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[HP] Die Rolle von Remise ( Für Harry Fans perfekt geeignet)

Jean_Riddle
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[HP] Die Rolle von Remise ( Für Harry Fans perfekt geeignet)

Beitragvon Jean_Riddle » Fr 27 Jan, 2006 20:38

Harry Potter und die Rolle von Remise

Kapitel 1 – Unschuldig in Askaban


Vormerker:Disclaimer: Nichts an dieser Geschichte gehört uns, außer dem Plot und den von uns entwickelten Charakteren. Alle originalen Charaktere und Schauplätze die aus dem HP-Universum entnommen sind gehören J.K. Rowling oder Warner Bros. Wir wollen damit kein Geld machen. Diese Geschichte haben wir nur aus lauter Spaß an der Freude geschrieben und sie dient ausschließlich dazu (hoffentlich) zahlreichen Harry Potter-Fans das Warten auf das nächste Buch zu verkürzen. Und nun viel Spaß beim Lesen.

Es ist etwas für Harry fans und..Ach lasst euch einfach überraschen und sagt mir wie ihr es findet!!!!!!!!!!!!!!



Kapitel 1 – Unschuldig in Askaban






Der Gerichtssaal im Ministerium für Zauberei war voller Zauberer und Hexen. Sie alle waren da, um den Prozess des Jahrhunderts mitzuerleben. Ihre Gesichter spiegelten verschiedene Gefühlslagen wieder. Zum einen war da Neugier, aber auch Hass, Enttäuschung und Abscheu.

In der Mitte des Raumes, stand ein einzelner, hölzerner Stuhl, mit schweren, magischen Eisenketten, der für den Angeklagten bereit stand. Die Eisenketten wurden nur für die gefährlichsten Zauberer heraufbeschworen. Sie wurden dem Angeklagten um Hand- und Fußgelenke gelegt und durch einen uralten Zauber, unterdrückten sie die Magie des Angeklagten, so dass dieser sich nicht befreien konnte, egal wie mächtig dieser war.

Die Anspannung im Gerichtssaal stieg. Der Richtervorstand, Zauberergamot und der Zauberei- Minister Fudge waren schon anwesend, nur der Angeklagte fehlte noch.

Auf einmal durchzog eine eisige Kälte den Raum, als die Tür aufging und zwei Dementoren den Raum betraten. In der Mitte hing eine schlaffe Gestalt, die nur noch durch die Klauen der seelenraubenden Kreaturen gehalten wurde. Die Dementoren schleiften den jungen Mann in die Mitte des Raumes und ließen ihn achtlos auf den Stuhl fallen. Nach dem die Dementoren ihre Last abgeladen hatten, verschwanden sie aus dem Gerichtssaal, die eisige Kälte mit ihnen.

Die verzauberten Ketten legten sich sofort, um die Handgelenke und Fußknöchel, sobald der junge Mann auf dem Stuhl geplumpst war. Die Arme lagen schlaff auf der Armlehne. Der Kopf hing nach vorne über. Die wirren, schwarzen Haare fielen ihm nun ins Gesicht. Seine Kleidung war verschmutzt und zerrissen. Eine Robe besaß er schon lange nicht mehr.

Seine Hände ballten sich zu Fäusten, so stark, dass die Knöchel weiß hervor traten. Langsam hob er seinen Kopf. Die smaragdgrünen Augen, die einst nur so vor Lebensenergie gestrotzt hatten, wirkten nun trüb und leer. Die Wirkung der Dementoren auf den Jugendlichen war noch nicht ganz verflogen und sein Körper zitterte unkontrolliert. Die blitzförmige Narbe, die auf der Stirn des Jungens war, war mit Blut verkrustet.

Langsam wurde er sich seiner Umgebung bewusst. Er vernahm die verächtlichen Blicke der Anwesenden hinter seinem Rücken, doch es störte ihn nicht weiter.

Äußerlich wirkte er ziemlich leer und abwesend, doch im Inneren, tobte ein regelrechter Sturm der Gefühle. Er war verletzt, tief verletzt, dass seine angeblich besten Freunde ihm keinen Glauben schenkten und ihn für schuldig hielten. Auch die Professoren, allen voran Professor Dumbledore, hatten ihn, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, fallen gelassen und ihn für schuldig erklärt. Die Waffe gegen Voldemort war nun verbraucht und verdorben, sie spielte nun keine Rolle mehr. Nur Professor Snape ließ sich nicht blicken. Ein bitteres, verzweifeltes Lächeln zog sich über seine erschöpften Gesichtszüge. Er war also nichts weiter als ein Bauer auf dem Schachfeld, kein Mensch, der Gefühle hatte. ‚Toll, einfach toll!'

Der Richtervorstand stand geschlossen auf. „Mister Harry James Potter, Sie werden des Missbrauchs der dunklen Magie, der Anwendung eines Unverzeihlichen und der Folterung einer Mitschülerin angeklagt. Schuldig oder Unschuldig?"

Harry starrte den Richtervorstand entsetzt an, als dieser die Anklage verlas. Das konnte doch nicht wahr sein? Das musste ein schrecklicher Albtraum sein, aus dem er gleich aufwachen würde. Doch es war kein Albtraum, es war die bittere Realität.

Bei der letzten Frage des Richtervorstands, wollte er ‚Unschuldig', schreien, doch sein Protest wurde von den lauten „Schuldig" Schrei im Keim erstickt. Fassungslos starrte er auf den Richtervorstand. Der Vorstand grinste ihn überheblich an. Er drehte leicht den Kopf zum Zauberei-Minister, dessen Augen vor Vorfreude funkelten. Sein Blick schweifte zum Zauberergamot und blieb bei Professor Dumbledore heften. Was er in dessen Augen sah, versetzte ihm einen harten Schlag in die Magengrube. Die sonst so gütigen Augen, funkelten nun, vor kalter unterdrückter Wut und Verachtung.

Langsam kehrte wieder Ruhe ein und Dumbledore stand auf, um das Urteil zu verkünden.

„Mister Harry James Potter. Das Zauberergamot befindet Sie in allen drei Anklagepunkte für schuldig!"Jubelrufe hallten durch den Gerichtssaal. Ungläubig starrte Harry seinen Schulleiter und Mentor an. Tränen schossen ihm in die Augen. Nein, er wollte sich die Blöße nicht geben. Nicht hier! Und so unterdrückte er die Tränen und schluckte den fetten Kloß im Hals hinunter. Fassungslos wartete er auf das nun Unvermeidliche: Die Vollstreckung des Urteils!

„Mister Potter, da Sie erst sechzehn sind und damit nicht volljährig sind, hat das Zauberergamot entschieden, Ihnen nicht den Kuss der Dementoren verabreichen zu lassen. Obwohl Sie es verdient hätten!" Ein Raunen ging durch den Saal. „Daher verurteilen wir Sie zu lebenslanger Haft im Zaubereigefängnis Askaban, ohne Begnadigung!"

‚Lebenslang… Askaban… Dementoren… keine Begnadigung!' Immer und immer wieder hallten diese Worte in seinem Geiste. ‚Nein, NEIN!', wollte er schreien, doch er bekam kein Wort aus seinem Mund. ‚Bitte nicht! Ich bin UNSCHULDIG!' Flehend und verzweifelt schaute er Dumbledore an, doch dieser ignorierte ihn und packte seelenruhig seine Unterlagen zusammen.

Wieder kehrte die eisige Kälte in den Raum ein, als die Dementoren zusammen mit Auroren, in den Saal traten, um Harry seinem unausweichlichen Schicksal zu übergeben.

Die Ketten fielen von ihm ab. Er wurde aus dem Stuhl gezerrt und aus dem Gerichtssaal geschleift. Er war zu geschockt um sich aufrecht zu halten.

Sie hatten ihn verurteilt… verurteilt zu lebenslanger Haft in Askaban und ohne auch nur seine Version vom Geschehen gehört zu haben.

Das einzige was die geprüft hatten, war der letzte Zauberspruch, der mit seinem Zauberstab durchgeführt wurde. Es war eindeutig der Cruciatus.

Als er heraus geschleift wurde, traf sein Blick auf seine ‚Freunde'. Ihre Gesichter und Gesten waren wie Messerstiche, die tief in sein Herz gerammt wurden.

Hermine hatte Tränen, der Enttäuschung und verzweifelter Wut, in den Augen. Ginny blickte kalt und hasserfüllt zu ihm. Ron war rot im Gesicht vor Wut, aber auch Erleichterung spiegelte sich in seinem Gesicht wieder.

„Ich bin unschuldig!", rief er ihnen verzweifelt zu, in der Hoffnung sie würden ihm doch noch glauben und ihm helfen. Doch sie schüttelten nur mit dem Kopf und wandten sich voller Abscheu von ihm ab.

Er versuchte, die Geschehnisse zu rekapitulieren, die zu dieser ganzen Farce geführt hatten.

Es war am ersten Hogsmeade-Wochenende, in seinem sechsten Schuljahr. Er ging gemeinsam mit Luna, Ron, Ginny und Hermine nach Hogsmeade. Um etwas Zeit alleine zu verbringen, trennten sich Ron und Hermine schnell von den anderen... denn sie waren inzwischen mehr als nur Freunde.

Als Ginny ihren Freund Dean erkannte, verabschiedete sie sich von Harry und Luna und lief zu Dean. Nun war Harry mit Luna allein, nicht das es ihn störte, im Gegenteil. Er genoss ihre Nähe und war gern mit ihr zusammen. Seit dem Fiasko im Ministerium, hatte er gelernt hinter ihre Fassade zu schauen und erkannte, wer sie wirklich war. Entgegen ihrem verträumten Auftreten, war sie eine begabte und äußerst intelligente junge Hexe, die durchaus ihren ‚Mann' stehen konnte.

Inzwischen hatte sich zwischen ihnen ein genauso starkes Band der Freundschaft gebildet, wie mit Ginny… fast so stark, wie mit Ron und Hermine. Doch mehr als nur Freundschaft konnte er sich bei ihr nicht vorstellen.

Sie kamen irgendwie auf das Thema Sirius zu sprechen. Er erzählte ihr, wie er seinen Paten kennen gelernt hatte. Luna hatte daraufhin Interesse an der Heulenden Hütte gezeigt und ihn gebeten, sie doch dort hin zuführen , wo sie schon mal in Hogsmeade waren.

Ungeahnt, wurden sie von fünf Todessern aufgelauert, die sich nahe der Heulenden Hütte versteckt hielten. Gemeinsam mit Luna, hatte er es geschafft, drei der Todesser auszuschalten, doch wurden sie von den anderen beiden überwältigt.

Niemand war in der Nähe um ihnen zu Hilfe zu kommen, sie waren einfach zu weit abseits des Dorfes gewesen. So schnell würde man sie nicht finden.

Als Harry wieder zu Bewusstsein kam, fand er sich in einem unbekannten Haus, gefesselt vom Petrificus Totalus, wieder. Hilflos musste er mit ansehen, wie Luna stundenlang durch den Cruciatus gequält wurde. Ihre Schreie brannten sich förmlich in sein Gehirn.

Schließlich starrte sie nur noch mit leeren Augen in unendliche Fernen und wimmerte. Daraufhin sagte einer der Todesser: „Los, wir müssen uns beeilen. Wir bekommen gleich unangenehmen Besuch."

Er kante die Stimme, es war Nott.

Lachend und mit einem höhnenden Grinsen wandte sich der Todesser an den immer noch bewegungslosen Harry. Dieser warf ihm einen Zauberstab zu, mit dem Luna die ganze Zeit gefoltert worden war. Seine Augen weiteten sich geschockt, als er erkannte, dass es sein eigener war.

Sie hoben den Fesselzauber von Harry auf und disapperierten. Nur wenige Augenblicke später apparierten Auroren in den Raum und betäubten ihn umgehend, als er sich über Luna beugen wollte.

Brutal wurde er aus seinen Gedanken gerissen, als er mit einem Portschlüssel an einen Hafen transportiert wurde. Wenige Minuten später saß er gefesselt in einem Boot, rechts und links von ihm hielten wieder Dementoren Wache und die schlimmsten Ereignisse seines Lebens begannen, sich in seinem Geist immer und immer wieder abzuspielen.

Es begann mit dem Todesschrei seiner Mutter, über den Tod Cedrics und Sirius' und endete nach vielen endlos, qualvollen Erinnerungen an die schmerzerfüllten Schreie und den leeren, hoffnungslosen Blick Lunas. Und zusätzlich plagten ihn nun noch die hasserfüllten Blicke seiner einst besten Freunde... das tat ihm nach Luna am meisten weh.




Kapitel 2--The Escape



Ein schmaler Strahl blassen Sonnenlichts fiel in die karge Zelle aus grauem Fels. In der Ecke lag eine zusammengekauerte Gestalt in schmutzigen zerschlissenen Sachen.

Es war der sechzehnjährige Harry Potter, zumindest war er es mal. Jetzt war er nur noch ein Schatten seiner selbst.

Im Augenblick schien der dürren abgemagerten Gestalt mit dem wirren, verfilzten Haar kein Lebensfunken innezuwohnen. Einst von innerer Energie strahlende leuchtend grüne Augen waren nun trüben dunklen Flecken in dem kalten blassen Gesicht gewichen.

Sie wirkten gejagt und zuckten beim kleinsten Geräusch wild hin und her.

Seit zwei Monaten befand sich Harry nun schon in der Zelle. Jeder einzelne Tag bestand aus 24 Stunden Albtraum und Qual. Tagsüber, wenn die Dementoren an seiner Zelle vorbei glitten, erlebte er immer wieder die schlimmsten Erlebnisse seines Lebens. Harry war einer der Zauberer, die von Dementoren besonders stark beeinflusst wurden. Dazu kam noch, dass er schon mehr schlimmes erlebt hatte, als die meisten Erwachsenen in ihrem ganzen Leben. Mit dem letzten Rest seines Geistes erfasste er, dass er nicht mehr lange bei Verstand bleiben würde, wenn er nicht bald hier raus kommen würde.

Doch nachts, wenn Voldemort aktiv war, war es für den Jungen die schlimmste Zeit. Voldemort hatte, um Harry weiter zu quälen, ganz bewusst die Verbindung zwischen ihnen verstärkt, so dass er die Jagd auf Muggel und muggelgeborene Zauberer mitbekam. Jeder Cruciatus, den Voldemort sprach, brachte Harry grausame Schmerzen, jeden Todesfluch ließ ihn schreiend aufwachen und seine Narbe platzte auf und begann zu bluten.

Er sah mit an, wie junge Frauen und Mädchen vergewaltigt, Männer und Kinder bei lebendigem Leib aufgeschlitzt oder mit Zaubersprüchen so lange gefoltert wurden, bis sie um den Tod bettelten. Er sah, wie Eltern mit ansahen, wie ihre eigenen Kinder unter dem Einfluss des Imperius-Fluches die ganze Familie niedermetzelten. Einige Male ließ er den Eltern sogar freie Hand um sich zu verteidigen... als würde auch nur einer die Hand gegen seine eigenen Kinder erheben.

Harry konnte nicht mehr. Wann immer er Schlaf ohne Dementoren oder Voldemort fand, jagten ihn diese Bilder und quälten ihn zunehmend.

Anfangs hatte er mit seinen bescheidenen Okklumentik-Kenntnissen einen kleinen Schutz gehabt, aber der dauernde Einfluss der Dementoren ließ seine Verteidigung zusammenbrechen. Nun stand er kurz davor aufzugeben.

Er musste hier raus, koste es was es wolle. Doch nun kam schon der nächste Dementor und wieder sah er den Tod seiner Eltern, den von Cedric und Sirius, die Folter von Luna und die Gesichter seiner Freunde, die nichts als Wut, Hass und Verrat zeigten.

Harry wusste, dass Voldemort ihn bewusst quälte und ihn absichtlich an allen Treffen und Aktionen teilhaben ließ. Er konnte so sogar einige Informationsfetzen erlangen. Voldemort suchte etwas, etwas das ihm unglaubliche Macht bringen würde. Harry wusste nicht genau, wie das funktionieren sollte, er kannte nur den Namen... die Schriftrolle Remisé.

Doch wen sollte er darüber in Kenntnis setzen? Es war niemand da, dem er das mitteilen konnte. Sie hatten sich alle gegen ihn gewandt.

Er wusste im Voraus, wann Voldemort wo zuschlagen würde und Voldemort wusste, dass er es wusste und er wusste auch, dass Harry sich Vorwürfe machen würde, weil er den Zauberern und Muggeln nicht helfen konnte.

Harry wusste nicht, wie es um die Zauberer im Allgemeinen stand. Er sah alles nur aus der Sicht der Todesser. Er wusste jedoch, dass noch keiner seiner ‚Freunde' oder vom Orden gefallen war. Sie mussten sich also wacker halten. Obwohl Harry sich nicht sicher war, ob er froh darüber sein sollte; denn sie waren es schließlich, die ihn in diese auswegslose Lage gebracht hatten. Niemand hatte nach der Wirklichkeit gefragt, oder versucht ihm zu helfen… nach all dem was er für sie getan hatte. Das konnte und wollte er niemals vergessen oder vergeben.

Plötzlich wurde das alte Gefängnis durch eine Explosion erschüttert. Er wusste, dass ER gekommen war, um ihn endlich zu holen und vor den Augen der Öffentlichkeit hinzurichten. ER hatte ihm bereits in seinen Visionen zu verstehen gegeben, dass es bald soweit wäre. Voldemort war auf dem Weg zu ihm. Gleichzeitig würde er die verbliebenen Dementoren mitnehmen und die letzten Todesser befreien, wenn sie noch bei vollem Verstand waren.

Er schloss die Augen und schien sich seinem unausweichlichen Schicksal hinzugeben. Er stellte sich vor, wie es wohl wäre, endlich tot zu sein und damit auch frei... frei von den schrecklichen Alpträumen, der Schuld und der Qual. Seine Gedanken wanderten zu seinen Eltern und zu Sirius. Er würde sie wieder sehen… endlich.

