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[HP] Harry Potter und das Erbe

Sakuya
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[HP] Harry Potter und das Erbe

Beitragvon Sakuya » Di 14 Mär, 2006 20:59

Titel: Harry Potter und das Erbe

Anmerkung: Hat nichts mit der Geschichte von PiperPotter zu tun. Der Titel besteht schon seit Langem.

Autor: Sakuya

Disclaimer: Die Figuren sind von JKR und von mir. Die Geschichte ist frei erfunden. Die Geschichte beginnt mit dem 6. Band, HP und der Halbblutprinz war noch nicht draussen, als ich die Geschichte in einem anderen Forum begann.




HARRY POTTER UND DAS ERBE


1/1 Abschied



Müde, aber glücklich trottete sie heimwärts. Sie war auf einer Party gewesen, eine Party Ihrer Muggelfreunde. Sie mochte solche Partys. Sie waren so ... normal. Andere Jugendliche, die lachten und tanzten. Die nicht wussten, wie verwundbar sie eigentlich waren. Was für Wesen es um sie herum gab. Sie mochte die Unwissenheit der Muggel. Dort konnte sie normal sein. Es gab ihr ein Gefühl von Ungezwungenheit, Leichtigkeit.

Sie schaute verträumt in den schwarzen Nachthimmel hinauf. Die Sterne waren nicht besonders gut sichtbar, da die Strassenlaternen zu grell waren. Sie dachte an den Jungen, den sie heute kennen gelernt hatte. Ein gut aussehender Muggel, gross, blond, blaue Augen. Genau der Typ auf den sie stand. Sie hatte für morgen ein Date mit ihm verabredet. Sie wollten in eine Eisdiele gehen und danach eventuell ins Kino. Sie freute sich riesig darauf. Was wohl ihre Mutter dazu sagen wird?

Ihre Mutter mochte Muggel und war froh, dass sich ihre Tochter so gut mit ihnen verstand. Sie kam mit ihrer Mutter sehr gut aus. O.k., es gab Differenzen. Wahrscheinlich würde es auch einen Krach geben, sobald sie nach Hause kam. Es war schon 3 Uhr Morgens und eigentlich hatte sie ihrer Mutter hoch und heilig versprochen spätestens um 12 Uhr zu Hause zu sein.

Aber dieser Junge... Sie seufzte. Sie bog in die nächste Strasse ein. Gleich würde sie einen Wundervollen Blick über das Quartier, in dem sie lebten haben. Es lag etwas weiter unten am Hang.

Plötzlich registrierte sie aus den Augenwinkeln etwas über ihrem Haus, was nicht da sein sollte. Sie erstarrte. Sie kannte es. Sie hatte es noch nie gesehen, aber sie wusste, was es war. Angst kam in Ihr hoch. Sie drohte ihr Herz zu erdrücken und sie hatte Mühe zu atmen. Das konnte doch nicht sein? Wieso hier? Sie hatte natürlich, wie jeder andere Zaubere und jede Hexe, davon gehört, dass "Er" zurück war und "Sie" wieder ihr Unwesen trieben. Aber was wollen sie hier? Was wollen sie von uns? Und doch schimmerte in gründlicher Farbe das unheilvolle Mal über ihrem Quartier.

Mutter, schoss ihr durch den Kopf. Sie riss sich aus ihrer Erstarrung und rannte los. Sie stolperte, rappelte sich auf und stürmte weiter den Hang hinunter. Blut sickerte durch die Aufschürfung an ihrem Knie, doch sie bemerkte den Schmerz nicht.

Eine Kreuzung vor Ihrer Strasse verlangsamte Sie ihren Schritt. Sie musste vorsichtig sein. Sie zog ihre Stilettos aus und war sie fort. Barfuss schlich sie im Schatten der Gartenzäune auf ihr Haus zu. Niemand war zu sehen, also schlich sie weiter bis zu einem der Wohnzimmerfenster. Durch die Scheibe sah sie dort mehrere dunkel gekleidete Gestalten. Das Herz blieb ihr fast stehen. Wo war Ihre Mutter? Vorsichtig schlich sie weiter. Ihre Mam war noch immer nicht zu sehen.

"CRUCIO" Das unmenschliche schreien einer Frau durch brach die Stille.

"Nein", wollte sie schreien, als sie die Schreie ihrer Mutter vernahm und sie nun auf dem Boden zwischen den Todessern liegen sah, zusammengekrümmt vor Schmerz.
Doch in dem Moment wurde sie von hinten gepackt und eine schwere Hand erstickte ihren Schrei im Keim. Sie wurde weg von dem Fenster gezerrt, weg von ihrer Mutter, hinter einen Baum.

Sie versuchte sich zu wehren, doch ihr Angreifer war stärker. Sie hatte Angst. Angst um ihre Mutter, die sie wieder schreien hörte, Angst um sich selber. Angst um die Muggel. Vorsichtig versuchte sie aus den Augenwinkeln etwas zu erkennen. Hinter dem Busch neben dem Baum sah sie etwas liegen. Zu ihrem Entsetzen erkannte sie einen Menschen. Nicht irgendeinen. Es war einer der besten Freunde ihrer Mutter. Er rührte sich nicht. 'Oh Gott', dacht sie, 'ist er tot?'. Tränen schossen ihr in die Augen. Er war all die Jahre so was wie ihr Onkel gewesen.

Unbändige Wut stieg in ihr hoch. Sie zwang sich ihre Augen vom ihm abzuwenden und sich wieder auf ihr augenblickliches Problem zu konzentrieren. Dem Mann, der sie noch immer mit eisernem Griff umklammert hielt. Die Hand hatte er noch immer auf Ihren Mund gepresst. Sie schmeckte nach Blut. Wieder schrie ihre Mutter und sie versuchte sich abermals los zu reissen.


*tbc*

Sakuya
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Beitragvon Sakuya » Mi 15 Mär, 2006 11:35

hmmm.... :cry: Na dann, werd ich mal mit dem nächsten Kapi versuchen zu locken :wink: ^^



1/2 Abschied


"Halt endlich still!, raunzte ihr der Mann zu. Sie erstarrte. Sie kannte diese Stimme. Als er merkte, dass sie sich nicht mehr weiter gegen ihn wehrte, lockerte er seinen Griff. "Onkel Daniel!", schluchzte sie und fiel ihm um den Hals. "Scht! Still, sie dürfen dich nicht hören!", raunzte er und barg sie in seinen Armen.

"CRUCIO"

Sie schreckte hoch, starrte zu dem Fenster und fragte verzweifelt: "Warum? Warum hilfst du ihr nicht! Was wollen die von uns!" Traurig blickte er in die Richtung, in der ihre Mutter gefoltert wurde.

"Rick und ich haben es versucht." Er deutete auf den regungslosen Körper neben den Büschen.

"W-was ist mit ihm? Ist er ...?" Eine dicke Träne rollte ihr aus den bereits stark geröteten Augen. Sie brannte und sie wusch sie unwirsch weg. Daniel lies seinen Kopf hängen. "Ja. Wir hatte keine Chance. Und auch ich werde diese Nacht nicht wahrscheinlich nicht überleben." Erst jetzt bemerkte sie seine zahlreichen Wunden. "Warum stillst du die Blutungen denn nicht?", schniefte sie. "Einer der Flüche verhindert das. Wir müssen jetzt gehen." Er versuchte sie mit sich zu ziehen.

"CRUCIO!" S

ie sträubte sich, wollte zu ihrer Mutter. "Was ist mit Mamma, wir können sie ihnen doch nicht einfach so..." Er packte ihren Arm härter. "Verdammt noch mal! Wir können ihr nicht mehr helfen. Sie sind hinter dir her. Sie dürfen dich auf gar keinen Fall bekommen! Sie bat mich, bevor sie angriffen, auf keinen Fall dein Leben für ihres aufs Spiel zu setzen!" Gehetzt blickte er sich um. Er hatte ein Rascheln in den Büschen gehört.

"Hier." Er gab ihr einen Brief mit der Handschrift ihrer Mutter. "Geh nach London in den Tropfenden Kessel. Such diesen Mann,", er drückte ihr ein Foto in die Hand, " er ist dein Pate! Rede sonnst mit niemandem. Geh jetzt!" Es raschelte lauter und aus den Büschen trat eine schwarz gewandete Gestalt. Daniel zückte seinen Zauberstab.

"GEH! DREH DICH NICHT UM! GEH!"

Sie riss sich aus ihrem Schockzustand und rannte los. Sein geflüstertes 'leb wohl' hörte sie nicht mehr. Genauso wenig wie die todbringenden Flüche.

Sie stürmte vorwärts, immer weiter. Sie schaute nicht wohin, wodurch. Die Steinchen auf dem Gehsteig rissen ihr die nackten Füsse auf. Sie bemerkte es nicht. Auch dass es in Strömen zu regnen begann und sie bis auf die Haut durchnässt wurde bemerkte sie nicht. Sie bemerkte lediglich, dass ihre brennenden Augen und Wangen das kühlende Nass zu begrüssen schienen. Sie rannte den Hang hinauf, zurück in die Stadt. In einem Hinterhof stolperte sie über eine nicht ganz geschlossene Dolle. Sie stand nicht wieder auf. Sie blieb liegen und heulte so richtig los. Da lag sie, ein junges, zitterndes Mädchen. Jämmerlich weinend, mit blutigen Füssen, voller Angst, ganz alleine, hilflos, weinend. Vor einigen Stunden war sie noch glücklich gewesen. Hatte einen tollen Abend hinter sich, ein Date, eine liebevolle Mutter, deren beide langjährige Freunde, die für sie immer wie Onkel waren. Und jetzt ... jetzt war ihre Ganze Welt zerstört. Sie rollte sich zusammen und weinte. Um ihre Mutter, ihre Onkel, ihre verlorene Kindheit.


***

Im Ligusterweg schrak Harry Potter aus einem Alpraum auf. Er keuchte, sah sich um und rieb seine schmerzende Narbe.

Voldemort war wütend. Er hatte nach etwas gesucht, aber sein Opfer hatte ihm nicht verraten, wo "es" war. Das Opfer, eine schöne Frau mit kurzen, schwarzen Haaren, hatte in einer kurzen Folterpause, in der sie überlegt hatten mit welchem Fluch sie doch noch etwas aus ihr herauspressen könnten, Bellatrix überrumpelt, ihren Zauberstab entwendet und sich selbst getötet. Und Reevers, einer seiner Todesser, war so dumm gewesen den anderen Mann auch noch zu töten. Voldemort hatte Bellatrix und Reevers mit Crucio bestraft.

Harry stand auf und blickte aus seinem Fenster. Die Sonne war noch nicht aufgegangen. Es war vielleicht halb vier, vier Uhr morgens. Hedwig war noch immer unterwegs. Sie war vor einigen Tagen mit Briefen für Ron, Hermiene, Hagrid und auch einen für Lupin losgeflogen. Lupin hatte sich danach erkundigt, ob die Muggel ihn auch gut behandelten.

Remus hatte Harry auch einige Büchertipps gegeben. Titel wie: Dunkelste Kräfte von Gregory Dragonoff, Defensive Magie von Marie la Guillotine, Wie man sich mit Zaubertränken gegen die dunklen Künste wehrt von Kuno Kraus, Das grosse Zaubertrankbuch für unfähige Zaubertrankschüler von Severus Snape und Kräuterkunde im Blickfang der dunklen Künste von Henrietta Krähenfuss.

Harry rieb sich die Augen. Ans schlafen war im Moment nicht zu denken. Also ging er hinunter in die Küche und nahm sich ein Glas Milch. Danach setzte er sich ins Wohnzimmer und stellte den Fernseher ein.
Früher hätte er dafür mindestens 3 Wochen Schrank sowie 5 Tage nichts zu essen bekommen. Aber jetzt, da die Dursleys von Moody und den anderen "seltsamen, asozialen Gestalten" eigeschüchtert waren, war das kein Problem mehr.

Nach einigem herumgezappe legte er schliesslich eine DVD von Dudly ein, "Blade 3". Der Film amüsierte ihn, er fand es witzig, was die Muggel den Vampieren so alles andichteten.
Mit einem Grinsen schlief Harry schliesslich ein.

Am nächsten Morgen fand ihn so Tante Petunia vor. Doch anstatt los zu schreien, wie man das normalerweise von ihr erwarten würde, seufzte sie nur.
Sie stellte die Kaffetassen, die sie für das Frühstück im Wohnzimmer hatte auftischen wollen auf eine Kommode. Mit ungewohnt weichen Gesicht näherte sie sich ihrem Neffen. Sie kannte ihn beinahe nicht. Hatte ihn nie kennen lernen wollen.

Ihre Schwester hatte sie damals verraten! Wie sehr hatte sie Lilly doch geliebt, sie bewundert. Und dann hatte sie sich verändert. Und Petunia nicht. Sie konnte nicht zaubern. Konnte nicht nachvollziehen, wie es war Zauberwesen zu sehen, all diese Wunder! Und ihre Eltern waren so stolz auf Lilly gewesen! Und sie, Petunia? Sie war abgeschrieben. Sie konnte Mutter keine Blumensträusse zaubern, kein Feuer für Vaters Zigarre heraufbeschwören. Sie war nur ein normaler Mesch. Nichts besonderes. Während sie immer kleinlicher und gehässiger ihrer Schwester gegenüber wurde, blieb diese freundlich und nett. Lilly hatte nie mit bösen Worten geantwortet, war nie laut geworden und hatte sie, Petunia, immer mit einem liebevollen Lächeln bedacht. Das war das schlimmste gewesen und es hatte lange gebraucht, bis sie darüber nachdenken konnte ohne ohnmächtige Wut zu empfinden.

