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Lehrreiches in zwei Sprachen

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Lehrreiches in zwei Sprachen

Beitragvon Wilferedh » So 28 Apr, 2019 17:31

Das Sonnensystem
La sunsistemo

Die Sonne ist nur einer unter vielen Milliarden Sternen im Weltall.
La suno estas unuo inter multaj miliardoj steloj en universo.
Sie wird von einer Vielzahl anderer Himmelskörper umkreist, welche zusammen mit der Sonne das Sonnensystem bilden.
Ŝos de unuo multnombro alia astro ĉirkaŭiri, kune kun la suno la sunsistemo formi.
Die größten Himmelskörper, welche von der Anziehungskraft der Sonne auf ihrer Umlaufbahn gehalten werden, sind die acht bekannten Planeten.
La grandaj astro, kiuj de la gravitforto la suno sur sian circuladirejo fiksita evoluos, estas la ok konataj planedoj.
Außer Venus und Merkur sind sie allesamt von eigenen Monden umgeben.
Ekster Venuso kaj Merkuro estas ŝos ĉiuj de propraj lunoj cirkaŭi.
Tausende von Kleinplaneten, auch Asteroiden genannt, bewegen sich ebenfalls um die Sonne.
Milj de malgrandplanedoj, ankaŭ asteroidoj nomis, moviĝi same cirkaŭ la suno.
Noch kleiner sind die zahllosen Meteoriten, Gesteins- oder Metallbrocken, welche in der Atmosphäre verglühen und dann den Nachthimmel mit Lichtstreifen erhellen, den bekannten Sternschnuppen.
Ankoraŭ malgranda estas la multnombro bolidoj, ŝtonaĵo- aŭ metalpeco, kiu kelkfoje en la atmosfero forardi kaj tiam la noktĉielo kun helpastuŝij heligi, la konataj falanta steloj.
Außerdem zählen noch die Kommeten zu den Begleitern der Sonne.
Krome nombri ankoraŭ la fometroj al la akompanij la suno.
Diese Lichtschweife können manchmal tage- oder monatelang sichtbar sein, bevor sie wieder für Jahre oder Jahrhunderte auf ihren weitläufigen Umlaufbahnen verschwinden.
Tiuj helvostoj povi kelkfoje tagoj- aŭ longa monatoj videbla esti, antaŭ ili denove por jaroj aŭ jarcentoj sur sian vastaj cirkuladtrabatij malaperi.

Allgemeinwissen ins Esperanto übersetzt von Wilferedh am 21.04.2019.
Anm:
Zirkumflex:
ĉ - sprich Tsch wie in klatschen
ĝ - sprich Dsch wie in Dschungel
ĵ - sprich wie in Jalousie
ŝ - sprich Sch wie in waschen
Hatschek/Häkchen:
ŭ - sprich wie 2. Teil vom au-Laut in Auto
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Fortsetzung

Beitragvon Wilferedh » Di 30 Apr, 2019 17:17

Die Lage der Erde im Sonnensystem
La pozicio la tero en sunsistemo

Die acht Planeten umkreisen die Sonne mit der Präzision eines Uhrwerks.
La ok planedoj ĉirkaŭiri la suno kun la precizeko horloĝamekanismo.
Merkur ist der Sonne am nächsten; dann folgt die Venus:
Merkuro estas la suno al venonta; tiam jena la Venuso:
Sie ist fast gleichgroß wie die Erde und unser nächster Nachbar.
Ŝi estas preskaŭ egala kiel la tero kaj iu niaspeca venota najbaro.
Die Erde ist der Sonne mit einer Entfernung von 150 Millionen Kilometern am drittnächsten.
La tero Estas la suno kun la fora de unocent kvindek milionoj kilo metroj al tria venonta.
Weiter entfernt ist der Mars, und dahinter kreist eine Reihe von Kleinplaneten um die Sonne.
Plia fora Estas la Marso, kaj poste cirkuli la vico de malgrandplanedoj ĉirkaŭ la suno.
Jupiter ist der fünfte und der Riese unter den Planeten; sein Durchmesser ist über elfmal so groß wie der Erddurchmesser.
Jupitero estas la kvina kaj la giganto sub la planedoj; esti diametro estas pli ol dek unu oble tiel granda kiel la terdiametro.
Saturn, der sechste Planet, ist der zweitgrößte und wegen der Ringe, die ihn umgeben, am bekanntesten.
Saturno, la sesan planedo, estas la dia granda kaj pro la ringoj, la lin ĉirkaŭi la plej konata.
Dann folgen Uranus der siebte und Neptun der achte, von der Sonne am weitesten entfernte Planet.
Tiam sekvoj Uranuso tiu sepa kaj Neptuno tiu oka, de la suno al pli vasta fora planedo.
Hinter Neptun befindet sich noch der Kleinplanet Pluto.
Post Neptuno troviĝi ankoraŭ la malgrandplanedo Pluto.
Mit einem Durchmesser von nur 2500 Km. ist er sogar kleiner als der Mond.
Kun unigi diametro de nur du mil kvicent kilometroj estas ĝi eĉ malgrandulo ol la luno.