Plötzlich ging ein Ruck durch seinen Körper. Ein letztes Aufbäumen seines Willens und seines Verstandes. Seine Eltern hatten sich nicht für ihn geopfert, damit er sich selbst aufgab. Sirius hatte nicht versucht, ihn zu retten, damit er sich Voldemort kampflos ergab und den Tod herbeisehnte. Sie hätten gewollt, dass er bis zum letzten Atemzug kämpfte.

Er sah ein Schimmern durch das Gemäuer laufen... die Schutzzauber waren gefallen. Er hörte, wie die Explosionen immer näher kamen und hörte die verzweifelten Schreie der ersten Auroren, die fielen.

Plötzlich durchströmte ihn ein Gefühl von vertrauter Wärme und... Stärke. Seine Magie... er fühlte seine Magie wieder. Die Schutzzauber, die jegliche Magie in den Zellen verhindert hatten, waren gefallen.

Er schloss die Augen und stellte sich vor, wie er an einem sicheren Ort wäre, sicher vor Voldemort, wo er sich auf den Tag des finalen Kampfes vorbereiten könnte.

Als er die Zellentür zu seinem Trakt explodieren hörte, verspürte er ein gewaltiges Ziehen in seinem Körper, das so schmerzvoll war, als würde es ihn in tausend Stücke zerreißen. Dann wurde alles schwarz um ihn herum.

Der Orden des Phönix hatte sich wieder einmal zu einer Versammlung zusammen gefunden. Nun saßen sie im geheimen Versammlungsraum in Hogwarts beisammen und berieten die weitere Vorgehensweise gegen Voldemort. Angespannte Gesichter waren auf den Anführer und Schulleiter Albus Dumbledore gerichtet. Professor Severus Snape, Spion für Dumbledore, Ex-Todesser und Zaubertränke Meister von Hogwarts, saß neben dem Schulleiter und schaute mit grimmigen und mörderischen Blick auf die Anwesenden am Versammlungstisch.

Albus Dumbledore erhob sich von seinem Stuhl und blickte in die Runde.

„Hallo, werte Ordensmitglieder. Erst einmal danke ich euch, dass ihr so zahlreich erschienen seid. Unsere heutige Versammlung beschäftigt sich mit der aktuellen Lage rund um Voldemort. Kingsley, gibt es was Neues im Ministerium?" Kingsley erhob sich, während Dumbledore sich wieder setzte. „Argh, ich könnte Fudge den Hals umdrehen. Es ist offensichtlich, dass 'Du-weißt-schon-wer' aktiver ist, als im ersten Krieg. Und was macht er? Er tut so als wäre nichts und verschanzt sich mit dem Großteil der Auroren im Ministerium, anstatt neue Rekruten anzuwerben und aktiv nach ihm zu suchen. Und seine Selbsthilfetipps kann man auch vergessen." „Das hatte ich befürchtet! Wir sind, gegen Voldemort, auf uns allein gestellt und befinden uns wieder ganz am Anfang!" „Nicht ganz!", mischte sich nun Tonks mit ein. Als sie bemerkte dass sie Dumbledore unterbrochen hatte, sah sie ihn entschuldigend an. „Fahre bitte fort, Nymphadora!" „Vol… Vol…", stotterte sie. „Ach, eben ‚Du-weißt-schon-wer' wurde in einer unterirdischen Katakombe in Ägypten gesichtet!"

„Gerüchten zu folge, soll dort in den unterirdischen Katakomben von Kemet die Rolle von Remisè liegen! Doch keiner weiß etwas Genaueres.", warf Bill Weasley ein und unterbrach damit eine verdutzt dreinblickende Tonks. Bill warf ihr entschuldigende Blicke zu.

Dumbledore strich sich nachdenklich über seinen weißen Bart. „Hm!", machte Dumbledore und schaute in weite Ferne.

Gerade als die Stille immer bedrückender wurde, wurde die Tür aufgerissen und ein abgehetzter und verwundeter Charlie Weasley platzte in die Versammlung. Er blieb am Tisch stehen und stützte sich erschöpft mit den Armen auf der Tischplatte ab. Eine große Platzwunde zierte seine Schläfe und Blut rann ihm über die Wange herunter. Seine Robe war zerrissen und zeugte von einem schweren Kampf. Seine Haare waren zerzauster; mehr denn je.

Er nahm einen tiefen Atemzug, bevor er zum Reden ansetzte.

„Askaban ist gefallen… Die letzten Dementoren haben sich ‚Du-weißt-schon-wem' angeschlossen… Todesser befreiten die Gefangenen!", ratterte Charlie in einem Atemzug herunter. Seine Kräfte schwanden aus seinem Körper und er sackte in sich zusammen. Sofort war Molly Weasley an seiner Seite, genau wie Bill. Molly zog ihr Taschentuch aus ihrer Robe und tupfte damit das Blut vom Gesicht ihres Sohnes. Bill hatte sich neben seinen Bruder gekniet. „Charlie, hörst du mich?", fragte er den Bewusstlosen leise. Doch Charlie reagierte nicht. Molly rannen Tränen über die Wange, während sie immer noch mit dem Taschentuch das Blut abtupfte. Bill stand wieder auf und ging zu seiner Mutter hinüber. „Mom, Charlie ist zäh im Nehmen. Er wird schon wieder!", versuchte er sie zu beruhigen. Dankbar schaute sie auf und lächelte ihn leicht an.

Dumbledore schritt zum Kamin und rief Madame Pomfrey in den Versammlungsraum. Einen Augenblick später, erschien die Medi-Hexe und machte sich eiligst daran, Charlie zu untersuchen. Die Platzwunde an der Schläfe heilte sie mit einem einfachen Heilzauber. Ansonsten war er unversehrt geblieben. „Er hat noch eine milde Gehirnerschütterung, aber die sollte morgen überstanden sein."„Danke Poppy!", sagte Molly und lächelte leicht. Poppy nickte und lächelte ihr aufmunternd zu. „Er müsste gleich wieder zu sich kommen!", sagte Medi-Hexe und verschwand wieder. „Siehst du, hab ich dir doch gesagt!", lächelte Bill. Molly gab ihm einen Hieb auf den Arm. „Du!" „Mom, er wacht auf!", sagte Bill und deutete auf seinen bewusstlosen Bruder, der langsam wieder zu sich kam.

Seine Augenlider flatterten langsam auf. Mit trüben und müden Blick schauten er seine Mutter und Bill an. Bill griff Charlie unter die Schulter und zog ihn vorsichtig wieder auf die Beine. Molly zog einen Stuhl heran und Charlie setzte sich.

Langsam kehrte wieder Ruhe unter den Ordensmitgliedern ein. Arthur stellte sich neben seinen Sohn und drückte ihm behutsam die Schulter. „Charlie, nun erzähl mal, was ist passiert?"Charlie räusperte sich. Seine Kehle fühlte sich wie ausgedörrt an. Molly erkannte sein Problem und reichte ihm ein Glas Wasser. „Hier, trink erstmal einen Schluck!"Dankend nahm er das Glas an und kippte das kühle Nass seine Kehle hinunter. Er reichte Molly das leere Glas. „Danke, Mom!"Sie nickte und stellte das Glas ab. Charlie schloss kurz seine Augen um sich zu sammeln, dann berichtete er den Ordensmitgliedern was soeben mit dem alten Gemäuer von Askaban passiert ist.

„Ich begleitete Wemberly, der den Gefangenen O'Donnel den Gefängniswärtern übergab, als das alte Gemäuer erschüttert wurde. Es fühlte sich an, als würde ein Sturm über uns hinweg fegen. Die Räume erzitterten und die Mauern fingen an zu bröckeln. Plötzlich hörten wir die verzweifelten Schreie der anderen Auroren… Es war furchtbar!" Charlie kehrte kurz in sich. Er schloss die Augen und schluckte. „Ich rannte mit Wemberly, aus dem Büro hinaus und lief den ersten Todessern über den Weg. Wemberly wurde vom Todesfluch getroffen und ich konnte unbemerkt fliehen. Wie ich mit nur einer Platzwunde daraus gekommen bin, kann ich mir nicht erklären. Es erscheint mir wie ein Wunder! Die Todesser haben ein richtiges Blutbad angerichtet. Überall lagen die Leichen von Auroren in den Fluren von Askaban. Dann ging ein silbernes Schimmern durch die alten Gemäuer und mir war klar, dass die Magiebarrieren gefallen waren. Die Dementoren fielen wie hungrige Raubtiere über Wehrlose her und gaben ihnen den Kuss, zumindest allen, die sich nicht 'Du-weißt-schon-wem' anschließen wollten. Das grausige Lachen von ‚Du-weißt-schon-wem' hallte durch die Flure. Ich rannte und rannte. Ich musste an der Zelle von Harry Potter vorbei. Ich schlich mich näher ran und versteckte mich in einer Nische, denn fünf Todesser liefen an der Zelle vorbei. Die Zellentür war aufgesprengt worden. Einige Auroren lagen zu Tode gefoltert in der Zelle und Harry Potter war spurlos verschwunden. Als ich endlich draußen in Sicherheit war, sah ich, wie das alte Gefängnis, wie ein Kartenhaus in sich zusammen fiel.", beendete Charlie sein Bericht und rieb sich müde über die Augen.

„Ich wusste es!", knurrte Moody. Snape rollte mit den Augen. „Was?", knurrte dieser zurück. „Potter ist zu ‚Du-weißt-schon-wem' übergelaufen!"
„Pah! Das glaubt ihr doch nicht wirklich!", schnaubte der Professor für Zaubertränke. Albus Dumbledore schoss Snape einem bösen Blick zu. „Du kannst es nicht leugnen, Severus! Harry Potter hat uns an die Dunkle Seite verraten!"
„Albus, denk doch mal nach! Der dunkle Lord hat Potters Eltern ermordet! Eltern, die er vergöttert hat. Und er soll sich dem Mörder seiner geliebten Eltern unterwerfen? NIEMALS!" sagte Snape mit gefährlich leise Stimme, die dennoch durch den ganzen Raum zu hören war.
„SEVERUS!", donnerte die Stimme von Albus Dumbledore durch den Versammlungsraum. Keiner wagte es sich zu bewegen oder auch nur zu atmen. Eine Aura eiskalter Wut strahlte der sonst so gutmütigen Schulleiter aus und ließ die Ordensmitglieder erstarren. Severus Snape blickte den alten Zauberer mit derselben kalten Wut entgegen. Er stand auf und verließ mit den Worten „Ich geh nach Askaban!" den Versammlungsraum. Die Robe wehte hinter ihm her. „Remus, Alastor, Tonks, folgt ihm!", befahl Dumbledore und verließ nun ebenfalls den Raum.

Remus, Alastor und Tonks eilten zur Apparationsgrenze und disapparierten auf die Gefängnisinsel Askaban. Als sie dort erschienen, sahen sie ein Bild des Grauens. Das einst so gewaltige Gefängnis, lag in einem einzigen Trümmerhaufen vor den Auroren und dem Werwolf. Snape stand auf einer Anhöhe. Von hinter sah der Meister der Zaubertränke noch unheimlicher aus. Sein schwarzes Haar wehte im Wind, genau wie seine Robe.

Remus riss sich als erster wieder aus seiner Erstarrung und ging zu seinem Kollegen hinüber auf die Anhöhe. Die Ausmaße dieser Katastrophe war hier oben noch viel deutlicher. Remus schluckte trocken und starrte auf den Trümmerhaufen vor sich. Rauchschwaden traten vereinzelt unter den Steinen hervor. Die schwarzen Augen von Snape huschten über die Überreste. „Meinst du dass das hier jemand überlebt hat?", fragte Remus leise. Seine braunen Augen hatten jeglichen Hoffnungsschimmer verloren. Snape senkte den Blick. „Ich weiß es nicht, Lupin. Aber Wunder gibt es immer wieder!", flüsterte Snape. Remus schaute seinen Kameraden verwirrt an. So kannte er den Bastard von Slytherin gar nicht. Schwang dort Hoffnung in der tiefen Bariton-Stimme mit, oder bildete er es sich nur ein? Er schüttelte verwirrt den kopf.
„Was ist?", knurrte Snape. „Nichts!"

Ohne noch was zu sagen, sprang Snape elegant von der Anhöhe und stieg über die Trümmer von Askaban, die Augen auf der Suche nach Überlebenden. Remus schüttelte erneut den Kopf und folgte dann.

Zu viert durchkämmten sie die Trümmer, doch auch nach drei Stunden Suche, mussten sie sich eingestehen, dass sie keine Überlebenden mehr finden würden. Moody, Tonks und Remus ließen erschöpft und traurig, über die gefallenen Kameraden, die Schulter hängen. Nur Snape lief mit seiner undurchdringbaren Maske umher, die Schultern gestrafft und den Blick auf die Trümmer gesenkt. Er ließ sich nichts anmerken. Sie kamen erneut an der Anhöhe an und disapperierten zusammen nach der erfolglosen Suche, zurück zur Apparationsgrenze von Hogwarts.

Er schwebte durch endlose Dunkelheit.

Er war und war doch nicht.

Er war nicht bei Bewusstsein, aber auch nicht bewusstlos.

Er war... dazwischen.

Nach einer endlosen Zeit fühlte er einen Sog. Er wurde zu irgendetwas hingezogen und dann war...Licht.

Er fühlte wieder, Wärme, Luft, Wind... harten Boden.

Er öffnete die Augen und versuchte sich aufzurichten, doch seine Arme hatten nicht genug Kraft.

Schmerzvoll landete er auf seinem Gesicht. Er hob den Kopf, als er ein Grollen vor sich hörte.

Er blickte in das Maul eines riesigen Drachen, auf dem ein Reiter saß, der ihn abfällig und mit wütend, funkelnden Augen anstarrte. Der Mann hob die Hand und rotes Licht bildete sich in dieser, als würde er Harry mit einem Zauber den finalen Stoß verpassen wollen.

Er spürte, wie die Erde mächtig bebte und ein Schatten sich über ihn legte... ein Schatten von etwas sehr großem. Das letzte, was Harry sah, bevor er in die Bewusstlosigkeit sank, war das Entsetzen in den Augen des Mannes auf dem Drachen und das Neigen des Kopfes des Drachen auf dem der Mann saß.




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Wie findet ihr es????Würde mich sehr über ein par Reviews freuen.
Dann gehts auch erst weiter :wink: :wink:
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Beitragvon Lily_Evans » Fr 27 Jan, 2006 21:26

Hey, super Geschichte, ist mal was anderes.
Bin schon mächtig gespannt wie`s weiter geht!
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Jean_Riddle
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Beitragvon Jean_Riddle » Fr 27 Jan, 2006 21:30

Danke. Noch zwei reviews und ich mache weiter. Ist erst meine zweite Fanfiction. ich liebe Fantasy deswegen verbinde ich das.
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Beitragvon Lily_Evans » Fr 27 Jan, 2006 21:37

Gut dann schreib ich jetzt ganz viele reviews und das bedeutet du musst ganz viel schreiben, gute Idee oder?! :D
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Jean_Riddle
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Beitragvon Jean_Riddle » Fr 27 Jan, 2006 21:39

Die Idee ist supiieee Klasse.!!!!!!!Nur noch einmal posten lol :D
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Beitragvon Lily_Evans » Fr 27 Jan, 2006 21:42

So, dann musst du jetzt wohl weiter machen!!!
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Shinichi
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Beitragvon Shinichi » Fr 27 Jan, 2006 21:45

Is supi, unbedingt weiterr, aber du hättest den Thread nich 3-mal posten Müssen!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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Beitragvon Jean_Riddle » Fr 27 Jan, 2006 21:49

Oh ich dachte ich hätte nur zwei mal aba egal. Ich mach dann mal weiter
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Lenya

Beitragvon Jean_Riddle » Fr 27 Jan, 2006 21:51

Kapitel 3 – Lenya


Als er das nächste Mal erwachte, sah er auf eine weiße Zimmerdecke und es roch nach unterschiedlichen Kräutern. Er stöhnte auf. Warum waren bloß alle Krankenzimmer gleich? Weiß, steril und ein stechender Geruch schwebt in der Luft.

Er sah sich um und erkannte eine ältere Frau, in einen weißen Umhang gekleidet, die an einem anderen Bett arbeitete.

Irgendetwas stimmte hier nicht. Er hatte das Gefühl, dass etwas sehr wichtiges fehlte. Nur was? Sein Zauberstab? Nein, der war es nicht, denn das Ministerium hatte ihm diesen entwendet. Instinktiv fuhr er sich durch die Haare und da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen.

Seine Brille, sie war weg... und dennoch konnte er klar sehen.

Die Frau hatte inzwischen bemerkt, dass er wach war und kam zu ihm herüber. Herablassend schaute sie ihn an und knurrte in einer merkwürdig klingenden Sprache. Harry kräuselte die Stirn. Er verstand kein Wort. Fragend und mehr als nur verwirrt blickte er sie an. Ihre Worte klangen harsch und kratzig in seinen Ohren. Ein merkwürdiges Gefühl machte sich ihn ihm breit. Sie kreuzte die Arme vor der Brust und schnaubte abfällig. Dies wiederum erinnerte ihn stark an Snape und er musste sich ein Grinsen verkneifen, denn er wollte sie nicht noch weiter verärgern.

Er schüttelte verwirrt mit dem Kopf und wollte ihr damit zeigen, dass er sie nicht verstand.

Nach einigen Minuten gab sie es auf, warf verärgert die Hände in die Luft und eilte aus dem Raum. Die Tür knallte mit einem lauten Rumms ins Schloss. Harry zuckte überrascht zusammen.

Zehn Minuten später, ging erneut die Tür auf. Die Frau, die anscheinend eine Art Krankenschwester war, trat dicht gefolgt von einem älteren Mann, in dunkelgrüner Robe, in den Krankenflügel. Der Mann erinnerte Harry stark an Dumbledore, nur das dieser hier eher kälter und härter in Erscheinung trat, als der stets freundliche Schulleiter Hogwarts.

Der Mann erhob seine Hand und schwang sie einmal kurz über Harry hinweg. Für einen kurzen Moment erfüllte ihn ein grünes Leuchten.

