Rund um Ausbildung und Beruf

Mimmi

Beitragvon Mimmi » Di 03 Jun, 2008 17:30

Naja, Julia - wenn man sich den Luxus leisten kann auf seine Freunde nicht verzichten zu wollen (meine Freunde sind auch auf der ganzen Welt zerstreut und dennoch haben wir regelmässigen und innigen Kontakt), dann bitte ;)
Ich könnte mir diesen Luxus nicht leisten und will es auch gar nicht - in der Zeit als ich meine Panikatacken hatten, bekam ich kein Geld von irgendeinem Amt, weil dies nicht als Krankheit anerkannt wurde und so mussten wir mit dem Verdienst meines Freundes über die Runden kommen und das bedeutete auch, das wir oftmals keinen Cent mehr für Lebensmittel hatten und uns Brot aus Mehl und Wasser gebacken haben, um wenigstens etwas im Magen zu haben.
Ich habe diese Zeit hinter mir gelassen und mir geschworen, nie wieder an Geldmangel zu leiden und um meiner Familie ein Sorgenfreies Leben zu bieten würde ich notfalls auch ans Ende der Welt gehen - die guten und echten Freundschaften bleiben mir auch dann erhalten, da ist es schnurtz, ob ich 3 oder 300 km von ihnen entfernt wohne ;)

Natürlich habe ich einiges von meinen Eltern an- und mitgenommen, das bleibt gar nicht aus - ich habe aber noch viel mehr von meinen Freunden mitgenommen und auch das bleibt nicht aus ;)

Das ich wenig Wurzeln geschlagen habe, würde ich nicht behaupten - ich habe mich auf GC sehr wohl gefühlt und dennoch lebe ich in DE und nicht dort. Die Sehnsucht ist zwar da, aber ich würde dennoch nicht zurückkehren, wenn sich mir dort nicht mehr Möglichkeiten bieten als hier ;)

Zu sagen "ein Hamburger nimmt einem Münchener den Job weg und dann muss dieser wieder umziehen, um selber einen zu bekommen" finde ich Blödsinn - natürlich ist es im Grunde wahr, aber wir sind alle frei und wir haben alle das Recht dorthin zu ziehen, wo wir hinwollen und wenn sich uns die Chance bietet, haben wir auch das Recht diese zu ergreifen. Der Münchner hat schliesslich die selbe Chance wie ich diesen Job zu bekommen ;)

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Beitragvon kendra » Di 03 Jun, 2008 17:36

Naja nicht jeder der für einen Beruf umziehen könnte (also ein Angebot in einer anderen Stadt hat) nagt dort wo er grade wohnt am Hungertuch, Mimmi :wink: .
Es werden hier immer so Extrembeispiele dargestellt. Also wenn z.B. mein Mann jetzt wegen seiner Familie nicht nochmal umziehen würde, würden wir deswegen nicht verhungern. Und so wirds vielen gehen.

Wenn man natürlich vielleicht gar keine Arbeit hat, siehts natürlich anders aus.
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Beitragvon Goddess of Rock » Di 03 Jun, 2008 17:37

Hmmm Julia.... ich nicht. Ich versuche genau das Gegenteil zu erreichen.
Ich könnt auch eine Nachtschichtstelle haben, die es mir ermöglichen würde hier in meiner Wohnung zu bleiben.
Aber ich werde mit Sicherheit nicht den gleichen Fehler machen wie meine Mutter und Sean nachts alleine lassen. Hund hin oder her.
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Mimmi

Beitragvon Mimmi » Di 03 Jun, 2008 17:38

Ich rede ja auch nicht davon, das man wegen dem Beruf umziehen soll, wenn man einen sicheren Job hat, kendra, sondern wenn man keinen hat ;)

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Beitragvon Goddess of Rock » Di 03 Jun, 2008 17:59

Julia doch ich versteh das ganz gut.
Mir ging das damals mit dem Abi so. Jeder sagte mir aus meiner Familie, was willst Du damit und das schaffst Du eh nicht.
Ich habs durchgesetzt... meine Begründung war auch einfach: Ich will es haben.
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Mimmi

Beitragvon Mimmi » Di 03 Jun, 2008 18:00

Ich weiss auch gar nicht, was daran schlimm ist, das Extreme aufgezeigt werden - das ist ja nicht irgendwie aus den Fingern gesogen, sondern das reale Leben und es geht schneller als man denkt, das man selbst so ein Extremfall ist ;)

Was ich mich auch gerade frage - vor ein paar Tagen wurde noch gesagt, das man sich nicht mit dem, was da ist zufrieden geben soll, wenn es die Möglichkeit auf Besseres gibt und hier hört sich das Alles wieder ganz anders an.
Dabei sind die beiden Themen gar nicht soweit auseinander - das Eine handelt von den Bildungsmöglichkeiten und den Chancen, die die Kinder daraufhin später haben und hier geht es genau um diese Chancen ;)

Ich sage ja - wenn ihr euch den Luxus leisten könnt, ist das schön, andere können das nicht und auch eure Kinder können zu diesen anderen gehören und da sollte man ihnen schon ein wenig vorleben, das man auch mal in sauren Apfel beissen und alles hinter sich lassen muss, um etwas zu erreichen ;)

Es mag sein, das ich euch falsch verstehe, aber im Moment widersprecht ihr euch in meinen Augen selber :?