Allgemeinwissen ins Esperanto übersetzt von Wilferedh am 23.04.2019

Anm.: Diakritische Zeichen und Aussprache siehe 1. Beitrag in Lehrreiches in zwei Sprachen.
Zuletzt geändert von Wilferedh am Di 14 Mai, 2019 17:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Wehwalt » Mi 01 Mai, 2019 16:22

Haben SIngular und Plural denselben Artikel im Esperanto? Und der Genitiv kommt ohne Präposition aus? Kann ich nicht ganz glauben.
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Beitragvon Wilferedh » So 05 Mai, 2019 14:32

Glaub es ruhig. "Einziger Artikel in Esperanto ist der bestimmte Artikel la, der auch im Plural und Akkusativ unverändert bleibt."
"Einen unbestimmten Artikel gibt es im Esperanto nicht, deshalb wird der deutsche unbestimmte Artikel (ein/eine/…) normalerweise gar nicht übersetzt."
Genitiv-Präpositionen: Zu Präpositionen in Verbindung mit Genitiv finde ich nichts im Lehrbuch. Es heißt zu Präp.; "… sind kurze Wörter, die in Verbindung mit Nomen/Pronomen Angaben zu Ort, Zeit Art/Weise oder Grund machen". "Anders als im Deutschen müssen wir in Esperanto kaum Fälle beachten - nach einer Proposition steht in der Regel der Nominativ (außer bei einigen Richtungs-Präpositionen)."
Zeit: antaŭ- vor- vor einem bestimmten Zeitpunkt- antaŭ 2020 (vor 2020).
Ort/Richtung: antaŭ- davor- antaŭ la domo (vorm Haus).
Anders als bei Tolkien, dem seine Sprachen nicht kompliziert genug sein konnten, ging es Ludwik Lejzer Zamenhof um die Etablierung einer "Weltsprache". Darum legte er Wert darauf, unnötige Verkomplizierungen zu vermeiden, um das Erlernen möglichst vielen Menschen mit unterschiedlichsten Muttersprachen zu erleichtern. Auch wenn aus seiner Utopie nichts geworden ist, nach dem Martyrium des Sindarin, wollte ich mich mal mit etwas unkomplizierteren beschäftigen.
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Beitragvon Wehwalt » So 05 Mai, 2019 19:14

Wow. Danke.

Aber mit den Kasus habe ich immer noch meine Schwierigkeiten. Wodurch kennzeichnet sich denn in diesem Beispiel:
kiuj de la gravitforto la suno sur sian circuladirejo fiksita evoluos
dass "la suno" ein Genitiv-Attribut zu graviforto ist? Da fehlt doch eine präposition, die man im Italienischen auch hätte.

Und die ganzen Dativkonstruktionen (z. B. Merkuro estas la suno al venonta) - wie soll man erkennen, dass Merkuro im Nominativ steht - also wenn man die deutsche Übersetzung nicht kennt.