„Besser?", sagte der Mann, mit kalter, kratziger Stimme und schaute Harry herablassend an. Harry nickte unwillkürlich. Plötzlich hielt er inne. Moment mal! Er verstand die Sprache! Ein leichtes Lächeln umspielte seine Gesichtszüge.

„Wo... wo bin ich?", fragte Harry etwas unsicher und schaute seine Gegenüber unsicher an.

„Lenya." antwortete der Alte, mit starrem Blick, der ihn zu durchbohren schien, kurz angebunden.

„Lenya?", fragte Harry verwirrt. Seine Gedanken kreisten, wie wild. Er war verängstigt, verunsichert, verwirrt und wusste nicht, wie er hier her kam. Er machte kurz die Augen zu um sich zu sammeln. Er spürte die bohrenden Blicke der anderen im Raum. Er fühlte sich gar nicht wohl in seiner Haut.

„Lenya, unsere Heimat... unsere Welt, wenn du so willst.", antwortete der Mann. Die Abneigung schwang sehr deutlich in seiner Stimme mit und Harry lief ein Schauer über den Rücken.

„Unsere Welt?", wollte Harry wissen. Er verstand immer noch nicht so ganz, was geschehen war und er wollte Antworten.

Der Mann rollte genervt mit den Augen. Ein Seufzen entfloh seinen gekräuselten Lippen.

„Ja. Du kommst offensichtlich nicht von hier. Deine Augengläser... ich nehme mal an, die halfen dir, deine Sicht zu verbessern?", fragte der Alte neugierig.

Harry nickte.

„So etwas brauchen wir hier nicht, wir haben Zauber für so etwas."

„Sie haben meine Augen geheilt?", fragte Harry ungläubig, aber auch dankbar, dass er endlich seine Brille los war.

Der Mann nickte.

„Danke sehr... äh... wie heißen Sie?", fragte er unsicher. Wie sollte er den Mann ansprechen, wenn er dessen Namen nicht kannte? Er konnte ja schlecht „Hey Sie da!"rufen. Das schien ihm doch zu suspect und respektlos. Nein, er wollte nicht respektlos erscheinen.

„Deletrios. Ich bin Heiler und Wahrer des Wissens von Lenya.", sagte der Alte stolz und ein Funkeln trat in seine kalten Augen. Die erste ‚menschliche' Reaktion die er ihm gegen über beobachten konnte. Nicht viel, aber immerhin. Er konnte sich einfach nicht helfen, Deletrios wirkte arrogant und überheblich, genauso wie die Krankenschwester. Waren hier alle so?

„Mein Name ist Harry, Harry Potter.", stellte er sich höflich vor.

„Du hast zwei Namen?", fragte Deletrios und war sichtlich überrascht

„Ähm... eigentlich drei. Ich heiße Harry James Potter."sagte Harry vorsichtig.

„Warum hast du dann nicht deinen vollen Namen genannt?"fragte der Alte misstrauisch.

„Es ist bei uns ... also da wo ich her komme, nicht üblich. Harry ist mein Rufname, Potter mein Familienname und James war der Name meines Vaters.", klärte er Deletrios auf. Dieser kräuselte die Stirn.

„Ungewöhnlich. Noch ein Indiz, dass du nicht von unserer Welt stammst. Das Material deiner Augengläser, der Schuhe und der anderen Sachen. So etwas gibt es bei uns nicht."

„Sie meinen Plastik?"

„Was ist Plastik?", fragte der Alte verwirrt und schüttelte leicht mit dem Kopf. Dieser Junge war für ihn einfach nur verwirrend.

„Ah, vergessen Sie es lieber… Das hier ist also Lenya. Wie bin ich überhaupt hierher gekommen?"

„Das wissen wir leider auch nicht! Normalerweise hätten wir dich noch vor Ort und Stelle exekutiert, weil du für einen Spion gehalten wurdest. De facto war der Drachenreiter gerade dabei dies zu tun, als du… nun ja sagen wir mal… durch bestimmte Umstände verschont wurdest!"

„Drachenreiter?"

„Ja. Weißt du denn überhaupt nichts? Die Drachenreiter sind die beherrschende Kaste unter den Menschen. Die zwölf Anführer wählen einen Herrscher auf Lebenszeit, der mit seiner Frau das Land regiert. Die Drachenreiter sind gleichzeitig Herrscher und Beschützer des Landes. Sie sind Krieger und nur die besten Männer werden zu Drachenreitern ausgebildet. Es wurde entschieden, dass du auch ausgebildet wirst."

„Ich werde also auch ein Drachenreiter?"

„Falls du die Ausbildung überlebst."sagte Deletrios in einem Ton, der klarmachte, dass er daran ernsthaft zweifelte.

„Was werde ich lernen?"

„Schwertkampf, Magie, Geschichte, Traditionen und anderes. Wenn du dich als würdig erweist, wirst du den Drachen vorgestellt. Wenn dich ein Drache erwählt und sich mit dir verbindet, beginnt deine eigentliche Ausbildung, die zum großen Teil durch deinen Drachen bestimmt wird."

„Herrscht ihr über die Drachen?"

„Pass gut auf, was du sagst, Potter!"sagte Deletrios plötzlich kalt und gefährlich. „Die Drachen sind heilige Wesen für uns. Niemand beherrscht sie. Sie beherrschen auch nicht uns, obwohl sie über uns erhaben sind. Wenn sich ein Drache mit einem Reiter verbindet, ist das eine rein freiwillige Handlung seitens des Drachen und der Drache wird den Reiter immer unterstützen. Er wird seine Magie und seine Kraft mit dem Reiter teilen… Der Sprachzauber wird in einem Tag nachlassen, ich schlage vor, du lernst unsere Sprache und zwar schnell."

Damit verschwand Deletrios, mit wehender Robe.

Toll, dachte Harry, wie sollte er die Sprache lernen, wenn der Alte verschwand und die Schwester oder wie auch immer man hier die Heiler bezeichnete, beschäftigt war?

Eine halbe Stunde später wurde er aus seinem halbschlafartigen Zustand aufgeschreckt, als die Tür aufflog und ein breitschultriger Mann, mittleren Alters, eine junge Frau auf den Armen herein trug. Sie verlor viel Blut und war bewusstlos.

Der Mann legte sie vorsichtig auf das Bett. Die Heilerin eilte sofort auf sie zu und versorgte die junge Frau.

Sie wirkte einige Zauber und applizierte einige Salben.

„Was ist ihr diesmal zugestoßen, Meister Xeroxius?", fragte die Heilerin, sichtlich besorgt.

„Sie hat das Duell gegen Malarde verloren. Der hat nicht aufgehört, als sie bereits auf dem Boden lag und aufgegeben hatte… Wird sie durchkommen?"

„Ich bin mir nicht sicher. Sie hat viel Blut verloren."Sie schüttelte traurig mit dem Kopf. „Ich habe alles in meiner Macht stehende für sie getan."

„Argh, der Lord wird mich umbringen, wenn seine Tochter dies nicht überlebt.", fluchte der Fremde.

Harry horchte interessiert auf.

„Ich wusste, dass es nicht gut ist, eine Frau auszubilden. Sie sind zu schwach. Gibt es nichts was du tun kannst?"

Die Heilerin schüttelte den Kopf. „Ich weiß nicht weiter!", wisperte sie verzweifelt. Es schien, als wäre ihr das Mädchen sehr nah.

„Ähm... vielleicht kann ich ja helfen.", meldete sich Harry leise und vorsichtig zu Wort.

„Hast du keine Manieren, Junge?", blaffte der Mann Harry an und dieser zuckte sichtlich unter dem barschen Ton zusammen.

„Entschuldigen Sie. Ich komme nicht von hier und bin mit den Sitten nicht vertraut. Ich wollte nicht unhöflich erscheinen."

„Du wirst mich mit Meister ansprechen, damit das klar ist! Du wirst warten müssen, bis man dich anspricht."

„Ich habe verstanden, Meister."

„Besser. Also wie solltest du mir helfen können, Junge?"

„Ähm...", wollte Harry anfangen, wurde jedoch wieder unterbrochen.

„Kannst du auch in vernünftigen Sätzen reden?"

„Wenn ich die richtigen Zutaten finde, kann ich einen Trank brauen, der ihr Blut erneuert, Meister Xeroxius."

Der Mann zog skeptisch die Augenbrauen zusammen.

„Du bist der neue... aus der anderen Welt, nicht wahr?"

„Ja, Meister."

Xeroxius sah die Heilerin fragend an. Sie zuckte nur hilflos mit den Schultern.

„Was brauchst du?"

„Asphodel, Wasser, Flügel eines Gelbkäfers...", und so zählte er sie Zutaten des Trankes auf, den er im letzten Schuljahr mit Hermine gepaukt hatte. Genau genommen war das der letzte Trank, den er gelernt und gebraut hatte, bevor er nach Askaban gebracht worden war.

Die Heilerin rümpfte angewidert die Nase, „DAS soll jemand trinken?"

„Es hilft! Wenn es Sie beruhigt, werde ich vorher etwas davon trinken. Ach ja, dann benötige ich noch einen Kessel und eine Flamme, die regulierbar ist. Da ich keinen Zauberstab mehr habe, kann ich das nicht mit Magie machen. Dazu ein Skalpell oder ein scharfes Messer und eine genaue Waage."

„Also schön. Ich kann das alles besorgen.", sagte die Heilerin. Sie schaute Xeroxius an und nach einem bestätigenden Nicken des Meisters verschwand sie.

„Du benötigst keinen Zauberstab zum Zaubern, Schüler. Das ist nur eine Krücke und was für Schwächlinge. Bei uns gibt es so etwas nicht mal."sagte der Meister nun etwas freundlicher.

„Lass mal sehen, das wird gleich deine erste Lektion."

Er begann, Harry zu erklären, wie er ohne Zauberstab eine Flamme beschwören und manipulieren konnte.

Als die Heilerin nach einer Stunde zurückkam, konnte er es, auch wenn es ihn ziemlich ausgelaugt hatte. Was ihm wirklich half, war, dass er nun seine Magie spüren konnte. Das war eine Lektion, die er in Askaban gelernt hatte. Früher hatte er sie nicht einmal bewusst wahrgenommen, doch nachdem sie mit dem Zusammenbruch der Schutzzauber in ihn zurückgekehrt war, fühlte er sie und nun konnte er sie bewusst wahrnehmen und lenken.

Zusammen mit den neu erlernten Gesten und dem Spruch, den ihm Xeroxius beigebracht hatte, war es nun fast so leicht, wie mit einem Zauberstab. Dennoch spürte er, dass es ihn mehr Energie kostete und körperlich sehr beanspruchte.

Er stand enthusiastisch auf, nur um wieder auf das Bett zurückzufallen. Ihm war schwindlig und alles drehte sich.

„Du musst es ruhig angehen lassen. Was hat diesen Zustand eigentlich verursacht?"fragte die Schwester.

„Dementoren und Voldemort."

„Was sind Dementoren und was ist Voldemort?", fragte die Heilerin neugierig. Auch Xeroxius schaute ihn neugierig an.

„Später. Jetzt müssen wir erst mal was für sie tun."erwiderte Harry in respektvollem, jedoch entscheidendem Ton und deutete auf die bewusstlose junge Frau.

Harry sammelte sich und stand auf, diesmal langsamer. Die Schwester hatte einen Tisch leer gemacht und die Zutaten dort abgelegt.

Harry musterte sie und legte sie in der Reihenfolge zurecht, wie er sie brauchte.

„Kann ich etwas zu schreiben haben? Ich möchte das Rezept gern notieren.", bat er leise.

Die Heilerin reichte ihm ein Platt Pergament, eine Feder und etwas Tinte. Harry notierte sich das Rezept und las es mehrmals, bis er sich sicher war, dass er auch nichts vergessen hatte.

Dann begann er die Zutaten zuzubereiten.

Sorgfältig schnitt er die Wurzeln, zermahlte die Flügel und anderen Zutaten und legte sie bereit. Dann entfachte er mit dem neuen Zauber ein Feuer unter dem Kessel und gab etwas Wasser dazu.

Als es kochte, fügte er die ersten Zutaten hinzu.

Nach einer dreiviertel Stunde war er fertig und löschte das Feuer.

Er wischte sich den Schweiß von der Stirn. Es war ziemlich anstrengend für ihn gewesen und er war mehr als nur geschwächt. Oft genug musste er sich zusammenreißen, damit seine Hände nicht zitterten.

Er nahm sich mit der Erlaubnis der Schwester eine Glasphiole und füllte etwas hinein. Dann hielt er sie gegen das Licht und schwenkte sie leicht. Skeptisch beurteilte er Farbe, Geruch und Konsistenz. Der Trank war tiefrot und halbtransparent.

„Es sieht gut aus, genauso wie es auch aussehen sollte.", sagte er erleichtert und zufrieden mit sich selbst.

Dann trank er die Phiole leer und verzog angewidert das Gesicht.

„Bäh, sie schmeckt auch genauso abartig, wie sie schmecken sollte.", sagte er und schüttelte sich. Der Nachgeschmack war einfach widerlich.

„Du hast das Zeug schon trinken müssen?", fragte Meister Xeroxius ungläubig und kräuselte die Stirn.

„Ich war schon oft genug im Krankenflügel, danke.", antwortete Harry sarkastisch. Meister Xeroxius sah ihn missbilligend an. Schnell senkte Harry sein Haupt und entschuldigte sich respektvoll: „Entschuldigen Sie, Meister Xeroxius."

Der Meister nickte nur.

„Ist es sicher, den Trank anzuwenden?"

„Ja, wie Sie sehen, geht es mir gut. Ich... ich verbürge mich für die Sicherheit dieses Trankes."

Der Meister und die Heilerin sahen ihn erstaunt und überrascht an.

„Dir ist bewusst, dass dein Leben verwirkt ist, wenn der Trank ihr weiteren Schaden zufügt?"

Harrys Augen weiteten sich geschockt. Damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet. Sein Magen zog sich, bei dem Gedanken daran, schmerzhaft zusammen. Doch was hatte er denn groß zu verlieren? Nichts! Außerdem wusste er ganz genau, dass der Trank helfen würde. Er zuckte kaum merkbar mit den Schultern und nickte dann.

„Geben Sie ihr jetzt eine solche Phiole und dann in zwei Stunden noch einmal. Das sollte sie bis morgen wieder fit machen, was den Blutverlust angeht.", sagte Harry und taumelte müde zu seinem Bett zurück.

„Den Rest können Sie abfüllen. Wenn er dunkel gelagert wird, hält er sich für einen Monat.", sagte er, bevor ihm die Augen zufielen und er in einen unruhigen Schlaf fiel.

Drei Stunden später, erwachte er mit einem markenerschütternden Schrei. Gehetzt und desorientiert schaute er sich um. Nur ganz langsam wurde er sich seiner Umgebung bewusst. Seine Atmung verlangsamte sich merklich. Mit einem lautem Seufzen ließ er sich in die Kissen zurückfallen.

Die Heilerin eilte sofort zu ihm und musterte ihn besorgt.

„Was ist mit dir?"

„Es war nur ein Albtraum.", sagte er beschwichtigend.

„Hast du oft solche Albträume?", fragte sie ihn, schon fast fürsorglich.

Harrys Kopf zuckte hoch und er sah sie fragend an.

„Was ist?"fragte sie irritiert.

„Ich will nicht unhöflich sein, aber ihr Ton ist... netter."

„Oh, na ja, du hast Clanasya gerettet. Und das ist etwas, wofür ich in deiner Schuld stehe. Ich habe dich falsch beurteilt... ich hielt dich für schwach…"harry schnaubte. „… und die meisten Männer hier... insbesondere die Drachenreiter sind arrogant und wie du gesehen hast, sind Frauen hier nicht sehr angesehen. Da hilft nur Kühle und Ellbogen. Doch du scheinst mir anders zu sein."Sie musterte ihn von oben bis unten, bis ihr wieder einfiel, was sie eigentlich wissen wollte.

„Also was ist nun mit den Albträumen?"

„Schlimme Erlebnisse, die ich hatte. Folterungen und Tode, deren Zeuge ich wurde. Der Tod meines Paten, eines Freundes, unzähliger anderer Unbekannter und nicht zuletzt meiner Eltern. Meine eigenen Erlebnisse kommen auch noch hinzu."

Die Heilerin schaute ihn ungläubig an und ohne noch was zu sagen, drehte sie sich um und ging aus dem Zimmer. Kurz darauf kam sie mit Xeroxius und Deletrius zurück.

Verwirrt blickte Harry die Neuankömmlinge an. Was sollte das denn jetzt schon wieder werden?

Deletrius musterte neugierig den Trank und als sein Blick auf das Rezept fiel, weiteten sich seine Augen, vor Verblüffung.

Sein Kopf fuhr zu Harry herum.

„Diese Schriftzeichen habe ich schon mal gesehen."

„Was? Wo?"fragte Harry aufgebracht, doch als er den Blick sah, entschuldigte er sich und fragte nochmals höflicher nach.

„Gut, du lernst. In unserer Bibliothek. Es gibt eine Legende, die besagt, dass wir vor Tausenden von Jahren Kontakt mit anderen Welten hatten und daher stammen auch diese Bücher und Schriften. Vielleicht... vielleicht könnten wie zusammenarbeiten, um sie zu übersetzen?" Er sah Xeroxius fragend an.

„Wenn er mit seinem Training gut voran kommt, dann kann er in seiner Freizeit tun und lassen, was er will. Obwohl er vielleicht davon profitieren könnte, wenn du ihm im Gegenzug unsere Sprache, Gebräuche und unser Wissen beibringst. Er muss noch viel lernen.", antwortete Xeroxius aufrichtig.

Harry nickte und lächelte. „Es wäre mir eine Ehre, Meister."

„Gut, was ist das nun mit deinen Erlebnissen?", fragte Xeroxius skeptisch.

Sein bohrender Blick und sein Ton ließen Harry zusammenzucken und ehe er sich versah, begann er wie unter Zwang seine Geschichte zu berichten.

Als er fertig war, sah er in ungläubige Gesichter und Xeroxius schnaubte abfällig.

