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[TvP] Meine Panem FF: Johannas Hungerspiele

Katniss
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Beitragvon Katniss » Do 29 Mär, 2012 18:27

Danke!

Dann stand ich auf, streckte meine Gliedmaßen und betastete mein Bein. Es fühlte sich gut an. Ich befand mich immer noch in der Schlucht. Allerdings wusste ich nicht, wie viele Tribute noch am Leben waren, wenn ich eine Nacht verpasst hatte. Nach der Stärkung, ging es zügiger voran. Die grauen Felsen würden allmählich weniger und der Boden weicher, wie Waldboden. Aber weit und breit kein Baum. Je länger ich lief, desto heißer wurde es und ich begann, mir die Ärmel des T – Shirts abzuschneiden und mir das Hosenbein, das noch übrig war, hochzukrempeln. Als ich mich am Abend hinter einem der letzten Felsen niederließ und versuchte, mir eine Art Zelt, zum Schutz vor der Sonne zu bauen, fielen mir die Beutel des Mädchens ein. Ich war so mit meinen Schmerzen, dem Durst und dem Hunger beschäftigt gewesen, dass ich noch nicht einmal nachgesehen hatte, was drin war. Ich riss den kleineren der beiden Beutel auf, und entdeckte etwas wunderbares: Ein Sonnenhut, den ich mir so weit ins Gesicht ziehen konnte, damit mir die Sonne nicht mehr in die Augen schien. Das war das einzige was ich fand, aber es hätte sowieso nicht mehr in den Beutel gepasst. Im zweiten Beutel befanden sich nur zwei Messer, ein abgerissenen Hosenbein, blutgetränkt, eine leere Flasche und ein Seil. Nicht sehr hilfreich. Es war schnell dunkel geworden und sehr viel kälter. Ich wickelte mich in eine Decke und starrte zum Himmel hinauf. Jetzt musste der dritte Tag in der Arena zu Ende sein, wenn ich nicht einen verpasst hatte. Sie zeigten das Wappen von Panem, aber keine Bilder. Keine Toten. Doch, ich musste einen Tag versäumt haben. Sonst hätten sie doch das Mädchen aus 5 gezeigt, das ich erstochen hatte. Wer war sonst noch am Leben? Ich wurde in meinen Gedanken unterbrochen, als die Stimme von Caudius Templesmith, dem Moderator der Spiele ertönte: „Da die meisten von euch neun Überlebenden, nun die Arena schon kennen und jeden ihrer drei Teile, die Schlucht, die Sandfläche und das Feld, schon betreten habt, wird morgen, wenn die Sonne aufgeht, ein Teil in die Luft gejagt und zwei weitere werden geöffnet werden.“

7. Kapitel
Gab es so etwas schon mal? Wie können sie so etwas tun? Alle, die sich auf dem Teil befinden, der gesprengt wird, werden sterben. Welcher Teil ist es? Wie finde ich das heraus? Wenn es nun die Sandfläche ist, auf der ich hier mit zwei nutzlosen Beuteln, zwei Rucksäcken und einem Sonnenhut sitze? Vor lauter Wut boxte ich mit den Fäusten in die Luft und raufte mir die Haare. „Denk nach!“, befahl ich mir. Doch wie ich die Sache auch drehte und wendete, ich konnte nur abwarten. Ich hatte noch acht Konkurrenten. Bald würden sie unsere Familien besuchen und sie interviewen. Ich war unter den letzten neun. Ich durfte nicht durch diese verdammte Explosion sterben. Ich beschloss, ein paar Stunden zu schlafen.

