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[HP] Secrets of Hogwarts - The Dreamseeker (5)

Elinore Falk
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[HP] Secrets of Hogwarts - The Dreamseeker (5)

Beitragvon Elinore Falk » Fr 17 Aug, 2007 13:44

Hallo zusammen,

es ist schon eine ganze Weile her, seit ich das letzte Mal einen Beitrag für unsere Bibliothek geleistet habe. Wird also endlich Zeit das ich meine grauen Zellen wieder etwas Bewegung verschaffe.

+++ Spoiler Warnung +++
Die folgende Fan Fiction spielt zeitlich nach dem siebten Band von Harry Potter. Wer das Buch also noch lesen und Nichts vorher verraten haben möchte, sollte an genau diesem Punkt den Threat verlassen.

Alle Anderen lade ich ein, mit mir in Elinores Leben einzutauchen, in einer Zeit die etwa 10 Jahre nach dem Tot von "der dessen Name nicht genannt werden darf" spielt. Ich bitte natürlich um ehrlich gemeinte Kritik, ich bin nicht immer selber von dem überzeugt was ich schreibe und wie ich es schreibe, also schont mich nicht :P .

Nachtrag:
Die Rechte an den bekannten Figuren (außer den von mir Erfundenen) und Orten gehören J.K. Rowlings. Ich leihe sie mir nur aus, um meine eigene Geschichte mit mehr Leben zu füllen.



Kapitel 1, der Traum

Ein kalter Dezembermorgen empfing Severus, als er die Tür seines Hauses leise hinter sich schloss. Er hatte sich vorsorglich in einen warmen Winterumhang gekleidet, doch der kalte Wind, der ihm ins Gesicht wehte, lies ihn frösteln. Es hatte über Nacht noch einmal angefangen zu schneien und eine unberührte weiße Schneeschicht, glitzerte in der aufgehenden Sonne. Severus vergrub die Hände in den Taschen seines Umhanges, und das obwohl er gefütterte Drachenlederhandschuhe trug. Je schneller er sich auf den Weg machte, desto eher war er wieder zurück, dachte er. Er sah grimmig in den Himmel hinauf, dann machte er sich auf den Weg.
Schnellen Schrittes überquerte er den Hof, in des dessen Zentrum, auf der zugeschneiten Wiese, ihn ein Schneemann aus schwarzen Augen ansah. Seine Karottennase, oder das was davon noch übrig war, war mit einer Schneeschicht bedeckt, die sie fast verschwinden ließ. Severus hatte für den Schneemann keinen Blick übrig. Er ging zügig den verschneiten Kiesweg hinunter, bis er das riesige Hoftor erreichte hatte. Mit einer Handbewegung öffnete er es und schloss es wieder hinter sich. Dann erklang ein „Kräck“ und er disapparierte.

Im Haus war es noch still, umso mehr genoss Elinore es, noch für einen Moment im Bett zu liegen und sich unter die warme Bettdecke zu kuscheln. So ruhige Momente gab es nur selten in ihrem Haus. Sie bereute es, das Severus schon hatte aufstehen müssen. Ein Poltern erklang über ihr und ein Schrei, gefolgt von eilendem Fußgetrappel.
„Muuuuuum.“ schrillte eine Kinderstimme durch das Haus.
Elinore zog sich die Decke über den Kopf. Sie würde einfach so tun als hätte sie Nichts gehört und wäre nicht da. Fußgetrappel war auf der Treppe im Flur zu hören und näherte sich ihrer Schlafzimmertür. Elinore würde einfach nicht reagieren, beschloss sie, der Morgen war viel zu schön um ihn sich verderben zu lassen.
„Mum!!!“
Die Zimmertür wurde ohne ein Klopfen aufgerissen und Schritte näherten sich ihrem Bett. Ich tu einfach so als würde ich schlafen, entschied Elinore. Doch noch bevor sie den Gedanken zu Ende gedacht hatte, wurde ihr die Bettdecke weggerissen.
„Mum, wach auf.“
Elinore seufzte innerlich und öffnete die Augen.
„Guten Morgen.“
Ihre Tochter sah sie aus verzweifelten Augen an und schien den Tränen nahe zu sein.
„Eileen, was ist denn los?“
Elinore richtete sich in ihrem Bett auf.
„Meine Haare…“ schluchzte sie.
Sie setzte neben ihrer Mutter auf die Bettkante und versuchte ihre Haare zu bändigen. Elinore betrachtete das schwarze Haar ihrer Tochter, das auf den ersten Blick genauso zerzaust aussah wie jeden Morgen. Dann jedoch sah sie wie sie sich allmählich kringelten und zu Rasterlocken verfilzten. Eileen hielt einen Teil ihrer Haarsträhnen fest, doch es nützte nichts. Hinter ihr, in der Schlafzimmertür, tauchte ihr verschlafener Bruder auf.
„Wasn los.“ nuschelte er und gähnte.
Eileen, der nun die ersten Tränen über die Wangen rollten, sah zu ihm hinüber.
„Meine Haare.“ schluchzte sie erneut.
Albus musterte das Haar seiner Schwester und zog erstaunt die Augenbrauen hoch. Er warf seiner Mutter einen fragenden Blick zu. Elinore schwang ihre Beine aus dem Bett und zog ihre Tochter zu sich.
„Eileen, jetzt beruhige dich, ich denke es gibt eine ganz einfache Erklärung dafür.“
Eileen schniefte und sah zu ihrer Mutter auf.
„Ich bin sicher du freust dich schon sehr auf heute Abend oder?“
Das Mädchen nickte.