Harry konnte es einfach nicht fassen. Er hatte soeben seine qualvollsten Erlebnisse geschildert und sie glaubten ihm kein Wort? Er spürte, wie seine Wut zunahm und die Kontrolle über sich verlor. Er spürte, wie seine Magie in Bewegung geriet und ohne Vorwarnung ausbrach.

Er sah fassungslos, wie Xeroxius, Deletrios und die Heilerin zusammenzuckten und sich ihre Augen geschockt weiteten. Selbst die Tochter des Lords stöhnte gequält auf.

Harry sah die Erlebnisse noch mal vor seinem geistigen Auge ablaufen und er wusste instinktiv, dass die anderen auch diese Bilder sahen.

Die Erinnerungen verblassten. Die Magie ebbte ab und er sank kraftlos auf sein Bett zurück. Sein Herz raste und seine Atmung war schnell. Er zwang seinen Körper sich zu beruhigen. Doch er konnte die Reaktion seines Körpers, auf die Erinnerungen, nicht unter Kontrolle bringen. Dafür waren sie einfach zu schmerzhaft.

Die Heilerin war leichenblass. Sie rannte letztendlich zum Waschbecken und übergab sich. Meister Xeroxius strich ihr beruhigend über den Rücken. Auch ihm war anzusehen, dass ihn die Erinnerungen sehr mitgenommen hatten und er schwer mit sich kämpfte. Meister Deletrius stand mit weit aufgerissenen Augen die, die pures Grauen und Schrecken widerspiegelten.

Die junge Frau wimmerte und warf ihren Kopf unruhig von einer Seite auf die andere. Ihre Atmung ging schnell, doch sie wachte nicht auf. Harry, der das mitbekommen hatte, stand auf und ging zu ihr hinüber. Sanft streichelte er ihr über die Stirn und sprach beruhigend auf sie ein. „Schhht. Es ist alles nur ein Traum."Sein sanfte und beruhigende Stimme schien sie zu beruhigen. Ihre Atmung verlangsamte sich wieder und sie entspannte sich sichtlich.

„Das war sehr mächtige Magie, Junge.", sagte Xeroxius misstrauisch, der die Heilerin von Waschbecken zu einem Stuhl führte und sie hineingleiten ließ.

„Ich habe das nicht absichtlich getan, es... so etwas geschieht ab und an, wenn ich sehr wütend werde.", antwortete er ehrlich. Es tat ihm ein wenig leid, dass sie dass durch leben mussten, doch auf der anderen Seite, hatten sie es auch nicht anders verdient.

„Warum warst du wütend?", fragte der Meister verwirrt.

„Es ist sehr schwer für mich, fremden Leuten von meinen Erinnerungen zu erzählen und dann alles noch mal mitzuerleben. Doch alles, was ihr tut, ist, sich über mich lustig zu machen."Er schaute Xeroxius verärgert an.

„... Meister.", fügte Harry noch bissig hinzu.

„Du hast viel Potential, ohne Frage.", sagte dieser einfach und ging.

Harry setzte sich verwirrt auf sein Bett zurück.

Deletrius, der das Gespräch mitangehört hatte, ging ebenfalls, nur um mit einigen alten Bücher zurück zukehren.

„Meister Deletrius, wissen Sie, wie die Menschen damals zu den anderen Welten gereist sind?", fragte Harry schließlich neugierig, als Deletrius sich neben seinem Bett auf einen Stuhl gesetzt hatte. Die Bücher lagen auf seinem Schoß.

„Man sagt, sie hätten damals steinerne Tore gebraucht, doch sie funktionieren schon sehr lange nicht mehr. Offensichtlich fehlen die Gegenstücke. Die Magie der Tore ist zweifellos noch aktiv, zumindest auf unserer Seite.", erklärte Deletrius und sein Blick nahm einen verträumten Ausdruck an.

Harrys Hoffnung sank wieder. Wie sollte er je wieder zurückkommen?

Er nahm sich das erste Buch und schlug es auf. Er runzelte die Stirn.

„Was ist?"fragte Deletrios neugierig.

Harry blätterte nachdenklich weiter, ohne auf Deletrius einzugehen. Dann nahm er das nächste Buch.

„Also: Das erste hier, ist in Latein. Ich kann zwar etwas Latein, aber es wird eine Weile dauern, bis ich mich rein gearbeitet habe. Das andere ist in Englisch, meiner Muttersprache, aber es scheint ein sehr altertümlicher Dialekt zu sein und noch dazu in alter Schrift. Auch daran muss ich mich erst gewöhnen.", klärte er schließlich Deletrius auf.

„Kannst du erkennen, um was es in dem Buch geht?"Harry nickte.

„Pflanzen und Kräuter."

„Und das in La.. ähm... Latein?"

Harry nahm das Buch und fuhr über einige der Worte.

„Hmm...Ars magica candida--- reine Magie. Vielleicht…", sagte er aufgeregt und blätterte eilig durch das Buch.

Seine Augen leuchteten auf.

„Was hast du gefunden?"

„Eure und meine Magie scheinen unterschiedlich zu sein. In diesem Buch sind die Zaubersprüche benannt, wie ich sie gelernt habe, zumindest einige davon. Die anderen kenne ich vermutlich nur noch nicht. Und in diesem Buch steht nichts von einem Zauberstab dafür aber Handgesten, das heißt, es erklärt stablose Magie... aber meine Magie. Es wäre für mich ein sehr großer Vorteil, das zu lernen und zusätzlich eure Magie zu lernen, für den Fall, dass ich je zurückkehren kann und mich Voldemort stellen muss."

„Wie wäre es mit einem Abkommen? Du hilfst mir, das zu lernen, oder zumindest zu übersetzen und ich helfe dir persönlich, alles von uns zu lernen, was du willst. Sei dir bewusst, dass ist bei uns eine große Ehre. Normalerweise wird von den Schülern erwartet, dass sie sich das meiste selbst beibringen.", sagte Deletrius freundlich und zwinkerte ihm zu. Dies war die erste freundliche Geste, die Harry von ihm erhalten hatte. Harry lächelte dankbar.

„Es wäre mir eine Ehre, Meister."

„Ich denke, du wirst noch eine Weile hier bleiben müssen, bis du aufgepäppelt bist. Du bist ziemlich unterernährt. Wir könnten diese Zeit sehr gut nutzen."

Harry nickte begeistert und die nächste Stunde verbrachte er damit, von Deletrius die Sprache zu lernen. Dafür übersetzte Harry, die Stunde darauf, einen Teil des Buches. Eine Stunde später brachte ihm Deletrius etwas Magie der Drachenreiter bei und eine Stunde danach war es an Harry, Deletrius etwas englisch beizubringen. Außerdem waren sie übereingekommen, dass Harry ihm etwas Magie beibringen würde, wenn er selbst sich in die stablose Magie der Erde eingearbeitet hatte.

Am nächsten Morgen fand Harry einen nützlichen Spruch in einem der anderen Bücher und übte ihn, bis er ihn beherrschte. Dann führte er ihn aus und konzentrierte sich auf die Sprache der Drachenreiter.

Er würde sie nun binnen weniger Tage verstehen lernen, insbesondere, da er die Sprache momentan nur durch Deletrius Zauber noch beherrschte.

Er plante jedoch nicht, Deletrius von diesem Spruch zu erzählen. Er wusste, dass das hier nur ein Geschäft war und so lange Deletrius seine Sprachen nicht konnte, war Harry für ihn nützlich und würde ihm auch helfen. Harry wollte verhindern, dass er zu schnell seine Nützlichkeit verlor, damit er selbst soviel wie möglich lernen konnte. Er fand das auf der einen Seite sehr egoistisch von ihm, doch andererseits, konnte man ja nie wissen.

So würde er auch seine schnellen Fortschritte verbergen.

Er legte dieses Buch und ein anderes über Animagus-Transformation beiseite. Er wusste nicht, ob die Drachenreiter so etwas konnten, aber wenn nicht, hatte er noch einen weiteren Vorteil.

Später, als er sich mit Deletrius unterhielt, erfuhr er, dass vieles von dem alten Wissen ihrer Vorfahren durch einen langjährigen Krieg verloren gegangen war. So gab es zum Beispiel kaum irgendwelche wirkungsvollen Tränke mehr und schon gar keinen, der sie brauen konnte. Früher hatte es nur wenige Meister dieser Kunst gegeben. Doch als diese im Krieg gefallen waren, war das ein schwerer Schlag für die Drachenreiter.

Harry schrieb ein paar Worte in Latein und Englisch auf ein Papier und gab sie Deletrius.

„Würden sie nach Büchern mit diesen Worten suchen, Meister?"

Deletrius nickte und steckte den Zettel ein.

Dann fuhren sie mit ihrem Studium fort.

Gegen Mittag erwachte Clanasya aus ihrem Schlaf und Deletrius stellte Harry vor.

„Clanasya, dies ist Harry James Potter. Er kommt von der Erde, einer Welt in einer anderen Dimension. Er wird zum Drachenreiter ausgebildet, sobald er genesen ist."

Die junge Frau war nicht unbedingt eine vollkommene Schönheit, aber auch nicht hässlich. Sie wirkte nur etwas kühl und arrogant... wie die Heilerin sagte, Kühle und Ellbogen, dachte sich Harry und schmunzelte. Das musste insbesondere gelten, wenn sie als einzige Frau bei den Drachenreitern ausgebildet werden sollte.

Sie schnaubte arrogant und verzog das Gesicht. Sie sah ihn an, wie Malfoy ihn immer angesehen hatte und das schloss den Fall Clanasya was Harry anging, damit ab.

Clanaysa drehte sich weg, als ob die beiden unter ihrer Würde wären.

Harry und Deletrius widmeten sich wieder ihrem Studium, ohne weiter auf ihr Verhalten einzugehen. Harry fiel es, dank seines Spruches, plötzlich sehr leicht, das alte Englisch und Latein zu verstehen, doch er hielt sich damit zurück.

Als Deletrius ging, Harry schätzte, es war so gegen Zehn Uhr Vormittag, vertiefte sich Harry erst richtig in sein Buch über stablose Magie. Als er sicher war, dass Clanasya wieder tief schlief, probierte er einige der Zauber sogar aus und stellte mit Zufriedenheit fest, dass er kaum Schwierigkeiten damit hatte. Einige Sprüche schienen identisch zu denen zu sein, die er bereits kannte und die Handbewegungen folgten einem bestimmten Muster, ähnlich dem Zauberstab. Er musste sich nur bewusst auf seine Magie konzentrieren, sie lenken und aktivieren. Das kostete jedoch sehr viel Kraft. Er resümierte, dass er alle Zauber beherrschen würde, die er in Hogwarts gelernt hatte, wenn er das Muster der Handbewegungen erkannte und analysierte. Er stellte weiterhin fest, dass die Zauberer auf der Erde nicht ohne Stab zaubern konnten, weil sie sich ihrer Magie nicht bewusst waren und so benötigten sie den Zauberstab, der die Magie für sie fokussierte.

Was er brauchte, war mehr Fokus für sich selbst und so versuchte er, seinen Geist zu leeren und zu meditieren, wie er es in den Okklumentik Stunden bei Snape gelernt hatte.

Das half ihm bei der stablosen Magie ungemein.

Nach dem reichhaltigen und nahrhaften Mittagessen, das er hier erhielt um ihn aufzupäppeln, kehrte Deletrius mit einem weiteren Stapel Bücher zurück.

Harry schnappte sich die Bücher und durchblätterte sie.

Er wurde unterbrochen, als die Heilerin kam um ihn zu untersuchen. Widerwillig ließ er dies über sich ergehen.

„Wer hat dich nur so verhungern lassen?", fragte sie entsetzt.

Klasse, dachte Harry, sie hat von Petunias Arroganz auf Pomfreys übermäßige Besorgnis umgestellt. Er war sich nicht sicher, was ihm lieber war.

„Zwei Monate Wasser und Brot im Gefängnis und ohne Schlaf tendieren dazu, einem das anzutun."sagte er bitter und seine Augen verdunkelten sich.

Die Heilerin schluckte und wandte sich Clanasya zu.

Harry verfolgte das interessiert.

„Was fehlt ihr?"fragte er.

„Sie hat eine Wunde im Bauchbereich, die heilen muss. Es ist nichts ernstes, doch es wird eine Weile dauern, da sie noch keinen Drachen hat."

„Darf ich mal sehen?"fragte Harry.

„Wag dich ja nicht!"ertönte die arrogante Stimme Clanasyas.

Harry rollte mit den Augen, konzentrierte sich und betäubte sie mit einem „Stupor!"

Er hatte nicht weiter nachgedacht und war selbst überrascht, dass es geklappt hatte.

Die beiden Erwachsenen starrten ihn entsetzt an.

„Was hast du getan?"schrie die Heilerin.

„Nichts, sie ist nur betäubt."sagte Harry und untersuchte die Wunde vorsichtig.

Dann ging er wieder zu seinem Bett und nahm sich eines der neuen Bücher.

„Weck sie wieder auf!"sagte die Heilerin panisch.

„Warum? So habe ich meine Ruhe und sie können sie untersuchen, ohne dass sie einen Aufstand macht. Nebenbei, sie wacht in spätestens einer Stunde von selbst wieder auf."

Deletrius hatte ein amüsiertes Funkeln in den Augen und die Heilerin bedachte ihn mit einem bösen Blick, doch dann nutzte sie die Situation.

„Du lernst schnell."

„Um ehrlich zu sein, ich habe nicht weiter drüber nachgedacht. Hier... das ist ein Elixier, das ihr helfen könnte. Ein Wundheilelixier.", sagte Harry und zeigte Deletrius eine Stelle in dem Buch. Die Worte auf dem Zettel, den er Deletrius gegeben hatte, waren einfach nur Trank oder Elixier in Englisch oder Latein.

„Ich kann es nicht lesen, aber wenn du meinst."

„Wenn sie mir...."er merkte, dass er wieder englisch redete.

Er konzentrierte sich und fragte in der Sprache der Drachenreiter gebrochen, ob Deletrius den Spruch noch mal anwenden könnte.

Deletrius seufzte, nickte aber.

Harry schrieb die Zutaten auf einen Zettel... aber diesmal in der Sprache der Drachenreiter.

Dieser überreichte ihn wortlos der Heilerin.

Sie lernten eine weitere Stunde Sprache und Magie, bis die Heilerin zurückkehrte.

Diesmal beobachtete Deletrius Harry genau, wie er den Trank braute.

Harry hätte zweimal fast den richtigen Augenblick für die Zutaten verpasst, doch letztendlich schaffte er auch dieses Elixier auf Anhieb. Er war einen Hauch trüber, als er sein sollte, doch es würde reichen.

„Soll ich das auch vorher probieren? Ich meine, es wird aufgetragen, nicht getrunken und ich habe keine Wunde."

„Bist du dir sicher, dass er wirkt?"

Harry seufzte und säuberte das Messer, bevor er sich in den Finger schnitt. Er tropfte etwas von dem dickflüssigen Elixier auf die Wunde. Sofort hörte sie auf zu bluten. Schließlich, nach mehreren Minuten begann sie, sich zu schließen.

Deletrius sah ihn mit geweiteten Augen an und schüttelte fassungslos den Kopf.

„Also?" fragte Harry.

„Warten wir bis die Heilerin wieder da ist."

Zehn Minuten später war sie wieder im Zimmer.

„Ich kann Clanasya helfen."erklärte er.

„Lass die Finger von mir, Fremder!"

„CLANSAYA!" bellte die Heilerin plötzlich, „Ohne ihn wärst du vermutlich tot, also benimm dich gefälligst!"

Das verschlug ihr effektiv die Sprache und den Moment nutzte Harry um den Trank auf die Wunde zu träufeln.

Sie biss die Zähne zusammen und Harry grinste, er wusste, dass dieses Elixier in der Wunde brannte, doch es war auszuhalten.

Der Heilerin klappte tatsächlich die Kinnlade herunter, als die Wunde langsam begann sich zu schließen. Es würde noch mindestens einen Tag dauern, aber es heilte.

Harry sagte ihr, wie lange das Elixier halten würde und ging wieder in sein Bett.

„Was... was meinst du damit, ich wäre ohne ihn tot?"fragte Clanasya die Heilerin leise.

„Das ist der zweite Trank, den er für dich gebraut hat. Der erste hat deinen Blutverlust ausgeglichen. Du hast so viel Blut verloren, dass du sehr wahrscheinlich gestorben wärst ohne ihn."

„Ich dachte, niemand kennt mehr solche Tränke."

„Du hast doch mitbekommen, dass er nicht von Lenya ist, oder? Er kann einige der alten Schriften lesen, dort scheint er den Heiltrank gefunden zu haben und den ersten hat er aus dem Gedächtnis gebraut."

Clanasya musterte den Fremden nachdenklich und schlief kurz darauf wieder ein.

Harry studierte mit Deletrius den ganzen Tag und am Abend studierte er selbst erst richtig. Er hatte Mühe, sich mit Deletrius zurückzuhalten.

Schließlich schlief er sehr spät in der Nacht ein.

Um am frühen Morgen mit einem weiteren Schrei aufzuwachen.

Diesmal versetzte ihn die Heilerin sofort mit einem Zauber in einen tiefen Schlaf. Er wachte zwar nicht auf, aber nach einer Stunde warf er sich hin und her. Die Heilerin seufzte.

„Was ist mit ihm?"fragte Clanasya neugierig.

„Er hat Albträume. Kannst du dich an irgendetwas erinnern, das während deiner Bewusstlosigkeit geschehen ist?"

„Ja, ich hatte einen furchtbaren Albtraum von Folter, Tod und Qual."

„Das war kein Traum. Harry hat irgendwie unkontrolliert seine Erlebnisse und Erinnerungen in uns projiziert. Er hat das alles tatsächlich erlebt oder miterlebt. Er ist mit dem dunklen Lord irgendwie verbunden und hat somit alles gesehen und gefühlt, was er getan hat."

Clanasya wirkte blass und sah ihn fast mit einer Spur von Mitleid an.

