzt, weil er keine Antwort wusste. Snape hingegen hob triumphierend die Augenbraue, während ein hässliches Grinsen seine Lippen umspielte.
„Gut...“ begann sie nach einer Weile. „Ich werde darauf achten – ich verspreche es. Ich werde ihn diesbezüglich klein halten müssen, bevor er auf dumme Gedanken kommt. Dir habe ich wohl zuviel versteckte Fähigkeiten angedichtet....“ sie seufzte. „...ja, in der Tat, du warst immer meine interessanteste Figur....“

Snapes Miene wurde wieder ernst.
„Ja, das war ich.....bis er kam! Er macht mich lächerlich! Er macht mich regelrecht sympathisch und ja sogar noch schlimmer:...Beinahe....“ er verzog das Gesicht, als hätte er Zahnschmerzen und man sah, dass es ihn große Überwindung kostete, das folgende auszusprechen: „....beinahe...sexy!“

An dieser Stelle musste der Mann amüsiert auflachen, wofür er sich einen strafenden, bitterbösen Blick von Snape einfing. „Das funktioniert aber auch in die andere Richtung, Professor Snape!“ sagte er schmunzelnd. „Bevor ich diese Rolle annahm, wurde mir dieses Attribut nicht halb so oft attestiert wie jetzt! Und das, obwohl ich mittlerweile bereits sechzig bin! Aber was ist daran schlimm? Es ist doch eigentlich schmeichelhaft, oder nicht?“

Snape sah ihn verächtlich an. „Schmeichelhaft? Das mag für einen dahergelaufenen Schmierenkomödiant schmeichelhaft sein, aber nicht für....“
„Severus!!“ fiel ihm die Frau nun ins Wort. Und nun war sie sichtlich böse. „Noch eine solche Bemerkung
und ich schreibe dir das fürchterlichste Ende auf den Hals, dass du wünschtest, du wärest nie erfunden worden!!!“

„Tja, Mrs. Rowling....Sie haben mich so gewollt, oder nicht?“ entgegnete Snape mit unverhohlener Arroganz. Dann sah er sich in dem Zimmer um. Tatsächlich stand in einer Ecke das, was er suchte:
Ein Computer.
„Hier, Verehrteste, sehen Sie sich mal Folgendes an, dann wissen Sie vielleicht, was ich meine!
Mit Ihrer Erlaubnis...?“ er nickte dem Mann zu, jedoch ohne überhaupt eine Antwort abzuwarten. Stattdessen drückte er mit seinem Zauberstab geschickt auf den Einschaltknopf und wartete, bis sich der Computer hochlud.

„Das kannst du nicht!“ stammelte die blonde Frau irritiert.
„Das ist unmöglich! Ich habe nirgendwo geschrieben, dass Severus Snape weiß, wie man einen Computer bedient!“
„Gnädigste haben auch nirgendwo geschrieben, dass Harry Potter aufs Klo geht! Doch seien Sie sich dessen versichert: Er tut es!“ erwiderte Snape sarkastisch.
Sie sah ihn noch immer völlig fassungslos an, worauf er spöttisch seine Augenbraue hob und erklärte:
„Arthur Weasly hats mir gezeigt.“
Wie selbstverständlich rollte er einen Bürostuhl heran und nahm darauf Platz.
Während er, wenn auch sehr langsam, die Tastatur bediente, fuhr er fort:
„Er besitzt selbst so ein Teil zuhause. Aber fragen Sie mich nicht, wo er das her hat. Das müssen Sie wissen. Stand wahrscheinlich auch irgendwo zwischen den Zeilen....“ er grinste höhnisch.
„Nun, und nachdem er selbst Verschiedenes über mich gelesen hatte, sagte er, ich solle mitkommen und mir das mal ansehen. Er ließ nicht locker, sagte, es wäre für den Orden äußerst wichtig, also kam ich mit. Wir tippten einfach nur meinen Namen ein.....einfach nur Severus Snape! Und schon kamen Tausende von Einträgen!“ man merkte ihm an, wie fassungslos er noch immer darüber war.
An dieser Stelle warfen sich die Frau und der Mann nur einen Blick zu. Sie beide überraschte das nicht.
„Und nun, sehen Sie, was ich hier entdeckt habe....!“ fuhr der Zaubertränkemeister fort, während er konzentriert auf den Bildschirm blickte.
Die blonde Frau folgte nur widerwillig seinem Blick, sie fand ihn selbst eigentlich viel faszinierender.
An so einem Computer saß sie fast jeden Tag, das war für sie nichts Besonderes mehr. Dennoch interessierte es sie natürlich, was er da im Internet entdeckt hatte.
Alle drei blickten nun auf den Bildschirm, aber es verging eine ganze Weile, bis sich dieser plötzlich lila färbte.
„Ein Forum“ murmelte der Mann.
„Ja....“ sagte die Frau langsam. „Ein Fan-Forum. Aber ich habe es noch nie gesehen. Interessante Hintergrundfarbe....“
„Die Farbe interessiert nicht!“ zischte Snape, der, seit er die Seite nur gesehen hatte, nun wieder zunehmend ärgerlich wurde. „Achten Sie mal auf die Namen! Sie benutzen unsere Namen: Amelia Bone,
Hermine Granger, Mad-Eye, Creacher........nicht einmal vor Tom Riddle machen sie halt!!!“

„Das ist üblich.“ sagte die Frau trocken, während sie die einzelnen Namen las.
„Aber es sind auch viele andere Namen dabei.“ wandte der Mann ein. „Cheesecake. Wie witzig.“
Die Frau lächelte. „Wehwalt.......kommt mir irgendwie bekannt vor! Abendstern! Das ist ja richtig poetisch! Und hier: Antike Runen.....wie das Schulfach, das Hermine belegte.....tz....auf was die Leute so alles kommen.....“
Auch der Mann war eifrig damit beschäftigt, Namen aufzuschnappen: „örrsinn...Basti....Ripper! Damit ist doch hoffentlich nicht Jack The Ripper gemeint? Und hier: Shere Kahn! Ist das nicht der aus dem >Dschungelbuch<? Aber schreibt sich der nicht anders? Khan?“
„Verdammt noch mal!!!“ fuhr Snape plötzlich so laut dazwischen, dass beide zusammenzuckten. „Was haben wir hier? Eine Lektion in Orthografie? Darum, ob etwas falsch geschrieben ist, darum geht es doch gar nicht!!“

„Aber was regt dich denn nun wirklich so auf, Severus?“ fragte die Frau beschwichtigend und sah ihn ernst und aufmerksam an.
„Hier....“ sagte Snape, doch es dauerte immer eine Weile, bis er die einzelnen Threads öffnen konnte.
Mit dem Zauberstab war er wesentlich geschickter als mit der Maus.
„....diese Amelia Bone bezeichnet mich mehr als einmal als süß!!“ knurrte Snape erbost, wobei er das Wort regelrecht ausspie. „Süß! Was für eine Frechheit!! Ebenso eine gewisse Serena, wer immer das auch ist!“
Er steigerte sich immer mehr hinein.
„Aber nun kommt das Unverschämteste überhaupt.....hier....am 10.Mai 2006 schreibt ein gewisses Grünauge – allein dieser alberne Name regt mich schon auf! – schreibt hier im Charaktere-Thread wortwörtlich.....ach VERDAMMT!!“
Er konnte es nicht vorlesen, so wütend machte ihn, was da geschrieben stand.
Zornig sprang er von seinem Stuhl auf und begann mit finsterem Blick im Zimmer hin und her
zulaufen, so dass nun die blonde Frau an seiner Statt vorlas, wobei sie sich allerdings nur mühsam ein Lachen verkneifen konnte:

„Ja, er ist halt schon schnuckelig, unser Snapy-Boy!“

Auch um die Mundwinkel des Mannes zuckte es verdächtig. Er sah nach unten und tat so, als würde er sich ein Staubkorn von der Hose wischen.
Snapes Gesicht war mittlerweile dunkelrot angelaufen. Im Vorbeigehen gab er einem herumstehenden
Stuhl einen herzhaften Tritt, so dass dieser polternd zu Boden fiel.
„Ich bin intelligent! Ich bin spöttisch! Ich bin zynisch, fies und gemein!“ fluchte er, während er aufgebracht hin und her stapfte. „Meinetwegen bin ich auch hinterhältig und verschlagen! Aber wenn ich etwas nicht bin, dann.....SCHNUCKELIG!!!“ Und er schlug fluchend mit der Hand gegen einen dastehenden Schrank, dass es knallte.
Die Frau und der Mann warfen sich einen kurzen Blick zu. Beide hatten sichtlich Mühe, ernst zu bleiben angesichts dieses schwarzgekleideten, sonst durchaus beeindruckenden Mannes, der wie ein eingesperrtes Tier immer hin und her lief und dabei in einem nachäffenden Ton etwas vor sich hermurmelte, das wie >Snapy-Boy!< klang.
Allerdings zuckten sie umso mehr zusammen, als er plötzlich die beiden Gläser, die auf dem Tisch standen, nahm, und sie mit voller Wucht an die gegenüberliegende Wand schmetterte.
„Severus!“ rief die blonde Frau, erschrocken von dem Temperament, das offenbar in ihm schlummerte.
Ob das wohl auch zwischen den Zeilen stand?
Im selben Augenblick aber hatte er sich wieder beherrscht, atmete nur einmal kurz durch und murmelte „Reparo!“

Eine Weile war es still in dem Raum. Niemand wusste so recht, was er sagen sollte.
Schließlich begann die Frau, wobei sie ihre Worte sehr sorgfältig wählte.
„Severus, ich kann deine Wut verstehen, aber ich werde Mr. Rickman auf keinen Fall entlassen.
Das kann ich auch gar nicht. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ich könnte zwar mein Veto einlegen, aber selbst das werde ich nicht. Weil ich ihn nämlich für überaus geeignet halte.“

„Er ist aber nicht ich!“ knurrte Snape eigensinnig wie ein trotziges Kind. „Er ist....er ist zu attraktiv.“
Seine Stimme war leiser geworden. Nun war es die Frau, die erstaunt die Augenbrauen hob.
War da etwa eine Spur von Eifersucht zu hören?

„Alan....“ wandte sie sich an den Mann. „Würden Sie uns bitte mal kurz alleine lassen?“
„Selbstverständlich, Joanne“ lächelte dieser und erhob sich.
„Und nicht nur kurz – Ich werde mich, mit Eurer Erlaubnis, nun ganz zurückziehen. Ihr findet ja den Ausgang.“
Er ging auf Snape zu und räusperte sich.
„Professor Snape.....ich hoffe, Sie sind mir nicht böse, wenn ich die Rolle behalte. Ich habe Sie nun kennen gelernt und ich verspreche Ihnen, ich werde mein Bestes tun, ihren Charakter so ähnlich wie möglich zu verkörpern. Was allerdings die Fans denken und schreiben, das entzieht sich meiner Beeinflussung. Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Abend. Wenn Sie etwas zu trinken wünschen, Joanne....ich meine Mrs. Rowling, weiß Bescheid.“
Er nickte ihm kurz zu, ohne allerdings die Hand auszustrecken, denn Snape hätte sie wohl nicht ergriffen. Dessen Blick war wieder einmal unergründlich, doch wenn er auch schwieg, so sagte er doch wenigstens nichts Unfreundliches.
Sie behielten allerdings ziemlich lange Blickkontakt, der etwas Lauerndes hatte, bis sich der Hausherr schließlich umdrehen musste, um sich von der Frau zu verabschieden: „Joanne, wir sehen uns morgen am Set.“ ein letzter Blick zu Snape und er ging Richtung Tür.
Sie begleitete ihn ein paar Schritte und winkte ihm dann hinterher.

„Gute Nacht, Alan.“ sagte sie herzlich und fügte dankbar hinzu: „Und....vielen Dank für Ihr Vertrauen!“
Als sie einen kurzen Blick auf Snape warf, bekam sie gerade noch mit, wie dieser die Worte >und vielen Dank für Ihr Vertrauen< tonlos und mit übertriebener Mimik nachäffte.
Ungläubig schüttelte sie den Kopf. Hatte sie tatsächlich so einen Kotzbrocken erschaffen?

Aber sie hatte keine Zeit, weiter darüber nachzudenken, denn schon im gleichen Moment kam der Mann wieder zurück. Sein Gesichtsausdruck verhieß nichts Gutes:

„Was zum Teufel haben Sie mit meiner Haushälterin gemacht?!“

Einen kurzen Augenblick schien Snape tatsächlich überrascht zu sein. Der Schockzauber! Das hatte er ganz vergessen. Er hob beschwichtigend die Hände.
„Nun regen Sie sich nicht so auf, Mr. Rickmann!“ sagte er mit einer provozierenden Lässigkeit. „Das ist nur ein Schockzauber; völlig harmlos. Fragen Sie Ihre werte Joanne.“ In den letzten Worten klang eine
wohldosierte Anzüglichkeit mit.
Aber der Mann ging auf seine Provokationen nicht ein, allein seine Augenbraue zog sich nach oben und Snape registrierte ärgerlich, wie gut ihm das stand. Viel besser, als ihm selbst. Dieser verdammte Kerl war eigentlich nicht einmal besonders schön (wenngleich auch bei weitem nicht so hässlich wie Snape selbst) aber er hatte eine Anziehungskraft, der man sich nur schwer entziehen konnte. Und selbst in dieser misslichen, und für ihn doch sicher völlig ungewohnten Situation wirkte er so was von nonchalant
und souverän, dass ihm, Severus, schier schlecht wurde vor Neid. Immer wieder musste er sich selbst daran erinnern, dass er ja nur einen gewöhnlichen Muggel vor sich hatte, noch dazu einen, der laut eigener Aussage fast zwanzig Jahre älter war als er. Aber der Bursche machte es ihm diesbezüglich wirklich nicht leicht.
Zu allem Übel schien er auch noch ein wirklich ein netter Mensch zu sein, bescheiden und besonnen, ein
richtiger Gentleman. Mit anderen Worten: Nicht zum Aushalten. Snape hasste ihn immer mehr.

Er ging kurz nach draußen, hob den Schockzauber ohne großes Federlesen wieder auf und rauschte, sich nicht weiter darum kümmernd, wieder ins Zimmer zurück, wo er sich in einen tiefen Sessel fallen ließ. Er hörte, wie draußen geredet wurde; die Haushälterin konnte sich glücklicherweise an nichts erinnern, und nachdem ihr Arbeitgeber sich gewissenhaft davon überzeugt hatte, dass es ihr wirklich gut ging, war für ihn die Sache offenbar erledigt. Wirklich beeindruckend, der verdammte Kerl! Wie konnte man nur so großmütig sein!
Snape verzog das Gesicht.
Es ging ihm nicht gut. Er hatte nicht einen einzigen Punkt dessen erreicht, was er hatte erreichen wollen.
Und er registrierte immer deutlicher, wie der blanke Neid an ihm fraß, wie er ihn nicht mehr zur Ruhe kommen ließ und ihn ständig noch mehr anstachelte und peinigte.
Seine Gedanken wanderten wieder zu dem lilafarbenem Forum, zu den Beiträgen, die er den beiden noch vor wenigen Minuten gezeigt hatte.