Petunia hatte sich gerade dazu durchgerungen, auf ihre Schwester zuzugehen und sich von dieser Zauberwelt erzählen und erklären zu lassen, als diese mit diesem Potter-Jungen ankam. Er nahm ihr Lilly weg. Zuerst die Zauberer, dann Potter! Und dann starb sie. Weil sie diesen Jungen, der auf der Couch schlief, rettete.

Tante Petunia verkniff sich eine Träne. Sie hörte, wie Vernon ins Bad stapfte. Sanft stupste sie Harry an und wies ihn an, ihr beim Frühstück machen zu helfen. Harry, überrascht vom sanften Ton seiner Tante und deren freundliches Gesicht, kam der Aufforderung sofort nach. Doch bevor er seine Tante fragen konnte, ob etwas nicht in Ordnung sei, kam auch schon Dudley wie ein Walross runtergestampft.

*tbc*

Sakuya
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Beitragvon Sakuya » Do 16 Mär, 2006 09:10

Keine Kommis? Hm... immerhin Schwarzleser, auch wenn ich nicht weiss, ob die nur einmal anklicken. Wie auch immer, ich gebe nicht auf *mir Mut mach* :P An die, die schwarz weiterlesen: *knuddeldrück* An die, die einmalig reinklicken: *auch knuddel*



Fremde Stadt


Die fremde Stadt schüchterte sie ein. Sie war vorher noch nie in London gewesen. Sie war nur froh, dass sie in der Schule Englisch hatte, sonst hätte sie jetzt ein ernsthaftes Problem.

Es war nicht einfach gewesen, nach England zu kommen. Zuerst hatte sie eine Muggelbank aufsuchen müssen, da sie für den Flug Muggelgeld benötigte. Ihr Besen stand noch immer in einer Ecke in ihrem Zimmer. Aber dorthin würde sie nie wieder zurückgehen können.

Dann kaufte sie sich neue Kleidung und ein Flugticket. Sie hatte einen kleinen Zauber anwenden müssen, da sie als Minderjährige keine Tickets ohne elterliche Unterschrift bekommen hätte. Das ihr Zauber gegen die Gesetze über Zauberei Minderjähriger ausserhalb der Schule verstiess, war ihr in Anbetracht der Situation egal.

Der Flug hatte ca. eine Stunde gedauert. Sie hatte ihn gänzlich verschlafen, so erschöpft war sie von den Anstrengungen des letzten Tages. Allerdings war es ein unruhiger Schlaf gewesen, voller Alpträume.

Mit einem Bus war sie dann nach London gefahren. Der Muggelchauffeur hatte ihr aber leider nicht verraten können, wo der Tropfende Kessel war.

Sie hatte lange hin und her überlegt, wo sie mit der Suche nach ihrem Paten beginnen sollte. Schlussendlich entschied sie sich für den Tropfenden Kessel, einer Spelunke, die sie aus den Erzählungen ihrer beiden selbsternannten Onkel kannte.

Wie oft hatte sie abends mit ihnen am Kamin zusammen gesessen und den Erwachsen zugehört als sie ihre Geschichten und Anekdoten zum Besten gaben. Und immer wieder war der Tropfende Kessel als ein Treffpunkt in den Geschichten vorgekommen.

Sie schlenderte der Strasse entlang und besah sich immer wieder die teils sehr modernen und teils uralten Geschäfte. Plötzlich blieb sie irritiert stehen. War da nicht gerade noch ein anderes Geschäft gewesen? Sie ging etwas näher ran und konzentrierte sich auf das Schild über der Bar. Langsam wurde das Bild klarer und sie konnte einen Kessel erkennen, aus dem es tropfte.

Sie verdrehte die Augen gegen Himmel. Natürlich! Wie hatte sie nur so dumm sein können. War doch klar, dass die Spelunke vor den Muggeln versteckt worden war.

Sie zog sich ihr Käppi tiefer ins Gesicht und betrat den Schankraum. Vorsichtig sah sie sich um. Dann wandte sie sich an den Herrn hinter dem Tresen. "Verzeihung", sagte sie. "Kennen sie diesen Herrn?" Sie streckte ihm das Foto ihres Paten entgegen. Tom besah sich das alte Bild. Er erkannte den Abgebildeten. Mit dem Wischlappen, mit dem er gerade ein Glas gesäubert hatte, deutete er auf einen Tisch im hinteren Bereich, an dem mehrere Zauberer und Hexen saßen.

"Er ist nicht dabei, aber die kennen ihn. Der alte Herr ist Professor Dumbledore, der Schulleiter von Hogwarts. Frag ihn."

Sie blickte zu dem uralten Herrn und überlegte. Schliesslich entschied sie sich, dass er vertrauen erweckend wirkte. "Danke", sagte sie und ging festen Schrittes auf die Gruppe zu.

Prof. Dumbledore, eine ältere und eine jüngere Hexe sowie zwei weitere Zauberer sahen das hübsche junge Mädchen überrascht an als sie an deren Tisch trat.

"Guten Abend", sagte Prof. Dumbledore. "Können wir Ihnen helfen, Miss..." fragend blickte er sie an.

Das Mädchen war in Jeans und ein schwarzes T-Shirt mit aufgedrukten, roten Blumen gekleidet, hatte eine Strickjacke umgebunden und trug eine Baseballmütze. Über ihre rechte Schulter hatte sie sich lässig einen Rucksack übergehängt. Sie sah auf den ersten Blick wie ein gewöhnliches, junges Mädchen aus. Doch Dumbledores scharfe Augen sahen auch ihr bleiches, müdes Gesicht, die schwarzen Schatten unter den Augen und die Traurigkeit darin. Ruhig wartete er auf ihre Antwort.

Sie entschied sich, weiterhin vorsichtig zu bleiben. So sagte sie nur: "Ich suche diesen Herrn", und gab ihm das Foto. Prof. Dumbledore besah es sich, blickte in ihre Augen - ein wunderschönes dunkelblau, dachte er - und antwortete: "Ja, ich kenne ihn. Darf ich fragen wozu Sie ihn suchen, junge Dame?"

Sie zögerte kurz und entschied dann, es ihm zu sagen. "Er ist mein Pate. Er weiss davon nichts. Er ist jedoch der Einzige, den ich noch habe und meine Mutter hatte ihm vertraut."

Prof. Dumbledore war sehr überrascht, ebenso die anderen Hexen und Zauberer an dem Tisch, die das Foto neugierig beäugt hatten.
"Wir werden Dich zu ihm bringen." "Nein!" Prof. Dumbledore sah sie fragend an. "Ich werde nur mit ihm mitgehen. Bitte verzeihen sie mein Misstrauen, aber... . Ich werde hier auf ihn warten." Standhaft blickte sie dem alten Herrn in die Augen.

Nach einem kurzen Schweigen antwortet Prof. Dumbledore: "In Ordnung. Ich werden ihm umgehend eine Eule schicken." Er blickte sie einen Augenblick überlegend an und strich sich über seinen Bart. "Nachdem wir das nun geklärt haben, möchten sie uns nun Ihren Namen verraten?"



Eierfrühstück


Verärgert hackte Tante Petunia im Spiegelei in der Pfanne herum. Wie hatte sie sich nur so vergessen können? Sie hatte biestig und gemein sein wollen zu ihrem Neffen. Sie hatte ihn grob wachrütteln wollen, aber die Erinnerung an ihre Schwester war noch zu frisch gewesen.

Ohne auf die Menge zu achten pfefferte sie das unterdessen zum Rührei gewordene Spiegelei.

Sie hatte von ihr geträumt. Sie war lachend auf Petunia zu gerannt und hatte sie nach Harrys Befinden gefragt. Mit ihren strahlenden Augen hatte sie Petunia liebevoll angesehen und gesagt: „Dumme Frage, nicht wahr liebste Schwester. Ich weiss doch, dass du dich bestimmt gut um meinen kleinen Harry kümmerst.“

Petunia hatte auch von ihrer Kindheit geträumt. Sie hatte mit ihrer über alles geliebten Schwester gespielt. Es war einfach wundervoll gewesen! Doch dann hatte sich ihr Traum schlagartig verändert! Dunkle Schatten jagten Petunia und Lily. Petunia stolperte und Lily kam zurück gerannt mit erhobenem Zauberstab. Sie stellte sich vor Petunia und fauchte die dunkel gewandeten Gestalten böse an: „Niemand vergreift sich an meiner Schwester! Ich lasse nicht zu, das ihr Petunia oder sonst irgendjemanden den ich liebe auch nur ein Haar krümmt!“ Petunia lag zitternd auf den Boden. Als die unheimlichen Gestalten nur höhnisch und kalt lachten, schlang Petunia angsterfüllt ihre Arme um die knochigen Beine und schloss zitternd ihre Augen. Durch ihre Lieder sah sie grüne Blitze und dann… dann war sie keuchend aufgewacht. Vernon hatte Gott sei Dank nicht das Geringste mitbekommen. Der schnarchte friedlich vor sich hin.

Petunia hatte auf die Uhr gesehen und da es fünf Minuten vor sieben war, stand sie auf. Der Wecker hätte ja doch um Sieben geläutet. Noch immer etwas verwirrt, hatte sie dann unten schliesslich Harry entdeckt.

„Mammaaaaaa, Hunger!“ Petunia schrak aus ihren Gedanken auf. „Ja, Diddy-Schatz, Essen kommt gleich“, rief sie beschwichtigend ihrem Sohn zu. Angewidert betrachtete Petunia das verpfefferte Ei.
„Du Da“, keifte sie Harry an. „Bring deinen Teller!“ Harry sprang sofort auf, griff sich seinen Teller und begab sich langsam zu seiner Tante. ‚Wäre ja auch zu schön gewesen’, dachte er. Petunia hatte unterdessen zwei weitere Bratpfannen hervorgekramt und 4 Eier in die eine aufgeschlagen. In der zweiten brutzelte sie zwei Packungen Speck.

„MAMAAAAAA!“ Dudley hackte mit dem Besteck auf dem Tisch herum. Hektisch sah Petunia kurz zu ihrem Sohn, ignorierte Harry, der mit seinem leeren Teller neben ihm stand und rief: „Ja, Diddy-Schätzchen, kommt gleich. Mama macht Dir nur noch etwas Speck dazu.“

Sie schwenkte nochmals kurz den Speck in der Pfanne und nahm dann die erste Bratpfanne mit dem verpfefferten Rührei von der Küchenablage. Wortlos lehrte sie es auf Harry Teller. Dieser starrte missmutig auf das teilweise verkohlte und seltsam stark riechende Essen.

Als Petunia sein Missfallen sah, sagte sie rüde: „Sei froh, dass so was wie du überhaupt etwas zum Essen bekommt! Übrigens wirst du zur Strafe dafür, dass du einfach den Fernseher und Duddis DVD benutzt hast, heute den Rasen nach Unkraut absuchen und es einzeln von Hand herauszupfen. Danach kannst du die Fenster putzen, die Teppiche aus dem Gang klopfen gehen und Duddis Zimmer aufräumen. Sein Bett muss auch noch neu bezogen werden. Und ach ja, ehe ich’s vergesse: ich erwarte heute Mittag Besuch! Ich erwarte, dass du in deinem Zimmer bleibst und über deine Missetaten nachdenkst. Ich wünsche nicht das mein Besuch mit deiner Gegenwart beleidigt wird!“ Von oben herab fixierte sie ihren Neffen mit schmalen Augen. Wütend starrte Harry zurück.

„Wie währe es, wenn ich während dieser Zeit einfach nach Draussen gehe?“, frage er missmutig.

Den Vormittag lang seine Zeit mit Arbeiten für seine Tante war schon schlimm genug, aber dann auch noch den Nachmittag still in seinem Zimmer zu verbringen ödete ihn noch mehr an.

„Nichts da“, keifte Petunia, „du erinnerst dich sicher was letztes Jahr geschehen ist. Ich will nicht, dass mein Dudley noch einmal wegen dir verletzt wir!“ Wütend funkelte Harry seine Tante an. „Dafür konnte ich nichts! Die Demen…“ „Das interessiert mich nicht. Ich glaube, die Fenster haben eine wirklich gründliche Putzaktion nötig! Du wirst die Ecken und Kanten mit einer Zahnbürste reinigen!“ Den Hals gereckt und mit blitzenden Augen fixierte sie den schwarzhaarigen Jungen, der sie mit offenem Mund und wutverzerrtem Gesichtsaudruck anstarrte. „Was ist? Geh endlich essen!“ Damit nahm sie die Pfannen vom Herd und brachte Dudley sein Frühstück.