„Und so geheimnisvoll wie du in den letzten Tagen dein Zimmer behütest, nehme ich an das du etwas für die Feier geplant hast.“
Wieder nickte das Mädchen und wischte sich ihre Tränen, mit dem Ärmel ihres Morgenmantels von den Wangen.
„Du bist nervös, weil du willst das alles so klappt wie du es dir vorgestellt hast.“
Eileen nickte wieder und senkte verlegen ihren Kopf.
„So wie ich dich kenne willst du dich nicht blamieren und schon gar nicht vor unseren Gästen.“
Eileens Wangen röteten sich. Elinore drückte sie sanft an sich und strich ihr über das sich immer noch kringelnde Haar.
„Ich denke das dürfte Antwort für dich genug sein oder Liebling?“
Eileen löste sich von ihr und sah zu ihr hinauf.
„Magie?“ ihre Stimme zitterte leicht als sie es aussprach.
„Und zwar eine ganze Menge davon wenn ich mir deine Haare so ansehe Elli.“
Albus hatte sich neben sie auf das Bett gesetzt und nahm grinsend eine ihrer verfilzten Locken in die Hand.
„Wie oft soll ich dir noch sagen, du sollt mich nicht so nennen.“ schmollte Eileen, doch da nahm Albus seine Schwester in den Arm und drückte sie.
„Mum?“ fragte sie dann.
„Was denn?“
Elinore lehnte sich auf das Bett zurück.
„Sind die Haare heute Abend….“ sie stockte und biss sich auf die Unterlippe.
„Keine Angst Eileen, bis heute Abend sehen deine wieder Haare ganz normal aus und wenn nicht dann helfe ich ein bisschen nach.“
Eileen drehte sich zu ihr um und sah wie sie zwinkerte. Ein Lächeln zeigte sich auf ihrem Gesicht.
Elinore betrachtete einen Augenblick ihre Kinder, dann setzte sie sich wieder auf.
„Was meint ihr, wollen wir Frühstück essen?“
Die Zwillinge drehten sich zu ihr um und nickten.
„Hella?“ sprach Elinore laut.
Ein Plopp später stand eine junge Hauselfe auf dem schmalen Läufer vor dem Bett.
„Sie wünschen Miss Elinore.“
Sie machte einen kleinen Knicks, wobei ihre großen Ohren anfingen zu schlackern. Hella trug eine dunkelblaue Wolltunika und passend dazu eine schwarze Strumpfhose in ihrer Größe. Die Miniaturausgabe eines Gryffindor Schales, war um ihren kleinen Hals geschlungen, ein Geschenk das die Zwillinge ihr zum letzten Weihnachtsfest gemacht hatten.
„Könntest du bitte Feuer in den Kaminen machen, ich hätte es gerne warm wenn Severus nach Hause kommt.“
„Natürlich Miss.“
Hella verschwand mit einem weiteren Plopp.
„Dad ist schon weg? Er wollte mich doch dieses Jahr mitnehmen.“
Albus verzog enttäuscht das Gesicht.
„Mach nicht so ein Gesicht, er wollte dich nicht wecken. Und außerdem…“
Elinore begann zu grinsen.
„…hat es in der letzten Nacht wieder geschneit.“
Albus kletterte fast augenblicklich über das Bett hinweg und eilte zum Fenster. Er drückte seine Nase an der Scheibe platt und jubelte auf. Dann drehte er sich grinsend um und suchte den Blick seiner Mutter. Diese nickte kaum merklich und das Grinsen auf seinem Gesicht wurde breiter.
„Wartet nicht mit dem Frühstück auf mich.“
Schon war er aus dem Zimmer gerannt und polterte die Treppe hinauf, nur um fünf Minuten später wieder hinunter zu stürmen, einen dicken Umhang, einer Mütze und Handschuhen unter den Arm geklemmt.
„Jungs.“
Eileen rollte mit den Augen und Elinore lachte.
„Du tuest gerade so, als würdest du dir nichts aus Schnee machen. Hast du dich gestern nicht noch geärgert, das der Schnee im Hof nur für einen Schneemann reicht.“
Elinore zog belustigt ihre Augenbrauen hoch und Eileen streckte ihr die Zunge raus.
„Ich will euch in einer halben Stunde beim Frühstück sehen und wehe ihr bringt mir irgendwelche Schneebälle ins Haus.“
Eileen hüpfte vom Bett und nickte. Wie durch Zauberhand hatten ihre Haare aufgehört sich selbst zu verknoten und begannen sich langsam aber stetig wieder zu entknoten und zu glätten. Eileen lächelte ihrer Mutter zu, dann sauste auch sie aus dem Zimmer, um sich anzuziehen und hinaus zu gehen. Elinore schüttelte den Kopf und stand auf. Sie schlüpfte in ihre weinroten Plüschpantoffeln und griff nach ihrem Morgenmantel. Es war empfindlich kalt im Schlafzimmer geworden. Sie warf sich den Morgenmantel um die Schultern und ging zum Fenster hinüber.
Unten um Hof konnte sie Albus sehen der Schneebälle formte und sie übereinander stapelte. Eileen kam einen Moment später aus dem Haus gerannt und ging zu ihrem Schneemann hinüber. Sie tauschte die abgebrochene Karottennase gegen eine neue aus. Im nächsten Jahr würden sie Weihnachten in Hogwarts feiern, in der großen Halle mit all den Anderen die, über Weihnachten, in der Schule blieben. Elinore verschränkte ihre Arme und lehnte sich an den Fensterrahmen. Wie schnell doch die Zeit verging, dachte sie und lächelte in sich hinein. Sie atmete noch einmal tief ein, dann verschwand sie im angrenzenden Badezimmer, um sich für den Tag fertig zu machen.