Vor allem aber auch zu den Beiträgen, die er ihnen nicht gezeigt hatte.....

Zu diesen bestimmten Stellen, die eine gewisse Abendstern und ja, verflucht – dieses dämliche Grünauge- abwechselnd geschrieben hatten, in einem Thread, der sich Rollenspiel nannte, was immer das auch bedeuten sollte.
Stellen, die er wieder und wieder durchgelesen hatte, als ob er süchtig danach sei, Stellen von ihm und Narcissa, Stellen, die ihn auf verdammt dumme Ideen gebracht hatten......

Und er musste sich eingestehen, dass es nicht dieser ganze Rummel selbst war, die Fanpost, die vielen verliebten Briefe und frivolen Angebote, die ihn so ärgerten, sondern die Tatsache, dass sie in Wirklichkeit gar nicht ihm selbst galten, sondern diesem verdammten, nonchalanten Scheißmuggel!!
Das war es nämlich, was ihn so rasend machte, so kränkte, so verbitterte: Zu wissen, dass das, was er dort las, seien es die Briefe oder sei es dieses Rollenspiel, nie Wirklichkeit werden würde.
Wie oft schon hatte er Arthur Weasly insgeheim verflucht, der ihn ja überhaupt erst auf Computer aufmerksam gemacht hatte, und sich selber, dass er dieses verfluchte Rollenspiel überhaupt je gelesen hatte.
Und doch konnte er nicht damit aufhören, es war wie eine Sucht. Längst hatte er sich schon selbst so ein Gerät angeschafft, welches er heimlich in seinem Kerker versteckt hielt, immer in Angst, jemand könnte entdecken, dass er, Severus Snape, einer der fähigsten Zauberer weit und breit, sich mit so einem Muggelzeug abgab.
Aber er konnte nicht mehr zurück. Er wollte wissen, wie das mit ihm und dieser Rollenspiel-Narcissa weiterging. Und vor allem sehnte er sich danach, dass bald wieder eine Szene kam, wo die beiden.....

„Severus?“
Die Frau war wieder zurückgekommen und hatte den in sich versunkenen Zaubertränkemeister mit ihrer Frage aus tiefsten Gedanken gerissen.
Als er so zusammenzuckte, war ihre Wut auf ihn plötzlich verflogen. Sie schloss die Tür hinter sich und blickte ihn an.
„Lass dich anschauen.....“ sagte sie und kniete vor ihm nieder. In ihren Augen schimmerte immer noch diese Fassungslosigkeit, gemischt mit Freude und -trotz allem- auch mit einer recht großen Portion Stolz.
Seine dunklen Augen waren unergründlich, genauso, wie sie sie so oft beschrieben hatte.
Aber nicht unergründlich für sie.


Denn wenn jemand darin lesen konnte, dann war sie es.
„Severus.....“ begann sie leise. „Sag es mir.“
Er sah sie an und wieder wanderte seine Augenbraue nach oben, was sie jedes Mal von neuem freute.
Aber er antwortete nicht.
„Da ist noch etwas anderes, was dich bedrückt, nicht wahr? Mir kannst du es doch sagen!“
Ihre Stimme klang beinahe mütterlich. Aber das kam ja auch nicht von ungefähr. Schließlich war sie es ja, die ihm so etwas wie ein Leben geschenkt hatte.
Sie sah, wie er mit sich kämpfte, aber es ging eine ganze Weile, bis er sich durchringen konnte, zu sprechen.
„Könnten Sie.....“ begann er „....könntest du etwas vielleicht so schreiben, dass ich....“
Sie erhob sich, bevor er weiterreden konnte. „Nein.“ sagte sie entschlossen „Versuch es gar nicht erst. Die Geschichte steht fest. Ich werde nichts mehr daran ändern, auf keinen Fall. Nicht einmal für dich, bedaure.“
Wütend schlug er mit der Hand auf die Sessellehne und sprang auf.
„Verdammt!“ fauchte er und begann wieder wütend im Zimmer hin und herzulaufen wie vorhin, wobei er
unablässig fluchte.
Sie sah ihn seufzend an. „Severus....“ sagte sie beschwichtigend. „Das musst du doch verstehen! Ich kann meine Geschichte doch nicht nach deinen Wünschen schreiben! Da könnte ja jeder kommen!“
„Ich bin nicht jeder!“ fuhr er sie an.
„Ich weiß.....“ sagte sie hilflos. „Aber auch wenn du meine Lieblingsfigur ist, es geht nun einmal trotzdem nicht.....“
Als er immer noch nicht aufhörte, wie ein wildes Tier im Käfig hin und her zu laufen, fuhr sie fort, so beschwichtigend sie konnte: „Sieh mal, ich verstehe ja, dass du Angst hast, aber...“
„Angst?!?“ unterbrach er sie ungehalten und in seinen Augen blitzte es bedrohlich. „Ich habe keine Angst!! Du willst doch wohl nicht behaupten, ich sei feige? Ausgerechnet du???“ Seine Stimme überschlug sich vor Entrüstung.
„Aber.....“ sie sah ihn erstaunt an. „Was ist es dann?“
„Ach!“ sagte er und machte eine abfällige Handbewegung. „Vergiss es! Ich werde von hier verschwinden.
Adieu!“
Und zu ihrem Entsetzen rauschte er bereits zur Türe.

„Halt, Severus, warte!“ sagte sie und rannte schnell hinter ihm her.
„Sag es mir! Auch wenn ich nichts anders schreiben werde. Sag es mir trotzdem. Vielleicht kann ich dir dennoch helfen.“
Er sah sie mit durchdringenden Augen an.
„Es ist zu spät.“ sagte er auf eine Weise, die sie frösteln ließ.
Aber noch war er da, noch ruhte lediglich seine Hand auf der Türklinke, noch war er nicht hinaus gerauscht. Sie sah ihn fragend an, wie eine Mutter, deren Sohn etwas auf dem Herzen hat.
Und tatsächlich schien dieser Blick zu wirken, wenn auch nur langsam.
„Eigentlich geht es nicht darum, was du noch schreiben sollst, sondern darum, was du schon geschrieben hast. Und ich wünschte, manches hättest du einfach nie erwähnt.....“
Seine Stimme klang seltsam tonlos.
Sie schluckte. „Deine Kindheit....?“ fragte sie schuldbewusst.
Er ließ nur ein spöttisches Schnauben hören.
„Die hab ich hinter mir.“
„Was ist es dann?“ fragte sie.
Aber er antwortete nicht, drehte sich um und öffnete nun doch die Tür..... da traf sie aufs Geradewohl direkt ins Schwarze:
„Spinner´s End? Die Szene mit Narcissa? Severus......du hast dich doch nicht etwa verliebt?!“

Sie sah seinen Rücken, sah, wie sich seine Schultern strafften. Bingo!
„Nein, ich....“ begann er unwirsch, als er sich umdrehte.
„Doch!“ entgegnete sie grinsend.
„Ich kenne dich. Glaub mir!“

Und plötzlich brach es aus ihm heraus:
„Warum schreibst du so etwas? Warum machst du solche Andeutungen?“
„Du meinst: Zwischen den Zeilen?“ fragte sie.
„Ja, verdammt, ich meine zwischen den Zeilen! Warum tust du das?!“
„Nun“ sagte sie. „weil es den Lesern gefällt. Du siehst es ja selbst in diesen ganzen Foren, wie es die Fantasie der Leute anregt.“
„Das ist Folter!“ fuhr er sie an. „Etwas vor die Nase gehalten zu bekommen, dass man dann doch nicht haben kann.....!“
Diesmal war sie es, die die Augenbrauen hochzog.
„Nun hör mal! Was hindert dich daran, diese....äh....Begebenheit nicht einfach zwischen den Zeilen fortzuführen?“
Er wirbelte herum, dass ihm die fettigen Haare ins Gesicht fielen.
„Zwischen den Zeilen! Ha! Zwischen den Zeilen? So, wie du mich beschrieben hast? So wie ich aussehe?!?“ keifte er und die feinen Speicheltröpfchen, die dabei auf ihre Schultern fielen und sein fauliger Atem überzeugten sie: So würde er niemals eine Chance haben.

