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Melkor (44 mal betrachtet)

(Qu. "Er, der in Macht ersteht").
Ainu, von Ilúvatar mit mehr Macht und Wissen ausgestattet als irgendein anderer seiner Art und mit allen Fähigkeiten seiner Brüder begabt. Aus Ungeduld über die Pläne Ilúvatars verlangte Melkor, selbst Dinge ins Sein zu rufen, über die er gebieten könnte, und suchte in der Leere nach der Unverlöschlichen Flamme. Auf diesen einsamen Reisen begann er eigene Gedanken zu hegen, die anders waren als die seiner Brüder. Diese Gedanken verursachten den Missklang der Ainulindale, und Ilúvatar schuf das Gesicht von Ea, um Melkor und den anderen Ainur die wahre Quelle aller Gedanken und aller Macht zu zeigen.
Melkor war einer der Ainur, die in die Schöpfung eintraten, und er war von Anfang an allem beteiligt. Sein Verlangen war es jedoch, die geschaffenen Dinge und den Willen anderer zu beherrschen, und so erklärte er Arda als sein Eigen. Diese Absicht wurde jedoch von Manwe durchkreuzt, und darum versuchte Melkor aus Eifersucht und Hass, die Vollendung der Welt als Wohnstatt der Kinder Ilúvatars zu hindern. Fünfzehn Zeitalter lang behielt er in der Auseinandersetzung die Oberhand und beherrschte viele Länder der Erde; in dieser Zeit war er glanzvoll, doch er hatte, da er das Licht nicht für sich allein besitzen konnte, bereits begonnen, sich dem Dunkel zuzuwenden, und füllte es mit schrecken für alles, was lebt. Seine Macht zog viele der Maiar an, in seine Dienste zu treten; andere machte er sich mit Lügen und tückischen Gaben gefügig. Am Ende wurde er durch Tulkas vertrieben, doch Arda war gezeichnet.
Bald nachdem die Valar die zwei Leuchten geschaffen hatte, kehrte Melkor unerkannt nach Arda zurück und baute im Geheimen die Feste Utumno im hohen Norden. Inzwischen hatte er eine dunkle Gestallt angenommen, und seine schöpferische Kraft war der Täuschung und Verzerrung, Nachahmung und Zerstörung gewichen. Seine mächtigsten Waffen waren Kälte und Finsternis. Durch die Veränderungen der Natur, die der Gifthauch seines Hasses bewirkte, erkannten die Valar, dass ihr Feind wieder am Wek war. Doch er kam ihrem Angriff zuvor, indem er die Leuchten zerstörte. Melkor zog sich sodann nach Utumno zurück, und während die Valar im Licht der zwei Bäume in Aman weilten, erbaute er Angband als eine erste Wehr gegen die Valar, schmiedete Waffen, züchtete Ungeheuer und baute seine Herrschaft aus. Als die Elben erwachten, erschien er unter ihnen als ein dunkler Reiter - in der Absicht, Furcht vor Orome und den Valar zu erzeugen - und fing wahrscheinlich Elben ein und züchtete aus ihnen Orks.
Schließlich wurden die Valar von Sorge um die Sicherheit der Elben erfasst, und in der Schlacht der Mächte wurde Melkor besiegt und gebunden nach Valinor geschafft. Dort wurde er drei Zeitalter lang in Mandos' Kerker gefangen gehalten, doch in Mittelerde blieben seine Diener am Werk.
Am Ende des dritten Zeitalters seiner Gefangenschafft nahm Melkor seine schöne Gestalt an und Manwe ließ sich von seinen Worten täuschen und gewährte ihm Vergebung. Gezwungen, in Valimar zu bleiben, gelüstete es ihn danach, das Licht der zwei Bäume, eingefangen in den Silmaril, für sich zu haben. Eifersüchtig auf die Älteren Kinder Ilúvatars stiftete er Unfrieden innerhalb des Hauses Finwe, konnte jedoch Feanor nicht täuschen, wenngleich es ihm gelang, bei den Noldor Misstrauen gegen die Valar zu wecken. Als seine Lügen aufgedeckt wurden, versuchte er in sein altes Reich im Norden zu fliehen; dabei kam er durch Avathar, wo er auf Ungoliant stieß und sich deren Hilfe erkaufte. Melkor und Ungoliant vergifteten die Zwei Bäume, stahlen die Silmaril und erschlugen Finwe. sie flohen nach Mittelerde, wo ihr Streit um die Beute zu einem Kampf führte. Melkors Schrei rief das Echo von Lammoth hervor, doch brachte auch die Balrogs herbei, mit deren Hilfe er Ungoliant entkam und nach Angband zurückkehrte.
