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[HP] Liebe und andere Katastrophen (feddisch)

Haruka blau
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[HP] Liebe und andere Katastrophen (feddisch)

Beitragvon Haruka blau » Fr 21 Okt, 2005 15:54

//EDIT BY HERMIONE: DIESE GESCHICHTE STAMMT NICHT VON HARUkA BLAU SONDERN VON LORELAI!

Kapitel 1 – Die Auswahlzeremonie oder wie alles begann

Die Erstklässler standen aufgeregt in der Großen Halle und betrachteten nervös ihre Schulkameraden! Eine ältere Lehrerin, die sehr streng aussah, rief sie nacheinander auf und setzte sie auf einen Stuhl. Dann bekamen sie einen Hut auf den Kopf, der das zukünftige Haus des jeweiligen Schülers ausrief! Unter den Schülern war auch ein kleines Mädchen mit langen braunen Locken und einem gewinnenden Lächeln. Sie sah sich ängstlich um, da sie bei ihrem Muggle Vater aufgewachsen war, kannte sie sich mit Magie nicht aus! Ihre neu gewonnene Freundin, Lily Evans, war schon eingeteilt worden: Sie war eine Gryffindor und saß nun an einem der vier großen Tische neben zwei anderen Erstklässerinnen.

Das Mädchen betrachtete alle vier Tische, die so genannten Slytherins sahen irgendwie unsympathisch aus, Rawenclaw und Hufflepuff sagten ihr auch nicht wirklich zu, aber Gryffindor ja, da wollte sie hin! „Lorelai Goldsmith!“ Die Lehrerin, Professor McGonagall, hatte sie aufgerufen! Sie nahm all ihren Mut zusammen – was im Moment nicht viel war – und setzte sich hocherhobenen Hauptes auf den Stuhl. „Wen haben wir denn da?“ Sie hörte eine Stimme in ihrem Kopf, war das der Hut? „Was machen wir mit dir? Du bist klug genug für Rawenclaw, in Slytherin würdest du sicher viele Freunde finden…“ Sie war erstaunt, sie wollte auf keinen fall nach Slytherin! Da wurde schon dieser gemeine Junge mit der übergroßen Nase hin gesteckt, der ihr ihren Hut geklaut hatte! „Lieber Gryffindor…“ Dachte sie und hoffte, dass der Hut ihren Wunsch erfüllen würde!

Derweil unten in der Großen Halle… Sirius Black war froh, dass er in Gryffindor war! Sicher, es bedeutete einen Bruch mit der Familientradition, denn außer ihm waren alle Mitglieder der Blacks Slytherin, aber das war ihm egal. Er saß neben James, Remus und Peter, drei Jungen die er im Hogwarts Express kennen und schätzen gelernt hatte. Sie waren alle vier im selben Haus und dieser Severus Snape, mit dem er einen heftigen Streit auf der Hinfahrt gehabt hatte, war in Slytherin! Nun interessierte ihn die Hauswahlzeremonie herzlich wenig, er scherzte mit seinen neuen Freunden über das dämliche Gesicht der anderen Erstklässler und philosophierte über Quidditch. Aber dann, ein Name wurde aufgerufen: Lorelai Goldsmith. Er wusste nicht warum, aber er war fasziniert von ihr. Er sah zu dem Stuhl auf das kleine Mädchen mit den langen braunen Locken und dem süßen Lächeln. Er hoffte dass sie eine Gryffindor wurde, unter dem Tisch drückte er beide Daumen ganz fest…

„Gryffindor!“ Rief der Hut nun laut und an ebendiesem Tisch ging lauter Applaus los. Sie lächelte unsicher als sie sich zu ihren neuen Hauskameraden aufmachte. Neben Lily Evans war nichts mehr frei, da saßen diese beiden arroganten Mädchen, die Lorelai absolut unsympathisch fand. Wo konnte sie sonst noch hin? Da saßen vier Jungen, neben dem mit den schwarzen kinnlangen Haaren war noch etwas frei! Sie fragte schüchtern: „Darf ich?“ Die vier sahen sie überrascht an und nickten dann! „Lorelai, richtig?“ fragte der braunhaarige Junge und streckte ihr die Hand hin. „Ich bin Remus Lupin und das sind Peter, James und dein Nachbar, das ist Sirius!“ Sie nickte jedem von ihnen zu und beglückwünschte sich insgeheim zu ihrer Sitzplatzwahl.

Am Slytherintisch saß Severus Snape neben einem groß gewachsenen blonden Jungen, der ein paar Jahre älter war als er selbst und war eifersüchtige Blicke zu den Gryffindors hinüber. Insgeheim hatte er gehofft, dass das Mädchen in sein Haus kommen würde. Er war fasziniert von ihr, auch wenn er keine Erklärung dafür fand! Er bereute es, dass er so gemein gewesen war und wollte sich gerne entschuldigen. Aber nun saß sie neben diesem arroganten Idioten Black, mit dem er schon im Zug aneinander geraten war! Er hatte seinen kleinen Freund auf dem Kopf stehen lassen, denn er konnte schon jetzt unglaublich viele Flüche. Der Junge neben ihm zeigte sich davon beeindruckt und wollte mehr über seine Fähigkeiten erfahren.

Endlich war der letzte Schüler eingeteilt, die Zeremonie war vorbei und der Direktor, ein alter Zauberer mit langem silbernem Bart stand auf und klatschte in die Hände. „Noch einen Moment Geduld, meine lieben Schüler! Ich möchte noch ein paar Worte sagen, bevor das Essen beginnen kann! Herzlich Willkommen und Willkommen zurück! Viel Spaß, seid fleißig und guten Appetit!“ Er klatschte abermals und auf den Tischen erschien unendlich viel Essen! „Woher kommst du?“ Sirius sah Lorelai neugierig an während er sich alle möglichen Speisen auf den Teller schaufelte. „London.“ Die Jungen lachten, worauf sie ein wenig eingeschnappt den Kopf wegdrehte. Unglücklicherweise war Sirius ihr einziger Nachbar, so dass sie ins nichts starrte. „Nimm es uns nicht übel, wir meinten ob du aus einer Zaubererfamilie stammst!“ Sie grinste ein wenig verlegen, das fing ja gut an! „Ähm, meine Mutter war eine Hexe und mein Dad ist ein Muggle, so nennt ihr doch Menschen die nicht zaubern können, oder?!“ James nickte und lächelte dann. Sie unterhielten sich den ganzen Abend lang blendend und verabredeten sich für den nächsten Tag nach den Unterricht um ein wenig Zauberschach zu spielen, dass Sirius Lorelai beibringen wollte!


Kapitel 2 – Das neue Schuljahr

Fünf Jahre später eilte Lorelai Goldsmith durch die Victoria Station in London! Sie zog ihren Koffer hinter sich her und ihre schöne schwarze Katze Shadow hielt sie unterm Arm. Sie war viel zu spät dran, wie immer… Für drei Dinge war Lorelai, genannt Honey, in Hogwarts bekannt: Ihre guten Noten, ihre Streiche und ihre notorische Unpünktlichkeit. Gleich würde der Zug fahren, zum Glück hatte sie sich von ihrem Dad schon an der Haustür verabschiedet und konnte nun auf ihren viel zu hohen Absätzen ungestört den Bahnsteig hinab rennen. Sie atmete erleichtert auf, da war schon die Barriere zwischen den Gleisen 9 und 10. Sie sah sich einmal um und rannte dann durch die massive Steinmauer.

Auf der anderen Seite erwartete sie das übliche Abreisechaos, Zauberereltern, die ihre Kinder verabschiedeten, Freunde, die sich wieder sahen und Schüler die ihre Haustiere suchten. Sie blickte sich suchend um… irgendwo mussten doch – ja, da waren sie! „Hi Lily, wie geht’s? Wie waren die Ferien?“ Sie hatte ihre beste Freundin und deren nervige Begleiterinnen gefunden. „Bei mir ist alles in Ordnung, ich hoffe bei dir auch? Wir waren zwei Wochen in Nizza, tolle Stadt!“ Maureen verdrehte die Augen und seufzte. „Ich kann nicht verstehen, wie ihr freiwillig unter Mugglen Urlaub machen könnt!“ Lorelai entschied sich, sie einfach zu ignorieren und gab Lily stattdessen eine Umarmung. „Mir geht’s auch gut, mein Dad und ich waren diesmal nicht weg – er musste arbeiten!“ Ihr Vater war Literaturprofessor an einer angesehenen Universität und leitete oft Sommerkurse. „Ich schaue mal bei Sirius vorbei, wir sehen uns!“ Lily warf ihr den typischen verachtenden Blick zu, sie hasste ihre Freunde!

„Hey Süße!“ Es war James – wer sonst? Sie begrüßte Sirius mit einem kurzen Kuss und die anderen drei – Remus, James und Peter - mit einer Umarmung. Gemeinsam stiegen sie ein und suchten sich ein freies Abteil. Remus verabschiedete sich jedoch gleich wieder von ihnen, da er Vertrauensschüler war und als solcher viele Pflichten hatte! Lorelai machte es sich in ihrem Sitz gemütlich und blickte aus dem Fenster, ihre Katze hatte sie auf dem Schoss und kraulte sie sanft hinter den Ohren. „Stell dir vor, Padfoot ist wieder einmal ausgezogen!“ James grinste während sein Freund das Gesicht zu einer gequälten Grimasse verzog. „Schon wieder?“ Lorelai war das gewöhnt, jedes Mal in den Ferien stritt Sirius sich mit seiner gesamten Familie und wurde dann heraus geworfen! Zum Glück hatte er James oder sie, bei denen er dann unterkommen konnte. „Diesmal sind sie zu weit gegangen! Ich setze meinen Fuß nie wieder über die verdammte Türschwelle! Aber reden wir von etwas anderem, ja?“

Sirius wollte nicht zugeben warum er sich diesmal mit seiner Mutter gestritten hatte! Es ging – wie so oft – um Lorelai, seine Freundin die er über alles liebte, die aber ein Halbblut und somit nicht akzeptabel für seine Familie war. Ihm war es egal, er legte ohnehin nicht viel Wert auf die Meinung seiner Eltern, besonders seit sein jüngerer Bruder Regulus nach Slytherin gekommen war. Er hatte seine Freunde und das reichte ihm vollkommen! Honey verstand offensichtlich, dass er nicht darüber reden wollte und wechselte das Thema. Während sie von ihren sterbenslangweiligen Ferien erzählte schenkte Sirius ihr ein dankbares Lächeln, das sie erwiderte.

Nach einer Weile kam Remus zurück ins Abteil, er sah Lorelai grinsend an und sagte dann: „Frank hat gerade mit Stanley eine Wette abgeschlossen! Er glaubt, dass er in diesem Jahr mit dir ausgehen wird und hat darauf sogar 20 Sickles gesetzt.“ Honey quittierte diese Neuigkeit mit einem Grinsen, sie fand solche Sachen meistens ziemlich amüsant! Aber sie war ein wenig verwundert über die Wettpartner. „Meinst du Frank Longbottom und unseren kleinen Stanley?“ Remus nickte, Frank war in ihrem Jahrgang und eigentlich ein netter aber ein wenig schüchterner Kerl. „Du hörst du es, Padfoot, du hast ernsthafte Konkurrenz!“ James grinste seinen besten Freund ein wenig boshaft an und bekam dafür einen Tritt vor das Schienbein verpasst. „Wenigstens laufe ich keinem Mädchen hinterher, das mich nicht einmal bemerken würde, wenn ich der letzte Junge auf der Welt wäre!“ Remus verdrehte nur die Augen: „Geht das schon wieder los?“ Lily Evans war James Schwarm, das einzige Problem war, sie konnte ihn nicht leiden und das war ein wunder Punkt bei Prongs.

Die Fahrt verging relativ ereignislos, bis auf Snape, der irgendwann in das Abteil stolperte und sofort einen Fluch an den Hals bekam! So musste Snivellus den restlichen Weg bis nach Hogwarts als Schwein verbringen, aber er war ja selber Schuld gewesen. Er hatte sich über Remus lustig gemacht und da verstanden die Freunde keinen Spaß! Wahrscheinlich mussten sie dafür nachsitzen, aber das nahmen sie alle gelassen in Kauf. Peter protestierte zwar ein wenig, da er nicht gleich am Schuljahresanfang Ärger haben wollte, doch er wurde überstimmt! Moony schüttelte über seine Freunde nur den Kopf, er war dieses Verhalten schon lange gewöhnt und machte sich nicht die Mühe sich zu beschweren. Außerdem war ein fast ein bisschen gerührt, dass sie seinetwegen einen Streit anfingen und jede Menge Ärger in Kauf nahmen.

„Hogwarts, da sind wir wieder!“ Potter sprang als erster aus dem Wagon auf den Bahnsteig, dicht gefolgt von seinen Freunden. „Hoffentlich nervt mich Slughorn nicht schon wieder mit seinem Slug Club!“ Der Zaubertrankmeister bat Lorelai jedes Jahr wieder in seinen kleinen Vertrauenskreis zu kommen, wogegen sie sich hartnäckig und bisher erfolgreich wehrte! Sie wusste besseres mit ihren Abenden anzufangen als mit einem Lehrer Tee zu trinken. Zum Beispiel eine kleine Tour an Vollmonden, wenn sich Remus in einen Werwolf verwandelte und seine Freunde mit ihm durch den Wald streiften.

Sie setzte sich mit den anderen Marauders in eine Kutsche und ließ sich zu dem gewaltigen Schloss fahren! „Kannst du mir einen Gefallen tun?“ Sirius warf ihr seinen besten Dackelblick zu, was Honey nur mit einem Grinsen quittierte. „Kommt ganz darauf an, was es ist…“ Peter sah zwischen den beiden hin und her. „Warum bist du so schnippisch?“ Lorelai seufzte und antwortete ein wenig genervt: „Das letzte Mal als mich unser Mr. Black um einen Gefallen gebeten hat, habe ich mich in einen Banshee verwandelt! Ich musste drei Tage auf der Krankenstation verbringen!“ James grinste, er konnte sich noch gut an dieses Ereignis erinnern. Sirius und er wollten ein Elixier zusammen mischen und hatten Lorelai gebeten es zu testen. Später stellte sich heraus, dass sie ein bisschen zuviel Flussgras hinzugefügt hatten! „Du bist doch nicht immer noch wütend, oder? Es war ein Unfall!“ Lorelai verdrehte die Augen und warf einen Schokofrosch nach ihrem Freund. „Worum geht’s denn diesmal?“

James und Sirius grinsten verschwörerisch, das konnte nichts Gutes bedeuten! „Na ja,
du könntest doch Lily auf die nächste Party einladen!“ Remus schüttelte nur verständnislos den Kopf und vergrub die Nase in einem seiner Bücher. „Lily Evans? Sie wird nicht kommen, wenn Prongs da ist!“ James drehte seinen Kopf und begann beleidigt aus dem Fenster zu starren! „Du weißt, dass sie dich nicht leiden kann! Aber ich frage sie trotzdem…“ Natürlich würde Lorelais beste Freundin nicht kommen, sie brach keine Regeln und war so gut wie immer verantwortungsbewusst. Also das ganze Gegenteil von Honey, die das Chaos in Person war und die meisten ihrer Nächte bei McGonagall zum Nachsitzen verbrachte. Trotzdem hatten sich die beiden schon auf der ersten Zugfahrt nach Hogwarts angefreundet und waren bis heute unzertrennlich geblieben!

Ein paar Minuten später gingen die Fünf in die Große Halle, die schon festlich beleuchtet und geschmückt war. Überall schwebten Kerzen, Girlanden und an den Wänden standen bunte Teelichter, die dem Raum einen warmen roten Schimmer verliehen. Als sie sich an den Gryffindor Tisch setzten, warf Remus einen sehnsüchtigen Blick zu der Rawenclaw Tafel. „Ich kann nicht glauben, dass du sie immer noch nicht angesprochen hast!“ Drei kichernde Mädchen saßen nebeneinander, eine davon hatte umwerfendes blondes Haar und eisblaue Augen: Charlotte, Moonys heimlicher Schwarm. Er wollte seit ungefähr einem Jahr mit ihr ausgehen, traute sich jedoch nicht, sie auch nur zu begrüßen, geschweige denn sie um ein Date zu bitten. „Wen soll ich ansprechen? Ich habe nur nach… ähm… Professor McGonagall gesucht!“ Er wurde rot und blickte betreten auf seinen Teller. Remus hatte Angst sie anzusprechen, er war immerhin ein Werwolf und wollte seine Freundin nicht anlügen! Andererseits war es zu gefährlich, jemandem außerhalb der Marauders die Wahrheit zu sagen, so steckte er in einem ewigen Zwiespalt.

Lorelai sah sich um, die Tische füllten sich langsam und auch Severus schlich sich hinein. Er hatte seine alte Gestalt wieder, nicht gerade eine Verbesserung wie Lorelai fand! Er unterhielt sich mit einem Jungen, Regulus Black! Sirius würde es nicht gefallen, wenn er von dieser Freundschaft erfuhr, also beschloss sie ihn darüber im Unklaren zu lassen. „Wann findet die Party eigentlich statt?“ Padfoot erschrak fürchterlich, seine Freundin machte das immer! Plötzlich tauchte sie in seinem Kopf auf und sprach mit ihm. Er hatte sich daran gewöhnt, aber ab und zu versetzte es ihm doch einen Schock.

„In zwei Tagen, wir müssen noch einiges organisieren!“ Er musste zugeben, es hatte seine praktischen Seiten. Sie konnten sich ungestört unterhalten, egal wo sie gerade waren und wer versuchte sie zu belauschen. „Sehr gut, ich versuche Lily zu überzeugen. Sie muss einfach kommen!“ Er wollte etwas erwidern, aber McGonagall brachte den sprechenden Hut und setzte ihn vor die Schüler. So gleich begann der sein Lied zu singen, dass jedes Jahr ein neues war und die Große Halle lauschte gebannt. Er sang von einer sich nähernden Gefahr und davon, dass Zusammengehörigkeit wichtig war. Danach holte die Lehrerin ihre lange Namensliste hervor und rief einzelne Kinder auf.

Severus Snape grollte still vor sich hin! Er hasste die Marauders, besonders Potter und Black. Sie hatten ihn ein Schwein verwandelt und erst Regulus hatte ihn gerettet! Er würde es ihnen heimzahlen, irgendwann. Er wusste nur noch nicht wie, aber er kannte eine große Auswahl Flüche und würde die gegen seine Erzfeinde einsetzen. Etwas baute ihn auf, Regulus Black hatte ihm seine Hilfe versprochen und auch einige seiner anderen Kameraden wollten den Gryffindors die eine oder andere Sache heimzahlen. Zu Snapes Bedauern hatte Lucius Malfoy Hogwarts schon verlassen, er war ein wahrer und guter Freund gewesen und noch dazu ein einflussreicher! Snivellus ließ seinen Blick über den verhassten Gryffindor Tisch schweifen, da saß Goldsmith neben Black und amüsierte sich königlich. Er traute sich nicht, sie anzusprechen, sie war immerhin das beliebteste Mädchen der Schule und außerdem eine der Marauders. Aber irgendwann würde sie erkennen, dass er viel besser war als diese aufgeblasenen Vollidioten, da war er sich sicher.

Die Zeremonie war vorbei, Dumbledore stand auf und klatschte in die Hände, alles war wieder still. „Willkommen in der Schule und willkommen zurück. Ich möchte nur noch eine kurze Bekanntgabe machen: Dieses Jahr sind die Hogsmeade Wochenenden für alle Schüler verboten! Da es einige mysteriöse Todesfälle…“ Bei diesem Wort ging ein Raunen durch die Halle, man hörte ängstliches Getuschel und der Direktor musste lauter sprechen um noch gehört zu werden. „…einige Todesfälle gegeben hat, hat das Lehrerkollegium einstimmig beschlossen diese Aktivitäten in diesem Jahr zu streichen. Es ist nur zu eurer Sicherheit und ich hoffe ihr respektiert dieses Verbot.“ Er sah James und seine Freunde eindringlich an, die grinsten nur unschuldig und so eröffnete er das große Essen.

„Was meinst du, was hat das zu bedeuten?“ James zuckte nur mit den Schultern. „Mensch Moony, vielleicht gar nichts! Warum hat bei dir immer alles einen tieferen Sinn?“ Remus lächelte entschuldigend, so war er eben. „Er hat gar nicht mal so unrecht, wisst ihr?! Wir sollten uns mal ein wenig umsehen, ihr versteht?“ Lorelai grinste, dabei funkelten ihre Augen genauso hell wie die Sterne an der Decke der Großen Halle. Sie liebte Abenteuer, besonders die verbotenen und würde sich diese Gelegenheit wohl kaum aus dem Kopf schlagen. „Es ist zu gefährlich, Dumbledore hat gesagt…“ Peter wurde unsanft von Sirius unterbrochen. „Mach dir nicht ins Hemd! Du kannst ja hier bleiben, wenn du dich nicht traust!“ Das hatte gesessen, Peter schlang seinen letzten Bissen Steak herunter und fauchte dann: „Natürlich traue ich mich! Ihr werdet schon sehen!“ Die anderen grinsten sich schelmisch zu, sie wussten was für ein Feigling Peter Pettigrew war.

Später in dieser Nacht im Gemeinschaftraum saßen sie noch zusammen und überlegten wie sie am Besten nach Hogsmeade kommen sollten. Da kamen Lily und Maureen lachend herein und betrachteten die Fünf. „Hi Sirius, wie geht’s?“ Maureen lehnte sich vor und klimperte ihm mit ihren Wimpern zu. Der sah sie gar nicht, er war zu beschäftigt mit der Marauders Karte. „Lily, wie waren die Ferien?“ James bemühte sich so freundlich wie möglich zu klingen, doch seine Angebetete warf ihm einen vernichtenden Blick zu und sagte dann: „Gute Nacht Lorelai, wir gehen ins Bett!“ Sie packte Maureen am Arm und zog sie die Treppe hinauf. „Was hat sie nur gegen mich?“ James blickte hilflos in die Runde, jeder wich ihm aus. Die Wahrheit war, sei hatten nicht genug Zeit all die Gründe aufzuzählen, warum Lily ihren Freund nicht leiden konnte. Wenigstens hatten sie einen Plan entwickelt, wie sie unbemerkt nach Hogsmeade und zurückkommen konnten!

Kapitel 3 – Ernste Gespräche

Die ersten beiden Schulwochen waren vergangen und keiner der Freunde hatte eine Möglichkeit gefunden, unbemerkt nach Hogsmeade zu verschwinden und die Ermittlungen aufzunehmen. Die Sicherheitsvorkehrun gen waren beinahe unüberwindbar, Filch patrouillierte jeden Abend auf den Gängen und im Verlies, die Lehrer begleiteten die Schüler zwischen den einzelnen Klassen und McGonagall war jeden Abend im Gryffindor Gemeinschaftsraum! Selbst mit James Tarnumhang und der Marauders Karte konnten sie sich nicht davonstehlen, ihr Verschwinden wäre sofort bemerkt worden. Sie mussten sogar die traditionelle Party zum Schulstart verschieben, was Prongs ganz besonders störte. Er hatte schließlich auf eine Gelegenheit gehofft, Lily anzusprechen und die war nun - fürs erste zumindest - ins Wasser gefallen.

Remus dagegen hatte ganz andere Sorgen, bald war wieder Vollmond und er wollte auf die Gesellschaft seiner Freunde ungern verzichten. Er konnte sich aber auch nicht vorstellen, dass Dumbledore ihren nächtlichen Ausflug erlaubte! Es waren nur noch wenige Tage bis zu dem berüchtigten Datum und er wurde immer blässer. Langsam begannen die Kopfschmerzen wieder, es würde nun immer schlimmer werden bis er es kaum noch aushielt und dann endlich, an Vollmond, würde es vorbei sein! Na ja, wenigstens für eine kurze Weile! Er konnte sich schlecht konzentrieren, da er das Gefühl hatte, sein Kopf würde zerspringen und ihm speiübel war! „Mr. Lupin?“ Auch das noch, er hatte natürlich nicht zugehört und konnte nun die Frage nicht beantworten. Er wurde rot und begann zu stottern, etwas das ihm immer passierte, wenn er nervös wurde! Die ganze Klasse drehte sich nach ihm um, einige warfen ihm aufmunternde Blicke zu, während die Slytherins, mit denen sie Verwandlung hatten, hämisch grinsten.

„Nun gut, dann eben… Ms. Goldsmith?“ Lorelai hob den Kopf und biss sich auf ihre Unterlippe, eine für sie typische Geste wenn sie nicht weiter wusste. „Ich bin sicher, sie haben eine wirklich gute Frage gestellt, Professor. Es macht es ihnen doch sicher nichts aus, diese zu wiederholen.“ Die Klasse begann zu lachen, was McGonagall weniger lustig fand. Mit einem leicht säuerlichen Ausdruck wiederholte sie ihre Frage noch einmal. „Ach so, ich dachte schon es wäre etwas Schwieriges…“ Lorelai hob ihren Zauberstab und wedelte mit diesem einmal lässig und mit gelangweiltem Gesichtsausdruck. Sofort begann sich die kleine Holzkiste vor ihr in einen Vogel zu verwandeln, der auf den Hut der Lehrerin flog und es sich dort fröhlich zwitschernd gemütlich machte. McGonagall war kurz davor eine Strafarbeit zu verteilen, sie öffnete schon den Mund um der kichernden Klasse Punkte abzuziehen, da öffnete sich die Türe und ein leicht rundlicher Mann mit pausbäckigem Gesicht kam herein. „Edward, was führt sie denn her?“

Edward Nicholas war der neue VgdDK Lehrer und bei den meisten Schülern nicht sonderlich beliebt. Er war zwar immer freundlich, verteilte aber unmäßig viel Hausaufgaben und hatte von seinem Fach absolut keine Ahnung. „Professor Dumbledore schickt mich, ein gewisser Remus Lupin soll auf der Stelle zu ihm kommen!“ Er sah sich suchend um und als Moony aufstand um hinauszugehen fügte er leise hinzu: „Wohl wieder was ausgefressen, oder?“ Remus ignorierte ihn und ging rasch nach draußen. Er konnte sich schon vorstellen, worum es in dem Gespräch ging und er hoffte auf nicht allzu schlechte Nachrichten.

„Nur herein!“ Remus kannte das Passwort für Dumbledores Wasserspeier, Sirius hatte es ihm verraten. Das war einer der Vorteile ein Marauders zu sein, einer der Freunde kannte immer den Code, denn einer von ihnen war garantiert immer bei einem ernsten Gespräch mit dem Direktor! So trat Moony, nachdem er höflich geklopft hatte, in das Büro des Professors und sah sich staunend um. Er war schon oft hier gewesen, aber es überraschte ihn immer wieder! „Setz dich doch. Ich nehme an, du weißt warum du hier bist?“ Er nickte unsicher und setzte sich auf den bequemen Stuhl gegenüber Dumbledores Schreibtisch. Der lächelte ihn freundlich an und lehnte sich in seinem eigenen Sessel zurück. „Ich muss dich bitten, dich bei deiner nächsten Verwandlung ausschließlich in der Hütte aufzuhalten.“ Remus fühlte, wie sich ein Knoten in seinem Bauch breit machte. „Es ist zu deiner eigenen Sicherheit, überall gibt es Auroren, die dich vielleicht für den Verursacher dieser schrecklichen Morde halten. Außerdem kann ich es nicht erlauben, dass deine Freunde dich in die heulende Hütte begleiten. Es ist einfach zu riskant!“

Remus nickte und spürte wie sich Tränen in seinen Augen sammelten. Er hasste es allein zu sein wenn er sich verwandelte, mit seinen Freunden war es noch erträglich, aber so? Trotzdem wollte er Dumbledore nicht widersprechen, er kannte ihn zu gut um es zu versuchen. Der Direktor würde ein dieser Angelegenheit kein aber erlauben und so versuchte es Moony erst gar nicht. Stattdessen stand er auf und verabschiedet sich von Dumbledore. Wie betäubt ging er die Treppe zu der Großen Halle hinunter, unten waren sie schon beim Essen. Sie warteten auf ihn und planten schon den nächsten Streifzug. Er wollte ihnen nicht sagen, dass es kein nächtliches Abenteuer geben würde, aber musste!

„Das kann nicht sein ernst sein?“ Remus hatte es seinen Freunden erzählt, die starrten ihn nun alle fassungslos an. „Es muss wirklich schlimm sein, wenn er uns sogar das verbietet!“ James schüttelte nur den Kopf und Sirius trommelte mit seinen Fingern auf dem Tisch. Lorelai beschäftigte etwas anderes, Dumbledore hatte gesagt, dass die Morde das Werk eines Werwolfes seien konnten und das bedeutete, sie waren wirklich grausam! Wer sonst könnte so etwas tun? Es war wohl wieder einmal Zeit für einen Besuch bei Hagrid, nur wie sollte sie heraus kommen? „Mach dir nichts draus, Moony, beim nächsten Mal sind wir wieder dabei: Versprochen!“ Sie lächelte ihn aufmunternd an und alle anderen stimmten sofort zu.