Eine Weile sagten sie beide nichts und starrten sich nur an.
Aber dann reifte in ihr plötzlich eine Idee.
Sie hatte ihm gesagt, dass sie nichts an ihrer Geschichte anders schreiben oder hinzufügen würde.
Das würde sie auch nicht. Aber es gab noch eine andere Möglichkeit.....
Als sie ihm diese mitteilte, sah er sie ungläubig an. „Das willst du wirklich für mich tun?“ fragte er fassungslos. Sie lächelte.
„Wenn du mir dabei hilfst.“

Er brauchte eine Weile, um das zu begreifen.
Dann holte er wortlos seinen Zauberstab hervor.
„Du musst neben mich stehen.“ befahl er. „Das....das gibt mir Kraft.“ erklärte er leise.
Sie lächelte. Dann wurde sie ernst.
„Aber bitte, bitte pass auf.“ sagte sie und schluckte.
Er umschloss den Zauberstab noch fester.
„Vertrau mir.“ antwortete er nun ganz ruhig und atmete tief ein.
Er sah, wie sie ihre Hände faltete, als ob sie betete.
„Gib acht, dass ihm nichts passiert.....ich hänge sehr daran.“ flüsterte sie.
Er nickte.
Dann schloss er die Augen und konzentrierte sich.
Es war totenstill im Raum. Sie stand neben ihm, hatte die Augen ebenfalls geschlossen und konzentrierte sich ihrerseits ganz auf ihn.
Dann senkte er langsam den zuvor erhobenen Zauberstab, machte damit einen eleganten Schwung wie ein Dirigent vor einem großen Orchester und sie konnte die Energie spüren, die sich plötzlich um ihn herum sammelte und sich offensichtlich in seiner Hand bündelte, dass es ihr eine Gänsehaut bescherte.
Er hingegen sagte mit ruhigem, festen Ton:
„Accio Original-Manuskript, erster Band!“

Es dauerte eine ganze Weile, bis das Paket den Weg aus dem Tresor durch die Stadt zu ihnen fand.
Beide wussten, dass der Accio-Zauber normal nicht über so weite Strecken funktionierte. Dennoch vertrauten sie auf seine Kraft in Verbindung mit ihrer Nähe. Und sie behielten recht: Die Nähe seiner Schöpferin hatte seine Fähigkeiten noch verstärkt.
Sachte schwebend landete das Päckchen schließlich auf dem Tisch.
Sie begann es sogleich vorsichtig auszupacken, während er ehrfurchtsvoll zuschaute.

Unzählige Blätter von ganz unterschiedlichem Papier waren fein säuberlich aufeinandergestapelt.
„Das ist ja alles handgeschrieben!“ staunte er.
„Ja.“ sagte sie nur, doch in ihren Augen war ein Glanz zu sehen, der von großer Sentimentalität herrührte. Eine Weile saß sie ganz versunken vor ihrem Werk und blickte auf ihre eigenen Worte, die sie einmal vor langer langer Zeit in einem kleinen Cafe vor sich hingekritzelt hatte......
Er sagte nichts, war aber dennoch froh, als sie sich endlich aufraffte und sagte:
„Also gut. Wir wollen keine Zeit verlieren.“
Eifrig setzte sie sich vor das Manuskript. „Ich bin ja sooo gespannt, ob es funktioniert.“
Da sie ihre alte Gewohnheit, jederzeit und an jedem Ort immer ihre Schreibutensilien dabeizuhaben,
bis zum heutigen Tage beibehalten hatte, fehlte es au[/
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Serena
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Beitragvon Serena » Mi 31 Mai, 2006 12:49

Unzählige Blätter von ganz unterschiedlichem Papier waren fein säuberlich aufeinandergestapelt.
„Das ist ja alles handgeschrieben!“ staunte er.
„Ja.“ sagte sie nur, doch in ihren Augen war ein Glanz zu sehen, der von großer Sentimentalität herrührte. Eine Weile saß sie ganz versunken vor ihrem Werk und blickte auf ihre eigenen Worte, die sie einmal vor langer langer Zeit in einem kleinen Cafe vor sich hingekritzelt hatte......
Er sagte nichts, war aber dennoch froh, als sie sich endlich aufraffte und sagte:
„Also gut. Wir wollen keine Zeit verlieren.“
Eifrig setzte sie sich vor das Manuskript. „Ich bin ja sooo gespannt, ob es funktioniert.“
Da sie ihre alte Gewohnheit, jederzeit und an jedem Ort immer ihre Schreibutensilien dabeizuhaben,
bis zum heutigen Tage beibehalten hatte, fehlte es auch nicht an einem Radiergummi.
Diesen nahm sie nun aufgeregt in die Hand, während sie anfing zu blättern. Snape stand hinter ihr und sah ihr über die Schulter gespannt zu.

Blatt für Blatt legte sie zur Seite. Dann, endlich: „Hier ist es!! Beim Empfang der Erstklässler! Da hab ich Dich zum ersten Mal erwähnt:
Professor Quirrell mit seinem komischen Turban unterhielt sich mit einem Lehrer mit fettigem schwarzem Haar, Hakennase und fahler Haut.“

Sie war ganz aufgeregt. Aber noch aufgeregter war er.
Den Radiergummi einsatzbereit in der Hand sah sie ihn an.
„Wollen wir?“
Er brachte kein Wort heraus. Er nickte nur.
„Gut....“ sagte sie und noch einmal: „Ich bin soooo gespannt, ob es funktioniert!“

Dann nahm sie den Radiergummi und radierte das Wort „fettigem“ einfach aus.
Sofort fühlte Snape, wie es ihm irgendwie luftiger um den Kopf zu werden schien. Er griff sich in die Haare: Sie waren ganz weich und frisch.
„Es klappt!“ jubelte sie sogleich.
Als sie jedoch sein freudiges Grinsen sah, begann sie sogleich eilig nach der Stelle zu suchen, bei der vor dem Substantiv „Zähne“ das Adjektiv „gelb“ stand.....

Snape indes konnte es kaum fassen. Er sah sich ein bisschen in den Fensterscheiben, was leider bei weitem nicht so deutlich war wie ein Spiegel, aber er fühlte sich schon viel wohler.
Doch nicht nur ihm ging es so, auch sie fühlte sich seltsam erleichtert.
In den letzten Jahren hatte nämlich auch sie es schon mehrmals bereut, ihn so hässlich beschrieben zu haben. Vor allem, nachdem die Dreharbeiten begonnen hatten, und sie diesen Schauspieler kennen gelernt hatte. Zuerst hatte sie ja einen ganz anderen Schauspieler haben wollen. Der wäre Snape auch tatsächlich ähnlicher gewesen. Aber nun sah sie ein, dass es so eigentlich viel besser war.
Aber davon sagte sie ihm nichts.

