3. Runde, 7. Aufgabe vom 24. Juni 07 - 1. Kapitel Buch 7

Hermione
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3. Runde, 7. Aufgabe vom 24. Juni 07 - 1. Kapitel Buch 7

Beitragvon Hermione » So 05 Aug, 2007 17:18

Endlich ist es soweit. Ihr erfahrt eure Bewertung der letzten HA. Es hat lange gedauert. Dafür möchte ich mich auch entschuldigen. Aber es ging leider net anders.
Zu den Ergebnissen ist noch zu sagen, dass nur 4 Lehrer bewertet haben. Fee hat es leider nicht geschafft. So waren also max. 60 Punkte zu erreichen.

Na dann, zu euren Ergebnissen.
Folgende Punkte habt ihr diesesmal erreicht: (Ich glaube so dicht lagt ihr noch nie beieinander ;) )

Gryffindor: 50
Ravenclaw: 52
Hufflepuff: 51
Slytherin: 54


Damit sieht der aktuelle Punktestand so aus:

1. Hufflepuff: 470
2. Gryffindor: 455,5
3. Ravenclaw: 450,5
4. Slytherin: 445,5


Hier sind eure Ergebnisse:

Gryffindor: 50

Fawkes´ letzter Auftrag



Die Sonne ging langsam im Westen unter, als sich am Horizont die Umrisse eines Vogels abzeichneten. Je näher der Vogel kam, desto klarer wurde seine Silhouette am Himmel. Von ihm ging eine Melodie aus, die von tiefer Traurigkeit zeugte. Das rotgelbe Gefieder schimmerte in der Abendsonne, während der Phönix mit sanften Flügelschwingen der Sonne entgegen schwebte. Fawkes, der einst Albus Dumbledore gehörte, sang unentwegt dieselbe traurige Melodie und trauerte so um seinen Besitzer, der erst wenige Stunden zuvor beerdigt wurde. Albus Dumbledore, der wohl beste Schulleiter von Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei, wurde vor nicht allzu langer Zeit ermordet. Von jemandem, den er selbst jahrelang als einen seiner engsten Vertrauten bezeichnet hatte - von Severus Snape. In all den Jahren hatte Dumbledore ihm vertraut, doch er verriet ihn heimtückisch und brachte ihn schließlich um. Von dieser Tragödie erzählten die melancholischen und langen Klänge von Fawkes‘ Melodie. Aber auch in seiner Trauer vergaß der Phönix nicht, warum er immer weiter in Richtung Norden flog.

Unterdessen saß ein alter Mann in seiner abgelegenen, kleinen Hütte irgendwo in Schottland. Das Häuschen lag abgeschottet hinter einigen Bergen und man hatte einen wundervollen Ausblick auf einen See. Seit knapp einem Jahr hatte sich der Mann hierhin zurückgezogen, sich so von der restlichen Welt abgeschnitten und sich vor ihr versteckt. Mit seinen blassen, silbrigen Augen musterte er wieder einmal seine kleine Hütte. Florean Fortescue seufzte, als er sich umsah. Er hätte nie gedacht, dass er, der wohl bekannteste und beste Eisbecherhersteller in ganz England, sich einmal zurückziehen müsste. Doch seit dem Überfall der Todesser auf seinen Eissalon, kurz nachdem Lord Voldemort, der dunkelste und schrecklichste Zauberer, den es jemals gegeben hat, zurückgekehrt war, blieb Mr. Fortescue keine andere Wahl, als zu fliehen. Sie hatten ihn dazu überreden wollen, für den dunklen Lord zu arbeiten und ihm gedroht, für den Fall, dass er sich den Todessern nicht anschließen sollte. Er hatte Angst und wusste einfach zu viel über Dinge, die diesen Anhängern der dunklen Magie niemals in die Hände fallen durften.

Fortescue fuhr sich mit zittrigen Händen durch sein spärliches Haar. Hätte er doch damals nur geahnt, dass diese seltene Antiquität ihm einmal solche Probleme bereiten würde, dachte er bei sich. Schon seit seiner Jugend pflegte der Eissalonbesitzer seine Leidenschaft für die Sammlung von ausgewählten Antiquitäten. Vor sehr langer Zeit kam einmal ein sehr nervös wirkender Mann von großer Statur in seinen Eissalon und bot ihm dieses einzigartige Stück zu einem Spottpreis an. Das war das Angebot seines Lebens, dachte er damals bei sich. Der Fremde zog, nachdem er sich hektisch umschaute, zitternd eine Schachtel aus seinem Umhang. Er öffnete sie langsam und zum Vorschein kam ein langer, schmaler Pinsel. Fortescue erkannte ihn auf der Stelle: den Malpinsel von Rowena Ravenclaw. Nur wenige wussten, dass sich die Mitgründerin von Hogwarts für die Malerei interessierte. Sie malte selbst mit großer Leidenschaft einige Bilder, darunter auch einige, die die Mauern von Hogwarts zieren. Obwohl Fortescue diesen Pinsel noch nie zuvor mit eigenen Augen gesehen hatte, wusste er, dass es sich um keine Fälschung handelte. Als junger Mann interessierte er sich besonders stark für die Geschichte der vier Gründer von Hogwarts. Er erinnerte sich noch genau an die einzelnen Leidenschaften der vier Hexen und Zauberer, doch die von Rowena Ravenclaw hatte ihn immer am meisten interessiert. Und das nicht nur deshalb, weil Ravenclaw auch sein Haus in Hogwarts gewesen ist.

Sein geschultes Auge erkannte sofort den Lieblingspinsel von Rowena Ravenclaw. Obwohl der Pinsel schon so viele Jahre alt war und bestimmt auch oft benutzt wurde, war er noch in einem tadellosen Zustand. Seine Borsten waren schön geschwungen und der Stiel glänzte, als hätte man ihn eben erst frisch poliert. Fortescue fragte sich bis zum heutigen Tag, wieso ihm der fremde Mann von damals diesen Pinsel einfach so aushändigte, ohne einen großen[{color] Preis dafür zu verlangen. Der Fremde verlangte nur drei Sickel dafür und nicht mehr. Fortescue bezahlte den verlangten Betrag und der Mann [color=red]verließ seinen Laden und wurde danach nie wieder in der Winkelgasse gesehen. Nachdem sich Fortescue den Pinsel nochmals genau angesehen hatte, legte er ihn voller Stolz auf ein purpurfarbenes Tuch und stellte ihn in eine Vitrine, die direkt neben seiner Kasse stand. Noch nie zuvor hatte er je etwas anderes als alte Eisbecher ihn seinem Glaskasten ausgestellt. Doch er wollte die Reaktion der Zauberer und Hexen sehen, wenn sie ihr Eis bezahlten. Doch schon nach kurzer Zeit zeigte sich, dass es die meisten nicht interessierte, dass dort ein Pinsel lag.
Nur ein Mann mit einem langen, weißen Bart, einer Hakennase und blauen Augen, die ihn durch eine Halbmondbrille anblickten. Fortescue erkannte Albus Dumbledore auf der Stelle und wartete, bis er seinen Eisbecher bezahlt hatte. Es kam ihm schon ein wenig komisch vor, dass sich der Schulleiter von Hogwarts ein Eis bei ihm gönnte. Bevor er den Eissalon verließ , kam er mit langen Schritten zurück und sah neugierig auf Fortescue hinab. „Gehe ich recht in der Annahme, dass es sich bei diesem Pinsel um den von Rowena Ravenclaw handelt?“, fragte er mit leiser Stimme und fixierte Fortescue mit seinen Augen. Nachdem Fortescue seine Vermutung bestätigt hatte, verließ Dumbledore den Laden mit einem nachdenklichen Gesichtsausdruck. Fortescue dachte sich nichts dabei. Es freute ihn einfach nur, dass es doch noch jemanden gab, der sich für den Pinsel interessierte. Damals wusste er noch nicht, dass Albus Dumbledore nicht der Einzige war, der einiges dafür geben würde, dieses Malutensil in die Hände zu bekommen. Als er einige Monate nach Dumbeldores Besuch eine Eule von ihm bekam, veränderte sich sein Verhalten unmerklich.

Fortescue saß noch immer auf seinem Stuhl und rieb sich die Stirn. Er stand auf und ging hinüber zu einer kleinen Kommode und zog die Schublade heraus. Darin lag der Brief, den Dumbeldore ihm vor so vielen Jahren geschrieben hatte. Er nahm ihn heraus und las ihn zum hundertsten Male durch. Das Pergament war schon verblichen und die Schrift war nur noch mit Mühe zu lesen. Aber das machte Fortescue nichts, denn er konnte die Zeilen schon auswendig. Es kam ihm immer vor, als hätte sich das Geschriebene in sein Gehirn gebrannt.

Sehr geehrter Mr. Fortescue,

es tut mir Leid, Sie bei Ihrer Arbeit stören zu müssen, doch muss ich Sie um etwas Wichtiges bitten.
Passen Sie bitte sehr gut auf Rowena Ravenclaws Malpinsel auf! Sollten Sie jemals gefragt werden, wessen Pinsel das war, dann verweigern Sie bitte jegliche Auskunft. Geben Sie unter keinen Umständen Ihr Wissen über die Herkunft dieses Pinsels an eine andere Person weiter. Ich werde Sie bald persönlich aufsuchen, um Ihnen das alles zu erklären, bitte haben Sie bis dahin noch ein wenig Geduld.

Albus Dumbledore

Kurz nach dem Erhalt dieser Nachricht hatte er den Pinsel aus der Vitrine genommen und seitdem sicher verwahrt. Wenige Tage später las er im Tagespropheten, dass der Mann, der ihm diesen Pinsel damals gebracht hatte, ermordet aufgefunden wurde. Wie die Zeitung mutmaßte, wurde er von Todessern umgebracht. Viele Jahre vergingen, in denen er den Pinsel fast vergessen hatte.

Er wusste nicht, ob der Überfall der Todesser auf seinen Salon etwas mit seinem Geheimnis über den Pinsel zu tun hatte. Jedenfalls war er ziemlich froh darüber, noch rechtzeitig das Weite gesucht zu haben. Fortescue nahm sein Taschentuch aus seiner Tasche und rieb sich den Schweiß von der Stirn. Seit einigen Tagen war er nervöser als sonst und konnte kaum noch ruhig sitzen bleiben. Das leiseste Geräusch, das er hörte, ließ ihn zusammenzucken und immer wieder schaute er misstrauisch aus dem Fenster. Dumbledores Brief hielt er noch immer in seiner Hand. Er starrte noch einmal auf die letzten Zeilen.

Ich werde Sie bald persönlich aufsuchen, um Ihnen das alles zu erklären, bitte haben Sie bis dahin noch ein wenig Geduld.

Dumbledore hatte ihm nie alles erklärt. Fortescue hatte noch viele Fragen, aber Dumbledore ging meist nicht darauf ein. "Bald Florean, bald" , sagte er immer, wenn er ihn darauf angesprochen hatte. Offenbar sah Dumbledore die Situation nach dem Untergang von Lord Voldemort gelassener.

Ein leises Knacken vor dem Fenster schreckte Fortescue aus seinen Gedanken. Langsam ging er hinüber zu der Kommode und legte den Brief in die Schublade mit dem doppelten Boden. Danach schlich er beinahe auf das Fenster zu und hob den Vorhang wenige Zentimeter hoch, um nach draußen sehen zu können. Er konnte nichts Auffälliges entdecken und sein Herzschlag beruhigte sich wieder. Gerade als er den Vorhang wieder fallen ließ, hörte er einen lauten Schrei. „Stupor“. Ein roter Lichtstrahl sirrte haarscharf an seinem linken Ohr vorbei und schlug in den Schrank am andern Ende des Zimmers. Fortescues Augen weiteten sich vor Schreck und er duckte sich gerade noch rechtzeitig, bevor ein weiterer, roter Lichtstrahl über seinen Kopf hinweg fegte.

'Wer könnte das sein?', schoss es ihm durch den Kopf und er umklammerte seinen Zauberstab. Er richtete sich auf und streckte seinen Arm vor sich aus. Die Tür wurde aus den Angeln gerissen und eine dichte Rauchwolke entstand. Fortescue musste blinzeln, damit er wieder etwas erkennen konnte. Drei maskierte Zauberer standen mit gezückten Zauberstäben in der Tür und zielten damit langsam auf Fortescue.

„Wo ist der Pinsel, Fortescue?“, fragte einer der Zauberer mit fester und bedrohlicher Stimme. „Ich weiß nicht, wovon Sie reden.“, antwortete Fortescue mit nicht minder fester Stimme. „Falsche Antwort!“, sagte der zweite Zauberer und schwang seinen Zauberstab. „Stupor!“ Fortescue reagierte schnell. „Protego“. Der Fluch wurde abgewehrt.

"Wie habt ihr mich gefunden?", stammelte Fortescue. "Das war für den dunklen Lord ein Kinderspiel. Du unterschätzt noch immer seine Fähigkeiten!", sagte einer der Todesser. "EXPELLIARMUS!"

Fortescue hatte sich von dem sprechenden Todesser ablenken lassen und nicht bemerkt, dass einer der anderen den Zauberstab auf ihn gerichtet hatte. Sein eigener Zauberstab flog durch die Luft außerhalb seiner Reichweite. Nun war er den Todessern völlig hilflos ausgeliefert.

"Damals hattest du die Chance, dich uns anzuschließen, um auf der richtigen Seite zu kämpfen.", fuhr der Todesser fort, "Leider hast du dich dagegen entschieden. Und wer nicht für uns ist, ist nun einmal gegen uns und muss bekämpft werden. Und nun gib uns diesen verdammten Pinsel, oder müssen wir dich erst zwingen?"

Fortescue schüttelte mit dem Kopf und ihm war klar, dass seine Überlebenschancen nun minimal waren, ob er ihnen den Pinsel nun gab oder nicht.

"Du hast es nicht anders gewollt! - CRUCIO!"

Als der Lichtblitz Fortescue traf warf ihn eine unsichtbare Kraft zu Boden und unmenschliche Schmerzen erfüllten und quälten ihn. Er schrie in seiner Verzweiflung und wünschte sich nur noch eines: einen schnellen Tod.

Der Todesser ließ seinen Zauberstab sinken und Fortescue blieb vor Schmerzen wimmernd am Boden liegen. "Nun, willst du uns den Pinsel endlich geben? Sonst werden wir dich so lange foltern, bis zu nicht mehr weißt, wer du bist. Am Ende, ganz am Ende, werden wir dich dann gnädig von deinen Leiden erlösen und deinem kümmerlichen Dasein hier ein Ende bereiten. Wir werden den Pinsel hier finden, so oder so!" Fortescue antwortete nicht. Einer der Todesser öffnete gerade erneut den Mund, um einen weiteren Fluch auf Fortescue zu schleudern, als von draußen ein schriller Schrei zu hören war. Die Todesser blickten einander fragend an und einer von ihnen sagte dann zu Fortescue: "Du gehst raus und siehst nach wer da ist, aber keine Tricks, sonst bist du sofort tot, hörst du?" Fortescue erhob sich und nickte langsam. Auch er wusste nicht, wer oder was ihn draußen erwarten mochte und welches Wesen imstande war, so einen markerschütternden Schrei von sich zu geben. Langsam schritt er in den Türrahmen und ein paar Schritte weiter hinaus vor die Tür. Er blickte sich um, doch er konnte niemanden erkennen. Als er nach oben blickte, konnte er im Sonnenlicht diesen großen Vogel im Sturzflug heranrauschen sehen. Das konnte doch nicht wahr sein, dachte er bei sich. Das war doch ein Phönix, wenn ihn nicht alles täuschte, sogar Fawkes, und er flog ungebremst direkt auf seine Hütte zu.

Er sah ihn noch durch das Dachfenster hindurch brechen und in der nächsten Sekunde war seine Hütte schon von einem gewaltigen Feuerball erfasst und stand in Flammen. Fortescue warf sich auf den Boden, um sich zu schützen. Er konnte nicht wissen, dass er soeben Zeuge der Zerstörung eines Horkruxes geworden ist.



Ravenclaw: 52

1. Kapitel Perspektiven
Cornelius Fudge, ehemaliger Zaubereiminister und inzwischen nur noch „Berater des Ministers und Referent für besondere Aufgaben“, kehrte mißmutig von einer der zeitraubenden und immer nervtötenderen Konferenzen, die sein Amtsnachfolger Rufus Scrimgeour mit zunehmender Häufigkeit mit den Abteilungsleitern des Ministeriums abhielt, in sein Büro zurück. Er setzte sich an seinen Schreibtisch und walkte seinen Bowler-Hut gelangweilt zwischen seinen Fingern. Immerhin hatten sie ihm noch einige Verbindungsporträts gelassen, an die er sich zu seiner Amtszeit gewöhnt hatte, und er hatte alle Bequemlichkeiten in seinem Büro und – beinahe nichts zu tun. Immer einmal wieder durfte er dem Muggel-Premier einen Besuch abstatten, und er mußte bei dem Gedanken schmunzeln, wie dieser die Besuche langsam fast zu erwarten schien – eigentlich begann Fudge diese Botengänge zu genießen. Dieser Premierminister war eigentlich ein ebenso bemitleidenswerter Kerl wie er – genauso machtlos den Vorgängen der sich zusehends in die Muggelöffentlichkeit vordrängenden Kriegsereignisse ausgeliefert. Und er hatte Wahlen zu fürchten – ganz verstand Fudge diese komplizierten Vorgänge nicht, aber er hatte zu begreifen begonnen, daß die Muggel ihre Lage irgendwie erträglicher fanden, wenn sie sich einbilden durften, sie irgendwie selbst gewählt zu haben. Jedenfalls, dachte Fudge, war dieser Muggelpremier dann doch recht erstaunlich beständig in seinem Amt. Wie sie es wohl anstellen ohne Vergessenszauber, daß das Muggelvolk dann doch recht indolent die völlige Hilflosigkeit seiner gewählten Machthaber hinnahm? Denn immerhin konnte ja keiner hinstehen und erklären, „Du-weißt-schon-wer“ sei an allem schuld.
Kaum hatte Fudge es an seine Bürotür klopfen hören, trat die Besucherin auch schon ein – und sein Unbehagen, mit dem er sich an seinem Hut zu schaffen machen hatte, nahm Gestalt an: Lächelnd, in ihre Schals gehüllt, das obligate Schleifchen im Haar, stand Dolores Umbridge in der Tür. Fudge sprang ihr beflissen entgegen. Lächeln konnte man diese gequälte Miene nicht nennen, die er im Gesicht trug – immerhin gelang es ihm leidlich, mit seinen ausgestreckten Armen eine Art von angetaner Überraschung darzustellen. Sie hingegen schritt stolz an ihm vorbei und nahm unaufgefordert einen Platz gegenüber Fudges Sessel ein und begann, ohne darauf zu warten, daß er, noch etwas perplex über die ausgeschlagene Begrüßungsumarmung, zu sprechen.
„Cornelius, sei gegrüßt, mein Lieber, wie habe ich mich gefreut, dich bei Scrimgeours Konferenz zu sehen! Die Ratlosigkeit scheint ja eine unumgängliche Begleiterscheinung des Ministeramts geworden zu sein. Was hältst du von den neuen Maßregeln?“
„Ich ... ähm, schönen guten Morgen, Dolores ... was meinst du, Begleiterscheinungen?“ Fudge nahm wieder auf seinem Sessel Platz. „Was wäre denn deiner Meinung nach ...?“
„Quality Management!“, blaffte Umbridge. “War das deine Idee? So ein bürokratischer Schwachsinn hat dir ja schon immer gefallen. Hast du das Rufus vorgeschlagen?“
Sie hob ein Blatt auf, das seit dem Moment ihres Eintretens hereingeflogen gekommen war und sich auf Fudges Schreibtisch niedergelassen hatte und sich von einem üblichen Memo nur durch die Farbe unterschied, indem es nicht violett, sondern blaßgrün gefärbt war, musterte es kopfschüttelnd und las:

Zaubereiministerium Großbritannien
Auftragserfassung #029
Qualitätsmanagement Interna

Das Formular war schon zum Teil ausgefüllt; unter ‚Art der ministeriellen Maßnahme’ war ‚informelle Zusammenkunft’ angekreuzt. Die noch nicht ausgefüllten Felder blinkten nervös auf dem Papier.
„Damit wollt ihr solche Blamagen verhindern wie mit Shunpike? Ich darf ja nicht mehr viel sagen, aber ...“
„Nun ja“, seufzte Fudge verlegen, „es macht die Abläufe doch tatsächlich etwas nachvollziehbarer, meinst du nicht, Dolores?“
„Kokolores“, fauchte sie. „Und sie wissen nicht einmal, was mit der Ansammlung dieser Formulare geschehen soll. Es gibt jedenfalls niemanden, der sie auch durchliest, nachdem sie ausgefüllt sind.“
„Es muß sich noch bewähren, das System. Der junge Weasley war es übrigens, der Rufus die Idee unterbreitet hat. Das amerikanische Ministerium arbeitet schon seit Jahren damit.“
Umbridge blickte interessiert auf. „Weasley? Percy Weasley? Oh, das wußte ich nicht. Nun, das ist jedenfalls eine interessante Nachricht. Eifrig ist er ja, der Bursche. Wir werden ihn noch brauchen!“
Fudge sah sie fragend an.
„Cornelius“, hauchte sie, „hast du dir schon einmal Gedanken um die Zukunft gemacht? Es ist Krieg – der wird nicht ewig dauern. Was aber überdauern wird, ist das Ministerium. Fragt sich nur, mit welchem Personal ...“
Der fragende Ausdruck auf Fudges Gesicht wich nicht im geringsten. „Was hat Weasley damit zu tun? Er wird wohl kaum jemals die Posten verteilen ...“
„Dann, mein lieber Cornelius, sollten wir wohl zusehen, daß wir das einst wieder tun: Posten verteilen.“
Fudge schüttelte den Kopf. „Wie sollte ich an so etwas denken? Ich bin doch diskreditiert. Und von dir will ich gar nicht erst reden ...“
Umbridge neigte sich vor und ergriff mit dem süßesten Lächeln seine Hand. „Corny, Corny, Corny ... immer noch der gleiche ahnungslose Geck wie auf deinem Ministerstuhl! Wenn ich dich hier so sitzen sehe, beginne ich fast zu glauben, du hättest damals vor zwei Jahren wirklich gedacht, daß dieser Potter-Junge lüge.“ Sie tätschelte die Hand des ehemaligen Zaubereiministers, dessen Miene nicht zu entnehmen war, ob er diese Anwandlungen genoß oder verabscheute. Zumindest hatte er ihnen nichts entgegenzusetzen. „Jedenfalls ist es im Moment nicht das Schlechteste, ein wenig im zweiten Glied zu stehen ...“
Fudge schaffte es endlich wieder, seinem offenstehenden Mund Worte entströmen zu lassen: „Was ... was soll das nun heißen, Dolores – ich hätte gedacht, er lüge ...? Aber das haben wir doch alle ...“
„Also wirklich, Corny!“ Sie sagte „Corny“! Fudge fragte sich, ob er jemals Erlaubnis zu diesem Kosenamen erteilt hatte, aber, verdattert wie er war, fühlte er nicht die Kraft in sich, sich gegen diesen Kosenamen zur Wehr zu setzen. „Also wirklich – du hast ihn doch bei der Anhörung erlebt! Du hast Dumbledore erlebt! Ihre Ausführungen waren doch absolut überzeugend und nachvollziehbar. Aber was machst du denn für ein Gesicht? Wenn wir damals nicht darauf abgezielt hätten, Harry Potter und Dumbledore zu diskreditieren, hättest du keine ruhige Minute gehabt hier. du hättest gleich dein Ministersesselchen in Dumbledores Vorzimmer auf Hogwarts aufstellen können – und nicht, um ihn mit Ministeriellen Weisungen Nummer 26 zu traktieren, sondern um seine Befehle zu empfangen.“
„Aber ich wäre noch Minister“, flüsterte er zaghaft.
„Wovon du aber absolut nichts hättest! Denkst du eigentlich nur für den nächsten Tag? Ja, tust du. Aber irgendwie süß – wahrscheinlich hättest du auch gar nicht so gut funktioniert damals, wenn du von Potters Aussagen überzeugt gewesen wärst. Diese Naivität mag ich irgendwie an dir.“
Jetzt zog er sogar mutig seine Hand zurück. „Du willst sagen, wir haben damals wissentlich – du hast wissentlich – Harry Potter zu Unrecht angeklagt? All die Pressekampagnen gegen Dumbledore – sein Hinauswurf aus Hogwarts – und du wußtest, daß er recht hatte?“
„Natürlich, mein Schatz, und es war richtig so. Das Ende meines Jahrs als Professorin war, ich gebe es zu, etwas peinlich, aber sei doch froh, daß nun Scrimgeour händeringend um Gesprächstermine mit diesem Jüngelchen ersuchen mußte und nicht du.“
„Du fürchterliches Weib ... warum werfe ich dich nicht einfach hier raus? Durch dich hab ich meine Ehre und Ansehen verloren.“
„... und wirst sie durch mich auch wiedergewinnen. Nun denk doch mal nach: Der Kampf wird binnen Kurzem entschieden sein. Du-weißt-schon-wer oder Potter – darauf wird es hinauslaufen. Oder glaubst du wirklich, daß Scrimgeour mit seinem Total Quality Management die Todesser überwinden wird?“
„Welchen Sinn hat es denn dann noch, überhaupt das Ministerium aufrechtzuerhalten und Auroren auszuschicken, wenn wir ohnehin keinen Erfolg haben?“, jammerte Fudge.
„Keinen. Fürs Volk natürlich ein bißchen. Aber es bist ja wenigstens nicht du, der das alles veranlaßt! Willst du es gewesen sein, wenn Du-weißt-schon-wer gewinnt?“
„Dann meinst du, es sei ohnehin alles verloren! Glaubst du, uns ergeht es besser, wenn ... wenn er die Kontrolle hat?“
„Falls! Falls er jemals die Kontrolle haben wird. Unterschätze diesen Potter nicht. Ich kenne ihn ein bißchen. Vielleicht gerne etwas vorlaut, aber das Bürschchen – hat etwas. Ja, ich meine, wir sollten uns durchaus überlegen, was werden soll, wenn er Du-w... – ach, was soll’s, reiß dich zusammen, Cornelius! – wenn er Voldemort überwindet.“ Sie schwieg und blickte Fudge tief in die Augen. „Und wenn Potter gewinnt – ist noch lange nicht gesagt, daß er die Zaubererwelt beherrschen wird.“
Fudge blickte nachdenklich auf seinen vor ihm liegenden Hut. „Und das hast du gemeint, als du sagtest, wir müßten zusehen, daß wir es sein würden, die die Posten verteilen.“
Umbridge lächelte ihn an, und ohne den geringsten Unterton von Ironie sagte sie: „Ich sehe, du begreifst rasch, Cornelius. Deswegen Weasley.“
„Aber wir können doch nun nicht diesen Percy Weasley herrufen und mit ihm besprechen, wie wir unseren Einfluß sichern nach Du-weißt-schon-wessen Niedergang ... Das würde sofort bei Scrimgeour landen – oder wolltest du den etwa auch mit einbeziehen?“
„Sei kein Narr, Cornelius, jetzt, wo du schon so schöne Fortschritte gemacht hast. Percy Weasley ist immer der hundertprozentige Diener seines Herrn, sei es Crouch, sei es Fudge, sei es Scrimgeour. Aber was glaubst du, in wessen Sinne er handeln würde, wenn er keinen Herrn über sich hätte?“
Fudge nagte an seiner Lippe und überlegte. „Eigentlich habe ich bei ihm keine Vorstellung, was er eigentlich will. Der perfekte Funktionär.“
„So wie vor zwei Jahren ein gewisser Zaubereiminister, als es sich ergab, daß eine Großinquisitorin auf Hogwarts ein paar arbeitserleichternde Ministeriumserlasse benötigte – dieser Weasley würde darum flehen, jemanden an der Hand zu haben, der ihm seine Politik einflüstern könnte.“ Ihr sonst so behäbiges Wesen war einem Anflug von Begeisterung gewichen.
„Nun ja“, wandte Fudge nachdenklich ein, aber mit einem beginnenden Leuchten in den Augen und allzu bereit, die spöttische Äußerung seiner Gesprächspartnerin hinzunehmen und zu übergehen, „schön und gut – wenn er von Einfluß wäre, dann wäre er .. hihi ... leicht zu beeinflussen. Das ist wahr. Aber ...“, er verstummte und blickte plötzlich auf, „... du meinst wirklich, er könnte ein Kandidat sein, wenn alle Welt dem ’Erwählten’ zujubelte und die Todesser wieder in Askaban einsäßen? Alte freundschaftliche Beziehungen zwischen der Familie Weasley und Harry Potter ... sein ehemaliger Schulsprecher ... Ja, so irgendwie könnte es gehen!“
„Wenn wir gleichzeitig seinen Vater aus dem Spiel halten, aber ich nehme nicht an, daß das ein riesiges Problem sein dürfte. Ein ehrenvoller Vorruhestand wegen seiner exorbitanten Verdienste um das Verständnis von Muggelartefakten ... eventuell ein wenig aufbauen als eine Art ‚Harry Potters Vater’, den der nie haben durfte ... und alles so serviert, daß die intelligenteren Leser des Tagespropheten im Hinterkopf vermuten werden, man hätte ihn wegen seiner Muggelnarreteien aufs Abstellgleis geschoben. Das kriegt die Presse wahrscheinlich hin.“
„Das kriegt sie hin“, sagte Fudge endgültig. Plötzlich begann er zu kichern und nahm das Qualitäts- Memo zur Hand. „Was schreiben wir nun da rein? Gesprächsgegenstand ‚Würdigung P. W. wg. Einführung TQM’ ... So – viel muß da ja nicht stehen, das reicht ...“ – und mit einem Antippen seines Zauberstabs war das Formular gestempelt und begann wegzuflattern. Aus einem Schränkchen holte er eine Flasche Champagner, kühlte sie mit dem Zauberstab und ließ zwei hohe Gläser auf dem Tisch entstehen. „Also vivat Potter, vivat Weasley – zum Wohl, Dolores.“
„Chrm chrm ...“, machte es, und Umbridge hielt ihre flache Hand über die Gläser. „Nun mal nicht zu euphorisch, Cornelius. Der wahrscheinlichere Fall bleibt, daß Potter stirbt. Nun gut, ein Gläschen kann ich trotzdem vertragen. Cheers.“
Sie stießen an, tranken und versanken in Schweigen.
„Immerhin“, sagte nach einer Weile Fudge, „damit hast du recht: Wahrscheinlich ist es wirklich besser, im Augenblick kein Minister zu sein. Aber das wird Du-weißt-schon-wen kaum beeindrucken.“
„Ein paar Verdienste stehen auf unserer Haben-Seite, oder nicht? Dementorenangriff auf Harry Potter, Ausbootung Dumbledores – requiescat in pace –, Verhinderung eines angemessenen Unterrichts in Verteidigung gegen die dunklen Künste ...“, zählte Umbridge auf.
„Aber das wird Ihn kaum beeindrucken. Er wird es nehmen als das, was es auch der Zaubereröffentlichkeit schien: ungeschickte Versuche, die Ministeriumsgewalt zu retten.“ Er nippelte an seinem Sektglas. Dann blickte er erschrocken in Umbridges Gesicht. „Dementorenangriff, sagst du? Das warst ...“ Er unterbrach sich mitten im Satz, als er ihr selbstzufriedenes Schmunzeln sah. „Um Himmels Willen, Dolores! – Nun ja, um so besser jetzt. Trotzdem: das können wir kaum vor Du-weißt-schon-wem geltend machen ...“
„Vielleicht doch ...“ Umbridge blickte ihn durchdringend an.
„Wie stellst du dir das vor? Vor ihn hintreten und sagen, hier, bitteschön, Sehen Sie her, Lord, wie schön wir Dumbledore diskreditiert haben, setz mich nun aber dafür bitte wieder als Minister ein – nicht einmal seine treuesten Todesser können ganz furchtlos seiner Herrschaft entgegenblicken. Wir werden nicht besser behandelt werden als irgendeiner der subalternsten Gefolgsleute Dumbledores – oder hinter wem sie sich jetzt sammeln ...“
„Vielleicht doch ...“, insistierte Umbridge. „Vielleicht, wenn wir angemessenen Zeugen hätten?“
„Zeugen? Welcher Zeuge würde nicht zuallererst seine eigene Haut retten wollen?“
„Cornelius. Von obskurer Seite wurden dir einmal ... nun ja, gewisse geheimnisvolle Verbindungen und ... Ambitionen hinsichtlich der Kobolde nachgesagt. du erinnerst dich?“
„Ach, diese lächerliche Kampagne des Klitterers? Absurdes Zeug, und es entbehrte ja wirklich jeglicher Grundlage. Wie kommst du denn nun darauf?“
„Hm ... nun, wenn schon nicht Kobolde –“, Umbridge legte eine Pause ein und fuhr mit geheimnisvoller Stimme fort: „Wäre es nicht an der Zeit, daß du dich deiner wirklichen Verbindungen erinnertest? Stichwort Zeugen?“
Fudge starrte sie entsetzt an. „Du kannst nicht wirklich meinen ... Woher weißt du überhaupt ...“
„Du weißt, was ich meine. Und du weißt, daß ich recht habe. Rufe sie zu Deinen Zeugen.“
Fudge zitterte. „Das wäre das Düsterste, was ich je getan hätte. Die Tödlichen Heiligen lassen sich nicht so einfach instrumentalisieren.“
„Du weißt, daß es möglich ist, Cornelius. Daß es eine Chance wäre. Und daß du viel länger nicht mehr warten kannst.“
„Die Heiligen!“ Fudge flüsterte nur noch. „Dolores, ich fürchte mich. Aber ja – es könnte möglich sein.“

Und während die beiden noch einmal zufrieden auf ihren neuen Plan anstießen, verbrachte Harry Potter, von Tödlichen Heiligen nichts ahnend, in seinem Zimmer im Ligusterweg 4 die letzten Stunden seines Lebens in Muggelobhut und wartete auf den langersehnten Gong, welcher Mitternacht und seinen damit verbundenen 17. Geburtstag einläuten sollte.



Hufflepuff: 51

Der Tag der Freude

Slytherins Medaillon, Hufflepuffs Becher, etwas von Ravenclaw oder Gryffindor, die Schlange Nagini. Harry saß aufrecht im Bett. Seine Gedanken kreisten immer und immer wieder um die möglichen Horkruxe, die er finden musste. Sie verfolgten ihn bis in den Schlaf. Doch diesmal war es anders. Nicht Dumbledore war es, der ihm in seinen Träumen half, sondern Ginny. Er sah noch deutlich ihr rotes Haar, wie es im Wind wehte. Doch das war aussichtslos. Das Risiko für Ginny war einfach zu groß. Er durfte sich auf keinen Fall mehr mit ihr treffen, wenn er sie nicht gefährden wollte. Das hatte er ihr auch am letzten Abend noch einmal deutlich gemacht.
Harry sah sich im Zimmer um. Hier hatte er auch den letzten Sommer verbracht. Hier hatte er Ron und Hermine von der Prophezeiung berichtet, die besagt hatte, dass er den bösesten Zauberer der je gelebt hat töten müsse.

Harry Potter war kein gewöhnlicher 17jähriger Teenager. An seinem 11. Geburtstag erfuhr er von der anderen, der magischen Welt. Seine Eltern, Lily und James Potter, waren Zauberer und wurden als Harry erst 1 Jahr alt war vom wohl bösesten Zauberer aller Zeiten getötet. Harry wuchs bei der Schwester seiner Mutter auf. Petunia und Vernon Dursley nahmen Harry nur ungern bei sich auf. Das hatten sie ihm in den letzten Tagen auch immer wieder deutlich gemacht. Aber das war jetzt vorbei. Nie wieder, dachte Harry. Nie wieder musste er zurück in den Ligusterweg, wo er nur gequält wurde von seinem Onkel, seiner Tante und seinem Cousin Dudley. Harry war jetzt 17 und somit ein volljähriger Zauberer. Ein Jahr Ausbildung in Hogwarts stand ihm eigentlich noch bevor, aber er würde nicht zurück in die Schule gehen. Er würde nach den Horkruxen suchen. Er würde sie finden, zerstören und sich dann auf die Suche nach Voldemort begeben. Voldemort hatte seine Eltern getötet. Voldemort war verantwortlich für den Tod all derer, die ihm, Harry, jemals etwas bedeutet hatten: seine Familie, sein Pate, sein Mentor Dumbledore. Auch wenn Voldemort Dumbledore nicht persönlich tötete, es geschah in seinem Auftrag. Snape war es, der den Avada Kedavra Zauber gegen Dumbledore eingesetzt hatte und Snape sollte dafür büßen. Harry würde dafür sorgen. Aber nicht heute. Heute sollte er nicht an Rache denken. Heute würde der letzte Tag werden, den Harry noch einmal genießen könnte. Hier im Haus seines besten Freundes Ron Weasley würde er noch einen letzten Tag voll Freude verbringen.

Er sah sich im Zimmer um, welches bis vor einem Jahr das der Zwillinge Fred und George gewesen war . Seit sie ihren Scherzartikelladen in der Winkelgasse eröffnet hatten, lebten sie auch dort und ihr altes Zimmer wurde zwischenzeitlich als Abstellraum genutzt. Jetzt aber stand hier ein Bett und Harry würde noch einige Tage hier verbringen. Die Sonne schien durch das Fenster, der Tag brach an. In wenigen Stunden würden Rons älterer Bruder Bill und Fleur Delacour heiraten. Harry erinnerte sich noch genau, auf wie wenig Gegenliebe Fleur anfangs im Haus der Weasleys gestoßen war. Doch seit dem Angriff von Fenrir Greyback auf Bill vor ein paar Monaten hatte sich dies gründlich geändert. Mrs. Weasley und die anderen Familienmitglieder erkannten die innige Liebe zwischen den beiden und Fleur wurde liebevoll in die Familie aufgenommen. Heute sollte der Tag sein, an dem sie heirateten. Harry freute sich schon darauf.

Durch Geklapper, welches aus der Küche zu kommen schien, wurde Harry aus seinen Gedanken gerissen. Sein Magen knurrte. Es wird wohl Zeit für das Frühstück sein, dachte Harry. Er zog sich an und ging langsam die Treppe hinunter in die Küche, wo Mrs Weasley bereits am Herd stand und kochte. Harry konnte nicht in die Pfanne sehen, aber dem Duft nach zu urteilen briet Mrs Weasley Rühreier. Sein Magen knurrte jetzt noch lauter. In den letzten Tagen bei den Dursleys hatte er zum Frühstück nur eine viertel Grapefruit und eigentlich noch einen halben Apfel zusätzlich bekommen. Dudley war immer noch auf Diät, aber um ihn bei Laune zu halten, bekam er jeden Tag Harrys halben Apfel. Harry hatte dazu nichts gesagt und war froh, dass Dudley dachte, er könne ihm dadurch den Tag verderben . Doch er freute sich riesig auf ein richtig ausgiebiges und gutes Frühstück. „Guten Morgen Mrs Weasley!“ rief Harry. Diese drehte sich erschrocken um. „ Oh, Guten Morgen Harry. Hab dich gar nicht runtergehen gehört. Deckst du bitte gleich noch den Tisch bevor Du Dich setzt? Dann kann ich hier noch auf die Eier achten.“ Harry deckte den Tisch und setzte sich dann. Auf einmal machte es „Plopp“ und „Morgen Mum!“. Fred und George standen in der Küche. Mrs Weasley schrie und wirbelte herum. Sie hielt in der einen Hand eine Bratpfanne, die sie fallen ließ und das ganze Rührei fiel auf den Boden. „Kommen wir rechtzeitig zum Frühstück?“ fragten beide gleichzeitig. „Nein! Seht nur, was ihr angestellt habt! Jetzt kann ich wieder von vorn anfangen!“ Mrs Weasley zauberte das Essen mit einem „Ratzeputz“ weg und begann nun von neuen die Rühreier zu machen. Harry seufzte, er würde sich wohl noch gedulden müssen.
„Mittlerweile müsste sie doch wissen, das wir direkt in die Küche apparieren.“ sagte Fred zu Harry. „Ja, sie erschrickt auch nur noch einmal die Woche.“ lachte George. „Das darf doch wohl nicht wahr sein!“, schimpfte Mrs Weasley hinter dem Herd.
„Wie läuft denn euer Scherzartikelladen?“ fragte Harry die Zwillinge. „Ganz gut.“ „Ja, wir haben nun endlich das Problem bei den Weinenden Drüsendrops gelöst.“ Harry runzelte die Stirn. „Weinende Drüsendrops?“ „Ja.“, nickte George. „Wenn man sie einnimmt, sollte man sofort anfangen können zu weinen. Ist der Renner auf Hochzeiten!“ lachte er. „Allerdings haben unsere Testpersonen auch aus allen anderen Drüsen Flüssigkeit abgesondert.“ Fred hielt sich die Nase zu und wedelte mit der Hand. „Wir haben es nun so verbessert, dass wir gleich zwei neue Artikel haben: Die „Weinenden Drops“ fürs Heulen und die „Rasende Drüsenrakete“, die den Schweißfluss auslöst“ „Kann man gut Leuten ins Essen untermischen“ grinste George.
Harry lachte und nahm sich gleichzeitig fest vor, genau aufzupassen, was er in Zukunft essen würde. Ein Knarren auf der Treppe ließ Harry aufhorchen. Er drehte sich um und sah Hermine, Ron und Ginny in die Küche herab kommen. „Guten Morgen zusammen!“, sagte Ron und setzte sich neben Harry. „Und, alles klar?“ „Ja, sicher“ sagte Harry und beobachtete Ginny aus dem Augenwinkel heraus. Er versuchte jedoch, ihren Blick zu meiden. Hermine schaute von Harry zu Ginny und seufzte. Ginny blickte Hermine traurig an, zuckte mit den Schultern und setzte sich an den Tisch. „Ach Hermine, hilfst du mir nach dem Frühstück mit diesem Kleid, was Fleur für mich ausgesucht hat? Das hat so einen komischen Verschluss am Rücken.“ fragte Ginny betont fröhlich. „Einen Reißverschluss? Klar helfe ich dir dabei.“ Hermine sah Harry vorwurfsvoll an. „Ich hoffe nur, dass es heute eine lustige Feier wird, bei der alle Spaß haben werden!“ In diesem Moment kam Mrs Weasley vom Herd herüber, strahlte alle fröhlich an und rief: „Frühstück!“.
Nach dem späten, aber reichhaltigen und sehr schmackhaftem Frühstück in der sonnendurchfluteten Küche erhob sich Mrs Weasley und ergriff das Wort:
„Ich möchte nun, dass ihr jetzt alle nach oben packen geht, denn wie ihr alle wisst, müssen wir heute Abend um neunzehn Uhr in Marseille sein und wir werden dort eine ganze Woche verweilen. Abfahrt ist Punkt vierzehn Uhr!“
„Wie kommen wir eigentlich dort hin?“ wandte sich Harry flüsternd an Ginny.
„Kutsche“ antworte Ginny ebenso leise wie knapp. Harry zog verwundert die Augenbrauen hoch. „Warum denn mit einer Kutsche?“
„Ich möchte also“ fuhr Mrs Weasley mit leicht erhobener Stimme fort „dass ihr euch entsprechend richtet und ankleidet. Denkt daran, dies ist eine französische Hochzeit“ fügte sie mit einem leichten Anflug von Häme hinzu.
„Mum ärgert sich immer noch, dass Fleurs Familie ihr abgerungen hat, die Hochzeit bei ihnen in Frankreich stattfinden zu lassen“ flüsterte Ron Harry zu.
„Sie ist vor einer Woche für zwei Tage nach Frankreich gereist, um Fleurs Familie zu besuchen und die Hochzeit mit ihnen abzuklären“ erklärte Ron Harry, während sie die Treppe nach oben stiegen. “Und sie sagt das Haus sei zu groß, das Klima zu warm und die Atmosphäre zu kühl.“ warf Fred augenzwinkernd ein. “Aber ich habe nichts gegen einen kostenlosen Frankreichurlaub einzuwenden.“

Harry fühle sich so erleichtert wie seit Wochen nicht mehr. Der Tod Dumbledores bedrückte ihn noch immer, aber hier in dem sonnigem Raum, wo er durch das Fenster die im Wind wogenden, sonnengelben Getreideähren sehen konnte und an die bevorstehende Hochzeit in Frankreich dachte, konnte ihm einfach nicht schwer ums Herz sein.
Die Zeit, um an die Dunkelheit zu denken und sich derselben zu stellen, würde schon noch kommen.
Harry griff nach seinem neuen Festumhang und begutachtete ihn: ein elegant geschnittener azurblauer Stoff mit silbernem Kragen und silbernen Umschlägen. Er ging nach oben, wusch sich gründlich, zog seine besten Schuhe und den Umhang an. Die Haare zu kämmen versuchte er erst gar nicht.
Er verließ das Zimmer und ging wieder die Treppe zur Küche runter. Dort war Mrs Weasley bereits eifrig daran alle Weasleys zu inspizieren und eventuelle Falten, Fussel oder Fliegenflügel auf den Kleidungstücken zu entfernen.
Kaum war er eingetreten, stürzte sich Mrs Weasley auf ihn.
„Harry, mein Lieber, wir müssen etwas mit Deinen Haaren tun, das geht heute so nicht.
Ich habe hier Seidenglatts Haargel. Wenn du mir also bitte ins Bad folgen würdest.“
„Mrs Weasley, das ist wirklich nicht…“ fing Harry an.
„Keine Widerrede, mein Lieber!“ unterbrach ihn Mrs Weasley und schleifte ihn mit ins Bad.
Sie machte sich unendliche 30 Minuten an Harrys Haaren zu schaffen. Immer wenn Harry glaubte, sie sei endlich fertig, entdeckte Mrs Weasley eine neue widerspenstige Strähne, die unmöglich so gelassen werden konnte.
Als Harry sich schließlich wieder umdrehen und in den Spiegel schauen durfte, konnte er zwar keine einzige abstehende Strähne mehr sehen, dafür sah sein Haar wie klebrig glänzende Lakritze aus und fühlte sich auch so an.
„Ähm, Mrs Weasley…“ begann Harry verlegen, doch dann sah er, dass sie gar nicht mehr hinter im stand, sondern schon nach oben gewuselt war um ihre Tasche zu holen.
Harry trat aus dem Badzimmer, um geradewegs Ron in die Arme zu laufen, der laut losprustete, kaum dass er ihn erblickt hatte.
„Ein Wort, ein einziges Wort…“ knurrte Harry Ron an, als er schon die Fred und George mit todernster Miene auf sich zueilen sah.
„Sir Potter, den Gehstock und die Seidenhandschuhe“ buckelte Fred und gab Harry ein Paar Gartenhandschuhe und einen mit Pilzen überwucherten Ast.
Geschickt wich Fred Gehstock und Seidenhandschuhen aus.

Harry hatte mittlerweile in Erfahrung gebracht, dass tatsächlich nichts anderes als die fliegende Beauxbatons-Kutsche sie abholen würde. Fleur und ihre Eltern schienen exzellente Beziehungen zu haben. Während sie im Garten warteten fragte Mr Weasley die genervte Mrs Weasley über die Muggelgewohnheiten in Frankreich aus.
Schließlich rauschte die gigantische, im Mittagslicht silbrig glänzende Beauxbatons-Kutsche an, diesmal von goldfarbenen Palominos gezogen. Die Kutsche setzte hart auf der Wiese auf und kam schließlich zum Stehen. Diesmal sprang aber kein vergissmeinnichtblauer Beauxbatons-Schüler heraus, sondern ein kleiner, dünner Mann mit nach hinten gegeltem, pechschwarzem Haar und einem spitzen Gesicht. Harry fühlte sich unangenehm an sein eigenes Haar erinnert.
Nach zahlreichen Verbeugungen und Handküssen geleitete der französische Mann alle ins Innere der Kutsche.

Harry, der schon einiges an magischer Vergrößerung gewohnt war, war verblüfft.
Das Innere der Kutsche war so groß wie die halbe große Halle und teilte sich in zwei riesige, durch eine bläulich schimmernde Glaswand getrennte Räume. Im einen waren mehrere große Bankreihen mit hermelinrotem Polstern parallel zueinander gestellt, im anderen große, hölzerne und verzierte Betten zu sehen.
Beide Räume waren mit einer dunklen, edel anmutenden Holzverkleidung versehen, die Decke war silbrig-golden angemalt und an den Wänden waren schwere, messingfarbene Leuchter angebracht.
„Mann, damit könnte man eine ganze Armee von Zauberern befördern. Und der Hogwartsexpress hat immer noch diese alten, abgewetzten Holzbänke“ staunte Ron, bevor er sich auf eine der gut gepolsterten Bänke fallen ließ und seine Füße auf die gegenüberliegende Bankreihe schwang, was ihm allerdings einen missbilligenden Blick des Franzosen einbrachte.
Langsam setzte sich die Kutsche in Bewegung, rollte immer schneller über die Wiese und hob ab. Die Palominos legten ein höllisches Tempo vor und der Wagen schwankte enorm. Die Weasleys, Hermine und Harry konnten sich gerade noch festhalten, bevor sie unsanft von den Sitzen befördert worden wären. Allein der Franzose schien es gewohnt zu sein und musste sich scheinbar nirgends festhalten.
Als die Kutsche hoch genug war um ruhig zu fliegen, blickte Harry zu Ginny hinüber. Nur für heute wollte er alle Sorgen vergessen. Er lächelte sie an. Sie sah kurz zu ihm rüber, drehte sich dann aber wieder zu Hermine um. Er seufzte...


Slytherin: 54

Dumbledores Zuflucht


Obwohl eine große Berühmtheit gerade über die Londoner Warneford Street lief, waren die Anwohner alles andere als aufgeregt. Das Leben verlief in gewohnten Bahnen, in den Häusern lebten Personen, die man getrost als untere Mittelschicht betiteln könnte, und die Nähe zum Victoria Park hatte viele Familien in das Wohnviertel gelockt, die nun älter geworden waren. So bestand die Nachbarschaft aus vielen älteren Ehepaaren, welche ihr ganzes Leben hier verbracht hatten und auch den Rest hier zu verbringen gedachten, ohne etwas aufregenderes zu erleben, als den gelegentlichen Besuch ihrer erwachsenen Kinder.
Es war also kein ungewöhnlicher Anblick als ein Herr Ende 30 und ein Junge um die 17 über die Straße schlenderten, miteinander redeten und offensichtlich auf der Suche nach einer bestimmten Hausnummer waren. Die meisten Anwohner, die dieses Paar sahen, erkannten mit Freuden den älteren der beiden. Er war in diesem Viertel aufgewachsen. Nunja, mussten dann viele freilich denken, aufwachsen wäre wohl übertrieben, denn die meiste Zeit des Jahres hatte er wohl in einem Internat verbracht. Ebenso selten war dessen Großvater hier gewesen. Und dennoch waren beide sehr beliebt gewesen.
Leider wurden sie seit einigen Jahren noch viel seltener gesehen als früher. Manch einer vermutete schon, dem Großvater wäre etwas zugestoßen. Der alte Kauz, und viele mussten schmunzeln denn er betitelte sich selber immer als sonderlicher alter Kauz, hatte für die Erwachsenen immer ein offenes Ohr, wenn diese sich über die Verzogenheit ihrer Kinder beschwerten, und für die Kinder hatte er stets Süßigkeiten, wenn die Eltern dann absichtlich in eine andere Richtung schauten.
Und er war wirklich alt gewesen. Miss Oldman, die nun wirklich schon sehr lange hier wohnte, behauptete, sie hätte ihn nie anders als mit langem schlohweißen Bart gekannt. Freilich glaubte ihr niemand, und doch, war es nicht wunderbar einen solch sonderlichen aber freundlichen alten Kauz in der Nachbarschaft zu haben?
Dass nun der kleine Remus ohne seinen Großvater wiederkam, erweckte die schlimmsten Befürchtungen. Und wer war der junge Mann bei ihm? Ihn hatte man noch nie hier gesehen, und er sah auch dem kleinen Remus nicht ähnlich. Anders als bei dem immer artigen Remus strahlte die Haltung des Jungen einen gewissen Trotz aus. Und wie er das schwarze Haar trug, so zerzaust, da sollte mal ein Friseur zur Hand gehen.
Eine ganz neugierige Dame, die im ganzen Viertel dafür bekannt war, wirklich alles wissen zu wollen, solange es mit den Nachbarn zu tun hatte, und der man des Öfteren einen Streich spielte, indem man ihr die schauerlichsten Märchen über sich selbst erzählte, in dem Wissen, sie würde diese Geheimnisse mit wichtigem Gesicht und unter größter Verschwiegenheit dem ganzen Viertel erzählen, behauptete sogar, eine Narbe auf der Stirn des Jungen gesehen zu haben, eine blitzförmige Narbe. Und schon sponn sie mit all dem Wissen, das sie angesammelt hatte, eine Geschichte, die es sich zu erzählen lohnen würde. Natürlich nur an vertrauenswürdige Personen.
Hätte einer der neugierigen Anwohner den Tagespropheten abonniert, so hätte er den Jungen mit Leichtigkeit als Harry Potter identifizieren können. Harry hatte nämlich die Ehre, auch wenn er es selber nie als eine Ehre, sondern eher als lästig empfand, des Öfteren mit Photo in dieser Zeitung abgebildet zu sein. Doch die Anwohner hatten noch nicht einmal etwas vom Tagespropheten gehört. Denn diese Zeitung wird von Zauberern vertrieben. Und Zauberer gibt es nicht, da waren sich hier alle einig.
Plötzlich sahen die Anwohner, dass sich das bislang friedliche Gespräch zwischen den beiden erhitzte. Wenn man nur mehr hören würde, aber aus irgendeinem Grund drang kein Laut zu ihnen herüber. Besonders die ganz neugierige Dame war dem Verzweifeln nahe, weil sie kein Wort verstehen konnte. Hätte sie jedoch gehört, was die beiden Männer miteinander redeten, sie hätte schwerlich viel mehr von der Unterhaltung verstanden.

"Harry, ich bitte Dich, kehre zurück nach Hogwarts. Die Zukunft der Schule ist sowieso schon ungewiss, jeder einzelne Schüler zählt, und Du weißt, Du bist nicht irgendein Schüler."
Harry starrte Remus verdrießlich an. Warum konnte er nicht einmal einen ausnahmslos guten Geburtstag haben? Diesen Morgen hatte er die Dursleys, die Familie seiner Tante, verlassen, denn er war nun volljährig und sah aufgrund eines eher gestörten Verhältnisses zu seinen Zieheltern keinen Grund, auch nur eine Minute länger dort zu verweilen als unbedingt notwendig. Ein Umstand, der damit zu tun haben mochte, dass er die ersten 10 Jahre seines Lebens in einem Schrank unter einer Treppe verbracht hatte.
Doch diese Zeit war ein für allemal vorbei. Heute war er 17 geworden und damit volljährig. Er durfte nun die Dursleys verlassen, und er durfte nun endlich auch außerhalb der Schule zaubern, durfte selbst über seine Taten entscheiden. Und nichts und niemand würde ihn nun aufhalten können, den Tod seiner Eltern, seines Patenonkels und seines Mentors zu rächen.
Harry hatte beschlossen, nicht nur den Dursleys den Rücken zu wenden, sondern auch der Schule, und seiner außergewöhnlichen Bestimmung zu folgen. Denn Harry war in der Tat kein ganz gewöhnlicher Junge, selbst für einen Zauberer.
"Nein, ich lasse mich vom Ministerium nicht benutzen, und auch nicht vom Orden." Harrys Blick wurde fest.
Remus seufzte: "Benutzen? Harry was möchtest Du denn sonst tun? Wir haben das gleiche Ziel. Falls Du es vergessen hast, der Orden des Phönix bekämpft Voldemort seit er wieder da ist und tat dies schon lange davor. Du bist nun volljährig und wir wollen, dass Du Dich uns anschließt, zu Deinem Schutz, und weil wir jeden guten Zauberer gebrauchen können."
Noch vor einem Jahr hätte Harry freudestrahlend dieses Angebot angenommen, doch während des letzten Jahres hatte er viel über den dunklen Lord erfahren, viel, was der Orden und das Ministerium auch gerne wissen würden. Doch er hatte nur Hermione Granger und Ron Weasley eingeweiht, seine besten Freunde.
"Und was gedenkt der Orden soll ich dann tun? Die Hände in den Schoß legen und zuschauen, wie ER weiter Leute tötet, während ich in der Schule verrotte?"
"Harry Du solltest auch daran denken, welche Auswirkungen Deine Handlungen auf andere haben, auf Deine Freunde beispielsweise. Glaubst Du ich weiß nicht, warum Sirius vor zwei Jahren gestorben ist? Er war mein Freund, ich wusste von den Spiegeln, mit denen Du ihn hättest kontaktieren können. Aber Du wolltest selbst ins Ministerium, wolltest ihn selbst retten. Zum großen Teil sicher von Voldemort gesteuert, aber es war dennoch Deine Entscheidung, und letztendlich hat sie zu Sirius Tod geführt."
Harry blieb wie versteinert stehen. Als er Remus anschaute, war sein Blick eiskalt.
"Ah, natürlich, ich bin ja immer an allem Schuld. Wahrscheinlich bin ich auch Schuld an Dumbledores Tod?"
"Harry, Du bist an niemandes Tod Schuld, aber Du musst einsehen, dass Du Deinen Anteil hattest, ebenso wie wir alle, als wir Sirius verboten haben aktiv mit zu arbeiten, oder als wir entschieden, Dich nicht voll einzuweihen.“ Remus Blick schweifte kurz in die Ferne, um sich dann wieder gerade auf Harrys Augen zu richten. „Denk immer daran, wen Du wie in Gefahr bringst mit Deinen Handlungen.“
Harry war aber gar nicht nach Denken zumute. Ihm war gerade vorgeworfen worden seinen Patenonkel getötet zu haben.
"Ich werde daran denken," Harry klang nicht sehr überzeugend, "aber ich werde nicht nach Hogwarts zurück kehren, ich habe ... andere Pläne."
"Niemand kann Dich zwingen, Harry. Aber was glaubst Du, kannst Du tun, um zu verhindern, dass Voldemort weiter Menschen tötet, wenn weder das Ministerium noch der Orden allzu erfolgreich sind? Du bist ein guter Zauberer, aber Magiern wie Severus oder Lord Voldemort bist du nicht gewachsen. Noch nicht."
Harry erinnerte sich daran, wie er Snape bei seiner Flucht aus Hogwarts gestellt hatte, und wie dieser mühelos alles parierte, was er versuchte. Um nicht antworten zu müssen fragte er:
"Wo gehen wir eigentlich hin? Ich dachte wir wollten zu den Hochzeitsvorbereitungen zum Fuchsbau?"
Remus schaute tadelnd auf Harry, doch ergab sich dann darein, dass Harry das Thema nicht vertiefen wollte.
"Wir gehen in das neue Hauptquartier des Ordens. Nun, zumindest eines davon. Wir fanden es an der Zeit, uns ein wenig aufzuteilen."
"Was spricht gegen Grimmauld Place Nummer 12?"
"Albus ist tot und er war der Geheimnisträger. Das Haus von Sirius, ich meine Dein Haus, ist nicht mehr geschützt. Wir sind deshalb umgezogen."
"Und das hierher?" Harry schaute sich skeptisch um.
"Ja, hierher. Es ist eine alte Wohnung von Professor Dumbledore, wo er mich manchen Sommer wohnen ließ und", Remus zögerte, dann gab er sich einen Ruck "wie ein Vater zu mir war. Wie Du Dir vorstellen kannst, waren meine Eltern mit meinem, äh, Zustand ein wenig überfordert." Kein Wunder, denn Remus war als Kind von einem Werwolf gebissen worden, was ihn selbst unweigerlich ebenfalls zu einem machte. "Albus hat mir diese Wohnung vererbt, und ich denke, es würde ihm gefallen, wenn ich sie dem Orden zur Verfügung stelle."
Remus lebte bei Dumbledore? Eine Vorstellung, die Harry sehr abstrakt vorkam. Für ihn war Dumbledore immer unnahbar gewesen. Sich vorzustellen unter einem Dach mit ihm zu leben?
Da Harry nicht antwortete fuhr Remus fort.
"Ich war seit einigen Jahren nicht mehr hier, seit mich Albus einlud herzukommen, und mir einen Posten als Lehrer in Hogwarts anbot. Aber in meiner Kindheit und kurz nach meinem Schulabschluss verbrachte ich einige Zeit hier. Ahh, da ist es ja."
Sie standen vor einem Haus, und Harry hätte bis auf die Hausnummer nicht sagen können, worin sich dieses von all den anderen unterschied. Remus zückte einen Schlüssel und öffnete die Tür.
"Herzlich willkommen."
Dumbledores Wohnung! Nie hatte Harry daran gedacht, ein Mann wie Dumbledore würde woanders wohnen als in einem Schloss. Ja, eigentlich hatte Harry nie geglaubt, dass Dumbledore woanders wohnen könnte als in Hogwarts.
Wenn er erwartet hatte, dass die Wohnung von Magie überquoll, wie es das Zimmer des Rektors getan hatte, so wurde er bitter enttäuscht. Es gab keinerlei seltsame magische Geräte, und in den Regalen standen keine verstaubten, ledergebundenen Bücher über Magie. Die Bilder bewegten sich nicht, sie zeigten auch keine magischen Wesen, sondern Blumen und Schiffe. Es war auf den ersten Blick einfach nichts zu sehen, was an die Zaubererwelt erinnerte. Und hier sollte Dumbledore gelebt haben? Harry zweifelte.
"Das Haus war nie an das Flohnetzwerk angeschlossen, und Albus hat soweit ich weiß hier nie gezaubert. Er sah dies als einen Ort, an dem er Urlaub nehmen konnte."
Remus schien direkt viel entspannter, und bot Harry einen Platz in einem Sessel an.
"Ich dachte es würde Dich vielleicht interessieren, wo der Orden ein neues Hauptquartier hat, und wie Albus in" er lächelte leicht, "Friedenszeiten lebte."

Harry blieb verblüfft mitten im Raum stehen. Nie hätte er erwartet, dass ein so großer Zauberer wie Dumbledore auf Magie verzichten wollte. Sein Blick fiel auf ein großes Sideboard, über dem ein besonders kitschiges Blumenbild hing, und das vollgestellt war mit geschmacklosen Souvenirs aus aller Welt. Eines schlimmer als das andere. Eine Miniaturversion des Eiffelturms, ein Toastständer in Form des Ayers Rock, eine Trachtenpuppe mit einem seltsamen Bollenhut, eine Schneekugel mit der Tower Bridge, eine Keksdose, auf der naschende Kinder zu sehen waren. Es waren fragwürdige Kleinode aus aller Welt, die davon zeugten, dass Dumbledore wohl weit herumgekommen war. Harry wurde immer verwirrter, er wusste, wie sehr Dumbledore solchen Kitsch gemocht hatte, aber das war schon zuviel des Ganzen.
Remus lächelte und trat zu dem Sideboard. Ohne Zögern nahm er die Keksdose, öffnete sie und zeigte ein breites Grinsen.
"Es sind noch welche da. Nimm, Albus hat die Keksdose verzaubert, so dass die Kekse darin immer frisch gebacken schmecken und sich auch sehr lange halten."
Ungeniert griff Remus in die Dose und brachte zwei offensichtlich selbst gebackene Kekse hervor, einen mit großer Freude selbst verspeisend und einen Harry gebend, der zu verstört war, um mitzubekommen, dass er die Frage laut stellte.
"Er buk Kekse?"
Remus verschluckte sich fast vor Lachen.
"Nein, bei Merlins Barte, aber Miss Cookham, eine sehr reizende Nachbarin, pflegte sie zu backen und Albus war es nicht zu peinlich sie immer dann zu besuchen, wenn er roch, dass es bei ihr frische Kekse gab. Nein, Albus war zwar ein begnadeter Zauberer, aber kein sehr gesegneter Koch."
Remus stellte die Dose wieder hin und schaute dann verwirrt. Er griff nach der Schneekugel.
"Komisch, die habe ich noch nie gesehen. Wieso sollte Albus ein Souvenir aus London hier aufstellen?"
Doch Harry hörte nichts, er wunderte sich immer mehr über seinen verstorbenen Mentor, der sich die Mühe machte in einer völlig magiefreien Wohnung zu leben, sogar Gegenstände woanders verzauberte und dann herbrachte, nur um hier völlig magiefrei leben zu können. Ganz anders als er selber, der er stets aus der Muggelwelt in die Zaubererwelt fliehen wollte, schien es Dumbledore genau andersherum zu gehen.
Konnte es sein, dass Dumbledore es genoss einfach ein Niemand zu sein? Wo er doch unter Zauberern stets einer der Größten war? Auch Harry war berühmt, berühmter als ihm lieb war, und er konnte ihn verstehen. Sich eine Zuflucht zu bauen, in der ihn niemand wegen seiner Fähigkeiten, seiner Stellung oder seiner Geschichte beachtete, sondern wegen seiner Selbst ...
"Harry?"
"Ja? Verzeih mir, ich war äh, ja?"
Remus prüfender Blick wanderte von Harry zurück auf die Schneekugel in seiner Hand, die er aufmerksam betrachtete, fast so, als würde er etwas daraus ablesen.
"Weißt Du etwas über Horkruxe?"
Horkruxe. Das Wort war gefallen. Woher kannte es Lupin? Oh ja, Harry wusste, was Horkruxe waren. Dumbledore hatte ihm alles darüber letztes Jahr erzählt. Gegenstände, in denen man durch dunkelste Magie einen Teil seiner Seele gebunden hatte, um so Unsterblichkeit zu erlangen. Gegenstände, die es zu vernichten galt, wollte man Lord Voldemort endgültig besiegen. Gegenstände, von denen eine große Gefahr ausging für alle, die sich an ihnen vergriffen. Nun, nach Dumbledores Tod, war es seine, Harrys, Aufgabe, sie zu finden und zu vernichten.
Doch Harry erinnerte sich an Remus Worte, daran zu denken, wen er wie in Gefahr brachte. Und die Horkruxe stellten eine große Gefahr dar. Er würde die Horkruxe allein jagen, würde niemand anderen in diese Gefahr bringen.
Remus’ erwartungsvollen Blick zum Trotz erwiderte er mit fester Stimme: "Nein".

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Beitragvon Ripper » So 05 Aug, 2007 17:24

Super^^ Gratulation Veit ^^

Toll gemacht Slytherins und auch Gratulation an die anderen ;-)
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Beitragvon Hermione » So 05 Aug, 2007 17:35

So und nu nochmal meine persönliche Meinung:

Slytherin:

Idee: 5/5
Spannung: 3/3
Sprache: 2/3
Rechtschreibung: 2/2
Rahmenbedingungen: 2/2

  • Nette Idee, das Lupin versucht Harry zu überreden, wieder auf die Schule zu gehen. Durchaus denkbar, dass das 7. Buch so hätte beginnen können.
  • Ich finde es toll, dass man DD's Haus kennenlernt.
  • Sprachlich finde ich es an manchen Stellen etwas holprig, nicht ganz fließend.


Gryffindor:

Idee: 2,5/5
Spannung: 1,5/3
Sprache: 3/3
Rechtschreibung: 2/2
Rahmenbedingungen: 2/2

  • Ich finde den Anfang des Kapitels ziemlich langweilig., etwas eintönig. Das letzte Drittel dagegen sehr spannend.
  • Zur Idee: Wüsste ich nicht, was in Band 6 geschehen ist, dann würde mir die Idee gut gefallen. Aber da ich weiß, dass DD Harry in Jahr 6 alles über was er über die Horkruxe wusste gesagt hat/gezeigt hat, und auch noch auf der Suche nach den Horkruxen von Ravenclaw war und nicht wusste, welches es ist, finde ich es etwas zusammenhangslos und unlogisch. Oder aber ich habe irgendwas falsch verstanden....
  • Ich kann dem Verlauf net ganz folgen, auch im Zusammenhang mit der Überschrift.


Ravenclaw:

Idee: 4/5
Spannung: 3/3
Sprache: 3/3
Rechtschreibung: 2/2
Rahmenbedingungen: 2/2

  • Thematisch dem Kapitel 1 aus Buch 6 sehr ähnlich. Aber es gefällt mir trotzdem gut. Was mir nicht so gut gefällt: Das gleich im ersten Kapitel schon auf die Deathly Hallows eingegangen wird. Sowas ist doch eher unüblich.


Hufflepuff:

Idee: 4,5/5
Spannung: 3/3
Sprache: 3/3
Rechtschreibung: 2/2
Rahmenbedingungen: 2/2

  • Der zweite Absatz mit der Kurzzusammenfassung von Harrys letzten Jahren: für mich überflüssig.
  • Ansonsten sehr schön geschrieben, auch passend für ein erstes Kapitel. Und auch wenn ich nu net der Fan von Hochzeitssachen etc bei HP bin, find ich es doch ne gute Idee.

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Beitragvon Wehwalt » So 05 Aug, 2007 17:57

Ich hab es noch nicht gelesen ... aber ich hatte mir gedacht, daß die Zeit der großen Punktunterschiede vorbei sein würde, weil Unterschiede fast nur in der Sparte "Idee" erzielbar sind. Es wird ja wohl jeder schauen, daß keine Fehler drin sind und die 4 Seiten nicht überschritten werden. Aber das ist jetzt keine Kritik (soll niemand glauben, jetzt, wo die Entscheidungskriterien im Voraus festliegen, seis mir wieder nicht recht) - nur glaube ich, Hufflepuff bleibt uneinholbar. Wieviele Runden gibt es denn noch im Rahmen des Dritten Hauspokals?
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Beitragvon Hermione » So 05 Aug, 2007 18:03

Wieviele Runden es genau noch geben wird, das weiß ich leider nicht. Ich muss gestehen, da ich mit dem Unterricht nicht so viel am Hut habe, weiß ich gerade auch gar net, wielange das 2. Schuljahr noch geht :?

Ja, Hufflepuff hat einen ganz guten Vorsprung, das ist wahr.

Und zu den Punkten: Warum soll es nicht auch mal Punkte geben, die man sich leicht holen kann? Ich finde solche Stilistischen Sachen gehören bei sowas auch immer mit dazu, und das sie leicht zu holen sind, ist ja eigentlich nur ein Vorteil für euch ;)

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Beitragvon schneeeule » So 05 Aug, 2007 18:38

hey, das ist ja echt alles super geworden, achtung achtung!!!
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Beitragvon Wehwalt » So 05 Aug, 2007 18:57

Ich habe die Geschichten jetzt gelesen, und ich muß sagen: Das Slytherin-Kapitel hat mir auch sehr gut gefallen. Der erste Platz wundert mich nicht. Herzlichen Glückwunsch. Die Charaktere sind absolut Rowlingsch, Harrys stolze Widerborstigkeit, Lupins gutmütige Art - an manchen Stellen glaubt man fast, der Autor hätte den 7. Band schon gekannt. Und auch Dumbledores Umstände könnte man sich nach dem, was wir aus den ersten 6 Büchern wußten, sehr gut so vorstellen, wie sie hier beschrieben wurden.

Gryffindor hingegen hat mich ein wenig verwirrt. Es ist eine sehr gute Idee, eine bisher nur ganz am Rande erwähnte Figur plötzlich in den Mittelpunkt zu stellen. Aber war Fortescue Eisbecherhersteller? ... Ich dachte immer, er hätte Eis gemacht. Was mir inhaltlich gar nicht einleuchtet, ist: Wenn Dumbledore den Pinsel kannte, warum hat er dann Harry den ganzen sechsten Band über nichts davon erzählt? Der war doch definitiv leichter zu greifen als das Medaillon in der Höhle, eventuell hätte Fortescue ihn sogar zu einem vielleicht überhöhten Preis verkauft.
Und sprachlich gefällt mir der Beitrag überhaupt nicht. Die Vorzeitigkeit ist falsch. Z. B.:
Als er einige Monate nach Dumbeldores Besuch eine Eule von ihm bekam, veränderte sich sein Verhalten unmerklich.
Fortescue saß noch immer auf seinem Stuhl und rieb sich die Stirn.
Der erste Satz spielt lange vor der erzählten Zeit, der zur Erzählzeit. Um hier Verwirrung zu vermeiden, verpflichtet die deutsche Sprache zur Benutzung des Plusquamperfekts. Sorry, Denkar - ich finde manchen Crucio verzeihlicher als so was!

In der Hufflepuff-Geschichte sind Charakterschilderungen und Atmosphäre im Fuchsbau sehr authentisch getroffen, ähnlich nah am Original wie die Slytherin-Geschichte mit den jeweiligen Personen. Die Nacherzählung am Anfang scheint mir etwas überflüssig. In den Rowling-Bänden hat die Autorin spätestens ab dem 4. Band nicht mehr versucht, auf Leser einzugehen, die die Vorgängerbände nicht kennen (im 2. Band sind noch Versuche zu erkennen, den Inhalt des 1. nicht vorauszusetzen).
Und die Handlung finde ich etwas langweilig - sie schiene mir anzugehen als ein Ruhepunkt, nachdem schon etwas Interessantes passiert war, aber als 1. Kapitel eher nicht ...

Nun, ich fand die Aufgabe sehr spannend und insgesamt sehr schön gelöst. Über meinen Beitrag will ich selber nichts sagen, aber ich fände es schön, wenn wir uns über die verschiedenen Einreichungen hier etwas unterhalten könnten.
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Hermione
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Beitragvon Hermione » So 05 Aug, 2007 19:17

hihi, Vielen Dank, Marcus für diese Rückmeldung.
Vieles haben wir ja sehr gleich gesehen. Schonmal schön, dass ich also mit meiner Einschätzung net ganz allein dastehe.
Und beruhigend find ichs auch, das noch jemand anders bei der Gryff-Geschichte genau die selben Gedanken beim Lesen hatte wie ich. Ich dachte nämlich schon, ich hätte irgendetwas vielleicht falsch verstanden.
Wie gesagt, ohne das Wissen von Band 6, hätte ich die Idee für das Kapitel wirklich gut gefunden so.

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Beitragvon Myrddin » So 05 Aug, 2007 21:47

Schön, schön :wink:

Ich habe jetzt noch nicht die anderen Kapitel gelesen, werde das aber bald nachholen.

Wehwalt, ich muss dir recht geben, ich finde unsere Story im Vergleich auch recht langweilig - weshalb ich auch über den dritten Platz froh bin - und diese Schuld nehme ich auf mich :

Der gute Myrddin hat zwar einen guten Teil der Geschichte selber geschrieben, war aber nicht helle genug die Ankündigung genau durchzulesen - in der auch vermerkt ist dass das ganze nicht länger als 4 Seiten sein darf :roll: :roll:

Also hatte ich an dem Tag des Abgabetermines (unter ziemlichem Zeitruck) knapp 3 Seiten über nebensächliches Zeug geschrieben , ohne dass darin das Wichtigste vorgekommen wäre - nämlich die Hochzeit an sich in der bezaubernten Villa der Delacours.
Bis ich dann gehen musste, habe ich noch die Reise mit der Kutsche beschrieben und angefangen den Empfang bei den Delacours zu schreiben.

Ich dachte die anderen Hufflepuffs könnten noch die eigentliche Hochzeit beschreiben - Pustekuchen, mein Text musste sogar noch um ein ordentliches Stück gekürzt werden -trozdem ein ordentlicher Platzfresser- und das nur weil ich zu blöd war die Anweisungen genau zu lesen *Einen Holzhammer nehm und sich über den Kopf hau* :?

Wobei ich auch noch unheimlich schnell geschrieben habe um möglichst viel Text hinzubekommen, bevor ich gehen musste...:roll: Weshalb ich mit meinen Teil des Textes auch nicht zufrieden bin...

Tja und deshalb bin ich auch über die Bewertung sehr glücklich, da in meinem Teil, der letzen Hälfte, nach meinem Geschmack eigentlich die Hochzeit selber hätte beschrieben werden sollen :lol:



EDIT : Wieviel HAs wird es eigentlich noch geben ? *scheinheilig in die Runde schau*

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Beitragvon Hermione » So 05 Aug, 2007 22:15

ntzntz *g*
Da haben aber welche net ordentlich gelesen :lol:

Wie schon oben gesagt, ich weiß es net genau, da ich :oops: net weiß wie lange das schuljahr noch geht...

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Beitragvon Shere Kahn » So 05 Aug, 2007 22:53

*hüpf, freu* Juhuuu.

Ich danke für die freundliche Bewertung, und auch für die sehr freundliche Kritik bislang. Ich selber habe noch nicht die anderen Kaapitel durchgelesen, und habe heute Abend auch nicht die Ruhe dafür, aber ich werde noch allen meine Aufmerksamkeit schenken und dann meine Meinung kund tun. Im Augenblick sei mir verziehen, wenn ich mich einfach über das Ergebnis freue.

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Beitragvon Wehwalt » Mo 06 Aug, 2007 00:58

Schade ... keiner äußert irgendwas Inhaltliches zu den Beiträgen.

@Myrddin: Ich habe die Aufgabe gelesen und bin nur einen Punkt vor Dir ... nicht auszumalen, wie sich Hufflepuff abgesetzt hätte, wenn Ihr die Aufgabenstellung auch noch von vorne herein erfaßt hättet!
Was ich gerad nicht verstehe: Du schreibst, Du fändest Euer erstes Kapitel "im Vergleich" auch langweilig - aber im Vergleich zu was? eine Zeile entfernt steht, Du hast noch gar nichts gelesen???

Und nochmal @Hermione: Es stimmt, normalerweise taucht der Gegenstand des Buchtitels im ersten Kapitel nicht auf. Mir hat es trotzdem gefallen, hier eine Andeutung anzubringen - ohne die geringste Ahnung, was man daraus machen könnte und worum es sich eigentlich handelt.

Insgesamt: Ich finde es einfach schade, wie wenig so eine Aufgabe, für die sich ersichtlich alle Häuser eine ungeheure Mühe gegeben haben und die tolle Ergebnisse hervorgebracht hat, ins Gewicht fällt (gemessen an der Differenz zwischen höchster und geringster Punktzahl), wenn mans mit der Punktausbeute vergleicht, die man bei der Beachparty für ein einfaches BINGO bekommen konnte ...

(In Klammern deswegen die höchst inoffizielle Summe der rein aus den Hausaufgaben erworbenen Punkte: G 398,5 H 417 R 425,5 S 389,5)
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Beitragvon Creacher » Mo 06 Aug, 2007 09:23

Oh ich hab zwar noch keins gelesen, aber Glückwunsch an Slyth schonmal!!! :D

Die Punkte liegen ja alle wirklich knapp zusammen... Wird schwer aufzuholen.

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Beitragvon Antike Runen » Mo 06 Aug, 2007 15:30

Juhu, die ersten Kapitel sind da!
Ich werde sie heute abend lesen, freue mich schon riesig drauf.

Aber natürlich vorab schon mal meine herzliche Gratulation - an alle, da offensichtlich alle eine sehr gute Arbeit abgegeben haben, und ganz besonders natürlich an Slytherin. :lol:

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Beitragvon Shere Kahn » Mo 06 Aug, 2007 16:33

Sodele, hab nun alle Kapitel gelesen und kann nun die von Marcus so heiß ersehnte inhaltliche Kritik loswerden.

Ich finde die Idee, von Gryffindor, einen Horcrux direkt im ersten Kapitel auftauchen zu lassen zweischneidig. Zum einen wird direkt geklärt, worum das Buch handeln soll, zum anderen aber verstrickt sich der Autor so in Widersprüche mit der bekannten Geschichte. (diese haben andere ja bereits angesprochen) Die Wandlung von Fawkes in einen 'Kampf - Phoenix', der ein Haus zertrümmert ist für meine Begriffe zu gewagt. Da fragt man sich, warum Fawkes im zweiten Band gegen den jungen Tom Riddle nur Klauen einsetzte, wenn er so bedeutend passendere Waffen zur Verfügung hatte.
Aber ein sehr interessanter Blickwinkel.

Der Autor von Huffelpuff hat sich einen ruhigeren Einklang erdacht. Die Stimmung im Weasley - Haus ist gut widergegeben, die Personen stimmig. Für mich ein wenig schade, ist die Tatsache, dass überhaupt keine Geschichte aufgegriffen wird. Die Handlung beschränkt sich grob auf: Weasleys fahren nach Frankreich zur Hochzeit. Das kommende eigentliche Thema des Buches, wird eher ganz nebenher erwähnt. Ich finde Harrys Gedanken würde sicherlich größtenteil um sich selbst drehen, um seine Aufgabe, als um die kommende Hochzeit.

Tja Ravenclaw hat den guten Cornelius Fudge ausgepackt, ein interessanter Ansatz, und eine witzige Idee. Ich finde nur die gute Umbridge kommt zu überlegt daraus hervor. Sie hat in Band fünf gezeigt, dass sie zwar eine Linie hat, diese verfolgt (warum nicht die Linie des Schalthebels hinter der Machtperson?) aber dass sie bei Druck, bei Widerspruch und bei Provokation völlig durcheinander gerät.
Außerdem frage ich mich, warum sie Fudge mit einbezieht. Sie addiert zu ihrem Grundplan - die Kontrolle des Ministeriums, durch die Kontrolle des Zukünftigen Ministers - keinen nützlichen Aspekt, sondern nur einen Risikofaktor. Hätte sie bei der Beziehung zwischen den beiden weiterhin nur manipuliernd und nicht informierend auf Fudge eingeredet, hätte sie weit mehr Möglichkeiten in der Hand. Ebenfalls diese Fudge notfalls zu opfern. Dass die liebe Umbridge aber generell so manipulierend eingreift finde ich stimmig und passend.

Wirklich schöne Kapitel sind dabei herausgekommen, meine Kritik soll keine Leistung schmälern. Ich möchte betonen, dass bei allen eine Aufzählung der positiven Aspekte zu lange gedauert hätte.