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[HP] Das Evanspaar (9)Beendet!

Arwen Undomìel
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[HP] Das Evanspaar (9)Beendet!

Beitragvon Arwen Undomìel » Mi 04 Apr, 2007 22:22

Hab mal gedacht, dass ich euch meine FF antue.
Titel: Das Evanspaar
Autor: meine Wenigkeit
Altersbeschränkung: so ab 12
Wörter:?
Kapitel: 9
Genre: Fantasie und Liebe
Hauptcharakter: Rumtreiber, Lily und (Petunia)
Pairings: mal sehen
Inhaltsangabe: Lily kehrt als Schulsprecherin nach Hogwarts zurück, leider ist der Schulsprecher, ein von ihr eher gehasster Gryffindor.
Anmerkungen: Ich verdiene kein Geld mit dieser FF und die Personen gehören fast all Rowling.

1. Kapitel
Lily und ihre Schwester

Lily saß am Schreibtisch in ihrem und Petunias Zimmer. Von draußen fiel das Licht der Sonne auf das Stück Pergament, das Lily in ihren Händen hielt. Die Eule die diesen Brief gebracht hatte, war bereits zurück nach Hogwarts geflogen. Die Bücherliste für das kommende Schuljahr, Lilys 7. Schuljahr, lag neben ihr, die hatte sie nur kurz überflogen. Dieser Brief, den sie jetzt in den Händen hielt war viel wichtiger.

Liebe Ms. Evans,
Ich gratuliere ihnen zu ihrem neuen Schulsprecheramt. Da sie, wie sie bestimmt wissen, unter anderem auch Veranstaltungen in Hogwarts organisieren müssen, bitte ich sie, nicht wie sonst am 1. September nach Hogwarts zu kommen, sondern bereits am 29. August. Sie werden von dem anderen Schulsprecher (ich nenne keine Namen, das verdirbt die Überraschung) um 20.00 Uhr vor ihrem Haus abgeholt.
Ich wünsche ihnen noch schöne Ferien!
Albus Dumbledore

Lilys Hände zitterten. Petunia blickte über ihre Schulter und las den Brief. Lily flüsterte: „Schulsprecherin!“ Petunia lachte auf. „Warum so überrascht. Ich habe es mir, ehrlich gesagt, gedacht. Du bist gut in der Schule, verantwortungsbewußt und gerecht. Freue dich doch!“ damit umarmte sie ihre Zwillingsschwester. Lily liefen Freudentränen die Wange hinab. „Schulsprecherin, das hätte ich nicht gedacht.“ Petunia blickte Lily in die Augen: „Du wirst eine wunderbare Schulsprecherin sein!“ Lily lächelte. Dann fiel ihr noch etwas ein. „Petty, willst du morgen mit in die Winkelgasse kommen? Ich muss noch Schulsachen besorgen.“ Petunia strahlte. „Na klar,“ rief sie und tanzte durchs Zimmer. Lily lächelte noch breiter, es freute sie immer wieder Petunia so glücklich zu sehen. Der Phönix, der auf dem Bücherregal saß und Lily gehörte, flatterte durch Zimmer. Er war eines Tages zu Lily gekommen letzes Schuljahr. Sie hatte ihn in ihrem Schlafsaal versteckt gehalten und nun erfreute Petunia sich an ihm.
Ihre Mutter rief von unten: „Mittagessen!“ Lily und Petunia stürmten die Treppe hinunter. „Mama!“, rief Petunia freudestrahlend, „ Ich geh morgen mit in die Winkelgasse.“ „Schon okay,“ lächelte Mrs. Evans glücklich. Das ganze Haus freute sich immer wenn Lily nach Hause kam. Petunia lebte auf, Mr. Evans lief nur noch singend durchs Haus, und sie selbst wurde immer wieder von Lilys Freude angesteckt.
Gemächlich aßen Petunia und Lily, was ihre Mutter gekocht hatte. Spaghetti Bolognese. Mrs. Evans aß nichts. Sie aß immer später mit ihrem Mann gemeinsam. Sie beobachtete ihre beiden Töchter und war stolz auf sie.
Lily und Petunia sahen fast gleich aus, bis auf ihre Haar- und Augenfarbe. Lily hatte rot-braunes Haar und grüne Augen, während Petunia dunkelbraunes Haar und blaue Augen hatte. Bei beiden fiel das Haar in sanften Wellen auf die Schultern. Sie waren 1.70m groß und schlank. Mrs. Evans bemerkte immer wieder, wie Jungen ihren Töchtern hinterher sahen. Viele Jungen waren fasziniert von Lily und Petunia Evans. Womit habe ich nur so hübsche Töchter verdient? Mrs. Evans räusperte sich und Lily und Petunia verstummten. „Ich und euer Vater, wollten die nächsten drei Wochen einmal allein verreisen. Wir fahren wahrscheinlich morgen ab. Es tut mir Leid, dass wir an eurem Geburtstag nicht da sind, wir fahren bis zum 28. August weg,“ sie verstummte. Hoffentlich waren die beiden nicht beleidigt, dass ihre Eltern sie einmal nicht dabei haben wollten. Das würde nicht zu ihnen passen, sagte sich Mrs. Evans. Und tatsächlich, ihre beiden Töchter blickten sie begeistert an. „Wohin fahrt ihr denn?“ „Mach dir um uns keine Sorgen. Wir schaffen das schon zusammen. Fahrt ihr ruhig weg.“ „Habt ihr denn schon gepackt?“ Mrs. Evans tat beleidigt. „Das klingt ja so als würdet ihr und loswerden wollen,“ sie lachte. Lily und Petunia stimmten mit ein. Dann wurde sie wieder ernst. „Also wir fahren nach Deutschland, nach Hamburg. Und ja, wir haben schon gepackt. Die Frage ist nur, ob wir das Haus mit euch allein lassen können. Es wird sich verletzt fühlen, dass ich es nicht mitnehme.“ Lily sagte grinsend: „Ach, das Haus wird auch mit uns klarkommen, nur wie es danach aussieht ist die Frage.“ „Na das schafft ihr schon. Ihr seid beide ordentlich und organisiert. Ich vertraue euch, meinen großen Mädchen.“ Lily und Petunia lächelten.

Am nächsten Morgen fuhren ihre Eltern ab, und Lily und Petunia winkten ihnen noch lange nach. Danach holten sie sich ihre Fahrräder aus der Garage, packten einen Hausschlüssel ein und fuhren los, in die Innenstadt von London. Da sie in Richmond, einem Vorort von London wohnten, war der Weg nicht sehr weit.
Vor dem tropfendem Kessel blieben die beiden stehen und schlossen ihre Räder in einer Seitenstraße an. Lily hatte erwartet, dass Petunia den tropfenden Kessel nicht sehen konnte, doch das konnte sie. Sie blickte von außen noch einmal forsch auf das Gebäude, als würde sie sich alles einprägen wollen, und dann zog Lily sie mit hinein. Ein düsterer, fast menschenleerer Raum empfing sie. Doch Lily zog ihre Schwester zielstrebig weiter, direkt vor eine Mauer. Mit ihrem Zauberstab klopfte Lily auf ein Paar Steine der Backsteinmauer und es bildete sich ein Tor. Petunia war nicht ganz so überrascht von der Winkelgasse, wie es normale Muggel gewesen wären. Sie hatte viele Bilder der Winkelgasse gesehen und kannte die Zauberei von Lily. Dennoch staunte sie und besah sich alles ganz genau. Vielleicht war dies ja ihr erstes und letztes Mal in der Winkelgasse. Gemeinsam gingen sie durch die verschiedenen Läden. Sie kauften Geschenke für ihre Eltern und da sie beide am 25. August Geburtstag hatten, besorgten sie noch Geschenke für den jeweils anderen. Petunia fand schnell eines für Lily und diese schickte sie schon einmal vor in ein Café. Fortecus Eissalon. Zögernd trat sie ein und sah sich nach einem freien Tisch um. Draußen war alles voll gewesen. Drinnen auch. Seufzend wollte Petunia bereits wieder rausgehen, als sie eine Stimme hörte die: „Evans!“ rief. Petunia fühlte sich angesprochen und drehte sich um. Da saßen zwei gut aussehende Jungen, einer mit langen braunen Haaren, der andere trug eine Brille und hatte schwarzes, zerwuscheltes Haar. Sirius Black und James Potter, nach Lilys Beschreibung. Mist, es ist keine freier Tisch mehr da, ich werde mich wohl zu ihnen setzten müssen. James deutete auf einen Platz neben ihm. Petunia kam näher und setzte sich grinsend neben Sirius, dem der Mund offen stand. Zu James gewandt fragte er: „Träum ich, oder hat sich eben Evans neben uns gesetzt.“ Petunia grinste weiter. James fragte sie: „Warum hast du denn Kontaktlinsen und deine Haare gefärbt. Ich hätte dich fast nicht erkannt.“ Für James war es ein ganz ungewohntes Grinsen. Dann fiel bei ihm der Groschen. „Du bist gar nicht Lily Evans!“ „Nein!“, sagte sie kichernd. „Wer bist du dann?“, er war wütend. Wer wagte es sich als Lily auszugeben, als seine Lily. „Petunia Evans, ein grässlicher Name. Nennt mich lieber Petty. Auch kein viel besserer Name, aber immerhin...“ Sirius blickte sie erstaunt an. „Aber, aber du bist doch gar nicht auf Hogwarts.“ Lily trat ein, entdeckte ihre Schwester bei Sirius Black und James Potter und verzog das Gesicht. Sie musste sich zwingend neben James setzten. Die Frage von Sirius bekam sie noch mit, und antwortete für ihre Schwester: „Nein Black, sie geht nicht nach Hogwarts, und wie ich euch kenne, habt ihr euch noch nicht vorgestellt.“ Sirius setzte sich gerade hin. „Sirius Black zu ihren Diensten.“ James tat es ihm nach und zitierte Aragorn aus der Herr der Ringe. Den einzigen Muggelfilm, den er je gesehen hatte. Allerdings, hatte er den Film gar nicht so schlecht gefunden. „Wenn ich dich durch mein Leben oder meinen Tod schützten kann werde ich das tun. Du hast meinen Zauberstab. James Potter.“ Petunia lächelte die beiden an. Auch ihr hatte es der Herr der Ringe angetan. Lily musste ungewollt ebenfalls lächeln. James, der das sofort bemerkte, grinste sie schelmisch an. Lily sah sofort wieder weg.
„Habt ihr eine Ahnung wer die Schulsprecher sind?“, fragte Lily ernst. Sie wollte sich nicht verraten. „Nein,“ war Sirius Antwort. Lily und Petunia bestellten ein Eis, und James und Sirius ihr Zweites. „Warum wussten wir nicht, dass du eine Schwester hast?“ „Weil ich euch nicht alles auf die Nase binde. Und dass ich ein Schlammblut,“ sie sprach das Wort verächtlich aus, „ bin hättet ihr ohne die Slytherins eh nicht erfahren.“ Sie blickte sich suchend um, vielleicht wurde ja doch noch ein Tisch frei. Sie hatte keine Lust sich weiter mit Potter zu unterhalten. James bemerkte es. „Du wirst und nicht so schnell wieder los, Evans. Wir mussten vorhin Zwerge vertreiben, damit wir diesen Platz bekamen.“ Lily sah ihn verächtlich an, während Sirius und Petunia bereits ihren Eisbecher aßen. „Das passt zu dir Potter. Andere Leute vergraulen um für dich selbst den Platz zu haben. Waren sie nicht zuerst da?“ James widersprach: „Ne, das waren Zweitklässler. Ich bin garantiert schon ein paar Jahre länger da.“ Lily blickte ihn zornig an. Was wagte er es, die zukünftige Schulsprecherin veralbern zu wollen. „Aber sie waren vorhin vor dir da Potter.“ „Evans, reg dich ab. Du kannst es jetzt eh nicht mehr ändern. Zieh mir meinetwegen in Hogwarts dafür Punkte ab. Wenn du noch Vertrauungsschülerin bist. Aber lass mich jetzt damit in Ruhe.“ Lily blickte ihn kalt an. Das mit dem Punkte abziehen gefiel ihr. Allerdings nicht zu viele, da sie beide nach Gryffndor gingen. Petunia und Sirius waren mit ihrem Eis fertig. Sirius blickte Petunia an und stand dann auf. Er bot ihr den Arm an. Petunia blickte Lily fragend an, welche nickte. Dann hakte sie sich bei Sirius ein und verließ den Eissalon. Lily beeilte sich mit ihrem Eis und stand dann auch auf. James war auch schon fertig und begleitete sie hinaus. Lily ging schnell zu Florrish & Blotts, doch James kam mit seinen langen Beinen gut mit. Vor dem Buchladen drehte sie sich um. „Warum folgst du mir Potter?“ Sie sah ihn kalt an. Er grinste. „Wieder so freundlich heute, Evans. Ich wollte dich bloß fragen, ob wir nicht zusammen durch die Winkelgasse gehen wollen.“ Remus kam von hinten. „Nein, ich werde nie in irgendeiner Weise mit dir ausgehen.“ James blieb gelassen. „Schwörst du das auch? Auf dein Leben.“ Lily war zornig. Sie giftete ihn an. „Ja, wenn ich es nicht muss oder verhext bin, werde ich nie mit dir ausgehen.“ Sie drehte sich um und betrat den Buchladen. Bis auf das kurze Zucken seiner Schulter, konnte man nicht erkennen wie schwer ihn Lilys Worte getroffen hatten.
Doch Remus Lupin hatte das Zucken seiner Schultern bemerkt und auch Lilys Worte mitbekommen. „Krone?“ fragte er leise und besorgt. James drehte sich um. „Ach du bist es Moony. Schön, dass du auch gekommen bist.“ Für Remus Geschmack sagte er das alles ein bisschen zu überschwenglich. „Alles in Ordnung mit dir Krone?“ „Ja, was sollte nicht in Ordnung sein?“ „Lily,“ sagte Remus.
James seufzte. „Ok, es ist nicht alles in Ordnung. Sie...“ „Ich weiß James. Ich hab es gehört.“ „Meinst du sie meint es ernst?“ Remus blickte James besorgt an und versuchte es ihm schonend beizubringen. „Nun ja. Sie war eben zornig und angespannt. Vielleicht meinte sie es nicht so. Aber ich fürchte: Ja.“ James seufzte. Remus versuchte ihn zu trösten. „Ich red noch mal kurz mit ihr. Und du versuchst dich zu entschuldigen. Ok?“ James war entgeistert. „Ich soll WAS?. Ich hab mich noch nie..“ Remus unterbrach ihn abermals: „Es ist mir egal, dass du dich vorher noch nie bei einem Mädchen entschuldigt hast. Bei Lily wirst du es tun.“ James schluckte. „Ok.“

Lily stand vor einem Bücherregal über Zaubertränke. Einfache Tränke und ihre Herstellung; Merlins geheime Zaubertranksammlung; Warum man Zaubertränke braut; Tränke, Gifte, Gegengifte. Sie sah sich dich Bücher nicht an. Las nur die Titel und leitete sie nicht ans Gehirn weiter. Eigentlich stand sie nur da. Potter. Dieser Name schlich sich immer wieder in ihre Gedanken, doch sie drängte ihn zurück. Sie wollte nicht an Potter denken. Jetzt hab ich es schon wieder getan. Reiß dich zusammen Lily Evans. Sie konzentrierte sich auf ein Buch. Merlins geheime Zaubertranksammlung. Hörte sich ja eigentlich ganz interessant an. Sie zog das Buch heraus und blickte auf einen leeren roten Einband. Sie schlug die erste Seite auf. Nichts. Die nächste. Merlins geheime Zaubertranksammlung. Kein Autor. Sie blätterte weiter.
Remus Lupin trat ein. Sie bemerkte ihn und stellte das Buch zurück ins Regal. „Hi Remus. Wie waren deine Ferien bis jetzt?“ Sie umarmten sich . Von den vier Rumtreibern, war Remus der einzige mit dem sie befreundet war. Er war sogar ihr bester Freund. „Gut und bei dir?“ „Ich kann mich nicht beklagen. Meine Eltern sind heute weggefahren und ich und Petunia sind allein zu Hause. Petunia ist auch hier, ich kann sie dir mal vorstellen. Nur weiß ich grade nicht wo sie ist. Sie ist mit Black verschwunden.“ Remus war verblüfft. „Das musst du mir genauer erzählen.“ Und Lily erzählte: „Ich und Petty sind in die Winkelgasse gegangen und haben für den jeweils anderen ein Gebrtstagsgeschenk besorgt. Wir wollten uns bei Fortecutes Eissalon treffen, und als ich reinkam saß sie bei Potter und Black. Es waren keine anderen Plätze mehr frei. Sie hatte sich ein bisschen mit ihnen unterhalten und nach dem Eis ist Black mit ihr weggegangen. Danach bin ich hierher gegangen.“ Remus grinste: „Und den Teil den du ausgelassen hast, hab ich mitbekommen.“ Er blickte sie scharf an. Sie straffte sich kurz. „Na komm schon Lily. Ich hab James total mitgenommen angetroffen und musste ihn erst einmal trösten.“ Scharf sagte Lily: „Trösten, selbst schuld. Er hat mich herausgefordert.“ „Lily beruhige dich. Ich mein ja nur, vielleicht kannst du ihm verzeihen.“ Skeptisch sah sie ihn an. „Da muss ich ihm aber viel verzeihen. Sechs ganze Jahre in denen er mich genervt hat. Ausserdem hat er nie um Verzeihung gebeten!“ Wie auf Kommando kam James herein und auf sie zu. Betreten sah er zu Boden. „Kann ich dich kurz sprechen,“ murmelte er. Lily sah Remus vorwurfsvoll an, als er sich verzog. „Was gibt’s? Fass dich kurz!“ James hob den Kopf. „Es tut mir Leid, wegen eben. Ich muss dich ziemlich genervt haben.“ „Das hast du.“ James zögerte. Sollte er sich wirklich entschuldigen, so wie sie ihn anblaffte. Ja, sagte eine Stimme in ihm, schließlich bist du schuld. „Also ich wollte sagen, dass es mir Leid tut. Verzeih mir.“ Lily sah ihn merkwürdig an. Sollte sie, oder sollte sie nicht. Zu ihrer eigenen Verblüffung sagte sie: „Schon gut. War das alles?“ „Ähmm nein. Ich wollte nur noch den Schwur als ungültig erklären. Du solltest nicht dein Leben verspielen.“ „So, wolltest du und ich sollte nicht. Ich werde sehen ob ich den Schwur zurücknehme.“ Damit drehte sie sich um und ging zu Remus: „Was sollte das eben. Warum bist du einfach verschwunden?“ Remus lenkte ab. „Dieses Buch, Wie wird man ein Animagi ist ganz gut. Würde es dir gefallen?“ Lily blickte das Buch an. Wieder kein Autor. „Hört sich interessant an.“ Remus lächelte. Er kaufte das Buch und verlies das Geschäft mit Lily. Sie trafen auf Petunia, Sirius und James. Lily machte ihre Schwester mit ihrem besten Freund bekannt. Dann verabschiedeten sich die Schwestern und fuhren mit ihren Fahrrädern nach Hause. Unterwegs erzählte Petunia, was sie mit Sirius Black gemacht hatte und Lily erzählte ihre, eher unglücklichen, Erlebnisse.
Zu Hause angekommen tranken sie viel kaltes Wasser, sie waren es nicht mehr gewohnt so weit mit dem Rad zu fahren und es war ein heißer Tag. Danach setzten sie sich ein in den Garten, jeder ein Buch in der Hand. Lily las gerade Fliegen mal ganz anders, ein interessantes Buch, dass sie sich heute gekauft hatte. Es ging dabei um Quidditsch-Taktiken, die man ganz neu entdeckt hatte. Lily erinnerten die meisten dieser Taktiken an Fußball und Basketball. Die Geschichte von Hogwarts las Petunia. Sie und Lily hatten das Buch bereits mehrmals gelesen, doch es war immer wieder interessant. Als es zu dunkel zum Lesen wurde, legten sie sich hin und schliefen schnell ein.
Am nächsten Morgen wartete eine Eule am Fenster. Lily wollte ihr gerade den Brief abnehmen und ihn öffnen, als sie bemerkte, dass er für Petunia bestimmt war. Sie reichte ihn weiter und fand einen zweiten Brief für sie selbst.

Hi Evans,
Na freust du dich was von mir zu hören? Du hast mich seit gestern bestimmt bereits vermisst. Sirius hat erzählt, dass eure Eltern vereist sind. Wollt ihr nicht heute in die Winkelgasse kommen? Wir freuen uns auf euch.
James Potter

Petunia und Lily tauschten die Briefe, nun hielt Lily den Brief an ihre Schwester in Händen.

