Gedichte und Sprüche die wir mögen....

Serena
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Beitragvon Serena » So 31 Aug, 2008 18:33

So, ichhabe hier mal ein paar meiner Lieblingsgedichte für euch. Einige kenne ich schon seit der Schulzeit, andere erst seit kurzem.

Ich fang mal an, mit einem, naja nennen wir es kleines Drama:

Ein Jüngling liebt ein Mädchen
(Heinrich Heine)

Ein Jüngling liebt ein Mädchen,
Die hat einen Andern erwählt;
Der Andre liebt eine Andre,
Und hat sich mit dieser vermählt.

Das Mädchen heirathet aus Aerger
Den ersten besten Mann,
Der ihr in den Weg gelaufen;
Der Jüngling ist übel dran.

Es ist eine alte Geschichte,
Doch bleibt sie immer neu;
Und wem sie just passiret,
Dem bricht das Herz entzwei.


Sachliche Romanze
Erich Kästner

Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wussten nicht weiter.
Da weinte sie schliesslich. Und er stand dabei.

Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagt, es wäre schon Viertel nach vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.
Nebenan übte ein Mensch Klavier.

Sie gingen ins kleinste Café am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend sassen sie immer noch dort.
Sie sassen allein, und sie sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.



Der Panther
(Rainer Maria Rilke)

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.



Ich liebe dich, weil ich dich lieben muß...

Ich liebe dich, weil ich dich lieben muß;
Ich liebe dich, weil ich nicht anders kann;
Ich liebe dich nach einem Himmelsschluß;
Ich liebe dich durch einen Zauberbann.

Dich liebe ich, wie die Rose ihren Strauch;
Dich liebe ich, wie die Sonne ihren Schein;
Dich liebe ich, weil du bist mein Lebenshauch;
Dich liebe ich, weil dich lieben ist mein Sein.

Friedrich Rückert



Noch ein Gedicht, bei dem es mich gepackt hat, abermals von Erich Kästner:

Die unverstandene Frau

Er band, vorm Spiegel stehend die Krawatte.
Da sagte sie (und blickte an die Wand)
„Soll ich den Traum erzählen, den ich hatte?
Ich hielt im Traum ein Messer in der Hand.

Ich hob es hoch, mich in den Arm zu stechen,
und schnitt hinein, als sei der Arm aus Brot.
Du warst dabei. Wir wagten nicht zu sprechen.
Und meine Hände wurden langsam rot.

Das Blut floß lautlos in die Teppichranken.
Ich hatte Angst und hoffte auf ein Wort.
Ich sah dich an. Du standest in Gedanken.
Dann sagtest du:„Das Messer ist ja fort...”

Du bücktest dich. Doch war es nicht zu finden.
Ich rief:„So hilf mir endlich!“ Aber du,
du meintest nur:„Man müßte dich verbinden“,
und schautest mir wie einem Schauspiel zu.

Mir war so kalt, als sollte ich erfrieren
Du standest da mit traurigem Gesicht,
und wolltest rasch zum Arzt telefonieren
und Rettung holen. Doch du tatst es nicht.

Dann nahmst du Hut und Mantel, um zu gehen,
und sprachst:„Jetzt muß ich aber ins Büro“,
und gingst hinaus. Und ich blieb blutend stehen.
Ich starb im Traum. Und war darüber froh...“

Er band, vorm Spiegel stehend, die Krawatte.
Und sah im Spiegel, daß sie nicht mehr sprach.
Und als er sich den Schlips gebunden hatte,
griff er zum Kamm. Und zog den Scheitel nach.



Noch eins, das ich mittlerweile sehr liebe, dank der Interpretation von Jürgen von der Lippe (!!) ist Bertolt Brechts "Erinnerung an Marie A."