Ich hoffe, das ist jetzt keine schlechte Idee, dass da die Arena verändert wird und dass alle sterben, die sich in dem Teil befinden, der gesprengt wird...
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~Alice~
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Beitragvon ~Alice~ » Fr 30 Mär, 2012 16:20

Hey, hey :D Ich finde die Idee richtig gut, dass die Arena geändert wird :D Liegt vielleicht auch daran, wie du es verpackt hast ;) Es hat natürlich mehr seinen Reiz, wenn einer der Teile in die Luft gesprengt wird, als wenn er einfach so weggenommen wird :)
Ich finde nur das Ende etwas merkwürdig. Wenn man weiß, dass einer der Teile in die Luft fliegen wird, da legt man sich glaube ich nicht mehr hin, sondern versucht verzweifelt eine Lösung zu finden^^
Was ich übrigens auch toll finde, dass du deine Kapitel nicht zuuuu lange postest. Es ist eigentlich eine richtig angenehme Lesemenge :)
Ich muss dazu sagen, dass ich absolut kein FF-Leser bin, aber durch die Länge, die Geschichte und den Stil lese ich doch immer gerne weiter :D Das soll natürlich ein Lob sein :)
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Beitragvon Katniss » Sa 31 Mär, 2012 21:33

Hihi, danke!

Am nächsten Morgen packte ich meine Sachen zusammen. Ich stopfte die Beutel auch mit in die Rucksäcke, um nicht zu viel tragen zu müssen. Dann stand ich auf, klopfte mir den Sand von den Kleidern und sah an mir herunter. Die Wunde am Bein, die mir die hundeähnlichen Kreaturen zugefügt hatten, verheilte und tat kaum noch weh. Dann gab es noch kleinere Kratzer, die von allem möglichem stammen konnten. Ich könnte mal ein Bad gebrauchen. Ich war über und über mit getrocknetem Blut beschmiert und eine dicke Schicht Matsch und Dreck überzog meine Haut. Wenn ich diese Sprengung überlebte, musste ich einen See oder einen Fluss suchen. Und mein Essen wurde schon wieder knapp. Mit schnellen Schritten ging ich wieder ein Stück zurück, Richtung Schlucht. Wenn sie die Sandfläche oder die Schlucht sprengen wollten, würde das vielleicht ein Rumpeln oder ein Klicken anzeigen und ich könnte in den anderen Teil rennen. Dachte ich.
Es gab keine Vorwarnung. Ich hätte nichts tun können. Vor meinen Augen flog die Schlucht in Fetzen. Einen Augenblick wollte ich rennen, doch meine Beine bewegten sich nicht. Stadtessen riss es mir den Boden unter den Füßen weg und ich segelte rückwärts, während brennende Gesteinsbrocken und Funken an mir vorbeiflogen. Ich landete nicht, ich flog nur immer weiter, wie eine Feder in einem Orkan. Ich drehte mich in der Luft, auf der Suche, mich irgendwo festzuklammern, doch es gab nichts. Ich fühlte nichts mehr, dachte nichts mehr, spürte keine Schmerzen. Und als nach einer halben Ewigkeit mein Rücken den Boden berührte, klappten meine Augen in dem Moment zu, als mein Kopf auf dem Boden aufschlug.

8. Kapitel
Mein Bruder sitzt lachend im Gras und pustet die Samen des Löwenzahns davon. Ich sitze neben ihm und freue mich, dass es ihm gut geht. Er springt auf und fuchtelt mit den Armen herum, die Samen wirbeln, bis ein Windstoß sie endgültig davonträgt. Er hustet. Das erste Geräusch, das seinen bevorstehenden Tod ankündigt. Er merkt es nicht. Er dreht sich weiter im Kreis, die Arme zur Seite gestreckt. Ich merke es auch erst, als er umfällt und sich an den Hals fasst. Wieder hustet und würgt er. Ich springe auf und sehe die Verdickung an seinem Hals. Kreischend stürze ich auf ihn zu, reise ihn auf die Füße und schleife ihn mit. Wir sind zu weit weg. Niemand ist in der Nähe. Ich renne so schnell ich kann. Sein Gesicht läuft blau an, er stößt Laute aus, die nicht menschlich klingen. Klägliches Schluchzen und kehliges Würgen. Da sehe ich ihn. Jorek, ein Arbeiter im Wald. Ich schreie ihn an, er soll doch etwas tun, doch er weiß genauso wenig wie ich, warum mein Bruder keine Luft bekommt. Ich schluchze laut, lasse mich auf den Boden sinken und halte seinen Kopf in meinem Schoß. Ich taste mit der Hand unter seine Jacke und erwische das Döschen. Mit zittriger Hand versuch ich, es aufzuschrauben, aber ich schaffe es nicht. Sanft nimmt Jorek es mir aus der Hand, öffnet es und ich halte es ihm unter die Nase. Eine dicke Beule erhebt sich an seinem Hals und die Tränen brechen aus mir heraus, strömen auf sein Gesicht und er umklammert meine Hand mit festem Griff, bis er mich verlässt. Mutterseelen alleine sitze ich da, fühle mich wie ein Geist, als ich ihm über die Haare streiche, ihm meine Tränen aus dem Gesicht wische und seine Augen schließe.