Aber wie auch immer. Ich finde diese Idee der Sprachschöpfungen nicht gut. Also Sindarin als Spielerei - ok. Aber eine praktische Sprache vermittelt auch immer Sprachhistorie, und die gehört zum Erlernen einfach dazu.
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Kasus

Beitragvon Wilferedh » Di 07 Mai, 2019 20:56

Ich habe dazu was im Buch gefunden. Ich zitiere einfach mal aus dem Lehrbuch.
Nomen: Nomen erkennen wir in Esperanto an der Endung -o (bzw. -oj im Plural). Mit der Akkusativendung -n unterscheiden wir das Objekt, wodurch das Objekt auch am Satzanfang stehen kann. Beispiel: Jen estas hundo. Ĝi estas la hundo de Karlo. Ĉiun tagon Karlo iras en parkon kun sia hundo. Tie ili renkontas aliajn hundojn.
Ofte Karlo kaj lia hundo ludas en parko. Karlo ĵetas pilkon kaj la hundo kaptas la pilkon.
Geschlecht: Dinge haben im Esperanto kein Geschlecht. Bei Tieren und Menschen gilt die allgemeine Bezeichnung als neutrale/allgemeine Form.
Beispiel: hundo --> Hund (allgemein, egal ob Rüde oder Hündin)
posedanto --> Besitzer (allgemein, egal ob Mann oder Frau)
Wollen wir das Geschlecht eines Tieres betonen, verwenden wir für die männliche Bezeichnung die Vorsilbe vir-, für die weibliche Bezeichnung fügen wir -in- vor der Nomenendung -o ein.
Beispiel: virhundo --> Rüde
hundino --> Hündin
Beachte! Bei Personen steht die neutrale Version normalerweise auch für die männliche Bezeichnung. Nur die weibliche Bezeichnung wird mit -in- gebildet.
Beispiel: posedanto --> Besitzer (neutral oder Mann)
posedatino --> Besitzerin (Frau)
Fälle: Während wir im Deutschen 4 Fälle haben (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ), unterscheiden wir in Esperanto nur nominativ und Akkusativ.
Nominativ: Das Subjekt (Wer/Was?) sowie Nomen nach einer Präposition stehen im Nominativ (außer einiger Richtungs-Präpositionen). Die deutschen Fälle werden in Esperanto oft mit Präposition + Nominativ wiedergegeben.
Nominativ: Der Hund ist schlau. --> La hundo estas saĝa.
Genitiv: Das Fell des Hundes ist weich. --> La felo de la hundo estas mola.
Dativ: Karlo spielt mit dem Hund. ---> Karlo ludas kun la hundo.
Akkusativ: Das ist eine Freude für den Hund. --> Tio estas ĝojo por la hundo. (Anm.: müsste es nicht Hundon heißen?)
Akkusativ: Den Akkusativ in Esperanto bilden wir durch Anhängen von -n. Im Plural steht sie Akkusativendung hinter der Pluralbildung.
Beispiel: la hundo --> la hundon (der Hund - den Hund)
la hundoj --> la hundojn (die Hunde - den Hunden)
Den Akkusativ verwenden wir für: >> das direkte Objekt (Wen/Was?), weil es ohne Präposition verwendet wird und nicht mit dem Subjekt verwechselt werden soll.
Beispiel: Karlo ĵetas pilkon kaj la hundo kaptas la pilkon. (Karlo wirft einen Ball und der Hund fängt den Ball.)
Tie ili renkontas aliajn hundojn. (Dort treffen sie andere Hunde.)
>> Richtungen (Wohin?), wenn dieselbe Präposition auch für den Ort (Wo?) verwendet wird.
Beispiel: Karlo iras kun sia hundo en parkon. (Karlo geht mit seinem Hund in den Park.) Richtung (Wohin?) --> Akkusativ
aber: Karlo kaj lia hundo ludas en parko. (Karlo und sein Hund spielen im Park.) Ort (Wo?) --> Nominativ
>> Zeitangabe (Wann?) ohne Präposition
Beispiel: Ĉiun tagon Karlo iras kun sia hundo en parkon.
So, das waren dann mal die 4 Kasus. Mit dem Beispielsatz beschäftige ich mich später, es ist jetzt schon spät geworden. Bis dann!
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Beitragvon Wehwalt » Di 07 Mai, 2019 23:03

Sehr interessant!
Deine Anmerkung (Anm.: müsste es nicht Hundon heißen?) ist zwei Sätze später erklärt. Offensichtlich wird das n nur gesetzt, wenn keine Präposition (por) vorangeht. Also Karlo jetas pilkon (direktes Objekt), aber por la hundo - also entfallen sämtliche Regeln, welchen Kasus eine Präposition regiert. Es ist sinnvoll, eine Grammatik so aufzubauen, wenn sie einfach sein soll.