Inzwischen war es Abend und McGonagall saß auf einem Sessel neben dem Kamin, ihre Schüler spielten Zauberschach oder machten Hausaufgaben. James und Sirius mussten Nachsitzen, weil sie in der ersten Stunde zu spät kamen und würden später von Slughorn persönlich im Gryffindor Turm abgeliefert werden. Remus lernte und Peter schrieb einen Brief an seine Mutter, also saß Lorelai neben Lily in einem der Sofas und unterhielt sich mit ihr. „Ich kann es einfach nicht verstehen, bitte hilf mir. Du bist klug und hübsch, du könntest jeden haben, warum ausgerechnet ihn?“ Honey verdrehte ihre Augen und seufzte tief. „Ich weiß gar nicht was du gegen Sirius hast!“

Ihre Freundin schnaubte nur, beließ es aber dabei. „Sag mal, was hälst du eigentlich von Josh?“ Sie sprach über einen der Rawenclaw Sucher, auf den sie schon vor den Ferien ein Auge geworfen hatte. „Nicht mein Typ – viel zu nett und brav! Aber für dich…“ Sie ließ das Satzende absichtlich in der Luft hängen. Eigentlich verstand sie auch nicht, warum Lily sich nicht einfach eingestand, dass sie in James verliebt war, anstatt sich ständig neue Freunde zu suchen! Nun begann Evans über die Vorzüge des Jungen zu schwärmen, aber Goldsmith hörte ihr nur halb zu, sie sah wie Filch Padfoot und Prongs hereinbrachte und ohne ein Wort wieder ging. Die beiden gingen lachend nach oben in den Schlafsaal, woraufhin Peter auch aufsprang und ihnen folgte. „… und außerdem hat er ein umwerfendes Lächeln, findest du nicht auch?“ Lily blickte sie erwartungsvoll an und Lorelai beschloss, ihr den Gefallen zu tun. „Ja, er ist toll, dein Josh.“ Nichts anderes wollte ihre Freundin hören, sie stand zufrieden auf und gähnte herzhaft. „Ich gehe ins Bett, du auch?“ Honey nickte, sagte noch schnell Remus eine Gute Nacht und ging dann mit ihrer Freundin die Treppe nach oben.

„Hab dich vorhin mit Evans gesehen, was habt ihr denn geredet?“ Lorelai lag im Bett, der Schlafsaal war schon dunkel und so bemerkte niemand ihr Lächeln. „Ach, Weiberkram. Wie war das Nachsitzen?“ Sie liebte diese kleinen Gespräche in den Gedanken, Lavität war doch einfach wunderbar! Sirius hatte es von ihr in ihrem dritten Jahr in Hogwarts gelernt und inzwischen waren beide gut genug um sich auch über längere Entfernungen miteinander zu unterhalten. „Filch hat uns Pokale polieren lassen, wahnsinnig spannend! Wir müssen irgendwie herausfinden, was in Hogsmeade los ist!“ Lorelai blickte zum Fenster, in Hagrids Hütte brannte noch Licht, wie sei es gehofft hatte. „Ich bin schon dabei…“ Sie warf ihre Bettdecke zur Seite und stand auf. Lautlos tapste sie durch den Raum zu dem Fenster und öffnete es ebenfalls geräuschlos. „Was soll das heißen?“ Sirius klang misstrauisch und – wie sie ein wenig zufrieden feststellte – besorgt. „Sieh doch einfach aus dem Fenster!“

Lorelai konzentrierte sich und verwandelte sich einen Augenblick später! Hätte sie jemand beobachtet, hätte er gesehen, wie sie die Gestalt eines schneeweißen Falken angenommen hatte, der jetzt elegant aus dem offenen Fenster schwebte und vor dem Jungen Turm wieder landete. Sie zwinkerte Sirius zu, der sie kopfschüttelnd ansah und flog dann über die Ländereien vom Hogwarts zu Hagrids Hütte. Auf der Türschwelle sah sie sich um und als niemand in Sicht war, nahm sie wieder ihre menschliche Gestalt an. Sie klopfte zweimal an der Tür des Wildhüters, der erst nur einen Spalt öffnete, bis er sah, wer es war.

„Ich habe dich schon vermisst, Honey. Was machst du denn jetzt hier? Es ist doch verboten… Wie bist du überhaupt aus dem Schloss gekommen?“ Sie grinste und drängte sich hinein. „Das lass mal meine Sorge sein, Ich wollte dich eben besuchen!“ Sie ließ sich auf einen der Stühle fallen und begann Fang der sofort zu ihr kam zu streicheln. Sie unterhielten sich eine Weile über die Ferien und den Verbotenen Wald und endlich kam die Sprache auf die gestrichenen Wochenenden. „Was ist denn eigentlich los? Ich habe nur von einem Mord im Dorf gehört.“ Lorelai bemühte sich, möglichst beiläufig zu klingen und nahm einen großen Schluck Tee.

„Mord? Nein, da hast du etwas falsch verstanden!“ Hagrid lächelte ein wenig hilflos, aber an dem Ton seiner Stimme konnte man erkennen, dass Lorelai mitten ins Schwarze getroffen hatte. „Aber warum dürfen wir dann nicht nach Hogsmeade?“ Bald hatte sie den Wildhüter so weit, er konnte Geheimnisse nicht gut für sich behalten und verplapperte sich schnell. „Willst du so enden wie Collins oder Forester? Es war schrecklich… was sage ich denn da?“ Er biss sich auf die Lippen und starrte stumm auf seine Tasse. „Was ist denn mit ihnen passiert?“ Es war ehrliche Anteilnahme und unglaublich große Neugier. Sie wollte unbedingt wissen, was passiert war! „Nun ja, sie… sie wurden ermordet… Aber keine Sorge, hier seid ihr sicher… Er, dessen Name nicht genannt werden darf, traut sich nicht nach…“ Er brach wieder ab und wurde rot im Gesicht. Lorelai jubelte innerlich, das waren die ersten nützlichen Informationen! Die Lehrer dachten also Voldemort steckten dahinter! „Du solltest jetzt besser gehen, es ist spät!“ Es war klar, dass Hagrid sie loswerden wollte bevor er noch mehr verriet.

Sie nickte, verabschiedete sich und trat nach draußen. Lorelai sah sich nervös um, aber es war niemand zu sehen. Sie verwandelte sich und flog hoch über dem Schloss, sauste durch die Höfe und über die Türme, sie liebte es einfach zu fliegen, egal in welcher Form! Fast wäre sie gegen Filch gestoßen, im letzten Moment wich sie dem unfreundlichen Hausmeister aus und flüchtete sich durch einen offenen Gang. Schließlich flog sie Richtung Mädchenschlafsaal und landete auf dem Fensterbrett. Drinnen war niemand zu sehen, also nahm sie wieder ihre menschliche Gestalt an und legte sich zufrieden lächelnd ins Bett.

Kapitel 4 – Eine außerordentliche Vertretung

„Wenn ich es doch sage, genau das hat mir Hagrid erzählt!“ Zischte Lorelai am nächsten Tag beim Frühstück zu ihren Freunden. Die anderen sollten sie nicht hören und so hatten sie sich etwas abseits von den anderen gesetzt. „Voldemort… Ich kann nicht glauben, dass er in Hogsmeade ist! Das ist viel zu nahe an Dumbledore.“ James wirkte skeptisch und Peter war ein paar Zentimeter in seinem Stuhl zurück gerutscht. „Ich weiß, es klingt verrückt. Aber das scheinen alle zu…“ Weiter kam sie nicht, denn McGonagall kam aufgeregt in die Halle und flüsterte Dumbledore etwas zu. Der sprang wie vom Donner gerührt auf und klatschte in die Hände. „Liebe Gryffindor und Slytherin Schüler, wie ich eben erfahren habe, fällt der Unterricht in VgdDK für die 6. Klasse heute aus. Bitte begeben sie sich umgehend in den Gemeinschaftsraum und warten bis sie die Lehrkraft für ihre nächste Stunde abholt!“ Alle sahen sich verwirrt an und leisteten der Bitte Folge.

Professor Slughorn führte sie in den Gryffindor Turm, danach brachte er die Slytherins in ihren Gemeinschaftsraum und Dumbledore verließ, gefolgt von einer sichtlich verstörten McGonagall die Halle. „Was meint ihr, was soll das?“ Remus blickte seine Freunde der Reihe nach an, aber keiner hatte eine Ahnung. „Ob Nicholas etwas passiert ist?“ Peter sah sich ängstlich und misstrauisch um. „In Hogwarts? Das glaube ich nicht!“ James hatte sich einen Snitch geschnappt und spielte nun mit ihm, indem er ihn immer wieder wegfliegen ließ um ihn kurze Zeit später lässig mit einer Hand zu fangen. Die Mädchen beobachteten ihn kichernd, bis auf Lily Evans, die betont in die andere Richtung sah.

„Ich denke, ich lege mich noch eine Stunde hin.“ Sagte Lorelai laut und zwinkerte ihren Freunden spielerisch zu. Die verstanden und grinsten alle – bis auf Sirius. Der sah sie ernst an und schickte ihr eine Warnung. „Pass auf dich auf, Süße!“ Sie nickte und drückte ihm einen sanften Kuss auf den Mund. Dann rannte sie lächelnd nach oben, schloss die Türe hinter sich und rannte zum Fenster. Wo war Nicholas Zimmer gewesen? Sie öffnete das Fenster und verwandelte sich wieder einmal.

Kurze Zeit später landete ein Falke auf dem glücklicherweise gekippten Fenster von Mr. Nicholas und sah nach drinnen. Dort waren McGonagall, Filch und Dumbledore. „Er kann nicht einfach verschwinden!“ sagte der Hausmeister in einem grimmigen Ton. „Er wollte nach Hogsmeade…“ Die Professorin sah sich besorgt um und betrachtete den leeren Schreibtisch und den offenen, ebenfalls geleerten Schrank. „Minerva, sie glauben doch nicht immer noch diese absurde Theorie von Voldemort?“ Der Direktor lächelte vorwurfsvoll und legte seiner Kollegin beruhigend die Hand auf die Schulter. „Aber zwei Menschen sind definitiv tot, wenn ich sie daran erinnern darf. Forester war so schlimm zerkratzt, man konnte ihn nur mit Mühe identifizieren und dann sind da noch all die mysteriösen Vermissten. Das geht nicht mir rechten Dingen zu!“ Lorelai schluckte hart und spürte das Adrenalin durch ihre Adern fließen.

„Fakt ist, er ist weg und er kommt auch nicht wieder – wie man sieht!“ Filch schien über diese Tatsache nicht unbedingt traurig zu sein. „Aber warum hat er all seine Sachen mitgenommen?“ Minerva sah sich hilflos um und ihr Blick fiel fast auf Lorelai, die im letzten Augenblick zur Seite rutschte. Das war knapp gewesen… „Er hat an etwas gearbeitet, nicht wahr, Albus?“ McGonagall sah den Direktor eindringlich an, der schien zu überlegen, was er ihr anvertrauen konnte. „Nun ja, das ist richtig. Er hat für mich über etwas… recherchiert. Aber das ist für niemanden von Nutzen, abgesehen von mir! Wir sollten die Schüler nicht beunruhigen. Mr. Nicholas ist wegen einem Todesfall in der Familie abgereist und die Vertretung wird eine fähige Kraft übernehmen!“ Die drei verließen den Raum und so blieb Lorelai nicht anderes übrig als ebenfalls zurück zufliegen.

„Und? Was hast du herausgefunden?“ Sirius sah seine Freundin neugierig an, als sie wieder die Treppe herunterkam. Zum Glück konnte sie niemand hören, denn der Gemeinschaftsraum war voll und das konnte gefährlich werden. „Nichts gutes, Nicholas ist verschwunden und niemand weiß wohin.“ Auf dem Weg durch das Zimmer bis zu dem Kamin, an dem die Marauders saßen, schilderte sie ihm alles, was sie gesehen und gehört hatte. Schließlich blieb sie vor den vier Jungen stehen und seufzte. „Ihr tut es schon wieder, oder? Lasst es, ich hasse das!“ James regte sich immer furchtbar über Honey und Sirius auf, die in ihrem Gedanken sprachen. „Sorry, ihr wollt es wirklich wissen?“ Als sie nickten, bekamen auch sie die Geschichte erzählt.

Aber sie kamen nicht mehr dazu sich auszutauschen, denn Slughorn und die Slytherins kamen wieder und gemeinsam gingen sie in das Verlies. Die Stunde verbrachten sie wie auf heißen Kohlen, sie glaubten beim Mittagessen die Vertretung für Nicholas zu sehen und konnten es kaum erwarten. Lorelai, die neben Lily saß, war ganz hibbelig und konnte sich kaum konzentrieren, weshalb sie fast einige gravierende Fehler gemacht hätte. „Was ist denn los mit dir?“ Fragte ihre Freundin schließlich verwundert, doch sie zuckte nur mit den Achseln. Was sollte sie sagen? Ich warte auf die Vertretung für unseren verschwundenen Lehrer, wovon ich offiziell aber gar nichts weiß?

Zu ihrer Enttäuschung war beim Mittagessen keine neue Person anwesend, genauso wenig beim Abendessen und in den nächsten Tagen. Schließlich war es wieder soweit, VgdDK stand an und sie hatten immer noch keinen unbekannten Lehrer gesehen! Missmutig gingen sie zusammen, begleitet von McGonagall, zu ihrem Klassenzimmer und warteten dann drinnen. Lorelai saß neben Sirius und James, da es hier nur Dreiertische gab und Lily sich mit Maureen und Cathy zusammengetan hatte. „Was meint ihr, wer ist es?“ James war inzwischen wirklich richtig nervös und kippelte auf seinem Stuhl hin und her. Fast wäre von ebendiesem gefallen, als er den Lehrer sah!

„Überrascht, Mr. Potter? Nun, wenn sie sich aufgerichtet haben, können wir beginnen.“ Dumbledore war höchst amüsiert über die Reaktion seiner Schüler, von denen ihn die meisten mit offenem Mund anstarrten oder leise flüsterten. „Ich habe beschlossen ihren Unterricht selbst in die Hand zu nehmen, wenn sie nichts dagegen haben.“ Der Direktor drehte sich um und schrieb einige Zeilen an die Tafel. „Wer kann mir sagen, zu wem diese Eigenschaften gehören?“ Er blickte aufmerksam in die Klasse, aber niemand wusste es oder traute sich. Nicht einmal Lily, die sonst auf jede Frage eine Antwort hatte, meldete sich. „Vielleicht brauchen sie mehr Hinweise…“ Dumbledore ließ noch einige Stichpunkte auf der schwarzen Tafel erscheinen.

„Da sich niemand angesprochen fühlt, werde ich ihnen die Lösung dieses Rätsels nicht verraten. Sie werden sich alles abschreiben und dann in der Bibliothek suchen. Nächste Stunde erwarte ich von allen einen Aufsatz über dieses Wesen.“ Er lächelte vor sich hin als die Schüler eilig einige Notizen auf ihre Papiere kritzelten. Erst als auch der letzte – Peter – fertig war, sprach er weiter. „Und jetzt habe ich etwas besonderes für euch. Kommt doch einmal nach vorne.“ Unsicher standen sie einer nach dem anderen auf und gingen auf ihren Direktor zu. Dumbledore lächelte und holte eine kleine Schachtel aus seinem Umhang hervor. „Was… was ist das Professor?“ Lorelai sah den alten Zauberer neugierig an und deutete auf die Schatulle. „Ms. Goldsmith, neugierig wie immer…“

Er öffnete die kleine Dose und alle versuchten einen Blick auf den Inhalt zu erhaschen. Es war ein Pulver in einer ungesunden, grünen Farbe. „Weiß jemand, was das ist?“ Die Schüler blickten sich unsicher an, manche zuckten mit den Schultern oder schüttelten den Kopf. „Nun denn, dies ist eine der wirksamsten Waffen gegen ungewollte Zuhörer… natürlich gibt es noch effektivere…“ Dabei warf er Lorelai einen bedeutungsvollen Blick zu, diese verstand und nickte ein wenig. „Eine kleine Prise hier von und…“ Er stäubte eine handvoll des Pulvers über die Gryffindors und Slytherins, was einige zum Husten brachte. Fast alle sahen sich nervös um, Snape rieb an seinem Ohr und Remus klopfte gegen seins.

Nur Lorelai machte nichts, sie stand da und betrachtete ihre Klassenkameraden verwirrt. „Wann genau wirkt dieses Zeug denn?“ Dumbledore schmunzelte ein wenig und deutete auf ihre Kameraden. „Das tut es bereits, Ms. Goldsmith. Aber wie ich es mir gedacht habe, bei ihnen wirkt es nicht. Sonst würden sie jetzt eine unglaublich große Menge an Stimmen hören und könnten kein klares Wort mehr verstehen.“ Sie runzelte die Stirn und verschränkte die Arme. „Aber warum bin ich immun dagegen?“ Sie musterte ihren neuen Lehrer kritisch von oben bis unten, doch der ließ sich mit seiner Antwort Zeit. „Das ist eine gute Frage. Vielleicht liegt es daran, dass sie eine Lavitarin sind. Oh ja, sehen sie mich nicht so überrascht an, ich weiß von ihren Unterhaltungen mit Mr. Black, auch wenn ich sie nicht belauschen kann. Wollen wir ihre Mitschüler wieder erlösen?“ Sie nickte, er schwang seinen Zauberstab und alle atmeten erleichtert auf.

„Das war ja furchtbar. Ich kam mir vor wie in der Victoria Station!“ James schüttelte immer noch verwundert den Kopf, während Sirius wieder damit beschäftigt war, vollkommen cool zu wirken. „Sie sehen, es gibt viele Möglichkeiten einen Gegner unschädlich zu machen. Sie sollten deshalb auf jeden – ich betone jeden – Angriff vorbereitet sein.“ Lorelai hörte ihm nicht richtig zu, sie war ein wenig beunruhigt über die letzten Ereignisse. Warum funktionierte dieses Pulver nicht bei ihr? Und woher wusste Dumbledore von ihren Fähigkeiten und den Gesprächen mit Sirius? „Schlagen sie bitte Seite 30 auf und, Mr. Longbottom, lesen sie uns doch vor, was im ersten Absatz steht!“

Die restliche Stunde verging ereignislos und als Lorelai ihre Sachen packte, freute sie sich schon auf die nächste VgdDK Lektion. Dumbledore wollte einen Irrwicht mitbringen, an dem sie üben konnten! Sie grinste vor sich hin, als sie ihre Sachen packte. Sirius war James nach draußen gefolgt, der versuchte Lily anzusprechen. Honey warf den Rucksack lässig über die Schulter und marschierte Richtung Ausgang. Die Schüler drängelten sich hinaus, Dumbledore stand hinter dem Pult und beobachtete sie wohlwollend. Plötzlich spürte Lorelai eine kalte Hand an ihrem Arm, ihre Nackenhaare stellten sich auf und sie drehte sich schwungvoll um, so dass ihre Locken sanft in die Augen fielen. „Warte kurz.“ Es war keine Bitte, es war ein Befehl. Ihr Gegenüber, ein kleiner blasser Junge mit eines viel zu großen Nase hielt sie fest.

„Was willst du?“ Sie riss sich los und rammte dabei einem anderen Slytherin den Ellebogen in den Bauch. Der beschwerte sich, aber als er sah, wer Schuld an seinen Schmerzen war, hielt er den Mund und verschwand ganz schnell. „Ich hab nicht den ganzen Tag Zeit, Severus!“ Der packte sie wieder an ihrem Oberarm und flüsterte: „Ich muss dir etwas erzählen, aber nicht hier!“ Lorelai wusste nicht, was sie antworten sollte. Glücklicherweise übernahm das jemand anderes für sie: „Hey lass sie los, Snivellus!“ Es war Sirius, Snape knurrte etwas und verschwand dann schnell zu seinen Slytherin Freunden. „Was wollte der denn?“ Lorelai zuckte nur mit Schultern und rieb sich ihrem Arm. Severus Krallen hatten sich durch den Stoff gedrückt und einen Abdruck hinterlassen…

„Ich danke dir, mein Held.“ Ihre Stimme war mit Ironie getränkt, aber das Lächeln dazu war ehrlich. „Aber jederzeit, My Lady!“ Sie mussten beide Lachen, er zog sie an sich und küsste sie. Jemand räusperte sich hinter ihnen, Lorelai drehte sich um und sah den schmunzelnden Dumbledore. „Ich möchte sie beide ja nicht stören, aber es gibt gleich Mittagessen und wenn sie mich nicht durchlassen, komme ich zu spät. Vielleicht sollte ich noch hinzufügen, dass ich bald verhungere…“ Er zwinkerte seinen Schülern zu, die traten beiseite und ließen den Direktor durch. „Wir sollten auch gehen, sonst begegnet uns noch Filch!“ Lorelai zog Sirius lachend am Ärmel und die beiden liefen in die Große Halle.

Atemlos kamen sie an ihrem Tisch an, Remus winkte ihnen zu und sie liefen zu ihm. „Ich war mal so nett und habe euch zwei Plätze frei gehalten… ach, und Honey? Frank hat sich nach dir erkundigt!“ Sie setzte sich und grinste, die Wette war also immer noch nicht gestorben! „Wo ist denn James?“ Ihr bester Freund war in der Tat nirgends zu sehen, dafür aber eine sichtliche verärgert Lily. „Er hat wieder eine Abfuhr bekommen und schmollt wahrscheinlich. Ich sehe gleich nach ihm!“ Sirius schnappte sich eine große Portion Spaghetti und goss reichlich Tomatensauce darüber. „Die Sicherheitsvorkehrun gen wurden übrigens noch mehr verschärft.“ Remus sagte das ganz beiläufig, aber sofort hörte ihm jeder der anwesenden Marauders zu! „Ich bin doch Vertrauensschüler und deshalb weiß ich es. Ab sofort muss man sich wenn man keinen Unterricht hat im Gemeinschaftsraum aufhalten, die Schlafsäle werden stichprobenartig kontrolliert und die Eingangstür wurde mit einem Zauber belegt, dass kein Schüler auf das Gelände kommt!“

Lorelai blieb beinahe ihr Essen im Hals stecken, das wurde ja immer schlimmer! Bisher hatte man wenigstens im Schlafsaal seine Ruhe und durfte ab und zu am Tag rausgehen! „Es ist besser so, wer weiß, was sonst noch passiert.“ Remus war wie immer vernünftig und jeder wusste, dass er Recht hatte. „Trotzdem, das ist nicht mehr normal! Was kommt denn als nächstes?“ Die Post wurde kontrolliert, überall standen Lehrer und Geister um Wache zu halten, das war keine Schule mehr sondern ein Gefängnis! „Es ist zu unserer Sicherheit!“ Lorelai seufzte, natürlich, aber es gefiel ihr dennoch nicht!

Kapitel 5 – Ein heimlicher Verehrer

Am nächsten Tag kam die Eulenpost. James, der inzwischen wieder einigermaßen guter Laune war, erhielt einen Brief von seiner Mutter mit einer Einladung zum Weihnachtsfest. „Du sollst auch kommen, Padfoot!“ Sirius nickte und sah seinen besten Freund ernst an. „Ich weiß nicht, ich wollte eigentlich in Hogwarts bleiben…“ Lorelai fuhr in den Ferien nie nach Hause und die Marauders verbrachten die freien zwei Wochen meistens mit Streichen. Dieses Mal hatten die besorgten Eltern von Remus und Peter die beiden jedoch nach Hause gebeten und Sirius wollte seine Freundin nicht ganz alleine lassen. James, der so etwas schon geahnt hatte verkündete: „Keine Angst, Honey ist auch herzlich eingeladen!“ Padfoot grinste und sagte dann: „Na wenn das so ist, dann komme ich natürlich gerne!“

Lorelai freute sich schon auf Weihnachten bei den Potters, das war wesentlich besser als deprimiert und einsam in Hogwarts zu sitzen. Aber bis zu diesem Fest war es noch eine Weile hin und bis dahin mussten sie noch viele Schulstunden herumbringen. Sie musste ihren Freunden noch Geschenke kaufen und wusste gar nicht, wann sie dafür Zeit finden sollte! „Also was ist, Honey, kommst du?“ James riss sie aus ihren Gedanken, sie nickte und lächelte. Weihnachten mit James und Sirius, eigentlich fehlte nur noch Lily und alles wäre perfekt.

Die Freunde brachen zu ihrer ersten Stunde auf und wurden überall von misstrauisch aussehenden Geistern und Gemälden beobachtet. Das wurde den ganzen Tag nicht besser, man war nirgends alleine oder ungestört, etwas das die Marauder ziemlich störte. Sie wollten versuchen nach Weihnachten ihre Party nachzuholen und konnten nirgends einen Plan aushecken. „Wir müssen unser Treffen wohl in den Ferien planen und den anderen dann Bescheid sagen!“ sagte James mit einem Zwinkern zu seinen Freunden als sie durch den Eingang in den Gemeinschaftsraum kletterten. Hinter ihnen kamen Alice Minnigham und Kingsley Shacklebolt, die seit kurzem ein Paar waren. Frank Longbottom wich ihnen nicht von der Seite, seine Eifersucht war nicht zu übersehen aber er wollte es nicht zugeben. McGonagall wartete schon im Gryffindor Turm auf ihre Schüler und zählte jeden einzelnen bis sie Flitwick die Erlaubnis gab, sich zurückzuziehen.

Lily saß neben einem der Tische, ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Sie winkte ihrer Freundin, woraufhin sich Lorelai von den Maraudern verabschiedete und sich neben das Mädchen mit den schönen roten Haaren setzte. „Was ist so lustig?“ War die erste Frage, die Honey stellte sobald sie es sich im Sessel gemütlich gemacht hatte. Lily gab ihr ein kleines Päckchen und grinste noch breiter. „Was soll ich damit?“ Lorelai wusste nicht, worauf ihre Freundin hinaus wollte und sah sie ein wenig ärgerlich an. „Nun, ich war eben im Schlafsaal und das lag auf deinem Bett!“ Honey betrachtete das Paket misstrauisch, wer wollte ihr etwas schicken? Es konnte nicht von einem Jungen hinein gebracht worden sein, denn die konnten den Schlafsaal der Mädchen nicht betreten! Aber es war auch nicht durchsucht worden und eine Postsendung war damit ausgeschlossen. „Mach es doch einfach auf, wer weiß, vielleicht steht ja drinnen von wem es ist!“

Lorelai seufzte und öffnete das Päckchen vorsichtig. Sie erwartet fast, dass es ihr um die Ohren flog, aber nichts geschah! Innen lag, in Seidenpapier eingewickelt, eine Schachtel Pralinen. „Wow, ist das süß!“ Lily war hin und weg, aber Lorelai gefiel die ganze Sache nicht. Sie stellte das Paket auf den Tisch vor sich und beschloss, es zu ignorieren. „Was ist denn das?“ Auch das noch, Maureen stand neben ihr und beäugte die Schokolade. „Lorelai hat einen Verehrer, der ihr Süßes schickt!“ Woher wollte Lily wissen, dass diese Pralinen von einem Jungen stammten?

„Darf ich probieren?“ Lorelai nickte und Maureen fischte sich eine zugegeben lecker aussehende, wie ein Herz geformte, Praline heraus. Sie steckte sie sofort in dem Mund und grinste. Plötzlich weiteten sich ihre Augen vor Entsetzen, sei griff sich an den Hals und machte würgende Geräusche! „Oh Nein, was ist mit dir?“ Lorelai sprang auf und packte das Mädchen an den Schultern, damit sie nicht ohnmächtig zusammensank. Niemand schien die Szene bemerkt zu haben, McGonagall unterhielt sich mit Remus und die anderen beschäftigten sich mit Büchern und Hausaufgaben. Maureen verdrehte die Augen, so dass man das weiß ihrer Augäpfel sehen konnte und krachte vorwärts. Lorelai konnte sie nicht halten und schaffte es gerade noch, sie beide in Richtung Sofa zu navigieren, bevor sie das Gleichgewicht verlor und auf die Couch fiel. Lily schlug die Hände vor den Mund, unfähig etwas zu tun und Tränen sammelten sich in ihren Augen.

Lorelai wurde durch das Gewicht fast erdrückt, sie wollte McGonagall rufen, als Maureen plötzlich aufsprang. „Jetzt habe ich euch aber drangekriegt! Ich war echt überzeugend, oder?“ Lorelai konnte es nicht fassen, sie fühlte heiße Wut in sich aufsteigen. „Was fällt dir eigentlich ein? Weißt du, was du uns für einen Schreck eingejagt hast?“ Maureen zuckte nur mit den Schultern. „War doch nur Spaß…“ Das reichte, Lorelai stand auf, holte aus und gab ihr eine Ohrfeige! Die beiden standen heftig atmend da und starrten sich hasserfüllt an. Auf Maureens Wange zeichnete sich der rote Handabdruck von Lorelai ab, die ballte nun die Fäuste und war, wie jeder deutlich sehen konnte, kurz vorm explodieren. Lily ahnte, dass die Situation gleich furchtbar aus dem Ruder laufen würde, also erhob sie sich ebenfalls und stellte sich zwischen die beiden. Sicher, auch sie war wütend auf Maureen, aber gleich so auszurasten fand sie ein wenig übertrieben! Sie musste die beiden Mädchen ganz schnell auseinander bringen.

Hilfe suchend sah sie sich um, aber es hatte sie immer noch niemand bemerkt. Ein paar Erstklässler spielten lautstark fangen und beanspruchten damit alle Aufmerksamkeit für sich. „Beruhigt euch erstmal! Ich bin sicher es tut Maureen leid und Lorelai wollte dir auch keine scheuern!“ Sie bemühte sich so diplomatisch wie möglich zu klingen und keine Seite einzunehmen. Sie kannte die zwei lang genug um sowohl das hitzige Temperament der einen als auch die Gedankenlosigkeit der anderen zu kennen und war über die letzten Ereignisse nicht unbedingt überrascht. „Ich gehe ins Bett. Lily, gute Nacht!“ Lorelai drehte sich um und verließ hocherhobenen Hauptes den Raum. Eins musste man ihr lassen, sie hatte ein Gespür für dramatische Auftritte und Abgänge! „Was fällt diesem Miststück eigentlich ein?“ Maureen rieb sich ihre immer noch gerötete Wange und starrte Honey böse hinterher.