Hi Petty,
Wie geht’s? Hast du nicht Lust dich heute mit mir zu treffen? Ich würde mich wirklich freuen. Antworte bitte! Wenn alles klappt treffen wir uns um 12 Uhr vor Ollivanders. Ok? James Eltern arbeiten zur Zeit, ich wohne seit der 5. Klasse bei James, hab es zu Hause nicht mehr ausgehalten, wir können uns also öfter treffen. Natürlich nur wenn du willst.
Immer zu Diensten
Sirius Black

„Na bitte, der Brief von Sirius war viel freundlicher und höflicher. Bei dem von Potter merkt man doch gleich wie er ist.“ Petunia schwieg. Sie fand James nicht so schrecklich, aber der Brief war wirklich nicht der beste. „Also, wollen wir antworten?“, fragte Petunia nach kurzer Zeit. Auf einmal leuchteten Lilys Augen auf. „Natürlich.“ Sie sah Lily unbehaglich an. Wenn ihre Augen so leuchteten, konnte es nichts gutes für Potter sein.
Sie setzten sich an den Schreibtisch und schrieben stumm ihre Post. Lily schrieb auf leuchtend rotes Papier. Sie würde ihm einen Heuler schicken, und würde ihm genau die Antwort schicken, die sie ihm ins Gesicht gesagt hätte.

Potter, ich hoffe du wagst es nicht noch einmal mir einen Brief zu schicken du aufgeblasener Vollidiot. Außerdem solltest du wissen, dass ich dich niemals vermissen werde. Mein Eid bleibt bestehen, also wenn dir mein Leben lieb ist, solltest du mich in Ruhe lassen. Doch ich glaube eher, dass dir das ziemlich egal ist. Wag es ja nicht mich zu fragen, was an deinem Brief fehlgeschlagen ist. Du kannst alle anderen fragen nur nicht mich. Jeder wird dir darauf eine gute Antwort geben.
Lass mich endlich in Ruhe!
Evans.

Petunias Brief fiel weitaus freundlicher aus. Sie freute sich darauf Sirius wieder zu treffen. Er war höflich und zuvorkommend zu ihr gewesen und geriet selten in Verlegenheit. Außerdem war er sehr einfühlsam und lustig.

Na Sirius,
Wie geht’s denn dir so? Mir wunderbar, vor allem nachdem ich deinen Brief gelesen habe. Ich komme gerne in die Winkelgasse. Lily wohl eher nicht so gerne, aber sie wird mitkommen. Vielleicht solltest du mit James reden, er sollte höflicher sein. Lily steht nicht auf Macho-Typen, und so gibt er sich aus. Ich glaub aber nicht, dass er immer so ist. Das mit dem Treffpunkt und allem klappt. Toll, dass wir uns öfter treffen können.
Petunia (ß grr) Evans

Sie schickten die Eule zurück, nachdem Lily sie gefüttert und gestreichelt hatte. Die Eule war echt süß und total lieb. Hätte sie gewusst, dass es James Eule war, hätte sie vermutlich anders gedacht.

Hoffe, es hat euch gefallen.
Zuletzt geändert von Arwen Undomìel am Mo 07 Mai, 2007 20:53, insgesamt 5-mal geändert.
Das Leben ist zu kurz um es zu lieben,
aber lang genug um es zu hassen.

Paradise
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Beitragvon Paradise » Fr 06 Apr, 2007 09:18

Hallo Arwen,
mir gefällt deine FF sehr gut. Besonders weil Lily und Petunia sich verstehen! Auch die letzten Sätze sind genial!
*Schattenkind*

Arwen Undomìel
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Beitragvon Arwen Undomìel » Fr 06 Apr, 2007 13:20

Chap 2

Es war bereits 10 Uhr, als sie frühstückten. Lily blickte in Gedanken aus dem Fenster und ihr Blick schweifte im Zimmer umher, als er auf den Kamin fiel. „Ey, ich hab die Idee. Wir können unseren Kamin ans Flohnetzwerk anschließen. Ich weiß wie es geht, hat mir Potter letztes Jahr erklärt.“ Petunia fragte sie grinsend: „Potter?“ Lily wurde rot und regte sich darüber auf. „Na ja, ich hab ihm erklärt, dass man nicht nach und aus Hogwarts apparieren kann, dass er es also nicht schafft, so schnell im Honigtopf aufzukreuzen. Da meinte er mit Flohpulver geht’s aber, man muss nur zaubern und sich anmelden. Flohrinio um den Kamin anzuschließen, und dann einfach Name, Adresse und so was nennen und dann ist er angemeldet.“ Petunia blickte sie skeptisch an, aber Lily stand schon vor dem Kamin und begann. Nach zehn Minuten war sie fertig. „Und was ist mit Flohpulver?“, warf Petunia ein. „Nein, das hab ich ja ganz vergessen!“, Lily stampfte auf den Boden, doch Petunia hatte eine Idee. „Du kannst ja zu Sirius apparieren und dir von ihm Flohpulver ausleihen, danach kaufen wir was in der Winkelgasse.“ Lily war nicht sehr begeistert, aber als sie keinen anderen Ausweg sah, und nicht schon wieder in die Winkelgasse radeln wollte, stimmte sie zu.

Kurz darauf stand sie im Wohnzimmer der Potters. Es war gemütlich eingerichtet, mit einem großem Kamin, einem roten Sofa und zwei roten Sesseln, weißen Wänden und dunklem Parkett. Ein Glastisch stand zwischen dem Sofa und den Sesseln. Man konnte durch die Fenster den Garten sehen, eine weite Graslandschaft, Beeten nahe am Haus und einen kleinen Springbrunnen. Sie hörte Schritte und auf einmal öffnete sich die Tür. James trat ein, erblickte Lily und zuckte zusammen. „Lily! Ähmm ich meinte Evans!“, er erinnerte sich noch gut daran, als er Lily das letzte Mal mit Vornamen angesprochen hatte. Sie überging es. „Anstatt einmal Hallo oder Wie geht’s zu sagen, na ja egal. Ich wollte mir Flohpulver ausleihen.“, mehr sagte sie nicht. Auf einmal flatterte die Eule mit den Briefen von Petunia und Lily herein. James nahm ihr seinen Brief ab und streichelte ihr sanft über das Gefieder. Er öffnete den Heuler zögernd, blickte dabei Lily unsicher an. Die tat als hätte sie nichts bemerkt. Musste die Eule grade jetzt kommen, Potter würde ihr nach dem Heuler gewiss kein Flohpulver mehr geben. Warum war sie nicht früher gekommen, dann hätte er das bereits verdaut, oder später, dann hätte sie das Pulver bereits.

Lilys Stimme brüllte ihn aus dem Heuler heraus an, während sie daneben stand und ein wenig rot wurde. Als der Heuler zu Asche zerfallen war, grinste er über ihren roten Kopf. Er hatte so etwas erwartet, er kannte Lily besser, als die beiden es sich eingestehen wollten. „Du wolltest also Flohpulver?“ „Ja,“ antwortete Lily knapp. „Wenn du dafür mit mir ausgehst!“, forderte er. „Nein!“, war Lilys zornige Antwort, „Ich hab schon verstanden, ich geh wo anders fragen.“ Sie hob den Zauberstab um zu verschwinden, als James sie aufhielt. „Quatsch, das war ein Scherz, klar kriegst du Flohpulver.“ Er holte vom Kamin einen kleinen Blumentopf und füllte das Pulver aus einem großen Topf ab. „Reicht das?“, fragte er und hielt ihr den Topf hin. „Du brauchst mir nichts zurückzugeben, wir haben genug davon hier.“ Lily blickte ihn verstört an, er lächelte ihr verschmitzt zu. „Nun nimm schon!“ „Danke,“ hauchte Lily und nahm den Topf entgegen, dass hätte sie nicht von ihm gedacht, dass er ihr alles ohne Umschweife gab. „Wo ist eigentlich Sirius?“, fragte Lily um wenigstens etwas freundlicher zu sein.“ „Oben im Bad, er sitzt da schon seit Stunden, macht sich für deine Schwester fertig.“ Er grinste. „Ok, ich geh dann mal, grüß ihn von mir. Bye!“ „Tschau.“, sagte James und Lily verschwand.

Betäubt kam sie bei ihrer Schwester an. „Was war denn los?“, fragte diese, „Du siehst so überrascht aus.“ „Er hat mir das hier,“ sie hob den Topf in ihrer Hand hoch, „ohne Fragen gegeben.“ Petunia lächelte über ihre Schwester: „Ich sag doch, er ist nicht so schlimm.“ Lily blickte nachdenklich in den Garten, doch Petunia unterbrach ihre Gedankengänge. „Wollen wir jetzt los?“ „Klar!“ rief Lily, „Ich zeig dir wie es geht. Also du nimmst eine Hand voll Flohpulver, wirfst sie ins Feuer. So. Dann steigst du ins Feuer und sagst wohin du möchtest. Zum tropfenden Kessel!“, rief sie und verschwand. Petunia tat es ihr ohne zu zögern nach. Sie stieg beim tropfenden Kessel aus dem Feuer, Lily erwartete sie bereits. Gemeinsam gingen sie zu Ollivanders und traten ein, sie hatten noch Zeit.
„Guten Tag,“ sagte Mr. Ollivander, „Ah, wen haben wir denn da. Zwei junge Hexen.“ Petunia widersprach ihm traurig: „Eine junge Hexe, Sir. Ich bin eine Muggel.“ Er blickte sie forsch an. „Bist du dir sicher?“ „Ja.“ „Nun gut. Was wünschen sie Ms. Evans?“ „Ich wollte ein Reinigungstuch für meinen Zauberstab.“ Er reichte ihr ein. „Bitte sehr, die sind umsonst.“ „Vielen Dank, Sir.“ Lily lächelte ihm noch einmal zu, dann traten sie wieder aus dem Laden. Davor warteten bereits Sirius und James. Petunia und Sirius umarmten sich und verschwanden. Lily und James standen sich verlegen gegenüber. „Kommst du mit zu Madame Malkins? Ich brauche neue Umhänge und einen neuen Festumhang.“, sagte er vorsichtig. Doch Lily war heute gewillt ihm zu verzeihen. „OK. Ich brauche auch einen neuen Festumhang.“ Verwundert sah er sie an. Sirius hatte also recht gehabt. Sie war nicht allzu nachtragend. Gemeinsam gingen sie zu Madame Malkins und probierten verschiedene Dinge an. Lily entschied sich schließlich für ein grünes Kleid, das ihre Augen besonders zur Geltung brachte. Bewundernd sah James sie an. „Du siehst wunderschön aus in dem Kleid. Ich meine natürlich sonst auch, aber das übertrifft es noch.“ „Danke,“ sagte Lily rotwerdend. James grinste, es gefiel ihm wenn sie rot wurde. James kaufte ein paar neue Hogwartsumhänge und einen schlichten schwarzen Festumhang.

Danach gingen sie noch Flohpulver kaufen. Doch später beim Eisessen machte James den Fehler, seine Hand auf Lilys zu legen. Sie schüttelte seine Hand ab wie eine giftige Schlange und verschwand schnell. Den ganzen Tag eilte sie rastlos durch die Winkelgasse. James beobachtete sie dabei. Mist, Mist, Mist. Jetzt hab ich sie wieder verjagt.
Auch Lily war wütend auf sich selbst. Wie kindisch du dich wieder benommen hast Lily Evans. Es ist wahrscheinlich nur zufällig passiert, und du machst wieder so ein Theater.
Lily und Petunia verbrachten wunderbare Ferien, die besten Sommerferien, die sie jemals gehabt hatten. Fast täglich waren sie in der Winkelgasse und trafen die Gebrüder Rumtreiber. Oft traf Lily auch ihre Freundinnen aus dem Gryffindorschlafsaal. Alice Thompson, Conny Spinnet und Rebekka Jordon. James Potter ignorierte sie jedoch, obwohl er sie oft ansprach.
Der 25. August rückte näher und kam schließlich. Petunia und Lily wurden 17 bekamen viele Geschenke. Lily bekam einen Spiegel von Petunia, der sozusagen ihr Gewissen und ihre Vernunft war; eine Kette von James und Sirius, die hervorragend zu ihrem Kleid passte; Bücher von Remus, Alice und Rebekka; ein Fotoalbum mit den schönsten Bildern ihrer Schulzeit von Conny und von vielen anderen Karten. Lily war sehr beliebt in der Schule, da sie gerecht und freundlich war und jedem schwächeren sofort half.
Bald kamen auch ihre Eltern heim und schon war der 29. August gekommen. Sie war gespannt wer der andere Schulsprecher sein würde. Nun schien die Uhr immer langsamer zu ticken. Lily verkleinerte ihren vollgestopften Koffer und steckte ihn in ihre Tasche. Gemeinsam mit Petunia wartete Lily im Garten vor ihrem Haus.
Um genau 20 Uhr hörten sie ein Rauschen und einen sanften Aufprall. Ein Junge zog einen Tarnumhang vom Kopf und grinste sie an. „Oh nein,“ keuchte Lily, „Wie konnte Dumbledore mir das nur antun.“ „Na du scheinst ja sehr glücklich zu sein,“ sagte der Junge gespielt beleidigt. Vor den beiden Mädchen stand James Potter. Sie umarmte Petunia und flüsterte ihr zu: „Wünsche mir Glück, auf dass ich dieses Jahr überlebe.“ Petunia lächelte bloß. Dann drehte Lily sich abrupt um und sagte: „Ich hab keinen Besen.“ „Das haben Tatze und ich uns gedacht. Hier du kannst meinen nehmen.“ Er reichte ihr seinen Besen und holte einen Miniaturbesen aus seiner Tasche und vergrößerte ihn. Es war dasselbe Modell. „Der gehört Sirius,“ sagte James als er ihren fragenden Blich bemerkte. „Ich hoffe du kannst fliegen.“ Lily sah Petunia noch ein letztes mal an, rollte mit den Augen und hob ab. „Wie finden wir eigentlich Hogwarts,“ fragte Lily ihren Begleiter. „Dumbledore hat mir so einen tollen Kompass geschickt., der immer in Richtung Hogwarts zeigt. Und damit du mich nicht nervst, warum ich dir nicht gesagt habe, dass wir beide Schulsprecher sind, brauchst du gar nicht erst fragen. Ich hab erst gestern erfahren, dass du auch Schulsprecherin bist. Komm wir müssen über die Wolken!“ Lily machte einen Schlenker und flog mitten durch eine dicke Wolke. James folgte ihr, seine Brille war voll von Wassertropfen. „Impervius,“ murmelte Lily und die Tropfen verschwanden. Alles Wasser, das nun die Brille berührte sprang von den Gläsern ab. „Danke,“ brummte James, „Warum musstest du auch durch die Wolken fliegen!“ „Das erfrischt,“ sagte Lily grinsend. Sie flog einen Looping. „Jetzt bin ich hellwach.“ Sie flog noch weitere Manöver, flog dann aber plötzlich wieder gerade. Nicht das Potter erfuhr, dass sie ganz passabel fliegen konnte. Doch er hatte es bemerkt. „Woher kannst du so gut fliegen?“ „Kann ich gar nicht.“ War Lilys zickige Antwort. Er zuckte nur mit den Achseln. Wenn sie es für sich behalten wollte, bitte. „Oh nein. Da hinten zieht ein Gewitter herauf. Wir können nicht mehr lange fliegen, dann müssen wir landen.“ Auch Lily blickte auf die dunkle Wolkenwand vor ihnen und seufzte. James beobachtete sie genau. Nichts deutete darauf hin, dass sie nervös oder ängstlich war. Gut, das würde ihnen vieles erleichtern. „So, wir lassen uns jetzt schon langsam sinken, unter uns ist nicht als Land. Keine Häuser, da können wir eine Landung riskieren.“ Sie landeten und James stieg zuerst von seinem Besen und bot Lily die Hand zur Hilfe. Zu seiner Überraschung ergriff sie sie. Sie lächelte ihm zu, doch vor ihren Augen verschwamm alles ein wenig. Sie schloss kurz die Augen und öffnete sie wieder. Der Schwächeanfall war vorbei. James hatte von alledem nichts bemerkt, sondern zauberte ihnen einen warmen Unterschlupf. Es wurde eine Holzhütte. Lily dichtete sie noch kurz richtig ab, und folgte dann James hinein. Lily lehnte sich an eine Wand und lies sich auf den Boden sinken. „So, jetzt können wir nur noch das Gewitter abwarten.“ Lily zog ihren Koffer hervor, vergrößerte ihn und holte ein paar Bücher heraus. „Willst du auch was lesen?“, sagte sie zu James gewandt. Der lächelte schwach. „Ich bezweifle, dass da was interessantes für mich bei ist. Ich lese nicht gerade gern.“ Lily warf ihm ein Buch zu. Fliegen mal ganz anders. „Ich glaube, das interessiert dich doch.“ Er blickte sie verblüfft an. „Du liest sowas?“ Seufzend strich Lily sich eine Strähne aus dem Gesicht. „Ja Potter. Stell dir vor. Ich lese alles, was mich interessiert.“ Sie schlug sich die Hand auf den Mund. Oh nein. Jetzt hatte sie zuviel verraten. James blickte sie erst verwirrt an, dann grinste er. Lily Evans war ja heute wirklich gesprächig. „Soso, alles was dich interessiert. Ich wusste gar nicht, dass du dich für Qudditsch interessierst.“ Sie blickte ihn auf einmal traurig an. „Es gibt so vieles, dass du nicht weißt Potter.“ „Du kannst es mir ja erzählen, wir sitzen noch ziemlich lange hier rum.“ „Nein,“ sagte sie abwesend, „das geht niemanden etwas an. Das muss ich alleine durchstehen.“ James betrachtete sie. Sie war so schön. Er bewunderte sie schon seit der zweiten Klasse. Leider hatte sie ihn nie ausstehen können. Auf einmal fragte er: „Was hasst du eigentlich so an mir Evans?“ Sie blickte überrascht auf. „Hab ich es dir nicht oft genug gesagt?“ Er schüttelte den Kopf. „Du hast es mir nie wirklich gesagt. Du hast mir nur Beleidigungen an den Kopf geworfen, wenn du zornig warst." Sie wandte sich ab und blickte nach draußen. „Willst du das wirklich wissen?“ Sie drehte sich um und blickte ihn ernst an. Er überlegte kurz, dann sagte er: „Ja.“ Sie wandte sich nochmals ab. „Du würdest mich nicht verstehen, aber egal. Ich kann es nicht leiden, dass jemand hilflose Menschen verhext, oder sich wöchentlich eine neue Freundin sucht. Es erinnert mich zu sehr an Voldemord. Er tötet Menschen, und auch seine Gefolgsleute sucht er sich immer wieder neu, kaum dass ihn jemand langweilt.“ Sie blickte weiter stur nach draußen. Sie wollte seine Augen nicht sehen. sie wusste, dass sie ihn sehr verletzt hatte, doch er hatte die Wahrheit wissen wollten.
„Du vergleichst mich also mit dem dunkeln Lord. Ich hätte es wissen müssen,“ sagte er tonlos. Sie wandte sich um. Vor ihr saß ein zusammengesunkener James, Tränen in den Augen und mit zitternden Händen. Früher hätte sie nicht gedacht, dass so etwas möglich gewesen wäre, aber in letzter Zeit war er anders gewesen, offener.
Sie blickte ihn traurig an. „Vergiss meine Worte lieber. Es ist gewiss nichts Wahres an ihnen. Ich bin hier die grausame Hexe, aber ich habe dir nur die Wahrheit gesagt, warum ich dich gehasst habe. Ich hasse dich nicht mehr.“ James blickte sie an. „Du hattest Recht damit mich zu hassen. Ich habe dir das Bild gezeigt, weil ich dachte es wäre cool, gefühllos zu wirken. Aber das ist keine Rechtfertigung. Kannst du mir verzeihen Lily?“ „Ich muss dir nichts verzeihen James.“ Der Name war ungewohnt und doch vertraut. Als hätte sie ihn nur lange nicht mehr ausgesprochen. Sie merkte, wie er sich langsam wieder seinen alten Panzer baute, der kaum Gefühle zuließ und wandte sich ab. Sie hatte gesehen, wie er sich über die Augen gewischt und sich gestrafft hatte. Es würde sich nicht viel ändern, dachte sie. Auch er stand wieder auf, sie hatte ihn also wirklich gehasst. Soll sie doch. Es kann mir doch egal sein, der Rest der Schule, Slytherin ausgenommen, bewundert mich dafür. Soll ich alles wirklich für einen Menschen aufgeben? Ja. „Gleich ist das Gewitter vorbeigezogen, und wir können weiter.“ Seine Stimme war immer noch emotionslos. Sie blickte ihn weiterhin traurig an und weinte stumm vor sich hin. Ihr Gesicht hielt sie weiterhin abgewandt, doch als James vor sie trat sah er ihre Tränen. Er ignorierte sie jedoch und holte nur ihre Besen, sie stand immer noch in derselben Haltung. James sah sie ungeduldig an und sagte auch in ebendiesem Tonfall: „Hast du dich wieder beruhigt?“ Sie drehte sich blitzschnell um. Ihr Gesicht sah verweint aus doch in ihren Augen blitzte Zorn. „Vielleicht sollte ich meine Worte wieder zurücknehmen Potter. Vielleicht hasse ich dich immer noch.“ Es war wie ein spitzer Dolch in sein Herz, doch er ignorierte ihn. Eine leise Stimme warnte ihn. Du wirst wieder so, wie du vorher warst. Wie Voldemord. James lächelte kalt. Nicht ich bin Schuld daran, sie hat mir zu viele Enttäuschungen bereitet. Vielleicht warst du noch nicht bereit. James . James senkte seinen Kopf und setzte sich auf Sirius Besen, seinen hielt er Lily stumm hin. Zorn loderte in ihren Augen, doch sie wusste nicht warum sie überhaupt so zornig war. Vielleicht war sie enttäuscht von ihm, dass er sich nicht änderte, doch warum sollte er ihre Enttäuschung abbekommen? „Es tut mir Leid!“, murmelte sie leise. James rieb sich die Ohren: „Hab ich mich verhört.“ „Nein,“ sagte sie wehmütig. Sie hatte verloren, sie würde es hinnehmen müssen. James Potter würde sich nie ändern.
Das Leben ist zu kurz um es zu lieben,
aber lang genug um es zu hassen.