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Beitragvon Goddess of Rock » Di 03 Jun, 2008 18:05

Hmmm nein ich denke nicht Mimmi.
Ich bin diesen Schritt gegangen für eine neue Chance. Und so ganz allein irgendwo hin zu gehen ist verdammt hart.
Ich würde das schlichtweg nicht noch einmal schaffen und Sean würde mir dabei untergehen.
Es war gut, dass ich diesen Schritt gewagt habe, aber wenn man gar niemanden hat in der neuen Umgebung und auch noch alleinerziehend ist, dann weiß man oft nicht, wie es weiter gehen soll.
Klar bin ich bereit für eine gute Chance umzuziehen, ich sag ja, das habe ich bereits gemacht. Aber was mache ich, wenn ich wieder damit scheiter? Wieder umziehen?
Ich sehe es im Moment so, abgesehen davon, dass ich nicht so einfach umziehen darf wie ich will, dass ich meinen Weg hier gehen muss.
Alles andere käme im Moment weglaufen gleich.
Wobei... naja, das ist nun nicht mehr allgemein gehalten sondern individuell auf meinen Fall gemünzt.
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Mimmi

Beitragvon Mimmi » Di 03 Jun, 2008 18:09

Das es bei dir etwas anderes ist wegen deinem Mann, weiss ich ja, Honey und dich meinte ich auch gar nicht ;)

Aber trotzdem (ich hoffe du siehst es mir nach) - es ist sehr löblich, das du für eine bessere Zukunft umgezogen bist. Das nicht immer alles so läuft, wie du es dir vorstellst, ist aber klar - die erste Zeit ist ziemlich hart und man muss sich durchboxen, aber Ende des Wegs sieht man dann auch, das es sich gelohnt hat diese Hürden zu überwinden ;)

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Beitragvon Goddess of Rock » Di 03 Jun, 2008 18:16

Ja das denke ich auch.
*lach* mein Ex-Boss versucht mich ja immer noch zurückzubewegen....
Aber das Arbeiten nur auf Provi ist verdammt hart, wenn man nichts anderes im Rücken hat...
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Beitragvon Goddess of Rock » Di 03 Jun, 2008 18:28

Wisst ihr was der Witz ist an dieser Provi-Geschichte?
Es ist reine Kopfsache.

Zum Vergleich: bevor ich mich ganz entschieden habe in die Schweiz zu gehen, habe ich schon ein paar Jahre als Weinfachberaterin gearbeitet und war auch immer Recht erfolgreich. Jedenfalls hat die Provision immer gestimmt.
Allerdings war da eben immer das Gehalt von meinem Mann noch da, und mein Verdienst eben das Zubrot.

Trotzdem bin ich immer noch nicht auf gut Glück hierher gezogen und hab eine Woche probegearbeitet.
In dieser einen Woche habe ich 7000 CHF Umsatz gemacht. Nur mit Wein. Aber... ich hatte immer noch keinen Druck. Ich konnte locker und ungezwungen mit meinen Kunden umgehen und hatte einen Heidenspaß.

Aber dann im Alltag, meine Güte, dauernd hatte ich im Hinterkopf, ich MUSS verkaufen... meine Miete... Lebensunterhalt... und selbst wenn ich nicht daran gedacht habe, so hat es sich doch unterbewusst niedergeschlagen.

Der Witz ist, mein Boss glaubt immer noch an mich. Und ich bin ihm so dankbar dafür, weil ich ihn sehr gern mag und es unendlich gut tut, was für einen festen Glauben er an mich hat. Mehr als ich in mich selbst.

Letztens war ich mal wieder einen Tag telefonieren. Ohne Druck - just for Fun.... und siehe da, die ersten zwei Anrufe waren zwei Aufträge und ich hatte 1000 CHF Umsatz...
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Mimmi

Beitragvon Mimmi » Di 03 Jun, 2008 18:45

Grünauge hat geschrieben:Der eine ist halt bereit für einen besseren Job weiter weg zu ziehen, und der andere macht halt einen wenig tolleren Job und bleibt halt dafür da.


Genau das ist es, was eben meinte, Julia (und das ist nicht bös gemeint, ich verstehe es nur einfach nicht :oops:)
Auf der einen Seite sagst du, das man sich nicht mit dem Guten zufrieden geben soll, wenn man das Bessere haben könnte, aber genau das tust du doch selber :?