Und zu ähnlich wollte sie ihn auch gar nicht machen. Er sollte schon das Original bleiben.
„Die fahle Haut und die Hakennase lass ich aber.“ entschied sie. „Das sind Dinge, die man auch im richtigen Leben nicht so ohne weiteres ändern kann. Zähneputzen und Haarewaschen hingegen kann man ja.“
„Das hab ich immer getan!“ warf Snape entrüstet ein. „Ich habe immer meine Haare gewaschen und meine Zähne geputzt! Und wie! Aber wenn Du mir eben die Hässlichkeit auf den Leib schreibst, nützt das alles nichts mehr!“
Sie lächelte. „Tja, nun ist es weg. Nun steht es höchstens noch zwischen den Zeilen. Es wird wohl noch eine Woche dauern, bis ich diese Beschreibungen auch in den fünf Folgebänden geändert habe. Aber dann kannst Du sozusagen nach Herzenslust zwischen den Zeilen agieren.....“ sie grinste verschwörerisch.

Schließlich packte sie das Manuskript wieder sorgfältig zusammen und gemeinsam ließen sie es wieder dorthin verschwinden, wo es hergekommen war.
Dann sahen sie sich lange an. Beide waren gerührt und aufgewühlt und in einer ganz eigenen, feierlichen Stimmung, zugleich herrschte eine solche Vertrautheit und Verbundenheit zwischen ihnen, wie man sie wohl nur ganz selten findet.

Schließlich war er es, der als erster das Wort ergriff.
„Ich danke dir sehr.........danke, dass du mir diese Chance gibst.“ sagte er und beide registrierten, um wie viel schöner seine Stimme nun klang, nachdem sie das >näselnd< herausradiert hatte.
Sie lächelte.
„Ja, und ich hoffe, du machst das Beste daraus. Du weißt, ich werde meine Pläne für den siebten Band nicht ändern. Aber es liegt an dir, was du nebenher noch so alles....äh....machst. Du weißt schon, zwischen den Zeilen.....“
Er lächelte ebenfalls, und sein neues Lächeln stand ihm ausgesprochen gut.
„Ja, ich weiß, zwischen den Zeilen.....“

Dann fiel ihm noch etwas ein: „Nur eine Bitte hab ich noch.....“ er räusperte sich, während sie fragend die Augenbrauen hochzog.
„Laß mich nicht so oft die Lippen kräuseln!“
„Wie bitte?“
„Naja....“ erklärte er. „Im letzten Band musste ich wohl an die zweiundvierzig Mal die Lippen spöttisch kräuseln oder die Augenbraue hochziehen. Das ist auf die Dauer anstrengend, weißt du.“
Sie lachte. „Gut, ich werde drauf achten!“
„Das mit der Augenbraue macht mir ja nicht mal soviel aus....“ fuhr er fort „aber das mit den Lippen, das
gibt Falten.“
Nun lachte sie herzlich.
„Falten? Oho! Der Meister der Zaubertränke wird eitel?“
„Naja....“ er wurde etwas verlegen. „nun hab ich ja einiges zu verlieren, nicht wahr?“

„Hm. Erst einmal musst du ja etwas gewinnen.....oder rumkriegen. Wie man´s nimmt.“
sagte sie grinsend.
Er hob die Augenbrauen.
„Hegst du etwa Zweifel, dass mir dies nicht gelänge?“ fragte er mit gespielter Entrüstung.
„Nein, wie könnte ich!“ lachte sie frech. „Wo du doch jetzt so schnuckelig bist!“

Für einen Augenblick hatte sie schon gedacht, er könnte wieder wütend werden.
Aber seine Stirn glättete sich sogleich wieder.
„Ach ja, das Grünauge....“ schmunzelte er versöhnlich.
„Nun, ich denke, ich werde ihm verzeihen. Schließlich hat es mich auf so manche Idee gebracht....“
fügte er vielsagend hinzu. Aber was das genau für Ideen waren, das verriet er ihr nicht.
Das würde nur eine andere blonde Frau erfahren........

Nachdem sie sich innig voneinander verabschiedet hatten, apparierte er direkt vor ihren Augen in die Zaubererwelt zurück. Sie stand noch eine ganze Weile fasziniert und nachdenklich da, dann rief sie auf ihrem Handy ihren Chauffeur an, der sie nach Hause brachte.
Während der ganzen Fahrt dachte sie an Severus, und auch als sie bereits in ihrem Bett lag, konnte sie lange nicht einschlafen. Aber sie war glücklich und erleichtert. Es war gut, so wie es war.

Beide begegneten sich nie wieder.
Aber als sie Wochen später durch einen Zufall wieder einmal in ihr Manuskript schaute, entdeckte sie etwas sehr Sonderbares: Eine leere Stelle. Allerdings konnte sie sich nicht erinnern, diese damals ausradiert zu haben.
Schnell besorgte sie sich eine Kopie, um sie mit dem Original zu vergleichen.
Bald hatte sie die entsprechende Stelle gefunden.
Es ging um Snapes Augen. Dass sie kalt und leer wären und an dunkle Tunnel erinnerten.
Wieder schaute sie im Original nach. Sowohl das „kalt“, als auch das „leer“ waren verschwunden.
Wissend lehnte sie sich zurück und lächelte.
„Dann hast Du´s also geschafft, Du alter Halunke.........!“


Exakt zur gleichen Zeit dachte Severus Snape viele Kilometer von ihr entfernt plötzlich an ein altes Magiersprichwort, während er einige Stufen hinter Narcissa Malfoy eine knarrende Holztreppe empor stieg.
Zumindest war dies einer unter vielen Gedanken, die ihm gerade durch den Kopf wirbelten.
(Was er sonst noch so alles dachte, nun, das soll hier mal nicht näher beschrieben werden....).
Und als er kurz darauf über die wild auf dem Schlafzimmerboden verstreuten Kleidungsstücke stiefelte, derer Narcissa sich hastig entledigt hatte, begann er doch zumindest zu ahnen, dass wahrscheinlich jedes dieser alten Zauberersprichwörter seine Ausnahme hatte und man ab und zu gut daran tat, sie einfach zu ignorieren, so wie er das vor einigen Wochen getan hatte.
Spätestens aber, als sie sich nackt und in lustvoller Erwartung an ihn schmiegte, waren jegliche Zweifel verschwunden und während sie ihn dann zum ersten Mal küsste, lächelte er still und wissend in sich hinein:

Unter gewissen Umständen lohnen sich Muggelbesuche eben doch...........





- ENDE -

Leider hat die letzte Geschichte nicht ganz gepasst. Hier das Ende... :oops:

So. ich habe leider bei der Abgabe die Namen entfernt und musstenun ein wenig Rätselraten. Ich hoffe, das alles korrekt ist. Dann wird hier bald die Jury bestehend aus Wehwalt und Antike Runen den Gewinner küren und ihre Wertung bekanntgeben.

eure See
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Wehwalt
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Beitragvon Wehwalt » Do 01 Jun, 2006 00:41

Liebe Shortstory-Autoren,

Vielen Dank zunächst für die interessante Aufgabe, Eure gesammelten Potion-Masters lesen und dann, welche Ehre, auch beurteilen zu dürfen. Antike Runen und ich haben uns geeinigt, pro Geschichte eine Höchstpunktzahl von 15 zu vergeben, wie wirs von den Hausaufgaben gewohnt sind. Die Gewichtungen der einzelnen Aspekte, die eine FF ausmachen, haben wir einander selbst überlassen. Ich muß noch einmal betonen, dass ich über die Autorschaft Eurer Beiträge nicht die geringste Information hatte. Hier folgen also zunächst meine Wertungen und Kommentare.