„Warum machst du auch so was? Du weißt genau, wie empfindlich sie auf solche Späßchen reagiert!“ Lily sah ihre Freundin vorwurfsvoll an. „Es war ein Scherz… Aber das zahle ich ihr heim!“ Maureens Stolz war gekränkt, sie konnte Goldsmith sowieso nicht leiden und schwor sich heimlich Rache. Nur wie? Sie musste ihre Rivalin wirklich treffen, sie wollte sie weinen sehen! Ihr kam eine exzellente Idee, sie lächelte in sich hinein und sagte dann: „Ich gehe mal zu Cathy! Bis später!“ Lily blieb kopfschüttelnd zurück, manchmal konnte sie ihre Freunde wirklich nicht verstehen. Die verhängnisvollen Pralinen standen immer noch auf dem Tisch, aber nun konnte man dort, wo vorher das Schokoladenherz gelegen hatte einen kleinen weißen Zettel sehen. Lily holte vorsichtig die gesamten Süßigkeiten hervor und zog dann das Papier heraus. Es war feinstes Pergament, mit großer Mühe beschrieben… Sie stand auf und rannte in den Schlafsaal hinauf.

Oben lag Lorelai mit geschlossenen Augen auf ihrem Bett und krallte ihre Hände in ihr Kissen. Sie kochte vor Wut, am liebsten hätte sie irgendetwas oder irgendwen geschlagen! Sie konnte Maureen nicht leiden, seit ihrem ersten Tag war ihr dieses Mädchen unsympathisch gewesen, aber seit ihrem vierten Jahr war es endgültig vorbei! Damals, an dem ersten Hogsmeade Wochenende war Lorelai mit James unterwegs gewesen, weil sie beiden ein Weihnachtsgeschenk für Sirius brauchten. Doch Prongs sah Lily in einem Geschäft und rannte natürlich sofort dorthinein. Woraufhin Honey alleine weiter suchte und hinter einem der Regale im Honigtopf hörte sie wie Maureen der lieben Cathy erzählte, dass sie Lorelai absolut nicht ausstehen konnte. Nachdem die beiden fröhlich vor sich hingelästert hatten, trat Honey vor die beiden, die sofort Entschuldigungen stammelten und versuchten alles als Spaß hinzustellen.

Lorelai hatte seitdem so wenig wie möglich mit den beiden gesprochen, sie vermied ihre Gesellschaft so gut es ging und redete nur mit Lily, wenn diese alleine war. Aber das heute, das war eindeutig zu viel! Jeder wusste, dass Honey Goldsmith sehr empfindlich auf Todesszenarien jeglicher Art reagierte, was vielleicht daran lag, dass ihre Mutter früh gestorben war. Plötzlich öffnete sie ihre Augen, sie hatte ein Geräusch gehört… Jemand kam die Treppe hinaufgelaufen. Die Tür ging auf und Lily rannte durch den Raum. Sie erkannte ihre Freundin sofort an den kleinen, trippelnden Schritten und richtete sich auf. „Es tut mir leid, sie ist manchmal einfach…“ Das hübsche rothaarige Mädchen suchte nach einem geeigneten Wort. „Dumm?“

„Eigentlich wollte ich gedankenlos sagen, aber gut. Schau mal, das hab eich in der Schachtel gefunden, es lag unter den Pralinen!“ Lily Evans reichte ihrer besten Freundin den Zettel, den sie auf dem Weg nach oben leicht zerknüllt hatte. „Ich will damit nichts mehr zu tun haben, iss die Schokolade oder verschenke sie, ist mir völlig gleich!“ Lorelai legte das feine Papier achtlos auf ihre Bettdecke und überkreuzte die Beine, die Ellbogen auf die Knie gestützt. „Dann lese ich es dir eben vor.“ Bevor Lorelai reagieren konnte, hatte sich Lily den Brief schon geschnappt, räusperte sich und las mit spöttischer Stimme die wenigen Zeilen vor.

„Ich hoffe die Schokolade hat dir geschmeckt, meine Schönste!

Ich fand kein Geschenk, dass deinem Liebreiz gerecht wurde, aber diese Pralinen ähneln der Farbe deiner wundervollen Haare.

Wenn du dich bei mir bedanken willst, dann komm eine Woche nach dem nächsten Vollmond um Mitternacht allein auf das Quidditch Feld.

Dein, dich ewiglich liebender Verehrer, der es vorzieht im Dunkeln zu bleiben“

Lorelai verzog das Gesicht, Lily begann laut zu lachen. „Da hast du jemandem aber ganz schön den Kopf verdreht…“ Sie sahen sich an und prusteten los. Honey las den Brief noch einmal fassungslos durch bevor sie ihn Evans wieder in die Hand drückte. „Tu mir einen Gefallen, verbrenne diesen Zettel im Kamin! Ach, und die Schokolade gehört dir!“ Lily lachte immer noch, als sie wieder in den Gemeinschaftsraum ging, aber Lorelai war die Sache in wenig unheimlich. Wie war dieser Brief hereingekommen und wer war in der Lage so etwas zu schreiben? Ihr fiel beim besten Willen niemand ein der verrückt genug für so etwas war. Sollte sie ihren Freunden davon erzählen? Besser nicht, sie wollte keinen eifersüchtigen Sirius, der jeden ihrer Schritte überwachte… Sie ließ sich wieder zurück auf ihre Decke fallen und schlief bald ein.

Kapitel 6 – Vollmond

Es war wieder so weit, missmutig und einsam ging Remus Lupin die die Heulende Hütte. Seine Freunde würden heute nicht bei ihm sein und das tat ihm weh! Die Verwandlung war sehr schmerzhaft, aber mit ein wenig Beistand wurde sie erträglicher und er hatte das Gefühl; etwas von seiner Menschlichkeit beizubehalten. Dennoch wusste er, dass es zu gefährlich für die anderen Marauders war und hatte sie sogar gebeten, ihm nicht zu folgen. Sie hätten es riskiert, wären ihm trotz all der Verbote heimlich beigestanden und hätten damit ihre Schulkarriere auf Spiel gesetzt. Er spürte bereits wie es begann, er spürte tausend kleine Nadelstiche an seinem Körper und sein Kopf schmerzte schlimmer als je zuvor. Mit letzter Kraft stand er auf und überprüfte ob auch wirklich alles gut verschlossen war, dann ließ er auf eines der Sofas fallen und versuchte so gut es ging dagegen anzukämpfen. Das war ein natürlicher Schutzmechanismus, der die Verwandlung noch qualvoller machte!

Derweil saßen James, Sirius und Peter deprimiert im Gemeinschaftsraum, diesmal unter Aufsicht von Professor Slughorn. Er saß in einer Ecke, völlig versunken in sein Buch und schielte nur ab und zu ein wenig über den Seitenrand. Lorelai machte Hausaufgaben, Lily saß mit Maureen und Cathy und noch ein paar Mädchen um einen Tisch und diskutierte. Honey sprach nicht mehr mit den Freundinnen ihrer besten Freundin und bevorzugte es deshalb alleine zubleiben. Manchmal hörte man Schritte vor dem Portrait der fetten Lady, das waren Filch oder die Lehrer, die wieder Nachtwache hielten.

Remus schrie laut auf, es wurde immer schlimmer, er hielt es bald nicht mehr aus! Er hielt den Kopf in den Händen, auf denen sich langsam ein dichter grau brauner Pelz ausbreitete! Bald war es vorbei, dann war er wieder das mordende Ungeheuer. Er wollte nicht, er wollte dagegen ankämpfen, aber es war stärker als er. Mit einem letzten verzweifelten Schrei verwandelte sich Remus Lupin in einen Werwolf! Er wollte nur noch eines: raus. Seine Instinkte waren stärker als alles andere, er war gefangen und musste fliehen! Eine kleine vernünftige Stimme in seinem Kopf wollte ihn abhalten, aber sie war zu schwach. Der Werwolf rüttelte an der Tür, kratzte, er warf sich so fest er konnte dagegen bis das Holz brach. Mit einem berstenden Knall stürzte er durch den Eingang, Splitter steckten in seinem Körper und brannten höllisch.

„Was ist denn los mit dir? Du wirkst irgendwie abwesend!“ Sirius sah aus dem Fenster auf das Gelände und zuckte nur mit den Schultern. „Ich weiß nicht, Prongs, etwas stimmt nicht.“ Er war beunruhigt obwohl er nicht wusste, warum! Remus war in Gefahr, er spürte das ganz deutlich. „Du hast Recht, wir sollten mit Moony da draußen sein! Aber wir kommen hier nicht weg…“ Er sah sich um, Slughorn würde es bemerken und wenn nicht er, dann Evans und die würde sie verpetzen. „Das ist es nicht, Prongs! Ich weiß auch nicht, aber… Halt mich jetzt nicht für verrückt: Moony steckt in Schwierigkeiten!“ Sirius meinte es todernst und als James das merkte, verging ihm das übliche belustigte Grinsen und er schluckte hart. „Wie meinst du das, Padfoot?“ Doch Sirius zuckte nur mit den Schultern und starrte weiter aus dem Fenster.

Er sah sich um, um ihn herum war es völlig still! Das war ungewöhnlich, stellte der kleine menschliche Teil von Remus Lupin fest. Normalerweise würden wenigstens die Vögel singen oder hatte er sie mit seinem Ausbruch verschreckt? Egal, er wollte jagen! Der Werwolf schnüffelte nach einer Fährte, aber er witterte absolut gar nichts! Er rannte in den Wald, immer weiter hinein, der Jagdtrieb wurde immer stärker! Da, auf der Lichtung war jemand, er konnte es riechen und er spürte, wie seine Instinkte übernahmen. Remus wollte sich abhalten, aber er konnte es nicht! Es war einfach stärker als er!

Der Werwolf schlich sich durch die Bäume an sein Opfer heran, es war ein Mann, vielleicht um die vierzig und kräftig. Aber gegen ihn hatte er keine Chance und das wusste Remus. Er wollte umkehren, aber er konnte es nicht. Plötzlich hörte er etwas mit seinen feinen Ohren rascheln, es kam von der anderen Seite! Ein Geräusch, das er noch nie zuvor gehört hatte. Remus konzentrierte sich so fest er konnte auf die seltsamen Laute. Da drehte sich der Mann um, auch er hatte eine Bedrohung wahrgenommen. Remus war inzwischen völlig auf Verteidigung eingestellt, sein Nackenhaar stand aufrecht und die Fangzähne waren bereit jeden Angreifer zurückzuschlagen.

Lorelai saß über ihrem Aufsatz, das Tier was Dumbledore an der Tafel beschrieben hatte, war eine Hydra. Sie fragte sich, wofür das jemals nützlich werden konnte, diese Tiere waren schließlich extrem selten und in England fast völlig ausgestorben! Plötzlich lief ihr ein eisiger Schauer über den Rücken, sie zitterte sogar ein wenig. Was war das? Sie sah sich um, aber niemand anderes bemerkte es! Sie schrieb ihren letzten Absatz fertig, packte alle ihre Sachen ein und verabschiedete sich von Lily und den Maraudern. Sie wollte ins Bett und möglichst schnell schlafen. Das gelang ihr auch, aber in ihrem Traum sah sie Remus auf einer Lichtung im Wald stehen, er beobachtete etwas…

Remus zuckte zusammen als er das Gesicht seines Opfers im Mondlicht sah: Es war Professor Nicholas! Er sah schlimm aus, die Kleider zerrissen und einige blutige Kratzer im Gesicht und an den Armen. Das hatte ihn hergelockt, das Blut dieses Menschen! Der Lehrer hielt einen Zauberstab in der Hand, doch der war zerbrochen! Was sollte das? Der Mensch in ihm war verwirrt, den Werwolf interessierte sein Opfer dagegen nicht mehr. Das Rascheln kam näher, es schien überall gleichzeitig zu sein! Links, rechts, es kam immer näher, das war sicher. Remus sprang aus dem Schutz der Bäume hervor und rannte auf die Lichtung. Er musste fliehen, denn er fühlte, dass diese Geräusche Gefahr bedeuteten!

Der Lehrer sah ihn an und schrie entsetzt! Richtig, er war ein Werwolf… Er musste es Nicholas erklären, bevor der einen Fehler machte! Aber wie sollte er das anstellen? Remus blieb stehen, sie waren nun auf gleicher Höhe, direkt gegenüber. In den Augen seines Lehrers sah er Angst, aber die hatte nichts mit dem Werwolf vor ihm zu tun. Nein, es war mehr eine Mischung aus blinder Panik, Entsetzen und Schock! Er zitterte und unter seinen Augen waren tiefe blaue Ringe, die Haltung war gebückt und der linke Fuß stand seltsam ab. Langsam hob Nicholas den Zauberstab, wobei die abgebrochene untere Hälfte auf den Boden fiel. Remus hörte das Rascheln, aber das kümmerte ihn im Augenblick nicht! Er wollte Nicholas angreifen, seine Zähne in seinem Fleisch vergraben. Er hielt sich oder besser gesagt den Werwolf mit aller Kraft zurück.

„Hat er dich geschickt? Er kann mich noch so oft foltern, ich kann es ihm nicht sagen!“ Remus wusste nicht, wie ihm geschah. Der Mann hob seinen Zauberstab nun auf Augenhöhe, daraufhin sprang er in die Luft, bereit zum tödlichen Angriff! „Stupor!“ Ein Blitz sauste durch die Luft und traf Remus direkt in die Brust. Er spürte den Schmerz, dann krachte er hart auf den kalten nassen Boden und blieb regungslos liegen.

Lorelai schreckte hoch, war das real gewesen? Ihr war etwas ähnliches schon einmal passiert, mit Sirius. Ihre Gabe, die Lavität spielte ihr manchmal diesen Streich… Sie war in Remus Gedanken gewesen, hatte gesehen was er sah und gefühlt was er fühlte. Sie machte sich Sorgen um ihren Freund und sprang auf. Sie wollte zum Fenster, sie musste ihn finden! „Nicht so schnell, junges Fräulein, wo wollen sie denn hin?“ Es war Slughorn, er stand mitten in dem Schlafsaal und betrachtete sie misstrauisch. „Es ist schon spät, sie gehen besser ins Bett, Ms. Goldsmith!“ Sie hatte keine Wahl, sie tapste vorsichtig zurück und zog ihre Decke über den Kopf. Hoffentlich geht es Remus gut, war ihr letzter Gedanke vor dem Einschlafen.

Als Remus aufwachte spürte er zuerst einen stechenden Schmerz in der Brust. Was war geschehen? Und warum lag er in… Gras? Ja, er war eindeutig auf einer Wiese! Direkt über ihm war der blaue Himmel und wenn er den Kopf vorsichtig bewegte, dann konnte er die Bäume eines Waldes erkennen… Was war nur geschehen? Er rappelte sich langsam auf und klopfte Erde und Dreck von seiner Kleidung, da sah er es! Ihm stockte der Atem, das durfte nicht sein! Panisch lief er zu einem zerfetzten Umhang, auf dessen Vorderseite ein Hogwarts Wappen gestickt war. Er hob den schwarzen Mantel auf und spürte wie sein Puls schneller wurde. Der Umhang war nass und kalt, geschockt ließ er ihn wieder allen! Seine Handflächen waren rot, blutrot… Er blickte auf seine Füße, um ihn herum war eine große braunrote Pfütze! Er zitterte, Tränen liefen über seine Wangen und tropften in die Blutlache unter ihm.

Plötzlich spürte er eine Hand auf seiner Schulter und drehte sich um. Überrascht sah er in das Gesicht von Dumbledore und Lorelai! „Ich… ich wollte das… ich bin…“ Er wusste nicht was er sagen sollte! Er schämte sich, für das was er getan hatte und dafür, dass er den Rat des Direktors nicht befolgt hatte. Außerdem war ihm sein Ausbruch peinlich, er wischte sich schnell die Tränen mit seinem Ärmel von den Wangen. „Es ist in Ordnung, Mr. Lupin. Ms: Goldsmith hat mir erzählt, was sich zugetragen hat. Wir wissen, dass sie unschuldig sind.“ Er sah seine Freundin überrascht an, aber aus ihrem Gesichtsausdruck wurde er nicht schlau. Wie konnte sie wissen, was passiert war, wenn er es nicht einmal selbst wusste. Dumbledore kniete nieder und schluckte schwer.

„Dieser Umhang gehörte einem unserer Lehrer, Professor Nicholas. Ich bitte sie, keiner von ihnen darf etwas von diesem Zwischenfall in Hogwarts erwähnen!“ Während er das sagte, hob er den Mantel und ein Stück eines zerbrochenen Zauberstabes auf und schüttelte traurig den Kopf. „Aber wir dürfen es Sirius und James erzählen, oder?“ Dumbledore musterte seine Schülerin nachdenklich und lächelte dann

Haruka blau
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Beitragvon Haruka blau » Fr 21 Okt, 2005 15:58

nden bewahren. Also gut, ich gebe ihnen die Erlaubnis, aber nur Mr. Black, Mr. Pettigrew und Mr. Potter!“ Die beiden nickten eifrig und Dumbledore war zufrieden. „Gehen sie zurück ins Schloss, es gibt Frühstück.“ Sie verschwanden schnell während der alte Zauberer ratlos zurück blieb.

„Woher wusstest du das? Moment, was ist eigentlich passiert?“ Remus betrachtete seine Freundin misstrauisch als sie zurück zur Heulanden Hütte rannten. „Ich habe gesehen, du weißt doch, Lavität…“ Dann schilderte sie ihm alles, so dass er als sie bei dem Verschlag angekommen waren, alles genau wusste. „Da hast du aber ganz schön gewütet!“ Lorelai blickte auf die zerstörte Tür und grinste breit. „Was mir Sorgen macht, ist das Ding was im Wald war, was Nicholas angegriffen hat und seine letzten Worte!“ Sie klang ernst und seufzte ein wenig ratlos. „Erst verschwindet er aus Hogwarts und jetzt das! Wir müssen herausfinden, was das war!“ Moony war selten so entschlossen gewesen, er zog Lorelai durch den Eingang und den Tunnel bis sie schließlich wieder auf dem Schlossgelände waren.

Etwas später saßen sie schon neben James, Sirius und Peter am Tisch und aßen. „.. Deshalb bin ich heute Morgen zu Dumbledore und habe ihm von meinem Traum erzählt. Dann sind wir gemeinsam los um Moony zu suchen!“ Wormtail starrte sie mit offenem Mund an, Porings und Padfoot nickten anerkennend. „Aber wie wollen wir Nachforschungen anstellen, wenn wir ständig beobachtet werden?“ James hatte Recht, es war beinahe unmöglich, aber sie mussten es versuchen. Es gab sicher einen Weg, Hogwarts hatte schließlich genug Geheimgänge und nicht umsonst waren sie alle Animagi.

Exakt eine Woche später streifte Lorelai nervös durch den Schlafsaal, sie musste an den Zettel denken! Um Mitternacht auf dem Feld, sollte sie gehen? Sie wusste nicht, wie sie heraus kommen sollte und selbst wenn ihr das gelang, war das Risiko nicht zu groß? Eigentlich war sie ein abenteurerlustiger Mensch, doch aus irgendeinem Grund hatte sie Panik. Aber wenn sie nicht ging, würde sie es nie erfahren! Vermutlich war es Snape oder Longbottom oder einer der anderen Jungs. Sie wollte das glauben, doch sie schaffte es nicht. Kurz entschlossen ging sie in den Gemeinschaftsraum, durchquerte ihn mit einem misstrauischen Blick auf Professor Slughorn und schlich sich dann in den Jungenschlafsaal. Der Zaubertrankmeister unterhielt sich mit Lily und Maureen, das bedeutete, er war noch länger beschäftigt.

Sie sah sich um, dort saßen Padfoot und Prongs zusammen und spielten mit einem Snitch. „Typisch Jungs…“ sagte sie laut und die beiden fuhren überrascht herum. „Hey Hon, was machst du denn hier?“ Sirius grinste sie an, sie antwortet nicht sondern ging zu den zwei Freunden. „Na was wohl, Padfoot, sie hat Sehnsucht nach dir! Sollte ich lieber gehen?“ James war ganz schön frech. Glücklicherweise hatte Lorelai keine Zeit, sonst hätte sie ihm einen kleinen Schlag auf den Kopf verpasst! „Ich muss ganz dringend nach draußen, kommt ihr mit?“ Sie schilderte schnell die Geschichte mit dem Brief und den Pralinen. Bei den Worten heimlicher Verehrer loderte Eifersucht in Sirius Augen auf, was Lorelai ein Lächeln abrang.

„Also gut, wir kommen mit!“ James schnappte sich den Umhang und die drei verschwanden darunter. „Nur wie kommen wir hier raus?“ Lorelai flüsterte auf die Frage ihres Freundes: „Lass das mal meine Sorge sein!“ Die drei schlichen nach unten, Remus hatte sich inzwischen zu der Gruppe um Slughorn gesellt und nickte interessiert. Sie versuchten so leise wie möglich durch den Raum zu kommen bis sie neben Frank Longbottom standen. Er saß neben dem Kamin, das war vielleicht fies, aber ihre einzige Möglichkeit. Mit einem kleinen Wink schickte Honey eine Flamme auf den Umhang des Jungen, der sofort anfing zu schreien. Slughorn sah sich alarmiert um und als er verstand, was passiert war, rannte Frank schon in Richtung Ausgang, dicht gefolgt von den unsichtbaren Maraudern. Der Schüler wollte in ein Badezimmer, riss die Türe auf und verschwand. Mit ihm verließen Padfoot, Prongs und Honey den Raum und grinsten sich selbstgefällig zu!

Kurze Zeit später stürmte Slughorn auf den Gang und folgte Frank in das nächstgelegene Bad, während sich die drei Freunde kichernd auf den Weg nach draußen machten. Ein paar mal hielten sie den Atem an, weil ihnen einer der Geister oder Lehrer begegnete, aber sie schafften es bis zu ihrem Geheimgang. Sie öffnete die Statue und schlüpften hinein, warfen den Tarnumhang ab und atmeten tief durch. „Wie kommen wir eigentlich wieder zurück?“ Padfoot grinset und meinte „Da weiß ich schon was, kommt jetzt!“ Sie rannten durch den Flur, auf das Gelände bis zum Spielfeld. „Es ist Punkt Mitternacht!“ Aber niemand war zusehen, nicht ein Schüler war auf dem Quidditch Platz. Sie warteten eine Weile, aber als nach einer halben Stunde niemand auftauchte, gingen sie enttäuscht zurück. Ihnen war kalt, Lorelai hatte sich dicht an Sirius gekuschelt und zitterte trotzdem noch. Sie fragte sich, warum niemand aufgetaucht war und was dieser Brief zu bedeuten hatte! Hatte er es nicht geschafft oder war es ein Scherz?

Auf ihrem Rückweg könnte Lorelai schwören, dass sie jemand beobachtete aber als sie sich umdrehte war niemand zu sehen. Vor der Schlossmauer trennten sich ihre Wege, die beiden Jungen schlüpften durch den Geheimgang hinein und Lorelai machte sich an die Ausführung von Sirius Plan. Sie verwandelte sich in eine Eule und flog bis zu dem geöffneten Fenster im Gemeinschaftsraum. Dort wartete sie auf ein Signal und als sie Sirius Stimme in ihrem Kopf hörte, der sagte „Dann leg mal los, Süße!“, flatterte sei hinein und ging zum Angriff auf Slughorn über. Der schrie und schlug nach dem penetranten Falken, so dass er gar nicht merkte, wie sich die Türe öffnete und wieder schloss. Lorelai lenkte ihn noch ein wenig ab und flog dann, als sie sicher war, dass ihre Freunde oben waren, wieder hinaus und zu dem Fenster in ihrem Schlafsaal. Alle waren bereits im Bett und do war es ein leichtes für sie, sich zu verwandeln. Als sie zu ihrem Bett ging, traf sie fast der Schlag! Dort lag ein Zettel, die Handschrift war die gleiche wie auf dem Brief in der Pralinenschachtel und darauf stand Ich sagte allein!

Sie zitterte und sah sich ängstlich um, nein, hier konnte definitiv nicht schlafen. Sie spürte Panik aufsteigen, wie konnte das sein? Sie ging zu der Eingangstür, sie war verschlossen – von außen, von Slughorn! Er würde wohl keine Kontrollbesuche mehr machen, also konnte sie unbesorgt verschwinden. Sie verwandelte sich noch mal in ihre Falkengestalt und krallte sich den Brief. Sie flog hinaus und in den anderen Schlafsaal, dort unterhielten sich James und Sirius leise während die anderen schon schliefen. Sie waren einigermaßen entsetzt, als der weiße Vogel auf ihrem Bett landete und den Brief ablegte. Sirius nahm ihn und las die Notiz durch, als Lorelai wieder sie selbst wurde. „Ich bleibe da nicht länger!“ James, der nun auch einen Blick auf die Zeilen geworfen hatte, sagte nur „Dann willkommen im Jungenschlafsaal und gute Nacht!“ Er zog seine Decke bis unter das Kinn und gähnte herzhaft. Lorelai dagegen schmiegte sich an Sirius und schlief kurze Zeit später ein.

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Beitragvon Haruka blau » Fr 21 Okt, 2005 15:59

Kapitel 7 – Godrics Hollow

Kurz vor den Weihnachtsferien hatte es begonnen zu schneien und Hogwarts war nun von einer pulverigen weißen Schicht überzogen, die der Schule eine Märchenschloss ähnliche Aura verlieh. Die Marauders verbrachten ihre Zeit meistens im Gemeinschaftsraum, da Schneeballschlachten bis auf weiteres verboten waren. „Ich glaube es nicht, warum gibt uns die McGonagall soviel über die Ferien auf?“ Jammerte Peter nach ihrer letzten Unterrichtsstunde. „Freu dich lieber, dass wir in keinem anderen Fach Hausaufgaben haben! Außerdem sind FERIEN!“ James grinste breit und sprang bei seinen letzten Worten in die Luft. „Zwei Wochen lang keine Schule!“ Normalerweise liebte er Hogwarts, aber mit all diesen Verboten machte es einfach keinen Spaß! Sie hatten nicht einen Streich gespielt und selbst Snivellus mussten sie verschonen, da sie ständig beobachtete worden.

Im Gemeinschaftsraum herrschte Aufbruchsstimmung, einige packten ihre Koffer oder suchten verschollene Bücher und Kleidungsstücke. Lorelai war unter ersteren, sie saß im Schlafsaal und versuchte verzweifelt ihren Koffer zu schließen! „Sag mal, Lily, wo kommt der ganze Kram her? Ich schwöre dir, am Jahresanfang hatte ich noch nicht so viel!“ Sie musste wohl oder übel einen Großteil ihrer Bücher hier lassen. „Die gleiche Frage könnte ich dir auch stellen! Schau dir das doch mal an…“ Lily saß auf ihrem Koffer und bekam ihn nicht zu. „Willst du wirklich Weihnachten mit Potter und Black feiern?“ Sie warf ihrer Freundin einen ungläubigen Blick zu, diese grinste nur breit. „Ja, und ich soll dir von James ausrichten, dass du auch eingeladen bist, wenn dir das Ski fahren zu langweilig wird!“ Die Rothaarige schnaubte verächtlich und machte sich wieder an ihrem Gepäck zu schaffen.

„Das heißt dann wohl nein. Armer Prongs, das wird ihm nicht gefallen!“ Obwohl er ja eigentlich inzwischen an Rückschläge gewöhnt sein müsste, dachte Lorelai bei sich. James versuchte schon seit ihrem ersten Jahr mit Lily auszugehen, aber die lehnte immer ab! „Er wird es überleben. Aah!“ Sie schrie ein wenig, weil ihr Koffer, den sie mühsam geschlossen hatte wieder aufsprang und ihre Wäsche auf dem Boden verteilte. „Das reicht mir jetzt. Kalos!“ Lorelai wedelte mit ihrem Zauberstab und der Koffer schloss sich mit einem lauten Schnappen. „Soll ich dir helfen?“ Lily schüttelte den Kopf und begann ihre Kleidung wieder einzuräumen. „Nicht nötig, danke. Ich kriege das schon hin…“ Die beiden Mädchen grinsten sich an.

Lorelai schmiss sich auf ihr Bett und verschränkte die Arme hinter ihrem Kopf. „Was hast du eigentlich gegen James?“ Sie grinste in sich hinein, sie wusste, dass ihre Freundin in ihn verliebt war und es sich selbst nicht eingestand. „Er ist arrogant und nervtötend! Außerdem baggert er jedes Mädchen an, dass ihm über den Weg läuft!“ Diese Antwort kam schnell – zu schnell, um glaubwürdig zu klingen. „Arrogant, ja das stimmt. Aber er läuft eigentlich nur dir nach, mein Freund ist der, der jede anmacht. Moment, irgendwie klingt das falsch!“ Sie grinste breit, sie kannte Sirius zu gut um sich durch diese Tatsache gestört zu fühlen. Außerdem musste sie zugeben, dass sie selbst auch gerne flirtete. „Er bildet sich einfach zu viel auf sein gutes Aussehen ein!“ Lily suchte verzweifelt nach einem Grund, das war schon fast wieder amüsant. „Du findest ihn also gut aussehend?!“ Diesmal würde Lorelai ihre Freundin nicht so einfach davonkommen lassen. „Nein, na ja, es geht. Er sieht sicher besser aus als viele, aber trotzdem… Ich muss noch mal runter, bis gleich!“ Honey grinste in sich hinein, das war die häufigste Reaktion wenn man versuchte mit Lily über James zu sprechen!