Vernon, der ihr äusserst zufriedenen Gesichtsausdruck sofort bemerkte, fragte: „Petunia, Liebste, darf ich fragen über was du dich so freust?“ Dabei zwirbelte er seinen Schnurrbart. Dudley machte sich sofort ohne auf irgendwelche Essmanieren zu achten, über sein Frühstück her.

Petunia warf ihrem Mann einen vorsichtigen Blick zu. Auf gar keinen Fall durfte er erfahren, dass sie sich darüber freute, ihren Neffen zurechtgestutzt zu haben, weil sie ihn auf Grund ihres Traumes heute morgen nicht so rüde behandelt hatte wie sonst immer. Es lag ihr unangenehm auf ihrem Magen, dass sie beinahe nett zu ihm gewesen war... diese grünen Augen…

Petunia riss sich zusammen und straffte ihren Rücken. „Oh, ich freue mich einfach meinem lieben Dudders mal wieder ein richtiges Frühstück machen zu können. Mit der Diät fahren wir morgen weiter. Zudem freue ich mich auf den Besuch heute Nachmittag. Eine alte Schulfreundin, die ich seit Jahren nicht mehr gesehne habe, kommt mit ihrer Tochter. Sie ist in deinem alter, Duddy,“, säuselte Petunia in Richtung ihren schwergewichtigen Sohnes.

Dudley beachtete Sie sie nicht und stopfte sich weiter sein üppiges Mal in den Rachen. Als sich jedoch sein Cousin setzte, bedachte er Harry's Frühstück mit einem hämischen Grinsen.

Harry stocherte schlecht gelaunt in seinem so genanten Rührei herum und nahm hie und da einen Bissen zu sich. Irgendetwas musste er ja essen. Er hatte bisher weder von Hermiene, noch von den Weaslys oder Hagrid oder sonst von irgend Jemandem vom Orden etwas Essbares bekommen. Auch keine Post. Er fragte sich, ob sie ihn schon vergessen hatten. Oder ganz einfach aus Sicherheitsgründen mal wieder über alles im Unklaren liessen.

Ob er seiner Tante und seinem Onkel gegenüber vielleicht Moody oder Tonks erwähnen sollte? Damit er etwas Besseres zu essen bekam? Er entschied sich dagengen. Der Höllenkrach, der damit garantiert einhergehen würde, war ihm das nicht wert. Besser gesagt, er war im Momment einfach nicht in der Stimmung dazu. Bevor er sich bei irgenjemanden melden wollte, musste er sowieso noch über seinen Traum nachdenken.

'Sirius', dachte er traurig, 'wärst du doch nur hier.'

Zu Harrys Glück bemerkte Onkel Vernon nicht das „undankbare Verhalten“ seines Neffen, dessen er ihn sicher bezichtigen würde. Er war gerade damit beschäftigt, Petunia nach ihrer Freundin auszufragen, insbesondere über deren Tochter. „Was denkst du Petunia, währe dieses Mädchen den schön, wohlerzogen und reich genug für unseren wundervollen Sohn?“

Harry musste sich zusammen reissen, um einen Lachanfall zu unterdrücken und einen Bissen Ei in seinem Mund zu behalten.

„Nun ja“, antwortete Petunia mit einem Blick zu ihrem Sohn, „sie ist garantiert wohl erzogen, äusserst hübsch, braunhaarig mit braunen Augen und gut gebaut. Ihr Vater ist Zahnarzt in einer angesehen Praxis.“ „Wunderbar“, schnaufte Onkel Vernon und sein Schnurrbart zitterte vor Freude, „wunderbar!“ Dann blickte er zu Harry. „BURSCHE, DU WIRST OBEN BLEIBEN UND DAS FRÄULEIN AUF KEINEN FALL ERSCHRECKEN! VERSTANDEN?“

Harry nickte. Er würde ruhig sein, keinen Mucks machen und sich nicht zeigen. Und vor allem würde er Fred und Georges Langziehohr aus seinen Sachen hervor kramen! Insgeheim freute er sich jetzt schon auf Dudleys Tollpatschigkeit.

***

Das Mädchen sah sich in dem gemieteten Zimmer um. Es war klein, aber sauber und geräumig. Der ältere Herr, der sich ihr als Professor Dumbledore vorgestellt hatte, hatte sie gebeten, sich hier ein Zimmer zu mieten. Es könne einige Tage dauern, bis er ihren Pater erreicht habe, hatte er ihr gesagt und freundlich gelächelt. Also war sie wieder zum Barkeeper gegangen und liess sich ein Zimmer geben. Eingetragen hatte sie sich mit einem falschen Namen. Betty Binks. Was Besseres war ihr so schnell nicht eingefallen.

Was soll’s, dachte sie und liess sich mit dem Rücken auf das weiche Bett fallen.

Nach einer Weile wohltuendem Nichts-Denken drehte sie sich auf den Bauch und kramte das Foto ihres Paten aus ihrer Hosentasche. Ausgiebig betrachtete sie sein Abbild, auf dem er gerade jemandem zuwinkte. Wie er wohl war? Woher hatte er ihre Mutter gekannt? War er mit ihr zur Schule gegangen? Kannte er vielleicht sogar ihren Vater? Er sah nachdenklich aus. Eher ein ruhiger Typ.

Ihre Gedanken schweiften zu einem anderen Mann ab, über den sie sich schon seit sie denken konnte, dieselben Fragen stellte: ihren Vater. Als sie klein war hatte sie ihre Mutter und Onkel immer wieder nach ihm gefragt. Aber nie hatte sie eine Antwort bekommen. Nur die verstohlenen Blicke, die sich die Erwachsenen zugeworfen hatten, hatten ihr wenigstens einen kleinen Anhaltspunkt gegeben. War er gemein zu ihrer Mutter gewesen? Untreu? Tot? Auf die Seite von du-weist-schon-wen gewechselt (ihre Mutter war überzeugte Gegnerin gewesen)? Hatte er sie nicht geliebt?

Irgendwann hörte sie auf zu fragen. Irgendwann, so sagte sie sich, würde ihre Mutter es ihr schon erzählen.

Aber jetzt war ihre Mutter tot. Ermordet von Todessern. Und sie war hier, einsam und alleine in einem fremden Land. Eine dicke Träne rollte über ihre Wange. Sie drehte sich wieder auf ihren Bauch und schluchzte in ihr Kissen. Und irgendwann fiel sie in einen traumlosen Schlaf.

tbc.

Illumanu
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Beitragvon Illumanu » Do 16 Mär, 2006 18:44

Sehr cool, will mehr davon lesen!
SIg in Arbeit

Sakuya
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Beitragvon Sakuya » Fr 17 Mär, 2006 15:48

Ein Kommi!!! *strahl* Danke Illumanu



3/1 Treffen



Gemächlich schlenderte er in der Winkelgasse an den Geschäften vorbei. Hie und da liess er sich dazu herab, das Eine oder Andere ausgestellte Objekt zu begutachten. Bei den meisten rümpfte er seine blasse Nase.

Nicht jedoch bei dem neuesten Rennbesen, den Nimmerseh-Superflink! Aerodynamisches Design, sein Schaft wahr aus einer durch Zauberei entstandenen Mischung aus Weide und Wenge (fast schwarzes, sehr hartes tropisches Holz), die den Besen flexibel und stark zugleich machte. Dazu die Borsten, die in einem völlig neuen Verfahren aus feinstem Bambus geschnitten waren.

Der junge Slytherin bewunderte den Besen eine Zeitlang. Als sich andere Jugendliche zu ihm an das Schaufenster gesellten, drehte er sich um und ging in Richtung eines Zaubertrank-Zubehör-Ladens. Er hatte keine Lust auf die Gesellschaft Unwürdiger. In Gedanken jedoch hatte er sich den neuen Besen als Geschenkswunsch notiert. Er konnte sich sicher sein, dass er ihn von seinen Eltern bekommen würde.

Stolz schritt er über die Strasse, stoppte jedoch unvermittelt an dem Schreibwarenladen. Die kleinen Schreibfedernanhänger hatten sein Interesse geweckt. Kleine Katzen, Frösche, Eichhörnchen, Schweine und viele andere Tiere wie aber auch berühmte Zauberer und Hexen waren da als Anhänger zu finden. Ein Zauber hielt die Figürchen ca. 2 mm über der Feder fixiert.

Kurz entschlossen betrat der grosse, blonde Slytherin das Geschäft. Er würde von jeder Figur eine kaufen. Sie waren perfekte kleine Geschenke für seine weiblichen Eroberungen. Man musste den Weibern zwischendurch mal wieder etwas Kleines schenken, um sie bei Laune zu halten. Das Dumme war nur, wenn er einer seiner Freundinnen etwas schenkte, wollten alle anderen auch etwas. Und das konnte teuer werden, weswegen er immer auf der Suche nach kleinen, günstigen Geschenken war.

Da es an der Kasse gerade einen grossen Andrang gab, begab er sich, nachdem er sich kurz im Raum umgesehen hatte, zur Treppe die in den 1. Stock führte. Bequem lehnte er an den Pfosten und begann müssig seinen Gedanken nach zu hängen.

Als er plötzlich ein Stolpern und einen leisen, erschreckten Aufschrei hörte drehte er sich jedoch reflexartig zur Stiege um und fing das Mädchen, das über seinen Umhang gestolpert war, auf. Besser gesagt: sie plumpste gegen seine Brust und er umfing sie mit seinen Armen, damit sie nicht doch noch hinfiel.

Als erstes bemerkte er den angenehmen Duft, der von ihr ausging. Nicht so aufdringlich, wie bei seinen üblichen Gespielinnen. Er war leicht und blumig. Als zweites viel ihm auf, wie leicht sie war und wie sanft gerundet.
Und als drittes bemerkte er, dass es sich bei der wundervollen jungen Dame um Ginny Weasly handelte!

Abrupt stiess der blonde Slytherin das Mädchen von sich weg, das sich in letzter Sekunde an dem Treppengeländer festhalten konnte. Mit wütenden, funkelnden Augen sah Ginny zu dem Rüpel auf.

Da sie Kopf voran direkt in seine Arme geflogen und ihr Gesicht durch seine reflexartige Umarmung an seine starke Brust gedrückt worden war, hatte sie leider nicht gleich erkannt, um wen es sich dabei handelte.

Entsetzt weiteten sich ihre Augen. „Draco Malfoy“, wisperte sie erschrocken. Angewidert blickte Draco auf das zarte Mädchen hinunter. Demonstrativ wischte er seine Hände an seinem Umhang ab.

„Klein-Weasly. Netter Versuch. Aber normalerweise bin ich für so was wie Dich nicht zu haben.“ Hämisch grinste er sie an. „Aber wer weiss, vielleicht einmal wenn ich Notstand habe und nicht gleich ein anderes Weibsbild in der Nähe ist … immerhin, hast ja ne einigermassen gute Figur und biste wenigstens n Vollblut. Vielleicht biste wenigstens dazu gut. Dann hätte Dein erbärmliches Leben wenigstens endlich einen Sinn.“ Sein kalter Blick glitt anzüglich von ihren Füssen bis zu ihrem Kopf über ihren Körper.

Mit einem leisen, entsetzten Schrei drehte sich Ginny um und rannte davon. Dieser elende Widerling von einem Malfoy! Ohne zu achten wohin, rannte sie die Gasse entlang. Hektisch blickte sie nach hinten, ob er ihr auch nicht folgte. Prompt prallte sie mit jemandem zusammen und viel rücklings auf den Boden.

‚Einerlei’, dachte sie, ‚schlimmer als Malfoy kann es nicht sein’, und rieb sich ihren schmerzenden Kopf mit dem sie auf die Strasse geprallt war.


....


Grinsend sah der blonde Slytherin dem jungen Mädchen nach. Wie ein scheues Reh, dachte er. Wann nur hatte sich die kleine Weasly zu so einer scharfen Braut entwickelt?

Er atmete tief ein. Noch immer lag ein Hauch ihres Duftes in der Luft. Draco blickte sich im Laden um. Offenbar hatte niemand etwas von dem kleinen Zwischenspiel bemerkt. Gut, dachte er und sah zur Kasse. Die Schlange davor hatte deutlich abgenommen. Langsam schlenderte er in Richtung Kasse und betrachtete auf dem Weg dahin die zum Verkauf ausgestellten Sachen. Sein Blick blieb an einem Einbandbildchen hängen.

Einbandbildchen waren kleine Bilder, Gegenstände, Tiere oder Personen aus einer Art hauchdünnen Folie, die auf ein Buch oder Heft geklebt werden konnten. Diese Figuren und Bilder entwickelten dann ein Eigenleben auf und in dem Buch. Sie bewegten sich, verschwanden um dann irgendwo wieder aufzutauchen, manche gaben Kommentare ab und die Tiere muhten, bellten, miauten.

Draco erinnerte sich, das Pansy Parkinson mal so ein Bildchen in Form eines Wurmes hatte. Der Wurm war nach einiger Zeit zu einem Bücherwurm mutiert und frass ganze Sätze und Zeilen aus dem Buch. Nach einem 10-Punkte-Abzug von Snape (die dumme Kuh hatte es ausgerechnet auf das Zaubertrankbuch kleben müssen), den sie bekam weil Goyle durch ihren versauten Trank lange Borsten aus den Nasen- und Ohrlöchern wuchsen (was Draco persönlich eigentlich als eine Verbesserung von Goyles Aussehen befand), liess sie das Tierchen entfernen.