Natürlich gehst du beruflich einen Kompromiss ein und beisst somit in den sauren Apfel, aber du gibst dich auch mit dem Guten zufrieden und forderst gleichzeitig von Andren (ob von der Politik oder von der Gesellschaft ist ja eigentlich schnurtz), das sie genau das nicht sollen und das ist es, was für mich nicht zusammen passt. :?

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Beitragvon Serena » Di 03 Jun, 2008 19:43

Ich hab jetzt mal nicht alles gelesen, was ihr geschrieben habt (mal wieder sehr viel ;) )
Wist ihr, was die vom Arbeitsamt einem erzählen, wenn man partout keinen Job findet?! Oder eine Ausbildungsstelle? "Na, dann ziehen Sie halt um!"
Deswegen bin ich ja in eine Nachbarstadt gezogen, als ich 16 war. Ich war vielleicht einmal die Woche zu Hause, wenn ich konnte. Gut getan hat es mir nicht.
Danach bin ich auch noch ein paar Mal alleine umgezogen (mit meinen Eltern insgesamt nur zweimal - einmal als wir meinen Kleinen Bruder bekamen und wir zu wenig Platz hatten und einmal, als meine Eltern sich scheiden ließen und das Haus verkaufen mussten). Ob mir das Umziehen nun geschadet oder geholfen hat, kann ich nicht sagen. ich weiß nur, das ich todunglücklich war, am Weihnachtsabend alleine in meinem Zimmerchen. Ich hab geheult wue ein Schloßhund. Und das, nur wegen der Arbeit.
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Beitragvon Goddess of Rock » Di 03 Jun, 2008 19:46

Ja See das ist bitte... frag mich nicht, wieviele Tränen ich hier schon vergossen habe...

Seans Geburtstag, Weihnachten und Sylvester war schlimm. Zwar war McWolf bei mir, aber ich bin es gewohnt die ganze Familie um mich zu haben...
Und so war es dann doch ein sehr einsames Weihnachten und Sylvester für mich und Mac, zumal Sean an Weihnachten krank war und an Sylvester dann bei seinem Vater...

Oy schon wieder off Topic
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Mimmi

Beitragvon Mimmi » Di 03 Jun, 2008 19:51

Ja, tue ich - zumindest zum Teil :oops:

Meinst du denn, das sich nur die Politik an dieses Sprichwort halten soll, oder die Allgemeinheit?
Wenn es die Allgemeinheit ist, gehörst du auch mit dazu, obwohl du dich da ausschliesst.
Und wie sollen die Kinder lernen, das sie nicht das Gute akzeptieren sollen, wenn sie das Bessere haben können, wenn es ihnen keiner vorlebt? :?

Aber lassen wir das - ich will nicht, das es hier in eine Streiterei ausartet ;)

Mimmi

Beitragvon Mimmi » Di 03 Jun, 2008 22:12

Unsere Meinungen gehen da wohl komplett auseinander, Julia ;)

Ich kann nicht von Anderen (und auch in der Politik sitzen Menschen) etwas verlangen, woran ich mich persönlich nicht halte.
Klar, du sagst, das du nicht weisst, ob es in einem halben Jahr doch anders aussieht (ich hoffe es für dich) - du sagst aber auch, das du wegen deinen Freunden nie wegziehen würdest (das akzeptiere ich auch und das ist jedem selbst überlassen - es passt aber nicht mit deiner eigenen Aussage zusammen und dabei ist es für mich nicht relevant, ob Politik oder nicht Politik).
In dem anderen Thread hast du auch gesagt, das die Eltern ihren Kindern diese ganzen Werte vermitteln und auch vorleben müssen, damit sie es lernen - wie aber sollen deine Kinder es lernen, wenn du dich selbst nicht an das hältst, was du von anderen forderst?

Es ist nun mal leider so, das einem ein Abschluss, ein Job und Erfolg (ich rede nicht davon in der oberen Lohnklasse anzukommen, sondern davon, seine eigenen Ziele zu erreichen) nicht in den Schoss fällt - wenn man das will muss man sich sehr anstrengen (und ich sehe jedes Jahr wie viele Schulabgänger sich bei mir bewerben und wie viele ich schlussendlich zum Probearbeiten einlade), Einschränkungen in Kauf nehmen, wenn nötig auch sein Leben komplett auf den Kopf stellen und du hast selber gesagt, dass Willenskraft, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen Dinge sind, die die Kinder von den Eltern vermittelt bekommen sollten.
Ich meine das aber nicht auf dich bezogen, Julia, sondern allgemein - es hat sich gerade nur so schön ergeben, weil ich mit dir darüber rede ;)