Am nächsten Morgen sammelten sich die Schüler in der Großen Halle, Lily und Lorelai hatten sich schon vorher verabschiedet, als Lily mit ihrem Gepäck nach unten gegangen war. Honey war zu spät, sie rannte so schnell sie konnte durch den Flur, die große Treppe hinunter und sah sich in dem Saal um. Ihre Freunde… Ja, da waren sie! James winkte ihr zu, daraufhin drehten sich Sirius und Remus um und verdrehten zeitgleich die Augen. „Wo warst Du denn noch?“ Hörte sie die Stimme ihres Freundes in ihrem Kopf. „Nun ja, ich musste mich doch noch von Shadow verabschieden und dann bin ich Peeves über den Weg gelaufen, du kennst mich doch!“ Sie schob sich an einer Gruppe Slytherins vorbei, die über Lucius Malfoy redeten. „… Er soll ja ziemlich erfolgreich sein!“ Sie hatte den groß gewachsenen Jungen mit den hellen blonden Haaren nie leiden können und konnte nicht verstehen, warum alle so begeistert von ihm waren! Plötzlich rannte Lorelai gegen jemanden, der drehte sich um und fauchte: „Pass doch auf… Ach du bist es!“

„Hi Severus, lass mich doch durch!“ Sie schob ihn ein wenig unsanft zur Seite und stand schließlich vor ihren Freunden. „Hi Jungs, alles bereit!“ Die nickten und deuteten auf die Koffer neben ihnen. Remus fuhr zu seiner Familie nach Hause, genau wie Peter und hatte dementsprechend wenig dabei. „Lass mich raten, du hast sämtliche Bücher dabei?!“ Lorelai grinste ihn verschmitzt an, der wurde ein wenig rot und murmelte „Ich muss doch lernen…“ Alle lachten, selbst Moony. Die Türen öffneten sich und beinahe alle Schüler Hogwarts strömten durch den Ausgang und hinunter zum Bahnhof. Dabei wurden sie von vier Lehrern begleitet, die misstrauisch nach allen Seiten schauten und die Zauberstäbe bereithielten.

Endlich saßen sie im Zug und fuhren durch die verschneite Landschaft Großbritanniens. Sie unterhielten sich über diese und jenes, beschäftigten sich mit der Party Planung und ihrem geplanten Ausflug nach Hogsmeade. „Wir könnten doch über die Heulende Hütte ins Dorf!“ schlug Peter vor, doch die anderen schüttelten den Kopf. „Keine Chance, wir müssen uns was anderes ausdenken!“ James starrte nachdenklich aus dem Fenster und sagte leise: „Und wenn nur einer geht? Ich weiß, es ist nicht unsere Art aber es wäre einfacher!“ Er wandte sich von dem beschlagenen Fenster ab und sah Lorelai an. „Nein, ich lasse meine Freundin nicht Allein in Hogsmeade herumrennen, wenn dort gleichzeitig Voldemort ist!“ Sirius klang vorwurfsvoll und schüttelte fassungslos den Kopf. „Aber wir könnten zusammen verschwinden. Eine Ratte und ein Falke, wem fällt das schon auf? Ich halte Peter einfach vorsichtig in meinen Krallen und niemand bemerkt etwas!“

Peter zuckte zusammen und sah sie ängstlich an. „Ich weiß nicht…“ Die Diskussion wurde unterbrochen als die Tür aufgerissen wurde und Narcissa plötzlich vor ihnen stand. „Dürfte ich mal mit dir sprechen, Cousin?“ Narcissa Black war in ihrem Jahrgang, eine Slytherin und stolze Black! Im letzten Jahr hatte sie etwas mit Lucius Malfoy gehabt, der mit ihrer älteren Schwester in einer Klasse gewesen war. „Sicher, leg los!“ Sirius sah seine Cousine eiskalt an, jeder wusste, dass er nichts von seiner Familie hielt. „Allein.“ Sie ließ ihren Blick verächtlich über die anderen Insassen schweifen und schüttelte angewidert den Kopf. „Ich habe nichts vor meinen Freunden zu verbergen!“ Sie seufzte und ihre Finger krallten sich in die Holztür des Abteils.

„Wie du willst. Ich soll dir von deiner Mutter ausrichten, dass du zu Weihnachten nach Hause kommen sollst um mit der ganzen Familie zu feiern!“ Sirius zog eine Augenbraue hoch und räusperte sich. „Ich habe nicht vor, jemals wieder einen Fuß in dieses Haus zu setzen! Also nein, ich verbringe die Ferien lieber mit meinen Freunden!“ Bei diesem Worten legte er seine Hand auf Lorelais Knie und warf seiner Cousine einen warnenden Blick zu. „Gut, wie du willst!“ Sie drehte sich auf dem Absatz um und schlug die Tür hinter sich zu. „Womit habe ich das nur verdient?“ Auf Sirius Gesicht lag ein unergründliches Grinsen, er war sichtlich erleichtert, dass Narcissa verschwunden war. „Sie und Lucius wollen heiraten, wenn sie mit Hogwarts fertig ist!“ Alle sahen Lorelai überrascht an, die zuckte mit den Schultern. „Habe ich neulich beim Abendessen gehört…“ In der Tat hatte sie Snivellus und Regulus Black belauscht, als sie sich darüber unterhielten. „Sprechen wir bitte von etwas anderem wie zum Beispiel… die Pläne für die Ferien!“ James stieg voll auf Sirius Ablenkungsmanöver ein und berichtete von seinen Vorstellungen, wie sei die Weihnachtsferien verbringen sollten.

„Da wären wir!“ Rief James wenig später fröhlich als sie zu dritt in dem Haus der Potters, Godrics Hollow, ankamen. Seine Eltern hatten keine Zeit gehabt, sie abzuholen also waren sie mit Flohpulver gereist. Sirius, der als letzter gekommen war, stieg aus dem Kamin und sah sich in dem, ihm wohlbekannten Wohnzimmer um. „Da seid ihr ja endlich! Wir haben uns schon Sorgen gemacht!“ James Mutter kam aus der Küche, ein fröhliches Lächeln auf den Lippen und drückte ihren Sohn an sich. „Sirius! Lorelai!“ Sie umarmte die beiden so fest, dass ihnen fast die Luft wegblieb. „Hallo Mrs. Potter!“ antworteten die beiden wie aus einem Mund und mussten sofort lachen. Sie verbrachten oft Teile der Sommerferien bei Prongs Eltern und waren somit hinreichend bekannt. „Kommt in die Küche, ich habe heiße Schokolade! Ihr seht ja ganz durchgefroren aus!“

Sie folgten der freundlichen Frau in die Küche und setzten sich um den großen Tisch. Sofort bekamen sie jeder eine dampfende Tasse vor die Nase gestellt und wurden aufgefordert die Neuigkeiten zu erzählen. James berichtete von der ereignislosen Herfahrt und den letzten Woche in Hogwarts, wobei er ihren geplanten geheimen Trip ins Dorf wohlweißlich ausließ. „So, so! Ich verstehe, dass Dumbledore sich Sorgen macht. In diesem Zeiten… Ach Kinder ich freue mich euch alle wieder zusehen!“ Sie lächelte James an und drückte seine Hand, seine beiden Freunde grinsten bloß. „Und ihr zwei, wann darf ich mich auf eure Hochzeit einstellen?“ Sirius Augen wurden groß, er spuckte beinahe einen großen Schluck Kakao auf den Tisch und begann zu husten. Lorelai lachte und schüttelte den Kopf. „Ich soll den heiraten? Vergessens sie’s!“ Mrs. Potter seufzte gespielt traurig und sagte: „Das werden wir noch sehen!“

Lorelai wurde in das freie Gästezimmer einquartiert, während sich Sirius und James in dessen Zimmer niederließen. Sie verbrachten die erste Woche fast ausschließlich draußen, machten Schneeballschlachten und ließen sich von Honey Ski fahren beibringen. Die Zeit verging wie im Flug und schon war der Weihnachtstag gekommen! Die Potters hatten einen großen Baum aufgestellt und geschmückt, das Wohnzimmer wurde nur von dem warmen Kaminfeuer und einigen Kerzen erhellt und unter der Tanne waren die Geschenke aufgebaut! Jeder hatte mindestens drei Geschenke und nach dem Auspacken veranstalteten sie eine Geschenkpapierschlac ht, die sie schließlich atemlos vor Lachen beendeten. Es war ein wundevoller Abend mit den Potters und Lorelai vermisste ihren Vater kaum. Der war auf seiner Universitätsweihnach tsfeier mit seinen Kollegen und philosophierte sicherlich gerade über Shakespeare oder Shaw.

Irgendwann, es war weit nach Mitternacht, gingen die drei Jugendlichen nach oben, immer noch in ihr Gespräch über Quidditch vertieft, dass sie vor einer Stunde begonnen hatten. „Ich sage dir, der Nimbus ist der beste Besen für einen Jäger!“ Sirius und seine Freunde konnten endlos lang über dieses Spiel sprechen, immerhin war James Sucher im Gryffindor Team und die anderen beiden waren auch nicht schlecht. „Ich weiß nicht, ich finde ihn einfach nicht wendig genug Padfoot. Was meinst du, Hon?“ Die lehnet sich lässig gegen das Treppengeländer, dass sie in ihr Stockwerk geführt hatte und sagte: „Ich meine, du solltest mich nicht ständig Hon nennen!“ Sie war nicht wirklich wütend, sie hatte sich daran gewöhnt und es akzeptiert. „Aber er tut es doch auch!“ Verteidigte sich James, gespielt gekränkt und verschränkte die Arme vor der Brust. „Ja, aber ich bin ihr Freund, Prongs…“ Sirius grinste selbstgefällig woraufhin Lorelai die Augen verdrehte und murmelte „Wie die Kinder!“

James gähnte herzhaft und streckte seine Arme weit von sich. „Gute Nacht, bis morgen!“ Er verschwand in seinem Zimmer und schloss leise die Tür hinter sich. „Dann gehe ich jetzt auch ins Bett, Padfoot.“ Sie wollte sich schon zum Gehen wenden, da stellte er sich direkt vor sie. Sie spürte das Geländer in ihrem Rücken und konnte ihm nicht ausweichen. „Warte, ich habe noch ein Geschenk für dich!“ Sie zog die Augenbraue zweifelnd hoch, schob ihn ein wenig zur Seite und stellte sich in den Gang. „Ach ja? Und was wäre das?“ Er kramte in seiner Jeanstasche und reichte ihr eine kleine Schachtel. Sie öffnete sie und grinste. Ein silberner Ring mit einem dunkelroten Schmetterling darauf.

„Betrachte es als Verlobungsgeschenk…“ Sie lachte nun wirklich und zog ihn an seinem T-Shirt zu sich heran. „Ich wiederhole mich vielleicht, aber wer sagt denn, dass ich überhaupt Mrs. Black werden will?“ Sie würde ihn zappeln lassen, er war viel zu sehr daran gewöhnt immer alles zu bekommen was er wollte. „Ich bitte dich, jedes Mädchen träumt davon mich zu heiraten… Jedenfalls jedes in Hogwarts!“ Er grinst nun breit, sie sah ihn skeptisch an. „Gut, dass du deine Bescheidenheit nicht völlig verloren hast!“ Sirius zuckte mit den Schultern, dabei fiel ihm eine Strähne des schwarzen Haares in die Augen. Lorelai strich sie ihm zärtlich zurück und küsste ihn langsam. „Ich nehme an, dir gefällt es?“ Sie nickte bloß und küsste ihn noch einmal, diesmal leidenschaftlicher. „Gute Nacht.“

Am nächsten Morgen saßen alle beim Frühstück, als Mr. Potter aufgeregt herein gerannt kam. Er hielt den Tagespropheten in der einen und einen Brief in der anderen Hand. „Seht euch das an, das ist so schrecklich!“ Er reichte die Zeitung zuerst seiner Frau, die blass wurde und sie, nach dem sie den Artikel gelesen hatte, ihrem Sohn und seinen Freunden weitergab. „Wann war das?“ fragte Sirius entsetzt, der als erster seine Sprache wieder fand. „Gestern, da steht es. Am Weihnachtstag gegen 15 Uhr wurde das Ehepaar Pettigrew in der Winkelgasse von einer großen Anzahl Death Eatern angegriffen! Die beiden beliebten Zauberer sind derzeit in St. Mungos, ihnen geht es den Umständen entsprechend gut. Ihr Sohn, Peter Pettigrew, Schüler der berühmten Schule Hogwarts, ist leicht verletzt und erholt sich ebenfalls in der renommierten Klinik…“ James hörte auf zu lesen und sah die anderen geschockt an. „Der arme Peter, wir müssen ihn besuchen!“ Mrs. Potter nickte und stand auf. „Zieht euch etwas Passables an, wir brechen bald auf!“ Da die drei Marauders in Bademänteln am Tisch saßen, sprangen sie auf und rannten nach oben. Innerhalb kürzester Zeit standen sie wieder im Wohnzimmer vor dem Kamin und riefen nacheinander „St. Mungos!“

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Beitragvon Haruka blau » Fr 21 Okt, 2005 16:00

Teil 8 – Im Krankenhaus

Die Potters, Sirius und Lorelai waren in der Eingangshalle des Krankenhauses angekommen und wurden sofort zu Peter geführt. Als sie in das große Zimmer kamen, in dem noch zwei andere kranken Hexen lagen, sahen sie als erstes einen todmüden Remus. Sie begrüßten sich und erfuhren von ihm, dass Peter einen Schlaftrunk bekommen hatte aber bald wieder aufwachen müsste. „Wir besuchen mal die Pettigrews, bis später Kinder!“ Mr. und Mrs. Potter verschwanden und machten sich auf um die Intensivstation zu besuchen, auf der Peters Eltern lagen. „Es hat sie also schlimm erwischt?“ fragte James und blickte besorgt auf den Jungen. Er sah blass aus und hatte einige Kratzer im Gesicht, so wie einen gebrochenen Arm. „Ihr Zustand ist stabil, aber kritisch. Seinen Dad hat es besonders schlimm erwischt, ihn haben drei Crucio Flüche getroffen, seine Mum nur einer.“

Die vier saßen eine Weile stumm da und betrachteten ihrem Freund, jeder in seine eigenen Gedanken versunken. Wenn es Peter erwischte, dann konnte es jeder sein. Sicher, seit Voldemort so mächtig geworden war, waren viele Unschuldige gestorben aber es waren stets Menschen gewesen, die sie nicht oder nur flüchtig kannten! Jedem war mit einem Schlag klar geworden, dass sie praktisch ständig in Gefahr schwebten! „Warum haben sie wohl seine Eltern angegriffen?“ Es war Sirius, der die Stille durchbrach. „Ich weiß nicht!“ Gab Remus müde zurück. Er hatte es bereits gestern erfahren, da ein Freund seines Vaters beim Tagespropheten arbeitete und die Zeitung so schon immer früher bekam. Moony war sofort ins Krankenhaus gefahren, seine Mutter hatte ihn begleitet, ihn aber später hier alleine gelassen. Er hatte nicht geschlafen, zuerst musste er Peter trösten, der noch unter Schock gestanden hatte und dann hatte er versucht ihn ein wenig abzulenken.

„Padfoot hat Recht, warum gerade die Pettigrews? Sie waren weder besonders einflussreich noch mächtig. Eine ganz normale Zaubererfamilie halt, sie haben doch nie etwas Auffälliges getan!“ James verstand es nicht, was konnten die Death Eater schon gegen Peter und seine Familie haben? „Da ist noch etwas… Peter hat es mir erzählt als er gestern Abend noch wach war. Er meinte, sie hätten ihn angegriffen und seine Eltern wollten ihn beschützen. Darum haben sie sich vor ihn gestellt und wurden so schwer verletzt!“ Remus sank erschöpft in seinem Stuhl zurück, ihm kam es vor, als wäre selbst das Sprechen zu anstrengend. „Du meinst, sie wollten Peter umbringen? Das ergibt doch noch weniger Sinn!“ Lorelai war entsetzt. Warum sollte man das versuchen? Er war ein Junge, 16 Jahre alt und Schüler in Hogwarts. Nicht einmal ein besonders guter oder – wenn man ehrlich war – talentierter. Er stellte keine Gefahr dar! Was sie aber besonders erschreckte war der Gedanke, dass Sirius oder James oder Remus etwas passieren konnte! Dass sie das nächste Mal womöglich Erfolg haben würden…

Sirius schien ihre Gedanken zu erraten, denn er nahm ihre Hand und lächelte ihr aufmunternd zu. Plötzlich sprang Remus auf und rief „Seht mal, er blinzelt! Peter ist wieder wach!“ Tatsächlich schlug ihr Freund wenige Augenblicke später die Augen auf und sah sich verwirrt um. „James… Wie kommt ihr denn hierher?“ Er klang heiser und hustete heftig. „Hier trink erstmal.“ Sirius reichte ihm ein Glas Wasser, was Wormtail sofort herunterstürzte. „Wir haben es heute Morgen in der Zeitung gelesen und sind natürlich sofort gekommen! Wie geht es dir?“ Peter, der nicht daran gewöhnt war, im Mittelpunkt zu stehen, wurde rot und lächelte unsicher. „Wie soll es mir schon gehen…“

„Was ist denn passiert?“ Lorelai wollte es unbedingt noch einmal aus seinem Mund hören und vergaß über ihrer Neugier jegliches Taktgefühl. Dafür warf ihr Remus einen vorwurfsvollen Blick zu und stand auf. „Entschuldigt mich, ich habe die Geschichte ja schon einmal gehört und ehrlich gesagt, ich verhungere gleich!“ Erst jetzt bemerkten die anderen drei, dass sie auch etwas zu Essen vertragen könnten. Sie hatten kaum gefrühstückt, aber waren von der Sorge um ihren Freund zu sehr abgelenkt, um es realisieren. „Bringst du uns auch was mit?“ Remus nickte und verließ dann den Raum. Einen Moment lang war es wieder still, die anderen Hexen schliefen tief und fest, und schnarchten ab und zu. „Wir wollten noch einen neuen Umhang kaufen und dann waren sie plötzlich da! Mindestens 10, vielleicht mehr und sie wollten mich. Aber Mum und Dad haben mich verteidigt und jetzt sind sie…“ Lorelai legte Peter beruhigend die Hand auf den Arm, James versicherte sofort: „Das wird wieder, glaub mir!“ Sirius nickte sofort bekräftigend und grinste ihm aufmunternd zu. „Alles wird wieder gut, Wormtail!“ Die Tür öffnete sich und ein Heiler kam herein. „Es tut mir leid, aber ihr müsst jetzt gehen! Bald könnt ihr euren Freund wieder besuchen!“

Sie protestierten zwar, aber es hatte keinen Zweck. Schließlich verließen die drei das Zimmer und trafen draußen auf Remus. „Visite, wir müssen draußen bleiben!“ Der nickte und teilte jedem sein Essen aus. Gemeinsam suchten sie sich eine Reihe Sitzplätze und ließen sich nieder. „Mal ganz ehrlich, Peter? Ich verstehe es nicht!“ James grübelte noch immer, genau wie die anderen. „Wer weiß, vielleicht hat er uns ja etwas verschwiegen…“ Sirius wusste nicht warum, aber er hatte so ein Gefühl. „Peter und die Death Eater? Nein, das glaube ich nicht!“ Lorelai, die auf seinem Schoß saß, schüttelte energisch den Kopf. „Mum, Dad! Wie geht es Peters Eltern?“ Die Potters kamen gerade von der Intensiven, sorgenvolle Mienen auf den Gesichtern.

„Nicht so gut. Mrs. Pettigrew erholt sich sicher bald aber er…“ James Dad schüttelte bedauernd den Kopf und ließ sich in dem letzten freien Stuhl zwischen seiner Frau und seinem Sohn nieder. „Sein Dad wird doch nicht…“ Remus Stimme brach, jeder sah die beiden Erwachsenen ängstlich an und spürte einen Kloß im Hals. „Das ist nicht sicher. Wenn er die nächsten Tage überlebt, dann ja.“ Das war furchtbar, wenn Peter seinen Vater verlor, würde er das wohl nicht verkraften! Sirius schlang die Arme ein wenig fester um Lorelai, der lief ein Schauer über den Rücken bei dem Gedanken an Peters Dad.

Die Türe ging auf und der Heiler kam heraus. „Gehören sie zur Familie?“ Die kleine Gruppe sah sich unschlüssig an, Peter hatte keine anderen Verwandten als seine Eltern. „Nein, aber wir sind gute Freunde der Eltern. Er hat keine andere Familie als die beiden.“ Mrs. Potter sah den jungen Mann an und der nickte. „Gut, er wird in einer Woche entlassen. Ich habe bereits nach Hogwarts geschrieben, dort geht er doch zur Schule, oder?“ Alle nickten und entspannten sich ein wenig. Wenn er schon bald gehen durfte, dann war er nicht so ernst verletzt wie sie befürchtet hatten. „Sie sollten jetzt gehen, er braucht vor allem Ruhe!“

Eigentlich wollten sie nicht gehen, aber sie hatten keine andere Wahl. Mrs. Potter bot Remus an, den Rest des Tages in Godrics Hollow zu verbringen, doch der lehnte dankend ab. Also blieb den Freunden nichts anderes übrig als sich voneinander zu verabschieden. Sie umarmten sich länger als gewöhnlich und sahen sich ein wenig ängstlich an. Jeder hatte einen Gedanken im Hinterkopf: Was wäre, wenn den anderen etwas passiert? Schließlich trat Moony doch in den Kamin und verschwand nach Hause. Auch die anderen verließen das Krankenhaus und kamen wenig später im Wohnzimmer der Potters heraus. Die drei Jugendlichen verschwanden in James Zimmer und schlossen die Türe hinter sich.

„Jetzt erst recht! Ich will wissen, warum es irgendwer oder irgendwas auf Hogwarts und dessen Einwohner abgesehen hat!“ In Honeys Augen leuchtete Kampfgeist und Entschlossenheit als sie sich auf Prongs Bett fielen ließ. James, der lässig in einem Sessel saß stimmte zu. „Wissen wir nicht längst, wer das war?“ Sirius legte einen Arm um die Schulter seiner Freundin und zog sie näher an sich. „Voldemort? Nein, er war es nicht. Ich habe euch doch erzählt, dass ich in Moonys Gedanken gelandet bin…“ Die beiden Jungs sahen sie erwartungsvoll an und warteten bis sie ein wenig langsamer weiter sprach. Sie dachte über jedes Wort nach, da sie nicht genau wusste, wie sie es beschreiben sollte. „Also gut, ähm, Padfoot, du hast die Lavität von mir gelernt aber nicht richtig…“ Er zog seine Augenbraue hoch und wartete. „Du kannst mit mir in Gedanken sprechen, aber du fühlst nicht was ich in dem Moment fühle. Ihr könnt mir folgen? Ja, sehr schön. Ich hatte die gleichen Instinkte, Gedanken und… wie sage ich das? Moonys Sinne sind als Werwolf unglaublich gut und meine waren es auch!“

Sirius und James hörten ihr immer noch zu, gespannt darauf was sie zu sagen hatte. „Worauf ich hinaus will ist, dass ich das Ding was Nicholas angegriffen hat, auch gehört habe. Es war kein Mensch, sonst hätte Moony es gerochen und ich mit ihm. Es war etwas anders… dieses Rascheln war absolut untypisch. Ich habe so etwas noch nie gehört…“ Jetzt war es raus, sie hatte die ganze Zeit darüber nachgedacht. „Meint du, dass dieses Ding etwas mit deinem Verehrer zu tun hat?“ Sie sah James überrascht an, woher wusste er das? „Ich habe nur geraten aber anscheinend dabei voll ins Schwarze getroffen!“ Sirius sah sie verwundert an. „Du hast Recht, ich habe so ein komisches Gefühl aber ich kann es nicht erklären. Ich weiß nur eins, das hängt alles zusammen!“

Inzwischen war es abends und die drei saßen nach dem Essen auf der Terrasse, dick eingepackt in Decken und Schals, Mützen und Mäntel. „Wir machen eine Party für Peter, als Willkommensgeschenk! Das sind wir ihm schuldig.“ Die anderen nickten und lauschten James Vorschlag. Als er alles erläutert hatte, sprang Lorelia auf und lachte. „Du bist genial Prongs – na ja, manchmal. Wartet mal kurz!“ Sie rannte hoch in ihr Zimmer und kehrte mit einem Stapel Pergament zurück. „Dann fangen wir mal an zu schreiben! Wen laden wir ein?“

Die letzte Woche verbrachten sie mit der Party Planung und Hausaufgaben, wobei die für keinen der drei ein Problem darstellten. „Wie sagt McGonagall immer? Es ist eine Schande, wie so talentierte junge Zauberer ihr Talent für Streiche vergeuden…“ Sirius grinste und schrieb den letzten Absatz seines Aufsatzes. „Als nächstes machen wir Oromatea in Zaubertränke! Na ja, steht hier zumindest!“ James zog die Augenbraue hoch und beendete ebenfalls seinen Absatz. „Manchmal ist mir deine Freundin unheimlich Padfoot. sie weiß einfach alles!“ Der grinste nur und zuckte mit den Schultern. „Ihr beiden müsstest einfach mehr lesen! Aber da ihr dafür zu faul seid, verrate ich euch auch nicht was das für ein Trank ist!“ Sie streckte ihnen die Zunge heraus, wofür sie einen Stapel Blätter ins Gesicht bekam.

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Beitragvon Haruka blau » Fr 21 Okt, 2005 16:00

Kapitel 9 – Ein Traumpaar?!

Lorelai ließ sich schwerfällig auf ihr Bett fallen und schloss die Augen. Um sie herum kicherten einige Mädchen, man hörte hier und da Gesprächsfetzen oder lautes Lachen. „Hey, was machst du denn hier so ganz alleine?“ Lily ließ sich neben ihr auf der weichen Decke nieder und sah sie an. Lorelai spürte den neugierigen Blick aus den smaragdgrünen Augen auf sich gerichtet und seufzte. „Die Party Planung hat mich geschafft! Du kommst doch, oder Süße?“ Sie legte die Arme hinter den Kopf und stellte ein Bein auf dem Bett auf. „Ja klar. Aber wie wollt ihr das denn anstellen?“ Lorelai grinste in sich hinein, sie hatten ihren Plan perfekt ausgearbeitet und Peter für morgen Abend in den Kerker bestellt. Er wusste nicht, was das sollte, hatte aber sicherlich schon eine Ahnung.

„Lass das mal meine Sorge sein. Was willst du eigentlich hier? Du willst doch nicht über die Party reden!“ Lilys Wangen röteten sich ein wenig, jetzt wurde es interessant. „Ich wollte dich etwas fragen!“ Lorelai sah ihre Freundin amüsiert an und zog ihre Augenbraue hoch. „Na dann mal los!“ Lily Evans, Vetrauensschülerin und Schwarm der halben Schule war sichtlich nervös. „Wie hast du eigentlich Sirius kennen gelernt?“ Lorelai musste lachen, das war alles? Sie hatte schon sonst etwas befürchtet aber wenn es nur das war… „Gleich nach der Hauswahlzeremonie, neben dir war kein Platz mehr frei und da habe ich mich zu ihm und seinen Freunden gesetzt.“ Was sie ausließ, war die Tatsache, dass er ihr damals schon den Kopf verdreht hatte.

Sie wusste nicht warum, aber in seiner Gegenwart rasten ihre Gedanken, ihr Herz klopfte schneller und alles drehte sich. Das hatte sich bis heute nicht geändert, es war besser geworden, doch immer noch vorhanden. „Und wie seid ihr zusammengekommen?“ Lily wurde noch ein Stück röter, eigentlich drehte sich das doch alles um James. Sie würde es nie zugeben, aber so war es!

Lorelai liebte es auf einem Besen zu fliegen, auch wenn sie nicht im Quidditch Team war. Auch damals, in ihrem dritten Jahr in Hogwarts war sie schon ein Fan dieses Sportes, sie und Sirius hatten eine Wette abgeschlossen wer von beiden besser fliegen konnte. Damals hatte Peter sie mit einem Zauber von ihrem Besen geworfen und sie war einige Meter tief auf das Quidditch Feld gefallen. Als sie im Krankenhaus aufgewacht war, hatte sie erfahren, dass Sirius seinem Freund dafür die Nase gebrochen hatte und sie hatte Padfoot das erste Mal geküsst.

Danach beschlossen die beiden die Ereignisse zu ignorieren, bis eine Woche später das Hogsmeade Wochenende angekündigt wurde. „Na, Hon schon ein Date?“ James saß mit den Maraudern im Gemeinschaftsraum als sie herein gekommen war. „Nein, habe ich nicht. Aber das wird schon!“ Hatte sie leichtfertig erwidert, obwohl ihr gar nichts nach scherzen zu Mute gewesen war. Sie hatte sich verliebt, in Padfoot aber der schien sie gar nicht wahrzunehmen und ging ihr aus dem Weg… Sie hoffte auf eine Einladung von ihm, aber nichts dergleichen kam. Schließlich, am Freitagabend, war sie ziemlich verzweifelt. „Du kannst ja mit Kingsley gehen… oder Snivellus, der steht doch auf dich!“ James liebte es, sie damit zu provozieren. „Ach wir sind aber heute mutig, mit wem gehst du denn?“ Er wurde rot und begann konzentriert ins Feuer zu starren. „Evans hat ihn abblitzen lassen, wie üblich!“ Für diesen Kommentar bekam Remus einen drohenden Blick zugeschossen.

Später in dieser Nacht saßen nur noch drei Leute im Gemeinschaftsraum, Alice, Lorelai und Sirius. Er war ungewöhnlich still und las in seinem Zauberspruchbuch, etwas das er normalerweise nie tat! Endlich stand Alice auf und ging in den Mädchenschlafsaal, Padfoot stand ebenfalls auf und wollte sich davon machen. Aber so leicht würde sie ihn nicht davonkommen lassen! Ihr Herz klopfte schneller als sie ihn am Ärmel festhielt und er sich fragend umdrehte. „Ja? Ich bin müde, ich wollt eigentlich…“ Sie schüttelte den Kopf und schluckte ihre Nervosität hinunter. Darum bemüht ihre Hände vom Zittern abzuhalten, verschränkte sie sie vor der Brust und stellte sich vor ihn. „Warum weichst du mir aus?“

Man konnte regelrecht sehen, wie sein Gehirn arbeitet, aber ihm schien nichts einzufallen und so beschränkte er sich auf leugnen. „Tue ich doch gar nicht!“ Es klang nicht sonderlich überzeugend, seine Stimme zitterte ein wenig, was Lorelai mit Genugtuung feststellte. „Doch und ich will wissen warum. Gut, du hast mich geküsst, was soll’s! Wir sind nur Freunde…“ Sie hoffte so sehr, dass sich das ändern würde! „Ja, du hast Recht. Freunde…“ Es schien ihn zutreffen, dass sie nicht mehr für ihn empfand. „Dann können wir uns doch auch unterhalten. Also, hast du ein Date für Hogsmeade?“ Sie stand mitten in seinem Weg, er kam nicht umhin zu antworten. „Nein, habe ich nicht.“

Das überraschte sie angenehm, er war immerhin der Mädchenschwarm in Hogwarts und hatte sonst fast immer ein Rendezvous wenn er wollte! „Ich muss wirklich gehen. Bis morgen!“ Er schob sie zur Seite und ging auf schnellstem Weg in den Schlafsaal. Lorelai blieb allein zurück und sah ihm nach. Männer, wer sollte bitte aus denen schlau werden? Sein Verhalten hatte sie verletzt aber sie würde es sich nicht anmerken lassen! Vielleicht sollte es einfach nicht sein… Das junge Mädchen drehte sich zum Feuer und betrachtete nachdenklich die Flammen. Er hatte sie mit diesem Blick angesehen, sie hätte schwören können… Egal, sie hatte sich geirrt!