Mehr hab ich inzwischen noch nicht, aber ich schreib morgen oder so weiter =)=)=).
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~Alice~
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Beitragvon ~Alice~ » Mo 02 Apr, 2012 17:54

Wow! Der Anfang des 8. Kapitels ist wirklich sehr ergreifend! :)
Ich bin gespannt, wie du Johanna da wieder lebend heraus bekommst ;)
Wie immer toll geschrieben und lass dir ruhig Zeit: Gut Ding braucht Weil' ;)
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Beitragvon Luna1977 » Fr 06 Apr, 2012 10:04

Hi Kat! Ich lese gerade deine Geschichte. Find ich klasse. Mir gefällt es wenn jemand was über die schreibt, die leider nur die Nebenrollen haben. Bin noch nicht ganz durch von dem was du bisher gepostet hast, aber mir gefällt es auch. Weiter so!!! :D
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Beitragvon Katniss » Fr 06 Apr, 2012 16:49

@Alice: Danke!
@Luna: Cool, dass du auch mal vorbeischaust =).
Wuuiii, habs endlich geschafft weiterzuschreiben =). Ist zwar nur kurz, aber ich hab die ganzen Ferien mit Lesen zugebracht =)=)=).



Mein Gesicht war auch nass, aber nicht wegen der Tränen, sondern weil ich gerade eine Explosion überlebt hatte und mir ein paar Steine das Gesicht aufgeschlitzt hatten. Das alles schoss mir durch den Kopf, als ich mit geschlossenen Augen dalag und auf den Tod wartete. Doch ich starb nicht. Ich lag nur da und konnte mich nicht mehr bewegen. Eisige Kälte umschloss mich. Nach ungefähr einer Stunde, die mir wie ein Jahr vorkam, setzte ich mich ruckartig auf. Mir tat nichts weh. Ich hätte mich nicht mal gewundert, wenn ich weiße Kleider getragen hätte und blitzsauber gewesen wäre. Ich fühlte mich plötzlich wie neugeboren. Drei Sekunden nach diesem Gefühl kehrten der Schmerz und die Tatsache, dass ich mich in der Arena befand, zurück und ich schüttelte den Kopf. Ich traute mich weder zu der Schlucht zu schauen, noch auf meinen Körper. Nach einer halben Ewigkeit tat ich es doch. Die Schlucht – oder das, was einmal die Schlucht gewesen war – war nicht mehr zu erkennen. Die Felswände waren weggesprengt, schwarz verkohlte Steine übersäten den Boden und es stank nach Rauch. Kein Wunder, von dem glühenden Boden stiegen schwarze Rauchfahnen auf. Der Geruch stach mir in die Nase und meine Augen fingen an zu Tränen. Ich befühlte langsam mein Gesicht. Die Schnittwunden waren nicht allzu tief, allerdings waren es ziemlich viele. Als ich die Hände wegnahm waren sie voller Blut. Sie wanderten weiter nach oben und über meinen Kopf. Mein Haar war versengt und am Hinterkopf komplett abgebrannt. Mein restlicher Körper sah genauso aus. In meinen Armen steckten Brocken, die von den Steinen abgesplittert waren. Sie hatten sich in meine Haut gegraben und nur mit Mühe gelang es mir einen davon herauszuziehen. Ich lebte noch! Ich konnte es kaum fassen. Wer war in der Schlucht gestorben? Heute Abend würde ich es erfahren. Was war mit meiner Familie? Dachten sie