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Beitragvon Paradise » Fr 06 Apr, 2007 14:12

Wunderbar! Ein richtig tolles neues Kapitel!

Ich hoffe doch mal das James sich ändern wird.
*Schattenkind*

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Kapitel 3

Beitragvon Arwen Undomìel » Mo 09 Apr, 2007 22:23

Und hier das nächste Kapitel. Danke für dein Antwort Paradise.

Kapitel 3
Sie stieg auf seinen Besen und versuchte den letzten Rest der Fahrt freundlicher zu sein. Doch das gelang ihr nicht, die Enttäuschung schnürte ihr die Kehle zu. Es wurde eine schweigsame Fahrt. James hatte ihr Gespräch aus seinen Gedanken verbannt. Er würde es schnell vergessen und wenn sie ihn ein halbes Jahr später danach fragen würde, er würde sich nicht erinnern. So hatte er alles zu unangenehme verdrängt, schon immer. Irgendwann war es zu viel geworden und er hatte es in einen Tresor gepackt und den Schlüssel weggeschmissen. Angefangen hatte er damit, als seine ältere Schwester in die Schule kam und von zu Hause auszog. Sie war nach Slytherin gekommen und war nach der Schule eine Todesserin geworden. Er erinnerte sich nicht mehr an seine Schwester. Seine Eltern hatten kein Wort mehr über sie verloren und niemand anders hatte sie sonst gut gekannt. Nur alte Mitschüler und Lehrer erinnerten sich an sie. Das einzige, dass ihn je kurz an seine Schwester erinnert hatte, war ein Gespräch mit McGonagall gewesen, gleich in der ersten Klasse. Sie hatte die Namensliste vorgelesen.
„James Potter.“
„Anwesend.“
„Gut, nun ich hoffe sie schlagen nicht zu sehr ihrer Schwester nach.“
„Ich habe keine Schwester, Professor.“
Sie hatte auf ihre Liste geguckt.
„Kennen sie keine Lily Potter?“
Lily hinter ihm war rot geworden, er hatte es gesehen.
„Nein. Aber ich werde sie gewiss noch kennen lernen.“
McGonagall hatte ihn verwirrt angesehen und gemurmelt: „Sie ähneln sich aber. Sie war keine gute Schülerin, und hat nie aufgepasst. Nun ich hoffe es sind keine Geschwister.“
Sie hatte mit ihrer Namenliste fortgefahren, doch abends hatte er darüber nachgedacht. Dunkel erinnerte er sich an ein schwarzhaariges Mädchen, mit eisblauen Augen. Sie hatten sich geliebt, bis zu einer Wende, doch dann war da nichts mehr.
Dieses Gespräch hatte er nicht vergessen, und er grübelte oft darüber nach. Er hatte es nie gewagt seine Eltern danach zu fragen. Der nächste Verlust seines Gedächtnisses war ein Jahr darauf erfolgt. Eine seiner Freundinnen hatte Schluss gemacht und nicht er. Es war eigentlich nichts schlimmes gewesen, und doch unheimlich, ungewohnt. Lily war die einzige, die dabei gewesen war. Zuerst hatte er sie beobachtet, ob sie ihn verraten würde, doch dann weil sie ihm gefiel. Irgendwann hatte er vergessen, warum er sie beobachtet hatte.
Sie hatte es nicht vergessen, doch sie hatte ihn nie daran erinnert. Sie hätte es niemandem erzählt, das war allein seine Angelegenheit. Lily wusste schon immer, wann sie sich heraushalten musste.
Doch jetzt bemerkte sie, dass er sie nie darauf angesprochen hatte, was er normalerweise getan hätte. Er hatte sie nicht gebeten es nicht weiter zu erzählen.
Sie würde herausfinden warum. „Potter, was war eigentlich damals in der 2. Klasse mit dir los, als Alice Schluss gemacht hat.“ James zeigte Desinteresse. „Sie hat nicht Schluss gemacht. Das war ich.“ Sie blickte ihn überrascht an. Sie hatte nicht erwartet, dass er zu feige sei. „Hast du nicht. Ich war doch dabei.“ Nun blickte er sie überrascht an. „Ich habe Schluss gemacht. Wenn du willst zeige ich dir sogar meine Erinnerung.“ Sie landeten und Lily rief: „Legilimens.“ Sie sah Bilder in seinem Kopf, doch konzentrierte sie sich auf den Augenblick. In seiner Erinnerung hatte er Schluss gemacht. „Ich zeige dir meine. Aber wag es ja nicht in meinem Kopf rumzustöbern.“ Er sah sich ihre Erinnerung an. Die war so anders und doch vertraut. Als es beendet war, zog er sich zurück. Er blickte Lily verstört an sagte jedoch nichts. Sie flogen weiter. Beide taten so als wäre nichts gewesen. Dann sahen sie die Mauern von Hogwarts und flogen zum Qudditschfeld. Ausgelassen flog Lily um die Torringe und übers ganze Feld, mit Loopings und anderen Figuren. Dann landete sie sanft. Auch James flog einen Willkommensgruss für Hogwarts, dabei bemerkte er Lily nicht. Gemeinsam gingen sie hoch zum Schloss. Dumbledore kam ihnen entgegen.
„Wunderbar, ich dachte schon ihnen wäre im Gewitter vielleicht etwas passiert. Sie können sich in ihren Gemeinschaftsraum begeben und sich ausruhen. Morgen beginnt ihre Arbeit!“
„In Ordnung, Sir,“ war Lilys Antwort. James nickte nur.
Sie gingen hoch und brachten ihr Gepäck in die Schlafsäle. Lily zog ein paar Bücher aus dem Koffer und setzte sich im Gemeinschaftsraum vor einen Kamin. Sie begann zu lesen, doch bald wurde sie unterbrochen.
James war kurz nach ihr in den Gemeinschaftsraum getreten und betrachtete sie eine Zeit lang. Ihre Beine hatte sie angezogen auf die Sitzfläche und das Buch lag auf ihren Knien. Ihre Haare fielen ihr ins Gesicht und sie strich sie von Zeit zu Zeit wieder hinter das Ohr. Sie war so vertieft in ihr Buch, dass sie ihn nicht bemerkte. Erst als er sich gegenüber von ihr hinsetzte sah sie kurz auf. Doch das war eher ein Reflex, als dass sie ihn wirklich wahrnahm. Er blickte sie weiter an, sie war so schön.

Nach einiger Zeit bemerkte sie seine Blicke und wurde nervöser, sie konnte sich nicht mehr konzentrieren. „Lass das.“ „Was denn? Ich bin mir keiner Schuld bewusst.“ Lily funkelte ihn an: „Das bist du nie. Du sollst aufhören mich so anzuschauen.“ „Wie anzuschauen?“, fragte er grinsend. Lily seufzte: „Hör ganz einfach auf mich anzuschauen.“ „Ok.“ James sah aus dem Fenster, doch kurz darauf wanderte sein Blick wieder zu ihr. „Potter!“ Er blickte wieder weg, doch lange hielt er das nicht aus. „Willst du nicht auch ein Buch?“, fragte sie genervt. „Ja du kannst mir nochmal dein Lieblingsbuch geben. Das mit Quidditsch.“ „Ich hab nicht gesagt, dass es mein Lieblingsbuch ist. Es ist stinklangweilig,“ log sie. Er durchschaute sie sofort. „Natürlich.... Du Evans, es hat doch keinen Sinn, wenn du mich nur anzickst. Immerhin müssen wir das ganze Jahr über gemeinsam Streife gehen.“ „Ich zick dich doch überhaupt nicht an.“ James sah sie vielsagend an. Sie schaute wieder in ihr Buch. „Du verstehst mich nicht Potter,“ sagte sie nach kurzer Zeit leise, „Selbst wenn ich es dir sagen würde, du würdest es nicht verstehen. Du würdest es vergessen.“ Dann schwieg sie und beachtete James Blicke nicht weiter. Auch er schwieg. Was sollte er auch sonst tun? Nachfragen? Nein, das würde eh nichts bringen. Dann bemerkte er wie ihr Tränen die Wangen hinabliefen. Ihm fiel wieder das Gewitter ein, dort hatte sie auch geweint, doch er wusste nicht mehr ganz genau wieso, und worüber sie davor gesprochen hatten. Er hatte es teilweise vergessen. Es war irgendetwas über Bücher und Quidditsch gewesen.Lily stand auf. Sie ging zum Fenster und sah in die Nacht hinaus. Sie holte tief Luft und sprach schnell, als ob sie es sich damit erleichtern könnte.
„Du weist nicht mehr, was vorhin geschehen ist. Du hast es vergessen, oder verdrängt, hast alles verschlossen und ich weiß nicht, wo du den Schlüssel gelassen hast. So ungefähr ist es bei dir. Du erinnerst dich nicht daran, wie ich zusah als Alice Schluss gemacht hat, weil es zu unangenehm war, und andere Dinge hast du gewiss auch vergessen. Jetzt musst du mir aber etwas sagen. Warum? Was ist so schrecklich daran, an Situationen zu denken, die nicht die schönsten waren? Sie gehören doch zum Leben.“ James sah sie beunruhigt an: „Hast du Fieber? Willst du nicht lieber noch was essen?“ Sie schüttelte den Kopf und schwieg. Sie hätte nichts sagen sollen, er verstand es nicht.
Sie drehte sich nicht um. James verstand sie nicht, warum vergessen? Er hatte nichts vergessen. Doch, du kennst deine Schwester nicht. Wie Alice Schluss gemacht hat, hat sie sich nicht ausgedacht. Du weißt, dass du eben etwas von der Reise vergessen hast.
„Nein. Du lügst. Ich leide nicht an Gedächtnisschwund. Ich bin nicht krank.“ „Habe ich das gesagt?“, sagte sie ruhig. „Vergiss das alles einfach wieder.“ verständnislos blickte er sie an.
Lily wandte sich um und wollte durch das Porträtloch steigen, als er ihr nachrief: „Du darfst nicht raus.“ „Es sind Ferien.“ James schüttelte den Kopf, dass hätte er nicht von Lily erwartet.
Er sah eine Gestalt über das Schlossgelände laufen, es musste Lily sein. Der Schatten lief Richtung- verbotener Wald. James sprang auf. Was zum Teufel wollte Lily da? Er lief hinunter und schlüpfte hinaus in die Nacht. Dann verwandelte er sich. Er wurde zu einem prachtvollem Hirsch und lief auf den verbotenen Wald zu. Er sah etwas rotes aufleuchten und lief in diese Richtung.
Er kam auf eine Lichtung, Lily lag in der Mitte auf weichem Moos. Den Kopf auf die verschränkten Arme gelegt und schien zu schlafen. Er wagte näher zu kommen, sie konnte doch nicht wirklich schlafen. Doch sie lag ruhig da und hielt die Augen geschlossen. Er kam noch näher, vor ihr blieb er stehen. Auf einmal sprang Lily auf und hielt ihren Zauberstab auf ihn gerichtet, dann ließ sie ihn kraftlos sinken und setzte sich wieder hin. „Ach, du bist nur ein Tier. Ich dachte ich werde verfolgt. Der Hirsch rieb seinen Kopf an ihrem Gesicht und wischte so die Tränen weg, die ihre Wangen herabliefen. „Ich schaff es nicht mehr. Der Kerl macht mich total irre.“ Der Hirsch ließ sich neben ihr nieder und blickte sie aus tiefen, braunen Augen an. Lily lehnte sich an ihn. „Er kapiert es einfach nicht. Er versteht nicht, was ich meine... Er hat alles wieder vergessen, was ich ihm erklärt habe. Ich habe das Gefühl, das ein Fluch auf ihm liegt. Weißt du wie es ist, einen Menschen zu lieben, und enttäuscht zu werden?“ Der Hirsch nickte leicht, „Ich liebe jeden Menschen, und ich wurde von jedem bereits enttäuscht. Von manchen mehrmals. Niemand hat mich bisher wirklich verraten, sie haben mich nur enttäuscht. Es schmerzt nicht ganz so sehr, doch es schmerzt immer.“ Lily blickte den Mond an. „Manche Menschen machen sich das Leben zu leicht, das macht mich traurig, doch erst einer hat es geschafft, dass ich deswegen geweint habe.“ Nun blickte der Hirsch sie interessiert an. Vielleicht war er ihr ja doch mehr wert. „ Er hat alles vergessen, die schlimmen Erinnerungen, die, die er nicht mehr haben wollte hat er vergessen... Vielleicht hat es mit einer schlimmen Sache angefangen, doch jetzt vergisst er alles ihm unangenehme. Ich hab einmal gehört wie eine Lehrerin aus Hogwarts ihn nach seiner Schwester gefragt hat. Er meinte, er hätte keine Schwester. Ich weiß, dass es eine Lüge war.“
Also war er doch nicht besser als alle anderen. Aber er log doch nicht. „Ich habe nachgeschaut, nach Stammbäumen der Familie Potter, Lily Potter war als seine Schwester eingezeichnet.“ Der Hirsch hob ruckartig den Kopf. „Was ist denn? Hast du was gehört?“ Der Hirsch stand auf und deutete mit seinem Kopf auf das Schloss. „Ich komme ja schon.“ Lily seufzte und folgte ihm. Sie verließen den Wald und der Hirsch wurde immer schneller. Ich habe keine Schwester! Ich habe keine Schwester! Warum sagt sie ich hätte eine Schwester? Ich habe keine! Lily Potter. Nun ja der Name gefällt mir, aber in anderer Hinsicht. Und er ist vertraut, irgendwie. Aber das liegt daran, dass ich mir wünsche, dass Lily irgendwann Potter heißen soll. Ich habe keine Schwester! Das kann nicht sein, sie muss sich verlesen haben. Vielleicht heißt irgendeine entfernte Cousine von mir Lily. Habe ich wirklich keine Schwester? War nicht früher oft ein schwarzhaariges Mädchen bei uns, ich hatte sie lieb und dann hatte ich Angst vor ihr. Sie ist aus dem Haus gegangen. Aber das war nicht meine Schwester.
Er trabte nun zum Schloss und Lily lief ihm nach. Doch sie war zu langsam. Er ging durch das Tor hinein, und verschwand. Lily hielt keuchend an und ging dann langsamer weiter. Sie würde ihn nicht finden. James trat aus dem Tor. „Da bist du ja Lily. Ich hab mir schon Sorgen gemacht.“ Auch er keuchte, er schien weit gerannt zu sein. Lily blieb stehen und starrte ihn an. „Hast du eine Schwester Potter?“ Sein Blick wirkte so, so – haltlos. Als hätte er etwas verloren, und es war ihm eben erst bewusst geworden. „Nein. Ich habe keine Schwester.“ Er klammerte sich an diese Worte, obwohl er es selbst nicht mehr ganz glaubte. Sein Blick drückte Unsicherheit aus.
Lily zog ihn mit sich in die Bibliothek in eine Abteilung namens „Wissenswertes über Reinblüter.“ James war nie in dieser Abteilung gewesen. Es gab nichts Wissenswertes über Reinblüter, sie konnten nichts besser als andere. Davon hatte ihn jedoch erst Lily unbewusst überzeugt. An der hinteren Wand hingen Stammbäume. Er fand den Namen John Potter weit oben. Es war sein Ururururgroßvater und er ging dessen Ahnen nach, bis zum Ende, wo zwei Namen standen, sie von Maria und Herbert Potter abzweigten. James und Lily Potter. Nein, bitte nicht. Ich habe keine Schwester. Ich kenne sie nicht. Lily sah James an, und dass er ihr immer noch nicht ganz glaubte. „Forsch in deinem Gedächtnis. Und lass nicht das aus, was hinter Mauern verborgen liegt, die du dir selbst gebaut hast.“ Sie hielt ihm ein Bild unter die Nase. „Das habe ich gefunden, so sah sie früher aus.“ James sah das Bild an und das Mädchen darauf erinnerte ihn an ihn selbst. Mit ihren haselnussbraunen Augen, dem zerwuscheltem, schwarzem Haar, dass ihr auf die Schultern fiel. Vielleicht war es ja seine Mutter. Aber es war nicht seine Mutter, und er wusste das. Sein Widerstand hielt jedoch stand. Ich habe keine Schwester. Nicht mehr. James erschrak über diesen Gedanken, vielleicht war seine Schwester gestorben.
Er blickte den Stammbaum an. Er war magisch verzaubert, sodass er alles erfuhr, aber es war kein Todesdatum zu sehen. Dann blickte er Lily an, die besorgt zurück blickte, doch da war noch etwas anderes in ihren Augen: Triumph. Verzaubert sie mich? Warum sagt sie mir das? Will sie, dass ich an mir selbst zweifele, oder ist sie grausam, dass sie andere leiden sehen will? James täuschte sich, es war kein Triumph aufgeblitzt in ihren Augen. Es war etwas anderes gewesen. Liebe.
So wie James kämpfte, so kämpfte auch Lily mit sich selbst. Sollte sie ihn trösten, oder ihm andere vergessene Erinnerungen zeigen. Sie entschied sich vorerst nichts von beidem zu tun. Beide standen sie da, die Köpfe gesenkt. Und dachten nach. Lily dachte daran, wie ihre einstige Freundin Bellatrix aus Slytherin kalt und dunkel geworden war. Bellatrix war älter als Lily, 4 Jahre. Sie war so etwas wie eine große Schwester in Hogwarts für sie gewesen, doch dann war sie seltsam geworden. Sie hatte Lily verletzt, sie war die erste gewesen, die sie Schlammblut genannt hatte, gleich in Lilys 2. Schuljahr. Bella war mit der Zeit anders geworden, nicht mehr so freundlich und fröhlich und doch gefährlich, sonder gefährlich, kalt und unberrechenbar. Lily hatte es mit Trauer gesehen, war jedoch nicht von ihrer Seite gewichen, bis Bella sie tötete. Ja, Bella hatte Lily gewissermaßen getötet, ihr Herz durch bohrt. Seit Lilys Ankunft in Hogwarts hatten sie sich gemocht.
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Lily ging mit den anderen Erstklässlern nervös in die große Halle. Vier Tische waren aufgebaut, vier Haustische, wie Lily gelernt hatte. Vor ihr stand ein angeberischer Junge mit schwarzem, abstehendem Haar. Daneben sein Freund, mit dunkelbraunem Haar und lässiger Haltung. Lily mochte die beiden nicht.
„James Potter,“ sagte McGonagall und James setzte sich den Hut auf. Der Hut rief sofort Gryffindor. Sie blickte angeekelt an den Tisch, an den er sich setzte. In dieses Haus wollte sie nicht. Von einem der anderen Tische lächelte ihr eines der Mädchen, mit einem grünsilbernem Abzeichen, zu. Aufmunternd. Lily lächelte zurück und hoffte, dass sie in dieses Haus kam. „Lily Evans.“ Sie ging nach vorne und setzte sich den Hut auf. Sie dachte: „Bring mich zu dem Mädchen, das mir zugelächelt hat. Bring mich nach Slytherin. Bitte.“ Sie hörte eine Stimme in ihrem Kopf: „Vielleicht willst du jetzt dorthin, aber irgendwann wirst du es bereuen. Du wirst dort nicht glücklich werden. Für dich ist nur Gryffindor oder Rawenclaw bestimmt.“ Lily schauderte, da wollte sie nicht hin. „Gryffindor!“ rief der sprechende Hut und alle Gryffindors klatschen, sonst niemand, nur das Mädchen, das ihr zugelächelt hatte. Lily mochte sie noch lieber. Sie setzte sich neben den gelassenen Jungen, Sirius Black. Das Festessen begann und endete. Lily folgte Sirius Black und bemerkte, dass das lächelnde Mädchen auf ihn zuging. „Na, mein lieber Cousin. Nicht nach Slytherin gekommen wie ich sehe. Vielleicht besser so.“ Sirius umarmte das Mädchen. „Bella!“ Bella ging auf sie zu. „Na, meinen Cousin kennengelernt. Er ist grauenvoll, sag ich dir. Wenn ihr beide Hilfe braucht, kommt zu mir. wie heißt du eigentlich?“ „Lily, Lily Evans.“ „Ein schöner Name Lily. Ich muss los. Bye.“ Sirius und Lily liefen den anderen Gryffindors nach.
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„Hey Lily, warte mal.“ Bella lief ihr nach. „Ach, Hi Bella. Geschichte der Zauberei hinter dich gebracht?“ „Ja endlich. Weißt du wo mein Cousin ist?“ „Welcher?“, fragte Lily scherzend. Bella hatte bestimmt 16 Cousins in Hogwarts, alle nicht besonders nett. „Na, der einzige mit dem ich zurzeit klarkomme.“ Das man mit Sirius klarkommen konnte verstand sie nie so ganz. „Quidditsch,“ sagte sie nur. Bella rannte los.
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„Sirius, du bist ein Idiot. Du kannst doch nicht wirklich, so ein Volltrottel sein. Dein Vater hat ganz Recht damit, dass du dich nicht mit diesem Halbblut Lupin abgeben sollst.“ Sirius und Bella kamen um die Ecke, beide waren zornig, James kam ihnen entgegen, und Lily war irgendwo dazwischen. Bellas Augen blitzten kalt auf. Zum ersten Mal fürchtete Lily sich vor ihr. „Hi Bella,“ sagte sie zögernd. „Und mit Schlammblütern solltest du dich auch nicht abgeben, Sirius,“ sagte sie eisig. „Ich werde dir helfen müssen sie loszuwerden.“ Damit zückte sie ihren Zauberstab und richtete ihn auf ihn. „Bella, lass den Mist.“ rief Lily ihr hohl zu. „Halt den Mund, Schlammblut.“ Lily keuchte, sie hatte das Wort erst einmal gehört, und das war in der Winkelgasse gewesen. Es war eine grauenvolle Beleidigung. James zückte seinen Zauberstab: „Entschuldige dich Bella.“ Auch Sirius hielt seinen Zauberstab gezückt. „Lasst sie in Ruhe,“ brüllte Lily. „Zwingt sie nicht sich zu entschuldigen.“ Dann lief sie los.
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Dieser Augenblick war schmerzhaft gewesen. Lily hatte es nicht glauben können. Doch Bella hatte ihr bewiesen, dass sie es ernst gemeint hatte. Ihre letzten beiden Jahre an Hogwarts hatte sie sie gequält. Auch wenn Lily ihr selten über den Weg lief. Doch sie war nicht so geworden, wie andere Slytherins. Sie hatte nicht mit Taten gefoltert, sondern mit Worten. Doch auch das hatte sich geändert, wie Lily aus dem Tagespropheten erfahren hatte. Bella war eine Todesserin geworden.
Sie hatte versucht all das zu vergessen, zu vergessen, was Bella geworden war, aber sie hatte es nur halb geschafft. Manchmal war Bella geteilt in zwei Personen, die gute und die Böse. Aber ganz vergessen hatte sie es nie. Was wahr bloß mit ihr geschehen in der kurzen Zeit.