Plötzlich polterte es hinter ihr und Sirius kam zurück. „Also gut, ich wollte ich eigentlich nicht fragen da ich… Ich hatte Angst, du könntest nein sagen, ok? Jedenfalls: Willst du mit mir nach Hogsmeade gehen? Ich würde mich riesig freuen!“ Sie konnte es kaum fassen, auf ihrem Gesicht machte sich ein glückliches Lächeln breit. „Ist das dein ernst? Ich weiß nicht…“ Sie würde ihn zappeln lassen, so wie er es getan hatte! Er war entsetzt über diese Antwort, man konnte es deutlich sehen! „Sieh mich nicht so an! Natürlich will ich mit dir dahin gehen, was denkst du denn?“ fragte sie schließlich lachend und trat einen Schritt näher zu ihm. „Ist das wirklich eine gute Idee?“ Ihre Augen weiteten sich, das konnte er nicht ernst meinen! „Wir sind so gute Freunde, ich will das einfach nicht aufs Spiel setzen!“ Dafür hatte sie ihre eigene Antwort, sie stellte sich direkt vor ihn, so dass sie sein Gesicht fast berührte und küsste sie. Er legte die Hände um ihre Taille und hielt sie eine Weile fest. „Korrigiere: Es ist eine fabelhafte Idee!“

Hogsmeade sollte ihr erstes, aber nicht das letzte Date sein. Sie spazierten gemeinsam durch Hogwarts und dessen Ländereien, saßen am See oder im Gemeinschaftsraum. Zwei Monate später kam Lorelai gerade von Verwandlung, sie war schon viel zu spät dran für das Mittagessen und rannte durch die Gänge. Plötzlich stand Lucius Malfoy und seine Gang vor ihr, ein fieses Grinsen auf dem Gesicht. „Sieh mal, wen wir da haben! Goldsmith, was willst du denn hier? Dieser Flur ist nur für Reinblütige und keine Schlammblüter wie du!“ Sie schluckte ihren Ärger herunter und beschloss sie zu ignorieren. „Crucio!“ Malfoy sah sie eiskalt an, als er diesen Spruch aussprach aber sie reagierte blitzschnell. „Reflecto!“ Der Blitz prallte auf ihren Schutzschild und flog direkt zurück zu Lucius. Er brachte sich durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit, aber er stolperte über einen seiner Freunde, der zu Boden krachte.

„Das wirst du büßen!“ Lucius war nun wirklich wütend und Lorelai überlegte fieberhaft wie sie da wieder heraus kommen sollte. „Lass auf der Stelle meine Freundin in Ruhe, Malfoy!“ Sie sah Sirius überrascht an, der sich der Gruppe näherte. Es sollte sie in diesem Moment nicht kümmern, doch sie konnte nichts anders. Er hatte sie als seine Freundin bezeichnet! Ihr Herz schlug so schnell, das sie Angst hatte, er könnte aufhören und tausende Schmetterlinge flogen in ihrem Bauch herum. „Was geht dich das an Black?“ Die beiden sahen sich hasserfüllt an, die Zauberstäbe zum Kampf erhoben. „Na, na, na, meine Herren! Gehen sie lieber zum Essen!“ McGonagall musterte die Schüler streng und drängte die Slytherins in die Große Halle.

„Meintest du das ernst?“ Lorelai stockte beinahe der Atem, sie musste ein wenig zu Sirius aufblicken, der nun vor ihr stand. „Ja, wenn du nichts dagegen hast…“ Er setzte ein selbstgefälliges Grinsen auf und hielt ihr den Arm hin. „Ms. Goldsmith, würden sie mir die Ehre erweisen, mich in die Große Halle zu begleiten?“ Sie lachte erleichtert auf und hakte sich bei ihm unter. „Da kommt ja unser Traumpaar!“ James grinste wie immer breit als er die beiden so sah!

„Was lachst du so?“ Lily sah ihre Freundin merkwürdig an. Sie war wieder in der Gegenwart, in ihrem Schlafsaal neben der Vertrauensschülerin, die sie neugierig ansah. „Nichts. Wie Sirius und ich zusammengekommen sind willst du wissen? Das wird eine sehr lange Geschichte, also mach es dir gemütlich!“ Und sie begann zu erzählen… Es war spät in der Nacht, als Lily endlich zufrieden war und keine Fragen mehr zu stellen hatte, abgesehen von einer: „Warum habe ich nichts davon mitbekommen?“ Lorelai lachte und schlug ihrer Freundin sanft auf die Stirn. „Du warst zu sehr damit beschäftigt Prongs zu hassen, Goldstück! Dabei ist er gar nicht so übel!“ Und zu ihrer Überraschung protestierte Lily nicht sondern zuckte nur mit den Schultern. Gab es doch noch Hoffnung für die beiden?

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Beitragvon Haruka blau » Fr 21 Okt, 2005 16:01

Kapitel 10 – Bella Italia

Die erste Zaubertrank Stunde nach den Ferien, Professor Slughorn kam herein und strahlte seine Schüler an. „Guten Morgen! Wie war euer Weihnachten?“ Lorelai warf Peter einen besorgten Blick zu, aber dem schien die Frage nichts auszumachen. Wie taktlos konnte man denn sein? Jeder wusste, was mit den Pettigrews passiert war und bemühte sich den armen Wormtail aufzuheitern! Alle – bis auf Slughorn natürlich! Lorelai knurrte leise vor sich hin, aber der Professor hörte davon nichts. Er schrieb etwas an die Tafel, Oromatea! Dieser Trank war ein Wunschzaubertrank, der dem Trinkenden beinahe jeden Wunsch erfüllt. Honey kannte ihn schon, sie hatte darüber gelesen und beobachtete nun die erstaunten Gesichter von James und Sirius, die ihren Mund nicht mehr zu bekamen.

Etwas später saßen alle konzentriert über ihren Kesseln oder schnippelten die Zutaten. „Wow, das ist ganz schön anstrengend.“ Remus, der neben Honey saß, wischte sich den Schweiß von der Stirn und deutete auf sein Gebräu. „Sieht doch gar nicht mal so schlecht aus!“ Natürlich waren die Tränke von den Maraudern, abgesehen von Peter, und auch der von Lily perfekt. Slughorn lobte Evans und jeder der Fünf bekam 10 Punkte für Gryffindor. „Sag mal, was hälst du eigentlich von…?“ Sirius und Honey unterhielten sich wieder einmal in Gedanken und warfen sich viel sagende Blicke zu. „Keine schlechte Idee! Ich könnte ein bisschen Sonne gebrauchen!“ Er nickte und das Grinsen wurde immer breiter. „Natürlich könnt ihr den Zaubertrank nun ausprobieren, aber es sei euch nicht dazu geraten, denn…“

Er kam gar nicht dazu weiter zusprechen, denn in diesem Moment gab es einen Knall, dann noch einen und alle Schüler sahen sich neugierig oder ängstlich um. Kurz zuvor hatte sich Lorelai verschwörerisch zu Remus gebeugt und ihm ins Ohr geflüstert: „Arrivederci!“ Er sah sie verwirrt an und schüttelte den Kopf. Als er erkannte, was sie gerade tat, wollte er sie noch davon abhalten, aber es war zu spät. Lorelai hatte einen großen Schluck Oromatea getrunken und war verschwunden! Genau wie Sirius, wie Remus zu seinem Entsetzen feststellte! „Was… was ist passiert?“ Slughorn blickte sich verwundert um, als der Rauch, der sich bei dem Verschwinden der beiden entstanden war, gelegt hatte. „Wo sind Mr. Black und Ms. Goldsmith?“ Remus schluckte und hob seine Hand. „Sir, ich befürchte sie sind in…“

„Italien? ITALIEN? Was zum Teufel tun die beiden Schüler in Italien? Wenn ich die erwische, das gibt Ärger wie noch nie zuvor!“ McGonagall sprang von ihrem Schreibtisch auf und warf Remus einen vorwurfsvollen Blick zu. Der stotterte mühsam: „Sie wollten sicher nicht, sie haben nicht nachgedacht. Bitte, Professor!“ Er saß nun schon eine halbe Stunde in dem Büro der Vizedirektorin und wurde angeschrieen. Er war sich sicher, dass seine Freunde im Moment wesentlich mehr Spaß hatten!

„Was glaubst du eigentlich, was du da tust?“ Lorelai lachte und schlug die Hände vors Gesicht. Sie konnte ihr Glück kaum fassen, sie war in Italien, in Rom, die Sonne schien und Sirius stand neben ihr. „Hör auf, das ist peinlich!“ Sie bekam kaum noch Luft vor lauter Lachen! Die Menschen neben ihr wunderten sich wahrscheinlich warum sie einen Hund anschrie, aber was das große schwarze Tier neben ihr veranstaltete, war wirklich nicht mehr normal. Zuerst war er nur auf und ab gesprungen, aber jetzt rannte er im Kreis, jagte seinen Schwanz und das in einem der vielen Springbrunnen Roms. „Ich bitte dich inständig, komm da raus!“ Sirius gehorchte, hüpfte leichtfertig auf den Steinrand und schüttelte sich.

Eine Minute später war Lorelai komplett durchnässt, ihr Kleid klebte an ihrem Körper und die Haare waren völlig ruiniert. „Das ist nicht lustig, Mr. Black!“ Sirius, der sich in eine unbeobachteten Moment zurückverwandelt hatte grinste sie an und strich sich sein eigenes trockenes Haar lässig zurück. „Komm mit, wir haben noch ein paar Stunden!“ Ihr Wunsch waren 6 Stunden in der italienischen Hauptstadt gewesen und bisher war gerade einmal die Hälfte vorbei. „Eis?“ Sie zog ihn zu einem kleinen Café, sie ließen sich auf die bequemen Stühle fallen und bestellten je einen Capuccino und einen großen Eisbecher. „Dir ist doch klar, dass McGonagall uns umbringen wird, oder?“ Er nickte und grinste weiter frech. „Wenigstens haben wir uns das Nachsitzen diesmal verdient…“ Ja, das hatten sie wirklich.

Ein freundlicher Muggle hatte ein Bild von ihnen vor dem Colloseum gemacht, sie waren so gut wie überall in der ewigen Stadt gewesen und hatten sich königlich amüsiert. Nun saßen sie nebeneinander auf einer der vielen Brücken am Tiber, das Castello Sant’ Angelo leuchtete im Hintergrund und der Fluss strömte träge dahin. „Siehst du den Stern da oben? Das, meine Liebe ist der Sirius, der Hundestern!“ Sie nickte und betrachtete den hellsten des Sternbildes lange. Er passte zu ihrem Freund, aber das würde sie ihm natürlich nicht sagen. So saßen sie eine Weile schweigend da und genossen die Atmosphäre, sie hatte sich an ihn gekuschelt und ließ die Beine über der Brüstung baumeln.

„Schade das es nicht immer so sein kann, oder?“ Sie hätte für immer auf dieser kleinen Brücke sitzen bleiben können, eng an ihren Freund geschmiegt in einer warmen Winternacht… „Vielleicht kann es das ja?“ Er klang hoffnungsvoll, obwohl beide wussten, dass es nur ein Wunsch bleiben würde. „Bald sind unsere sechs Stunden um, dann müssen wir zurück nach Hogwarts und uns McGonagalls Strafpredigt anhören!“ Sirius legte seinen Arm um sie und zog sie ein wenig fester an sich. „Kannst du dir ihr Gesicht vorstellen?“ Sie musste lachen und nickte. „Mr. Black, Ms. Goldsmith, das war unverantwortlich und kindisch! Dafür werden sie die nächsten dreißig Jahre nachsitzen bei Mr. Filch, haben sie mich verstanden? Wie konnten sie nur?“ Beide lachten laut los über Lorelais Imitation, die dem Original ziemlich nahe kam. „Noch eine halbe Stunde, was machen wir?“

Sirius sah sie an und dabei spiegelten sie die Sterne in seinen grauen Augen. „Mhm, wie wäre es mit dem Petersplatz im Mondlicht?“ Er nickte und zog sie auf die Füße. Gemeinsam liefen sie durch die Straßen, vorbei an Touristengruppen und schwätzenden Italienern bis sie auf dem berühmtesten Platz angekommen waren. „Signora, einen Tanz?“ Sie schüttelte bloß lachend den Kopf und nahm seine Hand. Er summte leise eine Melodie in ihr Ohr als sie langsam über den inzwischen fast menschenleeren Platz schwebten. „Hey, du Meistertänzer, es ist so weit, sag Rom auf Wiedersehen!“

Kaum hatte sie diese Worte ausgesprochen standen sie mit einem lauten Knall und viel Rauch in McGonagalls Büro. Die sah sie unendlich streng an. „Hi Professor, wir haben ihnen was mitgebracht!“ Sirius zauberte eine kleine Goldkette aus der Tasche und hielt sie der Lehrerin mit seinem charmantesten Lächeln hin. „Ihr Hundeblick wird ihnen nichts helfen, Mr. Black! Genauso wenig wie dieses zugegebener Maßen aufmerksame Geschenk!“ Ein kleines Lächeln stahl sich über die zusammengepressten Lippen als sie ihrem Schüler das Kettchen abnahm.

„Sie werden nachsitzen, bei mir und mir hundert Gründe aufschreiben warum es eine schlechte Idee ist, aus dem Unterricht zu verschwinden! Wir haben uns Sorgen gemacht! In diesen Zeiten, Kinder denkt doch einmal nach! Des Weiteren werdet ihr Mr. Filch ein paar Abende, soll heißen den nächsten Monat lang, jeden Abend nach dem Essen Gesellschaft leisten! Für ihre unverantwortliche und kindische, nicht zu vergessen gedankenlose und gefährliche Aktion bekommt Gryffindor 50 Punkte abgezogen, für sie beide!“ Die zwei Schüler nickten und versuchten betroffen auszusehen, aber sie konnten das Grinsen einfach nicht von den Lippen bekommen.

„Hat es sich wenigstens gelohnt?“ fragte Remus als sie den Gemeinschaftsraum wenig später betraten. „Ja, könnte man so sagen.“ Sirius grinste immer noch, genau wie Lorelai. „Da sind sie ja, meine Helden!“ James sprang auf sie zu und umarmte sie lachend. „Seid ihr wahnsinnig?“ Lily sah sich böse an, dabei hatte sie eine gewisse Ähnlichkeit mit McGonagall. „Evans, wie wäre es, wir beide in Rom?“ James grinste ihr zu, aber sie verdrehte nur die Augen und verließ den Raum. „Schade, dann vielleicht was anderes?“ Er schrie ihr nach, aber Lily war schon im Schlafsaal. „Ich gehe auch ins Bett, ich bin viel zu müde um noch irgendwas zu tun!“ Lorelai wollte schon gehen, aber sie durfte nicht.

Ihre Freunde wollten alles wissen und so erzählten Sirius und Lorelai noch eine Gute Stunde. Sogar Lily kam zurück und setzte sich zu ihnen, wobei sie tunlichst darauf achtete James nicht anzusehen. Als sie die Strafe der beiden hörte seufzte sie und meinte nur: „Seid froh, dass sie euch nicht rausgeworfen haben, ihr Verrückten!“ Aber man konnte ihr ansehen, dass sie auch gerne dabei gewesen wäre. Vermutlich allerdings lieber mit Prongs als mit Padfoot, dachte Lorelai bei sich und nickte. „Stimmt und jetzt geh ich endgültig ins Bett!“ Sie drückte Sirius einen Kuss auf den Mund und verschwand, gefolgt von Lily, nach oben.

„Ich hab mir echt Sorgen gemacht, Süße!“ Lily schmiss sich auf ihr Bett, so dass dieses gefährlich knarrte. „Ach was, es war wirklich genial! Schade dass der Trank nur einmal wirkt!“ Jedes Wochenende in Rom, dass wäre nach ihrem Geschmack gewesen! „Und die Party? Steigt die trotzdem?“ Lorelai nickte, sie mussten jeden Abend mit Filch verbringen aber jeweils nur eine Stunde. „Was soll ich denn dann anziehen?“ Lily machte sich Sorgen um ihr Outfit? Das war neu, sie sah zwar immer gut aus aber achtete nie wirklich darauf… „Für wen willst du dich denn hübsch machen?“ Lorelai grinste über das ganze Gesicht und war ihr Freundin bedeutungsvolle Blicke zu. „Ach halt den Mund!“ Lily zog mit einer raschen Bewegung die Vorhänge des Bettes von und knipste das Licht aus. Sie wollte wohl nicht darüber sprechen…

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Beitragvon Haruka blau » Fr 21 Okt, 2005 16:01

Kapitel 11 – Die Party

Lorelai stand in Dumbledores Büro und sah ihn mit bittenden Augen an. „Aber Peter verdient es… Kommen sie schon, Direktor!“ Honey klimperte mit den Wimpern und warf die Hände genervt in die Luft. „Was soll ich noch machen? Auf Knien vor ihnen herumrutschen? Es ist nur eine kleine Willkommensfeier!“ Dumbledore verdrehte die Augen und nickte schließlich. „Gut, bitte, aber nur dieses eine Mal. Und keinen Alkohol!“ Sie grinste breit und sprang aus dem Sessel auf. „Danke, Sir und nein, Sir, natürlich nicht. Was denken sie denn von uns?“ Sie rannte heraus, die Treppe hinab und auf den Flur. „Ja! Er hat ja gesagt!“ Unten warteten schon James, Remus und Sirius, in dessen Arme sie hüpfte. „Ehrlich? Fantastisch! Dann können wir ja loslegen!“

Er konnte es kaum fassen, Dumbledore hatte zugestimmt. Die Party für Peter würde stattfinden, nach dem Quidditch Spiel am nächsten Wochenende! Samstag auf dem Feld, Sonntag hoffentlich mit Lily Evans auf der Tanzfläche. James würde es auf jeden Fall versuchen, auch wenn seine Chancen verschwinden gering waren! Er konnte einfach nicht anders, er musste dieses Mädchen einfach haben! Er wusste es vom ersten Moment, an dem er sie gesehen hatte und versuchte es seither unermüdlich. Vielleicht würde er ja endlich Erfolg haben, denn in letzter Zeit schien sie ihm nicht so distanziert wie sonst. „Kommst du Prongs oder willst du die Wand weitere fünf Minuten anstarren? Es gibt Essen.“

„Manchmal bist du eine echte Nervensäge Sirius, weißt du das eigentlich?“ Er rannte seinen Freunden nach, die schon ein paar Meter weiter vorne waren. „Ich sage es ihm jeden Tag, aber er will mir einfach nicht glauben!“ Lorelai lachte als Padfoot ihr eine Kopfnuss verpasste. „Hey, was soll das? Du hast auf meiner Seite zu stehen!“ Das angesprochene Mädchen grinste nur und legte den Arm um Sirius. „Wir müssen Peter überraschen! Am Besten wir sagen ihm nichts davon!“ Remus, der seinen Freunden bisher zugesehen hatte, hielt ihnen nun eine schnell gekritzelte Liste hin. „Prongs, sieh zu das du diese Sachen von den Hauselfen kriegst! Dich mögen sie schließlich am liebsten… Hon, du schnappst dir die Gäste und Padfoot, du und ich wir bereiten unten alles vor. Der Spiegelsaal muss schließlich glänzen für unseren Peter!“

Als sie in die Große Halle kamen, verstummten die vier und setzten sich zu Peter, der ziemlich verloren aussah. „Wo wart ihr denn?“ fragte er mit seiner quietschenden Stimme und blickte seine Freunde ängstlich an. „Wirst du schon noch sehen!“ Lorelai lud sich einiges an Essen auf den Teller, was von den anderen Maraudern mit Belustigung registriert wurde. „Sag mal Hon, wie kann ein einzelner Mensch nur so viel Essen? Ein Wunder, dass du noch nicht aussiehst wie Sluggy!“ James schüttelte erstaunt den Kopf und bediente sich dann selbst. Lorelai zog es vor nicht zu antworten und betrachtete stattdessen Peter. Der warf ihr immer wieder seltsame Blicke zu, was er wütend auf sie? Sicher, er hatte sie wirklich gemocht aber so offen? Seltsam…

Der große Tag war gekommen, Gryffindor hatte beim Quidditch gewonnen und das ganze Haus war in Hochstimmung! Lorelai stand vor dem Spiegel und betrachtete zufrieden ihr Party Outfit: ein ärmelloses pinkes Shirt und eine ausgeblichene Jeans, kombiniert mit Chucks und einem Pferdeschwanz. „Passt das?“ Lily warf ihr einen fragenden Blick zu und drehte sich zwecks Vorführung einmal. „Man könnte meinen, du willst jemanden beeindrucken, so wie du dich benimmst! Und ja, du siehst toll aus! Komm.“ Sie packte die Rothaarige am Arm und zog sie die Treppe herunter, wo James und Remus schon warteten.

„Wow! Evans!“ James sprang auf, als er sie sah und pfiff laut. „Du siehst fantastisch aus!“ Er konnte gar nicht aufhören sie anzustarren. „Danke Potter. Nicht das ich ein Kompliment von dir bräuchte!“ Aber ihre roten Wangen verrieten sie… „Kommt schon, wir müssen los!“ Remus lief zu dem Eingang der Gryffindor Gemeinschaftsraums, gefolgt von den anderen. Sie schlichen leise durch das verlassene Schloss, entweder die Schüler schliefen oder sie waren schon unten auf der Party. „Da wären wir, das Verlies!“ Lorelai hob den Wandteppich zur Seite und verneigte sich leicht.

„Da soll ich rein? Vergiss es!“ Lily warf einen skeptischen Blick in das Dunkel hinter dem Teppich und schüttelte energisch den Kopf. Sie war noch nie hier gewesen und so kannte sie auch den Party Raum nicht. „Keine Angst, das ist harmlos!“ Lorelai ließ keinen Widerspruch gelten und zog ihre Freundin in die Dunkelheit, dicht gefolgt von den Jungs. „Lumos!“ Sofort erhellte sich der Raum. Lily nahm Honeys Hand und gemeinsam gingen sie schnell durch die Kerker Räume bis zu dem wunderschön erleuchteten Spiegelsaal. Die Vertrauensschülerin sah sich erstaunt um, unfähig etwas zu sagen.

Sirius und Remus hatten sich besonders viel Mühe gegeben, überall leuchteten bunte Lichter, Kerzen und Lampen, ein paar Sofas und eine Bar plus Buffet war aufgestellt und auf der
Tanzfläche in der Mitte bewegten sich bereits einige Paare zur Musik. Remus erstarrte, als er seinen Schwarm Charlotte in einem der bequemen Sessel erblickte. „Sie scheint sich zu langweilen, geh doch hin! Sirius und Wormtail kommen erst in ein paar Minuten!“ Zumindest war das so geplant und Moony hatte keine andere Ausrede. Also ging er mit einem mulmigen Gefühl zu der hübschen Rawenclaw, die sich mit Frank Longbottom und Stanley unterhielt. „Ich lasse euch auch mal alleine, viel Spaß noch!“ Lorelai zwinkerte ihnen zu und verschwand um sich etwas zu trinken zu holen. Lilys warnenden Blick ignorierte sie mit Absicht, die beiden mussten endlich zusammenkommen!

Als Peter wenig später herein kam, stockte auch ihm der Atem. Er bedankte sich immer wieder bei seinen Freunden und freute sich sichtlich. „Schau mal, da sitzt Alice, wie wär’s denn mit einem Tanz?“ Sirius schubste seinen Freund zu dem Mädchen, der stolperte vorwärts und fiel Alice fast in den Schoß. „Gute Idee, Padfoot, komm.“ Lorelai zog ihn auf die Tanzfläche, er legte seine Arme um sie und sie tanzten eng umschlungen. „Was hast du, du bist so still?“ Sirius schüttelte nur den Kopf und küsste ihr Haar. „Willst du es wirklich wissen?“ Sie blickte auf, sah ihm in die grauen Augen und nickte. „Ich habe Peter gesucht, er war nicht im Gryffindor Raum. Als ich ihn gefunden habe, hat er sich gerade mit Snivellus und Narcissa unterhalten.“

„Das muss doch nichts heißen, sie haben ihn sicher nur aufgehalten!“ Er verneinte, sie sah ihm an, dass er sich Sorgen machte. „Lass es für heute gut sein, ok?“ Um ihren Vorschlag zu bekräftigen küsste sie ihn und zog ihn dann an die Bar. „Schau mal, ich glaub es ja nicht!“ Padfoot deutet auf ein Paar, das nun tanzte. „Sind das…?“ Er nickte und grinste breit. „Sie sehen gut zusammen aus!“ Lorelai nippte an ihrem Wodka und dachte für einen Moment an Dumbledore. Hey, wer hat behauptet Wodka sei Alkohol?

„Bild dir bloß nichts ein, Potter. Nur weil ich mit dir tanze, werde ich nicht mit dir ausgehen! Ich bin bloß vor diesem aufdringlichen Rawenclaw Kerl geflüchtet!“ Lily sah genervt aus und als sie die Blicke von Sirius und Lorelai bemerkte, die ihr zuprosteten. Verdrehte sie nur noch einmal die Augen. Schlimm genug, dass sie mit Potter tanzen musste aber jetzt auch noch das! Obwohl, wenn sie ehrlich zu sich war, es gefiel ihr. Oh nein, ich bin doch nicht verknallt in diesen Idioten… Nein, ganz sicher nicht. Lily war froh als das Lied vorbei war und sie sich zu ihren Freunden an die Bar gesellen konnte. So musste sie wenigstens nicht mehr daran denken, wie gut es sich angefühlt hatte in James Armen zu liegen!

„Wer räumt jetzt auf?“ James verteilte einige Stunden später Strohhalme, unter denen waren vier kurze. „Ich!“ Padfoot seufzte und heilt den kurzen Trinkhalm hoch. Lorelai tat es ihm gleich, genau wie Stanley. Und der letzte… Das war er selbst! Na wunderbar, jetzt hatte er auch noch die Arbeit! Zu seiner immensen Enttäuschung ging Lily mit einem Hufflepuff Jungen, Remus war selig weil er ein Date mit Charlotte für morgen in der Bibliothek hatte und Peter lachte sich immer noch über einen seiner Witze kaputt. „Dann mal los!“ Lorelai wedelte mit ihrem Zauberstab, fast war er neidisch. Er war gut, einer der besten aber was diese Frau für Sprüche draufhatte war schon faszinierend. Sicher, sie las viel aber trotzdem!

Eine halbe Stunde später war alles wieder blitzblank, abgesehen von dem Boden. Padfoot, der die letzten Essenreste verschwinden ließ und Lorelai, die ihm dabei mehr oder weniger half, waren zu beschäftigt. Sie veranstalteten eine Schlacht mit Kuchen und waren schon über und über mit Sahne und Schokoladenguss bedeckt. „Warte, das kriegst du zurück!“ Honey lachte und warf einen Muffin nach ihrem Freund, der diesen auch prompt am Kopf erwischte. „Meine Haare! Das war’s, das schreit nach Rache!“ Er packte sie und drückte ihr einen Kuchen direkt ins Gesicht. „Lass mich das doch einmal wegküssen.“ Er beugte sich vor und schnappte sich eine Marzipanrose aus ihrem Haar. „Davon träumst du nur!“ James grinste, das könnten er und Lily sein wenn sie nur nicht so verdammt stur wäre.

Stanley war derweil mit einem Besen gegen eine der Statuen gestoßen und starrte nun mit offenem Mund darauf. „Leute…“ Alle sahen ihn und die weiße Figur an. „Geh da lieber weg, wer weiß was das ist!“ Lorelai beschlich ein ungutes Gefühl, sie lief über den glatten Boden zu dem kleinen unscheinbaren Jungen. Der hörte nicht auf ihren Rat und ging immer näher zu der Statue! „Lass das!“ James stand neben seinen beiden Freunden und blickte Stan besorgt an. Er hatte ein seltsames Glitzern in den Augen und starrte geistesabwesend auf etwas, dass sie nicht sehen konnten! Plötzlich holte er etwas hervor: Ein Amulett. „Damit habe ich gewonnen, sie wird mich lieben!“ Er strich beinahe zärtlich über den Anhänger und grinste dabei. „Stanley, lass das.“ James wollte seinen Freund am Arm nehmen, aber der schlug ihn weg… „Lasst mich in Ruhe! Ich habe es endlich, nach so vielen Jahren!“ Dann geschah etwas Furchtbares…

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Beitragvon Haruka blau » Fr 21 Okt, 2005 16:02

Kapitel 12 – Ein lang gehütetes Geheimnis

Stanley lachte irre und schrie dann: „Alles was ich will auf der Welt ist Charlotte!“ Ein weißes Licht begann um ihn herum zu leuchten, die drei Freunde wichen ängstlich zurück und sahen sich an. „Was ist das?“ Sirius hörte Honeys verängstigte Stimme in seinem Kopf, doch er konnte ihr die Frage nicht beantworten. Doch jeder wusste, dass es gefährlich war. Plötzlich zuckte Stanley zusammen und brach auf dem Boden vor ihnen zusammen.