Ein halbe Stunde später, ging Elinore die Treppe ins Erdgeschoss hinunter. Von draußen war das Lachen der Kinder zu hören, die sich im Schnee vergnügten. Obwohl Elinore wusste, das sie eigentlich jetzt schon wieder im Haus sein sollten, war sie nachsichtig mit ihnen. So hatte sie Zeit sich mit den Vorbereitungen für das Weihnachtfest zu befassen. Sie ging in das Wohnzimmer hinüber und lächelte dem weißhaarigem Mann zu, der ihr von seinem Bild, über dem Kamin entgegen lächelte.
„Guten Morgen Dad.“
Das Portrait von Albus Dumbledore antwortete ihr nicht, doch Elinore brauchte nur in seine wachen blauen Augen zu sehen und sie hörte seine Antwort in ihrem Herzen. Mit einem Plopp erschien Hella neben ihr und verbeugte sich.
„Hella hat ihre Aufgabe erfüllt Miss Elinore.“ sagte sie und sah sie dann aus großen erwartungsvollen Elfenaugen an.
Elinore gab es nur ungerne zu, aber auch wenn sie Hellas aufopferungsvolle Hilfsbereitschaft nervend fand, an Tagen wie heute war sie ihr unglaublich dankbar dafür.
„Hella, könntest du bitte den Weihnachtsbaumständer holen, damit wir nachher den Baum aufstellen können, dann kann er bis zum Mittag im Wohnzimmer trocknen. Und dann hol mir bitte die Kisten mit dem Weihnachtsschmuck, ja?“
„Sehrwohl Miss Elinore.“
Und „Plopp“ schon war die Hauselfe wieder verschwunden.
Elinore sah sich im Wohnzimmer um. Der Weihnachtsbaum würde, wie in den letzten Jahren auch, zwischen Kamin und Fenster aufgestellt werden. Das bedeute sie musste das niedrige Bücherregal, das im Moment dort stand umstellen. Elinore zog ihren Zauberstab aus einer Tasche an ihrem rot karierten Rock und sprach einen Schwebezauber aus. Das Bücherregal hob sich knarrend vom Boden ab und schwebten, von Elinores Zauberstab geführt, in die Eingangshalle hinaus. Dort stellte sie das Regal, neben der Treppe ab, wo es Niemanden stören würde. Dann kehrte die ins Wohnzimmer zurück und ordnete die Polstermöbel so an, dass sie ein zusätzliches Sofa heraufbeschwören konnte.
Gerade als Elinore die Kissen auf den beiden Sofas neu arrangierte, erschien Hella wieder mit einem Plopp und mehreren großen Kisten, die sie wankend auf ihren kleinen Armen balancierte.
„Bei Merlin, Hella.“ rief Elinore entsetzt.
Sie nahm ihr eilig die oben Kisten ab und stellte sie auf den Boden.
„Du hättest doch nicht alles auf einmal holen müssen.“
Elinore nahm der Elfe auch noch die letzte Kiste von den Armen und ließ sich vor ihr in die Hocke sinken.
„Hella, ich weiß das du sehr gerne hilft, aber ich möchte nicht das du aus diesem Grund dir selbst Schmerzen zufügst. Hast du mich verstanden.“
Sie musterte die großen Elfenaugen.
„Hella hilft gerne Miss. Hella kann sogar noch mehr Kisten auf einmal tragen Miss. Hella will das sich die Misses und Sirs wohl fühlen.“
Sie riss ihren ohnehin schon großen Augen noch weiter auf und setzte so einen unschuldigen Blick auf, das Elinore anfangen musste zu lachen.
„Hella, das verbietet dir auch Niemand, aber ich möchte dich nicht noch einmal mit so vielen Kisten beladen sehen, verstanden.“
„Sehr wohl Miss.“
„Gut Hella…“ sagte Elinore, noch immer schmunzelnd.
„Du kannst jetzt deinen gewohnten Arbeiten nachgehen, ich rufe dich wenn ich dich brauche.“
Die Elfe machte einen Knicks und verschwand. Elinore schüttelte den Kopf und ließ die einzelnen Kisten, die jeweils unterschiedlich beschriftet waren, dorthin schweben, wo sie nach dem Frühstück gebraucht wurden. Dann steckte sie ihren Zauberstab wieder ein und machte sich auf den Weg in die Küche, um das Frühstück zu machen.