an mich? Glaubten sie an mich? Ich stellte sie mir vor, wie sie in unserem kleinen Haus saßen und auf den flimmernden Bildschirm starrten, voller Sorge. Vielleicht standen sie auch draußen auf dem Platz und wurden von Freunden oder Nachbarn getröstet. Ich wäre so gern bei ihnen! Ich wäre so gern wieder im Wald! Ich würde so gern wieder frische Luft atmen, ich war kurz vor dem Ersticken. Ich zog mir mein Oberteil über den Mund und krabbelte auf Händen und Füßen ein Stück weiter. Meine Rucksäcke schleifte ich hinter mir her. Nach einer Weile setzte ich mich keuchend. Es war heiß. Mein Gesicht war schweißnass. Ich tropfte förmlich. Der salzige Schweiß brannte in meinen Wunden. Als ich mich umdrehte, sah ich, wie weit ich gekrochen war. Die Überreste der Schlucht lagen schon weit entfernt und die Luft war hier eindeutig besser. Ich setzte mich hin und dachte nach. Wenn ich einen Fluss oder einen See finden würde, dann könnte ich meine Wunden säubern und den Schweiß abwaschen. Wo haben die Spielmacher die neuen Teile geöffnet? Und was gibt es dort? Wald, Wiesen, Wasser? Ich nahm einen der Beutel aus dem Rucksack, leerte ihn und wischte mir damit übers Gesicht. Das Blut war schon angetrocknet, also musste ich heftig reiben, um etwas davon ab zu kriegen. Dennoch musste ich schnellstmöglich eine Wasserquelle finden.

Hoffentlich gefällts euch =)
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Luna1977
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Beitragvon Luna1977 » Sa 07 Apr, 2012 14:47

Ja gefällt gut! Mehr! Was genau ist mit ihrem Bruder passiert? Das würde mich auch noch interessieren.
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Beitragvon Wehwalt » Mi 11 Apr, 2012 15:49

Mir gefällt es auch, wie du schreibst. Aber ich kann immer noch nicht begreifen, wie einen das inspirieren kann: 24 Jugendliche, die einander abschlachten.
Ein paar sprachliche Holprigkeiten finden sich hie und da (Schmerz lindert sich nicht selbst, sondern Salbe lindert Schmerz; man inspiriert keine Früchte, sondern inspiziert sie; "... mein Los gezogen. Das hatte das Kapitol kaputtgemacht" - hieße, das Kapitol hätte das Los zerstört - nicht J.s Leben, wie ich dann verstand). Trotzdem: insgesamt eine klare, farbenreiche Sprache. Alles verstehe ich nicht, zum Beispiel wo die Fallschirme herkommen oder wie das mit den Mutanten funktioniert (daß die ganze Geschichte von kaum zu überbietender biologischer Krudität strotzt, habe ich anläßlich der Hybridisierung verschiedener Vogelarten über Gattungsgrenzen hinweg schon erfahren), aber ich kenne ja auch die Bücher nicht.
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Beitragvon Dark Lúthien » Fr 13 Apr, 2012 11:17

So hab wieder alles in einem Rutsch durch :) Gefällt mir genauso wie am Anfang, einfach gut! Bin richtig gespannt wie es weitergeht :)

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Beitragvon Katniss » So 15 Apr, 2012 19:12

Vielen dank euch dreien!