Ich habe die Höchstpunktzahl von 15 auf folgende Weise zusammengesetzt:
Idee und Ausführung 7
Sprache 4
Charaktere 4

Der Brief
Stark vom Snape-Rollenspiel beeinflusste Handlung mit allen Inkonsequenzen, die dort bewusst in Kauf genommen werden, aber hier nicht passen. Snape, der heult? Der sich aus Liebeskummer umbringt? So kennen wir ihn nicht. Sprachlich weitgehend gelungen, bisweilen einige sehr klischeehafte Epitheta, Plusquamperfekt inkonsequent in der Rückblende, und von „nun nichtmehr vonnötender Kleidung“ wäre wohl vor allem der Leser gerne befreit.
Idee und Ausführung: 3
Sprache: 2
Charaktere: 1
Summe: 7

Elf Jahre
Schon wieder heult er. Und er schätzt es, „über alles sprechen zu können“? Das passt nicht ganz zu Snapes Charakter. Aber eine in sich stimmige Geschichte mit einer neuen Motivation für die Abwendung von Voldemort. Sprachlich korrekt und anschaulich. Die Begründung, warum Daria vor versammelter Todessermannschaft ermordet werden musste, etwas dünn.
Idee und Ausführung: 4
Sprache: 4
Charaktere: 2
Summe: 10

Ohne Titel (Große Regentropfen ...)
Und schon wieder sehr unsnapesche Verhaltensweisen. Er prahlt in der Öffentlichkeit mit seinen sexuellen Erfolgen! Der Selbstmord immerhin ist in dieser Lage nachvollziehbar, und einige Momente JKRscher Zauberwelt hübsch ins Spiel gebracht. Falsche Bezüge der Pronomina verwirren und beeinträchtigen den Lesefluß.
Idee und Ausführung: 4
Sprache: 3
Charaktere: 1
Summe: 8

Die Richtige
Kaum Zaubererbezug – Geschichte könnte auch ein gewöhnlicher Arztroman sein. Eileen ist eine Figur ohne Charakter, motivationslos aus dem Nichts herbeigezaubert. Und Snape trägt mal wieder nicht die geringsten Snapeschen Züge.
Idee und Ausführung: 3
Sprache: 3
Charaktere: 0
Summe: 6

Zu spät
Einmal Snape nicht als Liebhaber – eine gewisse Erholung! Allerdings leuchtet der ganze Aufwand nicht ein – diese Wanderung durch das Scheißwetter, um am Grabstein zu knien. Sehr klischeehafte Naturschilderungen („Wie ein Scheibe aus purem Silber hing er am samtschwarzen Nachthimmel.“).
Idee und Ausführung: 3
Sprache: 3
Charaktere: 1
Summe: 7

Bis hierher habe ich mich wirklich gefragt, liebe Autoren, was Ihr an unserem Halbblutprinzen so über die Maßen schätzt. Keine einzige der typischen Snapeschen Eigenschaften spielte irgendeine tragende Rolle in einer der Geschichten. Stets ist er sentimental, emotional und etwas dümmlich. Die Bewertungen sind streng, ich weiß. Denn ich musste mir einen angemessenen Abstand aufheben für

Zwischen den Zeilen
Summe: 15
Ein Kommentar erübrigt sich eigentlich – wie witzig, originell, verrückt, abgefahren ist das doch! Alles, was wir von Harry Potter kennen – Schriftstellerei, Romanhandlung, Film, Forum – zauberhaft verwoben. Nach dieser Geschichte könnten die anderen vielleicht leidlich nachvollziehbar werden; so haben wir endlich einen nachvollziehbaren Liebhaber Snape zusammen!
Wenn ich doch etwas mäkeln soll: Wie fügt sich der Satz aus dem Disclaimer „alle weiteren haben mit lebenden Personen nichts zu tun.“ zu diesem Detail aus der Handlung: „Wehwalt.......kommt mir irgendwie bekannt vor! Abendstern! Das ist ja richtig poetisch! Und hier: Antike Runen...“?

Das führt zu folgender Gesamtwertung (die erste Zahl der Summe ist von Antike Runen, die zweite von mir):
1. Zwischen den Zeilen 28 13AR + 15W
2. Elf Jahre 20 10AR + 10W
3. Zu spät 16 9AR + 7W
3. Der Brief oder: Nur eine Nacht 16 9AR + 7W
5. (ohne Titel) 15 7AR + 8W
6. Die Richtige 14 8AR + 6W

Herzliche Gratulation an das Grünauge
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Antike Runen
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Beitragvon Antike Runen » Do 01 Jun, 2006 00:47

In Ergänzung dazu hier auch meine Stellungnahme.
Ich hatte, wie ihr wißt, einen Teil der Geschichten schon vorher gelesen. Dennoch habe ich versucht, bei meiner Bewertung so objektiv wie möglich zu sein, und vor allem so gut wie möglich zu erklären, wie ich zu der Punktzahl komme.

Auch von mir einen herzlichen Glückwunsch an alle, die teilgenommen haben.



Ich habe die Maximal-Punktzahl von 15 insgesamt aus fünf Bewertungskategorien zusammengesetzt, in jeder Kategorie gibt es bis zu 3 Punkte zu holen:
1. Grundidee und deren Umsetzung
2. Struktur (Spannungsbogen, Erzählperspektive etc.)
3. Setting sowie Folgerichtigkeit (normalerweise wäre dies die Bewertung: Recherche, da bei einer FF aber in der Regel nicht recherchiert wird, schaue ich hier, inwieweit es zur von JKR vorgegebener Welt paßt)
4. sprachliche Qualität
5. Erzählerische Qualität


Der Brief oder: Nur eine Nacht

1. Grundidee und deren Umsetzung – 1 Punkt
Snape liebt Narcissa, diese beendet die Beziehung, daraufhin bringt Snape sich um.
Die Geschichte wird erzählt, aber es gibt keine Aussage, keinen Lerneffekt für den Helden und/oder für den Leser. Außerdem bleiben Fragen offen, beispielsweise: Warum läßt Snape den Brief zurück? Vielleicht aus Rache? Es muß ihn doch jemand finden, und dann hat Narcissa ein Problem.

2. Struktur (Spannungsbogen, Erzählperspektive etc.) – 2 Punkte
Die Erzählperspektive wird konsequent nur aus Sicht Snapes geführt, es gibt eine klare Struktur mit drei Teilen (Brief, Rückblende, Selbstmord)
Das Ende kommt überraschend, hiermit wird Spannung erzeugt, aber es ist nicht konsequent vorbereitet noch gut ausformuliert.
Aber: Der Mittelteil, also die Rückblende mit der Liebesszene, überwiegt deutlich, obwohl dies nicht das eigentliche Thema ist. Die glücklichen Momente zu beschreiben mag mehr Spaß machen, aber Thema war der Selbstmord, und darüber wird am Ende lapidar hinweg gegangen.

3. Setting sowie Folgerichtigkeit – 1 Punkt
Wie bei vielen Kurzgeschichten um Snape ist auch hier die Person wenig nach dem Buch konstruiert; ein Snape, der sich verliebt, mag fragwürdig sein, den (schlecht erklärten) Selbstmord jedoch kann ich Snape gar nicht abnehmen. Ausgerechnet er sollte zu feige sein, sein Leben weiter zu führen, nur weil er Liebeskummer hat?
Daneben gibt es kleinere Unstimmigkeiten, so habe ich beispielsweise Schwierigkeiten mir eine ausgelassene Minerva vorzustellen, Halloween hin oder her. Auch der Begriff „Nacht zu Allerheiligen“ paßt nicht nach Hogwarts, da das Fest Allerheiligen in England keine Rolle spielt.

4. sprachliche Qualität – 3 Punkte:
Es werden viele Bilder benutzt, hauptsächlich im ersten Teil der dreigliedrigen Geschichte, darunter einige, die aus der Potter-Welt selbst gezogen sind (Inferi gleich).