Auf dem Hof war indessen eine kleine Schneeballschlacht entbrannt. Albus hatte durch seinen Vorrat an Schneebällen, einen Vorteil gegenüber Eileen, doch diese erlangte durch Finesse und gewagte Aktionen, genauso viele Treffer wie ihr Bruder. Wieder hatte Albus einen Schneeball in der Hand, zielte auf seine Schwester und warf. Eileen brauchte dem Schneeball nicht einmal auszuweichen, denn ihr Bruder hatte sich so sehr verschätzt, dass der Schneeball einen Meter über ihr hinweg flog. Einen Augenblick jedoch, hörte sie hinter sich Jemanden fluchen. Severus, der gerade das Hoftor hinter sich geschlossen hatte, hatte den weißen Abdruck eines Schneeballs auf seinem Umhang.
„Was zum…“ setzte er wütend an, als er auch schon ein weiterer Schneeball in seine Richtung sauste.
Augenblicklich, ließ er den Tannebaum fallen, den er in der rechten Hand festgehalten hatte und wich dem Schneeball aus. Albus sah entsetzt seine Schwester an, die grinsend einen weiteren Schneeball formte und ihren Vater nicht aus den Augen ließ. Er eilte zu ihr hinüber und hielt sie am Arm fest.
„Ich glaube nicht das das so eine gute Idee ist Eileen.“ sagte er eindringlich zu ihr er, da traf ihn ein Schneeball, der ihm die Mütze vom Kopf fegte.
Albus rieb sich seinen Kopf und starrte zu seinem Vater hinüber, der mit einem grimmigen Lächeln, bereits einen weiteren Schneeball in der Hand formte.
„Eileen, pass auf.“
Doch es war zu spät, der zweite Schneeball von Severus fand sein Ziel und hinterließ einen Abdruck auf dem Winterumhang seiner Tochter. Eileen, von dem plötzlich Angriff überrumpelt stolperte und fiel nach hinten in den Schnee. Albus duckte sich neben ihr, als ein weiterer Schneeball in ihre Richtung flog.
„Das bedeutet Rache, nicht war Albus.“ grinste Eileen zu ihrem Zwillingsbruder hinauf, der nun seinerseits grinsend nickte.
„Dem zeigen wir’s“
Eileen rappelte sich auf und sah zu ihrem Vater hinüber. Severus beobachtete jede Bewegung der Kinder, der grimmige Gesichtsausdruck wechselte zu einem überheblichen und das Grinsen auf seinem Gesicht wurde immer breiter. Mehr brauchten die Zwillinge nicht, für sie hieß es Sieg oder Niederlage und eine Niederlage war ganz sicher das Letzte was sie wollten. Es folgte eine Schneeballschlacht, wie sie dieser Hof noch nie gesehen hatte. Immer wieder sausten Schneebälle von der einen Seite zur Anderen und zurück. Einige Minuten verstrichen in diesem Kleinkrieg, bis sich Severus lachend und völlig außer Puste, in den Schnee fallen ließ. Die Zwillinge schnauften genau wie er und ließen sich neben ihm, lachend in den Schnee plumpsen.
„Ich geb auf, ihr habt gewonnen.“
Severus rang nach Luft, vor ein paar Minuten war er noch sehr siegessicher gewesen, aber die Zwillinge waren einfach zu schnell für ihn. Er zog sie an sich und drückte sie.
„Guten Morgen ihr Beiden.“

Elinore deckte gerade den Küchentisch, als ein verirrter Schneeball an das Fenster der Küche klatschte. Erschrocken wirbelte Elinore herum und sah gerade noch, wie ein verformter Schneeklumpen, langsam an der Scheibe herunter rutschte. Augenblicklich stellte sie das Geschirr, das sie in ihren Händen hielt, auf den Tisch und eilte aus der Küche in die Eingangshalle hinaus. Ein zerbrochenes Fenster war das Letzte was sie an diesem Tag brauchte. Sie riss die Tür auf und suchte nach dem Übeltäter, als ihr Severus mit den Kindern entgegen kam.
„Wie seht ihr denn aus?“
Elinore musterte alle drei. An ihren Umhängen klebte Schnee, genau wie an ihren Schuhen und in ihren Haaren. Elinore wusste nicht so ganz ob sie lachen oder weinen sollte. Albus trug seine feuchte Mütze in der Hand, Eileens Umhang hatte einen Riss und Severus sah aus als hätte ihn die Miniaturausgabe einer Schneelawine überrollt.
„Ich glaube ich will gar nicht wissen was ihr gemacht habt.“ sagte sie dann kopfschüttelnd.
„Zieht euch hier draußen die Umhänge und die Stiefel aus und dann ab mit euch ins Badezimmer.“
Die Zwillinge taten was sie ihnen aufgetragen hatte und sie fischte die mittlerweile triefenden Umhänge aus ihren Händen.
„Ist das Frühstück schon fertig?“ fragte Severus und wollte Elinore an sich ziehen. Elinore hielt ihn jedoch eine Armeslänge von sich entfernt und woraufhin er fragend die Augenbrauen hob.
„Bleib weg von mir, du Schneemonster, wo ist überhaupt unser Weihnachtsbaum.“
Severus verzog keine Miene und deutete mit der Hand in den Hof hinaus. Der Weihnachtsbaum lag am Tor und zumindest vom weitem sah er genauso groß aus wie Elinore ihn hatte haben wollen.
„Wir sollten ihn gleich reinholen, sonst ist er bis heute Abend nicht trocken.“
„Elinore?“
Severus zog sich seinen Handschuhe und den Umhang aus und ließ Beides auf die Holzbank neben der Tür fallen. Elinore musterte den Baum und überlegte wie sie ihn ins Haus bekommen würden.
„El?“
Elinore sah ihn endlich an und er zog sie an sich, wobei sie versuchte die Umhänge der Kinder von ihnen weg zu halten.
„Dafür ist auch noch nach dem Frühstück Zeit.“
Er küsste sie und strich dabei mit dem Daumen über ihre Wange. Dann hörte Elinore Albus und Eileen hinter sich leise kichern und runzelte die Stirn. Einen Augenblick später schrie sie auf, als Severus etwas Kaltes in den Kragen ihres roten Rollkragenpullovers gleiten lies.
„SEVERUS!“
Die Kinder lachten nun laut auf und auch Severus Mundwinkel zuckten verdächtig, obwohl er versuchte ruhig zu bleiben. Elinore ließ die Umhänge der Kinder fallen und lüftete den Saum ihres Pullovers um den Schnee, der nun ihren Rücken hinunter glitt, heraus zu holen. Dabei drehte sie sich auf der Stelle in der Hoffnung den Schnee besser zu fassen zu kriegen.
Mit einer Kopfbewegung schickte Severus, die noch immer kichernden Kinder, nach oben und hob deren Umhänge auf, um sie mit auf die Holzbank zu legen. Elinore hatte auch den letzten Schneekrümel unter ihrem Pullover hervor geholt und sah Severus grimmig an. Er ließ ihr keine Zeit ihn zu verwünschen, sondern drängte sie gegen den Türrahmen und verschloss ihren Mund mit einem Kuss der ihr den Atem raubte.