„Und was noch schlimmer ist... er war fälschlicherweise im Gefängnis und dieses Gefängnis wird von Wesen bewacht, die dich die schlimmsten Erinnerungen immer und immer wieder erleben lassen. Er war dort zwei Monate und soweit ich das beurteilen kann, stand er am Rande des Wahnsinns, als er irgendwie hierher gekommen ist."

„Das ist ja grausam."

„In der Tat."

Die Heilerin nickte nur und ging ihrem Geschäft nach.

Clanasya wahrte dennoch ihre Distanz und wurde zwei Tage später entlassen. Harry war jedoch nach einer Woche immer noch an sein Bett gefesselt. Dies gefiel ihm überhaupt nicht. Er wollte endlich aufstehen und so wurde er langsam rastlos.

Als Demetrius am Ende der Woche zu ihm kam, platzte es aus Harry heraus: „Ich halte es hier nicht mehr aus! Ich habe zwei Monate im Knast gesessen ohne Bewegung und nun bin ich den ganzen Tag im Bett. Wenn das so weiter geht, kann ich bald nicht mal mehr aufstehen, weil alle meine Muskeln verkümmert sind. Wann kann ich endlich hier raus?"

Demetrius lachte nur und sagte: „Ich dachte schon, du würdest nie fragen."

„WAS? Soll das heißen, ihr habt nur gewartet, dass ich frage?"

„Nicht ganz, aber fast. Wir haben vorgestern entschieden, du bist gut genug erholt, um langsam mit deinem Training zu beginnen."

„Wann kann ich raus?"

„Hmm... ich hatte mich zwar schon auf eine neue Stunde mit dir gefreut, aber von mir aus sofort."

„Auf geht's!"

„Nicht so schnell. Hier hast du Trainingssachen."

Harry zog sich schnell im Bad um.

„Was ist mit den Büchern? Kann ich die mitnehmen, wo auch immer ich wohne?"

„Ja, wenn du es schaffst, sie alle zu tragen."

Harry stapelte die Bücher ordentlich und schrumpfte sie mit einem Wink seiner Hand.

Dann steckte er sie in die Tasche.

„Ähm..." sagte Deletrius baff, „...gut. Dann können wir gehen." Er hatte offenbar keine Ahnung, dass Harry inzwischen dazu in der Lage war.

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Beitragvon Jean_Riddle » Fr 27 Jan, 2006 21:52

Und wie ist es?????????????????Habs ja schonmal geschrieben. Musste es deswegen nur einfügen. Aba das nächste muss ich schreiben. lol
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Beitragvon Lily_Evans » Fr 27 Jan, 2006 22:06

Klasse!!!!
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Beitragvon Jean_Riddle » Fr 27 Jan, 2006 22:25

Danke *rot werd* :oops: :mrgreen:
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Beitragvon Jean_Riddle » So 29 Jan, 2006 20:11

Kapitel 4 – Ausbildung





Deletrius führte ihn durch das ziemlich große Gebäude. Harry schaute sich interessiert um. An den Steinwänden hingen nicht, wie in Hogwarts üblich, magische Gemälde, die ihn freundlich begrüßten oder ihm zu winkten. Das alte Gemäuer wirkte eher kahl und abweisend, doch machte es einen stabileren und sicheren Eindruck auf ihn. Es wirkte wesentlich wehrhafter als Hogwarts.

Er war so damit beschäftigt, sich die neue Umgebung anzusehen, dass er gar nicht bemerkte, wie Deletrius an einer schweren Doppeltür aus massivem Holz stehen blieb, und so rannte er in den Meister. Schnell stammelte er eine Entschuldigung, als Deletrius sich entrüstet umdrehte. „Pass das nächste Mal bitte auf wo du hineinrennst!", meinte Deletrius nur und drehte sich wieder zur Tür. Er öffnete diese und gemeinsam begaben sie sich auf das Gelände.

Sie gingen einen mit Kieselsteinen ausgelegten Weg entlang, der sie zu einem anderen Gebäude führte, welches noch größer war und viel imposanter wirkte. „Dies ist die Schule!", sagte Deletrius mit strenger Stimme und zeigte auf das Gebäude. Das Gebäude ähnelte mehr einer Festung als einer Schule, stellte Harry fest und schmunzelte leicht. Schließlich kamen sie in der Schule an.

„Hier befinden sich die Unterkünfte der Schüler und die Trainigsräume. Im oberen Stockwerk befindet sich die Bibliothek. Sie ist für jeden Schüler zugänglich!", erklärte Deletrius ihm. Harry war nervös und etwas aufgeregt, als sie durch die Schule schritten. „Übrigens, hier geht es sehr Formal zu!", ergänzte Deletrius noch. Harry nickte und sagte demutsvoll: „Ich habe verstanden, Meister!"

Sie traten in eine der großen Trainingsräume. Dort kämpften die Schüler mit oder ohne Waffen mit einander. Die Schüler warfen sich gegenseitige böse Blicke zu, bevor sie sich aufeinander zu stürzten. Harry achtete darauf, dass er sicherheitshalber hinter Deletrius blieb. Man konnte ja nie wissen.

Inmitten der Halle hielt Deletrius an und klatschte einmal in die Hände. Sofort sammelten sich die Schüler und bildeten einen Kreis um die beiden. Sie senkten ihre Häupter.

„Hört mal alle her. Das hier ist Harry. Ab sofort wird er am Training teilnehmen. Für den nächsten Monat wird er aber erst mal eingeführt und für diese Zeit ist er tabu. Er wird bei den 16-Jährigen einquartiert. Verstanden?"

„Ja, Meister."

„Wegtreten!"

Die Schüler verneigten sich und kehrten zu ihren Übungen zurück.

„Folge mir!"

„Ja, Meister."sagte Harry und folgte ihm.

„Das hier ist dein Quartier und das dort dein Spind. Einen Rat, lass deine Sachen nicht herumliegen. Unter den Schülern gibt es ein starkes Konkurrenzdenken, denn nur ein Drittel wird überhaupt den Drachen vorgestellt. Es gibt oft genug Kämpfe unter den Schülern und das wird von uns toleriert, denn es motiviert sie, ihr bestes zu geben und sich zu beweisen. Was wir zwar nicht tolerieren, aber leider oft genug vorkommt, ist Sabotage an des anderen Schülern Eigentum, um sie in Misskredit zu bringen. Leider sind die Schlösser leicht zu knacken."

„Ich habe verstanden, Meister."

Harry öffnete den Spind und fand einige Sachen für ihn darin. Er legte die Bücher hinein und verschloss den Spind wieder. Dann grinste er und hielt seine Hand auf den Spind: „Colluportus!"

Deletrius schüttelte nur den Kopf und meinte: „Vielleicht kannst du deinen Mangel an Muskeln und Kampffähigkeiten mit deinem Wissen um die Magie wettmachen, aber sei gewarnt. Die Drachenreiter verfügen über sehr starke Angriffzauber, auch wenn sie sehr wenig Zauber für den täglichen Gebrauch haben, wie du sie zu kennen scheinst."

„Wie sieht es mit Defensiv-Zaubern aus, Meister?"

„Defensiv-Zauber? So etwas gibt es bei uns nicht. Wer einen Drachen reitet, verfügt über genug Schutz."erwiderte Deletrius arrogant und hatte damit Harry einen sehr großen Vorteil im Kampf unter den Schülern verschafft.

„Danke, Meister."sagte Harry und seine Augen funkelten tückisch.

Er führte Harry zurück in den Trainingssaal.

„Schülerin Clanasya!"rief Deletrius.

Sie eilte zu ihnen und verbeugte sich vor Meister Deletrius.

„Meister?"

„Du bist ab sofort Harrys Trainingspartner. Sorge dafür, dass er erfährt wo alles ist und unterrichte ihn, wann welche Trainingsstunden stattfinden. Er hat sich von vier Uhr nachmittags bis 6 Uhr nachmittags bei mir einzufinden!"

„Aber Meister, das wird mich doch aufhalten!", sagte sie entsetzt und starrte Deletrius ungläubig an.

„SCHWEIG! Tu, was dir befohlen wird!"sagte Deletrius kalt.

Clanasya zuckte zusammen. „Wie ihr wünscht Meister.", sagte sie dann geschlagen und senkte ihr Haupt respektvoll.

„Außerdem wirst du dafür sorgen, dass er wieder in Form kommt. Er ist viel zu schwach. Doch bedenke, dass du die Verantwortung für ihn hast. Wenn du ihn zu weit treibst..."Er ließ den Satz offen.

„Ich habe verstanden, Meister."

„Beide wegtreten!"

Harry trat zu Clanasya und verneigte sich vor Deletrius.

Clanasya ging fort und Harry eilte ihr hinterher.

Sie warf ihm einen Blick voller Wut zu, Harry erwiderte ihn ausdruckslos. Einerseits war er nicht erpicht darauf, ausgerechnet mit ihr zusammenzuarbeiten, andererseits konnte er sie verstehen und dazu kam, dass er auf sie angewiesen war und so tat er nichts, um sie noch mehr zu verärgern.

„Also schön, ich zeige dir die Festung und damit du in Schwung kommst, werden wir joggen gehen, Fremdling."

„Geht klar, Prinzessin."sagte Harry verschmitzt lächelnd.

Sie spießte ihn förmlich mit ihren Blicken auf.

„Nenn mich nicht so!", fauchte sie drohend.

„Warum nicht? Du bist die Tochter des Lords und er ist der oberste Herrscher. Also ist der Titel doch zutreffend und so lange, wie du mich Fremdling nennst..."

Sie drehte sich um und lief los. Harry hatte Mühe, mit ihr Schritt zu halten.

„Hier sind die Unterkünfte... hier sind die Klassenräume... hier ist die Waffenkammer..."

Da verließ ihn schon der Atem. Seine Lunge brannte, seine Seite stach doch noch kämpfte er weiter.

„Hier ist die Bibliothek... hier der Speisesaal, Essen gibt es um 7, um 12 und um 7, Klar?"

Harry nickte und japste nach Luft. Clanasya rollte mit den Augen und verfiel in einen schnellen Schritt.

„Deine Ausdauer lässt zu wünschen übrig, die muss wirklich noch verbessert werden!", stellte sie genervt fest.

„Ich weiß."sagte er ehrlich, was sie mit einem Stirnrunzeln zur Kenntnis nahm.

„Hast du viele Freunde?"fragte Harry.

„Freunde? Wir haben hier keine Freunde. Jeder kämpft für sich."

„Hmm... das ist doch kein Leben. Im Team ist man viel stärker."

„So ein Quatsch. Hier geht es nur um Macht und Loyalität gegenüber den Menschen, über die wir herrschen."sagte sie arrogant und überheblich. Als sie sich umgedreht hatte, schüttelte Harry nur amüsiert den Kopf. Sie erinnerte ihn an Malfoy... nur war sie nicht böse wie er, allerdings ziemlich von sich eingenommen.

Sie führte ihn hinaus aus der Festung und er sah, dass sie auf einem hohen Cliff waren. Vom Tor führte ein Weg hinunter in einen Wald und in der Ferne war ein Dorf zu erkennen und etwas dahinter, fast schon am Rande des Horizonts eine größere Stadt.

„Wow."

„Wow?"

„Ja, ich meine es ist eine schöne Aussicht."sagte Harry.

Clanasya schüttelte nur den Kopf.

„Ich habe noch immer keine Drachen gesehen. Wenn ihr Drachenreiter seid, sollten dann hier nicht welche sein?"fragte er und kam sich etwas naiv vor.

„Sie leben unter der Festung in den Höhlen. Hast du schon mal einen Drachen gesehen?"

„Ich? Ja, vor zwei Jahren wurde in meiner Schule ein Turnier abgehalten, an dem ich unfreiwillig teilgenommen habe. Eine der Aufgaben war es, einem Drachenweibchen aus seinem Gelege ein goldenes Ei, das natürlich kein echtes war, zu stehlen."

Clanasya verharrte mitten im Schritt und starrte ihn an.

„Was?" fragte Harry irritiert.

„Was war das für ein Ei?"

„Nicht besonderes, nur ein Behälter mit den Informationen für die nächste Aufgabe, warum?"

„Es gab vor tausend Jahren ein goldenes Ei. Es wird gesagt, dass es das erste Ei war, das von einem Drachen gelegt wurde und den Menschen als Zeichen der Freundschaft geschenkt wurde. Es hat große religiöse Bedeutung für unser Volk, doch es ist seit Jahrhunderten verschwunden. Damals deuteten die Anzeichen darauf hin, dass die Elfen dieses Ei gestohlen haben und seitdem herrscht Krieg zwischen unseren Völkern. Im Augenblick haben wir wieder eine Ruhephase. Der letzte große Kampf war vor etwa zwanzig Jahren."

„Elfen? Ich kenne nur Hauselfen und die kannst du nicht meinen. Sie sind ja nicht mal einen Meter groß."

Sie sah ihn irritiert an, „Ich rede von Waldelfen. Sie sehen fast aus wie wir, sind nur schlanker, graziler, haben spitze Ohren und sie sind meist um die zwei Meter groß. Außerdem sind sie gerissen und tödliche Krieger."

"Krass. Und? Haben die Elfen das Ei?"

„Sie sagten damals nein. Ich habe keine Ahnung. Aber es gibt auch schon seit Jahrhunderten keine Verhandlungen mehr. Nur noch Misstrauen und Feindschaft."

„Schade. Ich hasse Krieg."seufzte Harry.

„Ich... ich habe deine Erinnerungen gesehen und ich kann verstehen, warum du so denkst. Wir jedoch leben schon seit Generationen in diesem Zustand. Wir sind dem gegenüber etwas abgestumpft und unsere ganze Gesellschaft basiert irgendwie darauf. Das Kastensystem, das uns Drachenreitern soviel Macht gibt auf jeden Fall."

„Um so schlimmer. Aber wir können auch nichts daran ändern. Wo waren wir? Wir könnten noch ein wenig joggen. Je eher ich wieder in Form komme, desto besser."

Sie nickte anerkennend, dass er sich nicht schonte und so engagiert war. „Auf geht's!"

Sie kehrten eine Stunde später erschöpft zurück. Sie waren sogar im Dorf gewesen und zu seiner Freude hatte Harry einen Laden gefunden, in dem Zutaten für Zaubertränke verkauft wurden. Nun brauchte er nur noch etwas Geld.

Sie liefen kurz darauf Meister Deletrius über den Weg.

„Meister?" fragte Harry und verbeugte sich.

„Sprich, Schüler!"

„Ich bin hierher gekommen, ohne Geld und Besitz. Sehen sie eine Möglichkeit, diesem Zustand abzuhelfen?"

„Hmm... deine Kenntnisse im Bereich des Tränkebrauens sind beachtenswert und bei uns unerreicht. Ich werde mit dem Anführer besprechen, ob wir dich dafür bezahlen, wenn du Tränke für uns braust. Hier, nimm das als Bezahlung für die beiden Tränke, die du für Clanasya gebraut hast. Ich melde mich, wenn ich genaueres weiß."

„Danke sehr, Meister."

„Wegtreten!"

„Das war sehr großzügig von Meister Deletrius. Er muss deinen Tränken großen Wert beimessen, wenn er dir so viel Geld dafür gibt."

Auf Harrys Nachfrage, erklärte sie ihm die Währung und versuchte ihm den Wert zu verdeutlichen. Es war wohl etwa so viel, wie sieben Gallonen.

„Was machen wir jetzt?"

„Nun, es ist zwei Uhr nachmittags. Eine Stunde Sparring und danach muss ich in die Bibliothek."

„Macht es dir was aus, wenn ich dich begleite? Ich muss immer noch eure Sprache richtig lernen."

„Tu was du willst. Nach dem Sparring ist meine Aufgabe für heute erledigt."

Sie gingen in den Trainingssaal und eine Minute später fand sich Harry auf der Matte wieder. Das sorgte für einiges Gelächter.

„Ignoriere sie."sagte Clanasya.

Harry tat sein bestes, aber er wurde wütend, dennoch er behielt die Kontrolle.

Danach gingen sie in die Bibliothek und Harry begann, sich über die Magie der Drachenreiter zu informieren.

Amüsiert stellte er fest, dass er wesentlich schneller las, als Clanasya. Eigentlich war es kein Wunder, dachte er sich, die körperlichen Aspekte standen hier im Vordergrund. Akademische Bildung war nebensächlich und lediglich ein notwendiges Übel für das Erlernen er Magie.

Der erste Monat verging schnell für Harry und nach dem Monat war er wieder in Form. Er hatte mit dem Geld, was er für Tränke einnahm, einige Zutaten für sich selbst gekauft und ein paar Tränke aus den alten Büchern gebraut, die seine Muskelentwicklung beschleunigten.

‚Eigentlich ist das Doping' hatte er sich gedacht und lachte in sich hinein. Dennoch war er bei weitem nicht in der Lage, sich mit den anderen zu messen. Er war nicht nur schwächer, sondern er war lange nicht so geübt in der Kampfkunst, obwohl Clanasya ihre Aufgabe sehr ernst nahm und ihm so viel wie möglich beibrachte.

Er nahm auch an den regulären Stunden Teil und er hielt zumindest körperlich durch. Die Magie der Drachenreiter machte ihm immense Schwierigkeiten. Sie war von der Theorie her so anders, als seine Magie. Aber er lernte und machte kleine Fortschritte.

Auch Deletrius machte Fortschritte in Englisch und Latein, aber zu Harrys Erleichterung hörte er nicht auf, Harry zu unterrichten.

Die ganze Abweisung, die ihm von allen Seiten entgegenschlug, machte auch ihn härter und abweisender. Nur Clanasya gegenüber und zum Teil Deletrius gegenüber war er noch sein offenes selbst.

Am Abend des letzten Tages in Harrys ‚Erholungs-' Monat wurden die beiden in Deletrius' Büro bestellt.

„Steht bequem!"

Sie rührten sich und warteten.

„Schülerin Clanasya, wie beurteilst du Harrys körperlichen Zustand?" fragte Deletrius emotionslos.

„Er hat sich sehr engagiert und ist so fit, wie man es nach einem Monat Training erwarten kann, Meister."sagte sie genauso kühl.