Vielleicht war es ja bei James ähnlich. Vielleicht war seine Schwester zu demselben wie Bella geworden, einem Todesser. Sie hatte Bella nur zwei Jahre gekannt, James seine Schwester vermutlich sein ganzes früheres Leben. Er hatte es geschafft all das zu vergessen, doch es hatte Nebenwirkungen einmal Glück zu haben. Man hatte es immer.
James blickte weiterhin starr auf den Boden. Lily beobachtete ihn genau, er wirkte irgendwie stark, als könnte ihm niemand etwas anhaben. Seine Muskeln waren selbst unter dem Hogwarts-umhang zu erkennen. Er spürte ihren Blick und sah auf. Ihre Blicke kreuzten sich. Er sah in ihre smaragdgrünen Augen und sie in seine haselnussbraunen. Dann wandte sie den Blick ab, sie konnte nicht weiterhin in diese Augen schauen, die das Gegenteil von ihm selbst waren, sie blickten sie hilflos an. James wandte sich ab und ging. Ging zurück in den Gemeinschaftsraum und setzte sich vors Feuer. Lily folgte ihm, blieb jedoch, nachdem die fette Dame zugeklappt war stehen. Was sollte sie jetzt tun, zu ihm gehen oder sich schlafen legen?
James blickte ins Feuer. Was macht sie die ganze Zeit? Ich fühle mich beobachtet. Nun, jetzt kannst du verstehen, warum es sie vorhin genervt. Macht sie das nur, um es mir zu zeigen?
Lange behielten die beiden ihre Haltung. Sie wussten nicht wie lange. Waren es Stunden oder Minuten oder Sekunden gewesen? Sie wussten es nicht.
Dann brach James das Schweigen. „Das war nicht meine Schwester auf dem Bild. Ich habe keine Schwester.“ Lily ging zu ihm und setzte sich neben ihn. Es war etwas neues für James, dass sie es wagte in seine Nähe zu kommen, doch es fühlte sich natürlich an. Sie blickte ihn ernst und doch ein wenig lächelnd an. „Nein, es war bestimmt nicht deine Schwester.“ Das verwirrte ihn noch mehr. „Was meinst du jetzt, war sie es oder nicht?“ „Ich denke du hast keine Schwester.“ „Ach ja, stimmt ja... ich bin mir nicht mehr sicher... Ich fühle eine – Leere... und doch Vertrautheit, wenn ich an das Mädchen auf dem Bild denke. Ich weiß nicht mehr was ich denken soll. Es ist alles zu verwirrend. Ich erinnere mich an ein Mädchen, das dem auf dem Bild sehr ähnlich war. Sie war oft bei uns zu Hause, dann nicht mehr. Ich spüre Kälte in meinem Herzen wenn ich an sie denke. Was ist nur passiert? Ich erinnere mich nicht...“ Lily hörte ihm geduldig zu und blickte ihn traurig an. „Frag deine Eltern!“ James lachte kalt auf: „Meine Eltern. Du kennst meine Eltern nicht. Sie würden mir nichts sagen, sie haben mir all die Jahre nichts gesagt. Meinen Eltern ist sie egal, und ich vermutlich auch, wenn ich nicht den Weg einschlage den sie vorgesehen haben. Vielleicht sind wir für die Aussenwelt eine glückliche Familie, aber weißt du was, ich weiß nicht einmal wie meine Mutter lächelt, geschweige denn, wie mein Vater lacht. Ich glaube wir waren einmal glücklich zu viert.“ James hielt inne. „Habe ich zu viert gesagt? Ja zu viert waren wir glücklich, jetzt sind wir es nicht mehr.... Ich habe eine Schwester Lily. Ich weiß es. Ich weiß es jetzt. Aber ich erinnere mich nicht an sie.“
Sie saßen noch eine ganze Weile so da. Dann schickte Lily ihm ihre Erinnerung des Fluges und ging zu Bett. Er sollte selbst darüber nachdenken.
In ihrem Bett schlief sie schnell ein und wachte pünktlich um 7 Uhr auf. Wie immer. Sie konnte gar nicht anders, sie wachte immer um 7 auf. Sie ermüdete nicht leicht, sondern konnte die ganze Nacht wach bleiben und den nächsten Tag noch putzmunter auf den Beinen sein. Sie hüpfte aus dem Bett und verschwand ins Bad. Danach zauberte sie sich ein Glocke und lief in den Jungenschlafsaal und klingelte bis James sich bewegte. „Aufstehen!“, brüllte sie, „Es ist halb 8. Dumbledore meinte wir sollten morgens in sein Büro kommen.“ James zuckte zusammen. „Halb acht?“, Allerdings war er nicht, wie Lily vermutet hatte, entsetzt, dass es schon so spät war, sondern, dass sie meinte er müsse so früh aufstehen.
„Lily,“ sagte er keuchend, „Es ist kurz nach Mitternacht. Du kannst nicht erwarten, dass ich so früh aufstehe.“ Lily überging das mit ihrem Vornamen. „Kurz nach Mitternacht, wohl eher kurz vor Mittag. Und ich kann sehr wohl erwarten, dass du so früh aufstehst. Du verpasst sonst nämlich das Frühstück, das ist um 9 Uhr zu Ende.“ Gehetzt sagte James: „Das können sie nicht machen. Das ist Ruhestörung... Würdest du kurz raus gehen, ich komme gleich.“ Lily ging in den Gemeinschaftsraum und grinste. Er musste ja nicht wissen, dass man sich den ganzen Tag zwischen den Arbeiten etwas zu essen holen konnte. Das hatte sie von einem Zettel erfahren, der auf einem Tisch im Gemeinschaftsraum lag.
Nach kurzer Zeit kam James mit nassem Haaren die Treppe vom Schlafsaal herunter. Auf dem Weg zur großen Halle trocknete er seine Haare und sie frühstückten.
Danach gingen sie eilig in Dumbledores Büro. „Wie war das Passwort?“, fragte Lily. „Welches Passwort?“ „Na das von Dumbledores Büro.“ „Ham wir noch nicht.“ „Und wie solln wir da reinkommen? An den Wasserspeier klopfen oder wie?“ Sie waren an dem Wasserspeier angekommen. „Na warum nicht?“ Er ging zum Wasserspeier und klopfte. Kurz darauf fuhr der Wasserspeier nach oben und eine Treppe entstand. James grinste Lily an. „Immer zuerst das einfachste versuchen.“ Sie stiegen die Treppe hinauf und klopften an die Tür. „Herein!“ James öffnete die Tür und hielt sie Lily auf. „Ladies First.“ Lily trat ein, dann folgte James und schloss die Tür. Lily lächelte ihn angenehm überrascht an, dann wandte sie sich Dumbledore zu. „Guten Tag Professor.“ „Gute Nacht Professor.“ Dumbledore blickte verwirrt auf. Lily guckte James böse an und erklärte: „James meint, 8 Uhr wäre kurz nach Mitternacht er hat sich wohl verdacht. Kurz vor Mittag.“ James blickte Lily verdattert an. „Verdacht?“ Lily grinste.
„Nun gut, tragen sie ihre Meinungen woanders aus. Vielleicht einigen sie sich ja auf Guten Morgen. Sie müssen noch die Halle bereitmachen und die Liste der Erstklässler ordnen und Briefe an die Vertrauungsschüler schreiben. Außerdem müssen sie dieses Jahr noch andere Arbeiten erledigen. Einen Weihnachtsball, die Halloween-party und Hogsmeadausflüge organisieren. Außerdem wird Hogwarts dieses Jahr noch auf Sicherheit und Qualifikation des Unterrichtes geprüft. Und der neue Vgddk Lehrer bin ich.“ Dumbledore erhob sich. „Falls sie Hilfe benötigen oder Fragen haben, wenden sie sich an mich oder die Lehrerschaft. Sie können beginnen.“ James und Lily standen auf und verabschiedeten sich und verließen das Büro. „Also zuerst in die Küche, für das Essen. Da kommt ´ne Menge Arbeit auf uns zu.“ James seufzte erschöpft, als hätte er es bereits hinter sich gebracht. „Was sollte das eigentlich vorhin mit James?“ Nun seufzte Lily: „Kommt besser an, wenn er denkt, dass wir uns gut verstehen.“ „Also gut. Wie gesagt: Du hast meinen Zauberstab. Sollte ich dich durch mein Leben oder meinen Tod schützen können, so werde ich das tun. James.“ „Selbst der Dümmste vermag den Lauf den Schicksals zu verändern. Lily.“ Sie zitierte ebenfalls Herr der Ringe. Beide mit einer Abänderung. (na, welche wohl?)
James tat gekränkt: „Ach und ich bin der Dümmste?“ „Auf keinen Fall, wie kommst du darauf?“ Lily grinste. „Wie kommen wir eigentlich in die Küche?“ Nun grinste James. „Nach 7 Jahren kennst du Hogwarts immer noch nicht. Oder dein Orientierungssinn lässt zu wünschen übrig.“ Lily suchte etwas in ihren Taschen. Schließlich fand sie ein kleines Fläschchen, in dem eine dunkelrote Flüssigkeit war. Sie hielt ihm das Fläschchen vor die Augen. „Weißt du was dadrin ist?“ James sah sie misstrauisch an. „Nein, aber du wirst es mir bestimmt gleich sagen.“ Lily zog die Augenbrauen hoch. „Nach 7 Jahren kennst du immer noch nicht die Tränke der 1. Klasse. Oder du bist blind. Ein Vergessenstrank ist das. Also wenn du meinst, dass ich Hogwarts noch nicht kenne, kann es passieren, das du es nicht mehr kennst.“ James seufzte: „Immer diese Drohungen. Lass uns weiter, da um die Ecke!

HOFFE ES HAT EUCH GEFALLEN![/list]
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Beitragvon Paradise » Mo 09 Apr, 2007 23:32

Wieder sehr schön! Mir hat besonders der Teil gefallen wo James als Hirsch bei Lily war. Das war wirklich sehr schön geschrieben!
*Schattenkind*

Arwen Undomìel
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Beitragvon Arwen Undomìel » Sa 14 Apr, 2007 00:09

Schließlich kamen sie an ein Gemälde und James kitzelte die darauf

abgebildete Birne. Ein Griff erschien und das Schulsprecherpaar trat

ein. „Ah, guten Tag Mr. Potter.“ Ein Hauself, gekleidet in ein Küchentuch

kam auf sie zugelaufen. Er umarmte James Beine. „Rocky. Darf ich

vorstellen Lily Evans.“ Rocky wandte sich zu Lily. „Guten Tag. Womit kann

ich ihnen helfen.“ Dann wandte er sich kurz an James und zwinkerte ihm

zu. „Die Lily?“ James lief rot an. „Ähm ja... Du Rocky, wir wollten über das

Essen morgen Abend sprechen.“ James wechselte das Thema. Lily grinste

in sich hinein. Ah, Mr. Supertoll kann rot werden. Eine halbe Stunde

sprachen sie nur über Essen und James knurrte der Magen. Sofort brachten

Hauselfen Kürbispasteten, Kesselkuchen und alles mögliche. Nachdem

James gesättigt war gingen sie in die große Halle und dekorierten sie so,

wie sie es von jeder Feier gewohnt waren. Allerdings änderten sie die Farbe

einiger Kerzen, sodass alles etwas fröhlicher wirkte.

Danach wandten sie sich der, nach James Meinung schlimmsten, Arbeit zu.

Briefe schreiben. Als auch das vollbracht war, war es bereits 4 Uhr. Nachdem

sie auch die Liste der Erstklässler für McGonagall bereitgemacht und

Stundenpläne für sie gemacht hatten, lieferten sie alles zur vollsten

Zufriedenheit ab. Danach begann James mit den Hausaufgaben. Lily sah

ihm dabei stirnrunzelnd zu, sagte jedoch nichts.

Da bemerkte sie, wie Fawkes, ihr Phönix mit einer Nachricht vor dem

Fenster flatterte, sie ließ in ein. Er flatterte auf ihre Schulter und schmiegte

sich an ihren Kopf. Lily lächelte glücklich.

Na Lily,
Fawkes konnte es ohne dich gar nicht aushalten, also hab ich ihn dir hinterhergeschickt. Ich dachte du würdest dich freuen. Außerdem haben Mum und Dad mir eine Eule geschenkt, die du natürlich auch benutzen kannst. Dadurch wird unser Briefkontakt einfacher. Bis dann,
Petty


James blickte abgelenkt von seinem Zaubertrankaufsatz

auf. „Deiner?“ „Ja.“ Hoffentlich verrät er nichts. Ich weiß nicht ob man einen

Phönix in Hogwarts haben darf. „Die sind doch extrem selten. Wie kommt

es, dass du einen hast?“

„....Er ist zu mir gekommen.“ Lily wollte ihm nicht erzählen wie es dazu

gekommen war.

James war beleidigt. „Schon gut, wenn du es mir nicht erzählen willst. Bitte.

Ich dachte nur, wir sollten als Schulsprecher nicht zu viele Geheimnisse

haben.“

„Erzählst du mir dann, was ihr in der heulenden Hütte mit Remus während

Vollmond macht? Ihm Lieder vorsingen?!“

„Das ist was anderes. Das ist nicht nur mein Geheimnis.“ Lily blickte ihn an.

Beleidigt konnte er echt süß sein. Nein, nein, nein Lily. Das hast du nicht

gedacht.

James wandte sich wieder seinem Aufsatz zu. Blöde Kuh.

Der Phönix flatterte zu ihm auf sein Knie und blickte ihn aus goldenen

Augen an. Dann kam eine Träne seiner Wange und er ließ sie in James

verblüfft geöffneten Mund fallen.

Auf einmal kamen alle Erinnerungen wieder zurück. Sie überfielen James

geradezu, doch der Phönix hielt seinen Kopf an James Wange und er

beruhigte sich. Er kannte die Erinnerungen, er akzeptierte sie nun. Er war

schließlich kein Kind mehr. Lily sah den anfänglichen Kampf in James

Augen und blickte ihn stumm an.

Er riss sich zusammen und streichelte Fawkes das Gefieder. „Wie heißt

er?“ „Fawkes.“ Sie setze sich neben ihn. „Er ist ideal zum Trösten.“ James

blickte weiterhin auf den schönen Vogel, dann begriff er was sie gesagt

hatte. „Wann brauchst du denn Trost?“, fragte er verbittert, „Wurdest du

etwa immer wieder von jemandem zurückgewiesen?“ Er schlug sich mit der

Hand auf den Mund. Das war fies gewesen. „Sorry,“ murmelte er. „Aber

ernsthaft, wann brauchst du Trost? Du kannst doch jederzeit zu mir

kommen.“ Er grinste anzüglich. Lilys Gesicht wurde wieder hart, er fing

schon wieder damit an. „Und was ist, wenn man wegen dir Trost braucht?“

Ihre Stimme war kalt, kälter als sie gewollt hatte. „Schon gut. Das war nur

ein Scherz,“ beschwichtigte sie James.

James wandte sich abermals seinem Aufsatz zu und runzelte die Stirn.

Zaubertränke war echt bescheuert, er kapierte gar nichts.. Und danach

durfte er noch Hausaufgaben für Zaubereigeschichte, Zauberkunst und

Muggelkunde machen.

Auch Lily verzweifelte über ihrem Aufsatz für Verwandlung. Kurz blickte sie

zu James, dann wieder auf ihren Aufsatz. Mist. Sollte sie ihn fragen, er

kapierte Verwandlung eindeutig besser als sie. „Ähhm James. Kannst du

mir mal helfen?“ Jetzt verdreht er gleich wieder die Augen und macht

irgendeinen Machospruch. „Klar. Was gibt’s?“ Doch nicht... „Hier, das

kapiere ich nicht.“ Sie deutete auf eines der umherliegenden Bücher.

James sah auf die Stelle. „Wie wärs wenn wir tauschen. Ich mach

Verwandlung für dich fertig und du Zaubertränke für mich. Mit der Schrift

klappt das, man kann die Feder verhexen. Einverstanden?“ „Ok.“ Sie

wechselten die Plätze und machten sich mit neuem Eifer an die Arbeit.

Danach war Lily fertig und ging schon zu Bett, Fawkes blieb noch kurz bei

James, flatterte dann aber zurück zu Lily. Beide dachten noch ein wenig

über das Gespräch nach.

Wurdest du etwa immer wieder von jemandem zurückgewiesen? Nahm er

sie wirklich so ernst? Sie hatte immer das Gefühl gehabt, er wolle sie nur

für seine Sammlung an Ex-Freundinnen.

Lily holte den Spiegel von Petunia aus der Tasche.

Was ist mit James?

Er liebt dich, was sonst?

Aber, er hat doch nie eine richtig geliebt.

Doch dich. Mach dir doch nichts vor, du liebst ihn auch.

Tu ich nicht.

Doch das tust du, du willst es nur nicht. Aber Schätzchen, seit wann passiert

das, was man will? Es passiert fast immer das, was man gerade nicht will.

Ich will es nicht.

Siehst du?... Es ist nicht schlimm jemanden zu lieben.

Aber es ist Unsinn....

Das sagt die Vernunft. Was aber sagst du?

Es ist schmerzhaft....

Sagt die Angst. Was aber sagst du?

Es ist leichtsinnig...

Sagt die Vorsicht. Was aber sagst du?

Es ist lächerlich...

Sagt der Stolz. Was aber sagst du?

Es ist unmöglich...

Sagt die Erfahrung. Was aber sagst du?

Es ist... ich weiß es nicht.

Doch das weißt du.

Es ist... was es ist.

Siehst du, du weißt es!

Aber...

Nichts aber. Das ist die Antwort. Du kannst nicht dagegen tun. Akzeptiere

es, so wie er seine Erinnerungen akzeptieren musste. Nimm es hin! Du

kannst es.

Geh jetzt nicht weg. Bitte.

...

Lily legte sich aufs Bett und schlief rasch ein, sie war mit sich selbst ins

Reine gekommen.


James dachte ebenfalls über ihr Gespräch nach.

Und was ist, wenn man wegen dir Trost braucht? Bin ich wirklich so schlimm?

Aber ich liebe sie doch.

Eine leise Stimme wisperte in seinem Kopf: „Und? Hast du ihr je einen

Grund gegeben dich zu lieben? Warum sollte man den größten Angeber der

Schule lieben?“

Ich habe mich wohl ziemlich daneben benommen.

„...“

Schon gut, ich weiß Bescheid. Aber hasst sie mich wirklich so sehr?

„Du hast sie herausgefordert. Frag nicht so viel!“

Aber... Ok.

Er wandte sich wieder seinen HAs zu und ging, Stunden später nachdem er

alles beendet hatte, zu Bett.