„Stan!“ James wollte ihm helfen, aber Sirius packte ihn geistesgegenwärtig am Arm. „Nein, tu das nicht!“ Prongs hielt inne, aber er wünschte sich nichts mehr als seinem Freund zu helfen, der sich nun schreiend am Boden krümmte. „Macht dass es aufhört, bitte!“ Er streckte seine Hand nach den dreien aus, aber das Licht trennte sie. Es wurde immer stärker, tausende kleine Punkte tanzten um den Jungen. „Was passiert mit ihm?“ Diese Frage stellte sich jeder der Marauder. „Es sieht aus… als würde er in das Amulett gezogen werden!“ Lorelai glaubte selbst nicht, was sie sagte aber sie wusste, dass es stimmte. „Genau das geschah mit Stanley und sie konnten ihm nicht helfen.

Der kleine schmächtige Junge wand sich am Boden, Blut lief aus seinem Mundwinkel auf die glatten Fliesen und er schrie so laut wie er konnte. Die Lichtkugeln begannen auf ihn einzustürzen, immer schneller und heftiger. Bei jedem Treffer schrie er noch lauter, die Stimme inzwischen schmerzverzerrt. Sein Gesicht schien zu altern, er hatte plötzlich dunkle Ringe unter den Augen und das Haar wurde weiß. Oder war es nur das blendende Licht? Lorelais Herz schlug so schnell wie noch nie, Tränen liefen über ihre Wangen und sie zitterte am ganzen Körper. Sie hatte furchtbare Angst – um Stanley, der einer ihrer Freunde und Mitschüler war und um die anderen. Was, wenn das Licht sich ausbreitete? Wie konnten sie ihm nur helfen? Sie überlegte fieberhaft, aber in ihrem Kopf hörte sie eine unerbittliche Stimme, die ihr höhnisch zu rief: Du kannst nichts mehr tun, er hat verloren!

Das Licht wurde stärker, so stark das sie die Augen schlossen und nur noch einen letzten, verzweifelten Schrei hörten. Danach gab es eine Explosion, eine Welle aus Licht bereitete sich plötzlich aus, stieß die Freunde zu Boden und erfüllte den ganze Raum. Lorelai hörte Tausende Stimmen in ihrem Kopf, Bitten und Flehen, sie bekam keine Luft mehr. Sie rang nach Atem, aber es nützte nichts. Sie würde ersticken! Ihre Finger schlossen sich um ihre Kehle, die Stimmen in ihrem Kopf wurden immer mehr! Sie hielt das nicht mehr aus! Panik befiel sie, sie wollte sich aufrichten. Nur raus hier, weg von all dem. Aber dann, das Amulett sog das Licht förmlich zurück und die gequälten Schreie verschwanden aus ihren Gedanken. Sie japste, keuchte schwer, endlich bekam sie wieder Luft.

Lorelai sah sich um, James und Sirius schienen auch in Ordnung aber Stanley… „Wo ist er?“ Prongs rannte zu dem Amulett um es zu untersuchen, aber die anderen beiden hielten ihn zurück. „Spinnst du? Willst du, das es dir ergeht wie ihm?“ Über Honeys Wangen liefen nun heiße Tränen, sie konnte immer noch nicht richtig sehen und schwankte leicht. Die Sterne vor ihren Augen begannen sich zu lichten und das Bild wurde wieder schärfer. Sie war zu schnell aufgestanden in ihrer Angst um James. „Wir müssen Dumbledore holen!“ Sirius packte seine Freunde und zog sie durch den Kerker. Während James bald alleine lief, stolperte Honey mehrmals und nur Padfoots fester Griff hielt sie davon ab auf den Boden zu fallen.

In ihrem Kopf drehte sich alles, hatte sie das eben wirklich erlebt? In ihrem Kopf waren noch immer Echos der Stimmen, ihre Freunde hatten sie nicht gehört! Oder doch? Stanley, sie spürte wie die Panik wieder Überhand gewann. Nein, das durfte sie nicht zulassen. Dumbledore würde ihn retten, er konnte doch immer alles zum Guten wenden. „Schokofrösche!“ Lorelai rang nach Atem als sie das Passwort flüsterte. Ihre Kehle brannte, ihr Mund war trocken und ihr Kopf schmerzte wie noch nie zuvor. Eigentlich tat ihr alles weh, jede Faser ihres Körpers wollte nur noch eines: schlafen! Aber sie mussten Stan retten! Die Drei stolperten die Wendeltreppe nach oben und in das Büro des Direktors. Der alte Zauberer sah sie überrascht und zugleich extrem besorgt an.

„Was macht ihr zu so später Stunde noch hier?“ Er betrachtete die drei, keuchend und mitgenommen, das Mädchen weinte. „Stanley… ein Amulett… im Verlies… kommen sie!“ War alles, was die Schüler zusammenbrachten, aber Dumbledore ahnte etwas. Er folgte ihnen so schnell er konnte und stand wenig später in dem Spiegelsaal. „Stanley hat sich etwas gewünscht?“ Er klang bedrückt als er das Medaillon vom Boden aufhob. „Ja Sir. Und dann…“ James kam nicht weiter, denn der Direktor hob die Hand um sie zum Schweigen zu bringen. „Es tut mir Leid… Ich kann nichts mehr für ihn tun!“ Die Freunde starrten sich entsetzt an. Das konnte nicht sein ernst sein!

„Aber Sir…“ Sirius war verzweifelt, er sah den weisen Zauberer flehend an. „Ich wünschte ich könnte. Dieses Amulett muss wieder verschlossen werden!“ Energisch schritt er vor und versteckte es wieder an seinem alten Platz in der Statue. „Kommt, ich muss euch einiges erklären.“ Dabei warf er Lorelai einen besonders besorgten Blick zu und führte die drei wieder in sein Büro. „Wo soll ich am besten beginnen? Hogwarts ist alt, sehr alt und ich nehme an, sie sind mit der Gründungsgeschichte vertraut?!“ Lorelai nickte, immer noch zitternd. Sie hatte sich die Tränen weggewischt und sich neben Sirius und James in eines der Sofas gekuschelt. „Gut, diese Galerie, die sie gefunden haben, hätte ich es doch gewusst! Ich hatte eine Ahnung aber sicher war ich mir nicht. Doch jetzt, der arme Stanley!“ Die Marauders wussten nicht, was sie antworten sollten. Sie waren noch zu mitgenommen von den letzten Ereignissen.

„Dieser Saal wurde lange vor Salazar Slytherin und seinen Freunden gebaut. Er gehörte zu einem alten, einem verlassenen Schloss auf dessen Fundamenten Hogwarts einst errichtet wurde. Niemand weiß, wer der Besitzer dieses Ortes war, aber eins steht fest: Er besaß viel Macht, dunkle Macht. Hinter jeder der Figuren, so heißt es, liegt ein furchtbares Unheil versteckt aber das schlimmste von allen ist das Amulett. Es bringt Tote zurück und kann dir die Liebe eines Menschen geben aber dafür fordert es einen grausamen Tribut.“ Er brach ab und sah Honey forschend an. „Ms. Goldsmith?“ Sie nickte und begann zu sprechen. „Die Seelen, derer, die sich etwas gewünscht haben – sie sind in dem Amulett gefangen!“ Sie hatte sie gehört und im gleichen Moment die Wahrheit gewusst. Aber sie wollte es nicht eingestehen, wollte Stanley nicht aufgeben.

„Richtig, niemand weiß ob man das Medaillon zerstören kann oder was dann passiert. Denn es kann nur von einem besonders mächtigen Zauberer vernichtet werden!“ Im Stillen fügte er hinzu, jemand wie sie, Lorelai. Eine Lavitarin, die den Schmerz der Gefangenen fühlen konnte. „Ich muss sie bitten, mit niemandem darüber zu sprechen – absolut niemandem! Ich werde der Schule morgen die Nachricht bekannt geben und die Eltern informieren. Nicht einmal ihre Freunde dürfen davon wissen, denn das Risiko ist zu groß. Mir scheint als hat es eine beinahe hypnotische Wirkung auf jeden, der sich etwas sehnlichst wünscht, egal ob es Liebe ist oder einen Toten zum Leben zu erwecken!“

Lorelai, Sirius und James gingen schweigend zurück in den Gemeinschaftsraum, sie hatten es versprochen! Sie würden weder Remus noch Lily oder Peter davon erzählen und das Geheimnis auf ewig wahren. Keiner konnte schlafen, also setzten sie sich an dem Kamin und starrten gedankenverloren in die Flammen. „Wir sollten etwas über den Vorbesitzer herausfinden!“ James klang so entschlossen wie selten. Die beiden nickten und Lorelai lehnte sich sanft zurück und spürte Sirius starke Arme um sich. Er hielt sie fest, sie spürte, wie sie langsam aufhörte zu zittern und seine Hand nahm. Er drückte ihre fest und so saßen sie bis zum Morgengrauen still da, jeder in seine eigenen Überlegungen vertieft und doch dankbar für die Gesellschaft der anderen.

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Beitragvon Haruka blau » Fr 21 Okt, 2005 16:02

Kapitel 13 – Quidditch

„Bevor wir unser Frühstück beginnen, möchte ich ihnen allen eine traurige Nachricht verkünden. Gestern Nacht ist Stanley Stevenson, Gryffindor Schüler, auf tragische Weise bei einem Unfall verstorben.“ Dumbledore senkte die Stimme, während das Getuschel begann. Plötzlich sprang Charlotte vom Rawenclaw Tisch auf und rannte schluchzend hinaus. „Was sollte das denn?“ Alice, die es sich neben Lorelai gemütlich gemacht hatte, sah ihr verwirrt nach. „Sie kannte ihn doch kaum!“ James, Sirius und Lorelai warfen sich betretene Blicke zu, anscheinend hatte Stan sein Ziel doch noch erreicht…

Zur Mittagszeit gab es bereits hundert Gerüchte über die Art und Weise von Stanleys Tod, einige völlig aus der Luft gegriffen und andere, die der Wahrheit sehr Nahe kamen. „Nein, er wurde im Verbotenen Wald gefunden…“ Flüsterte Maureen einem Junge zu, als die beiden an den Maraudern vorbeikamen. Remus machte ein unglückliches Gesicht und seufzte tief, bevor er sich wieder hinter seinem Buch verkroch. „Moony, was ist denn los mit dir?“ James drückte die Lektüre so weit nach unten, dass sie ihrem Freund in die Augen sehen konnten. „Es ist Charlotte…“ Er wollte anscheinend nicht mehr sagen und begann wieder zu lesen. „Na, wenn du es uns nicht erzählen willst!“ Padfoot schüttelte den Kopf und James zuckte mit den Schultern. „Also gut, ich war vorhin bei ihr und sie hat gesagt, jetzt haltet euch fest: Sie meint, dass Stanley die Liebe ihres Lebens war. Bis heute morgen wusste sie nicht einmal, dass er existiert!“ Er war wirklich wütend, etwas das man bei Moony selten sah. „Vergiss sie einfach, Mann! Sie ist nur ein Mädchen!“ Peter schaffte es auf wundersame Weise, dass falsche zu sagen und erntete dafür nur böse Blicke.

„Wir machen heute einen Männerabend! Sirius, was meinst du?“ James grinste über das ganze Gesicht und versuchte so, seine Freunde mitzureißen. „Hat Lily wieder nein gesagt?“ Sie hatten die Masche natürlich sofort durchschaut, also nickte Prongs nur und meinte dann: „Komm schon, alter Junge! Nur wir vier! Entschuldige Lorelai…“ Die winkte ab, sie war auch daran gewöhnt. Typisch Marauder eben! „Also gut…“ Sirius war nicht begeistert, aber er gab sich geschlagen, da er wusste, dass ihn sein Freund sonst ewig nerven würde. „Meinetwegen!“ Remus schlug das Buch zu und seufzte. Ihm waren diese Männerabende ein Gräuel, doch es war ja lieb gemeint. Nun fielen alle Blicke auf Peter, der rot wurde und zu stottern begann. „Ich kann nicht… Sorry Leute aber… ich habe… schon was vor?!“ Er errötete noch mehr, so dass er aussah wie ein Weihnachtsapfel und starrte auf seine Füße. „Wormtail hat ne Freundin!“ James sprang auf und begann laut zu singen. „Wormtail hat ne Freundin, Wormtail...“ Lachend verschwand er aus dem Gemeinschaftsraum, das Echo seines Gesanges hallte noch in den Gängen wieder!

„Wir sollten auch los!“ Lorelai wollte nicht noch mehr Ärger haben als ohnehin schon. Sie würde heute wieder nachsitzen und dann in den Schlafsaal gehen um den Jungs nicht im Weg zu stehen. Obwohl, sie würde gerne mal bei einem dieser Abende Mäuschen spielen, die sie nur unter sich verbrachten. Sie kamen gerade noch rechtzeitig in Zaubersprüche gestolpert und fingen sich dafür einen tadelnden Blick von Flitwick ein. Zu ihrem Horror saß Lorelai neben Snape, der in diesem Fach extrem schlecht war und ihre Hilfe benötigte. Er starrte sie die ganze Stunde an, was sie tunlichst ignorierte. „Du bist wirklich gut, für ein Halbblut!“ Ein Kompliment aus seinem Mund? Igitt!

Es gab wenige Menschen die Honey so unsympathisch fand wie Severus, aber sie wollte ihm eine Chance geben. Vielleicht konnte er ja doch ganz nett sein! „Du musst das anders machen, so!“ Sie führte die Bewegung mit dem Zauberstab vor und lächelte ihm auf munternd zu, „Ich brauche keine Belehrung vor dir!“ Knurrte der kleine Junge mit der übergroßen Nase böse und Honey beschloss es einfach gut sein zu lassen und ihn weiter zu ignorieren.

Es war abends, sie hatte eine anstrengende Stunde Nachsitzen hinter sich und ging in den Schlafsaal hinauf. Dort lag ein Buch: Quidditch im Wandel der Zeiten. Wer hatte ihr das geschenkt? Sie blätterte aufgeregt durch die Seiten, fand aber keinen Hinweis. Da waren unendlich viele Abbildungen von Spielern, Besen und Taktiken aber keine Nachricht. Die meisten wussten um ihre Leidenschaft für dieses Spiel, also könnte es von jedem kommen. Seltsam… Trotzdem freute sie sich riesig darüber und beschloss Lily zu fragen, ob sie jemand gesehen hatte, der das Buch hier hoch gelegt hatte. Die rothaarige Lieblingsschülerin aller Lehrer saß allein am Kamin und las eines ihrer unzähligen Bücher. Wie immer, wenn sie das tat, bekam sie gar nichts von ihrer Umgebung mit. Sie war völlig versunken in die Geschichte!

„Hey, störe ich?“ Lily zuckte zusammen als sie Lorelais Hand auf ihrer Schulter spürte. „Erschreck mich nicht immer so! Nein, du störst natürlich nicht.“ Sie sah traurig aus, wahrscheinlich wegen Stanley. Jeder war davon mitgenommen, besonders die Stimmung in Gryffindor war gedrückt. Es war, als hätte sich ein dunkler Schatten über die Schüler gelegt. „Ich habe mal eine Frage: Hast du heute jemanden gesehen, der dieses fantastische Buch auf mein Bett gelegt hat?“ Sie hielt es hoch und wartete auf eine Reaktion. „Nein, nicht das ich wusste. Als ich vor ein paar Minuten oben war, lag noch nichts da!“ Das war ja wieder einmal seltsam… Lorelai bekam eine Gänsehaut, da stimmte etwas nicht! Hatte sie alles gründlich durchsucht? Sie blätterte noch einmal jede Seite durch und da war es…

Quidditch – ich weiß, es ist nicht viel, aber es ist auch eine deiner großen Leidenschaften!

Ich liebe dich, mehr als dich jemals jemand geliebt hat und jeder Tag ohne dich ist eine Qual! Dich zu beobachten ist mein liebstes Hobby geworden, aber ich wünschte ich könnte mehr…

In liebe,

dein Verehrer

PS: Komm zur peitschenden Weide – jetzt!

Oh Gott! Sie zitterte, wurde blass und ließ das Buch auf den Boden fallen. Wieso hatte sie es eben noch nicht gesehen? Sie hielt diese Seite in der Hand, hatte die Bilder betrachtet aber erst jetzt war die Schrift erschienen! Lily las die Widmung durch und schluckte dann. „Was nun? Du willst doch nicht wirklich gehen, oder?“ Aber sie kannte ihre Freundin zu gut, sie würde dem nachgehen. „Doch, das muss aufhören. Es ist sicher nur ein schlechter Scherz! Wenn ich den erwische… Hey, mach dir keine Sorgen! Ich habe meinen Zauberstab und du weißt, ich bin verdammt gut!“ Sie wünschte nur, sie wäre halb so zuversichtlich wie sie klang! Mit einem aufmunternden Lächeln stand sie auf und drückte ihre Freundin. „Das ist nicht dein Ernst, oder? Ich will nicht, dass dir was passiert!“ Lily war panisch, sie hatte Angst um ihre Freundin und nach den letzten Ereignissen übervorsichtig. Doch Lorelai würde sich nicht davon abbringen lassen, sie musste einfach gehen.

Mit klopfendem Herzen ging sie in den Schlafsaal, dann in das Badezimmer und schloss die Tür hinter sich ab. Das Fenster hier drin war klein, aber noch immer groß genug für einen Vogel! Bevor sie neben der Weide landete, observierte sie das Gelände gründlich. Niemand war zu sehen, das gesamte Gelände lag dunkel und verlassen vor ihr. Selbst in Hagrids Hütte brannte kein Licht mehr! Es schien sicher zu sein… Als Falke waren ihre Augen gut genug um eine Maus im hohen Gras zu sehen, ganz zu schweigen von irgendwelchen Bedrohungen! Sie musste nur noch einen Platz finden um sich heimlich zurück zu verwandeln. Und das tat sie, hinter einem Gebüsch wurde sie wieder zum Mensch und sah sich ängstlich um. Ihre Hände schwitzten, sie zitterte und ihre Zähne klapperten aber niemand war da.

Plötzlich hörte sie etwas, dass ihren Atem stocken ließ! Das Rascheln, dasselbe das auch Remus gehört hatte. Ihr war, als würde eine Welle der Dunkelheit und Verzweiflung durch den Wald schwappen, über das Gelände und das Schloss! Remus hatte es in seiner Werwolfgestalt nicht bemerkt, aber die ganze Umgebung schien trostlos und verlassen. Die Vögel hatten aufgehört zu singen, alles war totenstill bis auf dieses Rascheln! Hatte sie es nicht auch leise auf dem Quidditch Feld damals gehört? Sie hatte es als Halluzination abgetan, aber jetzt! Was auch immer es war, es kam näher! Ihr würde es so ergehen wie Nicholas, sie würde sterben! Aber warum sie? Panik erfüllte sie, Tränen sammelten sich in ihren Augen und ließen ihre Sicht verschwimmen. Aber dann schüttelte etwas in ihr die Starre ab und befahl ihr wegzulaufen.

Ihre Beine gehorchten und sie rannte so schnell sie konnte durch das Gras. In ihren Rippen spürte sie einen stechenden Schmerz, ihre Lungen brannten aber sie wusste, sie durfte nicht stehen bleiben. Endlich hatte sie Hogwarts erreicht, sie rannte in die Eingangshalle und wollte gerade auf die Treppe hinauf, da sah sie eine Gestalt nach unten kommen. Sie sprang in einen der Besenschränke von Filch und hielt den Atem an. Snape? Ja, er war es, kein Zweifel und neben ihm war Peter! Sie gingen still nebeneinander her und doch, man konnte nicht die geringste Feindseligkeit spüren! Was bedeutete das? Bevor sie sich weitere Gedanken machen konnten, verschwanden die beiden wieder und sie trat erschöpft aus dem Schrank. Leise und unbemerkt flog sie durch ein Fenster hinaus und direkt in den Schlafsaal, sie musste alleine sein. Lily schlief schon und auch sie fiel, kaum hatte sie das Bett berührt, in einen unruhigen Schlaf.

Woanders war an Schlaf gar nicht zu denken, Peter lief still neben Snape her und überlegte, was er sagen sollte. „Ich will nichts mit euch zu tun haben! Eure Drohungen machen mir gar nichts! Ihr tut meinen Eltern nichts!“ Ja, das sollte er sagen aber er konnte es nicht. Er verriet hier seine Freunde, doch er hatte keine Wahl. Snape stand auf seiner Seite, er würde ihm helfen. Die beiden waren Freunde geworden in diesem Jahr, genau wie Peter sich nun mit Regulus Black und Narcissa verstand. Sie waren nicht so schlimm wie alle behaupteten und vor allem hassten sie Lorelai Goldsmith genauso wie er! Obwohl, bei Snape war er sich nicht sicher. Manchmal, wenn er von ihr sprach, schweifte sein Blick in die Ferne und ein verträumter Ausdruck erschien auf seinem Gesicht. Peter bereute ihn, den Tag an dem er mit Lucius gesprochen hatte und dessen Ideen zugehört hatte. Aber nun war es zu spät, seine Eltern wären deswegen fast gestorben und das konnte er nicht zulassen. Snape würde ihm helfen – er musste es tun! Und Regulus war so viel besser als sein arroganter Bruder, der Mädchenschwarm!

Peter wusste nicht, wann er das erste Mal Hass für seinen ehemaligen Freund verspürt hatte aber er tat es. Nein, er eigentlich, wenn er ehrlich war, dann erinnerte er sich gut an den Bruch mit den Maraudern. Als Black ihm die Nase gebrochen hatte, weil er ein Mädchen vom Besen geholt hatte! Die Marauder wollten sich niemals über Weiber streiten und er wurde wegen dieser arroganten Gans Goldsmith sogar verprügelt. Nur weil ein Zauber schief gegangen war, sie lebte schließlich noch! Aber Sirius war wütend gewesen, sehr wütend. Später meinte James, Padfoot liebte Honey eben, er solle sich keinen Kopf machen. Aber es war geschehen, Peter hatte sich innerlich von seinen Freunden entfernt, den perfekten, lustigen, beliebten Maraudern! Und Lorelai war genauso schlimm, sie und Sirius! James, der war in Ordnung aber auch nicht so toll wie er sich selbst einbildete und Remus mit seinen Büchern… Snape machte sich nicht über ihn lustig, genauso wenig wie die anderen, hier wurde er zum ersten Mal in seinem Leben wirklich respektiert. Zumindest glaubte er das…

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Beitragvon Haruka blau » Fr 21 Okt, 2005 16:03

Kapitel 14 – Schlagzeilen und Theorien
Am nächsten Tag hatte sich Honey immer noch nicht von ihrem nächtlichen Abenteuer erholt und war schweigsamer als gewöhnlich. Den Maraudern fiel das zwar auf, aber keiner wollte sie darauf ansprechen. Stattdessen drehte sich das Gespräch am Frühstückstisch um Quidditch und McGonagalls neue Frisur! „…Vielleicht ist sie ja verliebt!“ James grinste nur bei dem Gedanken daran! „Ja, sie hat was mit Dumbledore!“ Spann Sirius die Theorie weiter. Remus ließ seine Gabel lautstark auf den Teller fallen und protestierte mit vollem Mund: „Ihr scheid wirklich dasch letzte Leute! Ich will hier essen!“ Lorelai dagegen hatte keinen sonderlichen Appetit, sie schob ihr Kuchenstück von einer Tellerseite auf die andere und nippte lustlos an ihrem Kaffee. „Ich muss euch was sagen!“ Platzte sie schließlich heraus, sie hielt es einfach nicht mehr aus! Das mit Peter verschwieg sie zwar, sie wollte ihn lieber alleine darauf ansprechen, aber dafür schilderte sie die letzten Ereignisse ausführlich.

Als sie geendet hatte, herrschte für ein paar Augenblicke ungläubiges Schweigen. „Spinnst du? Weißt du eigentlich wie gefährlich das war?“ Sirius starrte sie wütend und besorgt zugleich an, sie seufzte. „Ja, das ist mir klar. Ich will keine Vorträge hören, Mum! Ich will viel lieber wissen, was ihr davon haltet!“ Sie freute sich natürlich, dass sich ihr Freund Sorgen um sie machte, aber jetzt gab es wichtigeres. „Du bist dir sicher, dass es das gleiche Ding war wie damals?“ Remus war skeptisch, er wollte an den letzten Vollmond gar nicht mehr denken und dementsprechend unangenehm war ihm das Thema. „Ja, absolut sicher.“ Nun herrschte wieder Stille, denn jeder dachte für sich nach. „Wir wissen, dass es kein Mensch war, doch jemand muss dir ja den Zettel geschrieben haben!“ James hatte es auf den Punkt getroffen, das war auch Lorelais Hauptproblem! Sie war fest davon überzeugt, dass es kein Zauberer oder eine andere Person gewesen war, aber Tiere schrieben für gewöhnlich keine Zettel!

„Hey Evans, hat dir heute schon jemand gesagt, wie heiß du in diesem Rock aussiehst?“ Lily, die gerade in die Halle kam, verdrehte die Augen und murmelte: „Dieser verdammte Idiot!“ Danach ging sie zielstrebig an das andere Ende des großen Tisches und James fiel fast nach hinten um, weil er ihr so lange nachstarrte. „Hört sich so an, als käme gleich die Post!“ Wenige Moment nach diesem Satz hörte man das Flügelschlagen schon wesentlich lauter und kurz darauf erschienen wieder einmal hunderte Eulen mit Päckchen und Briefen. „Woher wusstest du das Padfoot?“ James sah seinen Freund verwundert an, der zuckte mit den Schultern und grinste frech. „Hunde hören eben besser…“ Für die Freunde war so gut wie nichts dabei, nur Remus bekam seinen, in den Ferien abonnierten, Tagespropheten geschickt.

„Mensch hört euch das an: Gestern Nacht wurde in der Nähe des Zaubererdorfes Hogsmeade ein Mann auf unerklärliche Weise ermordet. Dies ist nicht der erste mysteriöse Todesfall in dieser Gegend. Die Identität des Zauberers ist noch ungeklärt…“ Die Freunde warfen sich ängstliche Blicke zu, das war nicht normal! „Und? Könnte ein Zufall sein!“ Peter schien das ganze nicht wirklich zu bekümmern, er mampfte weiterhin fröhlich seine Rühreier und schmatzte dabei geräuschvoll. „Das hätte meine Freundin sein können, Wormtail! Das war ganz sicher kein Zufall!“ Sirius war mehr als nur wütend, dachte Peter eigentlich nie nach? Lorelai war bei dem Artikel blass geworden und hatte ihren Teller weit von sich geschoben. „Eine Frage stellt sich dann doch noch: Warum Hogsmeade, was gibt es hier so besonderes?“ Remus hatte Recht, warum ausgerechnet hier?

Dann kam ihr ein Geistesblitz! Könnte es sein? „Sirius, was wenn irgendwer etwas sucht, was aus dem alten Teil des Schlosses stammt? Denk daran, Dumbledore sagt die Schule wurde damals auf alten Mauern gebaut…“ Padfoot, dachte darüber nach und antwortete dann langsam: „Möglich! Wir sollten es James erzählen.“ Sie nickte leicht und blickte dann auf den Jungen mit den zerstrubbelten Haaren. „Später, wenn Moony und Wormtail weg sind.“ Prongs blickte zwischen den beiden hin und her und knurrte „Könnt ihr bitte aufhören euch in Gedanken zu unterhalten? Wir wollen auch wissen, was ihr zu bereden habt!“ Sirius lachte und zog die Augenbrauen hoch. „Willst du das wirklich, Prongs?“ Der verzog angewidert das Gesicht. „Wenn du so fragst, eher nicht!“ Alle lachten und standen auf, da der Unterricht bald anfing und sie sowieso schon viel zu spät dran waren.

Am Abend saßen sie zu dritt im Gemeinschaftsraum, Peter war schon im Bett und Remus machte seine Hausaufgaben. „Was wäre, wenn dieses Wesen etwas sucht, das in Hogwarts versteckt ist? Denk mal an den Spiegelsaal!“ Prongs sah seine Freunde entgeistert an und schüttelte energisch den Kopf. „Nein, das glaube ich nicht! Dann wäre dieses Ding schon längst hier aufgetaucht!“ Er rutschte in seinen Sessel und verschränkte die Arme. „Und Nicholas? Er war hier Lehrer!“ Lorelai war fest entschlossen ihre Theorie zu verteidigen, egal was James davon hielt. „Das könnte Zufall sein…“ Natürlich, er hatte Recht aber Honey glaubte nicht daran. Alles hing irgendwie zusammen und sie sahen es nur nicht – noch nicht! „Wie ich das sehe, müssen wir herausfinden, wer die anderen verschwundenen Leute waren und was sie hier wollten!“ Sirius, der neben Lorelai auf der Couch saß, warf einen misstrauischen Blick zu McGonagall, die am Fenster saß und einige Arbeiten korrigierte. „Also gut, so machen wir es!“ Es war ein Abenteuer und es brauchte viel, damit sich James Potter von einem solchen abhalten ließ!

„Hey Lily, du bist hinreißend! Geh mit mir aus!“ Schrie Prongs plötzlich durch den gesamten Gemeinschaftsraum. Es wurde still und alle Köpfe drehten sich zu Lily Evans, die hochrot wurde und auf James zu stürmte. „Pass mal gut auf, Potter! Ich würde nicht einmal mit dir ausgehen, wenn du der letzte Mensch auf Erden wärst! Außerdem habe ich jetzt einen Freund!“ Sie blickte triumphierend auf den still gewordenen James. „Echt? Wen?“ versuchte Lorelai die Situation zu retten. „Josh Fields!“ Sir grinste überlegen und stemmte die Arme auf die Hüften, etwas das sie immer tat, wenn sie wütend war. „Der arrogante Volltrottel? Was willst du denn von dem?“ James war wirklich gekränkt, aber das ließ er sich nicht anmerken, hoffte er jedenfalls. Lily warf ihm einen letzten mitleidigen Blick zu und kehrte zu ihren Aufgaben zurück. Langsam hob sich die Lautstärke wieder und jeder ging seiner ursprünglichen Tätigkeit nach.