Draco betrachtete lange das kleine Bildchen im Laden. Dann, ohne weiter darüber nachzudenken was er da eigentlich genau tat, griff er danach ging zur Kasse, zahlte und verliess den Laden. Die Feder-Figürchen für seine Freundinnen hatte er längst vergessen.

Vor der Ladentür blieb er stehen und blickte überrascht auf den Gegenstand, der vor ihm auf dem Boden lag. Er hob ihn auf und betrachtete ihn rundum. Dann zuckte er seine Schultern und steckte ihn ein.

*Fox*
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Beitragvon *Fox* » Fr 17 Mär, 2006 17:00

Echt gute Wortwahll!! Weiter bitte
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Im Teamwork von Wurmi und Demi!!
:D Danke nochmal :D

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Sakuya
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Beitragvon Sakuya » Mo 20 Mär, 2006 10:13

*Fox* Danke :P *knuddel*


3/2 Treffen




Winkelgasse:

„Bist Du in Ordnung?“, fragt eine freundliche Stimme. Ginny sah auf, direkt in glänzende blaue Augen eines ihr unbekannten Mädchens. Stumm nickte sie. Das fremde Mädchen kniete neben ihr nieder und streckte vorsichtig die Hand nach Ginny aus. „Du hast dir den Kopf gestossen, nicht war?“ Ohne das rothaarige Mädchen berührt zu haben, zog die Fremde ihre Hand wieder zurück. „Schon O.K.“, sagte Ginny leise und lächelte das fremde Mädchen an. „Mir geht es gut.“

Die Fremde blickte zuerst besorgt auf Ginny und danach über Ginny hinweg die Gasse hinunter. „Wurdest du verfolgt oder so?“, fragte sie. Ginny’s Wangen nahmen einen Ton an, der ihrer Haarfarbe nicht unähnlich war. „Nein, hatte nur einen Vollidioten aus meiner Schule getroffen,“ nuschelte sie.

Neugierig betrachtete Ginny das fremde Mädchen. Sie hatte sie vorher noch nie gesehen, dabei war sie höchstens ein, zwei Jahre älter als sie…
Ginny’s atmete noch immer etwas schnell. Den Schreck von vorhin hatte sie noch immer nicht ganz verdaut. Dieser elende Blödian! Sie war auch sauer, weil er in dieser widerlichen Gossensprache mit ihr gesprochen hatte.

Das war Absicht gewesen! Er wollte mir damit zeigen, dass ich es nicht wert bin, mit Anstand behandelt zu werden. Dass ich nicht auf seiner Stufe stehe! Wütend schnaubte sie. Dann sah sie wieder zu dem schönen, schwarzhaarigen Mädchen hoch.

Ernst blickte die Fremde sie an. Sie starrte Ginny in die Augen, als ob darin die Wahrheit zu lesen wäre. Schliesslich zuckte sie die Schultern und meinte: „Nun gut, du musst es ja wissen. Wollen wir ein Eis essen gehen?“ Ginny war froh, dem forschenden Blick des älteren Mädchens entkommen zu sein. „Gerne.“

Plötzlich erstarrte das junge, rothaarige Mädchen. Die Fremde sah sie fragend an.
„Todesser“, flüsterte Ginny überrascht. „Was wollen die hier?“ Sie kramte nach ihrem Zauberstab. Die Fremde widerstand der Versuchung, über die Schulter nach hinten zu sehen. Sie schien sehr nervös zu sein. „Wie viele?“, fragte sie barsch. Ginny, die ihren Zauberstab nicht finden konnte, hob ihren Kopf und zählte rasch. „Vier von links. Zwei von rechts. Wir müssen hier verschwinden, sie kommen direkt auf uns zu.“

Die Fremde zögerte keinen Moment. Sie packte das jüngere Mädchen an der Hand und rannte los. Mit ihrer freien Hand zog sie ihren Zauberstab hervor und schickte einen Bannfluch nach hinten. Als die Todesser an die unsichtbare Barriere kamen, umfing sie dieser Bann mit einer Art unsichtbaren, klebrigen Vlies.

„Es hält nicht lange“, keuchte die Fremde und bog um eine Ecke. Wir müssen weite….“
Drei Todesser standen ihnen mit gezückten Zauberstäben gegenüber.

„Locomotor Mortis“, schrie einer der dunkel gewandeten Gestalten. Der Fluch traf die Schwarzhaarige. Es haute sie voll nach hinten auf den Rücken; sie war von der Intensität des Fluches so überrascht worden, dass sie sich nicht mal mehr mit den Ellbogen hatte abstützen können. Schmerzhaft stöhnte sie auf und schloss kurz ihre Augen. Sie war mit dem Kopf aufgeschlagen. Dann öffnete sie ihre Augen wieder. Ihr Gesicht wirkte angespannt; sie hatte die Zähne aufeinander gebissen. Es kostete sie grosse Anstrengung, sich wenigstens mit dem Oberkörper aufzusetzen und einen klaren Gedanken zu fassen. Sie blinzelte einige Male, dann sah sie zu den herannahenden Todessern. „Ich kann zwar meine Beine nicht mehr bewegen“, keuchte sie zu Ginny, „aber so leicht kriegen die mich nicht! IMPEDIMENTA!“


***

Sakuya
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Beitragvon Sakuya » Di 21 Mär, 2006 08:13

Derweil im Privet Drive:

Harry hatte die Fenster mit der Zahnbürste gründlich geputzt, auch wenn diese es gar nicht nötig gehabt hätten. Tante Petunia putzte die Fenster mindestens einmal pro Woche. Dann hatte er in der sengenden Hitze mindestens 3 Sunden imaginäres Unkraut gezupft (er hatte vor drei Tagen bereits den Garten vor Unkraut befreien müssen).

Wenigstens bekam er zwischendurch Limonade und Kekse zur Stärkung. Tante Petunia hatte sich offenbar an die Warnung von Moody, Lupin, Tonks und den Weaslys erinnert. Die selbst gemachte Limo und die frisch gebackenen Kekse (extra für den Besuch) schmeckten ausgezeichnet. Denn eines musste man Petunia lassen: kochen und backen konnte sie. Es sei denn, sie ärgerte sich gerade. Harry dachte angewidert an das verpfefferte Rührei, das er am Morgen bekommen hatte.

Vom Aufräumen in Dudleys Zimmer und dessen Bett frisch anziehen war er befreit worden, da Dudley einen Riesenaufstand gemacht hatte, er wolle Harry nicht in seinem Zimmer haben.
Tante Petunia, die zuerst darauf bestehen wollte, lenkte ein, als Dudley seine Angst kundtat, Harry könne seine Sachen verzaubern. Harry hatte sich das zufriedene Grinsen verkneifen müssen. Dafür hatte ihm Tante Petunia dann barsch den Teppichklopfer in die Hand gedrückt und auf den Läufer im Gang gedeutet.

Nun war Harry also wieder im Garten in der sengenden Nachmittagssonne und hievte geraden den Läufer über die Wäscheleine. Was gar nicht so einfach war bei einem Perserläufer von 2 m x 5 m Grösse. Der hatte ein ganz schönes Gewicht. Als er es schlussendlich geschafft hatte, wischte er sich mit der Hand den Schweiss von der Stirn und schaute auf zum Zimmerfenster von Dudley. Der wurde gerade von seiner Mutter in seinen besten Anzug gequetscht, der letzte Woche angefertigt worden war. Beim alten waren die Nähte geplatzt, als er ihn für ein feines Abendessen angezogen hatte.
Nun hörte Harry ihn quicken vor Anstrengung und Tante Petunias wieherndes Gegacker. Er nahm an, das sollte Gelächter darstellen.

Er blickte wieder auf den Teppich über der Wäscheleine, seufzte und begann mit dem Klopfer darauf zu schlagen. Die Tätigkeit war nicht wirklich geistreich, so, dass er seine Gedanken schweifen lassen konnte. Er dachte über das letzte Schuljahr nach, über seine Freunde, den Orden, Voldemort und seine Todesser und schliesslich auch über Sirius nach. Mit jedem Gedanken wurde er wütender und verzweifelter. Seine Freunde hatten sich nicht gemeldet, er fühlte sich wieder einmal verlassen und vergessen. Wie er es unterdessen ja kannte, waren Hermine und Ron bestimmt schon lange zusammen im Fuchsbau oder im Black-Haus und wussten wieder einmal alles vor ihm!

Zornig schlug er heftiger auf den Teppich ein. Staub flog herum.

Der Orden stellte alles Mögliche an und befanden ihn natürlich auch jetzt, kurz vor seinem 16. Geburtstag (hab ich richtig gezählt?), noch immer als zu jung, um ihn in seinen Vorhaben einzubeziehen.

Voldemort plante sicher schon seinen nächsten Versuch ihn umzubringen und die Macht an sich zu reissen und seine Todesser verbreiteten Angst und Schrecken, neuerdings auch unter den Muggeln.

Harry dachte an die Muggelnachrichten, die er nun sehen durfte. Tante Petunia und Onkel Vernon sahen ihn dabei zwar immer Missbilligend und unfreundlich an und Onkel Vernon schnaubte immer mal wieder wie ein Wahlross, aber das war Harry einerlei.

Vor ein Paar Tagen waren eine Gruppe Muggel beim schwimmen überrascht worden. Die Nachrichten hatten von einem unerklärlichen hohen Wellengang in einem See gesprochen. Die Muggel waren von den Wellen wie Tennisbälle hin und her geschleudert worden.

In den heutigen Mittagnachrichten wurde von seltsamen und beunruhigenden Begebenheiten auf dem Festland berichtet. Die Nachrichtensprecherin hatte gleich von mehreren unerklärlichen Todesfällen gesprochen. Vier in Deutschland, zwei in Frankreich, fünf in den Niederlanden, drei in Italien, zwei in Österreich und drei in der Schweiz. Interpol gehe nicht von Mord aus, da die Todesursache bei allen bisher dieselbe war: nämlich keine! Die internationale Polizei bat um Mithilfe der Bevölkerung. Bisher seien aber nur seltsame Berichte über am Himmel schwebende grüne Totenköpfe und unheimliche dunkle Gestalten eingegangen, erklärte die Fernsehsprecherin. Die Gesundheitsbehörde untersuche nun international das Grundwasser und nehme in sämtlichen Europäischen Trinkwassergewässern Proben. Die internationale Gesundheitsbehörde befürchtete, dass der Tod dieser Menschen durch eine Verunreinigung oder einem unbekannten Virus im Trinkwasser, die Halluzinationen auslösen und zum Teil zum Tod führen konnten, verursacht wurden.

Tante Petunia hatte die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, war in die Küche gewuselt und hatte sich auf ihrem Einkaufblock notiert, 150 Liter Mineralwasser zu kaufen. Soll sie doch, dachte Harry. Onkel Vernon hatte etwas von minderbemittelten Idioten verzapft, die unfähig seihen, richtige Kläranlagen zu bauen.

Harry war aufgestanden und hatte sich wieder an seine Arbeit im Garten gemacht. Ihm war klar, was diese Menschen getötet hatte: Avada Kedevra.

Hart schlug er auf den Teppich ein. Als er merkte, dass kaum noch Staub wirbelte, nahm er sich die andere Seite vor.

Sirius, dachte er traurig, warum hast du mich verlassen. Ich brauche dich so sehr! Mehr denn je! Die Todesser verbreiten Terror in der Welt und ich bin so alleine!

Zornig klopfte er darauf los und stellte sich vor, es sei Bellatrix, diese elende Hexe. Der Staub wirbelte noch fester und Harry musste Husten. Keuchend hielt er kurz in seiner Arbeit inne.

Warum hast du dich nicht früher bei mir gemeldet?

Harry schnaubte wütend, als ihm der Spiegel in den Sinn kam. Ich war ja soooo ein Vollidiot! Hätte ich damals daran gedacht, mit den Spiegeln Kontakt zu Sirius herzustellen, dann hätte mich der verfluchte Elf nicht reinlegen können!
Tränen des Zorns liefen ihm über das Gesicht. Er liess sich auf die Knie fallen. Es ist meine Schuld, nur meine.

„Harry! HARRY!“ Tante Petunias schrille Stimme riss Harry aus seinen Gedanken. Rasch wischte er sich die Tränen aus den Augen und stand auf. Sie brauche nicht zu wissen, wie schlecht es ihm ging. Auf ihre hämischen Bemerkungen, die sie garantiert machen würde, konnte er verzichten.

Blinzelnd sah er in Richtung Haustür, von wo aus Tante Petunia ihn gerufen hatte. Sie stand jedoch nicht mehr da. Verwirrt sah sich Harry um. War sie wieder hineingegangen? Nicht anzunehmen. Nicht ohne dass sie vorher irgendetwas an meiner Art Teppich zu klopfen auszusetzen gehabt hat, dachte er mürrisch.

Harry wäre vor Schreck beinahe einen Satz nach vorne gesprungen, als Tante Petunia plötzlich hinter ihm sagte: „Genug. Die Gäste kommen gleich!“ Mit ihren langen, dürren Finger griff sie an den Teppich.

