Moderator: Weltenrichter

Forumsregeln
In diesem Forum können sich Autoren über das Schreiben austauschen und verschiedene Aktionen rund um FanFictions organisiert werden. Die genauen Regeln finden sich hier.

lasst uns schreiben ... (Endlosgeschichte)

Kyle
Spion des Bösen
Welt des Dunkels
Benutzeravatar
Geschlecht: Männlich
Alter: 31
Registriert: 10.10.2008
Beiträge: 1822

Beitragvon Kyle » Mi 18 Apr, 2012 19:57


Aus dem Hinterzimmer erklangen nun dumpfe Gesänge und ein Schwefelgeruch stieg mir in die Nase. Die "Priester des Todes", wie sie sich selbst nannten, begannen den Raum, in dem die Zeremonie stattfinden sollte, zu weihen. Unter den normalen Leuten, den Nichtmagiern und Unwisssenden, wurde das Wort "Satanisten" verbreitet. Doch mit dem sogenannten Teufel, an den sie glaubten, hatte es nichts zu tun. Ihre Religion, jede Religion, waren Hirngespinste, manifestierter Glaube, an den sie sich hielten, um Unbegreifliches erklären zu können. Tatsache war, dass Dämonen existierten, nicht in irgendeiner Hölle, sondern hier auf der Erde. Und ein paar der mächtigsten befanden sich gerade in diesem Moment in unserem Haus, um mich als Tochter Baltasars auf den Thron zu setzen, um die Welt erneut zu unterjochen. Konnte ich wirklich so böse sein?
Unsere Schriftwerke unterschieden sich erheblich von denen der Menschen. Dämonen lebten schon seit Miliarden von Jahren auf der Erde und ohne sie würde der Mensch noch heute von Fell bedeckt und mit Brummlauten vergeblich nach dem Feuer suchen. Doch jeder Herrscher scheiterte, denn der Mensch war von jeher unberechenbar. Auch mein Vater wurde gestürzt, ermorderdet von jenen, die er beschützte - der Mensch beißt die Hand, die sie füttert, so war es schon immer. Doch wer herrscht muss auch grausam sein, denn oft müssen Opfer gebracht werden, sonst zerfleischen sie nur einander. Gefragt, ob ich diese Aufgabe übernehmen wolle, hatte mich keiner. Und sicher, ob ich sie mir aufbürden wollte, war ich nicht.
Ich stahl mich nach oben in mein Zimmer und zog mir das Kleid für die Zeremonie über. Es war pechschwarz, bodenlang, enganliegend und hatte lange Fledermausärmel sowie eine Kapuze, die ich überziehen musste. Schuhe gab es keine, denn wichtig bei der Weihe war, barfuß zu sein, damit das Wasser meine Haut berührte und die Energien fließen konnten. Ich schritt die Treppe herab, so nervös wie noch nie zuvor in meinem Leben.

Luna1977
Weltenträumer
Welt des Lichts
Benutzeravatar
Geschlecht: Weiblich
Alter: 42
Registriert: 07.08.2011
Beiträge: 398
Wohnort: Berlin

Beitragvon Luna1977 » Sa 21 Apr, 2012 08:21

Der Schwefel raubte mir die Sinne. Ich lief wie auf Watte, die Geräusche um mich wurden leiser. Ich betrat das Hinterzimmer. Meine Mutter stand an der Tür, ihre leeren Augen starrten an mir vorbei und eine Träne lief ihr die Wange hinunter. Was hatte das zu bedeuten? Langsam ging ich an ihr vorbei. Die Frau war nun nicht mehr allein, sondern es waren noch fünf Personen anwesend, alle in schwarze Umhänge gehüllt. Neben einem großen Stuhl, der eher einem Thron glich, stand noch ein Junge in meinem Alter. Er hatte silbergrau glänzendes Haar und seine Augen fixierten mich. Ich kenne diese Augen. Die anderen fünf Gestalten traten zur Seite und gaben mir die Sicht auf einen Altar frei. Ich stockte, mir wurde schwindlich und ich bekam kaum noch Luft. Auf diesem Altar lag mein kleiner Bruder. Ich hauchte seinen Namen, seine Augen waren geschlossen, war er tot? Nein, er atmete noch. Neben ihm lag ein langer Dolch, golden, er sah sehr alt aus. Was sollte das? Ich blieb stehn. Mein Zögern wurde bemerkt und die Frau legte mir ihre Hand auf die Schulter. "Es wird Zeit Saphira, das du deinen dir vorbestimmten Platz einnimmst. Ich weiß, er ist dein Bruder, aber es ist nötig und nur das Blut eines Verwanten vollendet den Bund. Nur für diesen Zweck wurde er geboren."
Was hat sie gesagt? Thomas muß meinet wegen sterben und nur dafür durfte er leben? Das ist doch nicht richtig, warum hab ich ihn heute gesucht und vor dem Tot gerettet? Nur um ihn jetzt zu opfern? NEIN!!! Schrie es in mir. Ich stand immer noch starr, als ich eine Bewegung neben dem Stuhl wahr nahm. Ein knurren und reißen, meine Sinne waren auf einmal wieder voll da. Der Junge vor mir begann sich zu verwandeln. Der Wolf, der Wolf aus dem Wald. Er lief auf mich zu, strich mit seinem Körper an mir vorbei und knurrte die Die Frau und ihre fünf Begleiter an. Sie wichen zurück. Ich dachte nicht lange nach und griff mir den Dolch. Langsam hob ich meinen Bruder von diesem Altar. So standen wir da, und was nun?
Bild