Am nächsten Morgen waren beide freundlicher und unternahmen

gemeinsam verschiedene Dinge, nachdem Lily ihn um halb 8 geweckt

hatte. Sie übten Qudditsch, wobei er nichts über ihre guten Künste sagte,

um sie nicht zu nerven, sahen sich ihren neuen Arbeitsraum an, und

erkundeten das Schloss, ohne nervige Erstklässler.

Insgesamt fanden sie einen neuen Geheimgang, den James gleich auf der

Karte des Rumtreibers eintrug.

„Was ist denn das?“ „Die Karte der Rumtreiter. Eine Karte von Hogwarts,

mit allen Personen. Zur Zeit sind es ziemlich wenig.“ Lily blickte James zum

ersten mal in ihrem Leben bewundernd an. „Das habt ihr ganz allein

geschafft. Ist ja Klasse. Ich wusste gar nicht, dass ihr so was könnt“ „Wir

können mehr als du denkst. Besonders ich.“ „Duellieren?“ „Was bitte? Hast

du mich grade nach einem Duell gefragt? Ich sollte dich in den

Krankenflügel bringen.“ Lily überging das. „Es gibt doch diesen Raum der

Wünsche, da kann man das gut machen. Und traust du dich?“ „Klar.“


Sie standen sich gegenüber, mit gezückten Zauberstäben und ihre Blicke

kreuzten sich. Stumm dachten beide Expelliarmus. Die Zauberstäbe wurden

ausgetauscht und sie krachten beide gegen die Regale. Sie sprangen

gleichzeitig wieder auf und warfen sich Flüche an den Kopf.

Lily war schneller, doch James stärker. So auch ihre

Flüche. „Impedimenta.“ „Protego“

Das Duell dauerte lange, und am Ende waren sie beide zu erschöpft um

noch zu sprechen, beide waren verletzt und beendeten das Duell

gleichzeiten. Sie sanken auf die Matratzen, die auf dem Boden lagen. „Wir

müssen in den Krankenflügel,“ keuchte James, doch Lily war bereits dabei

ihre Wunden zu heilen. „Woher kannst du das? Heilen mein ich.“ „Ich hab

ein Praktikum im St. Mungo gemacht. War ganz praktisch.“ „Wozu?“ James

biss sich auf die Zunge. Frag nicht so viel. Zu seiner Überraschung

antwortete sie. „Weil ich Heilerin werden wollte... oder Aurorin. Ich kann

mich nicht entscheiden. Was willst du werden?“ „Quidditschspieler oder

Auror.“ Lily hatte ihren Körper vollständig geheilt. „Du musst stillhalten,

sonst tut es nur weh.“ Er zuckte zusammen als sie begann. „Sanctuum.“ Er

zappelte nur rum, doch sie blieb geduldig, das war im Krankenhaus

genauso gewesen. „Danke,“ murmelte er „So, in einer Stunde kommen die

anderen. Lass uns uns umziehen. Unsere Umhänge sind

ramponiert.“ „Reparo sultimo.,“ murmelte James. „So geht wieder...

Eigentlich sind wir ein gutes Team, Lily.“




James und Lily standen vor der verängstigten Erstklässler-Schar. Lily

begann: „Also, wir sind Lily Evans und James Potter. Die Schulsprecher

dieses Jahr. Mit Problemen oder Wünschen könnt ihr jederzeit zu uns

kommen. Gleich, wenn Professor McGonagall uns ein Zeichen gibt, werdet

ihr paarweise hinter uns in die große Halle marschieren. Dort müsst ihr den

sprechenden Hut aufsetzten, der euch auf die Häuser verteilt. Damit ist das

schlimmste heute Abend überstanden.“ Die meisten Erstklässler atmeten

erleichtert aus. Manche waren jedoch immer noch nervös. James lächelte

sie an. „Also am besten macht ihr keine Streiche, bleibt nachts in euren

Betten und betretet den verbotenen Wald nicht. Das musste ich euch als

Schusprecher sagen. Ich rate euch, befolgt das nicht. Dann ist Hogwarts

nämlich langweilig. Man sollte aber immer die Grenze kennen. Die

Strafarbeiten sind nicht so schlimm, und Punktabzug kriegt jeder mal. Als

ich in der 1. war hab ich McGonagall im Nachthemd erwischt. Also, lasst euch

von uns nicht den Spaß verderben.“ Der Großteil kicherte und der Rest sah

auch schon etwas abgelenkter aus. „So, wir müssen los.“

James ergriff Lilys Hand und zog sie vor die Tür der Eingangshalle, die

anderen stellten sich ebenfalls paarweise auf, dann öffnete James die

Türen und ging neben Lily, die hatte ihre Hand weggezogen, in die große

Halle. Die Anwesenden Schüler drehten sich zu den Erstklässlern um, doch

James und Lily gingen unbeirrt weiter. Vor dem Lehrertisch angekommen,

stellte James sich hinter den Stuhl mit dem sprechenden Hut, während

McGonagall die Schüler aufrief, die Lily nach der Liste ordnete.

„Tonks, Nymphadora.“

Ein Mädchen mit langem, blonden Haar trat vor, James setzte ihr den Hut

auf, welcher rief: „Gryffindor.“ Und so ging es noch einige Zeit, bis

schließlich alle verteilt waren und James und Lily den sprechenden Hut und

den dazugehörigen alten Stuhl hinausbrachten.

Dann setzten sie sich an den Gryffindor-Tisch und aßen. James und Sirius

stopften sich regelrecht voll. Träge gingen sie in ihre Schlafsäle und

schliefen sofort ein.


Pünktlich um halb acht weckte Lily James und machte ihn darauf

aufmerksam, dass sie noch mit McGonagall Stundenpläne an die ganze

Schule verteilen mussten. „Schulsprecher sein ist anstrengend,“ grummelte

James, stand jedoch auf. Verschlafen kam er 5 Minuten später in den

Gemeinschaftsraum, wo Lily bereits ihre Tasche packte. „Du weißt doch gar

nicht was wir heute alles haben, warum packst du dann deine Tasche.“ Sie

deutete auf einen Tisch, wo hunderte Stundenpläne auf einem Stapel

lagen, 2 davon jedoch schon rausgesucht wurden und daneben lagen.

James stöhnte. Lily griff sich einen Teil des Stapels und klapperte damit

die Mädchenschlafsäle ab. James machte dasselbe bei den

Jungenschlafsälen, danach gingen sie nach unten in die große Halle und

gaben jedem den sie trafen seinen Stundenplan. Beim Frühstück sprangen

sie wenn eine Person die Halle betrat auf und gaben demjenigen seinen

Plan. So kamen sie nicht sehr schnell mit dem Essen voran, aber

irgendwann hatten sie es dann doch beendet und stellten sich an den

Eingang der großen Halle.


Endlich war der Stapel leer und sie zeigten den Erstklässlern den Weg in die

Kerker, oder zum Gewächshaus oder in verschiedene Klassenzimmer. So

kamen sie am Ende selbst fast zu spät zu Muggelkunde, allerdings nur

fast.


Heute nahmen sie Fernseher durch. Ein total langweiliges Thema für Lily,

da sie in den Ferien manchmal Unterricht in der Muggelwelt nahm, und

häufig vor dem Fernseher saß. Sie schlief fast ein. James und Remus die

neben ihr saßen, sahen sie vorwurfsvoll an. Andersherum war es in

Geschichte der Zauberei, wo selbst Remus abschaltete und in die Luft

malte. James schlief selig neben ihr mit dem Kopf auf dem Tisch. Dieses

Verhalten konnte sie nicht verstehen. Die Vergangenheit war doch wichtig,

hatten sie keine Angst davor, dass man alles über die Riesenkriege im 19.

Jahrhundert vergaß, sich einfach nicht mehr daran erinnerte? Sie hatte

diese Angst. Der beste Beweis dafür, war doch, das Prof. Binns bereits tot

war, ein Geist. Er hatte über sein Lebensende hinaus dieses Fach

unterrichten müssen, da niemand genug wusste. Kein Wunder, dass er

alles herunterleierte, er hatte es bereits über hundert mal erzählen

müssen, immer weiter, bis er sich irgendwann selbst nicht mehr zugehört

hatte.

Lily hatte sich bereits in der 1. Klasse geschworen, dass sie es den

Muggelhassern beweisen würde, dass sie es allen zeigen würde. Diesen

Schwur hatte sie gehalten. Während andere Käsekästchen in Binns

Unterricht gespielt hatten, hatte sie aufmerksam zugehört und sich Notizen

gemacht; während andere bereits schliefen hatte sie ihre Aufgaben

erledigt; hatte sogar das Essen ausfallen lassen um für die nächste Stunde

gut vorbereitet zu sein und zu lernen. Niemand hatte ihren Eifer je ganz

verstanden, doch sie hatten sie bewundert. Viele wollten so sein wie sie, so

schön, klug und fleißig. Doch niemand hatte bemerkt, wie hart sie dafür

hatte arbeiten müssen. Sie war allen Klassenkameraden weit voraus, bis

auf Verwandlung, und kannte bereits den Stoff des ganzen Jahres. Gewiss

wäre sie auch sonst eine gute Schülerin gewesen, doch sie wäre sich

vorgekommen, als würde sie es nicht wirklich versuchen es allen zu

beweisen.

Es klingelte und Lily saß vor vollgeschriebenem Pergament, während der

Rest der Klasse betäubt aufstand und den Raum verließ. Sie traf ein paar

Erstklässler und brachte sie zu Pflege magischer Geschöpfe. „Viel Spaß

noch,“ rief sie ihnen vom Tor aus zu und blickte ihnen nach, als sie

losrannten und durch die Gegend sprangen. „Kaum zu glauben, dass wir

mal so klein, nervig und kindisch waren.“ Sirius stand hinter ihr. „Kindisch

warst du selbst letztes Jahr noch!“ „Und was ist mit diesem?“ Lily

verstummte, dann sagte sie leise: „Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht was die

Zukunft bringt. Ich weiß nicht ob wir diese ihre Ausbildung beenden können

ohne zu sterben. Ich weiß es einfach nicht.“ Sie wandte sich zu Sirius

um. „Aber eines weiß ich, dass du und James, dass ihr euch gebessert

habt.“ Sirius sah sie nachdenklich an. „Glaubst du, es wird wirklich so

schlimm mit Voldemord?“ Lily zuckte bei dem Namen nicht zusammen. „Ich

fürchte ja. Uns bleibt nur noch wenig Zeit. Aber weißt du, was ich mal

geträumt habe. Dass ein Baby die Welt für kurze Zeit vor Voldemord

beschützten wird, ob es sie jedoch retten kann... das weiß ich nicht. Es ist

nicht alles vergebens was wir tun. Lass uns los, wir kommen sowieso schon

zu spät zu Zaubertränke.“ Sie liefen hinab in die Kerker, ohne zu zögern

klopfte Lily. „Was willst du Slughorn denn sagen?“, zischte er, „Wir sollten

uns noch eine Ausrede ausdenken.“ „Ich hab schon eine.“ „Herein!“ Lily

und Sirius traten ein. „Ah, Ms Evans, Mr. Black, ich hab mich gefragt, wann

sie wohl hier auftauchen würden.“ Lily sah Prof. Slughorn in die Augen. „Tut

uns wirklich Leid Sir, aber wir haben noch eine Gruppe Erstklässler zu ihrem

Unterricht auf den Ländereien gebracht.“ „In Ordnung Ms Evans. Würden

sie sich bitte neben Mr. Potter setzten. Ich werde diese beiden Jungen nicht

mehr nebeneinander setzten. Egal wie sie darum betteln. Die Explosion

letztes Jahr hat mir gereicht. Mr. Black bitte hierher neben Ms Thomson.“

Die beiden setzten sich. „Heute brauen wir einen Vergesslichkeitstrank. Da

dieser sehr schwierig ist arbeiten wir paarweise, so wie sie gerade sitzen. Im

Buch S.147, am Ende soll der Trank eine Dunkelrote Farbe haben.“ „Von

wegen ein Trank aus dem 1. Schuljahr,“ grinste James. Lily wurde leicht

rosa. Jetzt hatte er sie durchschaut. Jetzt hatte er durchschaut, dass sie

bereits alle Tränke aus diesem Schuljahr gebraut hatte und sie für eine

Streberin halten. „Na umso besser, dass du den schon kannst. Dann

kriegen wir eine bessere Note.“


„Füllen sie ihren Trank in Fläschchen und geben sie ihn bitte mit ihren

Namen bezeichnet hier zur Benotung ab.“ Lily und James bekamen als

einzige ein Ohnegleichen auf ihren Trank.

Danach gab es erst einmal Mittagessen, und danach half Lily wieder den

Erstklässlern zu ihren Räumen. Die waren wirklich verwirrt dieses Jahr.

Verwandlung.

„Diese Stunde verwandeln sie bitte ihren Partner in einen Dachs. Ms Evans,

Mr. Potter, bitte bleiben sie nach der Stunde noch kurz hier.“ James begann

und schaffte es beim 1. Versuch Sirius zu verwandeln.

Lily erst beim 3.. Allerdings regte sie sich nicht mehr so darüber auf, wie vor

2 Jahren, irgendwann hatte sie es akzeptiert, dass er es einfach besser

konnte und solange sie immer noch ein O bekam, war ja alles in Ordnung.

„Ms Evans, Mr. Potter für jeden von ihnen 10 Punkte für Gryffindor.“ James

und Lily sahen sich böse an. Die/der hat auch schon wieder Punkte

bekommen. Grrr. Auf einmal begann James zu lächeln und Lily wandte den

Blick ab. Sie wollte ihn nicht lächeln sehen, ein fieses Grinsen war ihr lieber.

Sie wollte ihn nicht lieben. Der neben ihr sitzende Dachs zupfte an ihrem

Ärmel. „Ach Alice, dich hab ich ja ganz vergessen.“ Sie murmelte den

Gegenzauber und neben ihr sah Alice sie belustigt an. Sie murmelte den

Zauber sagte dann aber noch leise: „Was sieht man denn da mit dir und

Potter?“ Alice murmelte abermals den Verwandlungszauber und Lily, die

gerade „WAS?“, kreischen wollte saß als Dachs auf ihrem Stuhl. „Auch für

sie 10 Punkte Ms Thomson.“ Alice wartete bis der Dachs vor ihr sich

beruhigt hatte und verwandelte Lily erst dann zurück. „War ein Scherz Lily.“,

sagte sie mit einem Augenzwinkern.


Lily saß bei den Hausaufgaben, als eine Gruppe Erstklässler aus Gryffindor

zu ihr kam. Einige kannte sie schon mit Namen: Nymphadora, die lieber

Tonks hieß; Elea und Elrohir. Da waren allerdings noch zwei

andere. „Können sie uns helfen? Die Slytherinns greifen uns immer an,

weil,“ Tonks deutete auf Elrohir, „er Muggeleltern hat.“ Elrohir sah betreten

zu Boden, Lily lächelte schwach. „Du brauchst dich nicht zu schämen Elrohir.

Meine Eltern sind auch Muggel, und siehst du, ich war Vertrauungsschülerin

und bin nun Schulsprecherin. Auch ich wurde von den Slytherinns geärgert,

aber irgendwann konnten sie mir nichts mehr tun. Und... sagt Du zu mir.

Ich bin Lily.“ Lily sah ihm direkt in die Augen. „Versuch es allen zu

beweisen, dass Muggelgeborene nicht schlechter sind! Andere tun das auch,

wenn ich nicht da bin, und du Hilfe brauchst, frag den Vertrauungsschüler

Lucas Hebestreit. Ich versuche es auch, es allen zu zeigen.“ James war von

hinten gekommen und unterbrach Lily. „Das erklärt eine Menge,“ zu den

Erstklässlern sagte er, „Und sie hat es geschafft. Sie ist die

Jahrgangsbeste.“ Lily ging nicht darauf ein. „Du schaffst es Elrohir, wenn du

es nur wirklich willst.“ Elrohirs Augen wurden groß, er wollte werden, wie Lily.

In ihren Augen sah er, dass sie dafür viel Schmerz und harte Arbeit hinter

sich gebracht hatte, doch sie hatte ihr Ziel erreicht.“ Tonks nahm Elrohir bei

der Hand. „Danke.“ und zog ihn mit fort.


Lily sah dem Jungen hinterher, sie war überzeugt davon, dass er es

schaffen würde. Genauso wie es Lucas schaffte. Sie alle konnten, wenn sie

nur wirklich wollten. Sie bemerkte, dass James immer noch hinter ihr stand.

Sie wandte sich um. „Was willst du?“ James der Lily von hinten betrachtet

hatte schreckte auf. „Ähmm, ich wollte dir sagen, dass wir heute mit den

Nachtwachen beginnen müssen. Wir sollen min. zwei Runden durchs Schloss

gehen.“ Er ging zurück, zu den restlichen Rumtreibern und Lily beendete

ihre Hausaufgaben, viel hatten sie nicht aufbekommen, Zaubertränke

hatten sie und James nichts auf, die anderen mussten aufschreiben, was

sie falsch gemacht hatten. Auch Verwandlung nichts, da sie den Zauber

richtig beherrschte und für Zaubereigeschichte, hatte sie ihre Notizen nur

ordnen müssen. Sie beobachtete gönnerhaft die anderen, wie sie darüber

nachdachten, was Binns erzählt hatte, dann stand sie auf und ging in den

Gemeinschaftsraum, legte ihre Tasche ab und verschwand auf die

Ländereinen. Es stürmte und regnete heftig, doch das machte Lily nichts

aus. Sie ging gern allein spazieren und bei so einem Wetter, war es

wahrscheinlicher niemandem zu begegnen. Sie ging zum See und setzte

sich ans nasse Ufer. Verträumt sah sie auf das dunkle Wasser, es war so

ebenmäßig, nichts schien am falschen Ort zu sein, kein einziger Tropfen.

Und es kamen immer mehr Tropfen hinzu, die das Bild jedoch nur kurz

störten. So ähnlich sah sie ihr Leben. Ein Tropfen, der nicht selten war, doch

das Wasser für kurze Zeit aufwirbelte, bis man ihn vergaß und er

verschwand in der dunklen Masse. Lange Zeit saß sie da am Ufer des Sees

und dachte über die letzten Tage nach. Über die Veränderungen der Welt

und ihre eigene. Sie hatte sich nicht verändern wollen, doch es war

geschehen. Wenig im Einzelnen, doch alles zusammen wurde zu einer

großen Veränderung. Die Turmuhr schlug sechs mal, und Lily erhob sich

und schlenderte auf das Schloss zurück.


HOFFE ES HAT EUCH GEFALLEN UND BITTE REVIEWT!!
Das Leben ist zu kurz um es zu lieben,
aber lang genug um es zu hassen.

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Beitragvon Arwen Undomìel » Sa 14 Apr, 2007 00:10

ok, ich weiß nicht, ob es mit freizeilen besser zu lesen ist. Wenn es besser ist, lasst es mich wissen
Das Leben ist zu kurz um es zu lieben,
aber lang genug um es zu hassen.

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Beitragvon Paradise » Sa 14 Apr, 2007 10:52

also, ich fand ds Kapitel wieder mal sehr schön. Mit den Freizeilen... für mich ist es ein bisschen ungewohnt, aber es lässt sich besser lesen!
*Schattenkind*

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Beitragvon Arwen Undomìel » Mi 25 Apr, 2007 20:15

So, hier das nächste Chap. Ich mach es jetzt doch nicht so, irgendwie macht das so viel Arbeit.

5. Kapiter
Auch James war schnell mit seiner Arbeit fertig gewesen, er hatte einfach Lilys Notizen am Ende des Unterrichtes magisch kopiert, und zusammengefasst. Danach setzte er sich auf seienen Besen und kämpfte gegen das Unwetter an. Da musste man sich konzentrieren und konnte nicht nachdenken.

Heute waren aber entweder seine Gedanken zu stark, oder das Unwetter zu schwach, denn immer wieder kamen Gedanken in seinen Kopf.
Sie will es allen beweisen.
Muggelgeborene zu sein hat ihr doch härter zugesetzt, obwohl sie sich nicht dafür schämt.

Warum können wir uns nicht anfreunden?
Die Gedanken schwirrten durch seinen Kopf und als die Turmuhr sechsmal schlug, gab er es auf. Er setzte zur Landung an, doch kurz vor dem Erdboden schleuderte ihn eine Windböe weiter und auf die Wiese.

„Was..?“, rief Lily, da fiel James mit seinem Besen auch schon hart auf den Boden. Lily rannte zu ihm, und sah, dass er nicht ernsthaft verletzt war, und auch der Besen heil war. James rappelte sich stöhnend auf. „Sorry, war nicht mit Absicht.“ Lily half ihm aufzustehen und heilte schnell sein angeknackstes Bein. James atmete erleichtert aus. „Danke, schon viel besser.“
„Was fliegst du auch bei diesem Wetter.“ Nachdenklich blickte er voraus. „Gedanken loswerden, und was machst du draußen?“ Lily ging weiter in Richtung Schloss, während James neben ihr herlief. „Spazieren gehen, nachdenken.“ „Worüber denn?“, fragte James neugierig. „Über die Welt.“ „Oh, genauer kannst du es nicht machen oder?“ Er blickte sie lauernd an. „Vielleicht hast du ja an mich gedacht.“ Genervt blickte sie in seine braunen Augen, dazu musste sie den Kopf heben. Er war ziemlich gewachsen im letzten Jahr. „Vielleicht begreifst du es mal, dass ich mein eigenes Leben lebe Potter. Ich habe nicht vor mich irgendwem anzuvertrauen. Das hat selbst dein Freund Black begriffen.“ James schalt sich in Gedanken selbst. Jetzt bist du wieder Potter, lass sie besser in Ruhe.

