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Caesar Flickerman - Alles nur Fassade oder steckt mehr hinter ihm?

Dark Lúthien
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Caesar Flickerman - Alles nur Fassade oder steckt mehr hinter ihm?

Beitragvon Dark Lúthien » Do 14 Nov, 2013 16:36

Bild Hallo liebe Fantaxyaner,

seit einer Stunde zerbreche ich mir den Kopf darüber, meine Gedanken über die Figur Caesar Flickerman irgendwie auf einen Nenner zu bringen bzw. so zu formulieren, dass ich eine Frage daraus stellen könnte :lol: Ich beginne einfach mal, vielleicht wird dann klar, was mich eigentlich beschäftigt.

Mir ist vorhin aufgefallen, als ich den ersten Film wieder geschaut habe, dass die Figur des Caesar eigentlich eine enorme Macht über die Medien und damit über die Meinung der Zuschauer also der Bewohner des Kapitols und der Destrikte besitzt. Immerhin erhalten die Hunger Games erst durch ihn "ihren Charme und Reiz". Caesar kann die Zuschauer ja völlig beeinflussen, indem er Gespräche in eine bestimmte Richtung lenkt. So wie mit Peeta und der Frage, welches Mädchen er liebe. Da frage ich mich, war das abgekatert?

Caesar geht es schon vorrangig darum, eine sehr gute Show darzubieten, dennoch hilft er jedem Tribut die Chancen auf Sponsoren zu steigern. Ist die "Hilfe" nur ein Nebenprodukt seiner Show, oder zielt er direkt darauf ab? Ich frage mich, wenn er denn wirklich den Tributen helfen wollen würde, dann würde er doch nicht Jahr für Jahr die "gleiche Show" abziehen. Selbst ihn müsste es doch irgendwann zermürben, die jungen Leute in den Tod zu schicken und sich vorher noch daran zu ergötzen und die Tribute vorzuführen. Wieso nutzt er also diese Macht, die er besitzt nicht, um irgendwie dagegen zu steuern?

Ich frage mich, wie diese Figur des Caesar existieren kann? Ist er nur eine leere Hülle, der wirklich nur Schönheit, Mode und Getratsche im Kopf hat (wie die meisten Kapitolbewohner)? Interessieren ihn die Tribute wirklich nicht? Oder ist das alles nur totale Show, weil er auf einem sehr schmalen Grad wandert? Immerhin könnte Snow ihn ja sofort "verschwinden" lassen, wenn Caesar aus der Reihe tanzt.

Ich weiß einfach nicht, wohin ich diese Figur stecken soll? Kann man ihn mögen oder nicht? Ist ihm alles egal, oder nicht? Ich finde Caesar eine sehr wichtige Figur, aber gleichzeitig ist er irgendwie die undurchsichtigste Figur.

Was meint ihr? Wie schätzt ihr Caesar ein, wie er wriklich "tickt"?

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Beitragvon snitchet » Fr 13 Dez, 2013 10:04

Irgendwie hatte ich bei Caesar Flickerman die Assoziation zu so einem US-Fernsehprediger:
Ich hab bei meinen wenigen USA-Urlauben manchmal so Sonntagspredigten im TV gesehen und dachte mir schon damals: "unglaublich, dass die Amis das tatsächlich ernst nehmen!"
Auf mich wirkten die eigentlich wie eine überzogene Persiflage in eine Comedy-Sendung, bis ich draufkam, das soll tatsächlich "ernst" gemeint sein!


Manchmal denkt man, eigentlich ist er symphatisch - aber nur um letztendlich zu dem Schluss zu kommen "Mein Gott, was für ein Ar.....! Unfassbar!!!"
Ich mein, er wünscht jedem Tribut, er möge die Spiele gewinnen - um dem Nächsten zu sagen, bring deinen Vorgänger um, ich wünsch Dir Glück.
Aber dass das abgedreht ist, wissen wir ja.

Ob von Haus aus so ein Typ, oder durchs Panem-Fernsehen so "abgerichtet" - darüber bin ich mir noch nicht im Klaren.....
Also, dass er auf jeden Fall fürs Fernsehen so tun muss, ist mir klar. Aber ob er auch tatsächlich von sich aus so ist...?
Ich denke aber fast, doch.
Denn er ist auch ein Kind des Kapitols, wie all die Zuschauer auch, die das tödliche Gemetzel von unschuldigen Kindern als ergötzliche Sportveranstaltung sehen.
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megsit
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Beitragvon megsit » Sa 14 Dez, 2013 02:31

ich hatte beim lesen immer den eindruck, dass er eher einer der guten ist. klar hat er macht über die Zuschauer, aber auch die ist irgendwo begrenzt. das ganze beenden kann er nicht, also macht er weiter seinen Job. dass er jedem Tribut das beste wünscht, kaufe ich ihm auch ab. die regel, dass nur einer lebend raus kommt, ist ja nicht von ihm. ich würde es jetzt nicht als heuchelei auslegen, dass er jedem viel erfolg wünscht. wenn ich im reallife schiedsrichter bei einem tischtennis-turnier bin, wünsche ich auch allen spielern viel erfolg, obwohl nur einer gewinnen kann. geht eigentlich mehr in die Richtung, jedem zu gönnen, dass er seine bestmögliche Leistung abrufen kann, ob es jetzt zum sieg reicht oder nicht.

dass es bei den hungerspielen um leben und Tod geht, ist natürlich klar. aber so lange man das nicht ändern kann, ist es denke ich der einzige weg, das ganze irgendwie sportlich zu sehen, weil man ansonsten wirklich dran zermürbt. Ich finde es auch gut, dass er das ganze nicht so düster darstellt und den Tributen ständig ihren nahen Tod vor augen führt. Wenn ich bald sterben müsste, wäre ich auch froh, wenn man mich davon etwas ablenkt. und katniss sagt ja auch einmal, dass sie fast vergessen hätte, dass sie nicht nur im Kapitol ist um zu essen und schöne kleider zu tragen.
Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz

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Beitragvon snitchet » Sa 14 Dez, 2013 08:30

So kann mans auch sehen, andere Perspektive, die gar nicht so unberechtigt ist.

Du hast schon recht, in gewisser Weise muss er das von der sportlichen Seite sehen und da spielt dann auch das Zitat von Snow mit hinein:"Hoffnung ist das Einzige das stärker ist als Furcht." Es gehört sicher auch zu Flickermans Aufgabe, den Tributen (oder sollte ich besser schreiben, den Todeskandidaten) Hoffnung zu geben.

Trotzdem nervt es mich unendlich, wie er Katniss so richtiggehend schön tut, und dann zu Peeta sagt, er soll da raus gehen und gewinnen, damit das Mädchen seines Herzens nicht anders kann, als mit ihm auszugehen.

Er sieht das sicherlich sowie du, einfach sportlich.Aber ich als Zuseher kann einfach nicht umhin, das schrecklich zu finden.

Ich seh halt keine Sportler, die wenn sie nicht gewinnen, es halt wieder probieren, sondern Kinder, die dem sicheren, grausamen Tod geweiht sind und die sich dafür noch wie die goldenen Kälber rausputzen und vorführen lassen müssen.
Und damit furchtbarst erniedrigt werden, auch wenns glamourös aussieht.

Aber mir ist auch klar dass die " Kapitolisten" das ganz anders sehen bzw. dies bereits für so selbstverständlich halten, dass sie gar nicht in die Richtung denken - oder in ihrer Dekadenz so abgestumpft sind, dass sie zu so einer Denkweise gar nicht mehr fähig sind.
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