Kyle
Spion des Bösen
Welt des Dunkels
Benutzeravatar
Geschlecht: Männlich
Alter: 31
Registriert: 10.10.2008
Beiträge: 1822

Beitragvon Kyle » Mo 23 Apr, 2012 22:12


Es war, als würde sich etwas Furchtbares in mir regen. Meine Augen wurden schwarz, jegliches weiß und grün wich ihm. Meine Hand griff fester um den Dolch und es war, als würde sich alles in mir selbstständig machen. Doch auch spürte ich Erregung in mir, den Willen, es zu tun, was schockierender war, als alles, was ich jemals in meinem Leben erfahren habe. Ich hob den Dolch und ohne, dass Thomas ahnen konnte, was nun mit ihm passieren würde, stach ich ihm die Dolchspitze in sein Herz. Er röchelte, das heiße Blut floss über meine Hand, meine Arme, meine Knie, und ich genoss es - für den Augenblick.
Die Schwärze wich aus meinen Augen, der Wolf war verschwunden und die Frau sowie die Kapuzengestalten um mich sahen zufrieden aus. Meine Mutter weinte und ich sah auf meinen toten Bruder herab. Ich konnte es nicht fassen, was ich getan habe, dass ich dazu fähig war. Ganz apathisch schüttelte ich kaum merklich meinen Kopf. Ich stolperte auf meinen Knien zurück, mein Kleid getränkt von Thomas Blut. "Nein!" hauchte ich nur und mir wurde schwarz vor Augen.

Ich wachte in meinem Bett auf, meine Mutter beugte sich über mich. "Du musstest es tun, das weiß ich. Doch du bist nicht mehr meine Tochter. Pack deine Sachen und verschwinde von hier. Meine beiden Kinder... sind tot...", brachte sie unter schwerem Schluchzen hervor.

Luna1977
Weltenträumer
Welt des Lichts
Benutzeravatar
Geschlecht: Weiblich
Alter: 42
Registriert: 07.08.2011
Beiträge: 398
Wohnort: Berlin

Beitragvon Luna1977 » Fr 04 Mai, 2012 20:05

[b]Die Worte meiner Mutter zerrissen mir fast das Herz. Ich bin nicht mehr ihre Tochter? Ich musste es tun? Was denn? Ich starrte an die Wand gegenüber und überlegte was passiert war. Schwefel, die Frau in einem Schwarzen Gewand, noch andere Leute. Mein Bruder auf einem Altar. Mein Bruder! Oh mein Gott, was hatte ich getan. Ich sprang auf und lief in das Badezimmer. Als ich mich im Spiegel sah fiel es mir wieder ein. Ich hatte überall Blut im Gesicht und an den Händen. Es war nicht meines, es war das Blut meines Bruders. Ich konnte nicht mal weinen, was war los mit mir? Meine Mutter kam herein und hielt mir eine Tasche hin.
"Hier sind ein paar deiner Sachen. Verlasse mein Haus und komm nie wieder."
"Wieso Mutter? Du wolltest doch das ich die Zeremonie durchlaufe. Du hast mir das Kleid hingelegt und die Leute rein gelassen. Was kann ich dafür?" Mit blut unterlaufenen Augen sah sie mich an. Als sie sprach zitterte ihre Stimme leicht. "Ich hatte gehofft du wärst stark und könntest wiederstehen, aber du bist wie dein Vater. Er war das Böse selbst und du bist seine Brut. Ihr beide habt mir das unschuldigste in meinem Leben genommen. Geh!" Sie drehte sich um und verschwand in ihrem Schlafzimmer.
Ich wusch mir das Blut ab und zog mir meine Jeans und mein Lieblingsshirt von Metallica an, raffte meine Haare zu einem Zopf zusammen und nahm die Tasche mit meinen Sachen. Leise verließ ich das Haus. Meine Mutter sah ich nicht mehr. Ich lief die Straße entlang Richtung Norden und sah nicht zurück.
[/b]

Luna1977
Weltenträumer
Welt des Lichts
Benutzeravatar
Geschlecht: Weiblich
Alter: 42
Registriert: 07.08.2011
Beiträge: 398
Wohnort: Berlin

Beitragvon Luna1977 » Sa 25 Mai, 2013 01:11

Ich wusste nicht wie lang ich schon unterwegs war, aber mir schwirrten immer noch die Bilder des kürzlich geschehenen durch den Kopf. Das Blut an meinen Händen, die traurigen Augen meiner Mutter, der Wolf, die Frau in der Robe und der Geruch im ganzen Haus. Es wurde dunkel doch ich lief weiter. Etwas zog mich nach Norden und es wurde kälter. Ich hielt an und stellte meine Tasche auf den Boden, kniete mich hin und suchte nach meiner Jacke. Von hinten näherte sich ein Auto, ich sah die Schienwerferlichter vor mir. Langsam kam ich wieder auf die Beine und zog meine schwarze Lederjacke an, nahm meine Tasche auf und ging langsam weiter. Das Auto näherte sich und wurde langsamer.