„Na, besonders viel Mühe hast du dir da aber nicht gegeben“, sagte sie spitz. Harry sah sie schlechtgelaunt an. Tante Petunia erwiderte den Blick mit zusammengekniffenen Augen. „Leg ihn zurück in den Gang und verzieh dich dann auf dein Zimmer. Und wehe, ich höre auch nur einen Mucks von dir!“ Hoch erhobenen Hauptes rauschte sie ab.

Harry schnitt seiner Tanten gehässige Grimassen hinterher und riss dann den Teppich von der Wäscheleine. Dass dieser dabei wieder schmutzig wurde war ihm egal. Er schleifte den Teppich, ohne ihn zusammenzurollen, hinter sich her zurück ins Haus und warf ihn auf den Boden. Dann zupfte er noch ein, zwei Grashalme weg und stampfte in sein Zimmer.

Dort warf er sich erst einmal auf sein Bett. Missmutig stierte er vor sich her. Unten klingelte es. Er hörte Stimmen. Ruckartig setzte er sich auf. Sein Mund kräuselte sich zu einem fast schon bösartigen Lächeln. Duddi-Schatz’ erstes Date. Zusammen mit Mammi!

Er schlich sich zu seiner Kommode und öffnete die Schublade, in der er heute Morgen das Langziehohr kurzerhand verstaut hatte. Er nahm es heraus und schlich sich in den Gang. Vorsichtig legte er sich auf den Boden auf seinen Bauch. Ja kein Geräusch machen! Sonnst ist der Spass aus, dachte er.

Vorsichtig liess er das Langziehohr hinunter und spitzte seine Ohren. Grinsend hörte er dem stammelnden Dudley zu. Dann sprach das Mädchen. Harry hätte vor Schreck beinahe das Langziehohr fallen gelassen. Hermine! Wie konnte denn das sein? Unwillkürlich entstand vor seinem geistigen Auge ein Bild von Hermine und Dudley. Zusammen. Harry biss sich auf die Lippen um nicht loszulachen. Er bemühte sich wieder erst zu werden.

Was hatte das zu bedeuten? Was wollte sie hier? Was das vielleicht ein Trick von ihr um ihn zu besuchen? Zuzutrauen war es ihr. Aber weswegen hatte Tante Petunia Hermine nicht erkannt? Sie hatte sie doch auch schon gesehen, oder? Harry dachte einige Augenblicke angestrengt nach und kam dann zu dem Schluss, dass sich Hermine A: verkleidet hatte, B: Tante Petunia in ihrer engstirnigen Art einfach nicht auf die Idee kam, dass die Tochter ihrer alten Freundin eine Hexe sein konnte und C: dass Tante Petunia Hermine bisher immer so wenig Aufmerksamkeit geschenkt hatte, sprich einfach übersehen hatte, dass sie sie nicht erkannte.

Harry’s Laune hatte sich rapide gebessert. Na das konnte ja heiter werden! Sein Cousin versuchte seine beste Freundin, die eine Hexe war, anzubaggern. Neugierig konzentrierte er sich wieder auf das Gespräch.


***



*tbc*
In der Winkelgasse:

Zwei Todesser wurden langsamer, einer erstarrte ganz. Wow, dachte Ginny, die ist ja gut! Das Fremde Mädchen riss sie aus ihren Gedanken. „Bei meinem nächsten Fluch rennst du weg, verstanden? Ohne Zauberstab kannst du mir nicht helfen!“ Ginny wurde rot. Sie hatte bereits sämtliche Taschen nach ihrem Stab durchsucht, aber nirgends gefunden. Die Fremde hatte Recht. Sie musste Hilfe holen. Also nickte sie.

„STUPOR“ Das Mädchen schützte sie beide mit Protego. „RICTUSEMPRA“, schrie sie und einer der Todesser begann sich vor Lachen am Boden zu kringeln. Der dritte, der bisher immer ausweichen konnte, kam unweigerlich näher.

„PETRIFICUS TOTALUS“ Der Todesser wurde starr und viel gerade nach hinten. Sie lächelte grimmig. Na also! Dann blickte sie auf Ginny. „Was tust du denn noch hier! Das Schutzvlies hält die anderen nicht mehr lange. Und mitnehmen kannst du mich mit der verdammten Beinklammer nicht!“ Wie auf Kommando hörten sie im Hintergrund Stimmen.

Ginny warf einen letzten verzweifelten Blick auf das Mädchen. Diese nickte ihr zu. Ginny gab sich einen Ruck, drehte sie sich um und rannte los. Als sie links um Ecke wollte, kamen ihr die Todesser auch schon entgegen. Sie riss einen Stopp und rannte rechts in eine dunkle Gasse hinein.

Sie sprang über Unrat und Kisten, undefinierbare Gestalten und wich seltsamen Kreaturen aus. Sie bog mindestens ein duzend Mal ab, bis sie in einem Art Innenhof gegen eine Person prallte.

Nein, nicht schon wieder, dachte sie, als starke Arme sie umfingen und am hinfallen hinderten. Doch es kam noch viel schlimmer.

„Weasly, na so eine Überraschung. Hast du mich schon vermisst?“, hörte sie seine hämische Stimme.

Sie riss ihre Augen entsetzt auf. „MALFOY??? Nicht schon wieder! Lass mich los!“ Sie versuchte sich seinem Griff zu entwinden. Doch Draco achtete nicht auf sie sondern horchte in die Gasse aus der sie gekommen war. Die Stimmen, die sich näherten, kannte er.

Freunde meines Vaters. Todesser. Was… er blickte auf das sich windende Mädchen das er noch immer festhielt. Ohne weiter nachzudenken packte er sie fester und drückte sie an eine Wand. Dann presste er seinen Mund auf ihren.

Ginny erstarrte und riss entsetzt ihre Augen auf. Das konnte doch nicht wahr sein! Das war ja der reinste Alptraum! So viel Pech an einem Tag kann doch keiner haben!
Ihr Herz begann wild zu klopfen und das Blut rauschte in ihren Ohren.

Als seine Zunge in ihren Mund drang, er ihren linken Arm los liess und mit dieser Hand an ihren Hintern griff und sie an sich presste, schloss sie verzweifelt ihre Augen und betete, aus diesem Alptraum doch endlich aufzuwachen.

Draco registrierte zufrieden, wie sie aufhörte gegen ihn zu kämpfen und fuhr mit seiner Rechten ihren schmalen Rücken hinauf und umfasste ihren Hinterkopf. Er schien sich nicht mehr bewusst zu sein, wen er da eigentlich küsste: eine Weasly!

Ginny, die die Freiheit ihrer Arme bemerkte, wollte sich sogleich gegen Draco stemmen. Doch dieser fuhr mit seiner linken Hand weiter zu ihrem Oberschenkel und hob ihr Bein an und legte es sich um die Hüften, so, dass sie ihn nicht weg stossen konnte, sondern sich nun sogar an ihm festhalten musste. Der Atem beider ging keuchend.

Hinter ihnen knirschte es und drei Todesser rannten in den Hof. Überrascht sahen sie Draco und blieben abrupt stehen.

Draco hob den Kopf, presste den ihren an seine Schulter, so, dass sie nicht zu sehen war. Dann wandte sich den Todessern zu und fragte in einem eiskalten Ton: „Ja, was wollt ihr?“ Die Todesser sahen sich etwas eingeschüchtert an. Immerhin war dies der Sohn von Lucius.

Einer stammelte dann: „Wir, äh, werter junger Herr Malfoy, wir, äh, suchen… „ „Ist mir egal! Seht ihr nicht dass ich beschäftigt bin?! Verschwindet. Hier gibt es nichts was euch Tollpatsche interessieren könnte!“, unterbrach sie der blonde Slytherin unwirsch. Leise Wut sprach in seinem Ton mit.

Die Todesser sahen ihn kurz abschätzend an, ob sie es wohl doch wagen konnten, hier weiter zu suchen, entschlossen sie jedoch dagegen. Sein Vater mochte in Askaban sein, doch er hatte dennoch viel Macht, und Beatrice Lestrange, Draco’s Tante, war noch immer auf freiem Fuss.

„Wir bitten um Vergebung.“ Sie drehten sich um und verliessen den dunklen Hof.

Draco sah ihnen eine Zeitlang nach. Was eigentlich habe ich da gerade gemacht? Warum habe ich dem kleinen Wiesel geholfen? Er wurde unachtsam und sein Griff liess nach.

Ginny nützte das sofort aus, trat ihm gegen das Schienbein und knallte ihm eine runter. Draco hielt sich überrascht die Wange. Dann grinste er. Was für ein Feuer die Kleine doch hat.

„Wenn du das nächste mal in mich reinläufst werde ich dir geben, wonach du so sehr bettelst.“ Mit anzüglichem Grinsen, das klarmachte an war er dachte, blickte er sie von oben bis unten an.

Ginny’s empörtes Gesicht war dunkelrot angelaufen. „Duuu! Du widerlicher kleiner Wurm! Wage es nie wieder mich anzufassen!“, fauchte sie ihn zornig an.

„Aber, aber, Weasly, ich habe dich soeben gerettet. Darüber wie du dich bei mir bedanken kannst, reden wir später. Ich werde mir was Schönes überlegen.“ Er grinste sie spöttisch an.

Wütend zog Ginny die Luft zwischen den zusammengepressten Zähnen ein. „Elende unwürdige Kreatur! Mistkerl!“, zischte sie, machte auf dem Absatz kehrt und rannte davon. Ihre Wangen brannten vor Scham und Tränen brannten in ihren Augen.

Malfoy hatte Recht. Er hatte sie gerettet. Sie stand in seiner Schlud. Hinter sich hörte sie das höhnische, triumphale Gelächter des blonden Slytherin. Ich hasse Ihn. Ich hasse, hasse, hasse ihn!

Dass sie noch immer den heissen Druck seiner Lippen auf ihren spürte und die Haut, dort wo er sie berührt hatte, angenehm brannte, ignorierte sie gefliessentlich.


***



Im Tropfenden Kessel:

Dumbeldore machte sich langsam sorgen. Wo war sie nur? Die Mitglieder inklusive ihres Paten hatten sich vor gut einer Stunde getroffen. Tom hatte ihnen versichert, sie hätte ihm gesagt, sie sei nur kurz weg um frische Luft zu schnappen. Auch die Anderen begannen auf ihren Stühlen hin und her zu rutschen.

„Wir sollten sie suchen gehen“, sagte Tonks.

„Die Todesser hatten was geplant. Leider wurde ich nicht in diese Pläne eingeweiht“, erklärte Snape.

Auch Lupin hob nun seinen Kopf. „Tonks hat Recht. Du sagtest, sie sei extrem vorsichtig gewesen und ängstlich. Was wenn sie das Ziel der Todesser ist?“

Dumbeldore nickte und erhob sich. Die Anderen, die schon seit einer guten halben Stunde dazu gedrängt hatten was zu unternehmen, sprangen sofort auf.

In diesem Moment sprang die Türe auf. Alle sahen sofort dahin, um zu sehen, ob es vielleicht das Mädchen war. Jedoch war es ein Rotschopf, der hereingesaust kam, direkt in die Arme ihres erschrockenen Vaters.

„Ginny!“ Schluchzend kuschelte sie sich an ihn. Dann erzählte sie, unter schniefen und schnäuzen, was passiert war. Das mit Draco behielt sie lieber für sich.

„Wie sah sie aus?“, fragte Sturgis. „Schwarze Haare. Blaue Augen. Eine Baseballmütze und Jeans trug sie“, schnüffelte Ginny. Die Mitglieder des Ordens sahen sich an. Allen war klar, was geschehen war.

„Wenn wir wenigstens ihren Namen wüssten.“ Dumbeldore sah Ginny fragend an. „Hat sie ihn dir vielleicht gesagt?“

„Nein, tut mir leid.“

Dumbeldore gab seinen Leuten einen Wink und wies Molly, die gerade die Treppe hinunter kam und die Versammlung, insbesondere ihre verweinte Tochter überrascht ansah, an, sich um Ginny zu kümmern. Dann verliessen die restlichen Mitglieder des Phönixordens den Raum, bereit zu einem Kampf mit den Todessern.

Ich werde sie zurückholen, dache einer von ihnen. Auch wenn ich nicht weiss wer sie ist, so ist sie doch meine Patentochter und somit gehört sie zu mir. Ich werde sie nicht alleine lassen. Und ich werde nicht mehr alleine sein.


*tbc*

Sakuya
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Beitragvon Sakuya » Mi 22 Mär, 2006 15:49

3/3 Treffen


Privet Drive


"Aaaalso...äh... ich mag Videospiele...", stammelte Dudley. Das hübsche Mädchen im gegenüber nickte freundlich und lächelte ihm zu.

Oh Gott, dachte Hermine, was für ein Vollidiot! Seit einer guten halben Stunde quälte sie sich bereits mit dieser harzigen Konversation ab. Harry's Cousin hatte in dieser halben Stunde 45 Plätzchen, 4 Stück Kuchen und 3 Glas Limonade verdrückt. Er sprach nur, wenn seine Mutter ihn anstupfte und so was sagte wie: "Nicht wahr, Duddi-Schatz? Dudley, müsst ihr wissen, ist in der Boxmannschaft. Erzähl doch der lieben Hermine davon."