Später, oben im Schlafsaal, Lorelai kam gerade im Pyjama aus dem Bad. „Du und Josh?“ Sie glaubte Lily nicht so recht und sie hatte damit Recht. Sie wurde rot und begann nervös an einer Haarsträhne zu spielen. „Sirius macht das auch immer wenn er bei irgendwas ertappt wurde!“ Honey grinste, denn sie wusste, wie sehr Evans dieser Vergleich aufregte. „Was? Ich bin nicht wie Black und ich bin weder nervös noch hast du mich erwischt!“ Sie sprang auf und legte die Hände wieder auf ihre Hüften, die grünen Augen funkelten bedrohlich. „Warum dann so wütend?“ Jetzt wusste sie nicht mehr, was sie sagen sollte. „Na ja, er ist nicht so richtig mein Freund. Er hat mich gefragt, ob wir mal miteinander ausgehen und ich…“ Sie stockte und blickte zu Boden. „Du hast ja gesagt?“ Lorelai kannte diese Antwort schon, aber sie musste die Frage trotz allem stellen. „Nein, ich sagte, ich überlege es mir… Aber ich bin mir noch nicht sicher!“ Ja, weil du in James verliebt bist! Lorelai würde sich hüten, dass laut zu sagen, doch es war die Wahrheit. Jeder wusste es, jeder außer Prongs und Lily selbst! Honey hoffte inständig, dass diese beiden einmal zu einander finden würden bevor sie alt und grau war…

Am nächsten Wochenende gingen Sirius und Lorelai in die Bibliothek, eine sehr ungewöhnliche Handlung, die von Remus mit einem fragenden Blick begleitet wurde. James dagegen hatte keine Zeit, er musste noch einen Bericht über Zaubertränke schreiben und Remus war wieder einmal mit der Lektüre des Tagespropheten beschäftigt. Außerdem wollte er später bei Charlotte vorbeischauen, die seit Stanleys Tod nur noch ein Häufchen Elend war. „Hier ist es, sämtliche Tagespropheten Ausgaben der letzten was weiß ich wie vielen Jahre!“ Sirius zog eine Augenbraue hoch und seufzte. „Dann mal an die Arbeit. Wann ist der erste verschwunden?“ Sie durchsuchten alles gründlich auf Hinwiese über Todesfälle in Hogsmeade und fanden einiges. Jedoch half ihnen nichts weiter, zumindest nicht direkt. „Es ist zum Verrücktwerden, all diese Menschen hatten nichts mit Hogwarts zu tun!“ Lorelai knallte eine der Zeitungen genervt auf den Tisch, was ihr einen Tadel von Madam Pince einfing. „Entschuldigung, Ma’am!“ Sie blickte nach unten und versuchte möglichst unschuldig dreinzuschauen als sie sich den Vortrag der Bibliothekarin über den richtigen Umgang mit Büchern anhören musste.

„Es ist offiziell, deine Theorie ist gescheitert!“ sagte Sirius eine Stunde später und faltete die letzte Zeitung. „Die Zauberer haben nicht nur keine Verbindung mit Hogwarts sie haben auch keine untereinander. Vielleicht war es doch nur Zufall.“ Er klang nicht besonders überzeugt von seiner Aussage. Lorelai dagegen wusste es ganz genau, sie waren kurz davor und sie übersahen ein entscheidendes Detail! Nur was? „Ich räume die mal weg…“ Er stand auf und ließ seine frustrierte Freundin an dem Tisch sitzen. Sie war sich sicher, etwas hatten all diese Menschen gemeinsam! Nur was? Es polterte und Sirius fluchte leise vor sich hin. „Alles ok?“ Sie war aufgesprungen und zu ihm gelaufen. Er saß am Boden, begraben unter alten Propheten und grinste gequält. „Die falsche Schublade…“

Sie kniete sich neben ihn und schüttelte den Kopf. „Wenn Madam Pince das sieht!“ Er fuhr sich durch das seidige Haar und holte seinen Zauberstab. „Warte mal!“ Sie hob die Hand um ihn zurückzuhalten. „Was?“ Er sah sich ängstlich um, die Bibliothekarin konnte jeden Moment kommen und er wollte eigentlich jeglichen Ärger mit der Frau vermeiden. „Die Zeitung hier… Da steht etwas bei den Todesanzeigen!“ Sie hob den Tagespropheten auf, der direkt neben Sirius lag und begann zu lesen. Er beobachtete, wie sich Lorelais Gesicht langsam weiß färbte und ihre Hände begannen zu zittern. „Hey, was ist denn?“ Er machte sich wirklich Sorgen, so hatte er Honey selten gesehen. Aber sie hörte ihn gar nicht mehr, sie las nur immer wieder eine Anzeige! Als sie fertig war, wandte sie den Kopf ab und reichte ihm den Artikel.

Cynthia Lorelai Goldsmith, ehemalige Hogwarts Schülerin und talentierte Aurorin starb gestern im Alter von 23 Jahren in einem Kampf gegen eine Überzahl Death Eater. Sie hinterlässt einen Ehemann und eine wenige Monate alte Tochter. Die Beisetzung findet morgen im Kreis der Familie statt.

Sirius schluckte und legte einen Arm um seine Freundin. „Tut mir leid!“ Er wusste nicht, was er sonst sagen sollte. Sie nahm seine Hand und lächelte dankbar. „Lass uns dieses Chaos aufräumen!“ Nein, sie würde nicht weinen! Es war Vergangenheit, auch wenn sie ihre Mutter nie kenne gelernt hatte! Ihr Vater, ein Muggle, hatte ihr nie erzählt, wie ihre Mutter gestorben war. Sie hatte sich nie getraut zu fragen, weil er dann immer feuchte Augen bekam und traurig zur Seite blickte. Sie verstand nun warum! Sirius ließ die Zeitungen verschwinden und drückte sie an sich. Sie ließ es mit sich geschehen, die Umarmung tat unendlich gut. Sie wusste nicht, wie lange sie so da standen aber als er sie schließlich wieder losließ hauchte sie leise: „Danke. Ich liebe dich!“

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Beitragvon Haruka blau » Fr 21 Okt, 2005 16:03

Kapitel 15 – Späte Rache

„Hey Honey, wusste gar nicht das du mich heiß findest…“ James grinste Lorelai selbstgefällig an und fügte dann hinzu: „Wenn das der liebe Padfoot erfährt!“ Das Mädchen war völlig verwirrt, sie setzte sich hin und blickte ihren Freund fassungslos an. „Hast du heute Morgen zu heiß geduscht?“ Obwohl, sie musste sich eingestehen, dass dieser Tag unter einem seltsamen Stern stand. Im Gemeinschaftsraum wurde heftig getuschelt, als sie zum Frühstück gehen wollte, auf dem Gang hatte fast jeder Schüler ein Flugblatt in der Hand und drehte sich nach ihr um. Als sie in die Große Halle gekommen war, zeigten manche mit dem Finger auf sie oder lachten leise. Lorelai beschloss sich erst einmal einen Kaffee einzuschenken und dann herauszufinden, was eigentlich los war!

„Morgen Padfoot, willst du mal was interessantes über deine Freundin erfahren?“ James reichte seinem Freund, der gerade gekommen war, ein Blatt. Lorelai nutzte ihre Chance und schnappte sie den Zettel blitzschnell. Sie nahm noch einen großen Schluck Kaffee und spuckte den wenig später vor Überraschung über den halben Tisch. Das konnte nicht wahr sein! Wer schrieb so etwas? Moment, etwas stimmte nicht. Diese Schrift, das war nicht ihre eigene! „Prongs das ist ganz sicher nicht mein Tagebuch, denn ich führe keines! Und so eine ordentliche Schrift habe ich auch nicht.“ Sie las es noch einmal, schüttelte den Kopf und reichte es dann an Sirius der neben ihr saß, weiter.

Liebes Tagebuch,
ich weiß nicht, was ich denken soll! Heute habe ich wieder mit James Potter geredet, er ist so ein Idiot! Aber vielleicht ist er in Wirklichkeit ganz anders…

Er bildet sich ein, er wäre so gut aussehend, dabei ist er es gar nicht. Nicht jedes Mädchen steht auf diese haselnussbraunen Augen, die immer unordentlichen Haare und diese unverschämte Grinsen. Wenn er lacht, dann hat er so kleine Grübchen. Überhaupt, sein Lachen, er ist der einzige Junge den ich kenne, der auch mit den Augen lachen kann! Na gut, ich gebe es zu, er ist heiß!

Dafür ist sein Charakter umso schlimmer. Ständig diese Bemerkungen und Streiche… So etwas Unreifes habe ich noch nie gesehen. Meine Freunde sagen, er sei in mich verliebt aber das glaube ich nicht! Und selbst wenn, ich weiß nicht, ob ich interessiert wäre. Ich wünschte du könntest mir helfen…

Und groß darüber stand, fett gedruckt, Auszug aus dem Tagebuch von Lorelai Goldsmith. Gryffindor im 6. Jahr. Sirius fing an zu lachen, er fand das ganze anscheinend unglaublich lustig. Lorelai dagegen war wütend und das ganze war ihr unermesslich peinlich! Nun dachte ganz Hogwarts, sie wäre in James Potter verknallt und dabei hatte sie nie so etwas geschrieben geschweige denn gedacht! Aber irgendwoher kam ihr diese Schrift bekannt vor, wenn ihr doch nur einfallen würde, woher… „Von wem ist das?“ Remus hatte sich gerade so beruhigt und rang immer noch nach Luft. „Schön wenn du dich amüsierst, Moony! Ich weiß nicht wer das war, aber wenn ich ihn finde, dann…“ In diesem Moment kam Maureen mit einem gemeinen Grinsen an den Maraudern vorbei und blieb vor Lorelai stehen. „Na, Süße, ich wusste ja gar nicht das du was mit Potter hast. Aber wenigstens musst du es nicht mehr geheim halten, die ganze Schule weiß es!“ Hätte Sirius sie nicht zurückgehalten, dann wäre Honey aufgesprungen und hätte sich auf das Mädchen gestürzt!

„Habt ihr das gehört? Sie hat es praktisch zugegeben! Sirius, lass mich los damit ich sie erwürgen kann!“ Lorelai versuchte ihren Arm loszureißen, aber Padfoot hielt ihr Handgelenk unerbittlich umklammert. „Beruhig dich Hon, das bringt dir auch nichts!“ Sie funkelte ihn böse an, gab aber auf. „Na gut, ich lasse sie in Ruhe – diesmal!“ Sie sah Maureen nach und ballte dabei die Hände zu Fäusten! Nun kam auch Lily Evans, sie setzte sich ohne ein Wort zu den Maraudern und begann sich Cornflakes und Milch in eine Schüssel zu schütten. „Auch dir einen Guten Morgen, Evans. Mir geht es gut, danke der Nachfrage und dir?“ Sirius bekam für seinen Kommentar nur einen bösen Blick, woraufhin Remus der sichtlich verstörten Lily eine Hand auf die Schulter legte. „Was ist denn los mit dir? Dein Tagebuch wurde doch nicht in Hogwarts verteilt!“ Der Schuss ging nach hinten los, Evans schlug die Hand weg und knurrte leise.

„Wir müssen – bis später in Verteidigung gegen die dunklen Künste!“ James, Sirius, Remus und Peter hatten alle Wahrsagen belegt, während Lorelai und Lily in Alte Runen gingen und heute eine Freistunde hatten, da ihr Lehrer unterwegs war. Als die vier lachend verschwunden waren, hielt Honey ihre Freundin mit einer Handbewegung vom Essen ab und sah sie forschend an. „Was ist? Darf ich nicht auch mal schlechte Laune haben?“ Lily bemühte sich, beiläufig zu klingen aber der verletzte Unterton in ihrer Stimme verriet sie. „Guter Versuch und wenn ich dich nicht so gut kennen würde, würde ich vermutlich auch darauf hereinfallen.“ Die Vertrauensschülerin seufzte tief und rührte mit dem Löffel gedankenverloren in ihrer Schüssel umher. „Du musst es mir nicht sagen, wenn du nicht willst! Aber ich höre dir jederzeit gerne zu!“ Mit diesem Worten stand Lorelai auf und warf einen letzten besorgten Blick auf ihre beste Freundin. Sie hatte vor noch einmal in die Bibliothek zu gehen und Beweise für ihre immer noch aktuelle Theorie zu suchen. Nur weil die anderen ihr nicht glaubten musste das ja noch lange nicht heißen, dass sie Recht hatten!

„Warte, es ist… mir nur so peinlich!“ Lily sah sie traurig an, die Wangen waren leicht gerötet. Lorelai wollte sich schon wieder hinsetzen, da blieb plötzlich jemand neben den beiden stehen. „Lorelai? Ich muss wirklich dringend mit dir sprechen!“ Sie sah sich überrascht um, diese Stimme kannte sie doch. Severus Snape, die Haare hingen in langen fettigen Strähnen herunter und die kleinen schwarzen Augen glänzten aufgeregt! „Ein anderes Mal, ok? Das hier ist wirklich wichtig!“ Sie wollte ihn nur schnell loswerden. Lily hatte etwas auf dem Herzen und sie konnte es nicht ertragen, ihre Freundin leiden zu sehen. „Jetzt!“ Snape warf einen letzten angewiderten Blick auf Lily und marschierte dann hinaus. „Es scheint wichtig zu sein!“ Die rothaarige, die immer noch deprimiert am Tisch saß lächelte leicht und fügte dann wenig überzeugend hinzu: „Geh schon, mein Problem hat Zeit! Los, ich will dich nicht mehr sehen!“ Sie nickte Lorelai aufmunternd zu und widmete sich wieder ihrem Frühstück.

Honey blieb nichts anderes übrig als Snape zu folgen, also verließ sie, begleitet von unzähligen „Hey, Mrs. Potter!“ oder „Wann ist denn eure Hochzeit?“ Rufen den Saal. Draußen wartete Snivellus schon auf sie, er schritt nervös auf und ab und packte sie, kaum stand sie vor ihm, am Arm. „Also, du wolltest mir was erzählen…“ Hoffentlich ist es wichtig! Dachte sich Honey bei sich. Sie hatte keine Lust mehr Zeit als unbedingt notwendig mit diesem Schleimer zu verbringen! „Ja, ich weiß nicht wie ich dir das sagen soll!“ Sie spürte seine schweißigen Finger ah ihrem Arm und unterdrückte mühevoll den Würgereflex!

Sie trat einen Schritt zurück und zwang ihn so, sie wieder loszulassen. Unglücklicherweise folgte Snape ihr und sein Gesicht war nur noch wenige Zentimeter von ihrem entfernt. „Es geht um Potter!“ Er sprach den Namen mit so einen Verachtung aus, dass er dabei spuckte. Lorelai wichste sich über das Gesicht und warf ihm einen warnenden Blick zu. „Du solltest dich nicht mit ihm abgeben und dich schon gar nicht auf ihn einlassen. Er ist ein arroganter Kerl, der jeden Tag ein anderes Mädchen hat!“ Lorelai konnte nicht anders, sie musste laut loslachen. Diese Situation war einfach zu absurd! „Und deswegen holst du mich von Lily weg? Um mir das zu sagen?“ Brachte sie, immer noch grinsend und nach Luft ringend, hervor. „Hey Snape, was machst du denn mit der?“ Wie aus dem nichts war Black hinter ihnen aufgetaucht – Regulus Black. Neben ihm baute sich Narcissa drohend auf. „Wunderbar meine Lieblings Slytherins… Warum geht ihr nicht jemand anderem mit euren sinnlosen Bemerkungen auf die Nerven? Ach richtig, die will ja niemand hören!“

Narcissa riss die Augen entsetzt auf. Sie war es nicht gewöhnt, dass sich jemand gegen sie stellte oder sich über sie lustig machte. Sie war immerhin eine Black und Lucius Malfoys Verlobte! Regulus grinste und trat einen Schritt näher. „Wage es nie wieder so mit meiner Cousine zu sprechen, Goldsmith!“ Lorelai wischte sie wieder einmal über ihr Gesicht, er hatte leider die gleiche Angewohnheit wie Snape... „Spucken eigentlich alle Slytherins beim Sprechen? Das ist wirklich widerlich, ihr solltet was dagegen unternehmen!“ Honey sah, wie Lily alleine die Große Halle verließ, dahinter kamen Maureen und Cathy mit triumphierendem Grinsen. „Nimm das zurück, Schlammblut!“ Diesmal war es Narcissa, die sprach. Sie holte ihren Zauberstab heraus, genau wie Regulus, und deutete auf die Gryffindor Schülerin. Zu Lorelais Überraschung unternahm Snape keinerlei Anstrengungen es ihnen gleich zu tun. Er stand nur da und beobachtete die Situation argwöhnisch!

„Was denn, du willst es mit mir aufnehmen? Würde ich nicht versuchen, Narcissalein, das letzte Mal als dein Freund das versucht hat lag er drei Tage lang im Krankenflügel!“ Lorelai hatte ein wenig Angst, sie war allein und ihre Gegner waren exzellente Zauberer. Aber sie würde sich nicht unterkriegen lassen, ganz sicher nicht! Narcissa hielt ihren Cousin zurück und stellte sich direkt vor Lorelai. „Das nimmst du zurück! Lass nur Regulus, ich erledige das, ich bin schließlich eine Black!“ Damit hob sie ihren Zauberstab, Honey tat es ihr gleich. Sie murmelte einen Spruch, so leise das ihn niemand außer ihr hören konnte und grinste. Doch sie hatte nicht mit Lorelais effektiven Gegenspruch gerechnet: „Reflecto!“ Ein kleines silbernes Schild baute sich vor ihr auf und schlug den Fluch direkt zurück. Sofort färbten sich Narcissas Haare giftgrün, ihre Nase wuchs um ein paar Zentimeter und aus ihren Mundwinkeln ragten spitze Zähne hervor. „Oh Narcissa, wirklich mutig das du uns endlich dein wahres Gesicht zeigst!“ Damit spazierte Honey gutgelaunt davon.

Narcissa war die Lachnummer des Tages, denn ihr Zauber erwies sich als höchst beständig und so musste sie sogar zum Abendessen mit ihrer neuen Frisur erscheinen. Das und Lorelais Tagebuch waren die Hauptgesprächsthemen an allen Tischen und sogar McGonagall schmunzelte als sie die Slytherin Schülerin erblickte. Die Marauder lachten und nutzten diese Gelegenheit ausgiebig aus um sich über die Slytherins lustig zu machen. Die grummelten nur, wagten aber nicht etwas zu sagen da der eisige Blick von Sirius Cousine jeden zum Schwiegen brachte!

„Ein gelungener Abend. Gute Nacht!“ Lorelai stand auf und wollte ins Bett gehen, da zog sie Sirius zu sich auf den Sessel und küsste sie lange. „Nur um die letzten Zweifel aus der Welt zu schaffen!“ Er grinste ihr schelmisch zu, sie schüttelte nur den Kopf und verschwand lachend in die Schlafräume. Kaum stand sie vor ihrem Bett erstarrte sie! Da lag er, eine neue Nachricht. Seit dem Ereignis bei der peitschenden Weide hatte sich ihr unheimlicher Verehrer nicht mehr gemeldet. Mit zitternden Fingern hob sie dich Nachricht auf und las.

Auch ein Falke erkennt nicht immer alles. Doch vertrau mir, meine Schönste, die Wahrheit ist näher als du denkst und mit ihr unsere Begegnung!

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Beitragvon Heavensdog » Fr 21 Okt, 2005 16:52

weiter
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Beitragvon Eileen Prince » Fr 21 Okt, 2005 18:42

Kapitel 16 – Eine unerwartete Entdeckung

Die Angriffe auf die Hogsmeade Bevölkerung schienen aufgehört zu haben, zumindest passierte einen Monat lang nichts Aufregendes. Langsam wurde es wieder wärmer, der Schnee war schon lange geschmolzen und die ersten Blumen kamen zum Vorschein. Die Marauder saßen an einem schönen Samstag gelangweilt im Gemeinschaftsraum und überlegten, was sie tun sollten. „… Ist euch klar, dass wir Slytherin dieses Jahr noch keinen Streich gespielt haben? Das ist doch traurig!“ James schüttelte zur Bekräftigung seiner Worte bedauernd den Kopf und schwenkte lustlos seinen Zauberstab umher. Dabei entstanden kleine Feuerwerke in den unterschiedlichsten Farben, die Peter ganz fasziniert betrachtete. Moony saß zusammengerollt in einem Sessel und las die Geschichte von Hogwarts.

„Was ist eigentlich mit dir und Charlotte?“ fragte Lorelai und drehte ihren Kopf, so dass sie Remus in die Augen sehen konnten. Der wurde rot und räusperte sich auffällig. „Nun ja, was soll sein? Ich stehe ihr bei, denn sie braucht im Moment jemanden, der für sie da ist!“ Alle lachten über diesen Satz und Moonys Wangen röteten sich noch mehr. Es war ihm sichtlich peinlich, aber das störte die anderen nicht im Geringsten. „Was liest du da eigentlich, Hon?“ Sirius sah auf seine Freundin herab und zog die Augenbrauen hoch. Sie lag auf der Couch, die Beine angewinkelt und den Kopf auf Padfoots Schoß. „Pygmalion, George Bernhard Shaw. Hey, schaut mich nicht so an, mein Dad ist Literaturprofessor!“

„Wisst ihr, was faszinierend ist? Wir haben schon so viele Nächte damit verbracht, durch Hogwarts zu schleichen und wir wissen trotzdem so gut wie gar nichts über die Schule!“ Moony hatte offensichtlich etwas Interessantes gefunden und wollte es den übrigen Maraudern mitteilen. Die waren wenig begeistert, James verdrehte die Augen und Padfoot murmelte: „Du und deine Bücher…“ Nur Honey schlug ihre Lektüre zu und sah ihn gespannt an. „Wusstest ihr zum Beispiel, dass Hogwarts auf einer alten Ruine gebaut wurde und das man auch heute noch nicht weiß, wem das ganze ursprünglich gehört hat?“ Prongs zuckte mit den Schultern und gähnte demonstrativ. Lorelai bekam eine Gänsehaut, wenn sie an den Vorbesitzer und dessen Spiegelsaal dachte, aber sie biss sich auf die Lippen und blieb stumm. „Angeblich ist unter der Schule oder in der Umgebung, jedenfalls auf den alten Länderein der Ruine, ein Schatz versteckt!“ Remus sah seine Freunde triumphierend an, er war sich sicher, dass er sie damit überrascht hatte.

„Meinst du Gold und Juwelen?“ James machte sich über seinen Freund lustig, aber der ignorierte ihn einfach. „Nein du Trottel, die Quelle der Weisheit!“ Remus Augen funkelten vor Begeisterung, etwas, dass die anderen kaum nachvollziehen konnten. „Und was soll das sein?“ James gab sich besondere Mühe gelangweilt zu klingen, da er wusste. dass das Moony wahnsinnig machte. „Das, Mr. Potter, ist ein Buch!“ Er schüttelte den Kopf über die Unwissenheit seiner Freunde, die grinsten sich nur schelmisch an. „Du und deine Bücher, das ist fast schon krankhaft!“ Sprach Sirius schließlich aus, was alle dachten. „Lacht nur, verspottet mich aber dann werdet ihr nie erfahren, was so besonders an diesem Buch ist! Es ist legendär, die größten Zauberer unseres Jahrhunderts haben es gesucht aber niemand hat es bisher gefunden…“

Lorelai wusste nicht warum, aber ihre Nackenhaare stellten sich auf. Es war nur so ein Gefühl, aber was wäre wenn dieses Buch der Schlüssel zu ihrem Rätsel war? „Angeblich hat irgendwer in einer ganz besonderen Schrift, die keiner lesen kann, alle Geheimnisse der Menschheit aufgeschrieben. Derjenige, der die Quelle aller Weisheit besitzt, ist praktisch unbesiegbar! Stellt euch das doch mal vor, dieses Buch ist irgendwo hier versteckt…“ Prongs winkte ab und bremste damit den Enthusiasmus seines Freundes. „Erstens, wenn es keiner lesen kann, was bringt uns das dann und zweitens, wenn es schon jeder gesucht und nicht gefunden hat, dann ist es vermutlich nur eine Legende. Ach und drittens, was interessiert es dich? Ich glaube kein Wort davon!“ Die anderen stimmten ihm zu und so musste sich Remus geschlagen geben. „Dann eben nicht. Das nächste Mal behalte ich solche Sachen für mich!“ Antwortete er leicht beleidigt und begann weiter zu lesen.

Eine Weile wurde es wieder still, aber dann betrat Maureen den Gemeinschaftsraum. „Was ist eigentlich aus deinem Tagebuch geworden, Hon?“ fragte James, als er Lorelais Erzfeindin erblickte. „Nichts, die Schule hat es vergessen. Ich wüsste nur gerne, von wem diese Seite wirklich war…“ Sirius zuckte die Schultern und grinste breit. „Prongs ist ja sehr beliebt beim weiblichen Geschlecht, es könnte praktisch jede sein! Vielleicht war es ja die McGonagall, sie sieht ihn immer so seltsam an!“ James sprang entrüstet auf und richtete seinen Zauberstab auf Padfoot. „Nimm das zurück sonst gibt’s Ärger!“ Der Ton seiner Stimme verriet, dass dies keine ernsthafte Auseinandersetzung war und so lächelte Padfoot nur müde. „Sicher, Jamesielein, wenn du meinst du könntest mich schlagen!“

James wollte gerade ausholen und seinen Freund ein paar Segelohren verpassen, da trat Lily Evans hinzu und musterte die Jungen mit tiefster Verachtung. „Findet ihr das etwa auch noch lustig? Ihr seid so kindisch…“ Sie warf Remus einen vorwurfsvollen Blick zu aber der beachtete sie gar nicht. Er hatte schon viel zu oft versucht, seinen Freunden Einhalt zu gebieten und sah inzwischen nur noch zu. „Hab dich nicht so, Evans! Ist doch nur Spaß!“ Lily schnaubte und machte auf dem Absatz kehrt. James ließ sich deprimiert zurück in seinen Sessel fallen. „Ich glaube, sie hasst mich! Was soll ich nur machen, Leute?“ Die Angesprochenen antworteten nicht, sie hatten Prongs seit ihrem ersten Jahr Ratschläge erteilt und waren dessen langsam müde. „Akzeptier es und lebe dein Leben!“ sagte Remus schließlich mit einem fiesen Grinsen. Jeder von ihnen wusste, dass James niemals aufgeben würde und vielleicht würde er eines Tages erfolgreich sein, dachte Lorelai bei sich.

Am nächsten Tag saßen Lily und Lorelai in der Bibliothek und suchten etwas für ihre Geschichte der Magie Hausaufgabe, als der Vertrauensschülerin ein altes Buch in die Hände fiel. „Sieh mal: Legenden um Hogsmeade und Hogwarts – Eine fantastischer Sammlung! Wer liest denn so etwas?“ fragte sie leicht belustigt und ließ das Buch auf den Tisch vor ihrer besten Freundin fallen. „Remus, ich bringe es ihm mit!“ Sie schnappte sich die dünne Lektüre und schrieb mit einem Seufzer weiter an ihrem Aufsatz über die große Revolution. „Hat sich dieser unheimliche Kerl eigentlich wieder gemeldet?“ Lorelai haderte einen Moment lang mit sich, sollte sie ihrer Freundin von der letzten Nachricht erzählen? Sie hatte es keinem anvertraut, nicht einmal Sirius da sie ihre Freunde nicht beunruhigen wollte. „Nein, ich frage mich wer das ist!“ Sie hatte es eben getan, sie hatte ihre Beste Freundin angelogen aber es war besser so. Lily machte sich sonst nur unnötig Sorgen!

Plötzlich hob Lorelai ihr Buch vor ihr Gesicht und rutschte tief in ihren Sitz. „Was?“ Lily sah sich überrascht um und folgte ihrer erklärenden Geste. Severus Snape hatte eben den Raum betreten und sah sich nun suchend um. Zum Glück hatte er sie nicht gesehen und machte sich zu dem Regal über Flüche und Dunkle Künste auf. „Er nervt mich dermaßen, dass kannst du dir nicht vorstellen! Er ist wie ein kleiner Stalker! Zuerst dachte ich ja, er wäre mein Verehrer, aber dann…“ Sie hatte ihn mit Peter gesehen und das war für sie Beweis genug, dass er es nicht sein konnte. So schnell war niemand, besonders da man in Hogwarts nicht apperieren konnte. „Aber er ist dir doch schon immer nachgerannt. Praktisch seit er dich das erste Mal gesehen hat!“ Damit hatte sie leider Recht und es gab kein Mittel um ihn abzuschütteln. „Lass uns verschwinden, den Aufsatz können wir morgen weiter machen.“ Sie wollte um keinen Preis von ihm entdeckt werden und womöglich noch mit Snivellus reden müssen.

Lily wollte jedoch noch bleiben und so schlich sich Lorelai alleine nach draußen, das Buch für Moony in ihrer Hand. „Goldsmith, so allein?“ Es war Peeves, der Hogwarts eigene Poltergeist. „Was willst du? Lass mich bloß in Ruhe sonst hole ich den Baron!“ Das wirkte, die Nervensäge verschwand fast augenblicklich. Der blutige Baron, Slytherins Hausgeist war der einzige, vor dem Peeves wenigstens etwas Respekt hatte und er mochte Lorelai. Warum auch immer, sie hatte sich darüber nie Gedanken gemacht! Was sollte sie jetzt machen? In den Gemeinschaftsraum wollte sie nicht, da James beim Quidditch Training war und Sirius und Remus mit ihm gekommen war. Die Vorstellung einen Nachmittag mit Peter zu verbringen war nicht sonderlich verlockend, also machte es sich Lorelai in einer Nische bei drei Fenstern gemütlich und schlug das Buch auf.