Harry seufzte innerlich bei dem Mangel an Mitgefühl hier unter den Drachenreitern. Im Dorf war das lange nicht so, hatte er festgestellt, dort verhielten sich die Menschen normal.

„Harry, fühlst du dich fit genug, am vollen Trainingsprogramm teilzunehmen?"

„Das volle Training ist zweifelsohne eine Herausforderung und ich bin noch nie einer Herausforderung ausgewichen, Meister."erwiderte Harry, ohne eine Wertung über sich selbst abzugeben.

„Gut formuliert. Wie beurteilst du Clanasyas Leistungen als Trainerin?"

Diese Frage hatten beide nicht erwartet, doch Harry antwortete ohne zu zögern.

„Sie empfand offensichtlich eine Abneigung gegen meine Person. Sie hat dies jedoch nicht in den Weg kommen lassen und hat mich bestmöglich ausgebildet. Ich sehe nichts, was man hätte besser machen können, Meister."

Deletrius nickte. „Gut, ich gehe davon aus, dass damit ihre Schuld dir gegenüber abgeglichen ist, was ihre Rettung angeht?"

„Meister, sie stand nie in meiner Schuld. Ich habe getan, was richtig war. Ich würde das für jeden tun und erwarte keine Gegenleistung." sagte Harry überzeugt. Das war schon immer seine Einstellung gewesen.

„Das Konzept der Lebensschuld ist dir bekannt?"

„Das ist es, Meister."

„Dennoch beharrst du auf deiner Ansicht?"

„So ist es, Meister. Selbst wenn es bedeutet, dass mich niemand aus freien Stücken retten würde, weil mir niemand etwas schuldet, ist das meine Ansicht."

„Gut. Ich informiere Xeroxius, dass du am vollen Training teilnimmst. Wegtreten!"

Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, wurden sie von einem großen bulligen Jungen und zwei Kumpanen in die Ecke gedrängt.

„Malarde!" sagte Clanasya abfällig.

„Na, Clanasya, musst du noch immer Babysitten? Der Monat ist rum!"sagte Malarde abfällig und schubste Clanasya in die Ecke.

Einer seiner Kumpanen drückte Harry den Hals zu.

Wut machte sich in Harry breit.

„Ah, macht sich das Baby in die Hose? Musst du die Windeln wechseln?"

Harry hatte genug. Er spürte, wie sich seine Magie aufbaute und nach außen drängte.

Seine Augen leuchteten kurz und intensiv auf, dann ließ er sie einfach raus, ohne einen Spruch zu benutzen.

Eine mächtige Druckwelle fegte die drei von den Beinen und schleuderte sie gegen einige Regale.

„Ihr seid aber mächtige Krieger."sagte Harry abfällig, „Ich wusste gar nicht, dass es drei Leute braucht, um ein Baby und eine Frau zu besiegen. Das sagt viel über euch aus... oder sollten wir uns geehrt fühlen, weil ihr gleich von Beginn an einseht, dass ihr gegen uns nicht ankommt?"fragte er sarkastisch.

Clanasya sah ihn enttäuscht an und eilte an ihm vorbei.

Er rannte hinterher und hielt sie hart am Arm fest.

„Was ist los?"fragte er verärgert. Seinen Ton hatte er zumindest schon den Verhältnissen hier angepasst. Egal was sie sagte, er sah in Clanasya etwas wie eine Freundin und er wollte so eine Kleinigkeit nicht zwischen sie kommen lassen.

Sie schubste ihn gegen die Wand.

„Er hat mich angegriffen. Niemand kämpft meine Kämpfe!" fauchte sie.

Es machte Klick, bei Harry. Er hatte ihren Stolz verletzt.

„Irrtum! Er hat mich als Baby beschimpft bevor er dich angegriffen hat. Es war mein Kampf. Ich weiß, dass du dich verteidigen kannst, das ist mir nicht entgangen. Dennoch, es war mein Kampf."sagte er entschlossen und ohne zu zögern. Zögern war eine Schwäche. Entscheidungen mussten schnell getroffen werden.

Sie sah ihn anerkennend an und nickte: „Gut."

„So, wie feiern wir das ganze nun?"fragte Harry und rieb sich die Hände. Er wusste ganz genau, dass die Schüler hier genauso unschuldig waren, was kleine Partys anging, wie die Weasley-Zwillinge und zu solchen Situationen herrschte fast so etwas wie Kameradschaft.

Ein Funkeln trat in ihre Augen. „Heut Abend hinter dem Pferdestall. Wir feiern mit Eiskorn... wenn du dich traust."forderte sie ihn heraus.

Er hatte während des Monats schon Kontakt mit dem Standard-Schnaps hier gemacht, als er im Dorf war.

Er verneigte sich spöttisch und sagte, „Wie ihr wünscht, Prinzessin:"

Sie funkelte ihn an.

„Ich warne dich!"fauchte sie.

„Ich stehe dazu, was ich gesagt habe. Nenn mich Harry und ich höre damit auf. ... Und ich werde da sein."

Ihre Wege trennten sich für den Rest des Tages und jeder ging seinem Training nach. Harry bemühte sich außerordentlich, seinen Rückstand aufzuholen.

Am Nachmittag nach dem offiziellen Unterricht begab er sich wieder in die Bibliothek.

Kurz nach ihm trat Clanasya ein. Sie hatte ihn nicht gesehen und er musterte sie schweigend.

Sie war eine Kämpfernatur, schlank und athletisch gebaut. Sie vermittelte eine herbe Schönheit, doch das war nur durch ihr hartes Auftreten so. In kurzen Momenten, wenn ihre Augen aufleuchteten, weil sie etwas geschafft hatte, ein Ziel erreicht hatte oder einfach nur zufrieden war, fühlte sich Harry zu ihr hingezogen. Es war anders als damals bei Cho, nicht so stark, aber dennoch eindeutig da.

Ein ganz leichtes Flattern entstand in seinem Magen. Er schüttelte den Kopf und befreite sich von solchen Gedanken. Sie war noch nicht mal für eine Freundschaft, geschweige denn für mehr. Außerdem hatte er nicht vor, ewig hier zu bleiben. So schön fand er es hier dann doch nicht.

Sie setzte sich zu ihm, als sie ihn endlich gesehen hatte und es schien ihm, als würden ihre Augen einen Moment länger als gewöhnlich auf ihm ruhen. Aber vermutlich bildete er sich das nur ein, nachdem seine Gedanken gerade so abgeschweift waren.

Sie ließ ihren Blick über die Bücher gleiten, die er las, doch sie konnte nichts damit anfangen. Es waren Lateinische Schriften, die er las. Sie beschäftigten sich mit alten Schildzaubern.

Sie widmete sich ihrer eigenen Literatur. Kampfzauber, was auch sonst. Harry schüttelte innerlich den Kopf.

Zwei Stunden später stand sie auf und bedeutete ihm mit einem Blick, ihr zu folgen.

Harry schloss sein Buch und folgte ihr zwei Minuten später.

Sie trafen sich wie abgemacht hinter dem Stallungen in denen einige Pferde untergebracht waren. Sie wurden von den Offizieren zum Ritt ins Dorf benutzt, wenn die Wege für einen Drachen zu kurz waren.

Harry holte eine Flasche mit einer glasklaren Flüssigkeit aus seinem Rucksack im selben Moment wo auch Clanasya eine solche aus ihrem Rucksack zog.

„Das nenn ich Gedankenübertragung."sagte Harry grinsend.

Auch ihre Mundwinkel verzogen sich zu einem Ansatz eines Lächelns.

„Ich denke, du steckst deine wieder weg, Clanasya. Eine reicht für uns beide... bei weitem."sagte Harry.

„Bist du sicher?"fragte sie herausfordernd.

Harry schaute sie ungläubig an. Als er an feiern gedacht hatte, meinte er mit Sicherheit nicht, dass sie zu zweit eine ganze Flasche killen würden, geschweige denn zwei.

Er zuckte mit den Schultern zog drei Strohballen heran und stellte die Flasche auf den in der Mitte. Dann beschwor er aus dem Handgelenk zwei Gläser, was Clanasya mit geweiteten Augen beobachtete. Das jedoch entging Harry, solche Zauber waren für ihn normal.

Er goss beiden ein Glas ein und setzte sich auf einen Strohballen.

Er erhob das Glas, „Auf das Ende deiner Tage als Babysitterin."

Sie erhob das Glas ebenfalls zum Salut und leerte es in einem Zug.

„Bah, der ist zu warm."sagte Harry, als er es ihr gleich getan hatte.

„Ja, aber dagegen können wir nichts machen."seufzte Clanasya, als sich der Eiskorn seinen Weg hinunter in ihren Magen brannte.

„Irrtum. Wir sind Zauberer, oder?"fragte er und deutete mit seiner Hand auf die Flasche und sagte: „ASPERITAS!"

Ein leicht bläuliches Licht wanderte aus seiner Hand über die Flasche und ließ sie beschlagen zurück.

Dann goss er erneut zwei Gläser ein.

Diesmal erhob Clanasya das Glas, „Ganz ehrlich, Erd... Harry. Du magst zwar noch schwächer und nicht so Kampf geübt sein, wie alle anderen hier, doch du erstaunst mich immer wieder. Ich bin mir sicher, wenn du das Training überstehst, wirst du einmal ein großer Drachenreiter. Auf die Drachen!"Es schien fast etwas wie Respekt in ihren Augen zu leuchten.

Harry hob sein Glas und leerte es. Diesmal war es erst ein kaltes, gutes Gefühl, als die Flüssigkeit die Speiseröhre hinunter lief zum Magen, das erst nach einigen Sekunden vom Feuer des hochprozentigen Alkohols abgelöst wurde. Das war das spezielle Gefühl, das nur Eiskorn erzeugen konnte.

Nach zwei weiteren Gläsern wurden beide wesentlich lockerer und das führte dazu, dass etwas von Clanasyas kalter Panzerung abbröckelte.

Sie unterhielten sich nun schon fast wie Freunde über alles mögliche und ihre Zukunftsvorstellungen.

Nach einem weiteren Glas waren sie doch etwas angeheitert, wenn auch noch nicht betrunken.

„Harry, du sagtest, Freundschaft wäre dir wichtig und würde dich stärker machen."

„Es macht dich in gewissem Sinne schwächer, weil du dich um deine Freunde sorgst und sie gegen dich verwendet werden können. Doch ich finde, der Nutzen, die Stärke und die Unterstützung echter Freunde sind die wenigen Nachteile wert."

Sie nickte, sie verstand genau, was er ihr sagen wollte, schließlich war sie eine Kriegerin.

„Glaubst du, wir könnten Freunde werden?"fragte sie nach einer Weile vorsichtig und leerte hastig ein weiteres Glas.

Harry sah sie an und murmelte, „Ich wünschte, es wäre mehr als das."

Sie sah abrupt auf. „Was meinst du?"

Seine Hemmschwelle war gesunken und er sagte sich in diesem Moment alles oder nichts.

Er trank ebenfalls sein Glas aus und stellte es hart auf ihren improvisierten Tisch. Dann stand er auf und setzte sich neben Clanasya. Sie sah ihn unsicher an.

Er hob ihr Kinn etwas an und küsste sie einfach.

In ihm tobte ein Orkan der Gefühle und als er sich nach einer Minute von ihr löste, starrte sie ihn entsetzt an.

„Sorry. Ich konnte nicht anders."sagte Harry unsicher.

Doch in ihre Augen schlich sich ein teuflisches Funkeln.

„Ist es das, was du unter Freundschaft verstehst?"fragte sie grinsend.

„Nein. Natürlich nicht. Ich... ach ich weiß auch nicht. Ich schätze, ich habe mich in dich verknallt. Aber wenn du nur Freundschaft willst, ist das ok für mich."

Harry hatte sich noch nie so unsicher gefühlt, obwohl die Unsicherheit aus etwas anderem herrührte, als der Schüchternheit gegenüber Mädchen, wie damals bei Cho. Er wusste nicht sicher, was er wollte. Doch er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als ihn Clanasya an seinem Kragen griff und ihn in einen weiteren, weitaus leidenschaftlicheren Kuss zog.

„Wow." sagte er schließlich.

„Hmm.... so kann man es auch sagen."sagte Clanasya strahlend, doch dann wurde sie ernst, „Das muss aber unter uns bleiben, sonst gibt es mächtig Ärger."

Harry nickte. „Was macht das jetzt aus uns?"

„Ein Paar?"fragte Clanasya grinsend und küsste ihn noch Mal. Doch diesmal ließ sie ihre Hand tiefer wandern... und Harry löste sich überrascht von ihr, als sie ihn an einer sehr privaten Stelle berührte. Er lief knallrot an.

„Ach komm schon! Hab dich nicht so!"sagte sie lachend.

Kurz darauf hatten sie noch zwei Gläser geleert, sich wesentlich tiefer in den Stall zurückgezogen, wo das frische Heu lagerte und waren komplett hüllenlos und ineinander vertieft.

Als Harry am nächsten Morgen gerade noch rechtzeitig in seinem Bett aufwachte, konnte er sich nicht mehr erinnern, wie genau er hierher gekommen war. Etwas hatte er aber noch ganz klar vor Augen, wie er seine Unschuld verloren hatte.

Er stöhnte, er hatte gewaltige Kopfschmerzen. Sie hatten die ganze Flasche noch geschafft in den Pausen, die sie gemacht hatten.

Er nahm eine Phiole aus seinem Schrank und leerte sie in einem Zug. Daraufhin ging es ihm besser. Es war zwar kein wirklicher Anti-Kater-Trank, aber er half gegen die Kopfschmerzen. Übelkeit war glücklicherweise bei diesem Schnaps keine Folgewirkung. Kurzerhand an seine Freundin denkend, steckte er eine weiter Phiole ein.

Als er zum Morgenappell antrat, stellte er fest, das Clanasya genau so aussah, wie er sich zuerst gefühlt hatte. Dennoch sah sie ihn mit funkelnden Augen an, doch verriet mit keiner weiteren Regung, dass sie nicht nur Freunde geworden waren, sondern wesentlich mehr.

Auch er hatte sich gut im Griff.

Er stellte sich unauffällig neben sie, als Xeroxius den Appell abhielt und steckte ihr unbemerkt die Phiole zu.

Sie ließ sie verschwinden, ohne mit der Wimper zu zucken.

Als sie zum Frühstück wegtraten, trank sie das Elixier unbemerkt von den anderen und schenkte Harry einen dankbaren erleichterten Blick, den er mit einem Zwinkern quittierte.

Sie trafen sich am Abend nach der Bibliothek wieder an den Ställen... und so sollte es zur Gewohnheit werden.

Harry hing anfangs weit hinterher, was das Training anging und er sah nur eine Lösung für das Problem. Er ging abends nach dem Unterricht in den Wald und trainierte für sich selbst. Dafür verbrachte er weniger Zeit in der Bibliothek.

Er kehrte zurück, kurz bevor die Tore geschlossen wurden und dann lernte er, wenn er sich nicht mit seiner Freundin traf. Er fühlte sich wohl mit ihr, aber er hasste die Heimlichkeit und er war sich nicht sicher, ob es wirklich Liebe war. Dennoch, sie war es, die ihm das Glück hier in Lenya brachte und die Zeit weniger trostlos machte. Tagsüber waren sie lediglich zwei konkurrierende Schüler ohne jeden Kontakt miteinander. Nur an einigen Abenden in der Woche lebten sie ihre Beziehung aus. Sie redeten offen miteinander und sie genossen Zärtlichkeiten.

Aus irgendeinem Grund motivierten ihn seine Gefühle für Clanasya nur noch mehr, mit seinem Training vorwärts zu kommen. Er wollte sich vor ihr beweisen, um nichts anderes ging es im Leben der Drachenreiter, zumindest bis sie ihren Drachen hatten.

Er hatte sich als nächstes das Buch über die Animagus-Transformation vorgenommen. Alle Bücher, die er von Deletrius hatte, hatten absolut nichts mit den Sprüchen und dem Wissen gemein, was er aus seiner Dimension hatte, bis auf ein paar einfache Sprüche, die noch identisch waren.

Er lernte nun uralte Magie, jedenfalls aus seiner Sicht und soweit er es beurteilen konnte, war ein großer Teil des Wissens in seiner Dimension bereits verloren.

Er erkannte, dass die Animagus-Transformation nicht einfach zu meistern war, doch er hatte Zeit. Er stellte fest, dass er sehr gut lernen konnte, wenn er nicht durch Quidditch oder lernfaule Freunde, wie Ron, abgelenkt wurde und besonders, wenn er sich für ein Thema interessierte... oder einfach nur sein Leben davon abhing.

Malarde versuchte mehrmals, ihn zu bedrängen und Harry war ihm kampftechnisch und kraftmäßig noch unterlegen, doch wann immer er ihm zu nahe kam, setzte er brutal oder subtil seine Magie ein und immer wurde er ihn los. Gewissensbisse waren etwas, was ihm hier sehr schnell abgewöhnt wurde. De facto waren die einzigen Gefühle, die er sich hier noch erlaubte, die Gefühle für seine Freundin und den Durst nach Rache gegenüber Voldemort und die Wut auf seine ehemaligen Freunde.

Einmal wollte Malarde sich mit einem Zauber rächen. Malarde schoss einen gleißenden Flammenstrahl während des Magieunterrichts auf Harry.

Deletrius hatte Recht, sie hatten eine starke Angriffsmagie, doch keine Defensivmagie. Die Drachenreiter kannten sehr wohl welche, wie er aus den Büchern entnommen hatte, die er gelesen hatte, sie wurde nur nicht gelehrt. Sie verließen sich zu sehr auf den Schutz durch ihre Drachen, erkannte Harry.

Es war Malardes erster und letzter Versuch, Harry mit Magie zu schlagen. Als der Flammenstrahl auf Harry zuschoss, konterte Harry mit einem für ihn simplen ‚Deflectius' dem Vorgänger des Deflectos. Er war schwerer, weil er nur stablos ausgeführt werden konnte, konterte aber mehr Sprüche und er war sich sicher, dass der Flammenstrahl darunter fiel.