Dudley hatte ihr dann mit vollem Mund widerliche Geschichten erzählt, wie er seine Gegner zu Matsch geschlagen hatte. Es störte sie, wie er sie die ganze Zeit mit seinen Schweinsäuglein anstarrte.

Pflichtschuldigst nickte sie, als Dudley zu reden aufhörte. Offenbar hatte er ihr was erzählt. Sie hatte nicht richtig zugehört. Sie überlegte die Ganze Zeit, wie sie diesem Schauspiel hier entkommen konnte, um Harry zu suchen.

Petunia musterte das ihr gegenübersitzende junge Mädchen. Ganz annehmbar, dachte sie. Die Tochter ihrer früheren Freundin war ganz hübsch, befand sie. Intelligente braune Augen, kastanienbraunes Haar, das sie glatt nach hinten gekämmt und zu einem straffen Knoten gebunden hatte und saubere, adrette Kleidung. Ihre Manieren waren selbstverständlich tadellos. Aber irgendetwas ... machte sie stutzig. Sie wusste nicht wieso, aber das Mädchen kam ihr irgendwie bekannt vor... wenn sie nur wüsste woher...

Hermine bemerkte den forschenden Blick von Harry's Tante. Ob sie was gemerkt hatte? Sie hatte sie ja nie gross beachtet... und sie hatte extra ihr wuscheliges Haar geglättet und zu einem (unbequemen, wie sie mittlerweile fand) Knoten gebunden. Ob sie Lunte gerochen hatte?

"Meine liebe Hermine", unterbrach Petunia gerade die zusammenhangslose Erzählung ihres Sohnes über ferngesteurte Autos und Fernsehserien. "Magst du zufälligerweise Harrod's? Ich kaufe selbstverständlicherweise nur da meine Kleidung ein."

Was für ein plumper Versuch, herauszufinden, woher sie mich kennen könnte, dachte Hermine.

"Ähm, nein Mrs. Dursley, Mamma und ich sind bisher leider nicht dazu gekommen. Verzeihung, wo bitte ist ihre Toilette?", antwortete sie Tante Petunia höflich.

Petunia runzelte ihre Stirn. Also nicht Harrod's... "Ähm, die Treppe rauf, den Gang gerade aus, die hinterste Tür links.", antwortete sie dem jungen Mädchen. Mit Aldlerblick sah sie Hermine nach. Sobald diese die Wohnzimmertür hinter sich geschlossen hatte, wandte sich Petunia Hermines Mutter zu. "Nun, meine Liebe. Deine Tochter scheint ja ein ausgesprochen kluges und wohlerzogenes junges Mädchen zu sein?"

Als Hermine die Tür hinter sich geschlossen hatte, atmete sie ersteinmal tief ein. Endlich mal Ruhe! Die ist ja nervig. Und dieser Dudley erst...
Hermine blickte zur Treppe. Selbstverständlich hatte sie nicht vor, gleich zur Toilette zu gehen. Erst, nachdem sie kurz mit Harry gesprochen hatte. Danach würde sie gehen, um die Spüle zu betätigen. Wer weiss, ob die unten zu hören war? Und diese komische dürre Schrulle war schon misstrauisch genug.

Auf der letzten Stufe hätte sie fast aufgeschrien, als plötzlich eine Hand ihre Fessel umfasste. Sie sah nach unten und sah einen grinsenden Harry am Boden liegen.

"Was machst du da?", fragte sie ihn flüsternd. Er zog das Langziehohr vorsichtig herauf und hielt es ihr hin. Hermine unterdrückte ein Kichern. "Du hast also alles gehört?" - "Ja", erwiderte er, "aber lass uns doch erst mal in mein Zimmer gehen."

Harry führte Hermine in sein etwas unordentliches Zimmer. Hermine sah sich neugierig um, war sie doch zum ersten Mal hier.

"Also, wie schlägt sich Dudley? Die haben vor, dich mit ihm zu verkuppeln.", frage Harry mit einem schelmischen Augenzwinkern. "Ist er nicht der perfekte Gentleman?" - "Iggit!" Hermine rümpfte angewidert ihre Nase. Er frisst wie ein Schwein! Und deine Tante ist einfach unmöglich." Sie liess sich auf sein Bett fallen. "Sag mal, was machst du überhaupt hier?" Harry setzte sich neben sie uns sah sie neugierig an.

"Nun, als ich alte Photoalben meiner Mutter durchsah, endeckte ich deine Tante auf einem Gruppenphoto. Und als dann Dumbledore als Ron verkleidet bei mir auftauchte und fragte, ob ich mir nicht irgendwas einfallen lassen könne, um unaufällig zu dir zu kommen, da ist mir natürlich diese glänzende Idee gekommen. Mum war übrigens ganz schön überrascht und gar nicht erfreut. Deine Tante scheint damals schon eine ganz schön unangenehme Person gewesen zu sein. Das hier ist übrigens für dich."

Hermine kramte einen Brief aus ihrer Handtasche und reichte ihn Harry. "Von Dumbeldore." Harry sah Hermine überrascht an. Erfreut nahm er den Brief an sich, riss ihn auf und las:

Lieber Harry

Bitte entschuldige, dass ich mich erst heute melde. Der Orden des Phönix hat alle Hände voll zu tun. Bestimmt hast Du von den Todesfällen auf dem Festland gehört? Die Muggel halten es, glaube ich, für eine Wasserkrankheit oder so.

Nun, da der Orden viel unterwegs ist und sich aus Zeitgründen meistens kurz im Tropfenden Kessel trifft, dachte ich, es wäre das Beste, euch auch da unterzubringen.

Hermines Mutter war einverstanden, euch nach London zu fahren. Ihr Auto habe ich mit diversen Verschleierungs- und Sicherheitszaubern belegt.

Ich hoffe doch, Du begleitest Hermine?


Mit besten Grüssen

Professor Albus Dumbeldore, Schulleiter



Harry blickte vom Brief auf und fragte Hermine, wesshalb sie denn nicht gleich nach oben gekommen sei. "Wozu dieses Verwirrspiel? Nun, erstens liess uns deine Tante so ohne grosse Szene ins Haus und zweitens wollte ich sie einfach mal genauer unter die Lupe nehmen. Ach ja, und es ist unaufälliger", erkärte Hermine.

Harry sah sie mit skeptischem Blick an. "So, nun sollte ich mal wieder nach unten gehen. Packst du unterdessen?" - "Ja klar, ich komm dann runter. Wage es ja nicht, Tante Petunia zu sagen, wer du bist. Das Gesicht will ich auf keinen Fall verpassen!", antwortete Harry feixend.

Nachdem Hermine gespült hatte (damit niemand merkte, dass sie nicht wirklich auf der Toilette war), begab sie sich wieder in das Wohnzimmer. Petunia war dabei, ihre Mutter auszuquetschen und vollzulabern und Dudley war mit Fernsehen und Essen beschäftigt. Mit süsslichem Lächeln, bei dem es Hermine kalt den Rücken herunterlief, begrüsste sie Harry's Tante.

Petunia deutete auf den Platz direkt neben Dudley. "Meine Liebe", säuselte sie, "wir haben dich schon vermisst. Besonders mein Sohn."

Dudley hatte bei ihrem Eintreten überaschenderweise sein Stück Kuchen (das 5.?) zur Seite gelegt und sich vom Fernseher abgewendet. Gierig betrachtete er sie von oben bis unten unten und grinste sie an.

Würg. Hermine konnte sich nur knapp dazu überwinden neben diesem, diesem... Ding Platz zu nehmen.

"Möchtest Du?" Er hielt ihr sein angebissenes Stück Kuchen hin. Hermine rümpfte die Nase, zwang sich zu einem Lächeln und antwortete: "Nein danke, ich muss leider auf meine Figur achten."

"So", sagte Petunia und erhob sich. "Wie werden euch jetzt kurz alleine lassen. Ich möchte deiner Mutter den Garten zeigen. Ich bin mir jedoch sicher, ihr werdet euch auch ohne uns ausgezeichnet unterhalten." Mit einem deutlichen Blick, der aussagte, an was sie da genau dachte, schnappte sie Hermines Mutter und komplimentierte diese zur Tür. Hermines Mutter sah entschuldigend zu ihrer Tochter zurück und zuckte mit ihren Schultern.

Nein, flehte Hermine ihre Mutter stumm an. Lass mich mit dem nicht alleine! Doch Petunia hatte ihre Mutter bereits aus dem Zimmer geschoben.

Hermine drehte ihren Kopf mit aufgesetztem Lächeln in Dudley Richtung.
"Dachte schon, die verschwinden nie." Plump liess er eine Hand auf Hermines Knie fallen.

Was soll das den jetzt, fragte sich diese erschrocken. Vorher war er doch gerade noch so schüchtern und tollpatschig?

"Bist ein hübsches Ding", murmelte Dudley und setzte sich näher zu ihr. Sein Blick schweifte anzüglich über Hermine. Auf seiner Stirn und auf seiner Oberlippe glänzte Schweiss. Gierig stierte er auf Hermines Ausschnitt und leckte sich seine Lippen.

tbc

Jenna
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Beitragvon Jenna » Mi 22 Mär, 2006 21:12

Hey deine FF is echt super geil!!!! lol du musst unbedingt weiterschreiben!! ich will doch sehen wie harry hermine vor dudley rettet^^ :wink: :D :lol:
Tomorrow comes. Sorrow becomes his soul mate.
The damage is done. The prodigal son is too late.
Old doors are closed but he's always open,
To relive time in his mind.
Oh Billy...

Sakuya
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Beitragvon Sakuya » Fr 24 Mär, 2006 13:27

Jenna: *freu* *abknuddel* hallo Jenna! Es ist nichts wie es zu sein schein und es kommt immer anderst als man denkt ;o) *lol*



Treffen 3/4



An einem unbekannten Ort

Sie wachte auf, als sie unsanft auf den Boden geworfen wurde. Leise stöhnte sie auf, als sie auf ihre verletzte rechte Seite fiel.

Vorsichtig versuchte sie die Augen zu öffnen, schloss sie jedoch gleich wieder, als ihre Kopfschmerzen zu explodieren drohten.

Was war nochmals genau passiert? Ach ja, die Todesser waren zu mehreren, mit Flüchen über sie hergefallen, sobald die kleine Rothaarige weg war. Einer der Flüche hatte ihr den rechten Oberschenkel aufgerissen. Ein anderer hatte sie tanzen lassen (der Schmerz im Oberschenkel hatte sie fast ohnmächtig werden lassen). Einigen Stupor- und Expelliarmusflüchen hatte sie ausweichen können, doch dann trafen sie zwei weitere Stuporflüche äußerst böse. Als sie schließlich zusammenbrach (nicht ohne selber noch ein paar Flüche abzufeuern), belegte sie ein Todesser, eine Frau, wie sie unter der Kapuze erkannte, mit einem Bindehautentzündungsfluch. Wie hatten ihr ihre Augen geschmerzt! Die Todesser hatten ihr den Zauberstab aus der Hand gerissen und auf sie eingetreten. Dann wurde alles schwarz.


Von weither hörte sie Stimmen, ein leises, stetiges Summen, wie von Bienen. Ihr Kopf dröhnte. Am liebsten wäre sie wieder eingeschlafen oder bewusstlos geworden. Dennoch öffnete sie die Augen, kniff sie jedoch sofort wieder zu, da sie das Gefühl hatte, der Kopf würde ihr explodieren. Eine Weile lag sie so da, atmete langsam und tief und versuchte ihre aufkommende Panik zu bezwingen.

Dann versuchte sie nochmals ihre Augen zu öffnen. Vorsichtig schielte sie durch ihre entzündeten Lieder. Was ist das? fragte sie sich. Sie konnte sich nicht bewegen, da sie zudem auch noch gefesselt war.
Ich bin in einem Jutesack, stellte sie fest. Um sich herum hörte sie Stimmen und sie erkannte, dass sie in einem erleuchteten Raum sein musste. Sie hatte Angst. Wie in der Nacht, als ihre Mutter und ihre Onkel ermordet wurden. Was wollen die nur von mir? Was habe ich ihnen getan? Wieso muss ausgerechnet ich so leiden? Ich bin doch nur eine ganz normale Hexe, nichts außergewöhnliches... Sie unterdrückte die aufkommenden Tränen und schniefte. Der Jutesack stank und kratzte.

Dann näherten sich Schritte. Der Jutesack wurde grob entfernt und sie sah in die Antlitze zweier Frauen. Die eine war bei dem Überfall auf sie dabei gewesen. Die andere, die Blonde, hatte sie noch nie gesehen.

"Das ist sie?", fragte die Blonde. Sie war gross, schlank und blass. "Ja", antwortete ihr die Schwarzhaarige mit hämischem Grinsen.

Die blonde Frau trat auf sie zu. Hasserfüllt blickte sie das junge Mädchen vor ihr auf dem Boden an. Zorn stieg in ihr hoch, als diese ihren Blick kalt erwiderte. Sie hob ihren Zauberstab und zielte auf die wehrlose Gefangene. Ein gemeines Lächeln umspielte ihre dünnen Lippen. "Hallo Katharina. Ich möchte dich herzlich willkommen heißen", sprach sie. Das aufgesetzte, süßliche Lächeln verschwand "CRUCIO!"