Es standen allerlei lächerliche Legenden und Sagen darin, unter anderem eine Geschichte über die Gründe der Trennung der Gründerväter von Hogwarts. Natürlich, Slytherin und Rawenclaw hatten eine Affäre, deshalb ist er gegangen… Lorelai schüttelte den Kopf, wer glaubte einen solchen Schwachsinn? Aber dann stieß sie auf etwas überraschendes, auch hier wurde die Quelle der Weisheit erwähnt.

Niemand Bekanntes kann sie lesen, doch es wird angenommen, dass derjenige der die Sprache der Herzen und des Verstandes beherrscht auch den Sinn der Schrift erkennen kann. Angeblich sind alle Geheimnisse und Weisheiten, alle Gedanken der Menschheit in ihr beschrieben und machen den Besitzer zum mächtigsten Zauberer aller Zeiten.

Experten vermuten, dass die Quelle im heutigen Hogwarts oder in dem Dorf Hogsmeade versteckt sein muss, aber bisher hat sie noch keiner gefunden.

Das war alles, aber Lorelais Herz schlug schneller und ihre Gedanken begannen wild in ihrem Kopf umherzuschwirren. Hogsmeade… Konnte das der Grund für die Morde sein? Und wenn ja, wer suchte sie und was war dieses Rascheln? Sie spürte, dass dieser kurze Absatz ein entscheidender Hinweis zu der Lösung ihres Rätsels war. Nur wie passte das alles zusammen? Sie zerbrach sich den Kopf darüber aber sie kam einfach zu keinem Ergebnis! Etwas fehlte und sie kam nicht darauf was. Warum jetzt, wenn jemand so viele Jahre Zeit hatte dieses Buch zu finden? Wer suchte es überhaupt? Voldemort? Nein, das war unwahrscheinlich er würde suchen lassen. Aber wer kam sonst in Frage?

„Wollen sie noch länger an die Wand starren, Ms. Goldsmith?“ Es war Dumbledore, er war wie aus dem nichts vor ihr aufgetaucht und lächelte sie freundlich an. „Nein Sir, ich habe nur nachgedacht!“ Sie richtete sich auf, es war schon dunkel draußen. Sie hatte tatsächlich die letzten drei Stunden hier verbracht und es noch nicht einmal gemerkt! „Darf man auch erfahren worüber? Kommen sie, begleiten sie mich ein Stück nach unten. Es gibt Essen!“ Erst jetzt bemerkte sie, wie ihr Magen knurrte und sprang auf um mit dem Direktor in die halle zu gehen. Sollte sie ihm von ihrer Vermutung erzählen? Die Versuchung war groß, aber sie widerstand. Stattdessen versuchte sei etwas anderes. „Sir? Worüber hat Professor Nicholas vor seinem… Verschwinden geforscht?“ Er schien keineswegs überrascht zu sein und nickte nur. „Er glaubte etwas auf der Spur zu sein, aber er wollte mir nicht erzählen was. Unglücklicherweise hat er selbst sein Gedächtnis gelöscht bevor er verschwand.“ Er sagte das mit einer Endgültigkeit, die klar machte, dass es keinen weiteren Fragen ihrerseits geben würde. Stattdessen gingen sie schweigend nebeneinander nach unten, wo sich Honey zu ihren Freunden setzte
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Beitragvon Eileen Prince » Fr 21 Okt, 2005 18:42

Kapitel 17 – Neugierde siegt immer

Lorelia hatte keinem der vier etwas über ihre Entdeckung erzählt, sie hatte auch das Buch für sich behalten und es am Abend gründlich studiert. Doch es war aussichtslos, es gab keine weiteren Hinweise auf die Quelle oder ihr Versteck… Trotzdem war sie sich sicher, dass sie etwas übersah! Die Lösung war direkt vor ihrer Nase und das war wirklich frustrierend. „Habe ich etwas im Gesicht oder was ist los?“ Remus sah sie besorgt an. Sie blinzelte und erwachte aus ihren Gedanken. Honey hatte die letzten 15 Minuten damit verbracht Moony anzusehen ohne es überhaupt zu bemerken. „Ach, ich hab nur nachgedacht…“ Sie zuckte mit den Schultern und wollte sich wieder ihrem Aufsatz zuwenden. Aber da sie die Feder die ganze Zeit über ihr Pergament gehalten hatte, war Tinte nach unten getropft und nun schwamm ein riesiger Fleck in der Mitte der Seite. Lorelai schnappte sich ihren Zauberstab und beseitigte das Malheur, dann schrieb sie weite über die Verwandlung einer Kröte in eine Rose.

„Was macht ihr? McGonagalls Aufsatz?“ James ließ sich müde auf den Stuhl neben die beiden fallen und legte die Füße auf den Tisch. „Wie war das Training?“ Lorelai konnte sich nicht auf ihre Hausaufgabe konzentrieren und war deshalb über jede Ablenkung dankbar. „Es geht, aber einer unserer Jäger ist grottenschlecht. Luke ist vor Weihnachten beim Üben vom Besen gefallen und hat jetzt Angst, richtig zu fliegen! Wenn das so weiter geht, brauche ich einen Ersatz!“ James schüttelte bedauern den Kopf. Er mochte Luke, aber so konnte es einfach nicht weitergehen. Er wollte unter allen Umständen vermeiden bei dem nächsten Spiel gegen Hufflepuff zu verlieren. „Wie läuft es denn mit deiner Charlotte?“ Er wollte das Thema wechseln und Moonys Liebesleben war immer wieder spannend. „Ich habe es dir schon mal gesagt, da läuft überhaupt nichts!“

Lorelai grinste und warf die Feder endgültig weg. „Er war heute mit ihr in der Bücherei – Nachhilfe in Zaubertränke! Obwohl, viel gelernt haben sie ja angeblich nicht…“ Sie lächelte viel sagend während Moony knallrot wurde und ihr einen wütenden Blick zu warf. „Was soll das denn heißen?“ Er war wirklich ein wenig eingeschnappt über diese Bemerkung, seine Freunde ging das gar nichts an. „Komm schon, die ganze Schule redet über eure - wie soll ich sagen- Knutscherei, ihr seid das neue Topthema!“ Klatsch verbreitet sich in Hogwarts unglaublich schnell, wahrscheinlich wussten es sogar schon die Lehrer. James fing an zu lachen und klopfte seinem Freund anerkennend auf die Schulter. „Er sieht immer so unschuldig aus, aber…“

Weiter kam er nicht, denn in diesem Moment kam Sirius in den Gemeinschaftsraum und gesellte sich zu ihnen. „Worum geht’s?“ Fragte er mit einem merkwürdigen Blick auf Prongs. „Remus kleine Affäre.“ Antwortete Lorelai, woraufhin Remus noch einen Schuss röter wurde und nun die Farbe einer Tomate angenommen hatte. „Das weiß doch nun wirklich schon jeder! Ich habe vorhin gehört wie sich McGonagall und Sprout über die Sache in der Bibliothek unterhalten haben!“ Alle lachten und sogar Remus stimmte mit ein. „Wo ist eigentlich Peter?“ fragte James, als sich alle beruhigt hatten. Es war schon spät und ihr Freund war immer noch nicht im Gryffindor Turm aufgetaucht. Es war gefährlich nach dem Abendessen alleine im Schloss umherzulaufen, da die Lehrer patrouillierten und es strenge Strafen für jene gab, die erwischt wurden. „Wer weiß, vielleicht hat er ja auch ne Freundin!“ Schlug Sirius halbherzig vor und lehnte sich entspannt zurück.

Nachdem sie noch eine Weile geredet hatten, hatte sie McGonagall in die Schlafräume geschickt. Die vier waren murrend verschwunden und sich nach oben begeben. Zu ihrer Enttäuschung musste Lorelai feststellen, dass Lily schon schlief oder zumindest so tat. Vielleicht will sie auch nur nicht über heute Morgen reden, dachte sie bei sich. James hatte Lily einen nicht ganz ernst gemeinten Heiratsantrag gemacht – beim Frühstück in der Großen halle. Dazu war er auf den Tisch gestiegen und hatte laut gerufen: „Evans, werde meine Frau! Ich flehe dich an!“ Alle hatten gelacht und Lily war vor Wut schäumend aus dem Saal gerannt. Prongs stellte sich aber auch verdammt dämlich an, dachte Lorelai bevor sie sich selbst auf ihr Bett fallen ließ.

Auf ihrem Kopfkissen lag etwas – ein Zettel! Nicht schon wieder, Honey verdrehte die Augen und unterdrückte ein Zittern. Sie hob das sorgfältig gefaltete Papier auf, das unter einer wunderschönen dunkelroten Rose lag und stach sich dabei. Sie fluchte leise als sie die Nachricht öffnete und sie dabei ein wenig mit Blut verschmierte.

Ich weiß, du willst das Rätsel lösen. Aber du kannst es nicht alleine, lass mich dir helfen!

Die Antwort auf all deine Fragen liegt am Eingang zum Verbotenen Wald neben Hagrids Hütte. Ich erwarte dich

Das war’s, nicht mehr. Sollte sie es wagen? Das letzte Mal als sie der Forderung ihres Verehrers nachgekommen war, wäre sie fast gestorben. Aber konnte sie sich diese Chance wirklich durch die Lappen gehen lassen? Nein, sie musste es wissen. Außerdem konnte sie sich im Notfall in einen Falken verwandeln und schnell wegfliegen. Was sollte schon passieren? Sie war eine gute Hexe, vielleicht sogar die beste ihres Jahrgangs und sie konnte sich gegen fast alles verteidigen. Vielleicht war es die jugendliche Arroganz, aber ohne einen weiteren Gedanken an das immense Risiko zu verschwenden sprang sie auf und öffnete das Fenster. McGonagall würde sie schon nicht erwischen…

Es war niemand zu sehen, in Hagrids Hütte brannte auch kein Licht. Sie strengte ihrer Augen an, aber selbst mit ihrem scharfen Blick und aus 100m Höhe konnte sie nichts erkennen. Also landete sie neben dem kleinen Haus und verwandelte sich. Sofort fröstelte es sie, es war zwar fast Sommer aber heute war eine ungewöhnlich kalte Nacht. Als sie ausatmete konnte sie sogar ihren Atem sehen… Das war nicht normal, nein, das durfte nicht sein! Lorelai beschlich ein ungutes Gefühl, etwas stimmte nicht. Aber Hagrid war in der Nähe, er würde sie schreien hören! Die Gänsehaut die sich auf ihren Armen bildete, hatte nichts zu sagen. Wer war schon gerne um diese Zeit alleine draußen? Sie versuchte sich selbst zu beruhigen, doch es hatte keinen Sinn. Sie wusste, sie musste zurückgehen aber etwas in ihr sträubte sich dagegen und das waren ihre unendliche Neugier und die Abenteuerlust, die sie schon oft in Schwierigkeiten gebracht hatte.

Plötzlich war es wieder da, das Rascheln. Sie erstarrte förmlich, es kam näher und näher und das in einer unglaublich großen Geschwindigkeit! Was konnte das sein? Als Tier und auch als Mensch hatte sie bessere Augen als die meisten anderen aber auch sie konnte in der unergründlichen Finsternis des Waldes nichts erkennen. Dann war es wieder verschwunden, sie entspannte sich und atmete tief ein. Du bist paranoid, sagte sie sich und lächelte über sich selbst. Jemand hatte sich einen Spaß erlaubt, vermutlich Maureen und morgen würde sie sich vor der ganzen Schule über Honey lustig machen! Mehr steckte nicht dahinter, sie hatte Gespenster gesehen.

Sie wandte sich zum Gehen, da hörte sie etwas hinter sich. Das waren Schritte, kein Rascheln! „Wo willst du denn meine Schönste?“ Diese Stimme, eiskalt und überhaupt nicht menschenähnlich. Es war mehr ein Zischen als richtige Wörter. Sie bekam Panik, was sollte sie tun? Sie wollte sich nicht umdrehen aus Angst vor dem, was sie sehen würde! „Du wolltest schon gehen? Bleib doch noch ein bisschen!“ Das war keine Bitte, es war ein Befehl… Sie hatte keine Wahl, sie musste sich dem stellen was sie erwartete. Sie war selber Schuld, ihre eigene Dummheit und ihre verdammte Neugier hatten sie in diese Situation gebracht! Tränen stiegen ihr in die Augen und vernebelte ihre Sicht. Sie wünschte sie irgendwohin, egal wo nur weg von hier! Sie wusste, sie hatte einen Fehler gemacht und der konnte ihr Leben kosten.

Als sie sich umdrehte, den Zauberstab in der Hand, sah sie Dumbledore vor ihrem inneren Auge, der in der Großen Halle stand und den Schülern ihren Tod verkündete. Sirius und James, die weinten genau wie Remus und Lily und Peters fast schon glückliches Gesicht! Sie erwartete einen Mann, der Stimme nach zu urteilen doch weit gefehlt. Alles was sie sah, waren zwei kalte Augen, die sie mordlustig musterten. Wo kam die Stimme her? Und zu was gehörten diese Augen? Sie hatte keine Chance, so viel war klar. Das Tier, zu dem die blitzenden Pupillen gehörten, die das Licht des Halbmondes spiegelten, war groß, viel größer als sie! Plötzlich hörte sei hinter sich einen Schritt, sie spürt wie jemand den Arm hob und dann spürte sie einen dumpfen Schmerz am Hinterkopf. Alles wurde schwarz, sie merkte nur noch wie sie aufgehoben wurde…

McGonagall zuckte zusammen, etwas war hier falsch, ganz furchtbar falsch! Einer spontanen Eingebung folgend sprang sie auf und rannte in den Schlafsaal der Mädchen. Dort war es trotz des geöffneten Fensters angenehm war. Sie entspannte sich, sie hatte sich getäuscht… In jedem Bett lag eine Schülerin. Beruhigt ging sie wieder nach unten und setzte sich in ihren Sessel, ihre Augen fielen fast augenblicklich zu. So eine Nachtwache war auch ziemlich ermüdend… Oben sah sich Lily Evans verschlafen um, McGonagall hatte sie geweckt. Was wollte sie wohl? Die Rothaarige sah sich um, Lorelai lag in ihrem Bett und schlief. Moment, nein, sie war nicht da! Das Kissen lag so da, als ob und die Decke war geschickt hingelegt, so dass es ebendiesen Eindruck erweckte. Sie stand auf um zu sehen, was das weißes war, was unter den Daunen hervorblitzte.

Sie erstarrte, das bedeutet nichts Gutes! Da war Blut an dem Papier und dann diese Text… Honey konnte unmöglich gegangen sein, oder? Lilys Blick fiel auf etwas anderes, neben dem achtlos in die Ecke geworfenen Umhang lag ein kleines Buch: Legenden um Hogsmeade und Hogwarts. Eine Seite war eingemerkt, sie schlug sie auf und las. Eines war klar, etwas stimmte da nicht. Doch was sollte sie tun? McGonagall würde Lorelai von der Schule werfen oder sie zumindest hart bestrafen wenn sie erfuhr, dass das Mädchen um diese Zeit allein unterwegs war. Sie musste etwas tun, das ihr ganz und gar nicht gefiel. Sie trat neben das Badezimmer und drückte auf eine der Blumenfließen, die die Wand schmückten. Sofort wurde ein schmaler Durchgang frei – ein geheimer Korridor den sie mit Lorelai in ihrem ersten Jahr entdeckt hatte. Er führte in den Schlafsaal der Jungen… Lily Evans atmete tief durch und trat hinein, dabei wickelte sie ihre Bettdecke fest um sich und lief barfuss über den Steinboden bis sie direkt neben James Potters Liege herauskam…
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Beitragvon Eileen Prince » Fr 21 Okt, 2005 18:44

Bevor ihr euch fragt warum jetzt auf einmal Eileen schreibt und nicht mehr Haruka blau! Ich bin ihre sis und sie hat mich gebeten den rest ins i-net zu stellen!! also es ist Harukas geschichte nict meine!!
Kapitel 18 – Verschwunden

„Wo… Wo bin ich?“ Lorelai sah sich um und rieb sich ihren schmerzenden Kopf. Was war passiert? Bruchstückhaft kam die Erinnerung wieder… Der Baum, die Augen, der Mann, sie musste hier raus! Sie versuchte sich aufzurichten, aber ein stechender Schmerz hielt sie davon ab! Jemand musste sie durch einen Zauberspruch an den Boden gefesselt haben. Apropos, wo war sie gelandet? Sie versuchte etwas in dem fast vollkommen dunklen Raum zu erkennen, aber die einzige Fackel, die brannte war gute 20 Meter von ihr entfernt und erleuchtete lediglich einen Teil einer groben Steinmauer. Sie konnte Efeu und Moos erkennen, die durch den spröden Granit wucherten. Sie betastete vorsichtig den Untergrund, ihre Hand fuhr durch nasse Erde. „Hallo? “ Niemand antwortete ihr, aber dem Echo ihrer Stimme zu urteilen war sie in einem hohen gewölbten Raum. Wo konnte das sein? Sie strengte ihr Gedächtnis an, aber ein solcher Ort war ihr noch nie untergekommen!

Egal, sie musste schleunigst verschwinden bevor ihr Entführer wieder kam! Ihr Zauberstab, sie begann panisch ihre Taschen abzusuchen aber sie konnte nichts finden. Er hatte ihr ihre wichtigste Waffe gestohlen, sie saß in der Falle ohne Verteidigung. Innerlich fluchte sie über sich selbst, sie war so dumm gewesen! Warum musste sie auch mitten in der Nacht alleine auf dem Gelände herumspazieren? Das nächste Mal würde sie ihre Neugierde ignorieren – wenn es ein nächstes Mal gab! „Ah, ich sehe du bist endlich aufgewacht!“ Da war sie wieder die kalte Stimme, die ihr einen Schauer nach dem anderen über den Rücken laufen ließ. Sie spürte wie ihr ganzer Körper sich anspannte, bereit im Notfall zuzuschlagen und jede Chance zu nutzen, die sich ihr bot. „Wer sind sie?“ Zu ihrer Überraschung zitterte ihre eigene Stimme nicht, sie klang sogar relativ ruhig und gefasst. Sie hörte Schritte, ein Zischen und plötzlich wurde sie von einem hellen Licht geblendet. Sie schirmte ihre Augen gegen die grellen Fackeln ab und versuchte gleichzeitig einen Blick auf ihr Gefängnis erhaschen.

„Was machst du denn hier Evans?“ Sirius richtete sich verwirrt in seinem Bett auf und fuhr sich durch das, vom Schlafen verwuschelte, schwarze Haar. Auch James und Remus warfen dem Mädchen neugierige Blicke zu, während Peter versuchte seinen peinlichen Schlafanzug mit Sonne, Mond und Sternen mit der Bettdecke zu verstecken. „So sieht es also in eurem Schlafsaal aus, ich hätte es mir unordentlicher vorgestellt!“ Sie sah sich um und betrachtete den Raum. Auf Padfoots und Prongs Seite lagen die Klamotten zusammen mit den Büchern und allerlei anderem wild verstreut am Boden, aber bei Remus und Peter war es aufgeräumt und sauber. „Jedenfalls, Lorelai ist weg und ich habe das hier gefunden…“ Sie reichte Sirius das Buch und den Brief, der beides mit sorgenvollem Blick betrachtete. „Das ist gar nicht gut!“ Er sprang auf und warf seinem Freund die Sachen zu, dann zog er sich eine Jeans an und begann in dem Chaos nach etwas zu suchen.

Remus, der inzwischen auch aufgestanden war und sich neben James gesetzt hatte um das Buch anzusehen, zog die Augenbrauen hoch und legte die Stirn in Falten. „Was sagt ihr dazu?“ Lily sah die drei an und es war klar, dass sie eine beruhigende Antwort erwartete aber keiner der Freunde war zu so etwas imstande. „Sirius, was suchst du denn?“ Fragte sie irritiert und beobachtete den Jungen, der in einem großen Haufen Kleidung herumwühlte. „Ich hab ihn, kommt schon! Was schaut ihr mich so an, wir müssen los!“ Er hielt einen alten zerschlissenen Umhang hoch und grinste triumphierend. James nickte und stand ebenfalls auf. Lily konnte nicht umhin zu bemerken, wie gut der Junge aussah, der nichts weiter trug als Boxershorts und ein T-Shirt. Remus, der ihren Blick bemerkt hatte musste trotz der momentanen Situation grinsen. „Seit wann ist Partnerlook eigentlich wieder angesagt?“ fragte er schelmisch und warf Sirius einen viel sagenden Blick zu. „Sehr lustig Moony!“ Knurrte der, ein bisschen eingeschnappt über die Kritik an seiner Schlafkleidung.

„Ihr denkt doch nicht, dass sie in Gefahr ist, oder?“ Lily sah die drei Jungen verzweifelt an, die nun angezogen und startbereit vor ihr standen. „Nein, sie ist ein cleveres Mädchen!“ James wollte nicht nur Lily sondern auch Sirius beruhigen, der sichtlich besorgt war um seine Freundin. Remus nickte sofort und schnappte sich den Umhang. Er warf ihn über sich und die drei anderen und sagte dann noch: „Wormtail, wenn McGonagall kommt, sag ihr, wir sind in der Küche um uns noch etwas zu essen zu holen!“ Dann verschwanden sie die Treppe herunter und schlichen durch den Gemeinschaftsraum, an der schlafenden und schnarchenden Lehrerin vorbei. Durch den Eingang kamen sie ohne Probleme aber dann begegneten sie auf einem der Flure Filch. James reagierte als erster und drückte die anderen mit sich gegen die Wand, sie wagten kaum zu atmen aber der Hausmeister ging mürrisch an ihnen vorbei ohne etwas zu bemerken. „Das war knapp.“ Zischte Sirius und sie liefen weiter bis sie auf dem Gelände standen.

Derweil starrte Lorelai den Mann vor sich entsetzt an! Sie hatte ihn noch nie zuvor gesehen und doch wusste sie genau, wer es war. Dieses schlangenähnliche Gesicht, die rot blitzenden Augen: Voldemort! Er musterte sie spöttisch und ein kaltes Lächeln spielte um die schmalen Lippen. „Ich muss zugeben, es war schwer dich herzubringen. Ich habe es immer wieder versucht, aber du warst nie allein.“ Sie schluckte und wich ein Stück zurück als er langsam näher kam. Plötzlich spürte sie hinter sich die kalte Steinwand, es gab keine Möglichkeit mehr auszuweichen! Ob man sie wohl je finden würde? Wahrscheinlich nicht, sie hatte ja niemandem gesagt, wo sie war! „Warum ich?“ fragte sie um ihn abzulenken. „Warum? Du bist die einzige, die mir helfen kann… Ich gebe es nicht gerne zu, aber ich brauche deine Fähigkeiten.“ Wovon sprach er? Und wofür brauchte er sie? Wenigstens konnte sie sich aufrichten, der Zauber wurde in dem Moment aufgehoben als er den Raum betrat.

„Ich muss noch etwas erledigen aber versuch gar nicht erst zu entkommen. Wir sind nicht mehr in Hogwarts, hier gelten meine Regeln…“ Sie war außerhalb der Schule? Aber wo? Wenn sein doch nur ein Fenster finden konnte um heraus zusehen! Aber sie war umgeben von massiven Mauern… Er wandte sich zum Gehen, doch eine Frage musste sie ihm noch stellen. „Warte! Wie bist du in das Schloss gekommen? Dumbledore hat es mit einem Zauber belegt, niemand kann dort hinein apperieren!“ Sie sah ihn fast provozierend an und ihre braunen Augen funkelten angriffslustig. „Nun, lass es mich so sagen, meine Schönste, in dem Verbotenen Wald gibt es Wege, die selbst euer Dummkopf von Direktor nicht kennt! Und die Geschenke, die hat jemand anderes für mich abgeliefert, doch ich werde dir nicht alles jetzt verraten, wo bleibt denn da die Spannung?“ Er lachte eisig kalt und verließ den Raum. Die Fackeln brannten weiter und so konnte sie eine große Tür zuschlagen sehen!

Einen Hoffnungsschimmer hatte sie: Er sagte, er wollte noch nicht alles jetzt verraten. Das bedeutete, sie würde noch ein wenig länger leben, vielleicht lang genug um einen Plan zu entwickeln? Sie richtete sich geräuschlos auf, er hatte vergessen den Zauber wieder auf sie zu legen! Plötzlich sah sie den wahren Grund für ihre neu gewonnene Freiheit! Eine riesige, ungefähr vier Meter lange Schlange lag nun vor der Tür, ihr Schwanz war mit Diamanten besetzt! Natürlich, das Rascheln… Dieses Tier hatte die Menschen getötet und es würde sie sicher auch angreifen, wenn sie ihr zu Nahe kam. Lorelai sank wieder an der kalten, feuchten Wand zusammen und sah sich verzweifelt um. Sie musste sich ganz schnell etwas einfallen lassen.

Lily lief mit den drei Maraudern zu Hagrids Hütte, in der alles dunkel war. „Ungewöhnlich, Hagrid ist doch um diese Zeit normalerweise noch auf!“ Remus schüttelte den Kopf und warf einen verwunderten Blick zu dem Häuschen des Wildhüters. Sirius, James und Lily suchten derweil den Boden ab, doch sie fanden einfach nichts. „Padfoot, ich denke du solltest dich verwandeln. Hunde haben bessere Instinkte!“ Lily sah den Jungen mit den dunkelblonden Haaren verwirrt an. Hatte er eben von Hunden geredet? Sie wusste natürlich, dass Moony ein Werwolf war. Sie hatte es in ihrem dritten Jahr herausgefunden und sie hatte mit ihm darüber gesprochen, versucht ihn aufzumuntern und ihm beizustehen aber sie hatte keine Ahnung von den anderen drei Animagi. So war sie einigermaßen überrascht als sich Sirius vor ihren Augen in einen großen schwarzen Hund verwandelte, der dam Boden entlang schnupperte.

Nach einer Weile bellte Padfoot laut und seine Freunde rannten zu dem Ort an der er schwanzwedelnd stand. James und Remus hatten seine Suche genutzt um Lily über die Animagi aufzuklären und ihr von den nächtlichen Abenteuern zu erzählen. „Was hast du?“ fragte Prongs und der Hund verwandelte sich zurück. „Eine Spur, aber sie führt direkt dort hinein… Sagt mal, warum ist Hagrid noch nicht wach? Mein Bellen müsste ihn doch geweckt haben!“ Die anderen drehten sich zu der Hütte um, in der immer noch alles dunkel war. „Sehen wir nach, wir können seine Hilfe im Wald brauchen!“ Rief Remus und spurtete zum Eingang. Er hämmerte gegen die Tür aber niemand öffnete. „Zur Seite! Alohomora!“ Lily nickte zufrieden, als die Holztür aufschwang und einen Blick in die Dunkelheit erlaubte.

Sirius und Remus gingen vorsichtig hinein, gefolgt von James. „Evans?“ Sie stand immer noch an der gleichen Stelle und hatte Angst. James ging zurück und nahm ihre Hand. Sie tat etwas, dass ihn zutiefst überraschte: Anstatt ihn wegzustoßen, drückte sie seine Finger und folgte ihm dann hinein! Hagrid schnarchte laut auf seinem Bett, auf dem Tisch stand ein großer Teekessel, eine Tasse und Kekse. „Seht mal, das bedeutet Ärger!“ Sirius hielt einen kleinen Zettel hoch, der neben dem übrig gebliebenem Gebäck lag. „Die gleiche Handschrift wie auf Hons Brief!“ Lily sah mitleidig zu dem Wildhüter, der immer noch tief und fest schlummerte. „Für Hagrid, ein Geschenk von einem dankbaren Freund.“ Sirius las die zwei Zeilen vor und schluckte dann. In seinen Augen spiegelte sich die Angst um Lorelai wieder, er setzte sich auf einen der Stühle und atmete tief durch. Schweren Herzens ließ James Lilys Hand los und klopfte seinem Freund aufmunternd auf die Schulter. „Wir finden sie! Aber du Lily, du gehst ins Schloss zurück und holst Dumbledore. Sag ihm alles, was du weißt und dann schick ihn her. Wir suchen derweil Honey!“ Sie wollte protestieren, aber sie hatte keine Chance. Die drei liefen ohne nachzudenken in den Verbotenen Wald und ließen sie in der Hütte stehen.

Sirius hatte sich wieder in einem Hund verwandelt und folgte nun der schwachen Spur seiner Geliebten. Die beiden Jungen folgten ihm schwer keuchend durch das Gestrüpp, kämpften sich durch herabhängende Äste und versuchten dabei Padfoot im Auge zu behalten. Der rannte so schnell, er konnte, die Ohren aufgesperrt um eine mögliche Gefahr zu hören. Plötzlich war seine Fährte weg, wie vom Erdboden verschluckt. Frustriert blieb er stehen und sah sich angestrengt um. „Was?“ fragte James, als er völlig außer Atem hinter seinem Freund auftauchte. Sie waren auf einer Lichtung, ähnlich der auf der Remus beinahe den Professor angegriffen hatte. Moony stieß ebenfalls zu ihnen, er bekam kaum noch Luft und hatte diverse Kratzer von Ästen im Gesicht. „Ich habe die Spur verloren, sie muss hier irgendwo sein!“ Sirius versuchte etwas zu erkennen, einen Eingang zu einer Höhle oder etwas Ähnliches aber alles was er sah, waren Bäume und Gras! „Hier? Sieh dich mal um, hier ist absolut gar nichts! Sie ist verschwunden
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Provisorisches (Ehren)Mitglied der Quiddichmannschaft von Ravenclaw
Mitglieder der Weasleys' Wizard Wheezes^^
Es gibt nur einen Gott!!!BelaFarinRod