Was meinte sie mit, Sirius hat es begriffen? Lily und James gingen/schwebten (James hatte sich auf seinem Besen gesetzt) schweigend zum Essen, dort setzte Lily sich möglichst weit weg von seinen Freunden zu den Erstklässlern. James schien kurz zu überlegen und setzte sich, nachdem Sirius im zugezwinkert hatte, zu Lily, welche stöhnte.“

Die Kleinen schien es jedoch zu freuen, dass die Schulsprecher sich zu ihnen gesellten und James musste über Streiche berichten, die er mit seinen Freunden unternommen hatten. „Damals waren die Schulsprecher auf den Gängen allerdings nicht so aufmerksam, dieses Jahr wird es schwierig an ihnen vorbeizukommen,“ sagte James grinsend.

Zu James Ärger erzählte Lily, wie er sich immer zum Deppen gemacht hatte. Musste sie sich so gut daran erinnern? Aber immerhin, sie erinnerte sich an ihn. Und am Ende des Essens hatte Lily ihm verziehen. Sie war nicht nachtragend.

Die Rundgänge sollten um neun beginnen, und pünktlich um diese Zeit, kam Lily aus dem Porträtloch und stellte überrascht fest, dass James bereits auf sie wartete.

„Wollen wir uns nun die ganze Zeit anschweigen?“ ,fragte James nach einiger Zeit.

„Würd mich nicht stören,“ gab Lily zurück.

„Es bringt nichts, wenn du mich anzickst. Dagegen bin ich inzwischen
immun, durch dich.“

„Ich zick dich doch gar nicht an.“ James hob nur vielsagend die Augenbrauen. Diese Situation kam ihm irgendwie bekannt vor. „Fang ich mit einer Frage an. Warum hast du Snape immer verteidigt? Und jetzt sag nicht: Bist du immer noch nicht darauf gekommen?“ Lily, der gerade diese
Antwort auf der Zunge gelegen hatte, sagte ruhig: „Er hat niemandem etwas getan. Sollte ich etwa zusehen, wie Unschuldige gequält werden?“ James sah sie überrascht an, sie hatte ihm tatsächlich eine, wenn auch undurchsichtige, Antwort gegeben. „Er hat dir etwas getan. Er hat dich, du weißt schon was genannt.“

„Hat er euch damit etwa wehgetan? Er war nicht der einzige, der das getan hat, aber ihr habt trotzdem nicht jeden Slytherin gequält.“ James überlegte kurz. „Er hat uns gehasst.“ „Weil ihr ihn gehasst habt.“ „Warum magst du ihn?“
„...“ „Schon gut, war eine dumme Frage.“ „Weil er in Ordnung ist. Er hat mir nichts getan. Bis auf die Tatsache, dass er mich in Gegenwart anderer Schlammblut genannt hat.“ „Nur in Gegenwart anderer? Was meinst du damit?“
Verwirrt sah er Lily an.„Er hat sich danach jedesmal bei mir entschuldigt. Wenn auch nicht vor euch.“ James verstummte überrascht. „Ok, du bist dran.“ Lily überlegte einen Moment. „Warum hattest du so viele Freundinnen? Und kein: Bist du etwa eifersüchtig?“ James blieb wirklich ernst, obwohl er etwas in dieser Art hatte fragen wollen. „Es war abwechslungsreich. Wie hast du es geschafft so gut zu sein? Gängen allerdings nicht so aufmerksam, dieses Jahr wird es schwierig an ihnen vorbeizukommen,“ sagte James grinsend.

Und kein: Reine Intelligenz und Eifer.“ Auf einmal kicherte Lily los. James sah sie verdattert an. „Was ist los? Was war an meiner Frage so komisch?“ „Nichts,“ brachte Lily heraus, „Es ist nur so, jeder weiß was der andere antworten will.“ James sah sie nachdenklich an. „Wir kennen sozusagen die schlechte Seite des anderen.“ „Ja. Antwort: Ich habe gelernt. Nacht für nacht, während des Essens und zwischen den Stunden. Nur dadurch hatte ich so gute ZAGs. Vielleicht wäre ich auch sonst gut durchgekommen. Aber ich hätte nicht die besten ZAGs seit Dumbledore.“ James sah sie bewundernd an. „Hattest du die?“, dann schlug er sich mit der Hand auf die Stirn.
„Klar. Überall Os. Warum hast du es niemandem gesagt?“ „McGonagall hat es mir damals mit meinen ZAGs berichtet, und ich habe damals nicht mit dir GEREDET.“ Sie schwieg und sie kamen nach kurzer Zeit wieder an das Poträtloch. Auf einmal beugte er sich zu ihr hinab und küsste sie instinktiv. Erst ließ Lily es geschehen und küsste ihn zurück, genoss es sogar. Doch dann kehrte ihr Verstand zurück in ihren Körper. Lily zuckte zurück und rannte weg. „Wag es ja nie wieder Potter. Du stirbst! Das ist meine letzte Warnung.“ Doch irgendetwas an ihrer Stimme war heiser gewesen.

Lily rannte in den Schulsprecherraum. Was sollte das? Er hatte sein Ziel endlich erreicht, er hatte sie geküsst und sie hatte ihn noch nicht einmal geohrfeigt. Wie sie ihn kannte, hatte er nun kein Interesse mehr an ihr, und das war ihr auch scheißegal. Noch lange saß sie auf der Coach, bis sie beschloss ihn nun einfach zu ignorieren und weiterhin zu hassen.

James lag auf seinem Bett im Schlafsaal. Er hatte sie geküsst, war das nicht früher sein einziges Ziel gewesen. Nun hatte er bekommen was er wollte, ohne Ohrfeige. Wobei, war das alles was er wollte? Egal! Jetzt konnte er sie hassen, wie sie ihn immer gehasst hatte. Sie war schließlich nicht das einzige Mädchen auf der Welt.

Am nächsten Morgen setzte Sirius sich zu Lily, während er überrascht feststellte, dass sein Freund einfach weiter ging. Er blickte Lily fragend an, welche James nur zornig anfunkelte. Also hatte sie Recht gehabt. Er hatte es geschafft, dass sie sich in ihn verliebte, und sie dann fallen gelassen. Zum Glück hatte niemand diese Niederlage bemerkt, und niemand würde sie jemals bemerken, so schwor sie sich.
Sirius zuckte mit den Schulter. Ihre Sache. Inzwischen war er mit Lily befreundet, er wollte jetzt nur weil James sich mit ihr stritt, nicht seine Freundin ignorieren.

Das Leben in Hogwarts ging weiter, und mit der Zeit schienen Lily und James sich zu hasssen, nur Sirius merkte, dass es eher Verletztheit war als Hass. Sirius war James und Lilys bester Freund, obwohl die beiden sich nicht leiden konnten. Lilys anderer bester Freund Remus war ebenfalls geteilt. Lily oder James? Das war die Entscheidung, doch beide konnten und wollten sie nicht treffen.

Am schwarzen Brett hing die Liste mit den besonderen Ereignissen: Dem Weihnachtsball, die Halloweenparty und die Termine der Hogsmeadwochenenden. Dies alles, war freudlos geplant worden und doch freuten sich alle darüber.

Irgendwann, war der erste Monat vorbei, und Lily bedauerte immer wieder, dass sie einen Zettel vom Kalender abreißen musste. Dadurch rückte ihr Abschied von Hogwarts immer näher. Lily ging die Treppe in den Gemeinschaftsraum hinab, ganz in Gedanken versunken. Und stieß unten gegen den, ihr verhassten, James. Sie wollte erst „Sorry,“ murmeln, doch als sie ihn erkannte ging sie stur weiter, ohne zurückzublicken.
Bei den Rundgängen gingen sie stumm nebeneinander her, ihre Arbeit als Schulsprecher war still, sie redeten nur das nötigste und im Unterricht hatten sie nichts mehr miteinander zu tun. Am Anfang hatten viele die beiden überrascht gemustert, als sie in stillschweigendem Einverständnis im Unterricht sich immer in die am weitesten entfernten Ecken setzten. Sirius sah mit Trauer zu. Er wusste, dass James Lily immer noch liebte, das hatte er ihm anvertraut. Er wusste von dem Kuss, dass sie ihn abgewiesen hatte. Er wusste auch, dass Lily sich nicht mehr eingestehen wollte, dass sie James liebte, den arroganten Angeber. Irgendwie, hatten sie sich getrennt, um sich nicht zu verletzen. Um sicher vor sich selbst zu sein.

Mit der Zeit schienen James und Lily ihren Kuss vergessen zu haben, doch der Hass blieb. Ganz vergessen konnte keiner der Beiden das Geschehene, doch sie dachten nicht mehr oft daran.

Lily umarmte Sirius. „Na, gut geschlafen?“ Sirius grinste: „Ich hab nur von dir geträumt Kleine, und von James.“
James unterhielt sich gerade mit Alice. „So von mir hast du geträumt. Was für eine Ehre.“ Conny grinste Sirius und Lily an. „Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich meinen ihr seid ein Paar.“ Alice wiedersprach:„Ach was, auf Sirius steht Lily doch gar nicht. Ist gar nicht ihr Typ.“ Sirius sah Lily gespielt vorwurfsvoll an. „Auf welche Typen steht Lily dann?“, fragte Conny an Alice gewandt. Die lächelte und sagte: „Auf Typen wie James.“ Lily wollte ihr von unten gegens Schienbein treten, erwischte allerdings nur das von James. Sie wurde knallrot, er lächelte spöttisch. „Was für ein guter Scherz Alice. Evans und ich werden nie zusammen kommen. Zum Glück.“ Lily lächelte zuckersüß. „Und wenn es doch passieren sollte, würde er sterben.“ „Dessen bin ich mir bewusst Evans.“

Lily stand auf und ging zu den Erstklässlern, die sich gut eingelebt hatten. Sie erkannte sofort Regulus Black in der Gruppe, Sirius kleinen Bruder. Sirius hatte seinem Bruder häufig geholfen und dieser sah zu ihm auf, doch dadurch hatte er sich in Slytherin Feinde gemacht.

So passte Lily ein wenig auf ihn auf. Eigentlich passte sie auf alle Erstklässler auf, da James sein Amt, ihrer Meinung nach, nicht richtig ausführte. James, immer musste James in ihren Gedanken auftauchen.
Lily blickte seufzend zu ihm und betrachtete ihn. Er sah so gut aus, mit seinem verstrubbeltem Haar, so cool. James schien ihren Blick bemerkt zu haben und blickte sie nur höhnisch an. Lily wandte sofort den Blick ab, doch sie wusste, dass er jetzt grinste.

Lucas kam auf sie zu. „Ey Lily. Kannst du mir mal kurz in Geschichte helfen? Wir haben durchgenommen, dass der Vertrag zwischen den Kobolden des Griyin-Clans und des Fordin-Clans gebrochen wurde und zu heftigen Kriegen führte. Aber wieso wurde der Vertrag gebrochen.“ Lily lächelte glücklich. Endlich Abwechslung „Also, Gryiyins handelten mit den anderen mit Gold gegen Silber im Verhältnis 1:1. Die Griyins erfuhren, dass Gold wertvoller war und erhöhten den Preis auf 2:1. Damit waren die Fordin noch einverstanden, aber als die Griyin auch noch eine Entschädigung für all die Jahre falschen Handels verlangten, jagten sie die Händler fort.“ „Danke Lily, du kannst das immer so gut erklären.“ „Nichts zu danken.“ „Ach, gehst du mit mir zum Weihnachtsball?“ „Wolltest du nicht Emily fragen?“ „Lieber nicht. Lass uns doch als Freunde hingehen. Ok?“ Lily lächelte: „Klar.“ Dann bemerkte sie, dass James ihr Gespräch verfolgt hatte und sie zornig anfunkelte. Sie wandte sich ab. Sie wollte nicht an ihn denken, er war ihr egal. Doch woher kam dieses zornige Funkeln. Vielleicht gefiel es James nicht, dass sie ihn nicht anbettelte sie auf den Ball zu begleiten. Dass er ihr egal war und sie mit einem anderen dorthin ging.

Dass sie ihm nicht nachtrauerte, wie er es sich gewünscht hätte.
„Lily, kommst du auch noch mit mir nach Hogsmead?“ Es war nicht das erste mal, dass Lily und Lucas gemeinsam nach Hogsmead gingen und jedesmal hatten sie es genossen. „Immer doch. Wir sehen uns dann, selbe Zeit, selber Ort wie sonst? Stört es dich wenn Sirius vielleicht mitkommt?,“ „ Ne, ist alles ok. Bis dann Lily.“ Lily umarmte ihn und verschwand dann. Sie blickte James nicht mehr an. Er war ihr egal.

Vor Zaubertränke wartete Lily mit Alice auf Prof. Slughorn, als James und Sirius kamen. James sah sie spöttisch an. „Evans, hast du keinen älteren abbekommen und musst nun mit Lucas Hebestreit hin? Oder wie soll ich das verstehen? Na ja, verstehen könnte ich es, dass niemand mit dir zum Ball will...“ Lily blickte nicht einmal von dem Buch auf, dass sie gerade las und sagte gelangweilt: „Versteh es wie du willst Potter. Es interessiert mich nicht was du an meinem Freund auszusetzen hast, ich bin glücklich damit, ihn zu begleiten...“

Sirius blickte James vorwurfsvoll an, doch dieser wirkte eher verletzt dadurch, dass Lily ihn nicht anschrie. „Lily,“ ergriff Sirius nun das Wort und trat neben sie. Lily hob sofort den Kopf und blickte ihn an. „Würdest du es ertragen, wenn ich dich nach Hogsmead begleite?“ „Klar kannst du mitkommen, aber Lucas ist dann auch da. Wenn es dich nicht stört...“ „Das wär super. Ich werde nämlich von Mädchen verfolgt, die mich begleiten wollen. Und... nun ja... ich weiß nicht, was Petty dann denken würde.“ Lily lächelte selig vor sich hin und beschloss Petunia im nächsten Brief diese Situation zu schildern.

„Schon okay Padfoot oder warst du Prongs?“ „Padfoot. Prongs ist James.“ Lily schüttelte verständnislos den Kopf. „Ich versteh euch nicht... Wer kommt schon auf so seltsame Spitznamen? Und wer kann sie sich merken?“ Sirius lachte leise in sich hinein. „Das musst du nicht verstehen... Wie nenn ich dich denn nun? Lily ist blöd.“ „Danke,“ Lily warf gespielt böse ihre Haare zurück. „Also Moony, Wormtail, Padfoot, Prongs... Was passt dazu?“ James stellte sich plötzlich auf Lilys andere Seite. „Warum wurde ich gerufen?“ „Du wurdest nicht gerufen Potter. Also verschwinde!“, zischte Lily ihn sofort an, doch Sirius erwiderte: „Welchen Spitznamen würdest du Lily geben?“

James blickte sie forschend an und sagte dann grinsend: „Uglily.“ (Ugly=hässlich) „Vielen Dank Potter,“ sagte sie trocken. „Prongs jetzt sei mal Ernst,“ war Sirius Kommentar.

„Cessy von Princess.“ James hatte schnell gesprochen und drehte sich nach seinen Worten sofort um und ging zu Remus. „Cessy... hmmm.. ich denke das passt. Also Cessy, was ist mit dir und Prongs?“ Lily verdrehte bloss die Augen. „Was soll schon sein? Wir sind zusammen Schulsprecher, gehen in eine Klasse, sind im selben Haus... haben wir sonst noch irgendwas miteinander oder worauf willst du hinaus?“, sagte Lily gleichgültig. Sirius blickte ein bisschen enttäuscht drein, sagte jedoch nichts mehr. Die Tür zu den Kerkern öffnete sich und die Klasse trat ein.

Zaubertränke war ein Fach, in dem sie noch neben James sitzen musste. Prof. Slughorn bat sie, den Vielsafttrank zuzubereiten und setzte sich dann an sein Pult.

Bei Lily klappte alles wie gewohnt wunderbar, allerdings musste sie mit ansehen, wie James seinen Trank immer weiter versaute. Irgendwann hielt sie es einfach nicht mehr aus und erbarmte sich ihm zu helfen.
James fuhr sich verzweifelt durch die Haare, der Trank hätte zu Zeit eigentlich schwarz und matschig sein sollen, seiner war flüssig und hellgelb.
„Potter, bist du so blöd oder tust du nur so? Wenn du deinen Trank noch retten willst, dann zerstampfe deine Florfliegen, wirf sie in den Trank und rühr in sechsmal im Uhrzeigersinn und einmal dagegen.“ Sie schrieb die Worte auf ein Pergament und schob ihm dieses zu. James tat wie ihm geheißen, was Lily ein wenig wunderte. Hatte dieser Mensch denn gar kein Misstrauen? Immerhin hatte er es vorhin noch gewagt sie hässlich zu nennen. Na ja.... danach hatte er sie Prinzessin genannt... Bloss warum?

Die ganze Stunde über schaffte James es, irgendwelche Aufträge aus dem Buch falsch auszuführen. Das Pergament füllte sich immer wieder und merkwürdigerweise machte James bei ihren Anweisungen keine Fehler.
Am Ende der Stunde konnte James einen ausgezeichneten Trank abgeben, ebenso wie Lily. Beide bekamen ein Ohnegleichen und dadurch auch keine Hausaufgaben. Als sie die Kerker verließen, drängelte James sich an ihr vorbei und verschwand schnell.

„Na gut Potter. Es ist mir jetzt egal, was du das nächste mal alles falsch machst. Selbst schuld. Nicht einmal bedanken kannst du dich,“ sagte sie zu sich selbst. Enttäuscht ging sie in den Gryffindor Gemeinschaftsraum und erledigte ihre restlichen Hausaufgaben. Alice setzte sich zu ihr und las sich diese dann durch.

Alice schrieb Hausaufgaben nie ab, sie besah sich immer nur die von Lily und erledigte ihre dann selbst. Es hatte keinen Sinn abzuschreiben, wenn man den Inhalt nicht verstand, außerdem lernte man so nichts.
Danach riefen sie einige Erstklässler und sie half ihnen. Elrohir jedoch saß in einer Ecke und brütete über seien Aufgaben. Lily ging zu ihm. „Kann ich dir helfen?“ Beschämt schob Elrohir ihr sein Zaubertrankbuch zu. „Ich kann das einfach nicht. Es ist einfach zu kompliziert so einen Trank zu brauen und langweilig, wenn man ihn dauernd wiederholen muss.“ „Kannst du kochen oder backen?“ Elrohir blickte sie ein wenig überrascht an. „Ähm... Nein. Also ich hab es noch nicht probiert.“ Lily lächelte glücklich. „Dann gehen wir jetzt Kekse backen. Komm!“ Elrohir stand verdattert auf und folgte ihr. „Weißt du, alleine macht Kekse backen keinen Spass, und damit kann ich dir auch gleich etwas grundlegendes für Zaubertränke zeigen. Und du lernst Hogwarts kennen.“

Sie kitzelte eine Birne auf einem Porträt mit einer Obstschale und zog ihn an der Hand herein. Sofort kamen Elfen angehastet. „Wie können wir ihnen helfen Miss und Sir?“ fragte Rocky. Lily ging in die Hocke. „Weißt du Rocky, wir wollten ein bisschen backen, wenn es euch nicht stört. Wir wollen wissen wie so etwas geht, ihr habt dabei ja immer so großen Spass.“ „Oh natürlich Miss. Wir geben bringen ihnen die Zutaten. Folgen sie mir bitte Miss und Sir.“ piepste der Elf freudig und führte sie in eine kleinere Küche, die dennoch groß war.
James und Sirius saßen dort an einem, in der Mitte des Raumes befindlichen Tisch, und aßen Pasteten.
Als Lily das sah blieb sie einen Moment stehen, ging dann aber mit Elrohir an der Hand weiter.

„Cessy, was macht ihr denn hier?“, rief Sirius ihr zu und stand auf. „Wir wollen backen,“ sagte Lily fies grinsend und ohne James zu beachten „Und dafür,“ sie zückte ihren Zauberstab und ließ das Essen verschwinden, „muss das weg. So schon besser.“ Zufrieden betrachtete sie nun den sauberen Tisch.