***

Privet Drive

Hermine sprang wütend auf. "Wie kannst Du es wagen", fauchte sie Dudley an.

Dudley erhob sich ebenfalls. "Nun stell dich doch nicht so an, du willst mich doch auch. Und ich nehme doch keine, die ich noch nicht ausprobiert habe", nuschelte er und versuchte nach ihr zu greifen.

Hermine starrte den fetten Jungen vor ihr an ungläubig an. Harry hatte ihr ja so einiges von ihm erzählt, aber so was hätte sie ihm nun doch nicht zugetraut. Wie kam sie aus dieser Situation nur wieder heraus? Harry! Natürlich!

Als Dudley sie am Arm packte, riss sie sich unwirsch los. "Harry", sagte sie nur leise. Dudley zuckte sofort zurück. "W-Was?", schnell sah er sich zur Wohnzimmertür um, um zu sehen ob dort Harry stand. Er sah sie wieder an. Offenbar hatte er sich verhört und versuchte abermals das hübsche Mädchen vor ihm zu packen.

"Nein. Harry!", sagte sie abermals, jedoch etwas lauter. Sofort zuckte er wieder zusammen und macht einen Schritt zurück. Also hatte er sich doch nicht verhört.

"W-Was soll d-das? W-Wie kommst du auf Harry? Mein N-name ist D-Dudley. H-hier gibt es keinen H-h-harry", stotterte er. Grimmig schaute Hermine den käseweiß gewordenen Jungen vor ihr an.

Widerlicher, kleiner Lügner! dachte sie wütend.

"Harry und ich sind gute Freunde. Ich bin seinetwegen hier. Ich gehe mit ihm zusammen zur Schule.", erklärte sie ihm kalt. Dudley starrte sie mit seinen schweineähnlichen Augen entsetzt an. Er öffnete den Mund und schloss ihn wieder. Langsam machte er einige Schritte von Hermine fort. Als er an das Sofa stieß, erschrak er zuerst, dann hoppelte er (huschen kann man das bei so einem fetten Jungen ja nicht nennen) dahinter.

Als ob ein Möbel ihn vor einer wütenden Hexe in Sicherheit bringen könnte, dachte Hermine boshaft amüsiert.

"Das kann nicht sein. Deine Mama ist eine Freundin von meiner Mama!" Dudley konnte es einfach nicht in seinen Schädel bringen, dass das Mädchen vor ihm tatsächlich.... so eine war!

"Und?", sagte Hermine. In dem Moment betrat Harry das Wohnzimmer. Überrascht schaute er auf den sich hinter dem Sofa versteckenden Dudley. "Was ist denn hier los? Wo ist Tante Petunia?", fragte er an beide gewandt.

"Och, deine Mutter wollte meiner ihren Garten zeigen - damit wir hier ungestört sind", sagte sie. "Da dachte dein unmöglicher Cousin, er könne zudringlich und frech werden.", erklärte ihm Hermine. Sie war noch immer sauer auf Dudley.

Harry runzelte seine Stirn. "Wie jetzt, zudringlich?", fragte er. Dudley schlotterten die Knie. Er verschwand ein ganzes Stück weiter hinter dem Sofa, wobei es nach vorne rutschte um dem nicht geraden schlanken Jungen platz zu machen. "Dudley", fragte Harry, wobei er ihn eindringlich ansah. "Was hast du Hermine getan?" Seine Stimme war jetzt drohend.

Dudley quickte verängstigt. Und das obwohl wir noch nicht mal einen Zauberstab in den Händen haben... dachte Hermine

In dem Augenblick betraten Petunia und Hermines Mutter das Wohnzimmer. "Wirklich meine Liebe, dein Garten ist wundervoll.", pflichtete Mrs. Granger nun bestimmt schon zum 20igsten Mal bei.

Bei dem Anblick, den die drei boten, blieben die Beiden stehen. Petunia zutiefst erschrocken, Hermines Mutter erfreut.

"Harry, wie geht es Dir?", begrüsste sie fröhlich den schwarzhaarigen Jungen und trat mit ausgestreckter Hand auf ihn zu.

Petunia war sprachlos.

"Äh, ja hallo. Freut mich sie mal wieder zu sehen, Mrs. Granger." Harry drückte Hermines Mutter die Hand.

"Du ... du kennst diesen Bengel?", krächzte Petunia in Richtung ihrer vermeintlichen Freundin.

Mrs. Granger sah Petunia freundlich an. "Aber natürlich. Hermine hat mir schon so viel von Harry und Ron, ihren beiden besten Freunden erzählt. Sie gehen zusammen nach Hogwarts."

"WAS???", kreischte Petunia. Entsetzt sah sie sich nach ihrem Sohn um, ob ihm auch ja nichts passiert ist. Dudley spähte vorsichtig über die Sofalehne.
Nachdem sie sich versichert hatte, dass Dudley noch ganz war, wandte sich Petunia mit funkelnden Augen Hermine zu. "Was hast du meinem süßen Duddy-Schatz angetan, duuuuu ... Ding!", fauchte sie Hermine an.

Hermine zog eine Augenbraue hoch. "Ich ihm? Er wollte sich an mir vergreifen!", gab diese ihr aufgebracht zurück.

"WAS?" Hermines Mutter sah rüber zu dem fetten Jungen. "Was hat dieser unmögliche Bengel dir angetan, Kleines?" Sie war stinksauer.

"Wie nennst du meinen lieben, süßen Kleinen,", kreischte Petunia. Mrs. Granger unterbrach diese harsch: "Dein Sohn ist nichts anderes als ein verfressenes, unhöfliches, Manierenloses, fettes Schwein. Und wenn er es jemals wieder wagen sollte meiner Mine zu nahe zu kommen, dann werde ich ihm so in den Hintern treten, dass er nicht mehr weiß was vorne und was hinten ist! Und verfehlen kann man diesen Hintern ja nun wirklich nicht!"

Sprachlos verfolgten Hermine, Harry und Dudley den Wortwechsel der beiden Frauen. Hermine war vollkommen überwältigt. Das würde meine Mutter für mich tun? Sie war unheimlich stolz auf sie.

"Wie... wie kannst du es nur wagen meinen Sohn zu beleidigen! Trotz das er mit dem da", sie zeigte auf Harry, "aufwachsen musste, ist er ein anständiger, guter Junge geworden. Im Gegenteil zu ihm", wieder deutete sie auf ihren Neffen, "der so dumm ist und den gleichen schlechten Weg wie seine törichten Eltern geht. Er ist genauso wertlos wie sie! Du tätest gut daran, deine Tochter von diesem Unsinn und dem da fern zu halten!", ereiferte sich Petunia.

Petunia war vollkommen erschüttert. Dass ausgerechnet angesehene Leute wie die Grangers eine ... eine gleiche Monstrosität als Tochter hatten, wie ihre Schwester eine geworden war ....

Mrs. Granger sah Petunia mit festem, kalten Blick an. "Harry und meine Tochter sind tausendmal mehr Wert, als es dein Bengel jemals sein wird. Nicht etwa weil sie Zauberer und Hexe sind, nein, weil sie gute Menschen sind, ohne Vorurteile, die sich helfen und mögen. Sie haben liebevolle, freigiebige Herzen. Etwas was dein Dudley niemals haben wird."

Petunia schnappte nach Luft. Harry fand, dass sie wie ein Karpfen aussah. "HINAUS!" Wild fuchtelte sie mit ausgeschtrecktem Zeigefinger Richtung Ausgang. "VERLASSE SOFORT MEIN HAUS UND NIMM AUCH JA DEINE TOCHTER UND DEN JUNGEN DA MIT" VERSCHWINDE!"

Hoch erhobenen Hauptes verliess Mrs. Granger das Wohnzimmer, Hermine und Harry hinterher. Im Vorbeigehen schnappte sich Harry seine Koffer und Hedwigs Käfig. Auf dem Weg zu ihrem Auto grinste Hermines Mutter den beiden Teenager zu. "Na, der haben wir's aber gegeben, ne?" Hermine umarmte ihre Mutter stürmisch. "Du bist die Beste, Mum!"

Harry, der seine Koffer hinterher schleppte, sah den beiden etwas wehmütig zu. Wie schön musste es doch sein, eine Mutter zu haben. Oder einen Vater. Oder einen Paten ... Ach, Sirius, wärst du doch noch hier...

Hedwig, die mit einem Krächzen auf seiner Schulter landete, riss ihn aus seinen trübseligen Gedanken.

Harry stellte seine Koffer und Hedwigs Käfig hinter Mrs. Grangers rotem Auto ab und streichelte Hedwig. Hermines Mutter bestaunte die wunderschöne Eule. "Darf ich?", fragte sie und hob zögernd ihre Hand.

"Klar doch. Sei ja lieb zu ihr, Hedwig", murmelte er seiner Schneeeule zu. Hedwig fiepte, zwickte ihn in sein Ohr und hüpfte dann zu Mrs. Grangers Überraschung auf deren Schulter. Sie lachte herzlich und streichelte vorsichtig Hedwigs Brust und Bauch.


Im Hause Dursley bewegte sich ein Vorhang. Mit undeutbarem Gesichtsausdruck beobachtete Petunia die drei. Wie sehr erinnerte sie das an eine Szene mit ihrer Mutter, Lily und diesem Potter-Jungen! Sie waren damals 3, 4 Jahre älter gewesen. Auch damals hatte sie, genau wie heute, alles hinter einem Vorhang beobachtet. Eifersüchtig war sie gewesen. Und kleinlich. Lily hatte damals zum Haus zurück gesehen. Es war ein trauriger Blick, denn zuvor hatte sie sich noch mit ihrer Schwester gestritten. Missmutig beobachtete sie, wie die Koffer verstaut wurden, sie einstiegen und davonfuhren.

"Mama?"

Mit einer energischen Bewegung zog sie die Vorhänge wieder zurecht, drehte sich zu ihrem Sohn um und lächelte ihn an. "Was hältst du davon, wenn wir ein Eis essen gehen, Schatzi", fragte sie ihren Sohn. Dudley rannte sofort los um sich seine Schuhe anzuziehen. Zu Eis sagte er niemals nein.

Petunia blickte nochmals zum Fenster und sagte leise das, was sie damals schon hätte tun sollen. Denn es war das letzte Mal gewesen, dass sie Lily lebend gesehen hatte.

Leise flüsterte sie: "Leb wohl..."


*tbc*

Jenna
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Beitragvon Jenna » Fr 24 Mär, 2006 16:32

suppperrrrrr FF!!!!!!!! und der neue teil stand den anderen in nichts nach!! ich find das echt super wie du beschreibst wie petunia langsam von den gefühlen ihrer vergangenheit überwältigt wird. Echt klasse!!!
Tomorrow comes. Sorrow becomes his soul mate.
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Sakuya
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Beitragvon Sakuya » Mi 29 Mär, 2006 08:36

Jenna: Danke, fühle mich geehrt :D *knuddel*


Und weiter geht's:


Angriff 4/1



Unterwegs zum tropfenden Kessel

Harry sah nicht zurück. Bequem lehnte er sich zurück in seinen bequemen Sitz. Das Auto der Grangers duftete angenehm, wie er befand. Vorne auf dem Armaturenbrett sass ein Wackel-Schaf. Hermine schimpfte vor sich hin. „Was genau ist denn eigentlich passiert?“, fragte ihre Mutter. Auch Harry wandte sich ihr zu. „Ja, was hat dieser Idiot eigentlich gemacht? Wenn er dir was getan hat, dann mache ich ihn fertig, das weisst du. Wieso hast du mich eigentlich nicht gerufen? Ich hätte dir doch sofort geholfen!“ Harry’s Stimme war immer lauter und aufgeregter geworden. Stirnrunzelnd sah er sie an. Der Gedanke, dass Dudley Hermine angefasst hatte, liess ihm das Herz stocken.

Hermine sah verlegen auf ihre in sich verknoteten Finger. „Naja, äh… es war mir peinlich, dass ich in so eine Situation gekommen bin… und dann auch noch mit deinem Cousin. Und in dem Moment dachte ich eigentlich nur, dass das niemand bemerken darf… ich weiss auch nicht.“ Zaghaft sah sie ihn an. „Häää?“ Harry kapierte es nicht.

„Hm, verstehe… das Problem haben viele Mädchen, wenn sie das erste Mal sexuell belästigt werden. Sie sind mit der Situation überfordert, denken hektisch darüber nach, wie sie da wieder raus kommen und vergessen das naheliegendste: Jemanden um Hilfe zu Rufen. Ausserdem wollen sie meistens nicht, dass jemand davon erfährt, weil sie sich schämen und sich schmutzig fühlen.“ Hermine gaffte ihre Mutter mit offenem Mund an. „Woher weisst du das?“ Ihre Mutter schmunzelte in den Rückspiegel. „Ich wurde, als ich noch Assistentin war, von meinem Chef belästigt. Ich wusste, genau wie du, nicht, was ich tun sollte. Ich erzählte aus Scham und aus Angst, meine Stelle zu verlieren niemandem etwas. Ich versuchte immer, ihm aus dem Weg zu gehen.“

„Und dann?“, fragte Hermine. Auch Harry hörte ihr gespannt zu. Diese Seite der Mädchen-Gefühlswelt war ihm fremd. Es war für ihn unlogisch, dass sie ihn nicht gerufen hatte. Er hatte bisher noch nie über so was nachgedacht. Doch gerade war seine beste Freundin in so einer Situation gewesen! Dudley, dachte er grimmig, warte nur, bis ich wieder nach Hause komme… und ich kein minderjähriger Zauberer mehr bin… dann bist du dafür dran! Ich werde dafür sorgen, dass du nie wieder einem Mädchen was zu leide tun kannst!