Erinnerung an die Marie A.
(Bertolt Brecht)

An jenem Tag im blauen Mond September
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
In meinem Arm wie einen holden Traum.
Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiß und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da.
Seit jenem Tag sind viele, viele Monde
Geschwommen still hinunter und vorbei.
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen
Und fragst du mich, was mit der Liebe sei?
So sag ich dir: ich kann mich nicht erinnern
Und doch, gewiß, ich weiß schon, was du meinst.
Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer
Ich weiß nurmehr: ich küßte es dereinst.
Und auch den Kuß, ich hätt ihn längst vergessen

Wenn nicht die Wolke dagewesen wär
Die weiß ich noch und werd ich immer wissen
Sie war sehr weiß und kam von oben her.
Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer
Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind.
Doch jene Wolke blühte nur Minuten
Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.



Noch eines, das ich seeehr gerne höre, ich Hermann Hesse's "Verführer"

Gewartet habe ich vor vielen Türen,
In manches Mädchenohr mein Lied gesungen,
Viel schöne Frauen sucht ich zu verführen,
Bei der und jener ist es mir gelungen.
Und immer, wenn ein Mund sich mir ergab,
Und immer, wenn die Gier Erfüllung fand,
Sank eine selige Phantasie ins Grab,
Hielt ich nur Fleisch in der enttäuschten Hand.
Der Kuß, um den ich innigst mich bemühte,
Die Nacht, um die ich lang voll Glut geworben,
Ward endlich mein - und war gebrochene Blüte,
Der Duft war hin, das Beste war verdorben.
Von manchem Lager stand ich auf voll Leid,
Und jede Sättigung ward Überdruß;
Ich sehnte glühend fort mich vom Genuß
Nach Traum, nach Sehnsucht und nach Einsamkeit.
O Fluch, daß kein Besitz mich kann beglücken,
Daß jede Wirklichkeit den Traum vernichtet,
Den ich von ihr im Werben mir gedichtet
Und der so selig klang, so voll Entzücken!
Nach neuen Blumen zögernd greift die Hand,
Zu neuer Werbung stimm ich mein Gedicht ...
Wehr dich, du schöne Frau, straff dein Gewand!
Entzücke, quäle - doch erhör mich nicht!


Achja.. abermals Kästner; der Mann war ein Genie!

Die Existenz im Wiederholungsfalle

Man müßte wieder sechzehn Jahre sein
Und alles, was seitdem geschah, vergessen.
Man müßte wieder seltne Blumen pressen
Und - weil man wächst - sich an der Türe messen
Und auf dem Schulweg in die Tore schrein.

Man müßte wieder nachts am Fenster stehn
Und auf die Stimmen der Passanten hören,
wenn sie den leisen Schlaf der Straßen stören.
Man müßte sich, wenn einer lügt, empören
Und ihm fünf Tage aus dem Wege gehen.

Man müßte wieder durch den Stadtpark laufen.
Mit einem Mädchen, das nach Hause muß
Und küssen will und Angst hat vor dem Kuß.
Man müßte ihr und sich, vor Ladenschluß,
für zwei Mark fünfzig ein Paar Ringe kaufen.

Man würde seiner Mutter wieder schmeicheln,
weil man zum Jahrmarkt ein paar Groschen braucht.
Man sähe dann den Mann, der lange taucht.
Und einen Affen, der Zigarre raucht.
Und ließe sich von Riesendamen streicheln.

Man ließe sich von einer Frau verführen
Und dächte stets: „Das ist Herr Nußbaums Braut.“
Man spürte ihre Hände auf der Haut.
Das Herz im Leibe schlüge hart und laut,
als schlügen nachts im Elternhaus die Türen.

Man sähe alles, was man damals sah.
Und alles, was seit jener Zeit geschah,
das würde nun zum zweitenmal geschehen...
Dieselben Bilder willst du wiedersehn?
Ja!



Welches Gedicht mich zu Tränen gerührt hat, egal ob vorgelesen oder niedergeschrieben, ist Albrecht Goes' "Schritte"

Die Schritte

Klein ist, mein Kind, dein erster Schritt,
klein wir dein letzter sein.
Den ersten geh'n Vater und Mutter mit,
den letzten gehst du allein.

Sei's um ein Jahr, dann gehst du, Kind,
viel Schritte unbewacht,
wer weiß, was das dann für Schritte sind
im Licht und in der Nacht?

Geh kühnen Schritt, tu tapfren Tritt,
groß ist die Welt und dein.
Wir werden, mein Kind, nach dem letzten Schritt
wieder beisammen sein.


Und nun die Krönung, ich bekomme Mal um Mal Gänsehaut:
Theodor Fontane's "Königin Eleonorens Beichte"

Todkrank lag Königin Eleonor',
Sie wußte, daß schlecht es stünde:
»Schickt mir zwei Mönche von Frankreich her,

Daß ich beichte meine Sünde.«

Der König rief seine Haushalt-Lords,
Seinen ersten und seinen zweiten:
» Ich will Leonorens Beichtiger sein,
Lord Marschall, du sollst mich begleiten.«

»Lord Marschall, steh auf, ich verpfände mein Wort
Woll' mir zuvor versprechen,
Was auch die Königin beichten mag,
An mir es nimmer zu rächen.«

»Lord Marschall, steh auf, ich verpfände mein Wort
Und ganz England zu meinen Füßen,
Was auch die Königin beichten mag,
Du sollst es nimmer büßen.

Wir legen an ein mönchisch Gewand-
In Kapuze und grauem Kleide,
So kommen wir betend von Frankreich her
Und hören die Beichte beide.«

Sie legten an ein mönchisch Gewand;
Als gen Whitehall sie schritten,
Des Volkes Menge begleitete sie
Mit Kniefall und frommen Bitten.

Sie traten hin vor die Königin
Und sprachen mit Händefalten:
»Vergib, es haben Wetter und Wind
Unsren Dienst zurückgehalten.«

»Wenn ihr zwei Mönche von Frankreich seid,
Kann ich euer Säumen nicht schelten;
Wenn ihr zwei englische Mönche seid,
Sollt ihr's am Leben entgelten.«

»Wir sind zwei Mönche von Frankreich her,
Drum beichte ohne Bangen,
Wir haben noch keine Messe gehört,
Seit wir zu Schiff gegangen.«

»Die erste Sünde, die ich beging,
Hat andre groß gezogen:
Lord Marschall hab' ich zuvor geliebt
Und den König hab' ich betrogen.«

»Eine schwere Sünde! ich löse sie doch
In Gottes und Christi Namen.«
Der König spricht's, Lord Marschall bebt
Und murmelt: »Amen, Amen.«

»Die zweite Sünde, die ich beging,
Die will ich zum andern bekennen,
Ich mischt' einen Trunk, der sollte mich rasch
Von König Heinrich trennen.«

»Eine schwere Sünde! ich löse sie doch
In Gottes und Christi Namen.«
Der König spricht's, Lord Marschall bebt
Und murmelt: »Amen, Amen.«

»Die dritte Sünde, die ich beging,
Die will zum dritten ich beichten,
Meine Hände waren's, die Becher und Gift
An Rosamunden reichten.«

»Eine schwere Sünde! ich löse sie doch
In Gottes und Christi Namen.«
Der König spricht's, Lord Marschall bebt
Und murmelt: »Amen, Amen.«

»Seht in der Halle den Knaben dort,
Er spielt mit dem Federballe,
Das ist Lord Marschalls ältester Sohn,
Und ich lieb' ihn mehr als alle.

Und seht in der Halle den zweiten dort,
Er hascht nach dem fliegenden Balle,
Das ist König Heinrichs jüngster Sohn,
Und ich haß' ihn mehr als alle.

Er hat einen Kopf wie ein Warwick-Stier
Und ist täppisch wie ein Bär«;
»Mag sein«, rief König Heinrich da,
»Ich lieb' ihn desto mehr.«

Ab riß er Kapuze und Mönchsgewand,
Sein Antlitz war blutrot,
Leonore schrie auf und rang die Händ' -
Ihre Beichte war ihr Tod.

Der König über die Schulter sah,
Vielgrimmig sah er drein:
»Lord Marschall, wär's nicht um mein Wort,
Du solltest gehangen sein.«
Bild

Mea Parvitas
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Beitragvon Mea Parvitas » So 31 Aug, 2008 19:13

Das ist mein absolutes Lieblingsgedicht...

Es stammt aus dem Buch "Suzannes Tagebuch für Nikolas"

Mein geliebter kleiner Junge,

stell dir vor, das Leben wäre ein Spiel, in dem es darum geht, fünf Bälle zu jonglieren.
Ich nenne sie Arbeit, Familie, Gesundheit, Freunde und Rechtschaffenheit.
Du bemühst dich, alle in der Luft zu halten, bist du eines Tages begreifst:
Der Ball, der die Arbeit verkörpert, ist aus Gummi; er wird immer wieder hochschnellen.
Die übrigen aber sind aus Glas.
Lässt Du einen davon fallen, ist er beschädigt, abgestoßen, ja vielleicht für immer in tausend Stücke zersprungen, Denk immer daran!?
Bin gerade mit Mama auf's Töpfchen und danach im Krabbelkreis. Tschüssi!

Mfg
Das kleine Baby, das schon schreiben kann ^^

Blackrose
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Beitragvon Blackrose » Sa 06 Sep, 2008 20:08

Mal eins von mir:

ANGST

Immer wieder ist sie da,
kommt ganz plötzlich,
schnürt dich ein,
du kannst nicht mehr atmen,
nicht mehr klar denken,
sie nimmt besitz von dir,
ist in jeder Faser deines Körpers,
du kannst nichts gegen sie machen,
sie beherrscht dich vollkommen,
in jeder sekunde,
in jedem Augenblick,
weißt du,
das sie dich nie verlassen wird,
Das du lernen musst,
mit ihr zu leben,
doch kannst du das...?

_________________
das ist aber schon ein altes, tritzdem wie findet ihrs?
Die Tränen dich ich deinetwegen vergoss waren umsonst,
keine einzige hattest du verdient, keine warst du Wert.
Es ist zu spät,
ich habe sie verloren und keiner kann sie mir mehr zurückbringen,
sie sind verloren...

Ashlyn
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Beitragvon Ashlyn » Sa 06 Sep, 2008 23:29

Spruch : Love is hard to find, difficult to have and easy to lose..

[ich schreib auch selber welche, hab aber grad keine in der nähe] ;)
Deep into that darkness peering, long I stood there wondering, fearing | Doubting, dreaming dreams no mortal ever dared to dream before | But the silence was unbroken, and the darkness gave no token [...] | poe (the raven)

Lady Midnight
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Beitragvon Lady Midnight » Di 09 Sep, 2008 10:08

Grünauge hat geschrieben:


Der Schlüssel
(gewidmet meinem Bruder)



...................




Wunderschön und herzzerreisend :( Du bist sehr tapfer Julia.... Hast meine Bewunderung.
"You do not fear... You do not falter. You do not yield."

Kriegshorde
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Beitragvon Kriegshorde » Di 09 Sep, 2008 16:44

Oh je, hier sind ja echt wunderbare Sachen zu finden. Alle die, die selbst schreiben, haben meinen größten Respekt.
Tja, mir fällt im Moment leider nur ein simpler Spruch ein:
"Wieso einfach, wenn es auch schwer geht?"
Hat meiner Meinung nach, verdammt viel Wahrheit inne.

RippenKitten
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Beitragvon RippenKitten » Mi 10 Sep, 2008 00:05

Mir fällt leider grad nur ein Spruch ein :(

Ich habe dich geliebt und im Herzen getragen,
jezt bist du gerutscht und liegst mir im Magen!
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♥Wöl-Feechen´s große Schwester & Soulmate & Türkises Wölfchen♥ ♥Cissy´s Schwester♥ ♥Hidden-Ghost´s Aoi warmhalter♥ ♥Verlobte der zauberhaften Bella♥

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Beitragvon Melika » Mi 10 Sep, 2008 06:05

Hier ist eines meiner ersten selbst geschriebenen Gedichte:

Der Kampf

Wieder einmal ist es soweit,
eine bekanntes Gefühl macht sich breit.
Eine Stimme die zu mir spricht
während mir das Herze bricht

"Was hast du erwartet du töricht Weib?
Das du mehr wärest als Zeitvertreib?
Wieso sollte es diesmal anders sein?
Wann geht das endlich in deinen Kopf hinein?

Es gibt nichts an dir,dummes Kind,
was einen Manne heiter stimmt!
Du bist nicht hübsch,du bist nicht klug,
hast keinen guten Charakterzug!"

Ich hab genug,ich seh es ein,
lieber werd ich einsam sein!
Doch eine zweite Stimme sich nun zeigt,
die in mir drin ihr Unwesen treibt.

"Hör nicht hin,es ist ein Trick!
Tust dus doch,brichst dir´s Genick!
Glaube mir,du findest dein Glück,
dein perfektes Gegenstück!

Wichtig ist nur dein Inneres
und du bist was ganz Besonderes!
Eine zweite wie dich findet man kaum,
denn du bist ein absoluter Traum!"

So kämpfen die beiden,sehr verbissen,
kämpfen hart um mein Gewissen.
Egal wer siegt,eines ist klar,
sicher bleiben Wunden da
Bild

Hermione Jane Weasley
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Beitragvon Hermione Jane Weasley » Fr 12 Sep, 2008 22:04

Hier ein Gedicht, was mir sehr gefällt:


Geliebter Stern

Sorglos träumend ohne zu fallen, lieg ich in deinem Arm.
Du wirst mich behüten, hälst mich in deiner Liebe warm.

Bin liebevoll beschützt, durch deine Nähe und Zärtlichkeit.
Wirst du immer an meiner Seite sein, bis in alle Ewigkeit.

Die Liebe zu dir, läßt mein Herz heftigst schlagen, tief in mir.
All meine Gefühle und Gedanken, die widme ich nur dir.

Mein Geliebter, innerlich kannst nur du mich so berühr'n.
Ein Blick deiner Augen, wird mich immer wieder verführ'n.

Bleibst dicht bei mir, auch wenn du körperlich fern.
Mit meiner Seele, sehe ich dich immer, mein geliebter Stern.
*Mitglied in die Gilde der Schattenkinder*

Vertraue lieber deinen Augen als deinem Verstand, denn dein Verstand lässt sich beeinflussen, während deine Augen nur die Wahrheit sehen.

~Ravenclaw~

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Beitragvon Lady Midnight » Do 18 Sep, 2008 10:32

Huch. Schönes Gedicht. Ich habe ein ähnliches Gedicht geschrieben, fällt mir ein, vor ein paar Jahren (Titel: Du, mein Stern) *g* ;)
Danke fürs dran erinnern. :D
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Beitragvon betty-ann Figgs » Di 30 Sep, 2008 21:46

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.

von Rainer Maria Rilke
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I LOVE LILA
:) stolzes mitglied vom LESEZIRKEL :)
Töchterchen von Krümel

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Beitragvon Lady Midnight » Di 28 Okt, 2008 09:49

Er drang mir in die Seele, weiß Gott, wie er mich traf,
Der Spott der guten Kinder, ich war das schwarze Schaf.
Im Pausenhof, die Tränen niederkämpfend, stand ich stumm,
Der Inhalt meines Ranzens lag verstreut um mich herum.
Wie wünscht‘ ich mir beim Aufsammeln eine helfende Hand,
Ein Lächeln, einen Trost, und da war keiner, der sich fand.
Ich hatte keinen Freund und schlechte Noten, ist ja wahr,
Und unmoderne Kleider und widerspenst‘ges Haar.

Allein,
Wir sind allein,
Wir kommen und wir gehen ganz allein.
Wir mögen noch so sehr geliebt, von Zuneigung umgeben sein:
Die Kreuzwege des Lebens geh‘n wir immer ganz allein.
Allein,
Wir sind allein,
Wir kommen und wir gehen ganz allein.

Wir war‘n uns alle einig in dem großen Saal,
Wir hatten große Pläne und ein großes Ideal.
Ich war der Frechste und der Lauteste und hatte Schneid,
Ich wußte: unsre Stärke war unsre Geschlossenheit.
Doch mancher, der von großer, gemeinsamer Sache sprach,
Ging dabei doch nur seiner kleinen eig‘nen Sache nach.
Und als sich ein Held nach dem andern auf die Seite schlich,
Stand einer nur im Regen, und der eine, der war ich.

Und noch ein Glas Champagner, und sie drückten mir die Hand,
Und alle waren freundlich zu mir, alle war‘n charmant.
Und mancher hat mir auf die Schulter geklopft, doch mir scheint,
Es hat wohl mancher eher sich, als mich damit gemeint.
Die Worte wurden lauter, und sie gaben keinen Sinn,
Das Gedränge immer enger, und ich stand mittendrin
Und fühlte mich gefangen, wie ein Insekt im Sand:
Je mehr es krabbelt, desto weiter rückt der Kraterrand.
Nun, ein Teil meines Lebens liegt hinter mir im Licht,
Von Liebe überflutet, gesäumt von Zuversicht.
In Höhen und in Tiefen, auf manchem verschlung‘nen Pfad
Fand ich gute Gefährten und fand ich guten Rat.
Doch je teurer der Gefährte, desto bitterer der Schluß,
Daß ich den letzten Schritt des Wegs allein gehen muß.
Wie sehr wir uns auch aneinander klammern, uns bleibt nur
Die gleiche leere Bank auf einem kalten, leeren Flur.


Reinhard Mey <3
"You do not fear... You do not falter. You do not yield."

Cimbi
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Beitragvon Cimbi » Di 18 Nov, 2008 21:46

Aus dem Koran:

Und Allah nahm
eine Handvoll Südwind
hauchte ihm seinen Atem ein
und schuff so
das Pferd.

Der Südwind aber wollte nicht zum Pferd werden,
und so versprach Allah ihm,
dass er nach seinem Tod wieder zu Wind werden würde.

Und er sprach zu ihm,
du sollst fliegen ohne Flügel
und siegen ohne Schwert,
zwischen deinen Augen liegen alle Schätze
dieser Welt!


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"Wann bin ich daheim?" "Niemals. Und wenn er kommt? Dann sterben wir."

Hilaria Felinely
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Beitragvon Hilaria Felinely » Di 18 Nov, 2008 22:08

Aus "Alice's Adventures in Wonderland" von Lewis Carroll:

If I had a world of my own, everything would be nonsense. Nothing would be what it is, because everything would be what it isn't. And contrary wise, what is, it wouldn't be. And what it wouldn't be, it would. You see?
When you play the game of thrones, you win or you die.
There is no middle ground.

Wendelin the Weird
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Beitragvon Wendelin the Weird » Di 18 Nov, 2008 23:38

Mein ABSOLUTER lieblingsspruch im moment:
"Schön ist die zufällige Begegnung eines Regenschirms und einer Nähmaschine auf einem Operationstisch" (Compte de Lautréamont)
war ein leitsatz der surrealisten ;) aber ich find ihn einfach genial
S'il y a une chose que Voldemort est incapable de comprendre, c'est l'amour...