Die ganzen Regeln, welcher Kasus nach den Präpositionen steht (zB der Merkspruch im Latein a ab abs e ex und de, cum und sine, pro und prae), kommt daher, dass im Ursprung Präpositionen eigentlich Adverbien waren.

Ich weiß nicht, ob Du Griechisch kannst, aber wenn Du z. B. Homer liest, merkst Du deutlich den adverbialen Charakter der Wörter, die später zu Präpositionen destilliert sind. Also man könnte, sinngemäß ins Deutsche übertragen, statt "Das Herr steht vor der Stadt" sagen: "Das Heer steht vorne, am Ort der Stadt". (Dativ ist aus Lokativ entstanden).
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Beitragvon Wilferedh » Do 09 Mai, 2019 10:40

So, da bin ich wieder.
Ich habe mir die zwei erwähnten Textstellen nochmal angesehen.
- kiuj de la... Die Präposition ist in meinen Augen "sur" --> "auf" (ihrer Umlaufbahn)
- Merkuro Estas la... Das müsste im Beitrag vom 7.5. unter "Nominativ" erklärt sein
Das mit dem nicht angehängten n ist mir jetzt klar. Man sollte die Bucherklärungen halt nicht nur überfliegen.
Griechisch kann ich nicht und auch kein Latein, was das Handhaben der Grammatikregeln, die in den Büchern gewöhnlich in Latein beschrieben sind, nicht gerade vereinfacht.
Du schreibst, dass du eine Sprachhistorie vermisst. Esperanto ist, wie die Tolkiensprachen, ja auch eine Kunstsprache. Tolkien hat zwar eine (künstliche) Historie erfunden, damit sie wie gewachsen erscheint, aber für Zamenhof war das nicht nötig. Er wollte keine Sprache die er mit einer fiktiven Geschichte, die eine lange Zeitspanne darstellt, ummanteln, sondern eine "fertige" Sprache für alle schaffen. Ich selber fand die Geschichte sehr aufregend, in der beschrieben wurde wie es gelang eine hetitische Keilschrift zum ersten mal zu entziffern und dabei entdeckt wurde, dass es sich um eine Indo-Germanische Sprache handelt. Esperanto hat keine "Vergangenheit".
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Beitragvon Wehwalt » Do 09 Mai, 2019 11:51

Ja, das habe ich ja schon verstanden, dass Esperanto keine Vergangenheit hat. Ist ja ok.

Für meine Begriffe ist es ein bisschen Verschwendung, so eine Kunstsprache zu erlernen. Wir denken ja auch nicht in einer Kunstsprache, sondern in einer historisch gewachsenen. Aber wie die Sprachform unser Denken beeinflusst, kann man erst richtig erkennen, wenn man sie "von außen" betrachtet, also im Kontrast zu einer anderen Sprache, die ihrerseits historische Zufälle mitschleppt. Der Hauptzweck des Fremdsprachunterrichts ist und bleibt das tiefere Erfassen der eigenen Sprache.

Aber dazu eignet sich ein Kunstprodukt wie Esperanto einfach nicht so gut. Ich glaube zwar schon, dass man die Grundzüge leicht erlernen kann, wenn man den Umgang mit indogermanischen Sprachen gewohnt ist. Die Grundzüge der Grammatik kommen eindeutig aus dem Italienischen, soviel konnte ich Deinen paar Grundlektionen schon entnehmen.

Für Menschen aus einem ganz anderen Sprachumfeld (z. B. Chinesen) wird es allerdings genauso fremd sein wie eine natürliche indogermanische Sprache, etwa Englisch. Die gewinnen rein gar nichts vom Esperanto-Studium, weil sie keine Vokabel wiedererkennen (wie wir in deinen Beispielen tera < lat. terra oder giganto < griech. gigas oder hundo < dt. Hund) und den ganzen Satz- und Wortaufbau nicht gewohnt sind.