Sirius und James hatte es die Sprache verschlagen und sie starrten Lily ungläubig an. Nach und nach erschienen auf dem Tisch Mehl, Eier, Zucker, Milch.... „Ähm... Cessy?“ Sirius fand endlich seine Sprache wieder und ging auf Lily los. „Du kannst doch nicht einfach unser Essen weg nehmen. GIB MIR SOFORT MEIN ESSEN WIEDER!!!“ „Paddy beruhige dich,“ versuchte James seinen Freund aufzuhalten. „ICH WILL MICH ABER NICHT BERUHIGEN, SIE HAT MIR MEIN ESSEN WEGGENOMMEN!“

Furchtlos stand Lily auf derselben Stelle und verschränkte die Arme vor der Brust. Elrohir jedoch war aufgesprungen und hatte Sirius Haare pink gefärbt, sodass sie ihm leuchtend ins Gesicht fielen. Sirius wich vor seinen eigenen Haaren zurück und stolperte. Er landete auf dem Fußboden und lachte los. „Ok, schon gut. Ich verzeih dir ja. Aber mach das nie wieder. Mein Essen ist mir heilig.“ „Weiß ich doch,“ sagte Lily grinsend, „Die rosa Haare stehen dir übrigens wirklich gut.“ „Danke,“ sagte Sirius, „Mir ist dunkelbraun allerdings lieber.“ Er zauberte seine Haare wieder normal und blickte Lily dann neugierig an, als diese sich mit Elrohir zwei Schüsseln nahm und mit ihm einen Teig knetete. „Werden das Kekse,“ fragte er neugierig und schielte immer wieder in die Schüssel.


SO, DASS WARS ERSTMAL VON MIR
Arwen
Das Leben ist zu kurz um es zu lieben,
aber lang genug um es zu hassen.

Ginny Granger

Beitragvon Ginny Granger » Sa 28 Apr, 2007 14:31

ich habe mir gerade deine FF durch gelesen und...

Sie ist einfach Klasse!

Es würde mich freuen wnen du weiterschreibst..ich warte schon ungeduldig.
Mach weiter so :wink:

Lg
Ginny Granger

Paradise
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Beitragvon Paradise » Sa 28 Apr, 2007 15:06

Wow, wieder ein unglaublich geniales Kapitel, Arwen! Ich freue mcih schjon auf weitwerer Kapitel!
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Schizuoka
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Beitragvon Schizuoka » So 29 Apr, 2007 19:04

gefällt mir auch sehr gut^^
ich freu mich auch schon wahnsinnig auf die fortsetzung :mrgreen::mrgreen:
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Arwen Undomìel
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Beitragvon Arwen Undomìel » Mo 07 Mai, 2007 20:29

Das neue Chap

6. Kapitel


„Werden das Kekse,“ fragte er neugierig und schielte immer wieder in die Schüssel. „Ja. Elrohir, siehst du, einen Zaubertrank zu brauen ist wie Kekse backen. Man mischt Zutaten, die verschiedene Wirkungen, in unserem Fall Geschmäcke haben, und braut daraus einen Trank, mischt einen Teig. Man kann durch das mischen verschiedener Zutaten, ähnliche Wirkungen erzielen, doch nie dieselbe. Mit Milch schmecken die Kekse anders als mit Wasser, und doch schmecken sie ähnlich.
Manche Zutaten haben einfach eine stärkere Wirkung auf den entstehenden Trank. Es ist doch nicht so schwer oder?“ Animierter als zuvor antwortete Elrohir: „Eigentlich nicht. Ich habe das nur irgendwie nicht verstanden, aber jetzt schon. Danke! Essen wir die Kekse nachher auch?“ „Klar,“ sagte Lily lächelnd. „Aber versprich mir, dass du dich nie schämst mich etwas zu fragen. Man schafft nicht alles ohne Hilfe...“ „Ok, ich versprechs.“
„Kriegen wir auch Kekse?“, mischte sich nun James ein. „Wenn ihr wollt“, sagte Lily emotionslos und wandte sich ab. James blickte sie mit unterdrückter Wut an.
Als die Kekse im Ofen waren, öffnete Sirius immer wieder die Klappe um nach den Keksen zu sehen, und als Lily endlich meinte, dass sie fertig wären, griff er blitzschnell hinein und nahm sich einen Keks. Dabei verbrannte er sich die Finger und spielte für alle wieder den Kasper, indem er durch die Küche hüpfte und sich die Finger in den Mund hielt. Lily heilte ihm die Hand schließlich und danach wartete er geduldig, bis die Kekse abgekühlt waren. James war inzwischen verschwunden und dachte daran, wie er Lily das Leben schwer machen könnte. Man ignorierte ihn schließlich nicht ungeschoren oder beachtete ihn nicht.

Bereits am nächsten Tag hatte Lily zu leiden. Gut gelaunt betrat sie mit Conny die große Halle und setzte sich an den Tisch um zu frühstücken. Sirius setzte sich neben sie, und James sich ihr gegenüber. Lily zog bloss die Augenbraue hoch, als ihr ihr Brot aus der Hand fiel. Sie bückte sich um es wieder aufzuheben und stieß dabei mit dem Kopf gegen den von Sirius. Conny neben ihr kicherte, als sie sich die Köpfe rieben und sich nochmals bückten... und wieder zusammenstießen. Unterdessen schüttete James unbeobachtet eine silberne Flüssigkeit in Lilys Kürbissaft.
Lily hatte endlich ihr Brot wieder und biss herzhaft hinein. Danach trank sie einen Schluck aus dem Glas und biss nochmals vom Brot ab. Ihre Haare wurden derweil schwarz und fettig und Pickel wuchsen in ihrem Gesicht. Auf der Stirn bildeten Pickel den Namen LILY. Sirius und Conny waren mit Essen beschäftigt und bemerkten vorerst nichts, doch die Teller aus Metall spiegelten und offenbarten Lily ihr Angesicht. Auch andere Schüler bemerkten nun Lilys Aussehen und deuteten mit dem Finger auf sie, entsetzt sahen sirius und Conny sie an. Sie schloss einen Moment die Augen, denn Tränen drohten ihr in die Augen zu treten. Doch sie würde sich keine Blöße geben, sie atmete tief ein und öffnete die Augen. Dann stand sie auf und stellte sich den Blicken ihrer Mitschüler. Laut und deutlich, doch etwas heiser, sagte sie: „Tut mir Leid Leute, aber wenn ich den Trank, den ich irgendwie verabreicht bekommen habe, richtig einschätze, müsst ihr zwei Tage mit diesem Aussehen leben. Ich hoffe, dass ihr das aushaltet und die Wirkung des Trankes schnell abnimmt.“ Die Schüler schwiegen betroffen und hatten Mitleid mit ihr, und selbst die Slytherins zogen sie nicht auf.
Ohne James, den von ihr bereits geouteten Täter, eines Blickes zu würdigen, verließ sie die große Halle wieder.
Sirius sah seinen Freund scharf und vorwurfsvoll an. „Musste das sein?“ James antwortete nicht, sondern verließ zufrieden die große Halle.

Lily hatte währenddessen das Schloss verlassen und war zum See gerannt. Sie blickte auf ihr entstelltes Gesicht und die zurückgehaltenen Tränen liefen ihre Wangen hinab. „Warum nur? Warum immer ich?... Potter, jetzt hast du mir einen Grund gegeben dich wirklich zu hassen. Es hat dir nicht gereicht mich zu veralbern. Nein. Du musstest mich auch noch demütigen. Jetzt kann ich dich endlich leidenschaftlich hassen und mich rächen, und die Welt wird mich verstehen...
Der Hirsch, den sie schon kannte, kam aus dem Wald auf sie zu und legte sich neben sie. Ihre Tränen waren inzwischen versiegt und sie blickte ihn nur aus ihren grünen Augen an. „Na, hast du mich erkannt? Ein Wunder würde ich sagen, aber vielleicht bin ich ja immer so hässlich und habe es bloss nicht bemerkt. Vielleicht....“
Tränen schlossen ihr wieder in die Augen, doch sie wischte sie ärgerlich weg. „Ich werde doch nicht wegen so einem Schwachsinn heulen!“ Der Schmerz, der für einen Moment in ihren Augen aufglomm, ließ den Hirschen zurückweichen.

Zwei Tage lang geisterte eine stille und verschlossene Lily durch das Schloss, ihre Mitschüler bewunderten sie, ihre Lehrer bedauerten sie und niemand schien glücklich mit dieser Situation zu sein. Sie war nicht groß anders zu ihren Mitschülern als sonst, half ihnen und munterte sie auf, doch sie lachte nicht und man war schon glücklich wenn sie einmal lächelte. Als sie ihre alte Gestalt wieder angenommen hatte, hörte man dennoch kein Lachen von ihr, doch sie war ansonsten wieder die stets gutgelaunte Lily Evans.
Drei Tage nach diesem glücklichen Ereignis lief sie mit ihrer Tasche in Schulsprecherzimmer, dass sie die letzten Tage nicht betreten hatte. James lag nur mit Boxershorts bekleidet auf einem Mädchen, dass nur noch Slip und BH trug, welcher gerade von James geöffnet wurde. Einen Moment blieb Lily in der Tür stehen, das Mädchen und James schienen sie nicht gehört zu haben. Das Mädchen schob gerade James Boxershorts nach unten, als Lily gelangweilt durch den Raum lief und sich auf ein anderes Sofa fallen ließ. James und das Mädchen hielten inne und sofort wurde das Mädchen, das Lily nun als Elen Mitchil erkannt hatte knallrot. Ohne es selbst zu bemerken schob sie James Boxershorts wieder hoch, wofür dieser ihr insgeheim recht dankbar war.
„Potter würdest du das bitte woanders machen, ich bin hier um in Ruhe Hausaufgaben zu machen und das hier ist nicht nur dein Zimmer.“ James erhob sich in einer fließenden Bewegung. „Es ist auch nicht nur dein Zimmer.“ Schwach, Schwach Prongs, hätte Sirius dazu gesagt. Er baute sich direkt vor Lily auf. Um den Höhenunterschied etwas zu verkleinern stand Lily ebenfalls auf und versuchte nicht auf seinen muskulösen Körperbau zu achten. Sie zauberte Elen eine Decke und ihre Klamotten, wofür diese sie verdutzt und dankbar mit immer noch rotem Kopf anlächelte.
Dann zog sie fragend eine Augenbraue hoch, als James weiterhin nur vor ihr stand. Sie setzte sich wieder und zog ihren angefangenen Aufsatz zu sich. „Willst du da Wurzeln schlagen Potter? Ich bin nicht gern in deiner Nähe, also würdest du diesen Prozess bitte woanders ausführen!“ Ihre Stimme war kalt und schneidend und James erwachte aus seiner Starre. „Ach Evans, kann es sein, dass du nervös wirst, wenn ich so vor dir stehe?“, fragte er spöttisch. Gelangweilt und ebenfalls spottend hob Lily den Blick und ließ ihn langsam über James Körper wandern. „Nein,“ sagte sie mit spürbarem Hass in der Stimme. Elen hatte inzwischen den Raum verlassen.
„Jetzt hast du mir aber das Herz gebrochen,“ verhöhnte James sie dramatisch. „Du hast gar kein Herz,“ war die kalte Antwort. „Wer ist denn zurzeit so herzlos?“, fragte James mit hochgezogener Augenbraue. „Habe ich gesagt, dass ich ein Herz habe?“ „Evans, du musst höflicher antworten. Fragen beantwortet man nicht mit Gegenfragen,“ sagte James spöttelnd, „Und richtig. Du hast nicht gesagt, dass du ein Herz hast. Und ich glaube wirklich das du keins hast.“ „Mein Gott, ich sollte dich in den Krankenflügel schicken, du hast einmal richtig geschlussfolgert.“
James stieg in seine Hose und griff nach seinem Hemd. „Ach Evans, ich muss dir noch ein Kompliment machen. Mit den schwarzen Haaren und den Pickeln sahst du ausnahmsweise mal fast annehmbar aus.“ Keine Antwort. „Darauf fällt dir wohl nichts mehr ein Evans. Traurig, traurig... damit hab ich die Debatte wohl gewonnen.“
Lily hatte den Aufsatz inzwischen beendet und legte ihre Feder auf den Tisch. Mit leeren Augen sah sie ihn an und emotionlos sagte sie: „Wir müssen noch die Dekoration für Halloween beenden.“ James setzte sich neben sie und packte ihre bisherigen Entwürfe aus der Tasche. Lily rückte soweit es ging von ihm weg. „Angst vor mir Evans,“ war sein Kommentar. „Potter, eine Sache musst du noch lernen, ich habe niemals Angst. Ohne Herz kann man keine Angst haben. Ich halte Abstand, weil ich nicht die ganze Arbeit alleine machen will, und wenn du mir zu nahe bist, kann es sein, dass ich das ganze Jahr alles allein machen will,“ es lag keine Ironie, keine Verlegenheit, kein Spott und kein Hohn in ihrer Stimme. Es war die blanke Wahrheit.
Stumm zeichneten sie Vorstellungen für die große Halle, tauschten sie aus und schrieben ihr Kommentar. Am Ende hatten sie schließlich eine Skizze mit der sie beide zufrieden waren. James packte die Sachen wieder weg und berührte dabei zufällig Lilys Arm. Sie fuhr hoch. „Potter, wag es ja nicht mich zu berühren, schlimm genug, dass ich in deiner Nähe sein muss. Ich sag dir. FASS MICH NICHT AN!!!“ „Findest du nicht, dass du ein bisschen übertreibst Evans.“
„Nein.“
„Evans, du kannst aber keinen Spass ab. Bist du jetzt wütend wegen deiner kurzzeitigen Verwandlung?“
Lily sah ihm in die Augen und er konnte den unverhohlenen Hass erkennen, doch das hieß noch lange nicht, dass er das Gespräch abgebrochen hätte.
„Ich hab gehört Evans, dass Hass durch ein gebrochenes Herz entsteht. Ich habe dir also das Herz gebrochen...Dann wollen wir es mal wieder zusammenflicken.“ Seine Stimme triefte vor Bosheit.
Und dann stand er auf und küsste sie auf den Mund. Er hielt sie fest im Arm, sodass sie nicht so leicht entkommen konnte. Mit den Händen auf seiner Brust versuchte sie ihn von sich zu drücken, als das misslang rammte sie ihm die Schulter gegen die Brust und duckte sich unter seinen Armen durch. Sie wich zurück, bis sie an eine Wand stieß. Fassungslos starrte sie ihn an und auf einmal war da doch Angst. Angst vor ihm.
Dann flüchtete sie. Wie ein gehetztes Tier rannte sie aus dem Schloss in den Wald. Sie hörte nicht auf zu rennen, sie konnte nicht. Sie rannte immer tiefer in den Wald, ohne auf ihre Müdigkeit zu achten. Sie wusste nicht mehr wo sie war, und es war ihr egal. Sie wollte nur noch weg, weg, weg..

Dann brach sie zusammen, in der Mitte einer Lichtung. Sie versuchte sich wieder aufzurichten, doch es misslang.
Der bekannte Hirsch brach durch das Dickicht und lief auf sie zu. Mühsam versuchte sie davon zu krabbeln, doch der Hirsch stellte sich in ihren Weg. Sie sah hoch in seine Augen, und endlich verstand sie. Sie schrie, dieser Schrei spiegelte ihre Gefühle wieder. Das Gefühl verraten worden zu sein, Angst und Verzweiflung.
„Nein,“ stieß sie tonlos hervor. „Verschwinde, lass mich endlich in Ruhe. Vielleicht sterbe ich, dein Glück... und mein Glück.“
Der Hirsch deutete mit der Schnauze auf seinen Rücken. „Nein... lass mich in Ruhe... Lass mich sterben... Geh weg. VERSCHWINDE!!!“ Sie schaffte es aufzustehen und wich zurück. Dann zückte sie ihren Zauberstab und deutete auf sich selbst. „Avada Ke...“ Der Hirsch verwandelte sich und James rannte auf sie zu. Er hielt ihren Zauberstab fest. „Lily... Nein.“ Sie stieß ihn von sich. „Wag es nicht mich so zu nennen. Avada ...“ Abermals lief er ihr nach und entriss ihr nun den Zauberstab. Als wäre er ihre letzte Kraftreserve gewesen brach sie zusammen und regte sich nicht mehr.

Als Lily erwachte war auf der Mitte der Lichtung ein Feuer entfacht worden, vor dem James saß. Er blickte sie direkt an. „Du bist wach. Schön. Willst du was essen?“ Er hielt ihren Zauberstab in der Hand. Vorsichtig kroch Lily auf das Feuer zu und griff dann blitzschnell nach ihrem Zauberstab, doch er hielt ihn fest. Sie versuchte ihm ihn zu entreißen und bog und drehte den Stab, doch es hatte keinen Sinn. „Du wirst dich nicht töten...“ Ein letzes Mal versuchte Lily ihm den Stab zu entreißen...knacks... Er war gebrochen.
Lily starrte auf die Hälfte in ihrer Hand und Trauer erfasste sie. Dann fiel ihr Blick auf James. „DUUUU, was hast du getan? Zerstörst mir mein Leben, aber beenden darf ich es nicht. Was wagst du es über mein Leben zu bestimmen....?!“
Sie sprang auf, er tat es ihr nach. „Hör mal Lily, es tut mir-“ Sie gab ihm eine schallende Ohrfeige, und als er sie an den Schultern festhielt hämmerte sie auf seine Brust, dann duckte sie sich unter seinen Armen hindurch und lief aufs Feuer zu, doch er sprang sie von hinten an und warf sie zu Boden. Sie versuchte sich unter ihm wegzurollen, doch hilflos musste sie zusehen, wie er ihre Hand packte und sie festhielt. „Lily es tut mir Leid. Es tut mir Leid, was ich dir angetan habe.“ „Und du glaubst, damit wäre die Sache erledigt, was?! Du bist so naiv Potter.“ „Das glaube ich nicht. Aber dann habe ich wenigstens versucht die Sache zu bereinigen.“ Er stand auf und bot ihr die Hand zur Hilfe an, doch sie spuckte nur darauf. Er zuckte mit den Achseln.
„Durch deine tolle Aktion mit dem Zauberstab, kommen wir hier so schnell nicht wieder weg.“ „Ach ja, jetzt bin ich wieder schuld,“ giftete sie ihn an, „Du hättest mir ja nicht folgen müssen.“ Er verdrehte die Augen. „Als ich dir gefolgt bin, hab ich leider die Orientierung verloren. Zauberstab hab ich nicht dabei. Also es gibt einen Weg wie wir schneller vorankommen, aber damit kennen wir immer noch nicht den Weg hier raus...“ Sie setzten sich wieder ans Feuer „Warum bist du mir eigentlich gefolgt Potter? Keiner von uns hätte diese Probleme, wenn du nicht dageblieben wärst, wo du warst.“
Er brauste auf. „Jetzt tu nicht so, als wäre ich an allem Schuld gewesen. Wer musste denn weglaufen?“
Lily sprang wieder auf und starrte ihn an. „Was wäre denn passiert wenn ich nicht weggelaufen wäre? Potter, wenn ich nicht weggelaufen wäre, wäre ich zu Mörderin geworden. Und ich werde es vielleicht noch, auch wenn ich keinen Zauberstab mehr habe!“
„Evans, du übertreibst. Das war schließlich nichts...“ Lily schrie auf. „Nichts schlimmes? Glaubst du wirklich es war nichts schlimmes? Hast du überhaupt schon über die Gefühle anderer nachgedacht? Das bezweifle ich stark.“
„Du glaubst wirklich du hast Gefühle? Evans, du hast kein Herz.“
„Denk doch was du willst Potter. Aber ich habe immer noch mehr von einem Herzen als du.“ Damit drehte sie sich um und wollte abermals weglaufen, doch sie wurde festgehalten.
„Lass mich los Potter,“ zischte sie drohend.
„Nein.“ Er sah ihr tief in die Augen.
„Ich warne dich, lass mich los.“ Etwas Gefährliches lag in ihrer Stimme, doch da war auch ein Zittern, das Angst bedeutete.
„Nur wenn du endlich Vernunft annimmst und nicht mehr versuchst wegzulaufen.“
„Warum Potter, warum hältst du mich auf? Warum folgst du mir überhaupt? Es kann dir doch ziemlich egal sein, wenn mir etwas passiert.“
Das schien ihm einzuleuchten. „Stimmt.“ Damit verwandelte er sich in den Hirschen zurück. Der Hirsch zeigte Lily seinen Verrat wieder deutlich. „Geh mir aus den Augen Potter! Ich will dich nie wieder sehen. Wag es ja nicht, mich noch einmal anzusprechen.“ Der Hirsch zuckte leicht zusammen, von dem Schmerz, den er in ihrer Stimme hörte. Er blieb stehen.
Tränen liefen ihre Wangen hinab, und sie blickte auf ihren zerbrochenen Zauberstab. Die Reste des Zauberstabes schienen allerdings noch teilweise zu funktionieren, denn er leuchtete auf, als Lily die Enden aneinandersteckte. Auf einmal schien ihr ganzer Körper zu leuchten, dann verschwand das Leuchten und ihr Zauberstab zerfiel zu Asche. Auf Lilys Gesicht erschien ein trauriges Lächeln, als sie die Asche in ein Glasfläschchen aus ihrem Umhang steckte.
Sie wandte sich dem Hirschen zu, und es bildete sich Verachtung auf ihrem Gesicht. „Du hast es immer noch nicht kapiert Potter. LASS MICH IN RUHE!“
Sie streckte die Hand aus und sagte: „Accio Besen!“ Ihre Hand glühte auf, und ein Besen flog über den Wald zu ihnen hinüber. Es war eins der klapperigen Schulmodelle, doch immerhin ein Besen. „Was war das?“, fragte der zurückverwandelte James ehrlich erstaunt. „Magie,“ sagte Lily kalt. „Potter, willst du hier festwachsen oder kommst du mit?“ Sie stieg auf den Besen und James setzte sich hinter sie. Lily versuchte möglichst weit nach vorne zu rücken. „Evans, das hat keinen Sinn. Wenn du zu weit von mir wegrückst, dann fliegen wir die ganze Zeit nach unten.“
Sie stiegen in die Lüfte und flogen durch den Nachthimmel, sie konnten die Lichter des Schlosses erkennen und flogen direkt darauf zu. James hielt Lily in den Armen, und tief in seinem Herzen, merkte er, dass ihm das gefiel. Aber nein. Diese Gefühle waren vorbei.
Lily zitterte, denn die kühle Nachtluft drang durch ihren Wollpullover und den leichten Umhang. „Warum bist du weggelaufen?“, seine Stimme lenkte sie von der Kälte ab. „Angst, du hast mich gelehrt Angst zu haben. Zorn. Hass. Herzlichen Glückwunsch Potter, du hast es geschafft all diese Gefühle in mir zu wecken.“
Sie sagte dies alles wieder so ehrlich und ernst. „Warum bist du mir gefolgt?“ „Das geht dich nichts an,“ sagte er ungeduldig. Doch damit hatte er wieder einen Fehler begangen und so schwieg sie den restlichen Flug über. Es war kein angenehmes Schweigen, es war ein kaltes Schweigen.
Sie landeten im Schulsprecherraum, doch es war bereits 2 Uhr morgens. „Mist ich hab den Umhang, die Karte und meine Stab nicht dabei. Wie blöd bin ich eigentlich. Und hier in der Nähe kennt Filch alle Geheimgänge.“
James fluchte vor sich hin, Lily dagegen blieb ruhig und legte sich einfach auf ihr Bett. Zwei Betten standen für die Schulsprecher hier, falls sie bis spät in die Nacht arbeiten sollten.
Frustriert löschte James das Licht und schlich zu seinem Bett. Der Halbmond schien durchs Zimmer und erleuchtete Lily, die direkt unter dem Fenster lag. Stumm beobachtete er das Mädchen und bemerkte wie es zitterte. Dann blieb es ruhig liegen, doch kurz darauf bebte ihr Körper erneut. Ihr Gesicht glänzte im Mondschein und einzelne Tränen rannen über ihre Wangen. Mitleid erfasste ihn und er tapste zu ihrem Bett. Einen Moment blieb er davor stehen, dann nahm er sie in den Arm. Sie spannte sich an. „Shhhhhhh... Vergiss wer ich bin.... Ganz ruhig... Es passiert nichts...“ Sie beruhigte sich wieder und er redete weiter auf sie ein, bis er nur noch ihren gleichmäßigen Atem hörte. Nachdem er ihr die Tränen abgewischt und eine Haarsträhne aus ihrem Gesicht geschoben hatte, kehrte er in sein eigenes Bett zurück und schlief merkwürdigerweise zufrieden ein.
Das Leben ist zu kurz um es zu lieben,
aber lang genug um es zu hassen.