So wurde der Flammenstrahl auf Malarde zurück reflektiert. Er starrte Harry fassungslos an, als der Strahl ihn traf, ihn von den Füßen hob und ihm eine ernste Brandwunde zufügte.

Harry unterdrückte den Impuls, zu ihm zu rennen und ihm zu helfen, das war hier einfach unüblich. Der nächste Lehrer der vorbeikam würde die Krankenschwester informieren, oder er schaffte es selbst bis in den Krankenflügel. Wenn nicht... war er ein weiteres Opfer des brutalen Trainings... und seiner Selbstüberschätzung. Zu Harrys Zufriedenheit bemerkte er nicht einmal einen besorgten oder gar ängstlichen Blick bei seiner Freundin. Sie wussten, das war einfach an der Tagesordnung und etwas, dass er meistern musste. Es war eine erfrischende Abwechslung zur konstanten Sorge seiner ehemaligen Freunde. Das einzige, was er in ihren Augen sah, war Stolz, wenn er es einem der voreiligen Schüler mal wieder gezeigt hatte.

Ein halbes Jahr später hatte er die Animagustransformation gemeistert. Als nächstes Projekt hatte er sich das Apparieren vorgenommen. Auch das konnten die Drachenreiter nicht, die Drachen brachten sie schnell genug von Ort zu Ort. Außerdem konnte man eine so große Masse wie einen Drachen nicht mitnehmen und was war ein Drachenreiter ohne Drachen? Also war es überflüssig, aber Harry lernte es trotzdem.

Er ging hinunter in den Wald, wie er es immer tat. Er schloss die Augen und ging noch mal alle Informationen durch. Hier würde ihm niemand helfen, wenn er sich zersplinterte.

Er konnte sich keinen Fehler erlauben. Doch das war er von seinem Training inzwischen gewohnt. Es waren bereits zehn Schüler so schwer verletzt worden, dass sie nicht weiter machen konnten und 2 waren bei Unfällen während des Waffentrainings gestorben. Harry war zunächst schockiert, doch Clanasya informierte ihn, dass das normal war und dass es nicht die letzten seien.

Als Harry das verdaut hatte, war er noch eine Spur härter geworden. Er lebte sich ein in diese Welt, die schon seit Jahrhunderten im Krieg lebte und seine eigenen Erfahrungen taten ihr übriges.

Er sammelte sich und stellte sich das andere Ende der Lichtung vor, dann sammelte er seinen Willen und wünschte sich hinüber.

Mit einem Plopp! erschien er auf der anderen Seite der Lichtung. Er hatte es geschafft. Jetzt musste er das so weit perfektionieren, dass es ihm im Kampf helfen konnte, es musste zum Reflex werden und seine Gegner würden nicht wissen, was sie traf.

Plötzlich knackte ein Ast und er fuhr herum, sein inzwischen allseits präsentes Schwert in Angriffsposition.

Es war Clanasya.

„Was tust du hier?"fragte er überrascht.

„Ich wollte sehen, wo du dich immer hin schleichst, wenn das Training vorbei ist."

Er zuckte nur mit den Schultern und sagte: „Ich trainiere weiter. Ich bin immer noch nicht auf dem Stand der anderen Schüler und ich will meine eigene Magie auch nicht vernachlässigen. Das könnte nützlich werden."

„So wie bei Malarde? Ich glaube, er hat inzwischen reichlich Schiss vor dir. Wenn du nur noch etwas besser im Schwertkampf wirst, hat er überhaupt keine Chance mehr gegen dich. Im Kampf kommt es schließlich nicht nur auf Kraft an."

„Ich weiß. Besonders, wenn man auf einem Drachen sitzt."sagte Harry grinsend.

„Das meine ich nicht."

„Ich weiß und du hast Recht."

„Ja, aber das glaubt mir niemand. Wenn mein Vater nicht ein Machtwort gesprochen hätte, wären auch heute nur noch Jungs auf der Schule."

„Ich dachte..."

„Ja ich weiß. Aber das war wirklich das einzige mal, wo ich die Position meines Vaters für mich genutzt habe. Ansonsten bleibe ich dabei, dass ich nichts von ihm will."

„Prinzessin." sagte Harry und grinste.

„Ach du... Fremdling. Was war das eigentlich vorhin? Wie hast du dich dahin versetzt?"fragte sie neugierig.

„Das ist schwer zu erklären und normalerweise würde ich das auch nicht tun, aber du hast mir auch geholfen... und schließlich bist du meine Freundin, also..."

Ein Zischen ertönte und Clanasya fuhr herum und blieb stocksteif stehen.

„Was ist?"fragte Harry und trat an sie heran.

„Wow, das ist ja ne riesige Schlange."sagte Harry erstaunt.

Einen Meter vor Clanasya befand sich eine riesige Schlange und sie war so weit aufgerichtet, dass ihr Kopf bei Clanasya auf Augenhöhe war.

„Das... das ist ein Baby-Basilisk."stammelte sie leise.

„Aha, und sein Blick tötet noch nicht."stellte Harry fest.

„Nein, erst wenn sie mindestens zehn Jahre alt sind."

„Gut, warum hast du dann solche Angst?"fragte Harry und legte seinen Arm um ihre Schultern.

„Bist du verrückt? Sein Biss ist tödlich und er kann dich zermalmen."stammelte sie leise.

Harry sah die Schlange an und winkte ihr zu, der Blick, der vorher in Clanasyas Augen gebohrt war, wandte sich Harry zu.

„Versssssschwinde hier!"hisste er der Schlange zu.

Sie zuckte überrascht zurück und Clanasya zuckte zusammen.

„Du ssssprichssssst Mensssschling?"

„Dasss hörssst du doch. Wir wollen dir kein Leid antun, alsssso verssschwinde!"

„Wie ihr wünssscht Meissster!"sagte die Schlange, neigte ihr Haupt und verschwand im Wald.

Clanasya setzte sich nervlich fertig auf den Boden.

Harry streckte ihr die Hand hin und half ihr wieder auf.

„Kein Grund sich in die Hose zu machen, Prinzessin."sagte er kühl.

Das riss sie aus ihrem Bann.

„Wie hast du das gemacht?"fragte sie ihn unsicher.

„Was?" fragte er, wohl wissend, was sie meinte.

„Sie verjagt?"

„Ich habe ihr nur gesagt, dass wir ihr nichts tun wollen und sie verschwinden soll. Das hat sie getan."sagte Harry, als wäre es das normalste auf der Welt.

„Du... du kannst mit Schlangen sprechen?"

„Sieht so aus, oder? Wäre aber schön, wenn das unter uns bleibt. Ich hatte bei mir schon genug Ärger deswegen in der Schule."

„Ähm... ja, kein Problem. Nun stehe ich schon wieder in deiner Schuld."

„Nicht der Rede wert. Du weißt, wie ich dazu stehe."sagte Harry und winkte ab.

Sie sah sich kurz um, ob irgendjemand in der Nähe war, dann umarmte sie ihn herzlich und küsste ihn leidenschaftlich.

Ab dem Zeitpunkt trainierten sie zusammen und dank Clanasyas Hilfe, meisterte Harry auch bald die Kampfkünste und den Schwertkampf. Er hingegen half ihr, die Magie besser zu verstehen, da er inzwischen besser war als sie, auch in der Magie der Drachenreiter.

Nach einem Jahr der Ausbildung waren sie an der Spitze der Klasse und sie waren nahezu immer gemeinsam anzutreffen. Das wiederum, ohne dass ihre Beziehung bekannt wurde, stieß auf großes Missfallen unter den anderen Schülern. Die Lehrer schien es nicht zu stören. Einige, wie Deletrius profitierten ja auch von Harrys Wissen und so ziemlich alle von seinen Tränken. Das Problem der Schüler war nur... niemand konnte sich mehr mit ihnen messen.

Harry und auch Clanasya vergruben sich oft genug in der Bibliothek und studierten die alte Magie. Er hatte ihr Englisch und Latein beigebracht und sie ihm die Sprache der Elfen, die normalerweise nur den Anführern gelehrt wurde. Sie hatte sie von ihrem Vater, der ja der Lord war. Die Elfensprache klang sehr melodisch und naturgemäß hatten die Menschen in Lenya Schwierigkeiten mit der Aussprache, da sie eine sehr harsche Lautgebung hatten. Harry bereitete das weniger Probleme und wenn er seinen ‚Lernspruch' anwendete, half ihm das zusätzlich.

Die Monate verflogen und Harry wurde reifer, nicht nur geistig, sondern auch körperlich. Das rigorose Training stählte seinen Körper, was Clanasya nur zu gern sah und sie zog ihn auch oft genug damit auf. Er war inzwischen 1,80 m groß und hatte eine athletische Figur entwickelt. Seine Haare waren etwas länger und lagen daher ruhiger und das gefiel ihm wesentlich besser.

Nach zweieinhalb Jahren jedoch nahm das Leben aller eine tragische Wende. Der Krieg in Lenya brach erneut aus. Die Schule bekam Besuch vom Lord persönlich und das erste, was er tat, war, seine Tochter zu besuchen.

Sie war gerade mit Harry beim Schwertkampftraining und beide kämpften furios, aber elegant und geschmeidig um einen Vorteil zu erlangen, der einen Sieg bringen würde. Schließlich schaffte es Clanasya, ihn zu entwaffnen, doch genau in diesem Augenblick rammte er sie mit seiner Schulter und warf sie zu Boden.

Lachend half er ihr wieder auf, als plötzlich ein Klatschen hinter ihnen ertönte.

Sie fuhren beide herum und erstarrten.

Harry verneigte sich und Clanasya rief stolz, „Vater! Was machst du hier?"

Sie begrüßte ihn herzlich.

Er musterte Harry: „Das ist also der Außenweltler, ja? Tritt näher!"

Harry hob seinen Kopf und trat zu dem Lord heran.

„Paps, das ist Harry James Potter. Aber alle nennen ihn nur Harry."

„Ihr kämpft beide sehr gut, ich muss gestehen, ich bin beeindruckt."

Harry wollte etwas sagen, verbiss es sich aber. Der Lord sah es jedoch und fragte: „Du wolltest etwas sagen, Schüler?"

„Ja, Milord."

„Sprich!"

„Ich habe sehr viel von den Meistern der Schule gelernt, sowohl in der Magie, als auch im Kampf. Jedoch wird nie gelehrt, beides gleichzeitig einzusetzen. Ich hätte Clanasya die ganze Zeit besiegen können, obwohl sie mir im Schwertkampf überlegen ist. Ich möchte keineswegs die Methodik in Frage stellen..."

„Und doch hast du es gerade getan,"sagte der Lord stirnrunzelnd, „Lass sehen, was du kannst! Leutnant Trixus, vortreten! Ihr kämpft miteinander, bis der Gegner entwaffnet ist, oder das erste Blut fließt, jedoch nicht bis zum Tod!"

„Milord, es steht mir nicht zu, einen Offizier zu duellieren."sagte Harry unterwürfig.

„Stellst du meine Befehle in Frage? ...Oder hast du Angst?"fragte Lord Dalarius kalt.

„Niemals!" sagte Harry entschlossen und zog sein Schwert.

Sie gingen in Position und der Leutnant drang vehement auf Harry ein. Er war gut, sehr gut sogar und bedrängte Harry in den ersten Sekunden. Doch als Harry einen Moment hatte, um sich zu konzentrieren, wob er mit der linken Hand einen Bannzauber der Drachenreiter und der Leutnant flog zehn Meter rückwärts. Als er sich aufrichten wollte, schoss ihm Harry einen Flammenstrahl vor die Füße, der ihn nochmals zurückspringen ließ und einen Augenblick später hatte der verdatterte Leutnant ein Schwert am Hals. Dabei hatte sich Harry noch auf die Magie der Drachenreiter beschränkt. Seine eigene Magie war wesentlich schneller und er hätte auch apparieren können. Als sein blick wie zufällig über Clanasya streifte, sah er wieder das Funkeln ihrer Augen, was ihre Zuneigung zu ihm und ihren Stolz ausdrückte. Es ließ sein Herz wieder ein paar Takte schneller schlagen, doch äußerlich war ihm nichts anzumerken.

„Gut gemacht, Schüler Harry. Was meinst du, soll das gleich von Anfang an gelehrt werden?"

„Nein, Milord. Die Schüler müssen erst sicher in der Anwendung beider Techniken allein werden, bevor sie sie kombinieren, vielleicht im zweiten Jahr oder gar erst im dritten."

„Ich werde das mit dem Rat besprechen. Kann außer dir noch jemand so kämpfen?"

„Clanasya, Milord."

Sein Kopf flog herum.

„Ist das wahr? Wer hat dich das gelehrt?"fragte ihr Vater überrascht-

„Es ist wahr und Harry hat es mich gelehrt. Wir haben die Konkurrenz zwischen uns begraben, nachdem mir Harry das zweite mal das Leben gerettet hat."

„Moment Mal, er hat dir zweimal das Leben gerettet? Wieso weiß ich davon nichts? Xeroxius?"fragte Dalarius erzürnt.

Der Meister trat vor, er hatte die ganze Zeit im Hintergrund gestanden.

„Sie hatte eine gefährliche Wunde im Bauchbereich erhalten und sehr viel Blut verloren. Sie wäre gestorben, wenn Schüler Harry den Blutverlust mit einem selbstgebrauten Elixier nicht ausgeglichen hätte. Danach hat er mit einem anderen Elixier diese Wunde geheilt. Seitdem braut Harry diese Tränke für die ganze Schule, gegen ein kleines Entgelt."

„Ah ja, die berühmten Zaubertränke. Und das zweite mal?"

„Dazu kann ich nichts sagen, davon weiß ich nichts."sagte Xeroxius unsicher.

„Harry?"

„Das war doch nichts. Ein Baby-Basilisk hat ihr etwas Angst gemacht und ich habe ihn verjagt, Milord."

„Ein BASILISK?"

Harry zuckte mit den Schultern und nickte.

„Also schön. Du kannst das also auch, Tochter? Ich möchte eine Demonstration sehen."

Harry und Clanasya traten sich gegenüber.

„Halt dich nicht zurück, ok?"sagte Harry.

Sie nickte unsicher, dann begannen sie zu kämpfen. Die Schwerter prallten hart aufeinander. Kurz darauf flog Harry zurück, doch er fing sich in der Luft und landete auf den Beinen. Er schoss einen Flammenstrahl auf Clanasya und der Lord ächzte auf.

Doch sie wich aus, indem sie zur Seite sprang und sich abrollte.

Sie konterte selbst mit einem Flammenstrahl, doch Harry wich nicht aus und reflektierte ihn zurück. Wieder wich sie aus und versuchte erneut einen Bannzauber, als der nicht wirkte, drang sie wieder mit dem Schwert auf Harry ein. Harry hatte Mühe zu parieren, doch dann wirkte er einen Entwaffnungszauber, diesmal seine Magie und ihr Schwert flog in seine Hand. Dann fesselte er sie mit einem Petrificus Totalus.

„Was hast du gemacht?"rief der Lord böse.

„Nichts, sie ist nur gefesselt."Er befreite sie wieder und reichte ihr das Schwert zurück.

„Guter Kampf, Harry."sagte Clanasya strahlend.

„Das Vergnügen war meinerseits."sagte Harry und lachte.

„Also, wenn du auch einen Leutnant besiegt, werdet ihr beide vorzeitig den Drachen vorgestellt."sagte der Lord ernst.

„Aber..." warf Xeroxius ein, doch der Lord unterbrach ihn.

„Der Krieg ist wieder ausgebrochen und wir brauchen jeden Mann. Trixius, streng dich diesmal ein wenig an!"

Doch Clanasya war schon gut genug mit dem Schwert um ihn zu bedrängen und sie fegte ihn lediglich für den Effekt mit einem Zauber quer durch die Halle.

„So sei es. Ihr werdet den Drachen vorgestellt."

„Mit Verlaub, Milord, warum ist der Krieg wieder ausgebrochen?"fragte Harry vorsichtig.

„Die Tochter des Elfenkönigs Shi-Ala wird seit einer Woche vermisst und sie beschuldigen uns. Also sind wir wieder im Krieg. Es hat bereits mehrere kleinere Gefechte gegeben."






Kapitel 5 – Angriff auf Gelarde




Während bei Harry in Lenya zweieinhalb Jahre vergangen waren, war es hier auf der Erde gerade mal sechs Monate her, seitdem er aus Askaban verschwunden war.

Im Moment war mal wieder ein Treffen des Ordens des Phönix einberufen worden. Diesmal wurde es in einem geheimen Raum unterhalb von Dumbledores Büro, in Hogwarts, abgehalten.

Es war nur der Kern des Ordens anwesend, wie üblich in den letzten Wochen, vor allem seit dem die Treffen in Hogwarts selbst abgehalten wurden.

Molly und Arthur Weasley saßen Ende des Tisches und unterhielten sich leise.

Remus saß still und schweigsam wie immer links von ihnen.

Der Verlust seines Freundes Sirius am Ende des fünften Schuljahres von Harry hatte ihn schon sehr mitgenommen und schon damals hatte er sich von den Aktivitäten des Ordens sehr zurückgezogen. Das einzige, was ihn aus seiner Lethargie reißen konnte, war Tonks, die junge Aurorin und Metamorphmagus, die ihn in ihr Herz geschlossen hatte. Doch seitdem Harry nach Askaban gesteckt worden war, war alles noch schlimmer geworden und er hatte sich völlig in sich selbst zurückgezogen. Wann immer er einem einen Blick in die Augen gestattet hatte, waren dort Zweifel zu sehen gewesen. Schließlich hatte er zugesehen wie Sirius, sein bester Freund 12 Jahre unschuldig im Knast gesessen hatte. Dennoch, Harry hatte ein Verfahren bekommen und war für schuldig befunden worden. Schließlich hatte sein Zauberstab den Cruciatus gezeigt. Doch nachdem das Gefängnis überfallen worden war und alle Todesser entkommen waren, wurde Harry vermisst. Da keine Spur seines Körpers gefunden wurde, wussten sie nicht sicher, ob er tot war, doch kaum einer vermutete etwas anderes und wenn, dachten sie, er würde Voldemort dienen. Das war der letzte Anstoß für Remus gewesen in völlige Verzweiflung und Lethargie zu verfallen. Seitdem ließ er nahezu alles stumm über sich ergehen.