Unter meinen Fingernägeln sammelte sich schwarzes Blut und ich bekam es nicht mehr heraus. Ich hörte auf, das Blut abzukratzen und stellte mich hin. Ich fühlte mich hier, wie auf dem Servierteller. Sand, soweit das Auge reichte und ab und an mal ein Hügel. Ich stolperte vorsichtig vorwärts, ohne einen Plan zu haben, wo es hingehen sollte. Allerdings fiel meine Entscheidung sofort, als ich keuchende, rasselnde Atemzüge hinter mir hörte.

9. Kapitel
Meine Beine bewegten sich immer schneller, als ich auf den ersten Hügel zurannte. Ich wusste, in welcher Gefahr ich mich befand, deshalb vergaß ich in diesem Moment meine schmerzen und hechtete über den Hügel, sodass ich mit dem Gesicht nach vorne auf der anderen Seite aufprallte. Ich unterdrückte einen Schmerzensschrei und richtete mich sofort wieder auf. Mit halb zugekniffenen Augen spähte ich über den kleinen Sandhügel. Ein Junge rannte auf mich zu, ich glaubte jedoch nicht, dass er mich schon entdeckt hatte. Eine Erinnerung schoss durch meinen Kopf: Wie ich aus Furcht vor den beiden Karrieros in die Schlucht sprang, wie ich mich in den Höhlen vor dem Mädchen aus 4 versteckt hatte, bevor ich es umbrachte. Immer lief ich davon! Das konnte nicht ewig so weitergehen. Irgendwann war es soweit, ich würde mich einem Gefecht stellen müssen. Warum also nicht jetzt. Der Junge, ich glaube, er ist ein Karrieretribut aus Distrikt 4, war stehengeblieben und sah sich um. Gerade noch rechtzeitig zog ich den Kopf zurück, während ein Plan in meinem Kopf Gestalt annahm. Ich hatte einen Plan! Das erste mal, seit ich in die Arena geworfen worden war! So leise, wie möglich, um ja kein Geräusch zu verursachen, kramte ich in meinem Rucksack nach einem scharfen Messer. Dann kniete ich mich hin, stützte einen Arm ebenfalls vor mich auf den Boden und krabbelte los, immer weiter von dem Jungen fort. Das Messer hielt ich mit der anderen Hand dicht an meinen Bauch gepresst, sodass er es nicht sehen konnte. Ich wimmerte und keuchte, bis ich seine Schritte hinter mir hörte. Nun weinte ich umso lauter und drehte mich so um, dass das Messer nun hinter meinem Rücken lag. Er trampelte auf mich zu. Besonders groß war er nicht, aber seine Muskeln spielten, weil er den Dreizack in seinen Armen hin und her schwenkte. Mit einem erschrockenem Ausdruck im Gesicht krabbelte ich rückwärts wie ein Krebs, während die Tränen aus meinen Augen strömten. Dann stand er über mir und lächelte höhnisch mich an. Was für weiße , blitzende Zähne er hatte! Ich schluchzte immer weiter und bettelte um Gnade. Er ging natürlich nicht weg, sondern lächelte immer weiter, bis ich ihm das Grinsen vom Gesicht wischte. Gerade als er den Dreizack in meinem bloßem Hals versenken wollte, spannte ich meine Muskeln an. Adrenalin schoss durch meinen Körper, weshalb ich noch mehr Kraft aufwenden konnte. Das Messer flog hinter meinem Rücken hervor und die Klinge blitzte im Sonnenlicht, wie vorher noch seine Zähne geblitzt hatten. Sein Lächeln erlosch, als er das Messer aus seiner Brust ragen sah. Sein Hemd färbte sich rot und aus seinem Mund quollen rote Bläschen, während ich vor ihm auf dem Boden lag und das Messer anstarrte. Ich konnte die Leute im Kapitol förmlich aufschreien und lachen sehen. Ich hatte ihn überlistet! Ich hatte ihn umgebracht. Da war keine Freude oder Triumphgefühl in mir, sondern nur Trauer über das, was ich getan hatte. Er stand immer noch über mir und umfasste den Griff meiner Waffe. Er zog sie heraus und beendete sein Leben somit schneller. Dann kippte er nach vorne und wäre auf mir gelandet, wenn ich mich nicht im letzten Moment zur Seite gerollt hätte.