Nun bekannt als Morgoth (ein Name, den Feanor ihm gegeben hatte), verteidigte Melkor die Silmaril gegen die zurückgekehrten Noldor, wenngleich er auch Zeit fand, die neu erwachten Menschen zu verderben. zuerst, verstört durch das Licht des Mondes und der Sonne ebenso wie durch die Kraft der Noldor, wurde Melkor zurückgeschlagen und nahezu vierhundert Jahre lang in Angband belagert. Er verbrachte diese Zeit damit, seine Truppen zu verstärken, und er leitete die Feindseligkeiten erneut ein mit der Dagor Bragollach, die den Anfang seiner Eroberung von Beleriand darstellte. Obwohl er von Fingolfin und Thorondor im Jahre 455 schwer verwundet wurde und um 467 einen Silmaril an Beren und Lúthien verlor, brütete Melkor schließlich in Angband genug Feuer, Dünste, Seuchen und Ungeheuer - Drachen, Trolle, Orks, Wölfe und Riesenfledermäuse - aus, um seine Feinde zu zermürben, und die Lügen und der Verrat, die er aussäte, hinderte die Eldar daran, effektiv und klug gegen ihn zu Felde zu ziehen. Da er immer noch Schicksalsmacht besaß, äußerte sich sein Fluch, insbesondere gegenüber Menschen wie Húrin und dessen Kindern, in Form unglücklicher Zufälle. Am Ende geriet ihm sogar der Verlust des Silmaril zum Vorteil, da der Eid Feanors und der Fluch der Noldor seine Feinde dazu brachten, sich gegenseitig zu zerfleischen.
Doch als der Krieg gewonnen schien, griffen die Valar, bewegt durch Earendil, der mit der Kraft des Silmaril zu ihnen gelangt war, erneut ein, und in der Großen Schlacht wurde Melkors Heer vernichtet. Er selbst wurde in den Tiefen von Angband gefangen genommen, die Füße wurden ihm unter dem Leib weggehauen, und er wurde durch das Tor der Nacht in die Leere außerhalb von Ea verstoßen. Doch der Schatten seiner Bosheit und seiner Lügen bleibt auf den Herzen der Elben und Menschen und spiegelt sich in der Gestallt der beschädigten Arda. In späteren Zeitaltern wurde Melkor von den Númenórern und anderen, von Sauron verleiteten Menschen als Gott verehrt.
Melkors Erscheinung war die einer hohen, dunklen Gestallt voller Schrecken und Majestät. Gegen Ende des Ersten Zeitalters hatte sie verbrannte Hände (von der Hitze der Silmaril) und acht große Wunden (von den Hieben Fingolfins und Thorondors); er litt ständig unter Schmerzen(Anm. Wilferedh; merkwürdig, dass er als Einu dann den geschundenen Körper nicht einfach wechselte). Das Symbol seiner Macht in Mittelerde war die Eiserne Krone, in die er die drei Silmaril eingesetzt hatte. Seine war eine riesige Keule, Grond genannt. Er war in schwarz gekleidet; sein Wappen war ein schwarzes Schild ohne Insignien.
Die Sindarin-Form seines Namens, Belegûr, wurde nicht gebraucht außer in der bewusst verzerrten Form Belegurth. In Mittelerde wurde er gemeinhin Morgoth Bauglir genannt. Auch genannt der große Feind, der Feind, der Feind der Valar, der dunkle König auf dunklem Thron, der dunkle Fürst, das Übel des Nordens, die schwarze Hand, der schwarze König, der Meister der Lügen, der Jäger und der Reiter (von den Elben in Cuiviénen) und (von Sauron in Númenor) Fürst des Dunkels, Herr und Befreier des Alls und der Befreier genannt. Er selbst nannte sich König der Welt.


Quelle:
Das große Mittelerde Lexikon von Robert Foster
Übersetzer: Helmut W. Pesch
Zweite, überarbeitete Ausgabe
Erschienen im Bastei Lübbe Verlag
Zuletzt bearbeitet von Wilferedh » 20. Dez. 2018 um 01:43 Uhr
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