Klar, für uns ist es bestimmt möglich, uns die Grundzüge des Esperanto in ein paar Wochen anzueignen. Aber es fällt dann immer noch der "Kollateralgewinn" weg - das Erschließen einer fremdsprachigen Literatur über die bloße erweiterte Verständigungsfähigkeit hinaus.

Aber es bleibt dabei: der Haupteffekt sind die Fragestellungen, die beim Kennenlernen einer Sprache auf die eigene Sprache geworfen werden. Wenn wir nur Deutsch kennen, fällt uns ja fast nicht auf, dass zwischen den Vergangenheitsformen "ich liebte" und "ich schlief" ein bedeutender Unterschied besteht. Das reflektiert man erst, wenn man in anderen Sprachen auf schwache und starke Formen aufmerksam wird. Und da kann man sich dann fragen: Warum ist das so verschieden? Warum heißt es nicht "ich schlafte" - obwohl das doch mühelos verständliche wäre (und bei der englischen Parallelform "I slept" sogar so entstanden ist). Und daraus kann sich dann die Erkenntnis ableiten, dass die schwachen Verben eben im Ursprung denominal sind, und man bekommt einen besseren Einblick in die originalen Wortbedeutungen: Das originale Wort ist "Liebe"; das Verb "lieben" kommt vom Nomen her; die Form -te ist eine verkürzte Verbform "tat". Hingegen ist schlafen ein "richtiges" Verb, von dem das Nomen (der Schlaf) abgeleitet ist. Nur ein kleines Beispiel von unzähligen.
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Beitragvon Wilferedh » Do 09 Mai, 2019 14:52

Wie es heißt sind die Esperantosprecher um den gesamten Globus verteilt. Es gibt ein Netzwerk, durch das man "preiswert" Urlaub machen kann, weil man in der Gastfamilie wohnt und vom Gastgeber die/das Stadt/Land gezeigt bekommt. das geht zum Beispiel in Süd-Korea.
Zamenhof war Pole. Der Gebrauch von Zirkumflex und Hatschek deuten auf einen slawischen Einfluss hin (siehe auch Aussprache).
Bei der Vorinformation zu Esperanto las ich, dass es aus allen Möglichen Sprachen Einflüsse geben soll. Es wurde Latein, Englisch, Deutsch usw. genannt. Übrigens, das Wort "nur" ist 1zu1 übernommen.
Es gibt Sprachen die man nicht schön finden muss. Auch ich finde nicht alle schön. Bei manchen muss ich unwillkürlich an Orks oder Klingonen denken. Die Beste ist wohl immer noch die Goethes.
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Beitragvon Wehwalt » Do 09 Mai, 2019 15:10

Wenn schon die eines Deutschen, dann die Sprache Jean Paul Friedrich Richters ... Aber da ist unsere Perspektive eingeschränkt.
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Das Alphabet und die Aussprache im Esperanto

Beitragvon Wilferedh » Mo 13 Mai, 2019 16:30

a - amiko / Freund - wie in alles, Bad
b - balo / Ball - wie in Bein, über
c - cirklo / Kreis - wie ts in Zukunft, Witz
ĉ - ĉerizo / Kirche - wie in Tschechien, tratschen
d - diri / sagen - wie in Dame, Eder
e - elefanto / Elefant - wie in erster, Rest
f - floro / Blume - wie in Fahren, kaufen
g - glaso / Glas - wie in Georg, Regen
ĝ - ĝardeno / Garten - wie in Dschungel
h - hodiaŭ / heute - wie in hallo, Hund
ĥ - ĥoro / Chor - wie in Tuch, Buchseite
i - ideo / Idee - wie in Ire, irgendwo
j - jaro / Jahr - wie in Jagt, jetzt
ĵ - ĵeti / werfen - wie in Jalousie
k - kuko / Kuchen - wie in Kasten, markieren
l - lampo / Lampe - wie in Liste, Elsaß
m - muziko / Musik - wie in Meister, Amt
n - nazo / Nase - wie in Nest, Runde
o - okulo / Auge wie in Ornament, roden
p - pomo / Apfel - wie in Papa, Opa
r - rano / Frosch - gerolltes r
s - serpento / Schlange - wie ß in heiß, weiß
ŝ - ŝranko / Schrank - wie in Schal, verschwitzt
t - tomato / Tomate - wie in Tarnen, Ente
u - urbo / Stadt - wie in Uhu, unter
ŭ - baldaŭ / bald - wie 2. Teil vom au-Laut in Auto
v - vintro / Winter - wie in Wind, gewaschen
z - zipo / Reißverschluss - stimmhaftes s wie in Rose, sondern
Zuletzt geändert von Wilferedh am Di 14 Mai, 2019 17:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Wilferedh » Mo 13 Mai, 2019 16:44