Arwen Undomìel
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Beitragvon Arwen Undomìel » Mo 07 Mai, 2007 20:30

Hmm, also ich habe gedacht, hab die FF eh schon fertig. Da kann ich euch gleich alles geben.

7. Kapitel

Am nächsten Morgen wurde James davon wach, dass Lily ins Bad verschwand. Kurz darauf flog eine Hogwarts- Uniform an ihm vorbei und verschwand im Bad. James kuschelte sich wieder in sein Bett, als kurz darauf Lily frisch geduscht aus dem Bad kam.
„Morgen“, nuschelte er ihr zu.
„Es ist sieben Uhr“, sagte sie, als würde sie ganz normal übers Wetter reden.
„Was? Oh nein... Ich muss noch schlafen... Gute Nacht noch.“
„Mittag“, korrigierte sie ihn und grinste. Lily schien ja heute einen guten Tag zu haben.
„Wie Dumbledore gesagt hat, einigen wir uns auf Morgen“, sagte er und lächelte ihr zu.
Es war, als hätte er Lily mit diesem Lächeln eine Ohrfeige verpasst, ihr Grinsen verschwand und sie wandte sich ab.
„Was ist los?“, fragte er sie leise.
„Geht dich nichts an“, war ihre knappe Antwort.
Genervt verdrehte er die Augen und ärgerte sie dann, fast schon aus Gewohnheit.
„Gehst du mit mir aus?“, lange hatte er ihr diese Frage nicht mehr gestellt, lange hatte er es gelassen, doch Lily brauste trotzdem sofort auf. Sie bemerkte nicht, wie sich die Tür öffnete und ansonsten wäre es ihr auch egal gewesen.
„Potter, begreif es! Wir werden NIE mehr miteinander zu tun haben, als das wir in dieselbe Klasse gehen und Schulsprecher sind, denn daran kann ich nichts ändern. Niemals werden wir Freunde und ich garantiere dir, ich werde NIEMALS mit dir ausgehen. Versuchst du mich zu quälen, willst du mich ärgern, mich einfach davon abhalten meine Sachen zu erledigen, Potter? Das ist jetzt vorbei, es wird dir nicht mehr gelingen...“
Sie lachte kalt auf und wurde ruhiger, dabei wurde ihre Stimme jedoch auch kälter.
„Glaubst du, ich weiß nicht wie schnell du deine Freundinnen wechselst, glaubst du, ich weiß nicht, mit welchen Worten du sie wegschickst und dir eine andere nimmst? Sie haben sich alle bei mir ausgeheult, mir gesagt, wie recht ich doch hätte nicht mit dir auszugehen. Ich habe ein recht darauf dich zu hassen, und ich tue es. Du hast mein Leben genug gestört, lass mich einfach in Ruhe. Ich warne dich, lass mich in Ruhe oder du wirst es bereuen.“
Sie hatte vorgehabt ihren Zauberstab zu zücken, doch den gab es nicht mehr. Sie zog das Fläschchen mit der Asche aus dem Umhang und hielt es auf ihn gerichtet. Es leuchtete in ihrer Hand auf und erhellte ihr Gesicht. Ihre Augen blitzten.
„Ich lasse mich nicht verarschen, Potter. Lass mich in Ruhe.“
Sie drehte sich um und lief geradewegs in Alice herein, die sie böse ansah.
„Lily, entschuldige dich! Das war eben ziemlich übertrieben. Entschuldige dich, oder ich will nichts mit dir zu tun haben.“
Hinter Alice standen Sirius und Remus und sahen sie ebenfalls vorwurfsvoll an, nur Peter schien all das nicht zu kümmern. Lily blickte sich nicht zu James um und machte erst recht keine Anstalten sich bei ihm zu entschuldigen.
„Er-“
„Lily, es ist mir egal, ob er dich genervt hat oder was er dir sonst angetan hat. Entschuldige dich! Das war echt nicht fair. Behandle James endlich wie einen normalen Menschen! Selbst zu den Slytherins bist du freundlicher. Ich habe keine Lust mehr auf dein Rumgezicke gegenüber James.“
Lily blickte sie fassungslos an, dann wanderte ihr Blick weiter zu Remus und Sirius, die sie drohend ansahen. Ihr Blick blieb an Peter hängen, der sie als einziger freundlich ansah und ihr aufmunternd zulächelte.
Auf einmal sah sie nur noch Verräter vor sich stehen, ihre Freunde, und gerade Peter blickte sie in dieser Situation freundlich an, gerade Peter mit dem sie nichts zu tun gehabt hatte. Lily setzte nicht noch einmal zu einer Erklärung an, sondern verließ einfach den Raum. Sie ging.

Es war noch früh am Morgen und Wochenende, so ging sie in die Bibliothek und erledigte ihre anstehenden Hausaufgaben. Doch danach verließ sie die Bibliothek nicht, sie lernte und las. Zwischendurch kam Conny einmal rein und ging, sie mit Nichtachtung strafend, an ihr vorbei.


„Die dahinten, “ er deutet unauffällig auf meine ehemaligen Freunde,
„Sagen, man soll sich nicht mit dir abgeben. Ich dachte, das wären deine Freunde, wenigstens zum Teil.“
„Das dachte ich auch, ist aber anscheinend nicht so.“
LILY
Also haben sie allen erzählt, dass sie mich nicht beachten sollen. Gut, was für tolle Freunde. Immerhin werde ich jetzt mal in Ruhe gelassen, und das alles wegen Potter!
Nein, ich werde nicht an ihn denken.
Was meine FREUNDE mir alles zutrauen... Und ich soll mich entschuldigen. Das werde ich garantiert nicht tun. Warum sollte ich auch?
Grausam war ich schließlich nicht, und wenn doch, er war grausamer zu mir. Es ist mir egal, ob ich ihn verletzt habe, es ist mir egal.
Es ist schon 18Uhr, hm. Ich sitze lange hier drin, dafür bin ich auch niemandem von den Rumtreibern begegnet. Ich werde nicht mehr in den Wald gehen.
Danke Potter, willst du mich einsperren? Es kann mir doch egal sein ob Potter im Wald ist oder nicht. Hier halte ich es nicht mehr aus und ich hab keine Lust mit irgendwem zu reden. Ich gehe in den Wald.
Ich verlasse die Bibliothek mit meinen Freunden, den Büchern. Bücher sind viel treuer als menschliche Freunde, und sie beschäftigen mich, mit einem Tagebuch kann man auch reden, und Bücher erzählen mir was. Die Bücher sind meine neuen Freunde, meine richtigen Freunde, ich brauche keine anderen.
Ich gehe um eine Ecke, rechts von mir liegt die große Halle und gerade aus ist der Ausgang. Potter wagt es doch tatsächlich mir zu begegnen. Über ein altes Pergament gebeugt kommt er aus der großen Halle und hebt den Kopf. Er sieht mich an, ich gucke einfach stur nach vorne.
Ich könnte ihn erwürgen, aber ich will keine Mörderin werden, denn dann muss ich nach Askaban und da will ich nicht hin. Ich muss mich einfach zurückhalten.
Alice kommt hinter Potter aus der Halle und rempelt mich an. Ich sehe mich nicht um, es ist mir egal. Was für eine tolle Freundin. Ich spüre Potters Blicke im Rücken. Nein, ich werde mich nicht umdrehen und ihn erwürgen. Ganz ruhig Lily, da vorne ist schon die Tür.
Endlich im Freien, die frische Luft ist beruhigend. Mal schauen, ist irgendjemand hier draußen? Nein, na dann ab in den Wald. Puh. Ich habe jetzt meine Ruhe. Ähm....
Ist das Peter, der da auf den Wald und auf mich zugeht? Das kann nicht sein...
Er ist es. Er kommt direkt auf mich zu, soll ich hier bleiben oder verschwinden? Ich bleibe. Er hat mir nichts getan! Und warum sollte ich weglaufen? Ich habe keine Angst.
„Hallo Lily“, sagt er und guckt mich aus seinen wässrigen, blauen Augen freundlich an.
„Wie geht’s dir?“ Seine Augen sind schön. Früher fand ich sie immer hässlich, aber jetzt sind sie schön, weil mir aufgefallen ist, dass sie immer freundlich gucken. Immer, egal ob James oder Sirius ihn veralbert haben. „Danke, gut.“
Er setzt sich neben mich auf den Boden. Hab ich ihm das erlaubt? Egal.
„Nimm dir das mit James und Co nicht so zu Herzen Lily.“
„Ich habe kein Herz“, antworte ich monoton. Hat Potter mich jetzt doch überzeugt? Er lächelt schwach. Aber hey, er lächelt mich immer hin an und schaut nicht so vorwurfsvoll wie meine tollen Freunde. „Komm schon Lily. Es ist mir egal was passiert ist, ich denke du hattest einen guten Grund. Du sagst so was nicht einfach so, das trau ich dir nicht zu.“ Es tut gut so was zu hören, einer vertraut mir. „Danke“, sage ich leise.
„Ich denke, du willst jetzt nicht darüber reden, aber ich höre dir zu wenn du willst. Du kannst immer zu mir kommen und ich will versuchen dir zu helfen“
Ich blicke ihn ein wenig ratlos an. Wie will er mir helfen? Er ist nicht gerade der intelligenteste. Wahrscheinlich kann man meine Gedanken meinem Gesicht ablesen, denn er grinst breit und sagt: „So dumm bin ich nun auch wieder nicht. Ich hab nur Angst.“ Seine Stimme ist wieder ernst geworden und er redet weiter.

„Mein Problem ist meine Angst. Ich habe vor fast allem Angst, nur meinen Freunden vertraue ich. Ich weiß, dass mich meine Angst zerstören wird, aber was soll man machen, “ er zuckt mit den Schulter, „Ich genieße das noch friedliche Leben.“ Irgendwie helfen mir seine Worte, denn es gibt mir das Gefühl nicht schlecht zu sein. Ich stehe auf und irgendwie mag ich Peter wirklich gern. Ich halte ihm die Hand hin: „Freunde?“
„Freunde,“ sagt er und schlägt ein.
Vielleicht ging das ein bisschen schnell, aber er hat mir wirklich geholfen. Er hat mir das Gefühl gegeben, dass ich nicht jedem egal bin. Wir brauchen beide Hilfe, wir helfen uns gegenseitig. Wir brauche beide eine Person, die für uns da ist, egal was passiert.
Ich schlendere glücklich mit ihm zurück ins Schloss.
„Sorry, aber ich glaube, wir sollten nicht zusammen durchs Schloss gehen. Sie werden dich killen, “ flüstere ich ihm an der Tür zur Eingangshalle noch zu. Er lächelt mich warm und dankbar an. Vielleicht hat auch er sich Sorgen um sein Überleben gemacht.
Ich gehe in die große Halle und setzte mich an den Tisch zu den Erstklässlern. Ein paar Minuten später kommt Peter rein und setzt sich weit von mir weg zu seinen Freunden. Ein wenig wehmütig lächeln wir uns zu, dann wende ich den Blick meinem Essen zu.
Elrohir und Tonks lassen sich neben mir auf die Bank fallen.
„Was ist los?“, fragt mich Elrohir leise.
„Die dahinten, “ er deutet unauffällig auf meine ehemaligen Freunde,
„Sagen, man soll sich nicht mit dir abgeben. Ich dachte, das wären deine Freunde, wenigstens zum Teil.“
„Das dachte ich auch, ist aber anscheinend nicht so.“
Ich bin mit Essen fertig, verabschiede mich und gehe hoch in den Gryffindor Turm. Auf dem Weg begegne ich Sirius, Alice und Frank, die demonstrativ in eine andere Richtung schauen. Es schmerzt, aber ich bin nicht schuld. Ich habe ihnen nichts getan.
Tolle Freunde. Das sind echt tolle Freunde. Wenn sie ein Problem haben, soll ich ihnen immer helfen, aber wenn ich mal eins habe, dann werde ich sofort ignoriert. Tolle Freunde. Ich weiß, das denke ich schon den ganzen Tag, aber ich fühle mich echt verraten. Und so welchen habe ich vertraut.
Und jetzt kommt auch noch Potter von hinten. Ich hoffe er lässt mich in Ruhe, und er tut es tatsächlich. Vielleicht haben meine Worte heut morgen was bewirkt, oder er ist eingeschnappt, dass ich mich nicht entschuldige. Selbst Schuld, sag ich da nur. Meine Drohung scheint tatsächlich gewirkt zu haben, er macht einen großen Bogen um mich, wahrscheinlich um mich nicht zu berühren. Immerhin etwas.
Eigentlich wollte ich in den Gryffindor Turm und in meinen Schlafsaal, aber da geh ich nicht hin. Ich hab keine Lust dahin zu gehen, wo mich alle verstohlen beobachten. Dann muss ich wohl in den Schulsprecherraum, aber da will ich auch nicht hin. Ich fürchte es muss aber sein. Schweren Herzens, nein, ich habe kein Herz. Langsam mache ich mich auf den Weg zum Schulsprecherraum, sage das Passwort und trete ein. Es sieht alles genauso aus wie immer, ich kann eigentlich auch Schulsprecherkram erledigen.
Also, hm, denken wir mal über das Essen am Weihnachtsball nach. Ah ja, wir können wieder die Karten machen, wo man selbst was wählen kann. Hatten wir, glaub ich schon mal irgendwo, nur wo? Keine Ahnung.
So fertig, das lass ich hier liegen, dann kann Potter das nachlesen, mit dem rede ich nicht mehr. Wo geh ich jetzt hin? Nicht in den Schlafsaal, da schlafe ich ja lieber hier.
Ja das ist gut, ich schlafe hier. Ich zaubere mir meinen Schlafanzug her, Zauberei ist echt praktisch um unangenehmen Begegnungen zu entgehen.
Das Bett ist schön warm und kuschelig.
Warum vertraut Alice mir nicht? Warum denkt jeder, dass ich unfair bin? Hat Potter ihnen etwas vorgelogen? Aber nein, so ist Potter nicht. Ich mag ja nicht viel von ihm halten, aber er lügt nicht um sich zu verbessern. Aber Potter hat sich verändert. Ach ich weiß nicht, wen kümmert es? Nur mich, ich bin doch allen egal.
Ich dachte immer, ich hätte viele Freunde, ich dachte viele vertrauen mir. Aber ich habe mich geirrt. Es gibt ein paar wenige, wie Elrohir und Tonks und Peter und Lucas. Aber sonst? Wer hält schon zu mir?
Elrohir, Lucas und Tonks sind in anderen Jahrgängen und Peter hat nur ein, zwei Kurse mit mir zusammen. Ich bin allein. Ich werde meinen Kampf allein kämpfen. Ich werde allein gegen meine Feinde kämpfen, die einmal meine Freunde waren. Es kommt mir so vor, als wären wir schon seit Ewigkeiten keine Freunde mehr, dabei hat es doch erst heute angefangen. Es ist geschehen, ich kann nichts mehr ändern. Ich werde mich garantiert nicht entschuldigen...

Ah, erstmal strecken. Ein Blick auf die Uhr: Es ist sieben Uhr morgens. Mein Leben läuft also noch rund, bis auf meine Freunde. Warum denk ich die ganze Zeit darüber nach? Es ist mir doch egal. Ich glaub, ich bin sogar ein bisschen glücklich, dass ich meine tollen Freunde los bin. Niemand mehr da, der mich betrügt. Hoffe ich.
Heute ist Sonntag. Dann hab ich ja den ganzen Tag frei. Entspannung pur.
Nur was soll ich machen? Ich könnte in die Bibliothek... Vielleicht kurz aber ich muss hier raus. Raus aus dem Schloss, ich brauche einen Tapetenwechsel. Aber wohin? Ich hab keine Lust Potter wieder im Wald zu begegnen, ach egal. Ich geh da hin, Potter werde ich schon verscheuchen können. Aber erstmal was zu essen holen. Das Potter mir gezeigt hat wo die Küche ist, ist ja ganz praktisch. Auf geht’s.

Nach vielen Nachfragen seitens der Hauselfen, ob ich nicht noch etwas haben möchte, stehe ich jetzt vollbepackt mit Schokofröschen, Kürbiskuchen, Pasteten, Bertie Botts Bohnen in allen Geschmacksrichtungen und vielem mehr auf den Ländereien.
Niemand zusehen und so schlüpfe ich unter das schützende Blätterdach. Ich liebe diese dunklen Grüntöne. Tagsüber sieht alles noch viel angenehmer aus als in der Nacht. Wo geh ich heute mal hin. Ich glaube ich besuche die Zentauren, Firenze. Ja ich besuche Firenze, die anderen sind mir ein bisschen zu blöd, mit ihrem Anti-Menschen-Tick. Firenze ist echt total süß, er ist noch nicht ausgewachsen. Ich habe mich mit seiner Mutter gut verstanden, aber die ist bei seiner Geburt vor 5 Jahren gestorben. Die anderen Zentauren haben nie über seine Mutter gesprochen, weil sie den Fehler hatte mit mir zu kommunizieren, und so hab ich ihm erzählt was ich von ihr kannte. Dann sind wir Freunde geworden, und zwar richtige Freunde. Nicht solche... Ach egal.
Firenze wohnt in einer Baumhöhle. In einem breitem, hohlen Baum. Da wohnt er alleine, obwohl er gerade erst richtig den Wald mit seinen Gefahren kennen gelernt hat.

Auf dem Weg zu Firenze muss ich mich ab und zu wieder orientieren. Er wohnt tief im Wald, er nennt den Ort das Herz des Waldes. Vielleicht weil es seine Heimat ist, vielleicht weil da wirklich die Mitte des Waldes ist, was ich irgendwie bezweifle, denn dann wäre der Wald nicht allzu groß.
Ich nähere mich meinem und Firenzes Lieblingsort, der nah seiner Baumhöhle ist. Es ist ein Springbrunnen mitten im Wald. Ich weiß nicht wer ihn erbaut hat, und wann, aber der Brunnen ist wunderbar. Sein Wasser ist kristallklar und trinkbar, es glitzert im Licht des Mondes und der Sonne, und man sieht die Sterne darin Funkeln. Firenze steht an dem Brunnen.
Das Leben ist zu kurz um es zu lieben,
aber lang genug um es zu hassen.