5. Erzählerische Qualität – 2 Punkte
Die Handlung wird schön geschildert, jedoch die Umgebung so gut wie gar nicht, die Geschichte läuft zum größten Teil in der Gedankenwelt ab. Auch gibt es teilweise Sprünge in der Geschichte, die mit einem unnötigen Satz übergeleitet werden. (Beispiel: Danach hatten sie eine gemeinsame Nacht verbracht).
Dennoch ist die Erzählung reich eindringlichen Schilderungen.

Gesamtpunktzahl: 9 Punkte



Elf Jahre

1. Grundidee und deren Umsetzung – 3 Punkte
Severus liebt Daria, diese wird von LV getötet, hat aber ein Kind von ihm. Severus wendet sich von Lord Voldemort ab und geht nach Hogwarts in der Hoffnung, sein Kind zu treffen. Die Idee ist gelungen, weil sie Severus’ Lehrertätigkeit, seinen Antrieb hinter dem Aufenthalt in Hogwarts erklärt sowie natürlich seine Entscheidung für die Seite Dumbledores erklärt, was der Leser erst im letzten Absatz begreift.

2. Struktur (Spannungsbogen, Erzählperspektive etc.) – 2 Punkte
Erzählperspektive konsequent, es gibt einen Einleitungsteil, der seine heutige Situation beschreibt, eine längere Erläuterung der Geschehnisse vor 11 Jahren, und einen kurzen Schlußteil, der die beiden Teile verbindet. Die Spannung wird konsequent vom ersten Satz an aufgebaut, doch gibt es teilweise unnötige Sprünge.

3. Setting sowie Folgerichtigkeit – 2 Punkte
Die Verliebtheit Snapes ist immer problematisch, allerdings wird dieses Problem geschickt umgangen, indem diese Handlung in die Vergangenheit verlegt wird.
Abstriche gibt es teilweise für die Beschreibung Snapes (Beispiel:) ich kann mir nicht vorstellen, daß Snape angesichts des Gedanken, ein halber Muggel zu sein, wirklich lächelt.) Ebenso wenig glaubhaft ist die Vorstellung, daß er sein Geheimnis ausplaudert, sei es auch an seinen besten Freund (?) Lucius.

4. sprachliche Qualität – 1 Punkt
Der Text hat in punkto sprachliche Mittel wenig zu bieten, Bilder werden keine benutzt, auch Adjektive sind selten. Sehr kurze Sätze, die teilweise wiederholend wirken, machen das Leseverständnis zwar einfach, aber der Lesespaß geht dabei unter.

5. Erzählerische Qualität – 2 Punkte
Erzählerisch hingegen bietet die Geschichte einiges mehr. Die Hintergrundgeschichte wird gut vorbereitet, und der Einleitungsteil ist zwar bildarm aber dennoch ausgesprochen stimmungsvoll. (Snape läuft im Kreis, Muggel sind seltsame Gesellen...).

Gesamtpunktzahl: 10 Punkte


Ohne Titel

1. Grundidee und deren Umsetzung – 1 Punkt
Snape und Narcissa lieben sich und werden hierfür von LV und Todessern zur Rechenschaft gezogen. Narcissa wird getötet, Snape gelingt die Flucht im Kampf, anschließend tötet er sich selbst.
Die (wieder einmal fragwürdige) Liebesgeschichte wird aufgepeppt mit einer Kampfszene, die jedoch innerhalb der Grundstory deplaziert wirkt.

2. Struktur (Spannungsbogen, Erzählperspektive etc.) – 2 Punkte
Wiederum ist die Story dreigeteilt, eine besonders gelungene Einleitung weckt Neugier auf die Geschichte, der Mittelteil trägt den erzählerischen Schwerpunkt (und hier zurecht), der kurze Schlußteil verbindet dies. Auch hier scheint die Geschichte jedoch fortschreitend abzuflachen, der zentrale Absatz ist sehr kurz geraten, die Auflösung in der Schlußsequenz kommt zwar überraschend, wirkt aber nicht folgerichtig. Warum kämpft er sich den Weg frei, um anschließend Selbstmord zu begehen?

3. Setting sowie Folgerichtigkeit – 1 Punkt
Neben den bereits häufiger angesprochenen Problemen (Selbstmord aufgrund von Liebeskummer?) gibt es kleinere Unglaubwürdigkeiten. Beispielsweise kann ich mir nicht vorstellen, daß Snape sich per Besen auf den Weg zu Voldemort macht, nachdem er gerufen wurde. Wieder einmal plaudert Snape sein Geheimnis aus, dieses mal auch noch betrunken.

4. sprachliche Qualität – 1 Punkt
Keine erkennbare Verwendung von Stilmitteln sowie die überwiegend einfache Satzstruktur machen den Text sprachlich wenig reizvoll. Daneben gibt es einzelne Kurz-Formulierungen, die als KO-Kriterium die niedrige Punktzahl unterstreichen („Nun saß er also da“)

5. Erzählerische Qualität – 2 Punkte
Besonders der Einleitungsteil glänzt durch hervorragend geschilderte Stimmung. Auch wird der Erzählwert teilweise durch gute Detail-Ideen hervorgehoben (Einhornblut für Lord Voldemort, Gedanke an Zentauren auf der Suche nach Hilfe). Abstriche gibt es für die zahlreichen Erläuterungen, die nicht wirklich notwendig und außerdem stilistisch unschön sind. (Beispiel: „Das Wort des Meisters war Gesetz“)

Gesamtpunktzahl: 7 Punkte


Die Richtige

1. Grundidee und deren Umsetzung – 2 Punkte
Severus verliebt sich in Eileen und bereitet einen romantischen Abend vor, an dem er ihr seine Liebe gesteht.
Die Liebesgeschichte könnte mit beliebigen Personen an beliebiger Stelle spielen und hat wenig mit der Welt von JKR zu tun, verfügt aber über einen gut ausgedachten Überraschungseffekt am Ende.

2. Struktur (Spannungsbogen, Erzählperspektive etc.) – 1 Punkte
Klare, fortschreitende Erzählung ‚in einem Rutsch’ mit kleineren Brüchen, so war mir die meiste Zeit nicht ganz klar, an welchem Teil des Tages der Bericht gerade spielt. Spannung wird vorsichtig aufgebaut, an ihrem Höhepunkt jedoch ‚totgeschrieben’, weil nach dem zweimaligen Nein von Eileen ein nur sehr lahmer Satz folgt.

3. Setting sowie Folgerichtigkeit – 1 Punkt
Zwar gibt es Elfenwein, und Snape verfügt über eine Sammlung mit Zaubersprüchen, hier jedoch hört die Ähnlichkeit mit der Zaubererwelt auf. Die Figur des Snape wie sie aus den Büchern bekannt ist, ist lediglich am Namen zu erkennen.

4. sprachliche Qualität – 2 Punkte
Großzügige Verwendung von beschreibenden Adjektiven sowie einzelne Bilder, wenn auch keine originären, zeichnen den sprachlichen Stil dieser Erzählung aus. Die Sätze sind gut aufeinander abgestimmt und vielfach verschachtelt, was zum jeweils beschriebenen Inhalt paßt, jedoch werden zu häufig unnötige Anknüpfungssequenzen benutzt. (Schließlich.., Doch dann...)

5. Erzählerische Qualität – 2 Punkte
Die Geschichte bietet eine Detail-Verliebtheit in ihrer Erzählung, die beim Lesen Spaß macht, was jedoch leider in der entscheidenden Schlußszene nicht aufrecht erhalten wurde. Aus manchen Ideen hätte mehr gemacht werden können, beispielsweise die Geschichte, wie Wurmschwanz in die Muggel-Alarmanlage tappt.