Mrs. Granger erzählte weiter. „Eines Tages überraschte er mich in der Medikamentenkammer. Und bedrängte mich.“ Hermine schlug wütend mit der Faust neben sich auf den Autositz. „Was dann?“ - „Nun… dein Vater kam, sah und siegte! Er schlug ihm die Nase zu Brei und brachte mich dazu, ihn anzuzeigen. Leider wollte dieser dann deinen Vater wegen Körperverletzung anzeigen… woraufhin wir uns darauf einigten, dass niemand angezeigt wurde. Aber Jeder wusste nun in der Praxis bescheid…und da es eine Gemeinschaftspraxis war und seine Partner keine schlechte Publicity mochten, schlossen sie ihn aus der Gemeinschaft aus und er verliess uns auf Nimmerwiedersehen. Und dein Vater und ich wurden ein Paar!“

Harry und Hermine klatschten in die Hände. „Gut gemacht!“ - „Dafür werde ich Papa gaaanz fest drücken, wenn ich ihn das nächste Mal sehe!“ - „Geschah ihm recht!“ So tönte es noch eine ganze Weile. Dann bog Mrs. Granger in eine Gasse ab und fuhr langsamer.

„Mum", fragte Hermine überrascht, „musst du noch Besorgungen machen?“ Auch Harry musterte die Umgebung kritisch.

„Aber nein, ich bringe euch direkt zum Tropfenden Kessel, genau nach Anweisungen von Professor Dumbeldore. Er gab mir eine Beschreibung für eine Abkürzung. Du weist doch noch Hermine, was wir immer für Umwege fahren mussten. Ausserdem wollte er, dass wir einen unaufälligeren Weg nehmen… wo ist es denn nur…da vorne müsste er irgendwo sein...“, antwortete diese und versuchte sich angestrengt an diese seltsamen Läden zu erinnern, an denen sie nun vorbeifuhren. Sie runzelte ihre Stirn. Die Gegend sah tatsächlich seltsam aus. Aber sie war sich sicher, dass sie richtig war…Professor Dumbeldore hatte ihr diese Abküzung doch ins Gedächtnis gezaubert…. „Helft mir mal. Als normaler Mensch kann ich nicht erkennen, was ein Zauberergeschäft ist und was nicht. Ihr erkennt sicher etwas, ihr seid ja nicht das erste Mal hier…“ - „Doch Mum, wo immer wie hier auch sind… das da vorne ist nicht der Tropfende Kessel“, sagte Hermine beklommen.

„Und das da“, Harry deutete auf ein paar dunkle, vermummte Gestalten, „sind garantiert nicht Dumbeldore und die anderen Mitglieder des Ordens! Geben sie Gas!“, schrie Harry und klammerte sich aufgeregt an die Stuhllehne des Vordersitzes.

Erschrocken trat Hermines Mutter sofort auf das Gas. Das Auto jedoch reagierte nicht, sondern fuhr weiter in ganz normalem Tempo auf die düsteren Gestalten zu.


Malfoy Manor

Eine edle, dunkle Kutsche fuhr die lange Strasse zum Hauptportal entlang. Der Junge darin döste missmutig vor sich hin. Er hasste diese Kutschenfahrten. „Ein Malfoy reist nicht mit Flohpulver. Ein Malfoy reist mit Style.“, pflegte sein Vater zu sagen. Doch Draco hasste diese lahme Kutsche. In London und auf Muggelstrassen war sie immer als Limousine getarnt. Sobald sie ausser Muggelsicht waren, pflegte der Kutscher den edlen weissen Pferden Flügel zu hexen… sein Vater hatte ja versucht, echte Pegasa zu erwerben, doch das Ministeriumsabteilung zur Einführung von seltenen und exotischen Zauberwesen hatte ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auf diese Art kamen sie immer schnell und sicher an ihr Ziel. Die Kutsche wurde selbstverständlich für die Muggel unsichtbar gehext. Nur das letzte Stück wurde immer auf dem Boden zurückgelegt.

Ein Rütteln liess Draco aufschrecken. [/]Wie ich dieses Ding hasse.[/I] Ärgerlich sah er zum Fenster hinaus. Sie waren vor dem Haupteingang angekommen. Überrascht stellte er fest, dass in dem grossen Gebäude sämtliche Lampen und Kerzen angezündet zu sein schienen.

Rasch sprang er aus der Kutsche und eilte mit grossen Schritten die Stufen zum Eingang hinauf. Die riesige alte Eichentür öffnete sich mit einem lauten Knirschen von alleine. Die Halle war hell erleuchtet.

„Mama? Ich bin aus der Winkelgasse zurück!“, rief der blonde Junge laut. Als keine Antwort kam, stieg er die linke der weitläufigen, auf beiden Seiten vorhanden Treppen zur Balustrade hinauf. Oben angekommen, lauschte er nach allen Seiten. Er war sich nicht sicher, etwas gehört zu haben, dennoch machte er sich auf den Weg zum Empfangszimmer seiner Mutter. Er bog um einige Ecken und hörte sie dann schliesslich etwas rufen. Oder kreischen? Auf jeden Fall hörte es sich für seine sonst so kalte und gefühllose Mutter äusserst ungewöhnlich an. An der Tür, die einen Spalt weit geöffnet war, blieb er stehen und horchte.

„DIFFINDO“ Der Zauber liess ihre Haut, da wo er sie getroffen hatte, reissen. Es tat höllisch weh. Es war nun schon das dritte… oder vierte Mal? Sie wusste es nicht. Würde diese Frau doch nur endlich aufhören, dachte Katharina verzweifelt. Was hat sie nur gegen mich? Sie schien sie abgrundtief zu hassen. „WISO? WAS HABE ICH IHNEN GETAN?“, schrie sie auf, als der Fluch sie ein weiteres Mal traf und ihre Schläfe aufriss. Katharina sah Sterne, ihr drehte alles und sie wollte einfach nur noch, dass es aufhörte. Meinetwegen tötet mich, aber hört auf mich zu quälen! dachte sie erschöpft.

Die blonde Frau kicherte böse. „Nein, nein. Du wirst leiden. Laaaaange leiden, süsse Katharina. Er hatte von IHM den Auftrag dazu, das weiss ich, aber ich werde Dich dafür leiden lassen!!“ Sie liess ein widerliches Lachen hören.

Vor der Tür drückte sich Draco entsetzt an die Wand. Was ist denn da los? So kenne ich Mama ja gar nicht… so wütend… wer ist die Kleine? Katharina... war ihm nicht bekannt. Auch er hätte nur zu gerne gewusst, weshalb seine Mutter so aufgeregt und erzürnt war. Er hatte mehrere Todesser in dem Raum gezählt.

„Raus mit euch! Ich will mit ihr alleine sein! Auch du Bella! Raus!“, knurrte in dem Moment seine Mutter die Todesser an. Rasch sah er sich um. Irgendetwas in ihm drängte ihn dazu, sich ein Versteck zu suchen. Rasch hatte er eines gefunden. Hinter dem Wandteppich hatte es, wie er wusste, eine Nische. Perfekt, dachte er und huschte hinein. Gerade noch rechtzeitig, denn die Todesser verliessen den Raum.

Seine Tante trat als letzte in den Korridor. Wütend schnaubte sie. Ich hasse es, so behandelt zu werden! Dann kicherte sie böse. Andererseits, in Anbetracht dessen, was dieses Mädchen für Narzissa bedeutete…

Mit einer schnellen Handbewegung schloss sie die Tür. Dabei fiel ihr ein Stück Pergament aus einer Umhangstasche. Sie bemerkte es nicht und disapparierte.

Draco trat hinter dem Vorhang hervor, sah sich sorgfältig um und hob das Stück Pergament auf. Er sah es jedoch nicht gleich an. Rasch verzog er sich damit in sein Zimmer, falls seine Tante deren Fehlen bemerkte und wiederkam. Bevor er das Pergament jedoch zurückgab, wollte er wissen, was es war.

Er liess sich auf sein Bett fallen und entfaltete das Pergament. Ein Grinsen huschte über sein hübsches Gesicht. Natürlich, wie hätte es auch anders sein können! Er kramte seinen Zauberstab hervor, tippte das leere Pergament an und Sprach: “Aparecium.“ Nichts geschah. Also keine unsichtbare Tinte. Er überlegte und versuchte es dann mit einem anderen Spruch, den er jedoch nur leise Murmelte. Er hatte ihm mal bei seinem Vater gehört, als er eine Verschlüsselte Botschaft bekommen hatte.

Tatsächlich erschienen Buchstaben, Wörter und ganze Sätze in einer verschnörkelten Handschrift. Zuerst war er verwirrt… Was ist denn das? Weshalb verhext Tante Bella den so was? Er sah nochmals genauer hin und merkte, dass es gar nicht um Pferde ging, wie er zuerst angenommen hatte. Seine Augen wurden immer grösser. Es entsetzte ihn geradezu. Er hatte ja gewusst, dass sie so manche widerlichen Dinge getan hatten, aber DAS? Als er den letzten Eintrag las, zog er scharf die Luft ein.

„NEIN!“ Draco war zutiefst erschüttert aufgesprungen. Wütend zerknüllte das Pergament und schmiss es unter sein Himmelbett. Danach warf er sich wieder auf sein Bett und gab sich die grösste Mühe, das eben Gelesene zu vergessen.


In einer unbekannten Gasse Londons

Hermine griff sich an den Kopf. „Die verdammten Sicherheitszauber!“ - „Aber das macht doch keinen Sinn… Dumbeldore hat doch …“, erwiderte Harry verwirrt.

Hermine schnaufte undamenhaft aus und zog ihren Zauberstab. „Derselbe ‚Dumbeldore’ hat uns auch hierher geschickt… ich befürchte ich bin einem Schwindler aufgesessen! Aber er wusste so viel über Ron und uns… und wie Ron sah er zuerst ja auch aus! Verdammt!“ Wütend rüttelte sie an den Türgriffen, die natürlich nicht aufgingen.

Harry dämmerte es langsam, dass sie direkt in eine Falle getappt waren. Auch er zog seinen Zauberstab. „Und nun?“, fragte Hermines Mutter ängstlich. Sie dachte an die furchtbaren Dinge, die ihre Tochter ihr über diese Todesser erzählt hatte. „Ich kann euch nicht gegen die beschützen!“, rief sie verzweifelt.

„Du wirst sofort wegrennen und dich in Sicherheit bringen!“, sagte Hermine. Ihre Mutter wollte etwas entgegen, doch Harry schnitt ihr das Wort ab.
„Ihr werdet euch beide verziehen. Die Typen sind nur hinter mir her. Hermine ist sehr gut, sie wir Sie beschützen, Mrs. Granger. Ich werde sie aufhalten.“

Hermine schnappte nach Luft und umklammerte ihren Zauberstab fester. „Kommt nicht in Frage, Harry, ich...“ - „Still ihr zwei, wir sind da“, flüsterte Mrs. Granger und griff nach ihrer Handtasche.

Das rote Auto stoppte und eine der dunklen Gestalten trat vor und öffnete die Türen mit einem Schwenk seines Zauberstabes. Der Todesser verbeugte sich spöttisch und deutete ihnen auszusteigen.

„Wie nett“, höhnte er, „Potter, n’ Schlammblutt und ihre Muggelmutter beehren uns.“ Hermines Mutter schob sich vor die beiden Teenager.

„Guten Tag, Sir“, antwortete Mrs. Granger ladylike, zog ihre Hand, die sie unauffällig in ihre Tasche geschoben hatte, hinaus, hielt etwas vor die Nase des Zauberers und… jagte ihm eine volle Ladung Pfefferspray in die Augen. Der Todesser jaulte schmerzerfüllt auf.

Die anderen vermummten Gestalten, waren viel zu perplex, um sofort darauf zu reagieren. Sie hatten auf Harry und Hermine geachtet, die ihre Zauberstäbe umklammert hielten.

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Beitragvon Draco24 » Mo 03 Apr, 2006 18:54

hi sakuya,
kennst mich noch? ich bins die kleene draco...*gg*
also, ich sag auch mal was zu deiner ff....

ich finde es sehr interessant, wie du zwischen den orten wechselst, ohne das es den leser verwirrt. dein schreibstil ist flüssig zu lesen und die story mit hermine und dudley ist ja nun mal hammergeil...*lach*
deine draco

Jenna
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Beitragvon Jenna » Di 04 Apr, 2006 22:14

GEIL GEIL GEIL!!!!!
Und jez bitte weiter!!!!!!!!!!!!!!! :D :D
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Oh Billy...

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