Elinore schlug ihre Augen auf und brauchte einen Moment um fest zu stellen, das sie in ihrem eigenen Bett lag. Sie fuhr sich müde mit einer Hand über die Augen um auch die letzten Fetzen ihres Traumes weg zu wischen. Elinore warf einen Blick zum Fenster, es war noch dunkel draußen, trotzdem erkannte sie davor weiße Schneeflocken die vom Himmel fielen. Sie schlug ihre Bettdecke zurück und begann augenblicklich zu frösteln. Es war deutlich kälter im Zimmer als sie gedacht hatte, deshalb griff sie nach ihrem Morgenmantel und streifte ihn sich über die Schulter. Erst dann stand sie auf, zog ihre roten Plüschpantoffeln an und ging langsam zum Fenster hinüber. Sie lehnte sich gegen den Fensterrahmen und betrachtete die Schneeflocken, während draußen der Morgen graute. Elinore fühlte sich an ihren Traum erinnert, als sie den Schneemann unten auf dem zugeschneiten Hof sah. Anders als in ihrem Traum war seine Nase nicht abgebrochen und er trug einen alten, filzigen Zaubererhut als Kopfbedeckung. Wieso träumte sie von diesen Kindern? Wieso träumte sie von Severus? Elinore hatte keine Antwort darauf, nicht einmal eine Hypothese wie sie es erklären sollte. Das Träume manchmal Dinge der realen Welt verarbeiteten, das wusste sie, aber wieso nahmen sie dann die Gestalt von Menschen an die es nicht gab? Elinore strich sich ein paar Haarsträhnen hinter das Ohr und lehnte ihren Kopf gegen den Fensterrahmen. Dies war nicht ihr erster Traum von Severus, Eileen und Albus, darum träumte sie von ihnen?
„Mum?“
Ein zaghaftes Klopfen war an der Tür zu hören und kurz darauf steckte ein schwarzhaariges Mädchen ihren Kopf zur Zimmertür herein.
„Du bist ja schon wach.“
Das Mädchen schob die Tür weiter auf und schlüpfte ins Zimmer. Sie ging zu ihrer Mutter hinüber.
„Ich konnte nicht mehr schlafen.“
Sie kuschelte sich an sie und Elinore legte die Arme um sie.
„Ich genauso wenig.“
Sie gab ihrer Tochter einen Kuss auf den Kopf und sah wieder hinaus.
„Es hat wieder angefangen zu schneien.“
„Ich weiß, ich hab es von oben gesehen. Hattest du wieder einen dieser seltsamen Träume?“
Elinore nickte und betrachtete das Glimmen der Sonne am Horizont. Für ein paar Minuten standen sie schweigend bei einander, bis Ariana sich von ihr löste.
„Es ist ganz schön kalt.“
„Das ist es allerdings, machen wir uns eine heiße Schokolade, was meinst du?“
Arianas lächelte zu ihr hinauf, griff nach ihrer Hand und zog sie mit sich. Elinore warf noch einen letzten Blick auf dem Schneemann im Hof, dann folgte sie ihrer Tochter und gemeinsam verließen sie das Zimmer.
Zuletzt geändert von Elinore Falk am Do 20 Dez, 2007 13:18, insgesamt 4-mal geändert.
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Beitragvon julz » Fr 17 Aug, 2007 13:59

Tolle Geschichte =) Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!
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Beitragvon Elinore Falk » Fr 07 Sep, 2007 20:25

Kapitel 3, 5 Monate zuvor

„Und du bist wirklich sicher das es hier ist?“ fragte der dunkelhaarige, beleibte junge Mann und stieg über die Überreste eines verbrannten Regals, über den kleine Wollflocken tänzelnden, aufgescheucht vom Windzug den die beiden Eindringlinge verursachten.
„Es muss hier sein, eine andere Möglichkeit gibt es nicht.“
„Und was wenn es vor 11 Jahren verbrannt ist, wie alles Andere hier?“
Der Dunkelhaarige schnaubte und trat gegen einen verbeulten, alten Kessel der einen staubigen Abdruck auf seinem Schuh hinterließ.
„Malfoy war sich sicher, das Potter es hier versteckt hat.“
Wieder schnaubte der Dunkelhaarige und kletterte über einige Trümmer hinweg, um in einen anderen Teil des Raumes weiter zu suchen. Sein Begleiter, etwas kleiner als er, jedoch mit ähnlicher Statur und ebenfalls dunklen Haaren sah ihm nach. Er wand sich wieder nach vorn und versuchte sich vergeblich zu erinnern, was er damals im Raum der Wünsche gesehen hatte, bevor ein mächtiger Feuerzauber alles niedergebrannt hatte. Er stieg über zwei weitere Regalruinen hinweg und hielt sich rechts eines weiteren Regalstumpfes. Auch hier sah es nicht anders aus im Rest des Raumes. Grabbe wollte sich bereits abwenden, als er helle Steine unter dem Staub und Russ wahrnahm. Er trat darauf zu und beugte sich hinunter um es sich genauer anzusehen. Unter einer maroden Schranktür, fand er die Überreste einer steinernen Zaubererbüste.
„Hier ist es.“ rief er durch den Raum und einige Augenblicke später, hatte Goyle zu ihm aufgeschlossen.
„Das ist die Büste auf dem das Diadem gehangen hat was Potter wollte.“ sagte Grabbe und Goyle nickte.
„Ich erinnere mich und du meinst das Buch muss irgendwo hier versteckt gewesen sein?“
Grabbe nickte und deutete auf die Trümmer um sie herum.
„Potter kannte den Raum der Wünsche und er kannte auch diesen Raum unter den ganzen anderen Räumen.“
„Weil er schon einmal hier war.“ quäkte Goyle in einer Imitation die an den Malfoy in jungen Jahren denken lies.
Die durchsuchten die Trümmer im Umkreis von mehreren Metern gründlich ab, doch das Buch das sie suchten blieb verschwunden, oder war zur Unkenntlichkeit verbrannt.
„Wenn wir mit lehren Händen zurück kommen, sollten wir uns eine gute Ausrede einfallen lassen.“
Goyle sah sich noch einmal um.
„Das Buch ist beim Feuer verbrannt, zumindest wissen wir das jetzt sicher. Lass uns von hier verschwinden, bevor Peeves Alarm schlägt.“
Grabbe nickte und sie kletterten über die Trümmer hinweg zum Eingang.
„Hättest du gedacht dass der Raum nach Allem überhaupt noch existiert?“
Goyle zuckte mit den Schultern.
„Es gibt genug Magie in diesem Schloss von der ich gar nicht wissen will wie mächtig sie ist. Los jetzt!“
Er öffnete die Tür und wie zwei riesige Schatten huschten sie hinaus.
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Beitragvon Elinore Falk » Mo 24 Sep, 2007 14:37