@ Wehwalt: Die Fallschirme kommen von den Mentoren. Die wiederum bekommen das Geld für den Inhalt des Fallschirmes von den Sponsoren (Reiche Leute aus dem Kapitol, die auf einen Tribut wetten und diesem dann ein bisschen helfen wollen, indem sie ihm Geld spenden) :wink:
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Beitragvon Wehwalt » Fr 27 Apr, 2012 22:32

Wie sieht es denn damit aus? Schreibst Du weiter über die Johanna?
Vielleicht brauchst Du mir in Zukunft nicht einmal mehr dumme Fallschirmfragen zu beantworten. Ich habe mir die drei Bücher gekauft. Vielleicht lese ich sie ja sogar noch.
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Beitragvon Katniss » Sa 28 Apr, 2012 14:36

Ah, ja, musst du lesen :D
Klar schreib ich weiter über Johanna. Halt die FF gar zu Ende.
Bin aber schon wieder über einer neuen (Die 100. Hungerspiele)
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Beitragvon Katniss » Di 01 Mai, 2012 14:58

Yeah, ich hab wieder ein bisschen weitergeschrieben:

10. Kapitel
Ich ließ die Leiche liegen und setze meinen Weg fort. Ich hatte anscheinend eine erstaunlich gute Orientierung, denn ich wusste genau, wo ich mich befand, was mir eigentlich ziemlich seltsam erschien. Ich stellte mir die Arena aus irgendeinem Grund rund vor. In der Mitte das Füllhorn und drum herum die Schlucht, das Feld und die Sandebene. Da ich anfangs in das Feld gerannt war, danach in die Schlucht und jetzt hierher, würde ich jetzt von der anderen Seite in das Feld gelangen, wenn ich gerade aus weitergehen würde. Das hatte ich allerdings nicht vor. Ich beschloss dem Füllhorn den Rücken zuzukehren und wanderte deshalb in die entgegengesetzte Richtung, bis hin zum Kraffeld. Die restlichen Tag kam mir nichts in die Quere und ich kam gut voran. Und als sie die Hymne spielten ließ ich mich auf den Boden sinken, obwohl ich noch hätte weiterlaufen können. Gespannt starrte ich zum Himmel empor. Wer hatte die Explosien überlebt. Wer war in der Schlucht gestorben? Zuerst zeigten sie den Jungen aus 4, den ich vorhin überlistet hatte. Mit den Fingern zählte ich ab. Nur noch drei Karrieretribute. Dann zeigten sie den blonden Jungen aus Distrikt 5. Und das Mädchen aus 10. Drei Tote. Sechs Überlebende. Was werden sie meine Mutter fragen? Haben sie sie schon interviewt?
Ich schlief in dieser Nacht nur ein paar Stunden, dann stand ich auf und lief weiter, lange bevor es hell wurde. Hier konnte ich nicht stolpern oder irgendwo dagegen rennen, es gab ja nur Sand. Und als die Sonne ihre ersten Strahlen auf mich warf, sah ich den glitzernden See und ich rannte hin und warf mich hinein. Die Wassertropfen flogen nur so in alle Richtungen und ich steckte meinen Kopf in das kühle Nass. Ich trank, soviel ich konnte, damit ich nicht so schnell wieder durstig werden würde, dann zog ich mir meine Hose und das Oberteil aus und kratzte Schlamm, Blut und Dreck von meiner Haut. Mir war es egal, dass mich hier jeder sehen und hören konnte, aber wo sollte sich dieser jemand verstecken? Doch erst al ich mich genauer umsah, merkte ich, dass es gar nicht so schwer wäre, mich aus dem Hinterhalt abzustechen. Ich hatte eins der beiden Teile, die geöffnet wurden, erreicht.
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