Er verank in Selbstvorwürfen, dass er einen weiteren Freund, oder zumindest eine Person, die ihm nahe gestanden hatte, nach Askaban verloren hatte.

Die meisten Ordensmitglieder sahen abwartend zur Tür. Einer fehlte noch in der Runde.

Mit einem Knall flog die Tür auf und mit eiligen Schritten eilte der Zaubertränkemeister Hogwarts mit wehenden Roben in den geheimen Raum.

„Severus!“ rief Dumbledore erleichtert, „Du bist endlich hier. Schön, dann können wir beginnen. Severus, wie wäre es, wenn du zuerst deinen Bericht abgibst? Was hast du bei dem Treffen erfahren?“

„Ich fürchte nichts gutes.“sagte der schwarzhaarige Mann, nachdem er sich geschlagen in einen Stuhl fallen ließ. Er trank zunächst ein hellblaues Elixier und einige sahen ihn bedauernd an. Sie wussten, das war ein Schmerzmittel speziell gegen den Cruciatus-Fluch.

„Der dunkle Lord hat die Rolle von Remisé zum Teil entschlüsseln können, fürchte ich.“

„Hast du herausbekommen, was darin steht?“fragte Dumbledore aufmerksam.

„Nein, er hütet sie wie seinen Augapfel. Nicht einmal Malfoy hat auch nur eine Ahnung, was darin stehen könnte, fürchte ich. Alles was wir wissen, sind die drei Elixiere, die ich für ihn brauen musste. Ich habe keine Ahnung, was sie bewirken könnten, sie sind absolut unbekannt. Ich weiß nur zwei Dinge. Zuerst mal hat er uns heute wissen lassen, dass die Anwendung der Rolle dreier Schritte bedarf, jedes involviert Rituale dunkelster Natur.“

„Welche Phasen hat er inzwischen abgeschlossen?“fragte Moody neugierig.

„Nur die erste.“seufzte Snape.

„Was hast du noch erfahren?“fragte Dumbledore.

„Was das Resultat war.“murmelte der Zaubertrankmeister bitter.

„Und?“

„Er ist nach nur diesem einen Ritual noch mächtiger als je zuvor.“

Die Ordensmitglieder starrten ihn fassungslos an.

„Und er hatte nichts besseres zu tun, als es uns sofort spüren zu lassen. Er hat es geschafft, drei von uns gleichzeitig unter einem Curciatus zu halten, der bis jetzt seinesgleichen sucht.“

Man hätte eine Stecknadel fallen hören können.

„Drei?“ fragte Dumbledore blass und rieb sich müde über den Nasenrücken.

„Ja. Drei. Früher hat er nicht mal an einem einen Cruciatus solcher Macht sprechen können. Ich fürchte mich vor dem, was er mit den nächsten Phasen erreichen kann.“

Das schockte den Orden noch mehr. Noch nie hatte Snape zugegeben, dass er sich vor irgendetwas fürchtete.

„Wann wird er die nächste Phase einläuten können?“fragte Dumbledore niedergeschlagen.

„Wenn er weiter so fortschreitet, wie bisher in anderthalb Jahren, vielleicht etwas später.“seufzte Severus.

„Hat er irgendetwas erwähnt, was er mit seiner neuen Macht anfangen will?“fragte Arthur Weasley in dunkler Vorahnung.

„Er hat Andeutungen gemacht, dass er angreifen will. Was, wann und wo weiß ich noch nicht, doch wir werden es herausfinden.“
‚Hoffentlich bevor es zu spät ist!’, fügte er in Gedanken hinzu.
Dumbledore nickte niedergeschlagen.

„Hast du irgendetwas über Potters Verbleib herausfinden können?“ fragte der alte Direktor kühl.

Snape bohrte nun seine schwarzen Augen in die von Dumbledore.

„Ich sage es jetzt zum allerletzten Mal. Potter hat sich Voldemort nicht angeschlossen und der dunkle Lord hat ihn auch nicht in seiner Gewalt.“sagte Snape mit unterdrückter Wut. Er hatte es satt, diese schwachsinnigen Anschuldigungen zu hören.

Die Ordensmitglieder sahen ihn überrascht an. Niemand redete so mit Dumbledore. Außerdem wussten sie, dass Snape Potter schon immer gehasst hatte. Warum verteidigte er ihn, nun da er sich offensichtlich zur dunklen Seite bekannt hatte?

Remus warf Snape einen dankbaren jedoch zweifelnden Blick zu.

Snape schnaubte nur angesichts der Rückratslosigkeit des Werwolfes. Nie hatte er es gewagt Zweifel zu äußern. Nach allem was Snape wusste, hielt Lupin den Potter-Jungen genauso für schuldig wie alle anderen hier auch.

„Severus! Ich dulde es nicht, dass du so mit mir sprichst! Potter ist schuldig! Das wurde eindeutig bewiesen!“bellte Dumbledore.

„Und ich sage, Potter würde sich nie dem dunklen Lord anschließen, der seine ach so verehrten Eltern getötet hat. Und er würde sich eher selbst das Leben nehmen, bevor er seinen Freunden etwas tut. Und selbst wenn. Er hat niemals das Zeug dazu, den Cruciatus anzuwenden.“schnaubte Snape verächtlich.

„Er hat ihn auf Lestrange gesprochen.“stellte Dumbledore mit eiskalter Stimme fest.

„Ja und sie liebt nichts mehr, als sich darüber zu amüsieren, wie pathetisch dieser Versuch tatsächlich war. Er hat nicht mal ein Kribbeln bei ihr erzeugt. Und ich frage euch alle, wie ihr hier sitzt, wenn er jemanden genug hassen würde für den Fluch, wer wäre dann mehr prädestiniert, als die Hexe, die seinen geliebten Patenonkel ins Jenseits befördert hat?“

„Das reicht jetzt Severus!“bellte Dumbledore nachdem er aufgesprungen war und Snape förmlich mit einem mörderischen Blick auf den Stuhl genagelt hatte.

„Wie sie meinen, Direktor.“sagte Snape ohne auch nur zu zucken und seine Stimme triefte voller Sarkasmus. Dennoch sagte er nichts mehr dazu.

Zwei Wochen später wurde Snape abrupt zu einem 'Treffen' gerufen.

Er hatte keine Zeit mehr, die anderen zu warnen.

Alle Ordensmitglieder spürten plötzlich den Ruf des Phönix und eilten zum Grimmauldplace.

Dort warteten sie voller Unruhe zehn Minuten, bis endlich Dumbledore und Lupin aus Hogwarts eintrafen.

„Albus, was ist geschehen, dass du einen Vollalarm auslöst?“fragte Molly aufgebracht.

Dumbledore hob die Hände und brüllte: „RUHE!“

Das sonst so berüchtigte Funkeln aus seinen Augen war verschwunden. Er sah todernst aus. Sofort verstummte alles um ihn herum.

„Severus wurde zu Voldemort befohlen und er hat sich bisher nicht gemeldet. Jedoch habe ich eine schlechte Nachricht erhalten. Es findet in diesem Moment ein Angriff statt.“

„Wo?“

„Gelarde. Er greift Gelarde an. Wir müssen handeln, bevor es zu spät ist.“sagte Dumbledore.

Die meisten sahen schockiert aus oder waren kreidebleich geworden.

„Macht euch bereit. Wir apparieren an den südlichen Ortseingang und kämpfen uns vor. Wir müssen auf alles gefasst sein. Wir apparieren in 3... 2...1...“

Mit einem Crack und gezogenen Zauberstäben verschwanden die rund dreißig Ordensmitglieder mit entschlossenen Gesichtern.

Sie erschienen Sekundenbruchteile später am Ortseingang von Gelarde, einer reinen Zauberergemeinschaft ähnlich wie Hogsmeade nur nicht ganz so groß.

Sofort wurden sie von einem Hagel Zaubersprüche empfangen.

Nahezu augenblicklich gingen fünf Ordensmitglieder unter dem Cruciatus zu Boden.

Dumbledore, Moody und Lupin reagierten als erste. Dumbledore sprach einen mächtigen Schildzauber, der silbern schimmerte und die meisten Flüche abprallen ließ. Währenddessen nahmen Lupin und Tonks in perfekter Teamwork die Todesser unter Feuer, die den Cruciatus-Fluch gesprochen hatten und befreiten so die Ordensmitglieder von dem Fluch. Sie schafften es, die fünf Todesser teils zu betäuben oder mit Reduktoren zurückzuschleudern. Doch die beiden mussten in Deckung gehen, als sie selbst das Ziel zahlreicher Flüche wurden. Remus wurde von einem Schnittfluch getroffen, der ihm einen tiefen Schnitt quer über die Brust versetzte. Die Wunde blutete heftig, doch seine Werwolfkräfte halfen ihm bei der Heilung und seine ständigen Verwandlungen halfen ihm, den Schmerz zu ignorieren.

Die beiden sahen sich um. Die Ordensmitglieder hatten Mühe am Leben zu bleiben. Von einem Gegenangriff war nichts zu sehen. Der einzige, der noch stand und nicht in Deckung war, war natürlich Dumbledore.

Selbst Moody, der alter kampferfahrene Auror war zu Boden gegangen und rührte sich nicht mehr, jedoch er schien noch zu atmen.

Dumbledore schleuderte gerade einen blauen Strahl in die Gruppe der Todesser, die wie von einer Explosion getroffen auseinander flogen.

Er betäubte fünf weitere mit nur einem einzigen Schwung seines Zauberstabes, doch es waren einfach zu viele. Er disapparierte, nur um zehn Meter entfernt zu erscheinen und weiter zu feuern.

Doch dann hörten sie alle ein grässliches Lachen.

„Du alter Narr. Glaubst du wirklich, dass du mir gewachsen bist?“ hörten sie Voldemorts irrsinnige Stimme.

Dumbledore wandte sich der dunklen Gestalt zu.

„Schön dich wieder zu sehen, Tom.“

„Nenn mich nicht so! CRUCIO!“bellte Voldemort.

Augenblicklich schoss ein unglaublich schneller roter Strahl auf Dumbledore zu. Dieser war zu überrascht über die Intensität des Spruches um zu reagieren und sank unter Schmerzen zu Boden. Jedoch musste man ihm anrechnen, dass er keinen Laut von sich gab.

Voldemort beendete den Fluch, als eine Barrikade von Zaubersprüchen auf ihn zuraste.

Zum Entsetzen aller fegte er die Sprüche einfach mit einem Zauber seinerseits beiseite. Ihn kümmerte es nicht, dass die abgewehrten Flüche nun in seine Todesser einschlugen und weitere acht bewusstlos werden ließen.

Er deckte Dumbledore mit einer Salve von Flüchen ein.

Alle Ordensmitglieder spürten förmlich die Boshaftigkeit dieser Flüche.

Nicht einmal ein Drittel konnte Dumbledore abwehren und bald blutete er aus zahlreichen Wunden.

Er wirkte blass und dann war nichts mehr von seiner sonst stets vorhandenen Eleganz zu sehen. Die sonstige stoische Ruhe, mit der er all seinen Gegnern überlegen begegnete, war verflogen und das schockierte die Ordensmitglider bis auf die Knochen. Sie sahen zum ersten Mal, wie der mächtige Dumbledore ernsthaft um sein Leben kämpfte.

Er taumelte nur noch unbeholfen aus dem Weg der Flüche, während Voldemort manisch lachte.

Als Dumbledore nach weiteren zehn Minuten von den Füßen geschleudert wurde, schien die Zeit stillzustehen. Er hatte nicht einen einzigen Zauber anbringen können und Voldemort schien nicht im Geringsten belastet zu sein.

Die anderen Zauberer hatten die Todesser unter Feuer genommen, doch die hielten auch nicht zurück und so konnte der Orden Dumbledore nicht helfen. Vor fünfzehn Minuten waren Auroren des Ministeriums eingetroffen und wie der Orden in eine Zauberspruch-Barrikade gelaufen nur hatten diese diesmal fast nur den Todesfluch eingesetzt. Die Hälfte der Auroren fiel, noch bevor sie sahen, was sie traf.

Den anderen blieb auch nichts weiter, als in Deckung zu gehen.

Zahlenmäßig wirkten die Kräfte ausgeglichen, doch der Fall Dumbledores raubte ihnen die letzte Kampfkraft. Dazu kam, dass sie geschwächt waren und in einer strategisch ungünstigen Postion waren.

„Rückzug!“ schrie Dumbledore mit schwacher Stimme bevor er unter dem irren Lachen Voldemorts verschwand.

Als sie in Sirius Haus ankamen, fanden sie Dumbledore schwer blutend und bewusstlos vor.

Sie schafften ihn sofort nach Hogwarts und lösten das Treffen dann niedergeschlagen auf, nachdem Poppy ihnen versichert hatte, dass er mit etwas Ruhe wieder auf die Beine kommen würde.

Die Katastrophenmeldung erreichte die Welt der Zauberer am nächsten Morgen, als eine Sonderausgabe des Tagespropheten detailiert über den Angriff berichtete.


Gelarde gefallen! Der Krieg beginnt!


Hiemit berichten wir ihnen über das tragischste Ereignis seit dem ersten Krieg gegen 'Du-weißt-schon-wen'.

Der, dessen Name nicht genannt werden darf, hat gestern mit seiner stark gewachsenen Armee von Todessern die Zauberergemeinde Gelarde angegriffen und hält sie seit dem besetzt.

In einem furchtbaren Kampf versuchten die Kräfte des Ministeriums gemeinsam mit dem Orden des Phönix den Angriff zurückzuschlagen. Doch es war vergeblich. Es sind 27 Auroren gefallen. Genauso viele befinden sich schwer verletzt in St. Mungos.

Die Tage der Dunkelheit sind endgültig angebrochen.

Das wurde spätestens dann offensichtlich, als Albus Dumbledore, wohl einer der größten Zauberer und unerreicht in Macht und Wissen, vernichtend von 'Du-weißt-schon-wem' geschlagen wurde.

Als er zu erschöpft und verwundet war, um weiter zu kämpfen, gaben sich die Kräfte des Lichts geschlagen und zogen sich schwer angeschlagen zurück.

Leider ist uns nicht bekannt, wieviele Mitglieder der Orden des Phönix, eine Geheimgesellschaft, die sich dem Kampf gegen den dunklen Lord verschworen hat, als Opfer zu beklagen hat. Wir wissen nur, dass es auch unter diesen Kräften zumindestens Verletzte gab.

Gelarde wird nun wie schon berichtet, von den Kräften des dunklen Lords besetzt gehalten. Sämtliche Muggelgeborenen und Halbblute wurden sofort öffentlich und grausam hingerichtet. Die verbliebenen reinblütigen Zauberer stehen unter einem strengen Regime der Todesser. Angriffe auf die Bevölkerung sind an der Tagesordnung.

'Du-weißt-scho-wer' hat die Stadt unter 'sein' Kriegsrecht gestellt und alle Bürger haben nun hohe Abgaben zu leisten. Apparation und Portschlüssel sind nicht länger möglich und die Bewohner sind gezwungen, dort zu bleiben. Missachtung von Befehlen wird sofort grausam mit Folter oder gar Tod bestraft. Es sind nun wahrlich dunkle Zeiten angebrochen.

Merlin steh uns bei!

M. Orion

Redakteur

Hermine und Ron sahen sich entsetzt an.

Ron und Ginny rannten in den Gryffindor-Turm um ihrern Eltern zu schreiben. Sie wollten erfahren, ob ihre Eltern oder ihre Brüder verletzt waren.

Hermine ließ ihren Blick über den Lehrertisch wandern und entsetzt stellte sie fest, dass Dumbledore und Snape fehlten. Lupin, der aktuelle Lehrer für Verteidigung wirkte noch blasser als sonst.

Es sollte drei Tage dauern, bis Dumbledore soweit genesen war, dass er sich in der großen Halle sehen lassen konnte.

Er stand auf und bat um Ruhe, als alle Schüler anwesend waren.

„Schüler! Ihr habt es sicher bereits von der Presse erfahren. Es hat in der Tat einen furchtbaren Angriff gegeben und wir standen den Kräften Voldemorts nahezu machtlos gegenüber.

Selbst die vereinten Kräfte des Ministeriums und des Ordens des Phönix waren nicht in der Lage, den Angriff aufzuhalten. Wir gerieten in einen Hinterhalt und so schwer es mir fällt, es zuzugeben, aber Voldemort hat beträchtlich an Macht gewonnen. Wir haben zwölf gute Zauberer im Kampf für das gute verloren und weitere acht befinden sich in St. Mungos. Sie sind jedoch außer Lebensgefahr. Die Auroren haben noch mehr Leute verloren. Dennoch bitte ich euch, die Hoffnung nicht aufzugeben.

Das Gute wird über das Böse triumphieren. So war es immer und so wird auch diesmal wieder sein. Und nun bitte ich um eine Schweigeminute für die tapferen Seelen, die ihr Leben im Kampf gegen das Böse ließen.“

Die Schüler standen auf und senkten ihre Häupter. Nur einige der Slytherins grinsten, als wäre Weihnachten dieses Jahr verfrüht, als die Lehrer nicht hinsahen.

Hermine hatte Tränen in den Augen und sie spürte Angst... Angst wie nie zuvor und diesmal war kein Harry da, der ihr die Angst mit seinem selbstverständlichen Mut nehmen konnte. Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken, als sie an diesen Verräter dachte.





Würde mich sehr übern Kommi freuen :wink: :wink: :wink:
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GILDE DER SCHATTENKINDER

Wurmschwanz
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Beitragvon Wurmschwanz » So 29 Jan, 2006 21:22

GEIL!!!!!!!!!!!!! :shock:
mach weiter, das macht ja echt süchtig!!!!!!

If you don't live for something you will die for nothing...

Lily_Evans
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Beitragvon Lily_Evans » So 29 Jan, 2006 22:04

Der Teil is mal wieder der Hammer!
Bitte schreib weiter!!!!
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