Kapitel 3, Erinnerungen

In der Küche des Hauses war es deutlich wärmer als in den oberen Stockwerken. Der alte Kachelofen, der in einer der Ecken stand, gab noch immer eine wohlige Wärme von sich, obwohl das Feuer darin schon längst herunter gebrannt war. Elinore entzündete mit ihrem Zauberstab die Kerzen auf dem Küchentisch und nahm aus einer angrenzenden Vitrine, zwei Tassen heraus. Ariana hatte es sich bereits auf der alten Küchenbank bequem gemacht und lehnte sich an die wohltuend warmen Kacheln des Ofens zurück. Während ihre Mutter Milch auf dem Herd erwärmte, griff Ariana nach einer alten Ausgabe des Tagespropheten, der noch zugeschlagen auf dem Tisch lag. In großen Lettern stand Dumbledore’s Tochter kehrt nach Hogwarts zurück, darunter war ein Bild ihrer Mutter, die sehr nachdenklich in die Kamera sah. Sie überflog kurz den Text, bis sie zu einer Stelle im Text kam, die sie nachdenklich zu stimmen schien.
„Mum, wieso arbeitest du nicht im Zaubereiministerium?“
Elinore goss die nunmehr heiße Milch über den Kakao in den Tassen, nahm die Tassen in die Hand und setze sich neben ihre Tochter. Sie sah auf die Zeitung und ihr eigenes Foto.
„Weil meine Vorstellung von einem Arbeitsplatz, gänzlich von dem abweicht, was das Ministerium mir anzubieten hat. Damals, als sie mir das erste Mal eine Stelle anboten, dachte ich, dass ein Bürojob nichts für mich wäre, ich war damals sehr rastlos und wollte mich nicht für einen Arbeitsplatz entscheiden, der mir später vielleicht nicht mehr gefallen würde.“
Ariana runzelte die Stirn.
„Aber wenn du jetzt in Hogwarts arbeitest, ist das dann nicht das Gleiche?“
Elinore rührte mit dem Löffel in ihren Kakao.
„Nein eigentlich nicht, Hogwarts kann man nicht mit dem Ministerium vergleichen Schatz. Wie erkläre ich dir das am Besten? Als ich Hogwarts nach meinem Abschluss verließ, stand für mich der Beruf der Tierheilerin schon seit einigen Jahren fest. Meine Arbeit als Heilerin und als Eulenzüchterin machte mir Spaß und ich wollte diese Freiheit nicht gegen ein Büro im Ministerium tauschen. Doch mit der Zeit merkte ich, das mein so genannter Traumberuf mich nicht ausfüllte. Ich bin sehr viel gereist, habe unterschiedliche Menschen getroffen, habe Lesungen gehalten und wurde ausgezeichnet. Aber es war immer dieses Gefühl da, das etwas fehlte und deswegen konnte ich nicht wochenlang auf der Farm sitzen, etwas trieb mich wieder hinaus in die Welt.“
„Und jetzt ist das anders?“
Elinore nickte.
„Dein Großvater holte mich nach Hogwarts, in dem Jahr nachdem der Dunkle Lord wieder auferstanden war, jedoch von Ministerium geleugnet wurde. Er wollte das die Schüler Jemanden haben, der auf sie acht gibt sollte er als Schulleiter suspendiert werden.“
Ariana trank einen Schluck aus ihrer Tasse und sah dann nachdenklich hinein.
„Dad hat mir davon erzählt, aber wie passt das mit deiner Arbeit zusammen?“
Elinore lehnte ihren Kopf zurück an den Kachelofen und sah in eine der Kerzenflammen auf dem Tisch.
„Hogwarts hatte mir gefehlt. Ich merkte es erst nachdem ich ein paar Tage dort war und durch die altvertraute Umgebung spazierte. Der See, das Quidditch Stadion, die Gewächshäuser, das Schloss selbst mit seinen unzähligen Klassenzimmern und verzauberten Räumen und schließlich natürlich der Gryffindor Gemeinschaftsraum. Es fühlte sich an wie wenn man nach einer sehr langen Reise nach Hause zurück kommt und sich sofort aufgehoben fühlt. Meine Seele kam zur Ruhe und doch war Hogwarts nur ein Teil, der dazu beitrug.“
„Dad?“
Elinore nickte erneut und legte ihre Arme um Ariana und zog sie an sich.
„Auch er hatte mir gefehlt, sogar mehr als ich es mir damals eingestehen wollte.“
Ein trauriges, wehmütiges Lächeln huschte über ihr Gesicht.
„Aber wird Hogwarts ohne ihn nicht Anders sein?“
Elinore lehte ihren Kopf an den ihrer Tochter.
„Hogwarts hatte sich schon verändert, nachdem dein Großvater gestorben ist. Es ist ohne ihn und deinem Vater natürlich ein anderes Hogwarts als das was ich einmal gekannt habe, aber dein Großvater hat mich gelehrt, dass eine Veränderung nicht unbedingt etwas Schlechtes sein muss. Außerdem werde ich ja nicht alleine in Hogwarts sein.“
Sie stubste mit dem Finger Arinas Nase an und sie lächelte. Für ein paar Minuten saßen sie auf der Küchenbank und tranken ihren Kakao. Ariana hatte sich den Tagespropheten noch näher gezogen und blätterte darin. Elinore sah ihr dabei zu und hing ihren eigenen Gedanken hinterher. Sie fragte sich ob das neue Hogwarts, was im September auf Ariana und sie wartete, ihr wirklich gefallen würde. Aber war es nicht für den eigenen Blickwinkel eine Veränderung, wenn man die Schule nicht als Schüler sondern als Lehrer betrat. Elinore war sich über all das noch nicht wirklich im Klaren, sie wußte nur, ob nun als Schülerin, Professorin oder als Tochter, dass sie Albus Dumbledores Erscheinung und Präsens in Hogwarts vermissen wird. Er gehörte für sie einfach dazu, mit seinen buschigen Augenbrauen, seinem gutmütigem Lächeln und den blauen Augen, die einen so eindringlich ansehen konnten, als wären die eigenen Gedanken ein offenes Buch für ihn. Das Klingeln an der Haustür riss sie aus den Gedanken und sie war noch nicht ganz aufgestanden da war Ariana schon von der Küchenbank gerutscht, in die Eingangshalle hinaus gerannt und linste durch das Fenster neben der Haustür.
„Da…steht ein…Tannenbaum vor unserer Tür.“
Ariana sah ihre Mutter mit großen fragenden Augen an, als sie zu ihr trat.
„Ein Tannebaum?“
Ariana nickte und deutete aus dem Fenster. Elinore folgte ihrem Beispiel und sah hinaus. Vor der Haustür stand ein stattliches Exemplar eines Tannensbaumes, der mit Schnee behangen war und, wie sie feststellte, ein paar Zentimeter über den Boden schwebte.
„Ich glaube da will uns Jemand ein Weihnachtsgeschenk machen.“
Sie öffnete die Haustür und zog Ariana mit sich, um Platz für den Baum zu machen. Der Tannebaum kippte nach vorn und schwebte mit der Spitze voran zur Tür herein. Schnee rutschte von den oberen Ästen auf den Boden und gab das üppige Grün des Baumes frei.
„Ein wirklich schöner Baum.“ sagte Elinore lächelnd und betrachtete die dunkelgrünen Zweige.
„Das dachte ich auch, als ich ihn gesehen habe.“
„Onkel Will!“
Ariana umrundete den Baum und fiel dem großen Mann, der seinen Zauberstab auf den Baum gerichtet hatte, in die Arme.
„Fröhliche Weihnachten ihr Zwei.“
„Du hast dich hinter dem Baum versteckt.“ klagte das Mädchen und doch der bärtige Zauberer lächelte nur.
Er ließ den Baum zu Boden schweben und schloss die Tür hinter sich.
„Es sollte auch eine Überraschung werden.“
„Die ist dir auch gelungen Will. Das wäre doch nicht nötig gewesen.“
Will schüttelte lächelnd den Kopf und umarmte dann auch Elinore.
„Das ist unser Geschenk an euch dieses Jahr, also beschwer dich nicht.“
Ariana sah von Will zu ihrer Mutter und wieder zurück.
„Ist der wirklich für uns? Der ist ja noch größer als letztes Jahr.“
Sie zupfte an einigen Zweigen, woraufhin noch mehr Schnee vom Baum auf dem Boden fiel.
„Natürlich ist er das, ich weiß wie knausrig deine Mutter jedes Jahr mit der Größe ist, deswegen hab einfach einen hinter ihrem Rücken besorgt.“
Der Bärtige zwinkerte und Elinore stämmte ihre Hände in die Hüften, während ihre Tochter kicherte.
„Was soll denn das heißen?“
„Gar nichts El, gar nichts.“
Will ließ den Schnee am Baum mit einem Zauber verdampfen und stellte ihn auf.
„Ich nehme an du willst ihn wie jedes Jahr ins Wohnzimmer stellen oder?“
„Eigentlich ja, aber bei der Größe des Baumes, werde ich einige Möbel umstellen müssen.“
Elinore begutachtete den Baum und runzelte nachdenklich die Stirn.
„Überlass das uns, wir kümmern uns um alles, nicht wahr Ari?“
Das Mädchen nickte grinsend und zupfte an ein paar der unteren Äste.
„Da fallen doch bestimmt ein paar Äste für meinen Schneemann ab oder Onkel Will?“
„Ganz sicher, holst du uns euren Weihnachtsbaumständer?“
Ariana eilte ohne eine Antwort zu geben die Treppe hinauf. Die beiden Erwachsenen sahen ihr hinterher.
„Atzuko wird auch gleich hier sein. Sie wollte zu Hause nur noch ein paar Dinge erledigen.“
Elinore sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Atzuko kommt auch?“
„Sie ist schon seit Tagen am Plätzchen backen und Testen von Zaubern für magische Weihnachtsbeleuchtungen.“
Will machte ein gequältes Gesicht.
„Das heißt sie würde mich töten, wenn ich sie einfach von den Vorbereitungen für heute Abend ausschließe?“
„Das wäre noch Milde ausgedrückt.“
Elinore schloss kurz ihre Augen, dann sah sie ins Wohnzimmer.
„Dann bring den Baum am Besten schon ins Wohnzimmer, während ich hier schnell aufräume und überall die Kamine anheiße. Dann mach ich uns allen Frühstück.“
Will sah sie dankbar und mit einer Spur Erleichterung an. Wenn sie Atzuko richtig einschätzte, dachte Elinore, dann hatte sie Will in den letzten Tagen ziemlich auf Trap gehalten. Sie sah ihm hinterher, wie er den Baum ins Wohnzimmer hinüber schweben ließ, dann machte auch sie sich an die Arbeit.
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Elinore Falk
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Beitragvon Elinore Falk » Mo 24 Sep, 2007 14:37