@Wehwalt
Oder nicht vielleicht doch eher Johann Christian Friedrich Hölderlin, anstelle Johann Paul Friedrich Richter? Wenn auch der arme Hölderlin gegen Ende verrückt geworden ist.
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Beitragvon Wehwalt » Mo 13 Mai, 2019 17:27

Wilferedh hat geschrieben:stimmhaftes s wie in sonst, Rast

Also beine Zunge gibt das nicht her ... das s in Rast stimmhaft zu machen. Meines Erachtens liegt das auch nicht am Dialekt.

Das s in Sonne oder lesen ist stimmhaft (wenn auch in süddeutschen Dialekten stimmlos gesprochen). Aber in Rast?

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Hölderlin? Mag hinkommen. Ich bezog es auf Prosa.
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L. i. z. S., 3. Teil

Beitragvon Wilferedh » Sa 18 Mai, 2019 18:29

Die Lage des Sonnensystems im Weltall
La pozicio de la sunsistemo en universo

Wie die Erde um die Sonne läuft, so bewegt sich auch die Sonne um den Mittelpunkt der Milchstraße.
Kiel la tero ĉirkaŭ la suno kuras, tiel movi al ankaŭ la suno ĉirkaŭ la centro la galaksio.
Zu der Ansammlung von etwa 100 Milliarden Sternen gehören auch alle, die man nachts mit bloßem Auge nicht sehen kann.
Al tiu amaso de proksimume cent miliardoj steloj arpateni ankaŭ ĉiuj, kiuj vi nokte kun puri okulo ne vidi povas.
Das glitzernde Sternenband am Himmel, das im Volksmund Milchstraße heißt, in Wirklichkeit nur ein kleiner Teil der Galaxis.
La trembrila steloj-bendo ĉe ĉielo, tion dum popoldiraĵo lakta vojo signifas, estas en realo nur malgrandulo parto la galaksio.
Wenn man die ganze Milchstraße überblicken könnte, würde sie einer gigantischen Linse ähneln.
Se vi la tutan galaksio superrigardi povus, volus ŝi giganta lenso similas.
Von oben gleicht sie einem Windrad mit langen Armen aus Sternen und Gaswolken, die spiralförmig um das Zentrum angeordnet sind.
De supre simili ŝi ventrado kun longaj brakoj el steloj kaj gasnuboj, la spiralforma ĉirkaŭ la centro aranĝa estas.
Unser Sonnensystem liegt in einem dieser Arme, weit weg vom Mittelpunkt der Milchstraße.
Ni sunsistemo pozicia en tiu brakoj, vasta for de centro la galaksio.
Die ganze Milchstraße dreht sich um ein geheimnisvolles Zentrum.
La kompleta galaksio turna sin ĉirkaŭ mistera centro.
Die Sterne, welche näher am Mittelpunkt liegen, bewegen sich schneller als diejenigen, die sich am äußeren Rand befinden.
La steloj, kiu pli proksima ĉe Centro kusi, movi sin pli rapida ol tiuj, la sin ĉe pli estere bordo troviĝi.
Unsere eigene Sonne, die mit einer Geschwindigkeit von rund 220 Kilometern in der Sekunde das Zentrum des Milchstraßensystems umläuft, vollendet wie auch die benachbarten Sterne etwa alle 225 Millionen Jahre eine volle Umdrehung des Riesenwirbels.
Nia propra suno, la kun rapido de ronda ducent dudek kilometroj en la sekundo la centro de la galaksisistemo ĉirkaŭ kuras, perfekta kiel ankaŭ la najbaraj steloj proksimume ciuj ducent dudek kvin milionoj jaroj plena turniĝo de la giganta vortico.

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