Gesamtpuktzahl: 8 Punkte



Zu spät

1. Grundidee und deren Umsetzung – 2 Punkte
Severus besucht das Grab seiner Mutter und entschuldigt sich bei ihr. Diese hatte sich das Leben genommen, als er sich den Todessern anschloß.
Die Idee ist gut, weil sie die Abkehr Snapes von Lord Voldemort erklärt, doch fehlt es an einer Geschichte. In der Erzählung geschieht nichts weiter, als daß er sich entschuldigt – der Rest ist Hintergrundbeleuchtung.

2. Struktur (Spannungsbogen, Erzählperspektive etc.) – 1 Punkte
Einfache Struktur, erzählt wird der Reihe nach und ohne Einschübe, Spannung entsteht kaum, auch gibt es keinen Überraschungseffekt. Durch die Reduzierung auf nur eine Person, die weder Handlung ausführt noch eine erkennbar neue Einsicht gewinnt, wirkt die Erzählung flach.


3. Setting sowie Folgerichtigkeit – 2 Punkte
Endlich einmal ein Snape, den ich glauben kann. Brüche mit der bekannten Zaubererwelt gibt es ebenfalls keine, allerdings auch kaum Verbindungen dorthin.

4. sprachliche Qualität – 2 Punkte
Einige gelungene Bilder sowie die stimmungsvolle Verwendung von Adjektiven werten die ansonsten durch sehr simple Satzstrukturen geprägte Sprachqualität auf.


5. Erzählerische Qualität – 2 Punkte
Die Beschreibung der Umgebung ist ausgezeichnet gelungen und spiegelt so das Innenleben Snapes wider. Allerdings bleibt auch hier das Manko, daß keine Geschichte sondern lediglich eine einzelne Stimmung erzählt wird.

Gesamtpunktzahl: 9 Punkte



Zwischen den Zeilen

1. Grundidee und deren Umsetzung – 3 Punkte
Snape appariert in die Wirklichkeit zu JKR und Alan Rickman, um sich über seine filmische Darstellung zu beschweren. Zwischen den Zeilen entwickelt er ein Eigenleben, in dem er sich in Narcissa verliebt, aufgrund seiner mangelnden Anziehungskraft jedoch keine Chance bei ihr hat. Rowling kommt ihm entgegen, indem sie diverse Adjektive aus den Original-Manuskripten entfernt.
Die Geschichte wagt, was in Rowlings Büchern ebenfalls Thema ist, nämlich die Verbindung von Zaubererwelt und der Realität, hier allerdings der Realität wie wir sie kennen. Die Story spielt mit der Überinterpretation Snapes durch die Fans und macht genau diese zum Thema – leider mit einer inkonsequenten Auflösung, da letztendlich dem Wunsch der Fans entsprochen wird und Snape zu einem Sexy-Lover mutiert. Eigentlich hätte ich dafür Punkte abziehen müssen, doch ist die Idee an sich so grandios und witzig umgesetzt, daß sie dennoch volle drei Punkte verdient.

2. Struktur (Spannungsbogen, Erzählperspektive etc.) – 2 Punkte
Klare, immer fortschreitende Struktur, die sich hauptsächlich aus Dialog ergibt und als Rahmen in ein Sprichwort eingebettet ist, was sehr gelungen ist. Aufgrund der Länge gibt es mehrere Spannungsbögen, die voll ausgekostet werden. Einen Abzug gibt es hier für die –wenn auch schön dargestellte- Figur des Alan Rickman, die für die Idee und das Fortschreiten der Geschichte keine Rolle spielt sondern lediglich als schönes Beiwerk dient und hierfür zuviel Gewicht in der Anfangsszene hat.

3. Setting sowie Folgerichtigkeit – 2 Punkte
Der Charakter von Snape ist meisterhaft dargestellt und in sich glaubwürdig, alle aus der Zaubererwelt entlehnten Details sind folgerichtig eingesetzt (einzige Ausnahme: Snape kann unmöglich einen Computer in seinem Kerker zum Laufen bringen). Allerdings erscheint mir weder die Bereitwilligkeit Rowlings, an ihren Manuskripten etwas zu ändern, sei es auch nur ‚zwischen den Zeilen’, noch der Wunsch Snapes, sich doch an Rickman anzupassen statt umgekehrt, in sich konsequent.

4. sprachliche Qualität – 3 Punkte
Gelungene Wortwahl und gekonnte Ausschmückungen. Unter Verzicht auf Erläuterungen werden besonders die Personen durch die geschilderten Handlungen grandios geschildert. Teilweise originäre Bilder („so unbeweglich, daß ein Schockzauber unnötig gewesen wäre“), außerdem weiteres Spielen mit sprachlichen Mitteln, wie etwa „Dazu bedarf es wohl keiner Erklärung“ – um diesem Satz dann eine mehrere Zeilen lange Erklärung folgen zu lassen.

5. Erzählerische Qualität – 3 Punkte
Die Liebe zu Detail spricht aus jedem Satz und ganz besonders aus dem immer witzigen Dialog. Schön erzählt ist ebenfalls, als Running-Gag, das Spiel der Augenbrauen der beiden Herren. Sätze wie „Noch eine solche Bemerkung und ich schreibe dir das fürchterlichste Ende auf den Hals, daß du wünschtest, du wärest nie erfunden worden“ machen ganz besonders in erzählerischer Hinsicht die Geschichte zu einem Meisterwerk. Eigentlich müßte ich hier mehr als 3 Punkte vergeben.

Gesamtpunktzahl: - 13 Punkte

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Beitragvon Serena » Do 01 Jun, 2006 08:04

Ich habe geahnt, ja gewusst, dass Julia diesen Contest gewinnt und ich keinerlei Chancen habe! ;)
Trotzdem freue ich mich über jeden, der teilgenommen hat!
Und es geht nicht ums gewinnen, sondern um das dabeisein und die Freude am Lesen.. einfach nur, weil es um unseren Snape geht. Ganz egal, was wir dabei nicht beachtet haben, ganz egal, was nicht zu ihm passt.. denn so ist UNSER Snape!


Danke für eure Teilnahme und ein
grosses Lob an Wehwalt und Antike Runen für die
sehr gute Beurteilung und dass sie sich dafür zur Verfügung gesetellt haben!


eure Christiane
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Beitragvon Abendstern » Do 01 Jun, 2006 22:49

Ich muss gestehen, dass ich die anderen Geschichten noch nicht gelesen habe.:oops:

Aber Julia´s "Zwischen den Zeilen" war heute in meiner Pause meine Mittags-Lektüre und ich muss einfach sagen, dass mich nicht wundert, dass sie mit der Geschichte gewonnen hat! :D

Die Idee einfach nur genial, die Verbindung zu diesem Forum und seinen Usern und natürlich zu meiner "geliebten" Cissy... *schmacht-und-ans-RS-denkt* einfach total gelungen. Der Schreibstil und die Konversationen sind wie immer perfekt und es macht einfach nur ganz großen Spaß jedes Wort dieser tollen Geschichte zu lesen!

Julia, wenn Du mal echt Bücher schreibst und rausbringst, ich werde die Erste sein, die sie kaufen wird! :wink:



Und auch noch ein großes Lob an Angela und Marcus :D

Ihr habt Euch scheinbar sehr viel Mühe mit der Bewertung und der Kommentierung der Einzelnen Storys gegeben. Es hätte wohl keine besseren "Punkte-Richter" geben können.
Schade, dass ich erst jetzt so richtig auf den Contest aufmerksam geworden bin :wink: