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Die Hogwarts-Gründer

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Die Hogwarts-Gründer

Beitragvon snitchet » Mi 10 Apr, 2013 18:22

Mir geht schon längere Zeit der Gedanke im Kopf herum, wie 4 so unterschiedliche Charaktere wie Godric, Salazar, Helga und Rowena sich vor so langer Zeit treffen, zusammentun und dann noch eine Schule gründen konnten.
Das war ja - wenn man dem sprechenden Hut Glauben schenken will, und warum sollte man dies nicht - vor über 1000 Jahren, also tiefes Mittelalter. Dass vor allem Salazar bereit ist, sich mit Frauen eine Führungsposition zu teilen, erscheint mir nach heutiger Sicht aufs Mittelalter doch sehr seltsam.
Oder war man in der Welt der Zauberer über derartige Dinge einfach erhaben?
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Beitragvon Amalthea Pan » Mi 10 Apr, 2013 21:21

Ich könnte mir schon vorstellen, dass das ganze Geschlechterthema in der Zaubererwelt anders verlief. Vielleicht waren sie in allen belangen etwas vortschrittlicher. Sie haben ja auch niemanden verbrannt, Aufgrund von (falschen) Vermutungen^^ Und vielleicht war es für Salazar wichtiger, dass Rowena und Helga zwar Frauen, aber vor allem gute Hexen waren. Mit Muggelfrauen konnte er dafür sicherlich überhaupt nichts anfangen^^
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Beitragvon Wehwalt » Do 11 Apr, 2013 00:38

Aber das fällt auch prinzipiell auf: Bei Harry Potter existier so vollkommene Geschlechtergleichheit, wie sie nicht einmal in unserer modernen Gesellschaft realisiert ist. Ob Quidditch, Ministeriumsämter, Kampfgenossenschaft bei Todessern oder im Orden: Unterschiede gibt es nicht, nicht die winzigsten Rudimente.
Naja, das kann im Mittelalter nicht sein. Aber je nun ... es kann auch nicht sein, daß ein Levicorpus funktioniert: Also darf man eh alles. Historisch kann so manches nicht recht hinhauen, das ist klar; auch zum Beispiel die weit in die Vergangenheit zurückreichenden Quidditch-Spiele: Sportarten dieser Art sind ja erst im späten 19. Jahrhundert entstanden!
Und den Anachronismus der Geschlechtergleichheit nehme ich mit großer Zufriedenheit hin. Er ist eine sehr wichtige Komponente des angenehmen Leseeindrucks.
(Im ganz Privaten hat JKR schon leider noch ein paar Geschlechterrollenklischees übriggelassen, zum Beispiel in dem bescheuerten Gedanken Rons, seine Schwester überwachen zu sollen/dürfen/müssen - aber bei gesellschaftlichen Rängen: Wie gesagt ...)
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Beitragvon snitchet » Do 11 Apr, 2013 08:05

Nun im häuslichen Bereich hat sich wohl die naturgegebene Rollenaufteilung etabliert, die als ebenso selbstverständlich genommen wird wie weibliche Führungspositionen. Von daher mag auch der überzogene Beschützerinstinkt Rons herrühren, der aber sowieso nix zu melden hat bei Ginny. Die anderen Brüder sind da je wiederum entspannter, Fred und George ziehen sie nur ein bißchen mit ihrer Verehrerschar auf.

Auf der anderen Seite ist da Xeno Lovegood, der seine Tochter allein großzieht - unkonventionell zwar, aber zweifellos mit Liebe, Geborgenheit und Nestwärme.
Ich habe den Eindruck, dass Luna gern zu Hause und bei ihrem Vater ist.
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Beitragvon Wehwalt » Do 11 Apr, 2013 09:22

naturgegeben?
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DarkViolett
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Beitragvon DarkViolett » Do 11 Apr, 2013 13:48

Naja, ich vermute mal, es legt nicht nur an den gesellschaftlichen Normen, dass noch immer eher Frauen bei den Kindern bleiben, sondern auch an der "naturgegebenen" Mutter-Kind-Bindung.
Und in der Zauberwelt muss sich ja auch länger komplett um Kinder gekümmert werden, da es keine Kindergärten und Grundschulen gibt. Also ist es denke ich schon Verständlich, wenn sich trotz Gleichberechtigung diese Rollenverteilung innerhalb der Familie durchgesetzt haben sollte. Wobei wir ja allerdings auch nicht unbedingt von den Weasleys auf alle schließen müssen.
Hmm, aber interessant finde ich jetzt gerade doch tatsächlich Rons (bzw wohl auch Mollys) Ansicht über das passende Verhalten von Mädchen.
aus Band 6
»Glaubst du vielleicht,ich will, dass die Leute sagen, meine Schwester ist eine -«
und Band 4
"Ich hab dir doch gesagt, du sollst diese Rita Kimmkorn nicht ärgern! Jetzt hat sie dich auf dem Kieker und macht aus dir so eine – eine Lebedame!"
Hermines verblüffte Miene löste sich in schnaubendes Gelächter auf. "Lebedame?", wiederholte sie, wandte sich Ron zu und zitterte verhalten kichernd. »So nennt es jedenfalls meine Mum«, murmelte Ron und wieder lief er um die Ohren herum rot an.


Irgendwie bin ich mir gerade nicht sicher wie das in eine sonst so gleichberechtigt scheinende Welt passt.

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Beitragvon snitchet » Do 11 Apr, 2013 21:43

Wehwalt hat geschrieben:naturgegeben?


Wie erklär ich jetzt, wie ichs meine, ohne eine Diskussion über die Rollenverteilung von Mann und Frau loszutreten.....?

Also - bitte in sehr weit übertragenem Sinne zu sehen:
Männer ---> Jagen, Krieg führen, Familie (Sippe) beschützen und verteidigen, mit fortschreitender Evolution Das Geld ins Haus bringen
Frauen ---> Sammeln, Kochen, kümmern,

hat sich bei den Urmenschen halt so eingeführt, weil sichs bewährt hat ---> also naturgegeben; ich kann nix dafür .........
Heißt ja nicht, dass ich es 1:1 befürworte, aber ich bin auch keine 100%ige Emanze......
Spoiler
Wenn ich, wie ichs mir als Kind gewünscht habe, 3 Kinder bekommen hätte und einen Mann hätte, der das Geld für seine Familie heimbringt, hätte ich auch nichts dagegen gehabt. Ich war nie der Typ "Karrierefrau".
Als mittlerweile seit mehreren Jahren geschiedene Frau genieße ich natürlich die Unhabhängigkeit, die ein halbwegs guter Job mit sich bringt.

Hat alles Vor- und Nachteile aus meiner Sicht.....
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Beitragvon Wehwalt » Fr 12 Apr, 2013 00:14

Ich will das Thema gar nicht lostreten, und schon gar nicht hier. Ich finde es nicht schlecht, wenn das Threadthema sich ein bißchen gebogen hat zu Überlegungen der Geschlechterbehandlung bei HP, so etwas haben wir nämlich meiner Erinnerung noch nie debattiert.
Nur naturgegeben ist halt ein Begriff, bei dem man Vorsicht walten lassen muß. Das soziale Verhalten ist von so vielen Faktoren bestimmt, und etliche davon sind keineswegs biologischer Natur. Man sollte die Einflüsse der Biologie nicht leugnen - aber für viele scheinbar biologisch begründbare Sachverhalte gibt es auch gute und zumindest zum Teil plausible nichtbiologische Erklärungen. Und sofern es nur eine menschliche Gesellschaft (oder Magiergesellschaft) gibt, die nicht auf der ökonomischen Grundlage beruht, daß Männer eine Frau versorgen, die auch Mutter ihrer Kinder ist - läßt die Natur des Menschen offensichtlich auch Alternativen zu, die Zweifel an der Naturgegebenheit gesellschaftlicher Umstände erlauben.
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