Kapitel 4, Godric’s Hollow

Ein dunkelhaariger junger Mann, sah vom Fenster seines Arbeitszimmers hinaus auf die Straße. Über Nacht hatte es auch in Godric’s Hollow angefangen zu schneien und eine unberührte Schneeschicht, erstreckte sich vom Haus bis zum Gartenzaun. Harry nahm seine Brille ab und rieb sich nachdenklich an der Nasenwurzel. Unten im Haus konnte er Ginny mit den Kindern hören, doch etwas hielt ihn hier oben, in der ruhigen Abgeschiedenheit seines Arbeitszimmers. Er setzte sich seine Brille wieder auf und drehte sich zu seinem Schreibtisch um. Wie üblich erstickte er förmlich unter den Büchern und Pergamenten, die Harry über ihn ausgebreitet hatte. Nur die Fotos seiner Kinder und eines von Ginny, standen wie ein ruhiger, unberührter Pol in der rechten oben Ecke. Harry nahm das Bild von James und Albus zur Hand. Während Albus noch eher schüchtern lächelte, grinste James über beide Ohren und winkte ihm aus dem Bild entgegen.
Ein Klopfen war an der Tür zu hören, dann betrat Ginny leise den Raum.
„Kommst du, James wird schon ungeduldig, er will unbedingt die Überraschung sehen, die sein Großvater ihm versprochen hat.“
Sie ging zu Harry hinüber und legte einen Arm um ihn. Wie auch er, sah sie das Bild ihrer Söhne an.
„Was beschäftigt dich Harry, du bist schon den ganzen Morgen so nachdenklich.“
Harry stellte das Bild zurück an seinen Platz und nahm sie in seine Arme.
„Es ist nichts!“
Ginny zog ihren Augenbrauen nach oben und sagte jedoch nichts.
„Ich habe einfach nicht gut geschlafen.“ versuchte Harry die Situation retten und küsste sie flüchtig an der Schläfe.
„Wieso geht ihr nicht schon vor, ich… da gibt es noch etwas das ich erledigen muss.“
Ginny neigte ihren Kopf zur Seite und musterte sein Gesicht.
„Bist du dir sicher?“
Harry nickte und strich ihre ein paar Haarsträhnen hinter das Ohr.
„Aber verspäte dich nicht, du weißt wie ungehalten Mum werden kann, wenn sich Jemand zum Essen verspätet.“
„Keine Sorge, ich werde schon pünktlich da sein.“
Sie küssten sich, dann verließ Ginny das Zimmer und Harry war wieder allein. Er ließ sich auf die Kante seines Schreibtisches nieder und lauschte auf die Geräusche im Haus. Erst als er sicher war das seine Frau mit den Kindern das Haus verlassen hatte, erhob er sich wieder und ging auf das Bücherregal zu, das gegenüber seinem Schreibtisch, in der Wand eingelassen war. Er nahm ein paar Bücher von einem der oberen Regalbretter und stapelte sie auf seinen linken Arm. Dahinter, verhüllt in einen grauen Filzstoff, lag ein Paket, das die Größe eines Buches hatte. Harry nahm es heraus und stellte die anderen Bücher zurück an ihren Platz. Nachdenklich wiegte er das Paket in seinen Händen und ging langsam zum Schreibtisch zurück.
„Du kannst es ihr nicht ewig vorenthalten.“
Harry hob seinen Kopf und zu dem Porträt von Albus Dumbledore hinaus, das links hinter seinem Schreibtisch, neben dem Fenster, hing. Der alte Zauberer sah ihn über die Ränder seiner halbmondförmigen Brillengläser an, ganz so wie Harry es von seinen Lebzeiten gewohnt war.
„Ich weiß.“ sagte er nachdenklich und legte das Paket auf seinen überfüllten Schreibtisch.
„Warum hat sie es nie Jemanden erzählt?“ fragte er Dumbledore, in der Hoffnung dass der alte Mann ihm die Frage beantwortete, die ihn schon seit einigen Monaten beschäftigte.
„Selbst wenn ich es dir sagen könnte Harry, bin ich dennoch nicht die Person der du diese Frage eigentlich stellen solltest.“
„Natürlich.“
In Momenten wie diesen, verfluchte Harry die weisen und manchmal geheimnisvollen Aussagen des ehemaligen Schulleiters. Er wusste das Dumbledore mehr wusste als er es zugab, wieso könnte er es ihm nicht einfach sagen.
„Weil es ihre Aufgabe ist und nicht meine.“ sagte der alte Mann schmunzelnd, als hätte er Harrys Gedanken gelesen.
Der Schwarzhaarige seufzte innerlich, natürlich wusste er das Dumbledore recht hatte, aber das machte die Situation nicht einfacher. Die Umstände waren kompliziert, oder schienen Harry zumindest so. Er sah wieder aus dem Fenster und in den Garten, wo eine streunende Katze ihre Abdrücke im Schnee hinterließ.
„Ich werde ihr heute Abend das Buch geben.“ sagte er mehr zu sich selbst.
‚Und dann werde ich das Geheimnis lüften, das du um deine Tochter und dich gelegt hast Elinore.’

Unweit des Hauses, versteckte sich eine vermummte Gestalt, in der schmalen Seitenstraße zwischen zwei Häuser. Sie beobachtete schon eine ganze Weile das Haus der Potters. Mit klammen Fingern, fischte sie aus einen Innentasche des Schwarzen Umhanges ein kleines Päckchen. Etwas unbeholfen, weil die Finger starr von der Kälte waren, öffnete sie den klebenden Verschluss des Päckchens und entnahmen ihm ein Feuerzeug, eine kleine Schachtel mit Zigarettenpapier und losen Tabak. Es dauerte eine kleine Ewigkeit, bis die Gestalt es schaffte ihre Zigarette fertig zu drehen, wobei sich immer wieder genervte Blicke zum Haus der Potters hinüber warf. Erst als kleine Rauchwölkchen, in regelmäßigen Abständen, von der Gestalt zum Himmel aufstiegen, schien sie sich etwas zu beruhigen.
„Mach endlich Potter, ich frier mir hier den Arsch ab wegen dir.“ knurrte sie.
Als hätte Harry ihre Worte gehört, öffnete er in diesem Moment die Haustür und trat hinaus ins Freie. Ohne zu bemerken dass er beobachtet wurde, schloss er die Tür hinter sich, ging den schmalen Gehweg zur Gartentür hinunter. Er trug einen schwarzen Winterumhang und hatte sich eine dunkelgrüne Mütze aufgesetzt, die seine Ohren vor den kalten Wind schütze. Als Harry das Gartentor hinter sich schloss, sah er noch einmal zum Haus hinauf, dann wand er sich ab und verschwand von einem Moment auf den Nächsten.
Die vermummte Gestalt hatte selbst von ihrem sicheren Standort, das vertraute Kräck einer Disapparation vernommen und lächelte grimmig, den Zigarettenstummel noch im Mundwinkel hängend. Er nahm den Stummel aus dem Mund und schnippte ihn in den Schnee. Dann ging sie, darauf bedacht nicht allzu viel Aufmerksamkeit zu erregen, auf das Haus der Potters zu.
Zuletzt geändert von Elinore Falk am Mi 26 Sep, 2007 14:35, insgesamt 3-mal geändert.
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Beitragvon Elinore Falk » Mi 26 Sep, 2007 12:07

Nach langem Warten ist endlich Kapitel 5 fertig. Viel Spaß beim Lesen.

Kapitel 5, Weihnachtsbäume, Weihnachtsträume

Das Haus hatte sich innerhalb weniger Stunden und ein warmes, von Weihnachtsdüften erfülltes, Heim verwandelt. Nachdem Atzuko ebenfall angekommen war, hatten sie ausgiebig gefrühstückt und sich dann an die Arbeit gemacht. Überall im Haus hatten sie Tannenzweige und Weihnachtskugeln verteilt, zwischen denen kleine magische Engel hin und her schwirrten und goldenes Licht, anstelle von Kerzen, verströmten. Ariana hatte, wie Will es versprochen hatte, einige Tannenzweige bekommen, die sie gerade draußen um ihren Schneemann drapierte. Atzuko und Will hatten Elinore aus dem Wohnzimmer verbannt, um den Weihnachtsbaum zu schmücken, denn die Gestaltung des Baumes gehörte zu ihrem Weihnachtsgeschenk dazu. Elinore bereitete während dessen alles für den Abend vor. Die ersten Plätzchen waren bereits gebacken, der Weihnachtsbraten war auch schon im Ofen und der Teig für Weihnachtsküchlein wartete darauf, in die Kuchenform umgefüllt zu werden. Sie ließ gerade den Topf mit den Kartoffeln zum Herd hinüber schweben, als sie Atzuko draußen im Flur hörte.
„Elinore?!“
Atzuko steckte den Kopf in die Küche und winkte sie zu sich.
„Wir sind fertig, willst du es dir ansehen?“
Elinore salzte die Kartoffeln, wischte sich die Hände an ihrer Küchenschürze ab und nickte.
„Ich bin gleich bei euch.“
Sie prüfte noch einmal den Braten im Ofen, dann zog sie ihre Schürze aus und hängte sie über einen der Küchenstühle. Kaum war sie aus der Küche getreten, trat Will hinter sie und hielt ihr die Augen zu.
„Ihr macht es aber wirklich spannend.“ lachte sie und wurde nur noch neugieriger auf den Baum.
„Wir hatten fast überlegt ihn einzupacken, damit du bis heute Abend warten musst, aber das wäre unfair deinen Gästen gegenüber.“
„Na toll.“
Elinore lachte und spürte Atzukos Hand an ihrem Ellenbogen, die sie sanft, aber bestimmt, zum Wohnzimmer führte. Sie blieben nach wenigen Schritten stehen und Elinore spürte wie ihre Freundin ihren Ellenbogen wieder los ließ. Sie hörte wie Atzuko sich entfernte und unweit von ihr stehen blieb.
„Du kannst die Augen aufmachen.“
Will nahm die Hände von ihrem Gesicht, doch Elinore hielt ihre Augen noch einen Moment geschlossen, bevor sie sie öffnete. Was sie dann erblickte ließ sie blinzeln, erst einmal, dann noch ein weiteres Mal.
„Und was sagst du?“
Elinore wusste nicht was sie ihrer Freundin antworten sollte, der Anblick des Baumes überwältigte sie. Da gab es unterschiedlich farbige Christbaumkugeln in Form von Eulen, winzige Rennbesen, die den Baum hinauf und hinter flitzten und dabei silbrigen Staub hinter sich herzog, der wie Lametta wirkte. Kleine Engel schwebten über den Zweigen und verstrahlten ihr goldenes Licht. Hier und dort konnte sie magische Kreaturen, aus Stroh geformt, zwischen den Zweigen erkennen und Gegenstände wie sie in der magischen Welt allgegenwärtig waren wie winzige Pergamentrollen, Schreibfedern, und Kupferkessel. Oben an der Spitze des Baumes, leuchtete ein rotgoldener Löwe, der immer wieder mit der Tatze nach einem Rennbesen ausschlug, der sich zu weit nach oben gewagt hatte.
Elinore blinzelte noch einmal, diesmal jedoch, weil sich Tränen in ihren Augen sammelten.
„Er ist wunderschön.“ sagte sie leise und Atzuko kam auf sie zu und umarmte sie.
„Fröhliche Weihnachten El.“
„Euer Weihnachtsgeschenk ist… überwältigend.“
Will grinste und reichte ihr ein Taschentuch.
„Das ist einfach unsere Art dir Danke zu sagen, für alles was du für uns in den letzten Jahren getan hast.“
„Danke, aber… das wäre doch nicht nötig gewesen, ich habe das gerne getan.“
Elinore schnäuzte sich die Nase und trocknete sich die Augen.
„Das wissen wir, aber wir wollten dir trotzdem etwas zurück geben.“
„Aber ihr helft mir doch auch so schon genug…“
Will schüttelte lächelnd den Kopf.
„Bescheiden wie eh und je. Ohne deine Hilfe und dein Vertrauen, hätten wir hier niemals ein neues Leben anfangen können.“
Er ergriff Atzuko Hand und drückte sie.
„Außerdem habe ich es nur dir zu Verdanken, das dieses Persönchen hier, in mein Leben geplatzt ist.“
„Will!“
Die kleine Japanerin sah entrüstet zu ihm hinauf und er gab ihr einfach einen Kuss auf die Stirn. Elinore lächelte und verstaute das Taschentuch in der Hosentasche. Sie umarmte ihre Freunde und drückte sie an sich.
„Danke für alles.“
Über die Schulter der Beiden, sah sie zu dem lächelnden Albus Dumbledore hinauf, der in seinem Bild über dem Kamin hockte und auf sie hinab sah. Er zwinkerte ihr zu und Elinore lächelte zurück.
„Wow!“
Ariana, die gerade herein gekommen war, zog sich mit großen Augen ihre Wollmütze vom Kopf. Elinore drehte sich zu ihrer Tochter um und winkte sie zu sich.
„Na was sagst du zu unserem Baum.“
„Er ist super.“ bekundete das Mädchen mit leuchtenden Augen.
„Dann haben wir gleich zwei Menschen glücklich gemacht.“ sagte Will und Elinore lachte.
„Das habt ihr allerdings.“
Ähnlich wie ihre Mutter brauchte Ariana einige Minuten um den Baum auf sich wirken zu lassen. Sie ließ es zu, dass ihre Mutter ihr den Wintermantel auszog, ohne auch nur einen Blick von dem Baum ab zu wenden.
„Hab ich es doch richtig gesehen.“
Ihre Hand schnellte vor und griff mitten in den Baum hinein. Als sie sie wieder zurück zog, wand sich ein goldener Ball in ihren Händen, dessen goldene Flügel so schnell schwirrten, dass sie fast gar nicht zu sehen waren.
„Ein goldener Schnatz.“
„Den hab ich gar nicht gesehen.“ sagte Elinore verwundert und legte sich den Mantel ihrer Tochter über den Arm.
„In einem Baum voller Rennbesen, darf ein Schnatz nicht fehlen.“
Ariana ließ den Schnatz wieder fliegen, der in den Baum zurück schwebte und sich zwischen den Zweigen verbarg.
„Sie hat ein gutes Auge für den flinken Ball, hast du mal überlegt ihr einen Besen zu kaufen, damit sie darauf fliegen lernt? Vielleicht haben wir hier ja einen neuen Quidditch Sucher vor uns.“
Elinore sah Will mit einem Aufdruck auf dem Gesicht an, als hätte sie auf eine saure Zitrone gebissen.
„Meine Tochter auf einen Rennbesen, so weit kommt es noch. Nachher fällt sie noch vom Besen und bricht sich den Hals.“
Will schüttelte lachend den Kopf.
„Dafür ist Ariana viel zu klug.“
„Gerade das ist es ja was mir Angst macht.“
Ariana hörte dem Gespräch nur mit dem halben Ohr zu, sie tippte einen der kleinen Besen an, der daraufhin eine andere Richtung den Baum hinauf sauste. Während sie mit den Augen dem Besen folgte, viel ihr Blick auf eine weiße Eulenkugel. Sie betrachtete die Konturen der Eule, die einem Original verblüffend ähnlich sah. Ohne auch nur darüber nachzudenken, streckte sie die Hand nach der Eule aus und berührte das kalte Glas mit den Fingern. Ein kaum wahrnehmbares Schütteln ging durch die Kugel, dann schlug die winzige Eule ihre Augen auf und streckte die Flügel, als wenn sie gerade erst aufgewacht wäre. Ariana zog lächelnd ihre Hand zurück, betrachtete das kleine Geschöpf, wie es auf dem Zweig, auf dem es saß, entlang hangelte und dann mit wenigen Flügelschlägen ein Stück den Baum hinauf flatterte.
Niemand hatte Arianas handeln bemerkt, bis auf den alten Mann auf dem Bild über dem Kamin, dessen Augen sie beobachteten. Er sah ihr hinterher, als sie mit den drei Erwachsenen hinaus ging.
„Er wird Zeit.“ sagte er ganz leise, wohl wissend das ihn Niemand zuhören würde.
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